Handballtraining Handballübungen


25. August 2014

Beachhandballtraining – Kempa-Trick – Ballkontrolle

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:43

Auch wenn der Pass für einen Kempa-Trick genau dort hingeht wohin er soll, ist dies noch lange keine Erfolgsgarantie. Kann ein Passadressat den Ball nicht kontrollieren oder gelingt es ihm nicht die geeignete Wurfvariante zu finden, ist die Chance auf ein spektakuläres Tor vertan.

Schnelle Ballkontrolle im Sprung

Damit auch ein im Sprung befindlicher Spieler den Ball unter Kontrolle bringen kann, muss er in der Lage sein schnell Informationen zu verarbeiten und unter Zeitdruck agieren zu können.
Als Grundlagenübung hierfür eignet sich folgender Übungsaufbau (s. Abb. 1):

Der Übungsleiter platziert einen Turnhocker innerhalb des Torraumes. Auf dem Hocker wird ein Teilnehmer postiert, welcher einen Ball am ausgestreckten Arm hält. Die Übenden müssen nun versuchen, den Ball im Sprung aus der Hand des „Hockerspielers“ zu nehmen und noch während der Flugphase zum Torabschluss zu kommen.

Der Spieler auf dem Hocker muss dabei jeweils auf die verschiedenen Eigenschaften der jeweils Übenden eingehen (Körpergröße, Sprungkraft, Armlänge). Ziel sollte es sein, den Ball am höchsten Punkt der Flugphase anzunehmen und während der Landephase abzuschließen.

Die Übung lässt sich erschweren, indem der Ball vom „Hockerspieler“ nicht mehr nur gehalten wird, sondern leicht angelupft, sodass der Übende auf die Flugbahn des Balles reagieren soll.

Wurfqualität beim Kempa schulen

Ähnlich wie auch bei der Ballkontrolle, kann man die Wurfqualität für Kempa-Situationen schulen. Hierfür werden erneut die Turnhocker oder andere Erhöhungen benötigt. Je nach Sprungkraft sollte die Erhöhung angepasst werden. Hat ein Spieler eine maximale Sprunghöhe von 1,00 Meter, sollte auch die Erhöhung eine ähnliche Dimension besitzen.
Der Übende stellt sich auf den Hocker und erhält einen Ball zugespielt. Direkt nach dem Anspiel springt er vom Hocker Richtung Boden, ohne nach oben heraus zu springen (s. Abb. 2), und versucht den Ball während der Fallphase so zu werfen, dass er im Tor landet.

In dieser Übung wird also lediglich die Phase simuliert, in welcher der Ball bereits unter Kontrolle gebracht und der Werfer bereits im Fall befindlich ist. Die Spieler können somit lernen in kurzer Zeit Wurfvarianten anhand ihrer Position und dem Verhalten des Torhüters auszuwählen und zu benutzen.

Autor: Robert Nowacki

17. Juni 2014

Spiel- und Übungsformen zum Teambuilding

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 11:34

Spinnennetz

Ein sehr beliebtes Spiel in der Erlebnispädagogik ist das sogenannte „Spinnennetz“. Hierfür wird zwischen zwei Bäumen ein Spinnennetz mit Hilfe von Seilen, Bändern oder Schnüren aufgespannt. Die Anzahl der Löcher im Netz muss dabei genau der Anzahl an Teilnehmern des Spiels entsprechen. Die Spieler erhalten vor Beginn die Aufgabe von einer Seite des Netzes auf die andere zu gelangen. Dabei sind folgende Regeln zu beachten:
Jeder Spieler muss durch eines der Löcher auf die andere Seite gelangen
Das Netz darf nicht berührt werden
Jedes Loch darf nur von einem Spieler verwendet werden
Es sind keine Hilfsmittel wie z.B. Leitern, Stühle, etc. erlaubt
Im Anschluss an die Aufgabenstellung hat die Mannschaft 5 Minuten Zeit sich eine Strategie zur Bewältigung des Spinnennetzes zu überlegen. Danach wird die Zeit gestoppt, welche das Team benötigt, bis der letzte Spieler auf der anderen Seite ist. Es ist auch möglich einen Wettkampf mit zwei Mannschaften durchzuführen.

Lösungsansatz Spinnennetz

Die Spieler sollten sich gegenseitig bei der Überwindung der Löcher behilflich sein. Leichte Kinder können von größeren, stärkeren Mitspielern durch die Löcher gehoben werden. Hierbei muss gewährleistet sein, dass zu beiden Seiten des Netzes große Spieler stehen, welche durch die unteren Löcher müssen.

Der Tausendfüssler

Das Spiel „Tausendfüssler“ eignet sich besonders für den Aufbau von Vertrauen zwischen den Spielern einer Mannschaft, sowie die Schulung von Führungsqualitäten. Für die Übung wird ein langes Tau, wie es etwa beim Tauziehen zum Einsatz kommt benötigt.
Vor Beginn des Spiels stellen sich alle Spieler hintereinander auf einer Seite des Taus auf. Bis auf den vordersten Spieler, werden allen anderen Teilnehmern die Augen verbunden. Nun greifen alle Spieler mit der taunahen Hand das Tau. Der vordere Spieler hat jetzt die Aufgabe die anderen durch das Gelände zu lotsen, ohne dass einer seiner Mannschaftskameraden das Tau loslässt. Er muss dabei stets darauf achten, dass alle Mitspieler ausreichend vor Hindernissen gewarnt werden und diese bewältigen können.
Der Übungsleiter kann ein festes Ziel, welches erreicht werden muss vorgeben. Am besten geeignet ist die Übung für die Durchführung im Gelände. Das Spiel kann entweder gezielt dazu eingesetzt werden, Führungsspielern zusätzliche Akzeptanz in der Mannschaft zu verschaffen oder die Führungsqualitäten eher introvertierter Akteure zu schulen.
Autor: Robert Nowacki

28. März 2014

Angriffstaktik gegen die 5:1 Abwehr

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:40

Häufig sieht man bei Handballspielen, dass die Umstellung der Abwehrformation der angreifenden Mannschaft Probleme bereitet. Meist ist diese Umstellung die von der eher defensiven 6:0-Deckung zur aggressiveren 5:1-Deckung. Die verteidigende Mannschaft kann mit so einer offensiven Deckung Ballgewinne erzielen und beispielsweise einen Rückstand noch aufholen oder wurfstarke Rückraumakteure aus dem Spiel nehmen. Im Folgenden werden einige angriffstaktische Tipps gegeben, wie man gegen ein solches Deckungssystem agieren kann.

Mehr Kleingruppenspiel

Da die 5:1 meist das schnelle Stoßen über alle Positionen unterbindet ist Kleingruppenspiel gefragt. Das bedeutet, dass die Halbspieler zusammen mit ihren Außen und dem Kreisläufer agieren müssen. Der Kreisläufer muss dabei wesentlich mehr Laufarbeit leisten als gegen eine 6:0, da er die besten Chancen hat, wenn er den Ball in den Lauf gespielt bekommt. Ähnlich wie beim Überzahlspiel sollten die Außen ihre Anzugsbewegung nicht auf eine Lücke machen sondern immer zur Außenseite an ihrem Gegenspieler vorbei, sodass die Halbspieler auf die Position zwischen 1 und 2 ziehen können (s. Abb. 1). Dies hat zur Folge, dass der KL lediglich einen Gegenspieler im Abwehrzentrum hat und mit dem richtigen Timing den Ball in den Lauf erhält, indem er z.B. bei Beginn der Anzugsbewegung von der gegenüberliegenden Abwehrseite hinterläuft.

Sperre gegen den vorgezogenen Abwehrspieler

Eine probate Angriffslösung ist auch den vorgezogenen Abwehrspieler wegsperren zu lassen. In unserem Beispiel (s. Abb. 2) wird der Ball druckvoll von rechts nach links durchgespielt. Kurz bevor RR den Pass zu RM spielt löst sich der Kreisläufer von seiner Position und setzt die Sperre für seinen RM, sodass dieser mit Ball links am vorgezogenem Spieler vorbeistoßen kann. Dies hat zur Folge, dass der zentrale Abwehrspieler seine Position verändern muss, um eine Überzahlsituation auf der rechten Abwehrseite zu verhindern (blauer Pfeil). Somit entsteht viel Raum in der Abwehrmitte, in welchen sich der KL jetzt wieder absetzen kann und nach dem Pass von RM völlig frei ist.

Allgemeine Tipps gegen 5:1 Formationen

- Ballsichere Spieler aufs Feld
- Eins-Gegen-Eins starke Spieler für reine Werfer bringen
- Agieren mit Einläufern (mit und ohne Ball)
- Pässe über den vorgezogenen Abwehrspieler vermeiden

5. Februar 2014

Exkurs: Block und Zusammenspiel mit dem Torhüter

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 10:20

Das Blocken von Bällen will gelernt sein. Auch wenn der Vorgang an sich sehr einfach aussieht, ist ein gutes Blockspiel eine nicht zu unterschätzende Kunst.

Sollte man das Blocken von Würfen explizit trainieren?

In der Regel wird das Blocken bei vielen Übungen speziell für die Rückraumwerfer quasi nebenbei trainiert. Bei solchen Übungen sollte der Trainer darauf achten, dass auch Spieler im Block spielen, welche im Wettkampf ebenfalls im Mittelblock oder zumindest auf den Halbpositionen verteidigen. Ein Außenabwehrspieler hat dort nichts zu suchen. Allgemein sollte man die physischen Determinanten (Sprungkraft aus dem Stand, Körperspannung, u.ä) für ein gutes Blockspiel häufiger trainieren.

Außerdem ist auch das bevorzugte Abwehrsystem ausschlaggebend für die Wichtigkeit des Blockspiels. Lässt ein Trainer bevorzugt offensive Systeme spielen (5:1, 4:2, 3:3 oder eine sehr aggressive 6:0) verliert das Blockspiel an Wichtigkeit, da in diesen Systemen eher Schnelligkeit und Zweikampfstärke gefragt sind. Wird jedoch häufig eine eher defensive 6:0 Deckung gespielt, ist es zwingend notwendig, dass der Mittelblock in der Lage ist, den Torhüter bei Rückraumwürfen zu unterstützen.

Zusammenspiel zwischen Block und Torhüter

Zunächst muss es für die unterschiedlichen Spielsituationen klare Absprachen zwischen Torhüter und Block geben. Zumeist wird hierbei die alte Regel angewendet: „Der Block hat die Wurfarmseite.“ Dies bedeutet normalerweise, dass der Torhüter bei Werfern auf der Halbposition hauptsächlich die kurze Ecke abdecken muss (außer es spielen Linkshänder auf Halblinks und umgekehrt).

Geht ein Halbspieler einen langen Weg quer zur Abwehr, kann der Block allerdings in der Regel nicht mehr die Wurfarmseite komplett abdecken. Daher ist es wichtig, dass auch dafür Absprachen herrschen und diese schnell umgesetzt werden können.

Zusammenspiel trainieren

In der Regel kann man das Zusammenspiel am besten durch häufiges Spielen und hohe Kommunikation zwischen Mittelblock und Torhüter fördern. Eine kleine Übung, die sich hierfür ebenfalls anbietet ist folgende:

Falls die Handballtore nicht fest verankert sind (demontierbar) werden sie abgebaut. An der Stelle der beiden Torpfosten wird je ein kleines Tor aufgebaut (s. Abbildung 1). Die Spieler werden in Mannschaften zu je sechs Personen plus 1 Torhüter pro Team aufgeteilt.

Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Ziel des Spiels ist es den Ball in einem der beiden gegnerischen Tore unterzubringen. Abgesehen von den kleinen Toren wird nach ganz normalen Handballregeln gespielt (Kreis, Schrittregel, etc.). Dadurch, dass der Torhüter lediglich eins der kleinen Tore abdecken kann, ist es nötig, dass der Block sich an die Absprachen hält und Würfe auf das andere Tor konsequent blockt.

R. N.

7. Januar 2014

Passen, Fangen, Werfen – Erwärmungstipps

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 14:23

Gerade bei hohen Teilnehmerzahlen im Training greifen viele Übungsleiter gerne auf eine spielerische Erwärmung zurück. Besonders häufig wird hierfür das Handballspiel auf kleine Tore genutzt, da es zahlreiche Variationsmöglichkeiten bietet und für jeden Trainingsschwerpunkt verwendet werden kann. Im Folgenden werden die Vorteile und Variationsmöglichkeiten dieses Spiels etwas eingehender erläutert.

Das Spielprinzip

Das Grundprinzip des Spiels ist das Gleiche, wie beim normalen Handball (s. Abb. 1: hier mit vier kleinen Toren). Zwei Mannschaften stehen sich gegenüber und versuchen den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen und das eigene Tor zu verteidigen. Allerdings ist das Spiel wesentlich freier von taktischen Zwängen, wie Abwehrsystemen und Spielzügen, womit die konditionellen (Ausdauer, Schnelligkeit, etc.) und technischen Fähigkeiten (Passen, Fangen, Werfen) stärker geschult werden.

Vorteile

Der große Vorteil gegenüber anderen Erwärmungsformen liegt besonders im Kinderbereich am hohen Spaßfaktor. Durch den stark handballbezogenen spielerischen Aspekt kann der Übungsleiter sicher sein, dass alle Beteiligten nach einem fünfzehnminütigen Spiel gut erwärmt sind.

In Verbindung mit einem strengen Regelwerk (Spiel ohne Fouls oder Körperkontakt) ist die Verletzungsprophylaxe vielversprechend. Der taktische Charakter des Spiels ist besonders beim Üben der Manndeckung von Vorteil. Da es keine festen Abwehrsysteme gibt, ist gute Kommunikation beim Verteidigen gefordert. Ballgewinne lassen sich fast nur durch eine intensive Manndeckung erzwingen, was wiederum Laufbereitschaft und hohe Spielausdauer erfordert.

Aus genau diesem Grunde wird auch von der angreifenden Mannschaft viel Laufarbeit verlangt, da ständiges Freilaufen der einzige Weg ist, um die gegnerische Abwehr zu überwinden.
Kreativität steht im Vordergrund. Durch die geringe taktische Ausrichtung des Spiels ist jede Spielsituation anders, sodass vor allem schnelles Mit- und Umdenken im Angriffsspiel gefordert ist. Besonders bei einem zusätzlichen Prellverbot, ist ein hohes Maß an Spielübersicht gefragt. Technik und Teamwork werden hier klar über die Fähigkeiten im Zweikampf gestellt.

Variationen des Spiels

Technik:
- Vorgabe von Passtechniken
- Spiel mit unterschiedlichen Bällen
- Vorgegebene Anzahl an Pässen vor Torabschluss
- Kleines Spielfeld bei hoher Teilnehmerzahl
- Ballwechsel bei bloßer Berührung des Ballführenden durch einen Gegenspieler (hohe Passschnelligkeit)
- Prellverbot (bzw. nur einmal Tippen erlauben)
- Verbot von Rückpässen
Kondition:
- Spiel auf mehr als zwei Tore
- Spiel mit mehr einem Ball
- Spiel mit mehr als zwei Mannschaften
- Vergrößerung des Spielfeldes
- Spiel mit speziellen Trainingsbällen (höheres Gewicht)
- Strafaufgaben bei Gegentoren (Liegestütze u.ä.)
R. N.

31. Oktober 2013

Schnelles Umschalten

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:20

Ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und umgekehrt ist essenziell für erfolgreichen Handball. Dabei bedeutet Schnelligkeit nicht unbedingt die konditionelle Komponente. Wer schnell im Kopf ist, kann auch physische Defizite bis zu einem gewissem Maße wett machen. Um das schnelle Umschalten zu verinnerlichen, ist es wichtig dieses im Training häufig zu üben und dadurch zu automatisieren.

6 gegen 6

Vor der Übung werden zwei kleine Handballtore auf Höhe der Mittellinie positioniert (s. Abb.1). Eine angreifende Mannschaft spielt zunächst auf das normale Handballtor. Die verteidigende Mannschaft versucht die Angreifer an einem Torerfolg zu hindern. Gelangt das Abwehrteam in Ballbesitz (egal ob durch Balleroberung, Fehlwurf oder Gegentor) verändert sich sofort die Spielsituation.

Die eben noch verteidigende Mannschaft greift sofort die beiden kleinen Tore an der Mittellinie an und versucht innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters (z.B. 10 Sekunden) den Ball in einem der Tore unterzubringen. Die Angreifer versuchen dies ihrerseits durch schnelles Rückzugsverhalten zu verhindern. Die Übung kann auch zum Training der schnellen Manndeckung genutzt werden.

6 gegen 6 mit Überzahl im Gegenstoß

Auf einer Spielfeldseite wird 6 Gegen 6 im Positionsangriff gespielt. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen vier Abwehrspieler bereit. Nachdem die verteidigende Mannschaft im Spiel 6 gegen 6 den Ballbesitz erhält wird umgehend ein Gegenstoß Richtung gegenüberliegendes Tor eingeleitet (vorzugsweise über die schnelle Mitte und die zweite Welle). Dabei erhält die Mannschaft in Gegenstoß ein Zeitfenster (etwa 10 Sekunden), in welchem der Torabschluss im Spiel 6 gegen 4 erfolgen muss.

Die Zeit wird ab dem Zeitpunkt des Ballbesitzes genommen. Ziel der Übung ist es, dass sich alle Spieler am schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff beteiligen und so eine doppelte Überzahl erzielt werden kann. Nach Ablauf der Zeit oder dem Torabschluss wechseln die vier Verteidiger (plus zwei weitere Spieler) in den Positionsangriff. Vier Spieler der Gegenstoßgruppe werden zu Verteidigern und die sechs Spieler der Angriffsgruppe werden zur nächsten Gegenstoßgruppe. Natürlich ist eine Variation der Spieleranzahl möglich.

Robert Nowacki

28. Juni 2013

Trainingsübungen: Stoßen

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: admin – 16:01

Stoßen über den Mittelmann

Für die Übung werden auf den Halbpositionen bei ca. 7 Meter Torentfernung je zwei Hindernisstangen im Abstand von 1-1,5 Meter platziert. Auf der Rückraum-Mitte-Position wird ein länglicheres Hindernis, z.B. eine Matte oder ein Turnkasten platziert (s. Abb.1).

Hinter diesem Hindernis befindet sich ein Zuspieler mit einer Ballkiste. Die Spieler verteilen sich gleichmäßig auf die Halbpositionen. Lediglich die etatmäßigen Rückraum-Mitte-Spieler gehen auf ihre angestammte Position.

Die Übung beginnt damit, dass einer der Mittespieler auf sein Hindernis zuläuft und es auf einer Seite passiert. Ist er am Ende des Hindernisses angelangt bewegt er sich wieder einige Meter schräg nach hinten (roter Laufweg), bis er sich auf Höhe der Hindernismitte befindet.

Hier bekommt er den Ball vom Zuspieler zugepasst und stößt an der anderen Seite des Hindernisses vorbei. Hat er dieses fast passiert erfolgt der Pass auf den Halbspieler, der kurz zuvor zum Sprint angesetzt hat (blauer Laufweg).

Der Rückraumhalbe erhält den Ball im Idealfall kurz vor dem „Stangentor“, stößt durch dieses hindurch und setzt zum Torwurf an. Während der erste Mittelspieler den Ball vom Zuspieler erhält, kann der zweite bereits mit dem nächsten Durchgang (spiegelverkehrt zum ersten) beginnen.

Stoßen-Rückstoßen Kombination

Für die Übung werden lediglich zwei Matten benötigt, die in ca. 9 Metern Torentfernung mit der Breitseite Richtung Tor platziert werden. Die Spieler verteilen sich zu gleicher Zahl auf zwei Reihen einige Meter hinter jeder Matte. Der Abstand zwischen den Matten ist dem Übungsleiter überlassen, sollte allerdings zu Beginn eher gering sein und mit zunehmender Trainingserfahrung vergrößert werden.

Alle Spieler der ersten Reihe haben einen Ball. Diese Reihe beginnt, indem der erste Spieler A an der äußeren Seite seiner Matte vorbeistößt. Kurz nachdem A angelaufen ist, läuft der erste Spieler B der zweiten Reihe los.

Er stößt an der Innenseite seiner Matte vorbei und erhält den Ball von Spieler A. A läuft sofort nachdem er einen Ball abgespielt hat rückwärts um die Matte herum und erhält den Ball von Spieler B zurück während er nun innen an seiner Matte vorbeistößt.

Auch Spieler B läuft nach der Ballabgabe sofort rückwärts und stößt an der Außenseite seiner Matte vorbei, wo er ein letztes Mal den Ball erhält und nach drei Schritten per Sprung- oder Schlagwurf abschließt.

Einige ähnliche Übungen hierzu gibt es auch in diesem Youtube-Video: http://www.youtube.com/watch?v=6nDDLuMpgsc

Robert Nowacki

20. November 2012

Kennenlernen des Kreuzens

Kategorie: Taktik,Zusammenspiel – Autor: admin – 18:13

Das sogenannte Kreuzen oder auch „Wechseln“ gehört zu den wichtigsten speziellen Angriffstaktiken im Handball und ist die Grundlage für einen Großteil der bekannten Spielzüge im Handball. Im Folgenden wird eine Übung erläutert, bei welcher die Grundlagen des Kreuzens erlern werden sollen.

Übung zum Kreuzen

Um die Spieler mit den Grundlagen des Kreuzens vertraut zu machen empfiehlt es sich zunächst den grundlegenden Ablauf einer Kreuzbewegung zu trainieren. Hierfür stellen sich die Spieler in zwei Reihen hintereinander auf. Die Spieler beider Reihen blicken dabei auf eine Stange/Pylone in ungefähr 5 Metern Entfernung (s. Abb.1). Zwischen beiden Reihen ist ca. 3-4 Meter Zwischenraum.

Die Markierungspylone befindet sich genau auf mittlerer Höhe beider Reihen. Der erste Spieler einer Reihe erhält einen Ball und bekommt die Aufgabe mit dem Ball in Richtung der Markierung zu laufen. Kurz nach ihm läuft sein Pendant auf der anderen Seite ebenfalls los. Timing ist hierbei entscheidend. Ist der erste Spieler vor der Markierung angekommen, dreht er sich um und spielt dem zweiten Spieler den Ball in den Lauf.

Der zweite Spieler hat dabei einen etwas kürzeren Laufweg, da er den Ball praktisch direkt hinter seinem Passgeber erhält. Diese Reihe soll so lange wie möglich fortgesetzt werden. Es ist wichtig, dass der Übungsleiter bereits kleinste Fehler sofort anspricht, da diese bei Manifestation später das präzise Ausführen komplexer Wechsel behindern können.

Das Kreuzen – Worauf ist zu achten?

Vor allem die korrekten Laufwege sind essenziell wichtig beim Kreuzen. Die Spieler sollen nicht in einer geraden Linie auf den Markierungsgegenstand zu laufen, sondern einen leichten Bogen beschreiben (s. Abb.1). Dies erleichtert zum einen das Passen und schützt die Spieler später vor schweren Zusammenprällen mit der Abwehr. Außerdem verlängert es die Zeit, die ein Spieler für den Pass besitzt.

Die Genauigkeit des Passes ist ebenfalls ausschlaggebend. Der Übungsleiter sollte zunächst die Ansage machen normale Schlagwurfpässe zu spielen. Hierfür müssen sich die Passgeber etwas stärker zum Passempfänger umdrehen, als das beim eigentlichen Kreuzen der Fall sein sollte. Allerdings sind für Anfänger der Laufweg und das Timing des Passes zunächst wichtiger und die Genauigkeit von Schlagwurfpässen erfahrungsgemäß einfach höher. Später kann auf Handgelenkspässe umgestiegen werden.

Es ist meist von Vorteil die Übungen in sehr geringem Tempo durchführen zu lassen, da ihr Gelingen in großem Maße von Timing und Konzentration abhängt. Es kann sogar effektiv sein zunächst nur im Schritttempo zu arbeiten.

Robert Nowacki

10. September 2012

Trainingsübungen zur Verbesserung der Hüftwurftechnik

Kategorie: Wurftraining,Zusammenspiel – Autor: admin – 11:25

Der Hüft- oder auch Unterarmwurf zählt zu den schwierigsten Technikbildern im Handballsport. Allerdings bietet eine gute Beherrschung dieser Wurfvariante dem Spieler vielfältige Möglichkeiten und erhöht seine Unberechenbarkeit im Wettkampf. Die folgenden Übungen dienen zur Verbesserung und Festigung der Technik.

„Wurflimbo“

Der Trainer bestimmt für die Übung zunächst zwei Verteidiger, die sich in ca. einem Meter Entfernung zueinander in Verteidigungsposition 8 Meter vor dem Tor positionieren

Die beiden Abwehrspieler erhalten eine kurze Stange, welche jeder von ihnen an einem Ende auf Höhe der eigenen Hüfte festhält. Ein Zuspieler agiert von der Halbposition aus. Die Angriffsspieler versammeln sich ca. 12-14 Meter vor dem Tor.

Nachdem ein Angreifer losgelaufen ist, passt er seinen Ball sofort zum Zuspieler und läuft auf die beiden Verteidiger mit der „Limbostange“ zu. Etwa drei Schritte vor Erreichen der Verteidiger erhält der Angreifer den Ball zurück und versucht den Ball aus der Bewegung per Hüftwurf unter der Stange hindurch im Tor unterzubringen. Dabei wird durch die Stange in Hüfthöhe sichergestellt, dass für den Wurf hauptsächlich die Kraft aus dem Unterarm mobilisiert und die Technik korrekt ausgeführt wird.

Hüftwürfe um den Gegner herumziehen

Hüftwürfe sind vor allem dann erfolgsversprechend, wenn sie in den Bereich des Tores zielen, der eigentlich vom Abwehrspieler abgedeckt ist. Um dies zu trainieren kann der Übungsleiter ein oder zwei Turnkästen in acht Metern Torentfernung aufstellen

Die Kästen befinden sich dabei mit ihrer äußeren Kante auf gleicher Höhe wie die Torpfosten. Die Linkshänder üben links, die Rechtshänder rechts am Kasten vorbei den Ball per Hüftwurf im Tor zu platzieren. Die Kunst hierbei ist, mit dem Körper hinter dem Kasten zu bleiben und nur durch Nutzen des Unterarmzuges um den Kasten herum das Tor zu treffen.

Übungsergänzung: Wurfhöhe regulieren

Vielen Handballspielern fällt es schwer die Höhe ihrer Unterarmwürfe erfolgsversprechend zu steuern. Hierfür bietet es sich an, bei Wurfübungen zusätzlich Zielvorgaben in optischer Form einzubauen. Da boden- und lattennahe Würfe am Schwierigsten für Torhüter zu erreichen sind empfiehlt es sich die Spieler hauptsächlich auf diese Wurfhöhen zu trimmen.

Zur Markierung kann der Trainer einfach zwei längere Seile zwischen den beiden Torpfosten spannen. Beide Seile sollten nicht viel mehr als 30 Zentimeter von Boden, bzw. Lattenunterkante entfernt sein.

Robert Nowacki

14. August 2012

Variable Zwei-Gegen-Eins-Situationen

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: admin – 10:08

Die Grundangriffstaktik des Handballspiels ist es Überzahlsituationen herbeizuführen, die am erfolgversprechendsten für Torgewinne sind. Ist eine solche Situation eingetreten muss jedoch noch die richtige Entscheidung vom Angriffsspieler in Ballbesitz getroffen werde. Dies kann mit den folgenden Übungen trainiert werden.

2:1 Außen

Die erlaubte Wurfzone wird wie in Abbildung 1 durch eine Pylone begrenzt. Die beiden Angriffsspieler müssen versuchen gegen einen Abwehrspieler eine gute Wurfchance herauszuarbeiten. Zu beachten ist, dass dies möglichst schnell und sauber geschehen soll. Die Spieler sollen lernen, Entscheidungen aufgrund des gegnerischen Verhaltens zu treffen. Die Übung ist in erster Linie für Halb- und Außenspieler relevant.

2:1 Rückraum-Kreis

Die Übung sollte ebenfalls in einer abgegrenzten Zone stattfinden.

Der Rückraumspieler läuft mit Ball auf das Tor zu. Sein Kreisspieler stellt für ihn eine Sperre. Nun muss der Rückraumspieler erkennen ob er die Möglichkeit hat selbst den Torabschluss zu suchen oder auf den Kreisläufer abzulegen. Der Kreisläufer muss entscheiden, ob er die Sperre aufrechterhalten will oder versucht sich abzusetzen. Diese Übung eignet sich sehr gut das Spielverständnis zwischen Kreis- und Rückraumspielern zu verbessern. Die Spielzone kann auch auf die Halbpositionen verlegt werden.

2:1 Gegenstoß

Der Übungsleiter steckt vor Beginn der Übung drei quaderförmige Bereiche mit Trainingspylonen ab.

Ihre Größe sollte in der Breite nicht mehr als ein Drittel der Gesamtbreite des Handballfeldes betragen. Die Länge der ersten beiden Zonen ist nur von geringer Bedeutung und kann zwischen zwei und fünf Metern betragen. Die letzte Zone sollte ungefähr vom Torkreis bis zur Neunmeterline gehen.

In jeder Zone hält sich ein Abwehrspieler auf, der diesen Bereich während der Übung nicht verlassen darf. Die Spieler laufen von der anderen Spielfeldseite paarweise mit dem Ball auf das gegenüberliegende Tor zu. Sie müssen dabei alle drei Zonen durchqueren. Dies bedeutet, dass beide die Zonen im Bereich zwischen den ersten beiden Pylonen betreten und auch wieder zwischen den hinteren beiden verlassen. In den Zonen gelten ganz normale Handballregeln. Die beiden Angreifer müssen versuchen mit dem Ball am Verteidiger vorbeizugelangen. Dabei darf der Ball in den ersten beiden Zonen nicht über den Verteidiger gepasst werden.

Lediglich in der letzten Zone ist dies erlaubt damit einer der Spieler z.B. an den Kreis auflösen kann. Das Lauftempo wird im Idealfall wie beim Gegenstoß konstant hoch gehalten und nicht vor oder in den Zonen verringert. In der letzten Zone soll eine Wurfchance herausgespielt werden.

Robert Nowacki