Handballtraining Handballübungen


6. Februar 2018

Erkenntnisse der EM 2018

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 09:57

Gut eine Woche nach der EM ist der Abstand groß genug, um noch einmal objektiv auf das Turnier zurückzublicken, insbesondere natürlich auf die Leistung unserer deutschen Mannschaft. Zudem gab es einige allgemeine Erkenntnisse, die wir im Folgenden mit euch teilen, bzw. zur Diskussion stellen möchten.

7 gegen 6 und Müdigkeit

Immer mehr verfestigt sich das taktische Mittel den siebenten Feldspieler auch bei Gleichzahl zu bringen. Ausnahmslos alle Teilnehmer der Euro machten mehr oder weniger von dieser Möglichkeit Gebrauch, häufig vor allem dann, wenn das Angriffsspiel in Gleichzahl nicht so gut lief.

Aber auch längere Spielabschnitte mit sieben Feldspielern bestritten z.B. die Kroaten und dies meist auch sehr erfolgreich. Das deutsche Team hingegen griff zumeist dann auf das Überzahlspiel zurück, wenn es in den eigenen Offensivbemühungen hakte. Häufig konnte die Mannschaft von Christian Prokop dann auch die Überzahl positiv nutzen. Dass es ausgerechnet im Entscheidungsspiel gegen Spanien komplett nach hinten losging war eher der eigenen Nervosität und fehlender Entschlossenheit geschuldet, als dem taktischen Mittel an sich. Wenn man dem Gegner den Ball in die Hände spielt ist es nun einmal egal, ob man mit sechs oder sieben Feldspielern auf der Platte steht.

Der Gebrauch des siebenten Feldspielers zeigt jedoch auch etwas Anderes: Auf internationalem Topniveau haben viele Mannschaften im Gleichzahlspiel mittlerweile Probleme. Das Angriffsspiel der Gegner ist meist bekannt und es dominierten in vielen Partien Abwehr und Torhüter, auch weil viele Superstars kein gänzlich herausragendes Turnier spielten.

Es liegt der Verdacht nahe, dass der kräftezehrende Spielplan viele Spieler daran hinderte Bestleistungen im 2- bzw. 3-Tagesrhythmus abzuliefern. Bereits im vergangenen Jahr haben wir bei handballtraining.de an ein Überdenken des vollen Terminkalenders seitens der EHF hingewiesen.

Der Europameister Spainien ist sicherlich eine Überraschung, aber eben auch ein Team ohne ganz große Superstars, wie Hansen oder Karabatic, sondern ein Team, welches von Erfahrung, einem gutem Angriffskonzept und vor allem der objektiv besten Abwehr des Turniers lebt.

Wo steht Deutschland?

Zumindest ist der DHB aus den letzten beiden Turnieren nicht so erfolgreich hervorgegangen, wie sich das die Verantwortlichen gewünscht haben. Zu wechselhaft und verkrampft wirkten die Leistungen unserer Nationalmannschaft.

Zwar stellte man eine der besten Abwehrreihen, doch auch hier war nicht immer alles Gold was glänzt. So hatte das deutsche Team gegen Slowenien über die ganze Spielzeit Probleme mit einem einzigen Eins-Eins-starkem Rückraumspieler.

Das Torwartpaar einmal mehr zu den Besten im Turnier, auch wenn Andreas Wolff, welcher von Prokop deutlich mehr Spielanteile erhielt, nicht vollends an seine Leistung aus dem Europameisterschaftsjahr anknüpfen konnte.

Kritisch muss man die vielen Abwehrwechsel sehen. Häufig ging die Hereinnahme von 2 oder sogar drei Leuten für die Defensive nur auf Kosten des eigenen Umschaltspiels. Ausgerechnet in der ersten Hälfte gegen Spanien konnte der DHB ansatzweise zeigen, was mit Tempo aus der eigenen Abwehr heraus möglich ist.

Hier gilt es für das Trainerteam unbedingt mehr Fokus in den nächsten Monaten zu setzen, denn eine gute Abwehr verliert ohne ein passendes Konzept der ersten oder zweiten Welle schnell an Bedeutung.

Baustelle Positionsangriff

Größte Baustelle des DHB während des gesamten Turniers blieb der Positionsangriff. Weder im Angriffsverbund noch individuell konnte man sein Potential abrufen. Die Mängelliste gestaltete sich dabei sehr lang. Die Außenpositionen wurden kaum in Szene gesetzt und doch einmal freigespielt agierte vor allem Uwe Gensheimer oft unglücklich im Abschluss. Dass er dann noch Interviews in der Halbzeitpause geben musste, war sicherlich nicht vorteilhaft für das Ansehen des deutschen Kapitäns.

Auch das Zusammenspiel im Rückraum funktionierte häufig nicht wie erwartet. Die Wurfgewalt eines Julius Kühn oder Steffen Fäth kam vor allem in den ersten Spielen des Turniers selten zum Tragen. In der Hauptrunde deutete Kühn jedoch mehrfach an, dass er eine wichtige Waffe im linken Rückraum ist, die es eben auch einzusetzen gilt.

Auf der Spielmacherposition erhielt Philipp Weber sehr viel Spielzeit von Christian Prokop. Die fehlende internationale Erfahrung merkte man dem Leipziger häufig noch an. Ein erfahrener Spielgestalter auf internationalem Niveau fehlt dem deutschen Team jedoch im Moment leider. Auch Weber deutete in der ersten Hälfte gegen Spanien seine Klasse an und überraschte den Gegner durch sein komplettes Spiel. Wenn man dem Spieler des DhfK Zeit und Vertrauen gibt, kann er sicher in diese Rolle hineinwachsen. Bei der Euro 2018 kam sie jedoch zu früh für ihn.

Im rechten Rückraum war Steffen Weinhold zumeist eine Konstante und brachte durch seine individuellen Fähigkeiten im Eins-Eins viel Leben ins deutsche Spiel. Ausgerechnet an der erfahrenen spanischen Defensive scheiterte jedoch auch er und produzierte mehrfach Offensivfouls. Sein Vertreter Kai Häfner fand leider nicht ins Turnier und traf häufig bei gut gewählten Würfen falsche Entscheidungen. Ob eine Berücksichtigung von Fabian Wiede hier von Vorteil gewesen wäre, bleibt Spekulation.

Alles in Allem kam das DHB-Team über gute Ansätze oft nicht hinaus und dennoch hätte ein Sieg gegen Spanien oder im besten Turnierspiel der Deutschen gegen Dänemark der Kritik viel Wind aus den Segeln genommen.

Allerdings sprechen wir immer noch von einer der jüngsten Mannschaften im Turnier. Der Trainerwechsel ist sicherlich nicht so reibungslos verlaufen, wie sich dies alle gewünscht haben, doch Christian Prokop ist zweifellos ein sehr guter Handballtrainer. Vielleicht muss man dem Bundestrainer einfach mehr Zeit für die Arbeit mit der Mannschaft geben. Ob er diese bekommen wird, entscheiden die Verbandsoberen wohl in den nächsten Wochen.

Autor: Robert Nowacki

20. Mai 2016

Towarttraining: Reaktionsschulung mit Tennisbällen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 16:11

Die Schulung der allgemeinen Reaktionsfähigkeit gehört zum grundlegenden Trainingsinhalt im Torwarttraining. Neben herkömmlichen Methoden wird häufig auch auf unkonventionelle Mittel zurückgegriffen. Besonders bei Torhütern mit Defiziten im Bereich der Reaktionsschnelligkeit kann durch das Training mit Tennisbällen, welche kleiner und schneller sind als z.B. ein Handball, ein höherer Trainingseffekt erzielt werden.

Erwärmung mit Regelbewegung

Eine Erwärmung mit Tennisball kann unter folgenden Gesichtspunkten erfolgen: Vor Übungsbeginn wird mit Pylonen im Abstand beider Torpfosten ein Bereich markiert. In diesem Bereich muss der Torhüter während der Erwärmung in permanenter Seitwärtsbewegung agieren. Der übende Torhüter besitzt zudem in jeder Hand einen Tennisball. Ein Werfer in ca. 3 Metern Abstand hat einen zusätzlichen Tennisball.

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 1

Der Torhüter führt die Regelbewegung aus. Jeweils kurz bevor er eine Pylone erreicht hat, spielt der Werfer seinen Tennisball auf die pylonennahe Seite des Torhüters (s. Abb. 1). Dieser muss einen seiner Tennisbälle umgehend zum Werfer passen und den zugespielten Ball mit der nun freien Hand auffangen. Nach typischem Erwärmungsmuster sollte von oben nach unten agiert werden.
Die Arme des Torhüters sind während der Regelbewegung stets in Abwehrhaltung erhoben und nur bei Zuspielen des Werfers darf diese Haltung aufgelöst werden.

Reaktion mit Tennisball- und Schläger

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 2

Die Schulung der Reaktionsfähigkeit mit Tennisball und -schläger erfordert vor allem vom Übungsleiter gewisse Fähigkeiten im Umgang mit Tennisschläger und Ball.
Von verschiedenen Positionen aus unterschiedlichen Entfernungen mit verschiedenen Schlaghärten und -arten kann hier gezieltes Reaktionstraining für Torhüter gestaltet werden. Wichtig ist dabei, dass zunächst eine langsame Gewöhnung an das unkonventionelle Verhalten des Tennisballes stattfindet.

So kann beispielsweise zu Beginn der Tennisball mit der flachen Hand auf das Tor geschlagen werden. Erst wenn sich der Übende an die speziellen Anforderungen gewöhnt hat, wird durch Hinzunahme des Schlägers das Schwierigkeitslevel gesteigert. Durch den Tennisschläger als Hilfsinstrument ist es dem Torhüter nahezu unmöglich Ballweg und -höhe vorherzusehen. Dies führt dazu, dass hier wirklich gesondert die Reaktionsfähigkeit geschult wird.

Eine zusätzliche Erschwerung kann durch einen Sichtschutz (Freistoßmauer oder Trainingsdummie) installiert werden.

Abwehr von flachen Würfen und Aufsetzern

Tennisbälle eignen sich insbesondere um das Abwehrmuster von flachen Würfen und Aufsetzern aus dem Rückraum zu üben. Dadurch das Tennisbälle wesentlich kleiner sind und eine höhere Elastizität aufweisen (somit unberechenbarer Aufspringen), wird die Kooperation von Armen und Beinen bei der Abwehr flach geworfener Bälle wesentlich wichtiger als dies bei der Übung mit Handbällen der Fall ist.

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 3

Eine Grundübung hierzu wird in Abbildung 3 dargestellt. Ein Werfer steht mit Ballkiste ungefähr bei sechs Metern Torentfernung. Der Torhüter beginnt die Übung mit einer Vorwärtsrolle auf einer neben dem Tor befindlichen Matte und versucht im Anschluss schnellstmöglich in der seitlichen Regelbewegung in Richtung Tormitte zu gelangen. Der Werfer versucht einen Tennisball so im langen unteren Toreck zu platzieren, dass der Torhüter mit der flachen Abwehrposition in Hürdensitz oder Spagat unter Zuhilfenahme von Hand und Fuß gerade so noch an den Ball herankommt.

Im Anschluss wird die Übung auf der anderen Seite wiederholt. Eine Übungsserie sollte 8-12 Würfe beinhalten.

Autor: Robert Nowacki

2. April 2016

Kleine Spiele mit Körperkontakt für das Kinder- und Jugendtraining

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 17:59

Handball ist bei aller gebotenen Fairness ein Spiel, welches von Zweikampfsituationen und viel Körperkontakt lebt. Es ist daher nicht förderlich, wenn Bedenken bezüglich der Aufnahme von Körperkontakt in der Abwehr oder auch im Angriff bestehen. Häufig kommt es gerade dann auch zu Verletzungen. Um Kinder schon früh auf den Körperkontakt im Spiel vorzubereiten und die Angst vor Berührung und Zweikämpfen zu reduzieren, haben wir im Folgenden einige kleine Spiele zusammengetragen, bei denen Zweikampf und körperbetontes Spielen im Vordergrund stehen.

Raufballvarianten

Eines der bekanntesten Spiele, um auf Körperkontakt in Zweikampfsportarten vorzubereiten ist Raufball. Bei diesem Spiel stehen sich zwei Mannschaften gegenüber und versuchen einen Ball (z.B. einen Medizinball) in die Endzone des Gegners abzulegen. Dabei darf der (nur) ballführende Spieler von der verteidigenden Mannschaft geschoben (nicht geschubst werden). Wird der Ball abgegeben ist sofort von dem Spieler abzulassen.

Eine verschärfte Raufballvariante sieht das Spielen mit einem neutralen Ballträger vor. Während dieser die ganze Zeit in Ballbesitz bleibt, versuchen beide Mannschaften ihn mit dem Ball in die gegnerische Endzone zu schieben. Hier kommt es zu besonders viel Körperkontakt (Aufpassen und ggf. Spiel unterbrechen, falls eines der Kinder hinfällt) und -einsatz.

Glucke, Küken und Fuchs

204 kleine Kontaktspiele Abb. 1

Für dieses Spiel wird eine Kette aus vier Spielern gebildet. Die Reihe wird dadurch zusammengehalten, dass die hinteren Spieler mit beiden Armen die Hüfte des Vordermanns fassen. Der Erste in der Reihe ist die Glucke, die Spieler dahinter die „wehrlosen“ Küken. Ein einzelner Spieler, der Fuchs, versucht nun das hinterste Küken der Reihe abzuschlagen (Abbildung 1).
Die Glucke darf dies verhindern, indem sie sich dem Fuchs in den Weg stellt und ihn auch ggf. wegschiebt oder abblockt.

Gelingt es dem Fuchs die Glucke zu überwinden, können die Küken nur noch versuchen sich durch schnelles wegdrehen zu schützen. Reißt die Kette an einer Stelle oder schlägt der Fuchs das hinterste Küken ab, wird die Glucke zum neuen Fuchs und der alte Fuchs reiht sich hinten an die Kette an.
Das Spiel ist auch mit einem Handball, welcher zusätzlich vom Fuchs geprellt werden muss, möglich.

Kampf um die Insel

204 kleine Kontaktspiele Abb. 2

Mit Matten wird eine ringförmige Insel um einen freien Bereich in der Turnhalle gebaut (s. Abbildung 2). Die Kinder dürfen sich nur auf der Matte bewegen und müssen versuchen andere Spieler von den Matten herunter zu schieben, ohne selbst den Hallenboden zu berühren.

Es ist auch möglich in zwei Mannschaften gegeneinander zu spielen. Dabei befindet sich eine Mannschaft im freien Bereich in der Mitte und die andere Mannschaft hält sich auf der „Insel“ auf. Die Mannschaft in der Mitte muss versuchen, alle Spieler von der Insel zu sich ins „Wasser“ zu ziehen und somit zu Ihresgleichen zu machen.
Eine zweite Variante ist es, dass sich alle Spieler zu Beginn im „Wasser“ befinden und versuchen müssen, die anderen Spieler auf die „Inseln“ zu schieben und quasi „trocken zu legen“

Autor: Robert Nowacki

23. Oktober 2015

Neuerungen im Regelwerk: Blaue Karten, Zeitspielvorgaben und schnelligkeitserhaltende Maßnahmen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:34

Auf den Handballsport kommen einige Veränderungen bezüglich des Regelwerks zu. Bereits bei der U 21-WM im vergangenen Sommer testeten die Verantwortlichen einige Neuerungen, die helfen sollen das Spiel wieder einfacher und schneller zu machen. Angekündigt sind die Änderungen für das Jahr 2017.

Ob es eventuell auch schon zur früheren Einführung einiger neuer Aspekte kommt und ob das Ganze Auswirkungen auf den Breiten- und Amateursport haben wird steht jedoch noch in den Sternen. Wir wollen im Folgenden für euch trotzdem gerne mal die wichtigsten Neuerungen des Regeländerungspaketes zusammenfassen.

Die blaue Karte

Als tiefgreifende Änderung ist die Einführung einer dritten Kartenfarbe für den Schiedsrichter anzusehen. Die „blaue Karte“ soll zukünftig für eine bessere Darstellung einer Spielerdisqualifikation mit Aussicht auf eine Sperre (bisher rote Karte mit Bericht) sorgen.

Hier geht die IHF einen konsequenten Weg, welcher mit Abschaffung des „Ausschlusszeichen“ und der Einführung der roten Karte mit Bericht begonnen wurde. Die zusätzliche Kartenfarbe soll für mehr Transparenz sorgen und dürfte insbesondere lästige Diskussionen am Kampfrichtertisch eindämmen. Zudem könnte das Ganze für schnellere Klarheit auf den Zuschauerrängen führen, wie der Schiedsrichter eine Unsportlichkeit bewertet.

Zeitspielrevolution

Die bisherige Zeitspielregelung wurde von vielen Spitzentrainern als zu vage und zu abhängig von den subjektiven Empfindungen des Schiedsrichterpaares bewertet. Vor geraumer Zeit gab es sogar die Diskussion um eine „Shotclock“, wie sie beispielsweise im Basketball vorzufinden ist.

Bei der Junioren WM wurde ein engerer Rahmen für das Ahnden von Zeitspiel gesetzt. Die neuen Regularien sehen dabei vor, dass die angreifende Mannschaft nach Anzeige des Vorwarnzeichens für passives Spiel noch 5-8 Pässe spielen darf.

Hierdurch wird der Ermessensspielraum der Schiedsrichter deutlich eingeschränkt und die Entscheidung auf Zeitspiel erhält mehr Transparenz. Wenn die Veränderung der Regelung auch nach wie vor beinhaltet, dass die angreifende Mannschaft dennoch Druck zum Tor entwickeln muss, dürfte dies insbesondere für Schiedsrichter eine deutliche Erleichterung darstellen.

Versorgung verletzter Spieler

Mit einer weiteren Regelmodifikation möchte die IHF wohl insbesondere dem Ausnutzen der Verletzungsunterbrechung zur Verhinderung gegnerischer Angriffe, wie es in anderen Sportarten bereits Gang und Gebe ist, vorbeugen. Spieler, welche verletzt am Boden liegen bleiben, sollen nur dann sofort medizinisch versorgt werden, wenn die Schiedsrichter dies für nötig erachten. Kann ein Spieler das Feld ohne fremde Hilfe verlassen, ist dies auch so zu tun. In diesem Fall, darf der Spieler für drei Angriffe der eigenen Mannschaft nicht zurück auf das Feld. Eine ähnliche Regelung existiert bereits im Fussball, wo verletzte Spieler, welche auf das Spielfeld zurückwollen erst wieder vom Schiedsrichter herein gewinkt werden müssen.

Durch diese Modifikationen soll das Spiel davor bewahrt werden, absichtlich in seinem Rhythmus gestört zu werden und der Missbrauch des Verletztenstatus zur Herbeiführung einer Unterbrechung verhindert werden.

Weitere Neuerungen

Grobe Unsportlichkeiten sollen in Zukunft zwingen mit einem Siebenmeter bestraft werden, auch wenn keine klare Torgelegenheit vorliegt. Zudem wird die erst kürzlich eingeführte Sonderstellung der „letzten Minute“, in welcher unsportliches Verhalten und grobe Fouls zwingend mit einer Sperre bedacht werden, auf die letzten 30 Sekunden verkürzt werden.

Bewertung der Neuerungen

Aus unserer Sicht machen insbesondere die Einführung der blauen Karte und die klarere Beschreibung des Zeitspiels Sinn und können dafür sorgen, dass die Entscheidungstransparenz im Handballsport zunimmt. Zudem steht bei allen Änderungen die Erhaltung der Spieldynamik im Vordergrund. Wir dürfen gespannt sein, wie die Änderungen in den Spielbetrieb integriert werden und welche Auswirkungen das Ganze letztendlich haben wird.

Verwendete Quellen:
http://www.handball-planet.com/new-rules-test-in-brazil-blue-card-passive-play-medicine-against-simulants/
http://www.spox.com/de/sport/handball/1510/News/handball-blaue-karte-regelreform.html

Autor: Robert Nowacki

17. März 2015

Wie wichtig sind Statistiken in der Spielvorbereitung

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 06:15

Zuschauer lieben Statistiken. Die großen Sportligen bieten einen tollen Nährboden für statistische Analysen, welche Kommentatoren den Zuschauern während Liveübertragungen um die Ohren hauen können. Doch wie wichtig sind Statistiken bei der Vorbereitung eines Teams auf den nächsten Gegner. Kann man sich durch statistisches Wissen einen Vorteil verschaffen?

Einzelne Zahlen helfen keinem weiter

Will man Spiele statistisch analysieren, sollte darauf geachtet werden, dass nackte Zahlen nur bedingt weiterhelfen. Es kann hilfreich sein den gegnerischen Spieler mit den meisten Treffern auszumachen, die Fehlwurf- bzw. Fangquote und die Anzahl an technischen Fehlern zu ermitteln. Doch die entscheidende Komponente fehlt dabei.

Wie entstehen statistische Kennzahle – Ein kleines Beispiel

Möchte man aus der Beobachtung eines Handballspiels möglichst viele Erkenntnisse gewinnen, reicht es nicht nur nackte Zahlen zu erfassen, sondern man sollte gleichzeitig die Gründe für diese Zahlen ermitteln. Als Beispiel nehmen wir an, ein halblinker Rückraumspieler des beobachteten Gegners wirft in einem Spiel 12 Tore bei 17 Versuchen. Eventuell ein Grund ihn im nächsten Spiel eine Manndeckung aufzudrücken. Es kann jedoch auch helfen zu erfassen, unter welchen Bedingungen der Rückraumspieler erfolgreich war und unter welchen nicht.
Das geht beim Erfassen der Wurfbilder los. Wie viele seiner Würfe gehen flach aufs Tor, wie viele hoch und wie oft wirft er in die Block-/ bzw. Torwartecke. Mit solchen Erkenntnissen kann man im Training gezielt arbeiten und zum Beispiel das Blockverhalten der eigenen Mannschaft anpassen.
Weitere Erkenntnisse lassen sich auch bei der Ermittlung der Wurfzone oder vorangegangener Kombinationen gewinnen. Ist der Rückraumspieler eher bei Würfen aus dem Zentrum erfolgreich oder schließt er über die Halbposition sicherer ab? Benötigt er Kreuzbewegungen seiner Mitspieler um sich seiner Würfe vorzubereiten? Schließt er dynamisch nach einem Schritt ab oder benötigt er drei Schritte mit dem Ball? All diese Begleiterscheinungen können Statistiken zu einem wertvollen Gut der Spielanalyse machen und helfen sich gezielt auf kommende Gegner vorzubereiten.

Autor: Robert Nowacki

10. Juni 2014

Teamfähigkeit im Trainingslager schulen (Grundlegendes)

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:33

Handball ist eine Mannschaftssportart. Auch wenn eine starke Einzelaktion am Ende den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage in einem engen Spiel ausmachen kann, liegt dem Ganzen immer eine Teamleistung zu Grunde. Die Fähigkeit sich in einem Team zu integrieren und gemeinsam für ein großes Ziel zu arbeiten ist nicht jedem in die Wiege gelegt.

Daher ist es für Übungsleiter im Kinder- und Jugendbereich wichtig diesem Aspekt besondere Bedeutung beizumessen. Denn wohingegen Handballspielen für die meisten Jugendlichen nur Hobby bleiben wird, ist Teamfähigkeit heutzutage in allen Lebenslangen und besonders im Beruf gefragter denn je.

Der Jugendtrainer kann also nicht nur seinen Beitrag zu einer erfolgreichen Mannschaftsentstehung leisten, sondern auch positiv auf die zukünftigen Berufschancen seiner Schützlinge einwirken.

Trainingslager nutzen

Trainingslager bieten den besten Rahmen für die Vermittlung des Teamgedanken. Da hier die Mannschaft wesentlich mehr Zeit miteinander verbringt als gewöhnlich bieten sich Chancen und Räume die im normalen Trainingsalltag nicht zur Verfügung stehen. Besonders Trainingslager mit Übernachtung fernab des Heimatortes eignen sich hierfür besonders gut.

Jeder erhält seine Aufgabe

Um einer Mannschaft zu verdeutlichen, dass jeder Einzelne wichtig für das Gesamtabschneiden seines Teams ist, bietet es sich an jedem Spieler zu Beginn eines Trainingslagers eine feste Aufgabe zuzuweisen, mit welcher er zu dessen gelingen beiträgt.

Beispiele hierfür wären u.a. das Verwalten der Mannschaftskasse, Küchendienste, Gestaltung des Abendprogrammes, Weckdienst, usw. Jeder sollte sich mit seinen Stärken einbringen können. Am Ende eines Trainingslagers kann dann eine Feedbackrunde abgehalten werden, in welcher Trainer und Spieler über die Ausübung der einzelnen Aufgaben urteilen und diskutieren können.

Selbstbestimmtes Handeln als Team fördern

Auch wenn es selbstverständlich Vorteile hat, ein Trainingslager im Vorlauf bis ins kleinste Detail durchzuplanen, kann es besonders für Jugendliche eine wertvolle Erfahrung sein, über gewisse Inhalte selbst zu bestimmen. Dies gilt besonders für gemeinsame Aktivitäten in der Freizeitgestaltung.

Stellt ein Übungsleiter seiner Mannschaft also frei, was sie an einem freien Nachmittag unternehmen wollen, ist dies gleichzeitig ein Aufruf sich als Team Lösungen zu finden, mit denen alle Spieler einverstanden sind. Solche kleinen Aktionen helfen nicht nur bei der Teambildung, sondern fördern auch andere soziale Kompetenzen, wie Konfliktbewältigung und Führungsqualitäten.

Konkrete Inhalte zur Mannschaftsbildung

Es existieren eine Vielzahl an unterschiedlichen Übungen und Spielen, welche den Gedanken des Teamgeistes aufgreifen und fördern. Ein paar davon sollten auf jeden Fall Einzug in jedes Jugendtrainingslager halten. Im nächsten Artikel stellen wir euch einige dieser Übungen vor.

Autor: Robert Nowacki

28. November 2013

Handball bis ins hohe Alter?

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 08:24

Handball zählt gemeinhin zu den härtesten Mannschaftssportarten der Welt. Daher ist er für Menschen im hohen Alter sicher nicht geeignet! Oder doch?
Auch ältere Menschen haben häufig noch ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis. Mittlerweile gibt es zahlreiche Sportangebote für Senioren, sowohl als rehabilitative (Herzsport, Krebssport, etc.), als auch als präventive Formate (Alterssportgruppen, Seniorengymnastik, etc.). Die Frage, welche sich stellt ist, ob Handball als Sportart an sich geeignet ist, um ältere Menschen zur Bewegung zu motivieren. Die Antwort muss wohl lauten: „Ja, aber mit Einschränkungen!“

Modifizierte Regeln sind erfolgreich

Als Sportart an sich ist Handball besonders für männliche Senioren attraktiv. Denn auch im hohen Alter besteht bei den meisten Männern noch eine Affinität zu Ballsportarten mit Wettkampfcharakter.
Allerdings ist Handball aufgrund seines stark ausgeprägten Zweikampfcharakters für ältere Menschen an sich zu gefährlich. Mit einigen Regelmodifizierungen kann jedoch mit jeder Alterssportgruppe Handball gespielt werden.

Regeln vereinfachen

Zunächst gilt es das Spiel an sich etwas zu vereinfachen, sodass auch Anfänger schnell Zugang zum Handball finden. Es sollte auf kleine Tore ohne Torkreis gespielt werden. Auch die Regularien zum Prellen des Balles sollten vereinfacht werden, sodass auch mehrmaliges Aufnehmen und Prellen des Balles erlaubt ist. Die Schrittregel kann ebenfalls verändert werden, sollte jedoch nicht vollständig abgeschafft werden.

Spiel ohne Körperkontakt

Natürlich ist ein Hauptaugenmerk darauf zu legen, die Verletzungsgefahr möglichst niedrig zu halten. Foulspiel ist strengstens zu untersagen. Daher sollte auch auf möglichst großem Raum mit Manndeckung gespielt werden. Beim Spiel auf kleine Tore kann auch auf den festen Torhüter verzichtet werden.

Einbeziehung Aller durch Zusatzregeln

Um ein Gleichgewicht zu schaffen und alle Spieler einzubeziehen können Zusatzregeln aufgestellt werden. Beispielsweise kann die Vorgabe gemacht werden, dass alle Spieler einer Mannschaft mindestens einen Ballkontakt haben müssen, bevor ein Torabschluss erfolgen darf. Um auch den Bewegungsradius der Spieler zu kontrollieren kann eine Zuteilung von festen Positionen (ähnlich wie beim Großfeldhandball) erfolgen.
Es bleibt festzuhalten, dass auch ältere Menschen Spaß am Handball haben können, und das gute Übungsleiter mit einigen Modifizierungen des Regelwerks in der Lage sind Senioren für den Sport zu begeistern und so spielerisch deren Ausdauer, koordinative Fähigkeiten und soziale Kompetenzen schulen können.
Robert Nowacki

14. November 2013

Aktuelles: Wie würde eine „Shotclock“ den Handballsport verändern?

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 12:47

Wie bereits im letzten Post über den Bericht zu „Shotclock“ angekündigt, wollen wir uns, unabhängig davon ob ein Angriffszeitlimit im Handball in naher Zukunft eingeführt wird oder nicht, einmal damit auseinandersetzen, was eine solche Regeländerung für Auswirkungen auf das Spiel an sich haben würde.

Würde das Spiel wirklich schneller werden?

Auch wenn die Befürworter einer sogenannten „Shotclock“ bemängeln, dass das Spiel durch die objektive Auslegung der Zeitspielregel verlangsamt werden würde, handelt es sich bei Handball immer noch um eine der schnellsten Sportarten der Welt. Alfred Gislason schlug kürzlich vor eine feste Angriffszeit von 35 Sekunden einzuführen, um passives Verhalten zu unterbinden.

Im ersten Moment eine sinnvolle Überlegung. Was passiert allerdings, wenn eine Mannschaft zwei Minuten vor Schluss mit zwei Toren in Führung liegt? Normalerweise ist ein Handballspiel bei diesem Spielstand noch lange nicht entschieden. Aber ist die führende Mannschaft im Ballbesitz hat sie die Möglichkeit von diesen verbleibenden 120 Sekunden 70 herunterzuspielen, ohne überhaupt Druck im Angriff entwickeln zu müssen. Eine Einführung der Shotclock würde dementsprechend vielleicht dazu führen, dass ein Handballspiel vor allem in seiner Endphase durch ein in Führung liegendes Team „entschleunigt“ werden könnte.

Hier müsste dann eventuell eine zusätzliche Regelmodifikation greifen um dies zu verhindern. Auch ist es im Gegensatz zum Basketball – wo die Shotclock Grundbestandteil des Regelwerks ist – im Handball so, dass wesentlich häufiger Foul gespielt wird. Die Angriffszeit könnte also im Extremfall bei jedem Pfiff des Schiedsrichters angehalten werden. Somit wäre die „Nettoangriffszeit“ vielleicht etwas kürzer, aber die absolute Dauer eines Handballspiels würde sich um ein vielfaches erhöhen. Würde die Angriffszeit nicht bei jedem Foul angehalten, sieht man sich der Problematik gegenüber, dass Foulspiel quasi durch den Zeitverlust der angreifenden Mannschaft belohnt werden würde.

Würde das Spiel komplexer werden?

Um den oben beschriebenen Problemen aus dem Weg zu gehen, müssten demnach weitere Regelmodifikationen herhalten. Insbesondere müsste die Regel auch für untere Ligen angepasst werden. Oder sollte man auf eine Einführung im Amateursport verzichten? Dies würde sicherlich Kampfrichtern, Vereinen ohne hochmoderne Zeitmesssysteme und Schiedsrichtern entgegenkommen, aber auch einen deutlichen Graben zwischen Breiten- und Leistungssport schlagen. Denn abgesehen von der zusätzlichen Auszeit in den deutschen Profiklassen stützen sich Kreis- und Bundesligaspiele auf ein und dasselbe Regelwerk.

Eine solch radikale Regeländerung könnte also nicht nur Chancen, sondern auch einige Probleme hervorrufen. Vermutlich hat die EHF deshalb für die kommende Saison zunächst einmal keine Änderung der Regel angekündigt, was natürlich nicht bedeutet, dass die Thematik damit endgültig abgeschlossen ist. Vielleicht wäre es sinnvoll wieder ein Zeitlimit bei angezeigtem passivem Spiel einzuführen, um einen Kompromiss zu finden.

Wie sieht eure Meinung zu dieser Kontroverse aus. Seid ihr für oder gegen die „Shotclock“ und womit begründet ihr eure Einstellung?

R. N.

7. November 2013

Aktuelles: Kommt die Einführung der „Shotclock“ im Handball?

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 12:35

Seit einigen Wochen gibt es Überlegungen und Diskussionen eine feste Angriffszeit im Handballsport einzuführen.

Was wird diskutiert?

Ähnlich wie beim Basketball würde eine Uhr bei jedem Angriff einer Mannschaft von einer festen Zeit ausgehend herunter zählen, sodass das angreifende Team gezwungen wäre abzuschließen bevor die Uhr die Null erreicht hat. Noch ist dies alles hypothetisch, allerdings hat die Einführung der festen Angriffszeit bereits namhafte Befürworter wie den Füchsemanager und neuen DHB-Verantwortlichen Bob Hanning, Kiels Coach Alfred Gislason und Löwentrainer Gudmundur Gudmundsson auf den Plan gerufen.

Im Basketball haben die Mannschaften 24 Sekunden Zeit für einen Angriff. In vielen Ligen werden jedoch eigene Zeitvorgaben verwendet. Der kürzlich zum DHB-Vizepräsident gewählte Bob Hanning hat den Vorschlag gemacht, eine sogenannte „Shotclock“ zunächst in der Jugendbundesliga zu testen. Kiels Erfolgstrainer Alfred Gislason schlug als Orientierunszeit für eine mögliche Shotclock-Regelung ein Limit von 35 Sekunden vor. Dieses System wurde bereits vor einigen Jahren in der russischen Spitzenliga getestet, konnte sich allerdings dort nicht durchsetzen.

Hintergründe

Die Diskussion kam vor allem dadurch auf, dass in der höchsten deutschen Spielklasse in den letzten Monaten immer wieder die Auslegung der Zeitspielregel durch die Schiedsrichter in der Kritik stand. Auch der DHB-Schiedsrichterwart hatte sich kritisch geäußert, insbesondere über die aktuelle Beschreibung der Zeitspielregel.

In der Schiedsrichterecke der Homepage des deutschen Handballbundes ist hierzu folgendes zu finden:
„Nach Anzeige des Vorwarnzeichens muss, bevor auf passives Spiel entschieden wird, der angreifenden Mannschaft die Möglichkeit eingeräumt werden, mit einer erkennbaren Angriffsaktion zu beginnen.

Die in älteren Regelfassungen hierzu enthaltene zeitliche Vorgabe (5 Sekunden) ist inzwischen gestrichen. Die Schiedsrichter müssen die jeweiligen spieltaktischen Handlungen der angreifenden Mannschaft beurteilen. Dennoch benötigt die Einleitung einer erkennbaren Angriffsaktion auch Spielzeit, sodass in aller Regel nicht unmittelbar nach der Anzeige des Vorwarnzeichens die Entscheidung auf passives Spiel erfolgen kann. Diese Entscheidung ist grundsätzlich immer an die Feststellung geknüpft, dass die angreifende Mannschaft auch jetzt keinen erkennbare Versuch unternimmt zum Torwurf zu gelangen (siehe auch IHF-Erl. 4 Buchstabe D).” (Quelle: http://dhb.de/schiedsrichter/regelwerk/spielregeln.html Zugriff: 01.11.2013).

Die Beschreibung stützt sich also auf die objektive Entscheidungsgewalt jedes Schiedsrichters und bietet lediglich Orientierungspunkte. Genau dies bemängeln die Befürworter der Shotclock seit einiger Zeit in ihren Statements. Allerdings haben sich auch viele Handballgrößen, wie z.B. Daniel Stephan gegen die Einführung der fixen Angriffszeit ausgesprochen.

Unabhängig davon wie in Zukunft mit der Thematik verfahren wird, werden wir im nächsten Post einmal genauer beleuchten, was die Shotclock für Auswirkungen auf unser Spiel haben könnte.

R. N.

24. Oktober 2013

Freiwurfvarianten – Teil 2

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 08:57

Dreierblock mit Pass auf Außen

Für die in Abbildung 1 angezeigte Freiwurfvariante wird ein Freiwurf auf der Halb- oder Mittelposition benötigt. Drei Spieler stellen einen Block für den vermeintlichen Schützen. Dieser erhält den Ball von einem der drei Spieler und täuscht kurz den Laufweg zum Sprungwurf aus dem Rückraum an. Währenddessen geht RA (oder LA je nach Position des Freiwurfes) auf die Lücke zwischen 1 und 2 und erhält vom Rückraumspieler den Ball in den Lauf.

Der Kreisläufer (KM) kann für ihn gegebenenfalls versuchen Abwehrspieler 2 wegzusperren, sodass RA viel Platz für das Eins-Gegen-Eins besitzt. Eine weitere Option bietet sich, wenn der Rückraumspieler nach dem Pass auf RA sofort dem Ball hinterherläuft und ein Kreuz mit RA läuft, sobald dieser den äußeren Abwehrspieler gebunden hat (s. blauer Laufweg). Besonders bei einer Überzahl des angreifenden Teams kann man diese Variante anwenden.

Doppelblock und Sperre Absetzen

Recht einfache Varianten lassen sich auch mit dem alten aber bewährten Trick „Sperre Absetzen“ spielen. Hierzu ist ein Freiwurf auf der Halbposition am besten geeignet. Ein Zweierblock steht bei der Ausführung des Freiwurfes an der Neunmeterlinie. RL läuft an und erhält den Ball. Die beiden Blockspieler müssen nun versuchen in die entsprechenden Lücken zu gelangen und die Sperren zu setzen (schwarzer Laufweg). Dabei sperrt B1 Abwehrspieler 2 und B2 Abwehrspieler 4 (s. Abb. 2). Ziel ist es RL eine 1:1-Situation gegen Abwehrspieler 3 zu verschaffen.

Ein Wurfgewaltiger Rückraumspieler hat hier bereits eine hohe Erfolgsquote gegen den Einmannblock. Stehen die Sperren richtig und versucht Abwehrspieler 3 RL durch offensives Heraustreten aufzuhalten, haben B1 und B2 die Möglichkeit den freien Raum, der hinter dem offensive Verteidiger (gelb markiert) entsteht, auszunutzen und einen Pass von RL zu erhalten. Gelingt es den Abwehrspielern die Sperren zu umgehen ist mitdenken gefragt. RL hat dann auch noch die Möglichkeit den parallelen Pass auf RR zu spielen, welcher dann auf der anderen Seite die Chance zum Stoßen zwischen 4 und 5 erhalten sollte. In jenem Fall kann B2 die Sperre auf der anderen Seite setzen. Diese Freiwurfvariante kann man besonders dann mal einstreuen, wenn mit zwei Kreisläufern im Angriff agiert wird, da diese für gewöhnlich das „Sperrensetzen“ und „Absetzen“ am besten beherrschen.

Robert Nowacki