Handballtraining Handballübungen


21. August 2019

Körpertäuschung zur Hand im Jugendtraining schulen (Teil 2)

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 12:56

In Anschluss an den Artikel vom 8. August soll nun eine weitere Möglichkeit gezeigt werden, wie im Jugendbereich die Körpertäuschung zur Hand geschult und insbesondere der 2. Schritt zur Seite akzentuiert werden kann. Bei der ersten Übung handelt es sich dafür wieder um ein reines Techniktraining, um in der Zweiten dann die tatsächliche Anwendung zu trainieren.

Schritt in die Breite gezielt trainieren

Auf beiden Halbpositionen liegen jeweils mehrere Reifen in einer Reihe schräg versetzt in Richtung Tor. Hinter dem letzten Reifen markiert ein Airbody den Abwehrspieler. Die Spieler stehen mit Bällen hinter den Reifenbahnen. Der erste Angreifer (RL) läuft nun auf den ersten Reifen zu, springt in diesen mit einem Bein rein und stößt sich explosiv zur Seite weg. Direkt danach startet er in den nächsten usw. bis er am Airbody vorbei ist und mit Torwurf abschließt. Entscheidend ist, wie explosiv er bei dieser Übung den seitlichen Sprung ausführt, mit dem er später im Spiel den Raumgewinn erzielt. Trotzdem muss er auch darauf achten, dass er beim Eintritt in den Reifen den Körper leicht seitlich über das Standbein verlagert, um die Täuschung mit dem Oberkörper zu unterstützen. Dieselbe Übung lässt sich natürlich auch zur 1 vs. 1 Schulung gegen die Hand verwenden.

Schritt in die Breite im Zweikampf anwendend

Damit der Spieler den vorher verbesserten Schritt in die Breite auch zielgerichtet anwendet ohne in etwaige alte (weniger erfolgversprechende) Muster zu verfallen, soll auch in der nun folgenden Übung der Akzent genau hier liegen. Dafür markieren jeweils zwei Airbodys einen Durchbruchsraum auf der Halbposition, der von einem Abwehrspieler verteidigt wird. Der Abwehrspieler hält als Handicap einen Ball in der Hand, den er während des Zweikampfs immer mit beiden Händen kontrollieren muss. Zwar darf er diesen als Dämpfer (aber natürlich nicht als „Schlagwerkzeug“) gegen den Angreifer verwenden, hat so aber keine Möglichkeit seinen Kontrahenten fest zu machen. Der Angreifer bekommt nun den Ball von RM in die Vorwärtsbewegung gespielt und soll versuchen sich durch eine explosive Täuschung durchzusetzen. Er darf dabei zu beiden Seiten durchbrechen, soll jedoch keinen Überzieher einsetzten, damit der Spieler sich tatsächlich nur auf eine glaubhafte Täuschung konzentriert.

15. August 2019

„Das Spiel im Blick“ – Strategien zur Beobachtung und coachen während des Wettkampfes

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 19:26

Ein Trainer kann noch so viel planen und in die eigene Trainingsarbeit investieren, entscheidend ist letztendlich dann meist doch, wie die eigene Mannschaft die eingeübten Techniken und Taktiken während eines Spiels umsetzt. Hierbei kommt dem Trainer als „Coach“ ebenfalls eine wichtige Aufgabe zu. Theoretisch ist er dafür verantwortlich, die eigenen Spielzüge und Abwehrstrategien zu überwachen, zu verändern, die Spieler zu motivieren, zu korrigieren, das gegnerische Angriffs- und Abwehrspiel zu analysieren und auch die Torhüter beider Mannschaften zu beobachten…. Und noch vieles mehr.

Für eine einzelne Person ist dies nahezu unmöglich und um dennoch die eigene Mannschaft möglichst effektiv zu coachen, haben wir hier einige Tipps, welche das ganze erleichtern können und als Leitfaden dienen können.

Das Coachen beginnt vor dem Spiel

Spielvorbereitung ist für einen Trainer unerlässlich. Um während einer Partie den Überblick zu behalten, lohnt es sich vorher bereits einige wichtige Punkte der Spielbegleitung der eigenen Mannschaft aufzuschreiben. Da man nie alles rundum im Blick haben kann, sollte man einige Eckpunkte auswählen. Diese kann man der eigenen Mannschaft zudem auch vor dem Spiel in einer Ansprache mitgeben. Hier ein Beispiel.

Angriff:

  • Neu einstudierte Auslösehandlung „3 links“ (bewegt sich der Kreisläufer richtig im Raum? Steht die Sperre?)
  • Starten unsere Außen früh genug ins Umkehrspiel
  • Sind unsere Kreuzbewegungen effektiv oder zu weit weg von der Abwehr

Abwehr:

  • Wie unterbinden wir das Zusammenspiel zwischen dem gefährlichen Halblinken und dem Kreisläufer des Gegners
  • Wann attackieren wir den Rückraum (zu früh? zu spät?)
  • Wie funktioniert die Zuordnung im Mitelblock

Gegner:

  • Welche Spieler müssen durchspielen und sind eventuell am Ende nicht mehr frisch
  • Wo liegen die Schwächen des gegnerischen Torhüters
  • Wie reagiert die gegnerische Abwehr bei den eigenen Auslösehandlungen
  • Gibt es Spezialistenwechsel beim Gegner

Sonstiges:

  • Ich beschäftige mich nicht zu sehr mit den Schiedsrichtern
  • Spieler X und Y waren angeschlagen unter der Woche (Wie agieren sie? Wie lange reicht die Kraft)
  • Wie gehe ich mit Spielern auf der Bank um?

Dies ist nur ein Beispiel für eine punktuelle Vorbereitung auf das Spielgeschehen und kann dabei helfen den Überblick während des Spiels zu behalten.

Arbeitsteilung mit den Co-Trainern

Um möglichst einen großen Überblick zu behalten ist es immer von Vorteil sich mit den Co-Trainer(n) vor und während des Spiels abzustimmen. Dies setzt gute Kommunikation und Vertrauen voraus. So kann z.B. der Co-Trainer hauptsächlich die eigene Abwehrarbeit beobachten, während man selbst auf den Angriff das Hauptaugenmerk legt.

Ein zwischenzeitlicher Austausch an Informationen ist dabei unabdinglich. Besonders wenn man Spezialistenwechsel vornimmt, kann z.B. der Co-Trainer in der Angriffssituation mit dem Abwehrchef an der Bank besprechen, wie verteidigt werden soll, wohingegen man mit dem in der Abwehr nicht eingesetzten Rückraum-Mitte-Spieler die weitere Angriffsstrategie bespricht (s. Abbildung 1).

<h3>Nicht am Ball „kleben“</h3>

Auch wenn es verlockend ist, das Spielgeschehen vor allem in Ballnähe zu verfolgen, lohnt es sich für den Trainer das eigene Angriffsspiel auch in ballfernen Situationen zu beobachten. Ein besonders Augenmerk liegt dabei natürlich auf dem Verteidigungsverbund des Gegners.

Insbesondere die entstehenden Räume fernab des Balles und sich daraus ergebende mögliche Laufwege des eigenen Kreisläufers sollten immer wieder in den Fokus genommen werden. Vielleicht gibt es einen gegnerischen Abwehrspieler der sehr aggressiv und nur wenig im Abwehrverbund agiert und hinter dem häufig Räume für Kreis- oder Einläufer entstehen.

Möglicherweise lassen sich auch körperlich unterlegene Spieler durch Sperren attackieren oder Angriffsspezialisten, welche den Wechsel mit einem Abwehrspieler verpassen. Wie bereist im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, sollte auch die Kommunikation mit auf der Bank befindlichen Spielern nicht außer Acht gelassen werden. Diese können vor einem anstehenden Wechsel sehr gut in die eigene Perspektive einbezogen und auf die angesprochenen Schwachstellen in der gegnerischen Abwehr aufmerksam gemacht werden.

Nachbereitung

Letztendlich ist es ebenso wichtig zu analysieren, ob die eigenen Erwartungen umgesetzt werden konnten, bzw. zu vergleichen, ob die Punkte, welche man sich als Leitfaden zum coachen gesetzt hat, den Erfolg der Mannschaft unterstützt haben. Ist dies nicht der Fall, gilt es die eigene Strategie zu überdenken und anzupassen.

Autor: Robert Nowacki

7. August 2019

Wurftraining mit Stabilisationselementen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:23

Besonders in der Saisonvorbereitung geht es darum durch Stabilisationsübungen Verletzungen vorzubeugen. Technikergänzend können solche Übungen auch in Übungen mit Torabschlusscharakter kombiniert werden. Im Folgenden zeigen wir einige ausgewählte Beispiele.

Schlagwürfe auf instabilem Untergrund

Für diese Übung werden Balance-Boards, Weichbodenmatten oder Airexmatten benötigt, je nach Verfügbarkeit. Der Übende steht einbeinig auf dem betreffenden Untergrund und macht mit dem zunächst in der Luft befindlichem Bein einen seitlichen Ausfallschritt (s. Abbildung 1).

Der Wurf soll erfolgen, noch bevor das Schrittbein den Hallenboden berührt, sodass der Schütze gefordert ist den Ball trotz instabilem Untergrund gewinnbringend zu verwerten. Eine Wurfserie für sollte aus 6-8 Würfen hintereinander bestehen. Es werden Würfe über beide Beine und mit Ausfallschritt nach beiden Seiten trainiert.

Dies schult gleichzeitig die Variabilität beim Schlagwurf und zusätzlich die Beweglichkeit des Oberkörpers. Die Schützen sollen in jedem Fall nach dem Wurf sicher auf dem anderen Bein landen und sich nicht abrollen oder ähnliches.

Sprungwurf nach leichtem Schubser von hinten

Um auch in Situationen mit Verteidigerkontakt Stabilität zu wahren stellen sich die Schützen mit Ball für die folgende Übung auf eine Bank, welche mit der Sitzfläche nach unten liegt, sodass sie auf der schmaleren Unterseite stehen. Vor der Bank werden zwei Hürden platziert (s. Abbildung 2).

Der Übungsleiter steht hinter dem Übenden und gibt unvermittelt leichte „Schubsimpulse“ mit der flachen Hand gegen Rücken oder Gesäß des Spielers, welche dieser versucht auszugleichen und das Gleichgewicht auf der Bank zu wahren. Nach einigen kleineren Impulsen erfolgt ein größerer Impuls, welchen der Spieler nicht mehr ausgleichen kann.

Hier soll er versuchen kontrolliert die Bank zu verlassen, indem er einbeinig landet und sofort reaktiv über eine der beiden Hürden springt um per Torwurf abzuschließen. Abhängig vom Leistungsvermögen der Spieler ist es auch möglich zunächst eine sichere beidbeinige Landung einzubauen und erst dann einbeinig abzuspringen. Hierdurch lassen sich auch gut Sprungwürfe über das vermeintlich „falsche Bein“ trainieren.

Sprungwürfe nach leichtem Schubser von vorne</h3>

Gegensätzlich zur eben beschriebenen Übung mit Schubsimpuls von hinten, lässt sich die Übung auch mit einem Schubser von vorne ausführen. Der Grundaufbau der Übung bleibt derselbe. Allerdings soll der Schütze bei einem zu starken Schubs versuchen nach hinten weg zu springen, den Ball noch in der Luft auf das Tor werfen und anschließend sicher auf beiden Beinen landen.

Gerade für Rückraumspieler, welche solchen Situationen häufiger im Wettkampf ausgesetzt sind lohnt sich diese Übung. Es kann auch sinnvoll sein aus dieser Übung heraus Fallstrategien zu entwickeln, um die Verletzungsgefahr in der Spielsituation einzugrenzen.

Autor: Robert Nowacki

4. August 2019

Körpertäuschung zur Hand im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:14

Nachdem die letzten beiden Artikel der Serie sich der Vermittlung von Lauftäuschungen gewidmet haben, soll es nun um das verbessern der Täuschbewegung mit Ball gehen. In den beiden Übungen soll eine Möglichkeit gezeigt werden, den 2. Schritt der Täuschung (in die Breite) im Training bewusst zu akzentuieren. Dieser ist, nach einer erfolgreichen Finte, durch eine gute Körperverlagerung, besonders wichtig, um diesen Vorteil auch mit einem entsprechenden Raumgewinnen nutzen zu können.

Schritt in die Breite gezielt trainieren

Auf den beiden Halbpositionen stehen mehrere flache (!) Hürden versetzt in Richtung Tor (Alternativ lassen sich auch Styropor-Balken o.ä. verwenden). Die Verteidiger auf Halb werden durch Airbodys markiert. Nun springt der erste Spieler über die Hürde drüber, um nach der Landung sofort explosiv zur Seite zu springen. Danach springt er über die nächste Hürde usw. bis er neben dem Airbody landet, dort den schnellen Schritt zur Seite ausführt und dann aufs Tor abschließt. Grundsätzlich kann man die selbe Übung auf zwei Arten ausführen: Der Spieler landet einbeinig nach dem Sprung über die Hürde oder beidbeinig mit paralleler Fußstellung. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Landet der Spieler einbeinig, kann er den Körperschwerpunkt stärker verlagern und so die Täuschbewegung noch authentischer durchführen, kann aber nur zu einer Seite gehen. Landet er beidbeinig, stehen ihm dafür beide Seiten für einen Durchbruch (im Spiel) zu Verfügung. Unabhängig davon ist es in der Übung wichtig, dass der zweite Schritt (der erste ist in dem Fall die ein- oder beidbeinige Landung) explosiv und mit großem Raumgewinn erfolgt. Genau dafür ist diese Übung gedacht.

Schritt in die Breite im Zweikampf anwenden

Damit der Spieler den vorher verbesserten Schritt in die Breite auch zielgerichtet anwendet ohne in etwaige alte (weniger erfolgversprechende) Muster zu verfallen, soll auch in der nun folgenden Übung der Akzent genau hier liegen. Dafür markieren jeweils zwei Airbodys einen Durchbruchsraum auf der Halbposition, der von einem Abwehrspieler verteidigt wird. Dieser steht mit dem Rücken zum Angriff auf der Neunmeter-Linie, während der erste Angreifer auf RL in etwa zwei Meter Abstand hält. Nun tippt RL den Ball einmal in der Vorwärtsbewegung an und gibt dem Verteidiger zeitgleich das Signal, dass er sich umdrehen darf. Der Abwehrspieler ist nun im Nachteil, weil er durch die Drehbewegung Zeit verliert. Diesen Vorteil kann der Angreifer jedoch nur nutzen, wenn sein Schritt nach dem Prellen entsprechend explosiv in die Breite geht. Schafft er dies, kann er den finalen Schritt Richtung Tor setzen und erfolgreich abschließen.

10. Juli 2019

Lauftäuschungen im Jugendtraining schulen (Teil 2)

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 09:43

Der zweite Teile der Serie zum Täuschungstraining im Jugendbereich soll erneut Übungen zur Lauftäuschung vorstellen. An erster Stelle steht wieder eine Übung zur Verbesserung des explosiven Richtungswechsel, während die Zweite eine einfach Übung zeigt, bei der die Täuschung mit leichtem „Handicap“ für den Abwehrspieler umgesetzt werden kann.

Lauftäuschung – Richtungswechsel optimieren

Die Spieler besetzten RM ohne Ball mehrfach und einen Anspieler an einer Ballkiste auf Höhe der Siebenmeter-Linie. Zwei Airbodys markieren VM. Vor den Angreifern liegt eine Reifenbahn, die sich nach drei Ringen in zwei Bahnen aufteilt. Der erste RM läuft nun mit jeweils zwei Kontakten durch die ersten drei Reifen. Bevor er im Dritten angekommen ist, sagt der nächste Angreifer die Seite an zu der RM nun abbrechen soll, um dieses mal mit jeweils einem Kontakt pro Reifen weiter zu laufen. Dieser Vorgang soll ohne Unterbrechung der Laufgeschwindigkeit erfolgen. Verlässt er nun schlussendlich die Reifenbahn, soll er nochmal mit hohem Tempo in die entgegengesetzt Richtung abbrechen, wo er den Ball zugespielt bekommt und abschließt. Anschließend übernimmt er die Aufgabe des Anspielers, der sich wiederum auf RM anstellt, wo der nächste Angreifer startet.

Lauftäuschung authentisch anwenden

Die folgende Übung ist denkbar einfach aufgebaut: Die beiden Airbodys markieren dieses mal den Durchbruchsraum, der von einem Abwehrspieler im Zentrum besetzt wird. Die Angreifer besetzen RM mehrfach und einen Anspieler auf Höhe der Siebenmeter-Linie mit Ball. RM versucht nun ohne Ball den Abwehrspieler durch Lauftäuschungen zu überlaufen, damit er den Pass vom Anspieler annehmen und verwerten kann. Idee der Übung: Der Angreifer ist hier im Vorteil gegenüber dem Verteidiger, da dieser nicht sieht, wann da er Ball und Gegenspieler nicht zeitgleich sehen kann. Dies erhöht die Erfolgsaussichten für die Offensive, was ein guter zweiter Übungsschritt ist, um das Täuschungsmuster zu verfestigen.

Wie bereits im ersten Artikel sei auch hier darauf hingewiesen, dass nun natürlich noch freiere Grundspiele in unterschiedlichen Formationen (1:1, 2:2 etc.) und unterschiedlichen Tiefen- und Breitenräume erfolgen müssen. Die hier vorgestellten Übungen bieten lediglich den Einstieg in den Hauptteil des Trainings.

30. Juni 2019

Lauftäuschungen im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 17:13

An dieser Stelle sollen in den nächsten Wochen regelmäßig Artikel erscheinen in denen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man unterschiedliche Täuschungsvariationen im Jugendtraining geschult werden können.

Dafür soll stets nach folgendem Muster verfahren werden: An erster Stelle soll eine reine Technikerwerbs-Übung stehen, durch die der Spieler die Bewegung gezielt trainieren kann. Danach erfolgt der methodische Schritt hin zur Anwendung der Technik.

Bevor die Spieler ihre neue Täuschungs-Technik jedoch frei im 1 vs. 1 gegen einen Defensivspieler anwenden können, soll stets eine Übungsmöglichkeit gezeigt werden, in der die Zielbewegung des Angreifers schon durch die Aufgabenstellung herbeigeführt wird.

Den Anfang macht heute eine kurze Übungsreihe zum Verbessern der Lauftäuschung, da dies naturgemäß die erste Finte ist, die Jugendspieler gegen eine offensiven Manndeckung im Kinderhandball erlernen. Die nun folgenden Übungen eigenen sich dabei vor allem für D- und C-Jugendteams die sich im Übergang der Mann- zur Raumdeckung befinden.

Lauftäuschung – Richtungswechsel optimieren

Die Angreifer stellen sich mit einem Ball pro Person auf RM an. Zusätzlich werden die Positionen RL und RR besetzt. Zwei Airbodys markieren VM. RM passt nun den Ball zu RR (1), startet danach Richtung RL (der leicht nach innen versetzt steht) und klatscht diesen ab (2), um daraufhin explosiv zur Gegenseite abzubrechen (3). Hierbei ist der Tempowechsel besonders wichtig: Den ersten Weg kann der Spieler noch mit etwa 70 % seiner höchstmöglichen Geschwindigkeit anlaufen, sobald er jedoch abbricht, muss er maximal beschleunigen. Sobald er VM/die Airbodys so überlaufen hat, spielt ihm RR den Ball zurück (4) und er schließt mit Torwurf ab (5).  RM übernimmt nun schnell die Aufgabe von RR, der sich wiederum auf RM anstellt und der Ablauf von vorne zu anderen Seite beginnen kann.

Die Übung lässt sich natürlich auch auf RL und RR durchführen. Dafür müssen die Anspieler dann einfach auf RM, LA und RA positioniert werden.

Lauftäuschung authentisch anwenden

In dieser Übung sollen die Spieler trainieren, dass sie zunächst den freien Raum anlaufen und schauen, ob sie nicht bereits in diesem abschließen können, anstatt eine „vorgenommene“ Lauftäuschung auszuführen. Schließlich brauch er diese nur, wenn der Abwehrspieler den attackierten Raum überhaupt zuläuft.

Dafür haben dieses mal die Anspieler auf RL und RR jeweils einen Ball und auf VM steht ein Abwehrspieler. RM startet nun ohne Ball beliebig in den Raum links  oder rechts vom Abwehrspieler (in diesem Fall nach links). Läuft der Abwehrspieler diesen Raum nicht zu, bekommt der Angreifer von RL den Ball zugespielt und kann sofort durchbrechen. Erkennt RM jedoch, dass der Verteidiger auf seinen Laufweg eingeht, bricht er – wie vorher trainiert – explosiv ab und bekommt von RR den Ball in die Gegenbewegung um auf der anderen Seite abzuschließen.

Nach diesen beiden Übungen sollten die Spieler die Technik frei anwenden dürfen. Auch dafür sollten die Übungen weiter eine methodische Reihe bilden und sich vom 1 vs. 1 über 2 vs. 2 etc. bis zum Abschlussspiel steigern. So können sie immer wieder an das Erlernte aus den vorherigen, einfacheren, Übungen erinnern.

Autor: David Röhrig

8. Juni 2019

Haschevariante: Vorbereitung auf reaktives /aktives Abwehrverhalten

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 10:16

Haschevarianten sind vor allem im Jugendbereich und auch in der Saisonvorbereitung bei den Erwachsenen ein gutes Mittel, um die Schnelligkeit und Wendigkeit der Spieler zu schulen.

Sie können jedoch noch viel mehr: Mit gewissen Modifikationen, lassen sich auch Verhaltensmuster trainieren, welche für das Spielen bestimmter Abwehrvarianten hilfreich sind. Im Folgenden stellen wir euch eine Variante mit verschiedenen Modifikationen vor.

<h3>Reaktives Verteidigen – Räume zustellen</h3>

Für die Haschevariante „Fuchsjagd“ werden grundsätzlich drei verschiedene Positionen benötigt. Bei einer Spielerzahl von sechs Personen werden zwei „Jäger“ (s. Abb. 1, gelbes Trikot), zwei Gejagte (Fuchsbabies, blaues Trikot) und vier Verteidiger (Fuchsrudel, orange Trikots) benötigt. Gespielt wird in einem vorgegebenen Bereich (z. B. innerhalb von neun Metern).

Ziel für die Jäger, welche jeweils einen Ball haben ist es, die Gejagten mit dem Ball zu berühren. Die Verteidiger versuchen dies zu verhindern, indem sie die Laufwege der Jäger mit dem Körper blockieren. Die Übung dient vor allem dazu das kooperative Deckungsverhalten in einer 6:0 Deckung zu schulen. Da die Verteidiger stets in der Überzahl sind können sie durch gegenseitiges Helfen die Jäger vom Gejagten fernhalten.

Gelingt es einem Jäger mit seinem Ball einen Gejagten zu berühren werden die Aufgaben gewechselt. Die Jäger müssen ihren Ball nicht prellen, können dies aber in einer erschwerten Variante tun.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle erobern</h3>

Die zweite Variante der Fuchsjagd sieht eine gleiche Anzahl an Verteidigern, Gejagten und Jägern vor. Bei dieser Variante müssen die Jäger versuchen prellend die Gejagten zu erreichen. Aufgabe der Verteidiger ist es hierbei, die Bälle der Jäger zu erobern, bzw. herauszuspielen. Gelingt ihnen dies, dürfen die Jäger erst wieder angreifen, wenn sie eine kleine Strafaufgabe erledigt haben.

Auch bei dieser Variante werden bei einem erfolgreichen Abschlagen durch einen der Jäger die Aufgaben getauscht. Sie zielt darauf ab das Gewinnen von Bällen in offensiven Deckungsvarianten zu schulen, speziell im 3:3 Deckungssystem.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle herausfangen</h3>

Die Rahmenbedingungen für die dritte Variante bleiben genauso wie in der Übung zu vor, bis auf die Änderung, dass alle Jäger nur einen gemeinsamen Ball besitzen und ein Jäger nur dann einen Gejagten abschlagen darf, wenn er im Ballbesitz ist. Die Jäger können demnach durch Passen des Balles den Ort ihrer Angriffsaktionen schnell verlagern.

Ziel für die Verteidiger ist es hier bei einer klaren 1:1 Zuordnung Pässe zu antizipieren und heraus zu fangen. Gelingt dies, erhalten die Jäger erneut eine Strafaufgabe. Die Variante soll das Antizipieren von Pässen, wie es vor allem in offensiven Deckungssystemen erforderlich ist schulen. Das Prellen des Balles ist grundsätzlich erlaubt, kann allerdings beim Spielen auf sehr engem Raum (z.B. im Sechsmeterkreis) verboten werden.

Bei allen dargestellten Varianten können auch die Gejagten mit Bällen ausgestattet werden und so die Ballkontrolle dieser Spieler zusätzlich geschult werden, indem sie sich nur prellend fortbewegen dürfen.

Autor: Robert Nowacki

6. Februar 2018

Erkenntnisse der EM 2018

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 09:57

Gut eine Woche nach der EM ist der Abstand groß genug, um noch einmal objektiv auf das Turnier zurückzublicken, insbesondere natürlich auf die Leistung unserer deutschen Mannschaft. Zudem gab es einige allgemeine Erkenntnisse, die wir im Folgenden mit euch teilen, bzw. zur Diskussion stellen möchten.

7 gegen 6 und Müdigkeit

Immer mehr verfestigt sich das taktische Mittel den siebenten Feldspieler auch bei Gleichzahl zu bringen. Ausnahmslos alle Teilnehmer der Euro machten mehr oder weniger von dieser Möglichkeit Gebrauch, häufig vor allem dann, wenn das Angriffsspiel in Gleichzahl nicht so gut lief.

Aber auch längere Spielabschnitte mit sieben Feldspielern bestritten z.B. die Kroaten und dies meist auch sehr erfolgreich. Das deutsche Team hingegen griff zumeist dann auf das Überzahlspiel zurück, wenn es in den eigenen Offensivbemühungen hakte. Häufig konnte die Mannschaft von Christian Prokop dann auch die Überzahl positiv nutzen. Dass es ausgerechnet im Entscheidungsspiel gegen Spanien komplett nach hinten losging war eher der eigenen Nervosität und fehlender Entschlossenheit geschuldet, als dem taktischen Mittel an sich. Wenn man dem Gegner den Ball in die Hände spielt ist es nun einmal egal, ob man mit sechs oder sieben Feldspielern auf der Platte steht.

Der Gebrauch des siebenten Feldspielers zeigt jedoch auch etwas Anderes: Auf internationalem Topniveau haben viele Mannschaften im Gleichzahlspiel mittlerweile Probleme. Das Angriffsspiel der Gegner ist meist bekannt und es dominierten in vielen Partien Abwehr und Torhüter, auch weil viele Superstars kein gänzlich herausragendes Turnier spielten.

Es liegt der Verdacht nahe, dass der kräftezehrende Spielplan viele Spieler daran hinderte Bestleistungen im 2- bzw. 3-Tagesrhythmus abzuliefern. Bereits im vergangenen Jahr haben wir bei handballtraining.de an ein Überdenken des vollen Terminkalenders seitens der EHF hingewiesen.

Der Europameister Spainien ist sicherlich eine Überraschung, aber eben auch ein Team ohne ganz große Superstars, wie Hansen oder Karabatic, sondern ein Team, welches von Erfahrung, einem gutem Angriffskonzept und vor allem der objektiv besten Abwehr des Turniers lebt.

Wo steht Deutschland?

Zumindest ist der DHB aus den letzten beiden Turnieren nicht so erfolgreich hervorgegangen, wie sich das die Verantwortlichen gewünscht haben. Zu wechselhaft und verkrampft wirkten die Leistungen unserer Nationalmannschaft.

Zwar stellte man eine der besten Abwehrreihen, doch auch hier war nicht immer alles Gold was glänzt. So hatte das deutsche Team gegen Slowenien über die ganze Spielzeit Probleme mit einem einzigen Eins-Eins-starkem Rückraumspieler.

Das Torwartpaar einmal mehr zu den Besten im Turnier, auch wenn Andreas Wolff, welcher von Prokop deutlich mehr Spielanteile erhielt, nicht vollends an seine Leistung aus dem Europameisterschaftsjahr anknüpfen konnte.

Kritisch muss man die vielen Abwehrwechsel sehen. Häufig ging die Hereinnahme von 2 oder sogar drei Leuten für die Defensive nur auf Kosten des eigenen Umschaltspiels. Ausgerechnet in der ersten Hälfte gegen Spanien konnte der DHB ansatzweise zeigen, was mit Tempo aus der eigenen Abwehr heraus möglich ist.

Hier gilt es für das Trainerteam unbedingt mehr Fokus in den nächsten Monaten zu setzen, denn eine gute Abwehr verliert ohne ein passendes Konzept der ersten oder zweiten Welle schnell an Bedeutung.

Baustelle Positionsangriff

Größte Baustelle des DHB während des gesamten Turniers blieb der Positionsangriff. Weder im Angriffsverbund noch individuell konnte man sein Potential abrufen. Die Mängelliste gestaltete sich dabei sehr lang. Die Außenpositionen wurden kaum in Szene gesetzt und doch einmal freigespielt agierte vor allem Uwe Gensheimer oft unglücklich im Abschluss. Dass er dann noch Interviews in der Halbzeitpause geben musste, war sicherlich nicht vorteilhaft für das Ansehen des deutschen Kapitäns.

Auch das Zusammenspiel im Rückraum funktionierte häufig nicht wie erwartet. Die Wurfgewalt eines Julius Kühn oder Steffen Fäth kam vor allem in den ersten Spielen des Turniers selten zum Tragen. In der Hauptrunde deutete Kühn jedoch mehrfach an, dass er eine wichtige Waffe im linken Rückraum ist, die es eben auch einzusetzen gilt.

Auf der Spielmacherposition erhielt Philipp Weber sehr viel Spielzeit von Christian Prokop. Die fehlende internationale Erfahrung merkte man dem Leipziger häufig noch an. Ein erfahrener Spielgestalter auf internationalem Niveau fehlt dem deutschen Team jedoch im Moment leider. Auch Weber deutete in der ersten Hälfte gegen Spanien seine Klasse an und überraschte den Gegner durch sein komplettes Spiel. Wenn man dem Spieler des DhfK Zeit und Vertrauen gibt, kann er sicher in diese Rolle hineinwachsen. Bei der Euro 2018 kam sie jedoch zu früh für ihn.

Im rechten Rückraum war Steffen Weinhold zumeist eine Konstante und brachte durch seine individuellen Fähigkeiten im Eins-Eins viel Leben ins deutsche Spiel. Ausgerechnet an der erfahrenen spanischen Defensive scheiterte jedoch auch er und produzierte mehrfach Offensivfouls. Sein Vertreter Kai Häfner fand leider nicht ins Turnier und traf häufig bei gut gewählten Würfen falsche Entscheidungen. Ob eine Berücksichtigung von Fabian Wiede hier von Vorteil gewesen wäre, bleibt Spekulation.

Alles in Allem kam das DHB-Team über gute Ansätze oft nicht hinaus und dennoch hätte ein Sieg gegen Spanien oder im besten Turnierspiel der Deutschen gegen Dänemark der Kritik viel Wind aus den Segeln genommen.

Allerdings sprechen wir immer noch von einer der jüngsten Mannschaften im Turnier. Der Trainerwechsel ist sicherlich nicht so reibungslos verlaufen, wie sich dies alle gewünscht haben, doch Christian Prokop ist zweifellos ein sehr guter Handballtrainer. Vielleicht muss man dem Bundestrainer einfach mehr Zeit für die Arbeit mit der Mannschaft geben. Ob er diese bekommen wird, entscheiden die Verbandsoberen wohl in den nächsten Wochen.

Autor: Robert Nowacki

20. Mai 2016

Towarttraining: Reaktionsschulung mit Tennisbällen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 16:11

Die Schulung der allgemeinen Reaktionsfähigkeit gehört zum grundlegenden Trainingsinhalt im Torwarttraining. Neben herkömmlichen Methoden wird häufig auch auf unkonventionelle Mittel zurückgegriffen. Besonders bei Torhütern mit Defiziten im Bereich der Reaktionsschnelligkeit kann durch das Training mit Tennisbällen, welche kleiner und schneller sind als z.B. ein Handball, ein höherer Trainingseffekt erzielt werden.

Erwärmung mit Regelbewegung

Eine Erwärmung mit Tennisball kann unter folgenden Gesichtspunkten erfolgen: Vor Übungsbeginn wird mit Pylonen im Abstand beider Torpfosten ein Bereich markiert. In diesem Bereich muss der Torhüter während der Erwärmung in permanenter Seitwärtsbewegung agieren. Der übende Torhüter besitzt zudem in jeder Hand einen Tennisball. Ein Werfer in ca. 3 Metern Abstand hat einen zusätzlichen Tennisball.

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 1

Der Torhüter führt die Regelbewegung aus. Jeweils kurz bevor er eine Pylone erreicht hat, spielt der Werfer seinen Tennisball auf die pylonennahe Seite des Torhüters (s. Abb. 1). Dieser muss einen seiner Tennisbälle umgehend zum Werfer passen und den zugespielten Ball mit der nun freien Hand auffangen. Nach typischem Erwärmungsmuster sollte von oben nach unten agiert werden.
Die Arme des Torhüters sind während der Regelbewegung stets in Abwehrhaltung erhoben und nur bei Zuspielen des Werfers darf diese Haltung aufgelöst werden.

Reaktion mit Tennisball- und Schläger

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 2

Die Schulung der Reaktionsfähigkeit mit Tennisball und -schläger erfordert vor allem vom Übungsleiter gewisse Fähigkeiten im Umgang mit Tennisschläger und Ball.
Von verschiedenen Positionen aus unterschiedlichen Entfernungen mit verschiedenen Schlaghärten und -arten kann hier gezieltes Reaktionstraining für Torhüter gestaltet werden. Wichtig ist dabei, dass zunächst eine langsame Gewöhnung an das unkonventionelle Verhalten des Tennisballes stattfindet.

So kann beispielsweise zu Beginn der Tennisball mit der flachen Hand auf das Tor geschlagen werden. Erst wenn sich der Übende an die speziellen Anforderungen gewöhnt hat, wird durch Hinzunahme des Schlägers das Schwierigkeitslevel gesteigert. Durch den Tennisschläger als Hilfsinstrument ist es dem Torhüter nahezu unmöglich Ballweg und -höhe vorherzusehen. Dies führt dazu, dass hier wirklich gesondert die Reaktionsfähigkeit geschult wird.

Eine zusätzliche Erschwerung kann durch einen Sichtschutz (Freistoßmauer oder Trainingsdummie) installiert werden.

Abwehr von flachen Würfen und Aufsetzern

Tennisbälle eignen sich insbesondere um das Abwehrmuster von flachen Würfen und Aufsetzern aus dem Rückraum zu üben. Dadurch das Tennisbälle wesentlich kleiner sind und eine höhere Elastizität aufweisen (somit unberechenbarer Aufspringen), wird die Kooperation von Armen und Beinen bei der Abwehr flach geworfener Bälle wesentlich wichtiger als dies bei der Übung mit Handbällen der Fall ist.

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 3

Eine Grundübung hierzu wird in Abbildung 3 dargestellt. Ein Werfer steht mit Ballkiste ungefähr bei sechs Metern Torentfernung. Der Torhüter beginnt die Übung mit einer Vorwärtsrolle auf einer neben dem Tor befindlichen Matte und versucht im Anschluss schnellstmöglich in der seitlichen Regelbewegung in Richtung Tormitte zu gelangen. Der Werfer versucht einen Tennisball so im langen unteren Toreck zu platzieren, dass der Torhüter mit der flachen Abwehrposition in Hürdensitz oder Spagat unter Zuhilfenahme von Hand und Fuß gerade so noch an den Ball herankommt.

Im Anschluss wird die Übung auf der anderen Seite wiederholt. Eine Übungsserie sollte 8-12 Würfe beinhalten.

Autor: Robert Nowacki

2. April 2016

Kleine Spiele mit Körperkontakt für das Kinder- und Jugendtraining

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 17:59

Handball ist bei aller gebotenen Fairness ein Spiel, welches von Zweikampfsituationen und viel Körperkontakt lebt. Es ist daher nicht förderlich, wenn Bedenken bezüglich der Aufnahme von Körperkontakt in der Abwehr oder auch im Angriff bestehen. Häufig kommt es gerade dann auch zu Verletzungen. Um Kinder schon früh auf den Körperkontakt im Spiel vorzubereiten und die Angst vor Berührung und Zweikämpfen zu reduzieren, haben wir im Folgenden einige kleine Spiele zusammengetragen, bei denen Zweikampf und körperbetontes Spielen im Vordergrund stehen.

Raufballvarianten

Eines der bekanntesten Spiele, um auf Körperkontakt in Zweikampfsportarten vorzubereiten ist Raufball. Bei diesem Spiel stehen sich zwei Mannschaften gegenüber und versuchen einen Ball (z.B. einen Medizinball) in die Endzone des Gegners abzulegen. Dabei darf der (nur) ballführende Spieler von der verteidigenden Mannschaft geschoben (nicht geschubst werden). Wird der Ball abgegeben ist sofort von dem Spieler abzulassen.

Eine verschärfte Raufballvariante sieht das Spielen mit einem neutralen Ballträger vor. Während dieser die ganze Zeit in Ballbesitz bleibt, versuchen beide Mannschaften ihn mit dem Ball in die gegnerische Endzone zu schieben. Hier kommt es zu besonders viel Körperkontakt (Aufpassen und ggf. Spiel unterbrechen, falls eines der Kinder hinfällt) und -einsatz.

Glucke, Küken und Fuchs

204 kleine Kontaktspiele Abb. 1

Für dieses Spiel wird eine Kette aus vier Spielern gebildet. Die Reihe wird dadurch zusammengehalten, dass die hinteren Spieler mit beiden Armen die Hüfte des Vordermanns fassen. Der Erste in der Reihe ist die Glucke, die Spieler dahinter die „wehrlosen“ Küken. Ein einzelner Spieler, der Fuchs, versucht nun das hinterste Küken der Reihe abzuschlagen (Abbildung 1).
Die Glucke darf dies verhindern, indem sie sich dem Fuchs in den Weg stellt und ihn auch ggf. wegschiebt oder abblockt.

Gelingt es dem Fuchs die Glucke zu überwinden, können die Küken nur noch versuchen sich durch schnelles wegdrehen zu schützen. Reißt die Kette an einer Stelle oder schlägt der Fuchs das hinterste Küken ab, wird die Glucke zum neuen Fuchs und der alte Fuchs reiht sich hinten an die Kette an.
Das Spiel ist auch mit einem Handball, welcher zusätzlich vom Fuchs geprellt werden muss, möglich.

Kampf um die Insel

204 kleine Kontaktspiele Abb. 2

Mit Matten wird eine ringförmige Insel um einen freien Bereich in der Turnhalle gebaut (s. Abbildung 2). Die Kinder dürfen sich nur auf der Matte bewegen und müssen versuchen andere Spieler von den Matten herunter zu schieben, ohne selbst den Hallenboden zu berühren.

Es ist auch möglich in zwei Mannschaften gegeneinander zu spielen. Dabei befindet sich eine Mannschaft im freien Bereich in der Mitte und die andere Mannschaft hält sich auf der „Insel“ auf. Die Mannschaft in der Mitte muss versuchen, alle Spieler von der Insel zu sich ins „Wasser“ zu ziehen und somit zu Ihresgleichen zu machen.
Eine zweite Variante ist es, dass sich alle Spieler zu Beginn im „Wasser“ befinden und versuchen müssen, die anderen Spieler auf die „Inseln“ zu schieben und quasi „trocken zu legen“

Autor: Robert Nowacki