Handballtraining Handballübungen


10. Juni 2014

Teamfähigkeit im Trainingslager schulen (Grundlegendes)

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:33

Handball ist eine Mannschaftssportart. Auch wenn eine starke Einzelaktion am Ende den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage in einem engen Spiel ausmachen kann, liegt dem Ganzen immer eine Teamleistung zu Grunde. Die Fähigkeit sich in einem Team zu integrieren und gemeinsam für ein großes Ziel zu arbeiten ist nicht jedem in die Wiege gelegt.

Daher ist es für Übungsleiter im Kinder- und Jugendbereich wichtig diesem Aspekt besondere Bedeutung beizumessen. Denn wohingegen Handballspielen für die meisten Jugendlichen nur Hobby bleiben wird, ist Teamfähigkeit heutzutage in allen Lebenslangen und besonders im Beruf gefragter denn je.

Der Jugendtrainer kann also nicht nur seinen Beitrag zu einer erfolgreichen Mannschaftsentstehung leisten, sondern auch positiv auf die zukünftigen Berufschancen seiner Schützlinge einwirken.

Trainingslager nutzen

Trainingslager bieten den besten Rahmen für die Vermittlung des Teamgedanken. Da hier die Mannschaft wesentlich mehr Zeit miteinander verbringt als gewöhnlich bieten sich Chancen und Räume die im normalen Trainingsalltag nicht zur Verfügung stehen. Besonders Trainingslager mit Übernachtung fernab des Heimatortes eignen sich hierfür besonders gut.

Jeder erhält seine Aufgabe

Um einer Mannschaft zu verdeutlichen, dass jeder Einzelne wichtig für das Gesamtabschneiden seines Teams ist, bietet es sich an jedem Spieler zu Beginn eines Trainingslagers eine feste Aufgabe zuzuweisen, mit welcher er zu dessen gelingen beiträgt.

Beispiele hierfür wären u.a. das Verwalten der Mannschaftskasse, Küchendienste, Gestaltung des Abendprogrammes, Weckdienst, usw. Jeder sollte sich mit seinen Stärken einbringen können. Am Ende eines Trainingslagers kann dann eine Feedbackrunde abgehalten werden, in welcher Trainer und Spieler über die Ausübung der einzelnen Aufgaben urteilen und diskutieren können.

Selbstbestimmtes Handeln als Team fördern

Auch wenn es selbstverständlich Vorteile hat, ein Trainingslager im Vorlauf bis ins kleinste Detail durchzuplanen, kann es besonders für Jugendliche eine wertvolle Erfahrung sein, über gewisse Inhalte selbst zu bestimmen. Dies gilt besonders für gemeinsame Aktivitäten in der Freizeitgestaltung.

Stellt ein Übungsleiter seiner Mannschaft also frei, was sie an einem freien Nachmittag unternehmen wollen, ist dies gleichzeitig ein Aufruf sich als Team Lösungen zu finden, mit denen alle Spieler einverstanden sind. Solche kleinen Aktionen helfen nicht nur bei der Teambildung, sondern fördern auch andere soziale Kompetenzen, wie Konfliktbewältigung und Führungsqualitäten.

Konkrete Inhalte zur Mannschaftsbildung

Es existieren eine Vielzahl an unterschiedlichen Übungen und Spielen, welche den Gedanken des Teamgeistes aufgreifen und fördern. Ein paar davon sollten auf jeden Fall Einzug in jedes Jugendtrainingslager halten. Im nächsten Artikel stellen wir euch einige dieser Übungen vor.

Autor: Robert Nowacki

28. November 2013

Handball bis ins hohe Alter?

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 08:24

Handball zählt gemeinhin zu den härtesten Mannschaftssportarten der Welt. Daher ist er für Menschen im hohen Alter sicher nicht geeignet! Oder doch?
Auch ältere Menschen haben häufig noch ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis. Mittlerweile gibt es zahlreiche Sportangebote für Senioren, sowohl als rehabilitative (Herzsport, Krebssport, etc.), als auch als präventive Formate (Alterssportgruppen, Seniorengymnastik, etc.). Die Frage, welche sich stellt ist, ob Handball als Sportart an sich geeignet ist, um ältere Menschen zur Bewegung zu motivieren. Die Antwort muss wohl lauten: „Ja, aber mit Einschränkungen!“

Modifizierte Regeln sind erfolgreich

Als Sportart an sich ist Handball besonders für männliche Senioren attraktiv. Denn auch im hohen Alter besteht bei den meisten Männern noch eine Affinität zu Ballsportarten mit Wettkampfcharakter.
Allerdings ist Handball aufgrund seines stark ausgeprägten Zweikampfcharakters für ältere Menschen an sich zu gefährlich. Mit einigen Regelmodifizierungen kann jedoch mit jeder Alterssportgruppe Handball gespielt werden.

Regeln vereinfachen

Zunächst gilt es das Spiel an sich etwas zu vereinfachen, sodass auch Anfänger schnell Zugang zum Handball finden. Es sollte auf kleine Tore ohne Torkreis gespielt werden. Auch die Regularien zum Prellen des Balles sollten vereinfacht werden, sodass auch mehrmaliges Aufnehmen und Prellen des Balles erlaubt ist. Die Schrittregel kann ebenfalls verändert werden, sollte jedoch nicht vollständig abgeschafft werden.

Spiel ohne Körperkontakt

Natürlich ist ein Hauptaugenmerk darauf zu legen, die Verletzungsgefahr möglichst niedrig zu halten. Foulspiel ist strengstens zu untersagen. Daher sollte auch auf möglichst großem Raum mit Manndeckung gespielt werden. Beim Spiel auf kleine Tore kann auch auf den festen Torhüter verzichtet werden.

Einbeziehung Aller durch Zusatzregeln

Um ein Gleichgewicht zu schaffen und alle Spieler einzubeziehen können Zusatzregeln aufgestellt werden. Beispielsweise kann die Vorgabe gemacht werden, dass alle Spieler einer Mannschaft mindestens einen Ballkontakt haben müssen, bevor ein Torabschluss erfolgen darf. Um auch den Bewegungsradius der Spieler zu kontrollieren kann eine Zuteilung von festen Positionen (ähnlich wie beim Großfeldhandball) erfolgen.
Es bleibt festzuhalten, dass auch ältere Menschen Spaß am Handball haben können, und das gute Übungsleiter mit einigen Modifizierungen des Regelwerks in der Lage sind Senioren für den Sport zu begeistern und so spielerisch deren Ausdauer, koordinative Fähigkeiten und soziale Kompetenzen schulen können.
Robert Nowacki

14. November 2013

Aktuelles: Wie würde eine „Shotclock“ den Handballsport verändern?

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 12:47

Wie bereits im letzten Post über den Bericht zu „Shotclock“ angekündigt, wollen wir uns, unabhängig davon ob ein Angriffszeitlimit im Handball in naher Zukunft eingeführt wird oder nicht, einmal damit auseinandersetzen, was eine solche Regeländerung für Auswirkungen auf das Spiel an sich haben würde.

Würde das Spiel wirklich schneller werden?

Auch wenn die Befürworter einer sogenannten „Shotclock“ bemängeln, dass das Spiel durch die objektive Auslegung der Zeitspielregel verlangsamt werden würde, handelt es sich bei Handball immer noch um eine der schnellsten Sportarten der Welt. Alfred Gislason schlug kürzlich vor eine feste Angriffszeit von 35 Sekunden einzuführen, um passives Verhalten zu unterbinden.

Im ersten Moment eine sinnvolle Überlegung. Was passiert allerdings, wenn eine Mannschaft zwei Minuten vor Schluss mit zwei Toren in Führung liegt? Normalerweise ist ein Handballspiel bei diesem Spielstand noch lange nicht entschieden. Aber ist die führende Mannschaft im Ballbesitz hat sie die Möglichkeit von diesen verbleibenden 120 Sekunden 70 herunterzuspielen, ohne überhaupt Druck im Angriff entwickeln zu müssen. Eine Einführung der Shotclock würde dementsprechend vielleicht dazu führen, dass ein Handballspiel vor allem in seiner Endphase durch ein in Führung liegendes Team „entschleunigt“ werden könnte.

Hier müsste dann eventuell eine zusätzliche Regelmodifikation greifen um dies zu verhindern. Auch ist es im Gegensatz zum Basketball – wo die Shotclock Grundbestandteil des Regelwerks ist – im Handball so, dass wesentlich häufiger Foul gespielt wird. Die Angriffszeit könnte also im Extremfall bei jedem Pfiff des Schiedsrichters angehalten werden. Somit wäre die „Nettoangriffszeit“ vielleicht etwas kürzer, aber die absolute Dauer eines Handballspiels würde sich um ein vielfaches erhöhen. Würde die Angriffszeit nicht bei jedem Foul angehalten, sieht man sich der Problematik gegenüber, dass Foulspiel quasi durch den Zeitverlust der angreifenden Mannschaft belohnt werden würde.

Würde das Spiel komplexer werden?

Um den oben beschriebenen Problemen aus dem Weg zu gehen, müssten demnach weitere Regelmodifikationen herhalten. Insbesondere müsste die Regel auch für untere Ligen angepasst werden. Oder sollte man auf eine Einführung im Amateursport verzichten? Dies würde sicherlich Kampfrichtern, Vereinen ohne hochmoderne Zeitmesssysteme und Schiedsrichtern entgegenkommen, aber auch einen deutlichen Graben zwischen Breiten- und Leistungssport schlagen. Denn abgesehen von der zusätzlichen Auszeit in den deutschen Profiklassen stützen sich Kreis- und Bundesligaspiele auf ein und dasselbe Regelwerk.

Eine solch radikale Regeländerung könnte also nicht nur Chancen, sondern auch einige Probleme hervorrufen. Vermutlich hat die EHF deshalb für die kommende Saison zunächst einmal keine Änderung der Regel angekündigt, was natürlich nicht bedeutet, dass die Thematik damit endgültig abgeschlossen ist. Vielleicht wäre es sinnvoll wieder ein Zeitlimit bei angezeigtem passivem Spiel einzuführen, um einen Kompromiss zu finden.

Wie sieht eure Meinung zu dieser Kontroverse aus. Seid ihr für oder gegen die „Shotclock“ und womit begründet ihr eure Einstellung?

R. N.

7. November 2013

Aktuelles: Kommt die Einführung der „Shotclock“ im Handball?

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 12:35

Seit einigen Wochen gibt es Überlegungen und Diskussionen eine feste Angriffszeit im Handballsport einzuführen.

Was wird diskutiert?

Ähnlich wie beim Basketball würde eine Uhr bei jedem Angriff einer Mannschaft von einer festen Zeit ausgehend herunter zählen, sodass das angreifende Team gezwungen wäre abzuschließen bevor die Uhr die Null erreicht hat. Noch ist dies alles hypothetisch, allerdings hat die Einführung der festen Angriffszeit bereits namhafte Befürworter wie den Füchsemanager und neuen DHB-Verantwortlichen Bob Hanning, Kiels Coach Alfred Gislason und Löwentrainer Gudmundur Gudmundsson auf den Plan gerufen.

Im Basketball haben die Mannschaften 24 Sekunden Zeit für einen Angriff. In vielen Ligen werden jedoch eigene Zeitvorgaben verwendet. Der kürzlich zum DHB-Vizepräsident gewählte Bob Hanning hat den Vorschlag gemacht, eine sogenannte „Shotclock“ zunächst in der Jugendbundesliga zu testen. Kiels Erfolgstrainer Alfred Gislason schlug als Orientierunszeit für eine mögliche Shotclock-Regelung ein Limit von 35 Sekunden vor. Dieses System wurde bereits vor einigen Jahren in der russischen Spitzenliga getestet, konnte sich allerdings dort nicht durchsetzen.

Hintergründe

Die Diskussion kam vor allem dadurch auf, dass in der höchsten deutschen Spielklasse in den letzten Monaten immer wieder die Auslegung der Zeitspielregel durch die Schiedsrichter in der Kritik stand. Auch der DHB-Schiedsrichterwart hatte sich kritisch geäußert, insbesondere über die aktuelle Beschreibung der Zeitspielregel.

In der Schiedsrichterecke der Homepage des deutschen Handballbundes ist hierzu folgendes zu finden:
„Nach Anzeige des Vorwarnzeichens muss, bevor auf passives Spiel entschieden wird, der angreifenden Mannschaft die Möglichkeit eingeräumt werden, mit einer erkennbaren Angriffsaktion zu beginnen.

Die in älteren Regelfassungen hierzu enthaltene zeitliche Vorgabe (5 Sekunden) ist inzwischen gestrichen. Die Schiedsrichter müssen die jeweiligen spieltaktischen Handlungen der angreifenden Mannschaft beurteilen. Dennoch benötigt die Einleitung einer erkennbaren Angriffsaktion auch Spielzeit, sodass in aller Regel nicht unmittelbar nach der Anzeige des Vorwarnzeichens die Entscheidung auf passives Spiel erfolgen kann. Diese Entscheidung ist grundsätzlich immer an die Feststellung geknüpft, dass die angreifende Mannschaft auch jetzt keinen erkennbare Versuch unternimmt zum Torwurf zu gelangen (siehe auch IHF-Erl. 4 Buchstabe D).” (Quelle: http://dhb.de/schiedsrichter/regelwerk/spielregeln.html Zugriff: 01.11.2013).

Die Beschreibung stützt sich also auf die objektive Entscheidungsgewalt jedes Schiedsrichters und bietet lediglich Orientierungspunkte. Genau dies bemängeln die Befürworter der Shotclock seit einiger Zeit in ihren Statements. Allerdings haben sich auch viele Handballgrößen, wie z.B. Daniel Stephan gegen die Einführung der fixen Angriffszeit ausgesprochen.

Unabhängig davon wie in Zukunft mit der Thematik verfahren wird, werden wir im nächsten Post einmal genauer beleuchten, was die Shotclock für Auswirkungen auf unser Spiel haben könnte.

R. N.

24. Oktober 2013

Freiwurfvarianten – Teil 2

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 08:57

Dreierblock mit Pass auf Außen

Für die in Abbildung 1 angezeigte Freiwurfvariante wird ein Freiwurf auf der Halb- oder Mittelposition benötigt. Drei Spieler stellen einen Block für den vermeintlichen Schützen. Dieser erhält den Ball von einem der drei Spieler und täuscht kurz den Laufweg zum Sprungwurf aus dem Rückraum an. Währenddessen geht RA (oder LA je nach Position des Freiwurfes) auf die Lücke zwischen 1 und 2 und erhält vom Rückraumspieler den Ball in den Lauf.

Der Kreisläufer (KM) kann für ihn gegebenenfalls versuchen Abwehrspieler 2 wegzusperren, sodass RA viel Platz für das Eins-Gegen-Eins besitzt. Eine weitere Option bietet sich, wenn der Rückraumspieler nach dem Pass auf RA sofort dem Ball hinterherläuft und ein Kreuz mit RA läuft, sobald dieser den äußeren Abwehrspieler gebunden hat (s. blauer Laufweg). Besonders bei einer Überzahl des angreifenden Teams kann man diese Variante anwenden.

Doppelblock und Sperre Absetzen

Recht einfache Varianten lassen sich auch mit dem alten aber bewährten Trick „Sperre Absetzen“ spielen. Hierzu ist ein Freiwurf auf der Halbposition am besten geeignet. Ein Zweierblock steht bei der Ausführung des Freiwurfes an der Neunmeterlinie. RL läuft an und erhält den Ball. Die beiden Blockspieler müssen nun versuchen in die entsprechenden Lücken zu gelangen und die Sperren zu setzen (schwarzer Laufweg). Dabei sperrt B1 Abwehrspieler 2 und B2 Abwehrspieler 4 (s. Abb. 2). Ziel ist es RL eine 1:1-Situation gegen Abwehrspieler 3 zu verschaffen.

Ein Wurfgewaltiger Rückraumspieler hat hier bereits eine hohe Erfolgsquote gegen den Einmannblock. Stehen die Sperren richtig und versucht Abwehrspieler 3 RL durch offensives Heraustreten aufzuhalten, haben B1 und B2 die Möglichkeit den freien Raum, der hinter dem offensive Verteidiger (gelb markiert) entsteht, auszunutzen und einen Pass von RL zu erhalten. Gelingt es den Abwehrspielern die Sperren zu umgehen ist mitdenken gefragt. RL hat dann auch noch die Möglichkeit den parallelen Pass auf RR zu spielen, welcher dann auf der anderen Seite die Chance zum Stoßen zwischen 4 und 5 erhalten sollte. In jenem Fall kann B2 die Sperre auf der anderen Seite setzen. Diese Freiwurfvariante kann man besonders dann mal einstreuen, wenn mit zwei Kreisläufern im Angriff agiert wird, da diese für gewöhnlich das „Sperrensetzen“ und „Absetzen“ am besten beherrschen.

Robert Nowacki

21. Oktober 2013

Foulspiel

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 08:10

Eine gute Abwehr sollte möglichst selten Foul spielen, sondern den Gegner durch ein faires Zweikampfverhalten unter Druck setzen. Allerdings ist richtiges Foulspiel im Handball durchaus eine wichtige Grundkomponente der Defensivtaktik. Gerade für offensive Abwehrreihen ist es häufig von Nöten den Spielfluss des Gegners durch das „Festmachen“ der Angreifer zu unterbinden. Im Folgenden gibt es einige kleinere Tipps zum richtigen Foulspiel.

Aktiv sein

Das wichtigste für das Verhalten im Zweikampf ist, dass man keinen passiven Part beim Foulspiel einnimmt. Ein Abwehrspieler, der nur darauf wartet, dass sein Gegenspieler auf ihn zukommt und den Zweikampf nicht selbst sucht, ist stets im Nachteil. Kommt ein Angreifer mit Schwung auf den passiven Verteidiger zu, riskiert dieser beim Foulspiel immer eine progressive Bestrafung.

Ballorientiert agieren

Das Hauptziel beim „Festmachen“ des Gegners ist es den Spielfluss der angreifenden Mannschaft zu unterbrechen und ihm zum Neuaufbau zu zwingen. Das wichtigste dabei ist es den Zweikampf ballorientiert zu führen und nicht nur den Gegenspieler, sondern den Ball „festzumachen“. Gelingt es nämlich den Angreifer den Ball trotz eines Foulspiels weiterzupassen kann es zu einer Überzahl für die angreifende Mannschaft kommen. Von guten Abwehrspielern sieht man immer wieder, dass sie kurz nach dem „Annehmen“ des Gegenspielers dessen Ballhand zwischen dem eigenem Arm und der Hüfte einklemmen, um ein Weiterspielen zu verhindern.

Richtiges Stellungsspiel

Das richtige Stellungsspiel im Defensivzweikampf ist ein weiterer entscheidender Faktor, um das Angriffsspiel des Gegners erfolgreich zu unterbinden. Dies bedeutet sowohl die Abstände zu den Nebenleuten nicht zu groß werden zu lassen, aber auch richtig zum Gegenspieler zu stehen. Dabei sollte man immer etwas mehr auf der Wurfarmseite des Gegners stehen und den eigenen Körperschwerpunkt etwas nach unten verlagert, ohne jedoch hohe Einschränkungen in der eigenen Beweglichkeit in Kauf zu nehmen.
Mit der folgenden Übung lassen sich die einzelnen Komponenten des Defensivzweikampfs gut üben und überprüfen:

Zwei Spieler bilden jeweils eine Gruppe. Spieler A verteidigt ein kleines mit Pylonen markiertes Tor (Breite ca. 2 Meter) Spieler B versucht mit/ohne Ball an ihm vorbeizukommen und den Ball im Tor abzulegen (s. Abb.1) oder mit der Hand die imaginäre Torlinie zu berühren.

Robert Nowacki

17. Oktober 2013

Freiwurfvarianten – Teil 1

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 20:32

In der Regel ist ein Freiwurf für die angreifende Mannschaft selten ein Grund zur Freude. Denn je öfter es der verteidigenden Mannschaft gelingt Foul zu spielen, desto weniger Spielfluss und Druck können die Angreifer entwickeln. Nur wenn ein Team besonders starke Rückraumschützen besitzt, die in der Lage sind einen Block fast ohne Anlauf zu überspringen, können Freiwurfsituationen zur direkten Gefahr werden.

Allerdings bietet diese Standardsituation auch die Möglichkeit für einstudierte Spielzüge. Der Vorteil dabei ist, dass der ausführende Spieler mit dem Rücken zur Abwehr steht, der Ball also verdeckt wird und nicht sofort erkennbar ist, welche Variante ausgeführt werden soll. Im Folgenden wird eine dieser Varianten beschrieben, die eventuell bei Zeitspiel oder gegen starke Abwehrreihen gespielt werden kann.

Variante 1 – Eine Idee aus der CSSR

Die folgende Variante zählt zu den ältesten überhaupt und wurde in den 70er Jahren von den Trainern der CSSR entwickelt. Ausgangsposition ist ein Freiwurf auf der Halbposition (in der Abbildung halblinks). Rechtsaußen, Rückraum Rechts und Linksaußen stehen ganz normal auf ihren angestammten Positionen. Rückraum Mitte und Kreis stehen an der Freiwurflinie mit dem Rücken zum Tor. Rückraum Links ist die Anspielstation für den Freiwurf.

Der Kreisspieler führt den Freiwurf Richtung RL aus gleichzeitig läuft RM ohne Ball auf die Lücke zwischen 1 und 2 (schwarzer Pfeil). RL spielt RM den Ball zu kurz bevor dieser die Lücke erreicht hat. Im Normalfall wird der Außenverteidiger mit einrücken um RM am Durchbruch zu hindern (blauer Pfeil), daher bietet sich für RM die Möglichkeit den Ball auf LA durchzustecken, welcher einen guten Winkel zum Torabschluss erhalten sollte.

Wann macht diese Variante Sinn?

Diese Variante ist nur dann sinnvoll, wenn die Außenspieler einer Mannschaft in der Lage sind über hohem Druck erfolgreich zu werfen. Es kann sich auch lohnen extra für solche Situationen Spieler kurzfristig einzuwechseln. Je nachdem auf welcher Halbposition der Freiwurf ausgeführt werden soll, kann die Wurfhand von RM von Bedeutung sein. Bleibt der Außenverteidiger wider erwarten auf seiner Position, hat RM die Möglichkeit den Abschluss selbst zu suchen. Dabei ist ein Linkshänder auf der linken Seite und ein Rechtshänder auf der rechten Seite von Vorteil, da diese Hand nicht vom Halbverteidiger abgedeckt werden kann. Um die Abwehr zusätzlich zu beschäftigen ist es auch sinnvoll, wenn RR nach dem Pass zu RL ebenfalls auf eine Lücke (normal zwischen 4 und 5) zieht, um die Abwehr auseinander zu ziehen.

Robert Nowacki

10. Oktober 2013

Der Strafenkatalog

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 08:16

Strafenkataloge existieren in nahezu jedem Sportverein. Dabei sind diese Kataloge fast genauso vielfältig wie zahlreich. Umfang, Inhalt und der finanzielle Rahmen in dem sich die Strafen bewegen sind in jeder Mannschaft unterschiedlich. Wir haben versucht einige Rahmenbedingungen für einen wirkungsvollen Strafenkatalog zu ermitteln.

Klare Abstufung von Vergehen unterschiedlicher Schwere

Gerade finanzielle Strafen sollten klar nach der Schwere ihres Vergehens abgestuft werden. Es darf beispielsweise nicht sein, dass das Vergessen der Badelatschen einen ähnlich hohen Tribut fordert, wie das unentschuldigte Fehlen beim Training grob unsportliches Verhalten.

Präzise Formulierung der Vergehen

Die Vergehen sollten möglichst präzise formuliert werden und wenig Spielraum für Interpretationen lassen. Im Katalog sollte der Strafverantwortliche als höchste Instanz bei der Entscheidung über Unklarheiten bezüglich einzelner spezieller Vergehen bestätigt werden.

Geklärte Verantwortlichkeit und Akzeptanz durch die Mannschaft

Der Verantwortliche für den Strafenkatalog sollte von der Mannschaft akzeptiert werden und seine Aufgaben objektiv erfüllen können. Aus diesem Grunde ist eine zuverlässige Person hier unabdingbar. Die Ausfüllung sollte niemals durch den hauptverantwortlichen Trainer einer Mannschaft erfolgen, da dieser sich auf die Trainingsgestaltung und Spielbetreuung konzentrieren soll.

Er ist jedoch bei der Bestimmung des Verantwortlichen mit einzubeziehen. Der Strafenkatalog selbst sollte von allen Betreffenden nachweislich (mit Unterschrift) bestätigt werden und auch vor der Veröffentlichung zur Diskussion stehen. Eine Weigerung der Unterzeichnung des Kataloges führt zum Ausschluss aus der Mannschaft. Die Verwendung des einkassierten Geldes sollte ebenfalls schriftlich festgelegt werden.

Unterschiede zwischen Jugend- und Seniorenkatalogen

Kataloge für Jugendspieler sollten umfangreicher und präziser gestaltet werden als diejenigen von Senioren. Besonders die Punkte Fairness (Strafen für unsportliches oder unsoziales Verhalten im Spiel/Training) und Drogenmissbrauch (Alkoholverbot/Nikotinverbot, etc.) sollten ausreichend Platz im Strafenkatalog erhalten. Bei Jugendlichen empfiehlt es sich außerdem von finanziellen Strafen abzurücken. Vielmehr sind einprägsame pädagogische Maßnahmen (Straftraining, Ausschluss vom nächsten Spiel, u.ä.) als Strafen geeignet.

Buchführung über Einzahlungen und rigoroses Durchsetzen des Strafenkataloges

Der Strafenverantwortliche sollte über Einzahlungen und Vergehen genau Buch führen. Die Aufzeichnung der Vergehen kann auch für den Trainer von Bedeutung sein. Er kann so z. B. überprüfen, ob seine Führungsspieler auch abseits des Spielgeschehens mit gutem Beispiel vorangehen und selten mit Strafvergehen auffällig werden. Die Strafen müssen vom Verantwortlichen rigoros umgesetzt und möglichst zeitnah zum Vergehen einkassiert werden.

Robert Nowacki

20. Juli 2013

Exkurs: Verletzungen und Prophylaxemaßnahmen, Teil 2

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 17:30

Verletzungsbegünstigende Bewegungsabläufe eliminieren

Gerade in niedrigen Spielklassen kommt es öfter vor, dass Spieler technisch und auch athletisch nur unzureichend ausgebildet sind. Dies kann eine ganze Reihe von Problemen mit sich bringen. Gerade eine unzureichende Bewegungskoordination kann das Verletzungsrisiko für einen Handballer ungemein erhöhen.

Ein Übungsleiter sollte nach solchen Defiziten Ausschau halten und im Training gezielt mit dem einzelnen Spieler daran arbeiten. Oft ist fehlende Körperspannung der Hauptgrund für Verletzungen im Rücken- und Nackenbereich.

Gerade Rückraumspieler, die hier Defizite aufweisen, laufen immer wieder Gefahr schon durch leichten Gegnerkontakt die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Folgen sind dann meist ungebremste Stürze auf den Rücken oder gar den Kopf.

Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks, wie z.B. beim ehemaligen Weltklassehandballer Joachim Deckarm, können dadurch entstehen. Der Übungsleiter sollte alles dafür tun, um im Training muskuläre Dysbalancen oder fehlende Körperspannung auszumerzen. Hier ist eine Mischung aus koordinativen Trainingselementen und Kraftausdauertraining der Tiefenmuskulatur, die hauptsächlich für die Körperhaltung und –spannung zuständig ist angebracht.

Es kann sich auch positiv auswirken, die fraglichen Situationen immer wieder isoliert unter sicherheitsverschärften Bedingungen zu üben.

Fallschule

Richtig „Fallen“ will gelernt sein! Dies gilt für alle Sportarten mit Zweikampfcharakter und gerade im Handballsport sind Situationen, in denen das Wissen einer Fallschule benötigt wird an der Tagesordnung. Hier kann es sich u.a. lohnen eine Trainingseinheit zusammen mit einer örtlichen Kampfsportgruppe zu organisieren.

Die aus dem Judo bekannten Falltechniken können größtenteils auch auf den Handballsport übertragen werden. Nach der Einheit sollte das Erlernte dann in den nächsten Wochen immer wieder Eingang in die Trainingsinhalte finden.

Überlastungen vermeiden

In der Wettkampfphase (Saison) sollte der Trainer darauf achten das Training so zu gestalten, dass die Spieler nicht zu weit an ihre Belastungsgrenze geführt werden. Gerade bei Trainingseinheiten bis zu zwei Tage vor oder nach einem Wettkampf sollten Trainingsinhalte eher im Bereich Taktik und Technik angesiedelt werden. Hochintensives Athletiktraining ist zu vermeiden.

Es kann daher auch sinnvoll sein die Spieler nach ihrem Empfinden über die Belastung durch eine Trainingseinheit auszufragen. Ein überlasteter/müder Körper ist nicht mehr so gut in der Lage Verletzungen vorzubeugen. Überlastung hat sowohl negative Auswirkungen auf kognitive, als auch physische Prozesse. Dies sollte der Trainer auch bei der Entscheidung bezüglich der Spielerwechsel während eines Wettkampfes immer im Hinterkopf behalten.

Robert Nowacki

13. Juli 2013

Exkurs: Verletzungen und Prophylaxemaßnahmen, Teil 1

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 17:26

Handball ist ein harter Sport. Jeder der länger Handball spielt hat sich wohl schon einmal mehr oder weniger schwer verletzt. Besonders gefährdet sind Knie- und Sprunggelenk, sowie Schulter- und Handpartien. Prinzipiell gibt es aber beim Handball so gut wie keine Areale, die sich die Spieler nicht verletzen könnten.

Jede Handballmannschaft hat abhängig von Belastung und Spielklasse mehrere verletzungsbedingte Ausfälle in einer Saison zu verkraften. Dem THW Kiel hat eine schlimme Verletzungsmisere in der vergangenen Saison mutmaßlich die deutsche Meisterschaft gekostet. Was können Übungsleiter also tun, um Verletzungen vorzubeugen?

Stabilisationstraining in der Vorbereitung

Viele Trainer lassen ihre Spieler in der Vorbereitung vor allem im Spielausdauer, Schnelligkeits- und Maximalkraftbereich zum Muskelaufbau trainieren. Dabei kommen Einheiten mit Kraftausdauercharakter häufig zu kurz. Gerade für die Knie- und Oberkörpermuskulatur sind solche Einheiten jedoch sehr wichtig.

Hat man als Übungsleiter einen Kraftraum zur Verfügung, sollte man auf jeden Fall mithilfe von Expertenwissen klare Übungskonzepte mit eindeutigen Zielen entwickeln.

Gerade dem so sehr gefürchteten Kreuzbandriss kann man mit richtigem Gerätetraining, z.B. an der Beinpresse, und Stabilisationstraining auf verschiedenen Untergründen gut vorbeugen. Hiermit sollten sich Übungsleiter auch im Hinblick auf die Verletzungsgeschichte einzelner Spieler intensiv beschäftigen.

Spieler vor sich selbst schützen

Fast jeder Mensch ist in der Lage, Signale seines Körpers wahrzunehmen und richtig einzuordnen. Allerdings sind gerade Sportler sehr gefährdet, diese Signale zu ignorieren oder falsche Schlüsse aus ihnen zu ziehen. Unser Körper sendet in der Regel nur Schmerzsignale aus, wenn Belastungen oder Bewegungen gesundheitsschädlich sind. Sportlern gelingt es jedoch über solche Signale hinwegzusehen und Strategien zu ihrer Bewältigung zu entwickeln.

Gerade bei verletzungsanfälligen Spielern, die dazu neigen Schmerzen zu ignorieren, sollte ein Übungsleiter ein Auge auf die nach außen hin sichtbaren Signale einer Verletzung haben. Besonders häufig sind Schonhaltungen oder unnatürliche Bewegungsabläufe die Folge von ignorierten Verletzungen. Hier hat ein Trainer auch die moralische Verpflichtung die Spieler davor zu schützen und ihm eine Trainings- und/oder Spielpause zu verordnen.

Dies ist wichtig, denn solange der Spieler mit einer Verletzung noch spielen kann, ist diese wahrscheinlich auch schnell kurierbar. Wenn das gedehnte Band oder die geprellte Kapsel aber reißt sorgt die Verletzung für die Zwangspause. Gerade im Freizeit- und Breitensport ist dies sicher nicht zu verantworten.

Robert Nowacki