Handballtraining Handballübungen


20. September 2019

Schlagwurftäuschung mit Abbruch gegen die Hand im Jugendbereich schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 16:26

Nachdem vergangene Woche die eine Möglichkeit der Schrittsetzung bei Schlagwurftäuschungen vorgestellt wurde, soll nun der Abbruch gegen die Hand im Mittelpunkt stehen. Dazu zwei Übungen nach bewährten Prinzip (Technik + Anwendung) vorgestellt werden.

Prellmove nach Schlagwurftäuschung

Auf RM liegen im Abstand von etwa zwei Metern mehrere Oberteile von Schwedenkästen (Alternativ können natürlich auch Mittelteile, Stepper, Matten oder andere Geräte in ähnlichem Format genutzt werden). Der letzte Kasten wird links und rechts von Airbodys flankiert. Der erste Spieler führt nun rechts vom Kasten eine Schlagwurftäuschung durch (Linkshänder starten auf der anderen Seite). Dies soll mit maximaler Intensität geschehen. Danach bricht er gegen die Hand mit einem Prellmove ab, bis er am Ende des Kastens angekommen ist, wo er nun den Ball wieder hochnimmt und den finalen Schritt in die Tiefe setzt. Wichtig ist dabei nicht nur die Authentizität der Schlagwurfbewegung, sondern auch die schnelle Überbrückung des Raums im Prellmove. Nur so lässt sich der Vorteil der Täuschung im Spiel später nutzen. Nun führt er den gleichen Ablauf mit der linken Hand am nächsten Kasten aus. Auch wenn die Spieler die Täuschung im Spiel höchstwahrscheinlich nur mit ihrer starken Hand ausführen werden, kann hier die Beidhändigkeit geschult und die koordinativen Fähigkeiten der Spieler verbessert werden. Am Dritten Kasten führt er den Ablauf schließlich ebenfalls aus und schließt danach final am Airbody vorbei ab.

Schlagwurftäuschung mit Abbruch gegen die Hand anwenden

Beherrschen die Spieler die Grundbewegung, können sie deren Anwendung trainieren. Dafür liegen auf der Außenposition jeweils eine Matte, hinter der sich ein Verteidiger positioniert, während die Airbodys den Aktionsraum markieren. Nun führt der Abwehrspieler eine Vorwärtsrolle über die Matte aus und gibt so das Signal für RM nach vorne anzustoßen und den Ball zu RL zu passen. Dieser läuft zur Mitte versetzt an und versucht dort per Schlagwurf abzuschließen, während der Abwehrspieler schnellstmöglich in den Block herbei gelaufen kommt. Ist er rechtzeitig da und positioniert sich auf die Wurfhand orientiert im Block, setzt der Angreifer eine Schlagwurftäuschung mit Abbruch gegen die Hand ein, um so erfolgreich abschließen zu können. Hat er den Abwehrspieler vorher durch seinen Anlauf im Aktionsraum weit nach innen gezogen, kann er nun nach der Täuschung auch einen Prellmove anwenden, um die volle Breite des Raums auszunutzen.

5. September 2019

Schlagwurftäuschung mit Überkeuzschritt im Jugendbereich schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 09:38

Nach der Sprungwurftäuschung soll in den nächsten beiden Beiträgen zum Thema Täuschungen im Jugendbereich nun das Erlenen der Schlagwurftäuschung im Mittelpunkt stehen und zwei Übungen nach bewährten Prinzip (Technik + Anwendung) vorgestellt werden.

Überkeuzschritt lernen

Auf der Mittelposition liegt eine Reifenbahn (Alternativ kann man genauso gut natürlich auch eine Koordinationsleiter o.ä. nehmen), die bei ca. 10 Metern endet und dort links und rechts von Airbodys flankiert wird. Um den Überkeuzschritt zu üben, durchläuft der Spieler die Reifenbahn folgendermaßen (bei gerade Anzahl an Reifen und als Rechtshänder): Er betritt den ersten Reifen mit dem linken Fuß, dann mit dem Rechten und verlässt die Bahn schließlich mit dem Linken Fuß auf der rechten Seite, sodass dieser Schritt kreuzend hinter dem rechten Bein durchgeführt werden muss. Danach betritt der Spieler die Bahn zunächst mit dem rechten und dann mit dem linken Fuß, um sie „überkreuzend“ wieder mit dem Rechten zu verlassen. Diese Bewegung führt er fortlaufend durch, bis er schließlich aus dem letzten Überkreuzschritt in einen Schlagwurf geht. Dafür muss nach dem letzten Überkeuzschritt mit rechts aus der Bahn raus noch der finale Stemmschritt mit links in Richtung Tor erfolgen. Linkshänder führen das gleiche Prozedere zur anderen Seite aus. Alle Spieler sollen darauf achten, dass sie während der Übung den Ball über dem Kopf in Wurfposition halten, um (theoretisch) jederzeit werfen zu können.

Schlagwurftäuschung aus dem Überkeuzschritt

Der Übungsaufbau wird um eine Matte auf ca. 8 – 9 Meter als räumliche Begrenzung („Tabuzone“) und einen Abwehrspieler mit Ball erweitert. Die Angreifer haben dagegen keinen Ball mehr. Jetzt durchlaufen sie die Reifenbahn (Koordinationsleiter usw.) ohne Ball nach dem gleichen Schrittmuster und bekommen den Ball in dem Moment zugespielt, in dem sie die Bahn zum Schlagwurf verlassen. Dort führen sie wieder die Überkreuzbewegung aus und haben nun folgende Entscheidung: Positioniert sich der Abwehrspieler schlecht im Block können sie per Schlagwurf direkt abschließen. Steht er jedoch gut, täuschen sie den Schlagwurf nur an und führen einen Prellmove entlang der Matte zur anderen Seite aus. Der Abwehrspieler muss nun gleichzeitig einmal den entfernten Airbody umlaufen, bevor er wieder seine Blockposition einnehmen darf. War die Wurftäuschung so authentisch, dass der Abwehrspieler bis zum letzten Moment im Block gebunden war und erfolgt der Prellmove nun mit der nötigen Geschwindigkeit, kann sich der der Angreifer dadurch einen Stellungsvorteil für einen finalen Schlagwurf erarbeiten. Ist er erfolgreich darf er sich wieder auf RM anstellen. Trifft er nicht, wird er neuer Blockspieler.

28. August 2019

Sprungwurftäuschung im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 14:54

Mit diesem Artikel soll die Serie zum Lehren und Lernen von Täuschungen im Jugendtraining fortgesetzt werden und dieses mal das Thema Sprungwurftäuschung behandeln. In bewährter Form soll daher zunächst eine Übungsform für den Bereich Technikerwerb und anschließend für die Anwendung vorgestellt werden.

Technik erlernen

Sowohl auf RL als auf RL liegen jeweils zwei Oberteile von Schwedenkästen (alternativ kann man auch Bänke – wenn nicht zu hoch – und Stepper o. ä. nutzen) versetzt in Richtung Tor. Der Block wird durch jeweils zwei Airbodys imitiert. Nun tritt der erste Spieler mit seinem Absprungbein auf das Kastenoberteil, stößt sich ab und führt einen Sprungwurf mit möglichst maximaler Flughöhe aus, um am höchsten Punkt seiner Flugbahn eine Wurftäuschung auszuführen. Nach der Landung führt er die gleiche Aktion beim nächsten Kasten aus und schließt dann schließlich ab. Durch den erhöhten Absprungpunkt haben die Spieler mehr Zeit die Wurftäuschung im Flug auszuführen und zu perfektionieren. Dies wird später extrem wichtig für die glaubhafte Umsetzung im Spiel, da der Verteidiger nur bei einer authentischen Täuschung mit 100 % in den Block gehen wird. Damit die Spieler sich auf eben diese „realistische“ Wurfarmführung konzentrieren, müssen sie vor der Landung zunächst nicht prellen und dürfen hier einen Schrittfehler machen. Erst wenn die Wurftäuschung und der Sprungwurf authentisch sind, sollen sie nun in derselben Übung prellen, bevor sie wieder landen.

Sprungwurftäuschung anwenden

In der Regel lernen Rückraumspieler diese Technik relativ schnell und auch wenn man an den Details immer wieder arbeiten muss, sollte sich bald auch der Anwendung gewidmet werden. Dafür muss dem Spieler klar werden in welchen Situationen eine Sprungwurftäuschung überhaupt sinnvoll sein kann. Er muss also nicht nur über die technischen sondern auch über die individualtaktischen Fähigkeiten verfügen. Eine solche Situationen soll in der folgenden – bewusst einfach gehaltenen – Übung simuliert werden. Dafür besetzen die Spieler die Positionen RL und RR (einfach) und RM (mehrfach mit Ball). Zudem steht ein Verteidiger am Airbody auf der Siebenmeterlinie. Nun passt RM den Ball in die Bewegung von RL. Zeitgleich darf der Abwehrspieler in seine Blockposition laufen. Der Angreifer versucht nun zunächst aus der zweiten Reihe erfolgreich abzuschließen, da der Verteidiger wahrscheinlich noch nicht optimal auf seiner Position ist. Sollte dem Abwehrspieler jedoch genau dies gelingen, bricht der Rückraumspieler seinen Sprungwurf mit der entsprechenden Wurftäuschung ab und versucht durchzubrechen. Dies wird ihm jedoch nur dann gelingen, wenn er den Sprungwurf und die Täuschung so authentisch ansetzt, dass der Verteidiger zu 100 % in den Block springt. Der RL wird nun neuer Abwehrspieler, RM wird RL und der Verteidiger schließt sich auf RM an.

21. August 2019

Körpertäuschung zur Hand im Jugendtraining schulen (Teil 2)

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 12:56

In Anschluss an den Artikel vom 8. August soll nun eine weitere Möglichkeit gezeigt werden, wie im Jugendbereich die Körpertäuschung zur Hand geschult und insbesondere der 2. Schritt zur Seite akzentuiert werden kann. Bei der ersten Übung handelt es sich dafür wieder um ein reines Techniktraining, um in der Zweiten dann die tatsächliche Anwendung zu trainieren.

Schritt in die Breite gezielt trainieren

Auf beiden Halbpositionen liegen jeweils mehrere Reifen in einer Reihe schräg versetzt in Richtung Tor. Hinter dem letzten Reifen markiert ein Airbody den Abwehrspieler. Die Spieler stehen mit Bällen hinter den Reifenbahnen. Der erste Angreifer (RL) läuft nun auf den ersten Reifen zu, springt in diesen mit einem Bein rein und stößt sich explosiv zur Seite weg. Direkt danach startet er in den nächsten usw. bis er am Airbody vorbei ist und mit Torwurf abschließt. Entscheidend ist, wie explosiv er bei dieser Übung den seitlichen Sprung ausführt, mit dem er später im Spiel den Raumgewinn erzielt. Trotzdem muss er auch darauf achten, dass er beim Eintritt in den Reifen den Körper leicht seitlich über das Standbein verlagert, um die Täuschung mit dem Oberkörper zu unterstützen. Dieselbe Übung lässt sich natürlich auch zur 1 vs. 1 Schulung gegen die Hand verwenden.

Schritt in die Breite im Zweikampf anwendend

Damit der Spieler den vorher verbesserten Schritt in die Breite auch zielgerichtet anwendet ohne in etwaige alte (weniger erfolgversprechende) Muster zu verfallen, soll auch in der nun folgenden Übung der Akzent genau hier liegen. Dafür markieren jeweils zwei Airbodys einen Durchbruchsraum auf der Halbposition, der von einem Abwehrspieler verteidigt wird. Der Abwehrspieler hält als Handicap einen Ball in der Hand, den er während des Zweikampfs immer mit beiden Händen kontrollieren muss. Zwar darf er diesen als Dämpfer (aber natürlich nicht als „Schlagwerkzeug“) gegen den Angreifer verwenden, hat so aber keine Möglichkeit seinen Kontrahenten fest zu machen. Der Angreifer bekommt nun den Ball von RM in die Vorwärtsbewegung gespielt und soll versuchen sich durch eine explosive Täuschung durchzusetzen. Er darf dabei zu beiden Seiten durchbrechen, soll jedoch keinen Überzieher einsetzten, damit der Spieler sich tatsächlich nur auf eine glaubhafte Täuschung konzentriert.

15. August 2019

„Das Spiel im Blick“ – Strategien zur Beobachtung und coachen während des Wettkampfes

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 19:26

Ein Trainer kann noch so viel planen und in die eigene Trainingsarbeit investieren, entscheidend ist letztendlich dann meist doch, wie die eigene Mannschaft die eingeübten Techniken und Taktiken während eines Spiels umsetzt. Hierbei kommt dem Trainer als „Coach“ ebenfalls eine wichtige Aufgabe zu. Theoretisch ist er dafür verantwortlich, die eigenen Spielzüge und Abwehrstrategien zu überwachen, zu verändern, die Spieler zu motivieren, zu korrigieren, das gegnerische Angriffs- und Abwehrspiel zu analysieren und auch die Torhüter beider Mannschaften zu beobachten…. Und noch vieles mehr.

Für eine einzelne Person ist dies nahezu unmöglich und um dennoch die eigene Mannschaft möglichst effektiv zu coachen, haben wir hier einige Tipps, welche das ganze erleichtern können und als Leitfaden dienen können.

Das Coachen beginnt vor dem Spiel

Spielvorbereitung ist für einen Trainer unerlässlich. Um während einer Partie den Überblick zu behalten, lohnt es sich vorher bereits einige wichtige Punkte der Spielbegleitung der eigenen Mannschaft aufzuschreiben. Da man nie alles rundum im Blick haben kann, sollte man einige Eckpunkte auswählen. Diese kann man der eigenen Mannschaft zudem auch vor dem Spiel in einer Ansprache mitgeben. Hier ein Beispiel.

Angriff:

  • Neu einstudierte Auslösehandlung „3 links“ (bewegt sich der Kreisläufer richtig im Raum? Steht die Sperre?)
  • Starten unsere Außen früh genug ins Umkehrspiel
  • Sind unsere Kreuzbewegungen effektiv oder zu weit weg von der Abwehr

Abwehr:

  • Wie unterbinden wir das Zusammenspiel zwischen dem gefährlichen Halblinken und dem Kreisläufer des Gegners
  • Wann attackieren wir den Rückraum (zu früh? zu spät?)
  • Wie funktioniert die Zuordnung im Mitelblock

Gegner:

  • Welche Spieler müssen durchspielen und sind eventuell am Ende nicht mehr frisch
  • Wo liegen die Schwächen des gegnerischen Torhüters
  • Wie reagiert die gegnerische Abwehr bei den eigenen Auslösehandlungen
  • Gibt es Spezialistenwechsel beim Gegner

Sonstiges:

  • Ich beschäftige mich nicht zu sehr mit den Schiedsrichtern
  • Spieler X und Y waren angeschlagen unter der Woche (Wie agieren sie? Wie lange reicht die Kraft)
  • Wie gehe ich mit Spielern auf der Bank um?

Dies ist nur ein Beispiel für eine punktuelle Vorbereitung auf das Spielgeschehen und kann dabei helfen den Überblick während des Spiels zu behalten.

Arbeitsteilung mit den Co-Trainern

Um möglichst einen großen Überblick zu behalten ist es immer von Vorteil sich mit den Co-Trainer(n) vor und während des Spiels abzustimmen. Dies setzt gute Kommunikation und Vertrauen voraus. So kann z.B. der Co-Trainer hauptsächlich die eigene Abwehrarbeit beobachten, während man selbst auf den Angriff das Hauptaugenmerk legt.

Ein zwischenzeitlicher Austausch an Informationen ist dabei unabdinglich. Besonders wenn man Spezialistenwechsel vornimmt, kann z.B. der Co-Trainer in der Angriffssituation mit dem Abwehrchef an der Bank besprechen, wie verteidigt werden soll, wohingegen man mit dem in der Abwehr nicht eingesetzten Rückraum-Mitte-Spieler die weitere Angriffsstrategie bespricht (s. Abbildung 1).

<h3>Nicht am Ball „kleben“</h3>

Auch wenn es verlockend ist, das Spielgeschehen vor allem in Ballnähe zu verfolgen, lohnt es sich für den Trainer das eigene Angriffsspiel auch in ballfernen Situationen zu beobachten. Ein besonders Augenmerk liegt dabei natürlich auf dem Verteidigungsverbund des Gegners.

Insbesondere die entstehenden Räume fernab des Balles und sich daraus ergebende mögliche Laufwege des eigenen Kreisläufers sollten immer wieder in den Fokus genommen werden. Vielleicht gibt es einen gegnerischen Abwehrspieler der sehr aggressiv und nur wenig im Abwehrverbund agiert und hinter dem häufig Räume für Kreis- oder Einläufer entstehen.

Möglicherweise lassen sich auch körperlich unterlegene Spieler durch Sperren attackieren oder Angriffsspezialisten, welche den Wechsel mit einem Abwehrspieler verpassen. Wie bereist im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, sollte auch die Kommunikation mit auf der Bank befindlichen Spielern nicht außer Acht gelassen werden. Diese können vor einem anstehenden Wechsel sehr gut in die eigene Perspektive einbezogen und auf die angesprochenen Schwachstellen in der gegnerischen Abwehr aufmerksam gemacht werden.

Nachbereitung

Letztendlich ist es ebenso wichtig zu analysieren, ob die eigenen Erwartungen umgesetzt werden konnten, bzw. zu vergleichen, ob die Punkte, welche man sich als Leitfaden zum coachen gesetzt hat, den Erfolg der Mannschaft unterstützt haben. Ist dies nicht der Fall, gilt es die eigene Strategie zu überdenken und anzupassen.

Autor: Robert Nowacki

7. August 2019

Wurftraining mit Stabilisationselementen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:23

Besonders in der Saisonvorbereitung geht es darum durch Stabilisationsübungen Verletzungen vorzubeugen. Technikergänzend können solche Übungen auch in Übungen mit Torabschlusscharakter kombiniert werden. Im Folgenden zeigen wir einige ausgewählte Beispiele.

Schlagwürfe auf instabilem Untergrund

Für diese Übung werden Balance-Boards, Weichbodenmatten oder Airexmatten benötigt, je nach Verfügbarkeit. Der Übende steht einbeinig auf dem betreffenden Untergrund und macht mit dem zunächst in der Luft befindlichem Bein einen seitlichen Ausfallschritt (s. Abbildung 1).

Der Wurf soll erfolgen, noch bevor das Schrittbein den Hallenboden berührt, sodass der Schütze gefordert ist den Ball trotz instabilem Untergrund gewinnbringend zu verwerten. Eine Wurfserie für sollte aus 6-8 Würfen hintereinander bestehen. Es werden Würfe über beide Beine und mit Ausfallschritt nach beiden Seiten trainiert.

Dies schult gleichzeitig die Variabilität beim Schlagwurf und zusätzlich die Beweglichkeit des Oberkörpers. Die Schützen sollen in jedem Fall nach dem Wurf sicher auf dem anderen Bein landen und sich nicht abrollen oder ähnliches.

Sprungwurf nach leichtem Schubser von hinten

Um auch in Situationen mit Verteidigerkontakt Stabilität zu wahren stellen sich die Schützen mit Ball für die folgende Übung auf eine Bank, welche mit der Sitzfläche nach unten liegt, sodass sie auf der schmaleren Unterseite stehen. Vor der Bank werden zwei Hürden platziert (s. Abbildung 2).

Der Übungsleiter steht hinter dem Übenden und gibt unvermittelt leichte „Schubsimpulse“ mit der flachen Hand gegen Rücken oder Gesäß des Spielers, welche dieser versucht auszugleichen und das Gleichgewicht auf der Bank zu wahren. Nach einigen kleineren Impulsen erfolgt ein größerer Impuls, welchen der Spieler nicht mehr ausgleichen kann.

Hier soll er versuchen kontrolliert die Bank zu verlassen, indem er einbeinig landet und sofort reaktiv über eine der beiden Hürden springt um per Torwurf abzuschließen. Abhängig vom Leistungsvermögen der Spieler ist es auch möglich zunächst eine sichere beidbeinige Landung einzubauen und erst dann einbeinig abzuspringen. Hierdurch lassen sich auch gut Sprungwürfe über das vermeintlich „falsche Bein“ trainieren.

Sprungwürfe nach leichtem Schubser von vorne</h3>

Gegensätzlich zur eben beschriebenen Übung mit Schubsimpuls von hinten, lässt sich die Übung auch mit einem Schubser von vorne ausführen. Der Grundaufbau der Übung bleibt derselbe. Allerdings soll der Schütze bei einem zu starken Schubs versuchen nach hinten weg zu springen, den Ball noch in der Luft auf das Tor werfen und anschließend sicher auf beiden Beinen landen.

Gerade für Rückraumspieler, welche solchen Situationen häufiger im Wettkampf ausgesetzt sind lohnt sich diese Übung. Es kann auch sinnvoll sein aus dieser Übung heraus Fallstrategien zu entwickeln, um die Verletzungsgefahr in der Spielsituation einzugrenzen.

Autor: Robert Nowacki

4. August 2019

Körpertäuschung zur Hand im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:14

Nachdem die letzten beiden Artikel der Serie sich der Vermittlung von Lauftäuschungen gewidmet haben, soll es nun um das verbessern der Täuschbewegung mit Ball gehen. In den beiden Übungen soll eine Möglichkeit gezeigt werden, den 2. Schritt der Täuschung (in die Breite) im Training bewusst zu akzentuieren. Dieser ist, nach einer erfolgreichen Finte, durch eine gute Körperverlagerung, besonders wichtig, um diesen Vorteil auch mit einem entsprechenden Raumgewinnen nutzen zu können.

Schritt in die Breite gezielt trainieren

Auf den beiden Halbpositionen stehen mehrere flache (!) Hürden versetzt in Richtung Tor (Alternativ lassen sich auch Styropor-Balken o.ä. verwenden). Die Verteidiger auf Halb werden durch Airbodys markiert. Nun springt der erste Spieler über die Hürde drüber, um nach der Landung sofort explosiv zur Seite zu springen. Danach springt er über die nächste Hürde usw. bis er neben dem Airbody landet, dort den schnellen Schritt zur Seite ausführt und dann aufs Tor abschließt. Grundsätzlich kann man die selbe Übung auf zwei Arten ausführen: Der Spieler landet einbeinig nach dem Sprung über die Hürde oder beidbeinig mit paralleler Fußstellung. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Landet der Spieler einbeinig, kann er den Körperschwerpunkt stärker verlagern und so die Täuschbewegung noch authentischer durchführen, kann aber nur zu einer Seite gehen. Landet er beidbeinig, stehen ihm dafür beide Seiten für einen Durchbruch (im Spiel) zu Verfügung. Unabhängig davon ist es in der Übung wichtig, dass der zweite Schritt (der erste ist in dem Fall die ein- oder beidbeinige Landung) explosiv und mit großem Raumgewinn erfolgt. Genau dafür ist diese Übung gedacht.

Schritt in die Breite im Zweikampf anwenden

Damit der Spieler den vorher verbesserten Schritt in die Breite auch zielgerichtet anwendet ohne in etwaige alte (weniger erfolgversprechende) Muster zu verfallen, soll auch in der nun folgenden Übung der Akzent genau hier liegen. Dafür markieren jeweils zwei Airbodys einen Durchbruchsraum auf der Halbposition, der von einem Abwehrspieler verteidigt wird. Dieser steht mit dem Rücken zum Angriff auf der Neunmeter-Linie, während der erste Angreifer auf RL in etwa zwei Meter Abstand hält. Nun tippt RL den Ball einmal in der Vorwärtsbewegung an und gibt dem Verteidiger zeitgleich das Signal, dass er sich umdrehen darf. Der Abwehrspieler ist nun im Nachteil, weil er durch die Drehbewegung Zeit verliert. Diesen Vorteil kann der Angreifer jedoch nur nutzen, wenn sein Schritt nach dem Prellen entsprechend explosiv in die Breite geht. Schafft er dies, kann er den finalen Schritt Richtung Tor setzen und erfolgreich abschließen.

10. Juli 2019

Lauftäuschungen im Jugendtraining schulen (Teil 2)

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 09:43

Der zweite Teile der Serie zum Täuschungstraining im Jugendbereich soll erneut Übungen zur Lauftäuschung vorstellen. An erster Stelle steht wieder eine Übung zur Verbesserung des explosiven Richtungswechsel, während die Zweite eine einfach Übung zeigt, bei der die Täuschung mit leichtem „Handicap“ für den Abwehrspieler umgesetzt werden kann.

Lauftäuschung – Richtungswechsel optimieren

Die Spieler besetzten RM ohne Ball mehrfach und einen Anspieler an einer Ballkiste auf Höhe der Siebenmeter-Linie. Zwei Airbodys markieren VM. Vor den Angreifern liegt eine Reifenbahn, die sich nach drei Ringen in zwei Bahnen aufteilt. Der erste RM läuft nun mit jeweils zwei Kontakten durch die ersten drei Reifen. Bevor er im Dritten angekommen ist, sagt der nächste Angreifer die Seite an zu der RM nun abbrechen soll, um dieses mal mit jeweils einem Kontakt pro Reifen weiter zu laufen. Dieser Vorgang soll ohne Unterbrechung der Laufgeschwindigkeit erfolgen. Verlässt er nun schlussendlich die Reifenbahn, soll er nochmal mit hohem Tempo in die entgegengesetzt Richtung abbrechen, wo er den Ball zugespielt bekommt und abschließt. Anschließend übernimmt er die Aufgabe des Anspielers, der sich wiederum auf RM anstellt, wo der nächste Angreifer startet.

Lauftäuschung authentisch anwenden

Die folgende Übung ist denkbar einfach aufgebaut: Die beiden Airbodys markieren dieses mal den Durchbruchsraum, der von einem Abwehrspieler im Zentrum besetzt wird. Die Angreifer besetzen RM mehrfach und einen Anspieler auf Höhe der Siebenmeter-Linie mit Ball. RM versucht nun ohne Ball den Abwehrspieler durch Lauftäuschungen zu überlaufen, damit er den Pass vom Anspieler annehmen und verwerten kann. Idee der Übung: Der Angreifer ist hier im Vorteil gegenüber dem Verteidiger, da dieser nicht sieht, wann da er Ball und Gegenspieler nicht zeitgleich sehen kann. Dies erhöht die Erfolgsaussichten für die Offensive, was ein guter zweiter Übungsschritt ist, um das Täuschungsmuster zu verfestigen.

Wie bereits im ersten Artikel sei auch hier darauf hingewiesen, dass nun natürlich noch freiere Grundspiele in unterschiedlichen Formationen (1:1, 2:2 etc.) und unterschiedlichen Tiefen- und Breitenräume erfolgen müssen. Die hier vorgestellten Übungen bieten lediglich den Einstieg in den Hauptteil des Trainings.

30. Juni 2019

Lauftäuschungen im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 17:13

An dieser Stelle sollen in den nächsten Wochen regelmäßig Artikel erscheinen in denen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man unterschiedliche Täuschungsvariationen im Jugendtraining geschult werden können.

Dafür soll stets nach folgendem Muster verfahren werden: An erster Stelle soll eine reine Technikerwerbs-Übung stehen, durch die der Spieler die Bewegung gezielt trainieren kann. Danach erfolgt der methodische Schritt hin zur Anwendung der Technik.

Bevor die Spieler ihre neue Täuschungs-Technik jedoch frei im 1 vs. 1 gegen einen Defensivspieler anwenden können, soll stets eine Übungsmöglichkeit gezeigt werden, in der die Zielbewegung des Angreifers schon durch die Aufgabenstellung herbeigeführt wird.

Den Anfang macht heute eine kurze Übungsreihe zum Verbessern der Lauftäuschung, da dies naturgemäß die erste Finte ist, die Jugendspieler gegen eine offensiven Manndeckung im Kinderhandball erlernen. Die nun folgenden Übungen eigenen sich dabei vor allem für D- und C-Jugendteams die sich im Übergang der Mann- zur Raumdeckung befinden.

Lauftäuschung – Richtungswechsel optimieren

Die Angreifer stellen sich mit einem Ball pro Person auf RM an. Zusätzlich werden die Positionen RL und RR besetzt. Zwei Airbodys markieren VM. RM passt nun den Ball zu RR (1), startet danach Richtung RL (der leicht nach innen versetzt steht) und klatscht diesen ab (2), um daraufhin explosiv zur Gegenseite abzubrechen (3). Hierbei ist der Tempowechsel besonders wichtig: Den ersten Weg kann der Spieler noch mit etwa 70 % seiner höchstmöglichen Geschwindigkeit anlaufen, sobald er jedoch abbricht, muss er maximal beschleunigen. Sobald er VM/die Airbodys so überlaufen hat, spielt ihm RR den Ball zurück (4) und er schließt mit Torwurf ab (5).  RM übernimmt nun schnell die Aufgabe von RR, der sich wiederum auf RM anstellt und der Ablauf von vorne zu anderen Seite beginnen kann.

Die Übung lässt sich natürlich auch auf RL und RR durchführen. Dafür müssen die Anspieler dann einfach auf RM, LA und RA positioniert werden.

Lauftäuschung authentisch anwenden

In dieser Übung sollen die Spieler trainieren, dass sie zunächst den freien Raum anlaufen und schauen, ob sie nicht bereits in diesem abschließen können, anstatt eine „vorgenommene“ Lauftäuschung auszuführen. Schließlich brauch er diese nur, wenn der Abwehrspieler den attackierten Raum überhaupt zuläuft.

Dafür haben dieses mal die Anspieler auf RL und RR jeweils einen Ball und auf VM steht ein Abwehrspieler. RM startet nun ohne Ball beliebig in den Raum links  oder rechts vom Abwehrspieler (in diesem Fall nach links). Läuft der Abwehrspieler diesen Raum nicht zu, bekommt der Angreifer von RL den Ball zugespielt und kann sofort durchbrechen. Erkennt RM jedoch, dass der Verteidiger auf seinen Laufweg eingeht, bricht er – wie vorher trainiert – explosiv ab und bekommt von RR den Ball in die Gegenbewegung um auf der anderen Seite abzuschließen.

Nach diesen beiden Übungen sollten die Spieler die Technik frei anwenden dürfen. Auch dafür sollten die Übungen weiter eine methodische Reihe bilden und sich vom 1 vs. 1 über 2 vs. 2 etc. bis zum Abschlussspiel steigern. So können sie immer wieder an das Erlernte aus den vorherigen, einfacheren, Übungen erinnern.

Autor: David Röhrig

8. Juni 2019

Haschevariante: Vorbereitung auf reaktives /aktives Abwehrverhalten

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 10:16

Haschevarianten sind vor allem im Jugendbereich und auch in der Saisonvorbereitung bei den Erwachsenen ein gutes Mittel, um die Schnelligkeit und Wendigkeit der Spieler zu schulen.

Sie können jedoch noch viel mehr: Mit gewissen Modifikationen, lassen sich auch Verhaltensmuster trainieren, welche für das Spielen bestimmter Abwehrvarianten hilfreich sind. Im Folgenden stellen wir euch eine Variante mit verschiedenen Modifikationen vor.

<h3>Reaktives Verteidigen – Räume zustellen</h3>

Für die Haschevariante „Fuchsjagd“ werden grundsätzlich drei verschiedene Positionen benötigt. Bei einer Spielerzahl von sechs Personen werden zwei „Jäger“ (s. Abb. 1, gelbes Trikot), zwei Gejagte (Fuchsbabies, blaues Trikot) und vier Verteidiger (Fuchsrudel, orange Trikots) benötigt. Gespielt wird in einem vorgegebenen Bereich (z. B. innerhalb von neun Metern).

Ziel für die Jäger, welche jeweils einen Ball haben ist es, die Gejagten mit dem Ball zu berühren. Die Verteidiger versuchen dies zu verhindern, indem sie die Laufwege der Jäger mit dem Körper blockieren. Die Übung dient vor allem dazu das kooperative Deckungsverhalten in einer 6:0 Deckung zu schulen. Da die Verteidiger stets in der Überzahl sind können sie durch gegenseitiges Helfen die Jäger vom Gejagten fernhalten.

Gelingt es einem Jäger mit seinem Ball einen Gejagten zu berühren werden die Aufgaben gewechselt. Die Jäger müssen ihren Ball nicht prellen, können dies aber in einer erschwerten Variante tun.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle erobern</h3>

Die zweite Variante der Fuchsjagd sieht eine gleiche Anzahl an Verteidigern, Gejagten und Jägern vor. Bei dieser Variante müssen die Jäger versuchen prellend die Gejagten zu erreichen. Aufgabe der Verteidiger ist es hierbei, die Bälle der Jäger zu erobern, bzw. herauszuspielen. Gelingt ihnen dies, dürfen die Jäger erst wieder angreifen, wenn sie eine kleine Strafaufgabe erledigt haben.

Auch bei dieser Variante werden bei einem erfolgreichen Abschlagen durch einen der Jäger die Aufgaben getauscht. Sie zielt darauf ab das Gewinnen von Bällen in offensiven Deckungsvarianten zu schulen, speziell im 3:3 Deckungssystem.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle herausfangen</h3>

Die Rahmenbedingungen für die dritte Variante bleiben genauso wie in der Übung zu vor, bis auf die Änderung, dass alle Jäger nur einen gemeinsamen Ball besitzen und ein Jäger nur dann einen Gejagten abschlagen darf, wenn er im Ballbesitz ist. Die Jäger können demnach durch Passen des Balles den Ort ihrer Angriffsaktionen schnell verlagern.

Ziel für die Verteidiger ist es hier bei einer klaren 1:1 Zuordnung Pässe zu antizipieren und heraus zu fangen. Gelingt dies, erhalten die Jäger erneut eine Strafaufgabe. Die Variante soll das Antizipieren von Pässen, wie es vor allem in offensiven Deckungssystemen erforderlich ist schulen. Das Prellen des Balles ist grundsätzlich erlaubt, kann allerdings beim Spielen auf sehr engem Raum (z.B. im Sechsmeterkreis) verboten werden.

Bei allen dargestellten Varianten können auch die Gejagten mit Bällen ausgestattet werden und so die Ballkontrolle dieser Spieler zusätzlich geschult werden, indem sie sich nur prellend fortbewegen dürfen.

Autor: Robert Nowacki