Handballtraining Handballübungen


9. April 2016

Einfache Übung zum Timing beim leeren Kreuzen mit Wurfbelastung

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 19:25

In der folgenden Animation zeigen wir euch eine einfache Übung zum richtigen Timing beim leeren Kreuzen mit Wurfbelastung.

Ausgangsposition




Es üben immer zwei Angriffsspieler. Einer davon besetzt bei Übungsbeginn eine Halbposition (weisses Trikot in der Animation), der andere beginnt auf Rückraum Mitte (rot). Zusätzlich benötigt werden zwei Anspieler. Einer besetzt die zweite Halbposition im Rückraum (Anspieler 1) mit Ballkiste.

Der andere Anspieler (Anspieler 2) postiert sich mit Ballkiste auf der Außenposition neben dem übenden Halbangreifer. Außerdem wird ein defensiver Abwehrspieler im Zentrum sowie ein Tor aus Pylonen auf der Halbposition (s. Animation) benötigt.

Paralleles Stoßen zu Beginn

Die Übung beginnt mit einem Pass des Anspieler 1 zum stoßenden RM, welcher den Druck weiter auf RR gibt. Dieser spielt den Ball aus der Stoßbewegung auf den Anspieler 2 und orientiert sich sofort zurück Richtung Seitenauslinie, um erneut anzulaufen. Anschließend erhält er den Ball von Anspieler 2 wieder, stößt erneut an und gibt den Druck weiter auf RM.

RM nimmt den Ball in hohem Tempo an, geht allerdings nicht allzu sehr in die Tiefe, sondern spielt den Ball bei ca. 9 Metern zu Anspieler 1 weiter und orientiert sich direkt auf die Position des anderen Halbspielers.

Leeres Kreuzen

Der Laufweg von RM auf die Halbposition orientiert sich dabei am Verlauf der Neunmeterlinie. Der Halbspieler seinerseits, kommt im großen Bogen von seiner Position, um mit viel Anlauf Richtung Tor über die Spielfeldmitte den Ball von Anspieler 1 zu erhalten (bei etwa 10 Metern) und aus vollem Lauf zum Sprungwurf gegen den Einerblock anzusetzen.

Währenddessen muss RM sich so positionieren, dass er von der Halbposition mit Schwung einen Pass von Anspieler 2 auf der Außenposition annehmen kann und mit drei Schritten zur Wurfgelegenheit bei sechs Metern kommt.

Wichtiges

Wichtiges Element dieser Übung ist zum einen das schnelle Rückorientieren der beiden übenden Angreifer nach den Stoßbewegungen, sodass der Spielfluss erhalten bleibt. Zudem ist beim leeren Kreuzen das Timing des Halbspielers entscheidend. Die Ballannahme muss bei höchstem Tempo mit genügend Abstand zur Abwehrreihe erfolgen, um Zeit für eine Entscheidungsfindung zu haben.

Erweiterungen

Erweitert werden kann die Übung um beliebig viele Abwehrspieler, sodass mehr Optionen für den Angriff nötig werden, wie z.B. der Rückpass von Halb- zu Mittelspieler (evtl mit Abräumen über Außen) nach dem leeren Kreuz oder ein Kreisanspiel (Hinzunahme eines Kreisläufer und eines zweiten Mittelblockspielers).

Autor: Robert Nowacki

11. März 2016

Paarweises koordinatives Einpassen mit zwei (und mehr) Bällen

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 10:36

Um zusätzliche koordinative Belastung in das einfache Einpassen zu integrieren, bietet es sich an, mit zusätzlichen Bällen zu arbeiten. Durch einen zweiten oder dritten Ball beim paarweisen Einspielen können so neue Reizpunkte gesetzt werden, insbesondere im Bezug auf Reaktions- und Differenzierungsfähigkeit. Eine kleine methodische Aufbaureihe stellen wir im Folgenden vor.

Grundübung – 2 Partner, 2 Bälle

201 Einpassen mit zwei Bällen Abb. 1

Der einfachste Ablauf beim Passen mit 2 Bällen, ist das permanente Passen und Fangen eines Balles durch beide Partner. Hierfür kann entweder die Vereinbarung getroffen werden, einen Ball immer auf der rechten und einen immer auf der linken Seite des Körpers zu spielen, oder, wie in der Abbildung dargestellt einen Ball stets als Aufsetzer und den anderen als normalen Pass auf Brusthöhe zu spielen.
Nur wenn diese einfachste Form des Passens mit zwei Bällen beherrscht wird, können erschwerende Varianten geübt werden.

Erschwerung 1 – Passen/Fangen von zwei Bällen gleichzeitig

Erschwerung 1 ist besonders gut geeignet, um das einhändige Fangen zu schulen. Jeder Partner wirft und fängt dabei beide Bälle gleichzeitig mit jeweils einer Hand. Zu Beginn können die Pässe leicht zeitversetzt erfolgen, sodass eine kleine Pause zwischen dem Fangen beider Bälle vorhanden ist. Am Ende sollte jeder in der Lage sein beide Bälle gleichzeitig zu Fangen.
Neben der Reaktions- und Kopplungsfähigkeit soll vor allem auch die Greifkraft trainiert werden, diese beim einhändigen Fangen des Balles wesentlich wichtiger ist, als beim normalen Fangen mit zwei Händen.

Erschwerung 2 – Reaktionstraining mit Bällen aus zwei verschiedenen Richtungen

Für Erschwerung 2 benötigen beide Partner einen Ball. Während Partner 1 seinen Ball senkrecht in die Luft wirft, spielt Partner 2 ihm den Ball zu. Partner 1 spielt diesen Ball direkt als Druckpass zurück und fängt anschließend seinen in die Luft geworfenen Ball wieder auf.
Die Übung soll die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit schulen indem schnell zwischen unterschiedlichen Aufgabenstellungen (Hochwerfen, Fangen, Rückpass, Fangen) gewechselt wird. Der hochgeworfene Ball sollte so getimt werden, dass Partner 1 ihn direkt nach dem Rückpass zu Partner 2 wieder fangen muss.

Erschwerung 3 – Kombination beider Vorübungen

Haben die Spieler auch mit der zweiten Erschwerung keine Probleme, kann die Schwierigkeit durch Hinzunahme eines dritten Balles pro Paar weiter gesteigert werden. Hierfür wird eine Kombination aus Erschwerung 1 und 2 vorgenommen.
Partner 1 wirft dabei wieder den Ball in die Luft, und muss anschließend zwei Bälle gleichzeitig einhändig Fangen und zurückspielen ehe er seinen Ball erneut aus der Luft fängt. Diese Variante kann auch umgekehrt (2 Bälle in die Luft, 1 Ball als Rückpass) oder sogar mit vier Bällen (alle Bälle werden einhändig gefangen) als weitere Erschwerung durchgeführt werden.

Erschwerungen durch veränderte Rahmenbedingungen

Die einzelnen Varianten können zusätzlich durch äußere Belastungsfaktoren ergänzt und erschwert werden. Beispielsweise können umgedrehte Turnbänke oder Balanceboards verwendet werden um zusätzliche Anforderungen an die Gleichgewichtsfähigkeit zu stellen. Medizin- oder Gewichtsbälle können die Anforderung an Kraft oder Umstellungsfähigkeit erhöhen. Zudem erhöht sich die Schwierigkeit aller Übungen, wenn sie in Bewegung (Vor-Zurück bzw. Seitwärts) ausgeführt werden müssen.

Autor: Robert Nowacki

9. September 2015

Methodische Übungsreihe Abräumen (Zusammenspiel zwischen Halb- und Außenangreifer)

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 09:47

Das Abräumen zählt zu den geläufigsten Angriffshandlungen im Handball. Gerade im Jugendhandball kommt das Einsetzen der Außenspieler jedoch häufig zu kurz. Außerdem ist die Übersicht und das Timing in einer 2vs.1 Situation, wie sie das Abräumen ja zumeist erfordert häufig unzureichend. Daher gibt es im Folgenden eine kleine methodische Übungsreihe mit der das Abräumen sowohl erlernt und anschließend verbessert werden kann.

Grundübung: Anzugsbewegung von Halb auf Lücke zwischen 1 und 2

Eine Basisübung zum Verinnerlichen der Lauf- und Passwege während des Abräumens ist in Abb. 1 dargestellt. Ein Spieler auf RM fungiert mit Ballkiste als Anspieler. Zusätzlich werden beide Außen und beide Halbpositionen besetzt.

Die Lücke zwischen Halb- und Außenverteidiger wird mit Pylonen simuliert. Der Halbangreifer erhält den Ball im Lauf von RM und stößt mit dem Ball zwischen die beiden Pylonen. Der Ball wird von ihm bei ca. 0,5-1 Meter Entfernung zum Torkreis auf die Außenposition abgelegt. Direkt nach dem Torabschluss von LA passt RM den Ball auf die rechte Angriffsseite wo die Übung wiederholt wird.
Besonderes Augenmerk liegt darauf, dass der Außenangreifer den Ball ebenfalls bereits im Lauf erhält und lernt sich auf das Passtiming seines Nebenmannes einzustellen. Zudem sollen bereits verschiedene Arten des Passes auf Außen (Aufsetzer, beidhändige Weiterleitung, usw.) verinnerlicht werden.

Übung: Entscheidungstraining mit aktivem Außenverteidiger

Die Übung baut auf der oben geschilderten Grundübung auf und wird lediglich in durch die Hinzunahme eines menschlichen Außenverteidigers modifiziert (s. Abbildung 2: graues Trikot). Der Außenverteidiger deckt zu Übungsbeginn noch den Außenangreifer. Nach dem Pass von RM auf die Halbposition simuliert er jedoch ein Aushelfen und rückt ein in Richtung der Pylone.
Der Halbspieler soll hierbei lernen die Bewegung des Außenverteidigers zu lesen und den idealen Abspielmoment sowie die beste Passtechnik (Armhaltung des Verteidigers) zu erkennen. Bei zureichender Beherrschung dieses Automatismus wird die Übung dahingehend modifiziert, dass der Außenverteidiger selbstständig entscheidet, ob er einrückt oder nicht. Der Halbangreifer muss je nach Situation mit dem Abspiel auf außen oder dem selbstständigen Durchbruch mit Torwurf reagieren.

Bereits hier herrscht eine erhöhte Anforderung an kognitive und koordinative Fähigkeiten des Halbspielers, da ein starres Verhaltensmuster jetzt durch zwei Lösungswege ersetzt wird. Im nächsten Beitrag werden wir die Übungsreihe nochmals erweitern.
Autor: Robert Nowacki

25. August 2014

Beachhandballtraining – Kempa-Trick – Ballkontrolle

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:43

Auch wenn der Pass für einen Kempa-Trick genau dort hingeht wohin er soll, ist dies noch lange keine Erfolgsgarantie. Kann ein Passadressat den Ball nicht kontrollieren oder gelingt es ihm nicht die geeignete Wurfvariante zu finden, ist die Chance auf ein spektakuläres Tor vertan.

Schnelle Ballkontrolle im Sprung

Damit auch ein im Sprung befindlicher Spieler den Ball unter Kontrolle bringen kann, muss er in der Lage sein schnell Informationen zu verarbeiten und unter Zeitdruck agieren zu können.
Als Grundlagenübung hierfür eignet sich folgender Übungsaufbau (s. Abb. 1):

Der Übungsleiter platziert einen Turnhocker innerhalb des Torraumes. Auf dem Hocker wird ein Teilnehmer postiert, welcher einen Ball am ausgestreckten Arm hält. Die Übenden müssen nun versuchen, den Ball im Sprung aus der Hand des „Hockerspielers“ zu nehmen und noch während der Flugphase zum Torabschluss zu kommen.

Der Spieler auf dem Hocker muss dabei jeweils auf die verschiedenen Eigenschaften der jeweils Übenden eingehen (Körpergröße, Sprungkraft, Armlänge). Ziel sollte es sein, den Ball am höchsten Punkt der Flugphase anzunehmen und während der Landephase abzuschließen.

Die Übung lässt sich erschweren, indem der Ball vom „Hockerspieler“ nicht mehr nur gehalten wird, sondern leicht angelupft, sodass der Übende auf die Flugbahn des Balles reagieren soll.

Wurfqualität beim Kempa schulen

Ähnlich wie auch bei der Ballkontrolle, kann man die Wurfqualität für Kempa-Situationen schulen. Hierfür werden erneut die Turnhocker oder andere Erhöhungen benötigt. Je nach Sprungkraft sollte die Erhöhung angepasst werden. Hat ein Spieler eine maximale Sprunghöhe von 1,00 Meter, sollte auch die Erhöhung eine ähnliche Dimension besitzen.
Der Übende stellt sich auf den Hocker und erhält einen Ball zugespielt. Direkt nach dem Anspiel springt er vom Hocker Richtung Boden, ohne nach oben heraus zu springen (s. Abb. 2), und versucht den Ball während der Fallphase so zu werfen, dass er im Tor landet.

In dieser Übung wird also lediglich die Phase simuliert, in welcher der Ball bereits unter Kontrolle gebracht und der Werfer bereits im Fall befindlich ist. Die Spieler können somit lernen in kurzer Zeit Wurfvarianten anhand ihrer Position und dem Verhalten des Torhüters auszuwählen und zu benutzen.

Autor: Robert Nowacki

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17. Juni 2014

Spiel- und Übungsformen zum Teambuilding

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 11:34

Spinnennetz

Ein sehr beliebtes Spiel in der Erlebnispädagogik ist das sogenannte „Spinnennetz“. Hierfür wird zwischen zwei Bäumen ein Spinnennetz mit Hilfe von Seilen, Bändern oder Schnüren aufgespannt. Die Anzahl der Löcher im Netz muss dabei genau der Anzahl an Teilnehmern des Spiels entsprechen. Die Spieler erhalten vor Beginn die Aufgabe von einer Seite des Netzes auf die andere zu gelangen. Dabei sind folgende Regeln zu beachten:
Jeder Spieler muss durch eines der Löcher auf die andere Seite gelangen
Das Netz darf nicht berührt werden
Jedes Loch darf nur von einem Spieler verwendet werden
Es sind keine Hilfsmittel wie z.B. Leitern, Stühle, etc. erlaubt
Im Anschluss an die Aufgabenstellung hat die Mannschaft 5 Minuten Zeit sich eine Strategie zur Bewältigung des Spinnennetzes zu überlegen. Danach wird die Zeit gestoppt, welche das Team benötigt, bis der letzte Spieler auf der anderen Seite ist. Es ist auch möglich einen Wettkampf mit zwei Mannschaften durchzuführen.

Lösungsansatz Spinnennetz

Die Spieler sollten sich gegenseitig bei der Überwindung der Löcher behilflich sein. Leichte Kinder können von größeren, stärkeren Mitspielern durch die Löcher gehoben werden. Hierbei muss gewährleistet sein, dass zu beiden Seiten des Netzes große Spieler stehen, welche durch die unteren Löcher müssen.

Der Tausendfüssler

Das Spiel „Tausendfüssler“ eignet sich besonders für den Aufbau von Vertrauen zwischen den Spielern einer Mannschaft, sowie die Schulung von Führungsqualitäten. Für die Übung wird ein langes Tau, wie es etwa beim Tauziehen zum Einsatz kommt benötigt.
Vor Beginn des Spiels stellen sich alle Spieler hintereinander auf einer Seite des Taus auf. Bis auf den vordersten Spieler, werden allen anderen Teilnehmern die Augen verbunden. Nun greifen alle Spieler mit der taunahen Hand das Tau. Der vordere Spieler hat jetzt die Aufgabe die anderen durch das Gelände zu lotsen, ohne dass einer seiner Mannschaftskameraden das Tau loslässt. Er muss dabei stets darauf achten, dass alle Mitspieler ausreichend vor Hindernissen gewarnt werden und diese bewältigen können.
Der Übungsleiter kann ein festes Ziel, welches erreicht werden muss vorgeben. Am besten geeignet ist die Übung für die Durchführung im Gelände. Das Spiel kann entweder gezielt dazu eingesetzt werden, Führungsspielern zusätzliche Akzeptanz in der Mannschaft zu verschaffen oder die Führungsqualitäten eher introvertierter Akteure zu schulen.
Autor: Robert Nowacki

28. März 2014

Angriffstaktik gegen die 5:1 Abwehr

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:40

Häufig sieht man bei Handballspielen, dass die Umstellung der Abwehrformation der angreifenden Mannschaft Probleme bereitet. Meist ist diese Umstellung die von der eher defensiven 6:0-Deckung zur aggressiveren 5:1-Deckung. Die verteidigende Mannschaft kann mit so einer offensiven Deckung Ballgewinne erzielen und beispielsweise einen Rückstand noch aufholen oder wurfstarke Rückraumakteure aus dem Spiel nehmen. Im Folgenden werden einige angriffstaktische Tipps gegeben, wie man gegen ein solches Deckungssystem agieren kann.

Mehr Kleingruppenspiel

Da die 5:1 meist das schnelle Stoßen über alle Positionen unterbindet ist Kleingruppenspiel gefragt. Das bedeutet, dass die Halbspieler zusammen mit ihren Außen und dem Kreisläufer agieren müssen. Der Kreisläufer muss dabei wesentlich mehr Laufarbeit leisten als gegen eine 6:0, da er die besten Chancen hat, wenn er den Ball in den Lauf gespielt bekommt. Ähnlich wie beim Überzahlspiel sollten die Außen ihre Anzugsbewegung nicht auf eine Lücke machen sondern immer zur Außenseite an ihrem Gegenspieler vorbei, sodass die Halbspieler auf die Position zwischen 1 und 2 ziehen können (s. Abb. 1). Dies hat zur Folge, dass der KL lediglich einen Gegenspieler im Abwehrzentrum hat und mit dem richtigen Timing den Ball in den Lauf erhält, indem er z.B. bei Beginn der Anzugsbewegung von der gegenüberliegenden Abwehrseite hinterläuft.

Sperre gegen den vorgezogenen Abwehrspieler

Eine probate Angriffslösung ist auch den vorgezogenen Abwehrspieler wegsperren zu lassen. In unserem Beispiel (s. Abb. 2) wird der Ball druckvoll von rechts nach links durchgespielt. Kurz bevor RR den Pass zu RM spielt löst sich der Kreisläufer von seiner Position und setzt die Sperre für seinen RM, sodass dieser mit Ball links am vorgezogenem Spieler vorbeistoßen kann. Dies hat zur Folge, dass der zentrale Abwehrspieler seine Position verändern muss, um eine Überzahlsituation auf der rechten Abwehrseite zu verhindern (blauer Pfeil). Somit entsteht viel Raum in der Abwehrmitte, in welchen sich der KL jetzt wieder absetzen kann und nach dem Pass von RM völlig frei ist.

Allgemeine Tipps gegen 5:1 Formationen

– Ballsichere Spieler aufs Feld
– Eins-Gegen-Eins starke Spieler für reine Werfer bringen
– Agieren mit Einläufern (mit und ohne Ball)
– Pässe über den vorgezogenen Abwehrspieler vermeiden

5. Februar 2014

Exkurs: Block und Zusammenspiel mit dem Torhüter

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 10:20

Das Blocken von Bällen will gelernt sein. Auch wenn der Vorgang an sich sehr einfach aussieht, ist ein gutes Blockspiel eine nicht zu unterschätzende Kunst.

Sollte man das Blocken von Würfen explizit trainieren?

In der Regel wird das Blocken bei vielen Übungen speziell für die Rückraumwerfer quasi nebenbei trainiert. Bei solchen Übungen sollte der Trainer darauf achten, dass auch Spieler im Block spielen, welche im Wettkampf ebenfalls im Mittelblock oder zumindest auf den Halbpositionen verteidigen. Ein Außenabwehrspieler hat dort nichts zu suchen. Allgemein sollte man die physischen Determinanten (Sprungkraft aus dem Stand, Körperspannung, u.ä) für ein gutes Blockspiel häufiger trainieren.

Außerdem ist auch das bevorzugte Abwehrsystem ausschlaggebend für die Wichtigkeit des Blockspiels. Lässt ein Trainer bevorzugt offensive Systeme spielen (5:1, 4:2, 3:3 oder eine sehr aggressive 6:0) verliert das Blockspiel an Wichtigkeit, da in diesen Systemen eher Schnelligkeit und Zweikampfstärke gefragt sind. Wird jedoch häufig eine eher defensive 6:0 Deckung gespielt, ist es zwingend notwendig, dass der Mittelblock in der Lage ist, den Torhüter bei Rückraumwürfen zu unterstützen.

Zusammenspiel zwischen Block und Torhüter

Zunächst muss es für die unterschiedlichen Spielsituationen klare Absprachen zwischen Torhüter und Block geben. Zumeist wird hierbei die alte Regel angewendet: „Der Block hat die Wurfarmseite.“ Dies bedeutet normalerweise, dass der Torhüter bei Werfern auf der Halbposition hauptsächlich die kurze Ecke abdecken muss (außer es spielen Linkshänder auf Halblinks und umgekehrt).

Geht ein Halbspieler einen langen Weg quer zur Abwehr, kann der Block allerdings in der Regel nicht mehr die Wurfarmseite komplett abdecken. Daher ist es wichtig, dass auch dafür Absprachen herrschen und diese schnell umgesetzt werden können.

Zusammenspiel trainieren

In der Regel kann man das Zusammenspiel am besten durch häufiges Spielen und hohe Kommunikation zwischen Mittelblock und Torhüter fördern. Eine kleine Übung, die sich hierfür ebenfalls anbietet ist folgende:

Falls die Handballtore nicht fest verankert sind (demontierbar) werden sie abgebaut. An der Stelle der beiden Torpfosten wird je ein kleines Tor aufgebaut (s. Abbildung 1). Die Spieler werden in Mannschaften zu je sechs Personen plus 1 Torhüter pro Team aufgeteilt.

Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Ziel des Spiels ist es den Ball in einem der beiden gegnerischen Tore unterzubringen. Abgesehen von den kleinen Toren wird nach ganz normalen Handballregeln gespielt (Kreis, Schrittregel, etc.). Dadurch, dass der Torhüter lediglich eins der kleinen Tore abdecken kann, ist es nötig, dass der Block sich an die Absprachen hält und Würfe auf das andere Tor konsequent blockt.

R. N.

7. Januar 2014

Passen, Fangen, Werfen – Erwärmungstipps

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 14:23

Gerade bei hohen Teilnehmerzahlen im Training greifen viele Übungsleiter gerne auf eine spielerische Erwärmung zurück. Besonders häufig wird hierfür das Handballspiel auf kleine Tore genutzt, da es zahlreiche Variationsmöglichkeiten bietet und für jeden Trainingsschwerpunkt verwendet werden kann. Im Folgenden werden die Vorteile und Variationsmöglichkeiten dieses Spiels etwas eingehender erläutert.

Das Spielprinzip

Das Grundprinzip des Spiels ist das Gleiche, wie beim normalen Handball (s. Abb. 1: hier mit vier kleinen Toren). Zwei Mannschaften stehen sich gegenüber und versuchen den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen und das eigene Tor zu verteidigen. Allerdings ist das Spiel wesentlich freier von taktischen Zwängen, wie Abwehrsystemen und Spielzügen, womit die konditionellen (Ausdauer, Schnelligkeit, etc.) und technischen Fähigkeiten (Passen, Fangen, Werfen) stärker geschult werden.

Vorteile

Der große Vorteil gegenüber anderen Erwärmungsformen liegt besonders im Kinderbereich am hohen Spaßfaktor. Durch den stark handballbezogenen spielerischen Aspekt kann der Übungsleiter sicher sein, dass alle Beteiligten nach einem fünfzehnminütigen Spiel gut erwärmt sind.

In Verbindung mit einem strengen Regelwerk (Spiel ohne Fouls oder Körperkontakt) ist die Verletzungsprophylaxe vielversprechend. Der taktische Charakter des Spiels ist besonders beim Üben der Manndeckung von Vorteil. Da es keine festen Abwehrsysteme gibt, ist gute Kommunikation beim Verteidigen gefordert. Ballgewinne lassen sich fast nur durch eine intensive Manndeckung erzwingen, was wiederum Laufbereitschaft und hohe Spielausdauer erfordert.

Aus genau diesem Grunde wird auch von der angreifenden Mannschaft viel Laufarbeit verlangt, da ständiges Freilaufen der einzige Weg ist, um die gegnerische Abwehr zu überwinden.
Kreativität steht im Vordergrund. Durch die geringe taktische Ausrichtung des Spiels ist jede Spielsituation anders, sodass vor allem schnelles Mit- und Umdenken im Angriffsspiel gefordert ist. Besonders bei einem zusätzlichen Prellverbot, ist ein hohes Maß an Spielübersicht gefragt. Technik und Teamwork werden hier klar über die Fähigkeiten im Zweikampf gestellt.

Variationen des Spiels

Technik:
– Vorgabe von Passtechniken
– Spiel mit unterschiedlichen Bällen
– Vorgegebene Anzahl an Pässen vor Torabschluss
– Kleines Spielfeld bei hoher Teilnehmerzahl
– Ballwechsel bei bloßer Berührung des Ballführenden durch einen Gegenspieler (hohe Passschnelligkeit)
– Prellverbot (bzw. nur einmal Tippen erlauben)
– Verbot von Rückpässen
Kondition:
– Spiel auf mehr als zwei Tore
– Spiel mit mehr einem Ball
– Spiel mit mehr als zwei Mannschaften
– Vergrößerung des Spielfeldes
– Spiel mit speziellen Trainingsbällen (höheres Gewicht)
– Strafaufgaben bei Gegentoren (Liegestütze u.ä.)
R. N.

31. Oktober 2013

Schnelles Umschalten

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:20

Ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und umgekehrt ist essenziell für erfolgreichen Handball. Dabei bedeutet Schnelligkeit nicht unbedingt die konditionelle Komponente. Wer schnell im Kopf ist, kann auch physische Defizite bis zu einem gewissem Maße wett machen. Um das schnelle Umschalten zu verinnerlichen, ist es wichtig dieses im Training häufig zu üben und dadurch zu automatisieren.

6 gegen 6

Vor der Übung werden zwei kleine Handballtore auf Höhe der Mittellinie positioniert (s. Abb.1). Eine angreifende Mannschaft spielt zunächst auf das normale Handballtor. Die verteidigende Mannschaft versucht die Angreifer an einem Torerfolg zu hindern. Gelangt das Abwehrteam in Ballbesitz (egal ob durch Balleroberung, Fehlwurf oder Gegentor) verändert sich sofort die Spielsituation.

Die eben noch verteidigende Mannschaft greift sofort die beiden kleinen Tore an der Mittellinie an und versucht innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters (z.B. 10 Sekunden) den Ball in einem der Tore unterzubringen. Die Angreifer versuchen dies ihrerseits durch schnelles Rückzugsverhalten zu verhindern. Die Übung kann auch zum Training der schnellen Manndeckung genutzt werden.

6 gegen 6 mit Überzahl im Gegenstoß

Auf einer Spielfeldseite wird 6 Gegen 6 im Positionsangriff gespielt. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen vier Abwehrspieler bereit. Nachdem die verteidigende Mannschaft im Spiel 6 gegen 6 den Ballbesitz erhält wird umgehend ein Gegenstoß Richtung gegenüberliegendes Tor eingeleitet (vorzugsweise über die schnelle Mitte und die zweite Welle). Dabei erhält die Mannschaft in Gegenstoß ein Zeitfenster (etwa 10 Sekunden), in welchem der Torabschluss im Spiel 6 gegen 4 erfolgen muss.

Die Zeit wird ab dem Zeitpunkt des Ballbesitzes genommen. Ziel der Übung ist es, dass sich alle Spieler am schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff beteiligen und so eine doppelte Überzahl erzielt werden kann. Nach Ablauf der Zeit oder dem Torabschluss wechseln die vier Verteidiger (plus zwei weitere Spieler) in den Positionsangriff. Vier Spieler der Gegenstoßgruppe werden zu Verteidigern und die sechs Spieler der Angriffsgruppe werden zur nächsten Gegenstoßgruppe. Natürlich ist eine Variation der Spieleranzahl möglich.

Robert Nowacki

28. Juni 2013

Trainingsübungen: Stoßen

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: admin – 16:01

Stoßen über den Mittelmann

Für die Übung werden auf den Halbpositionen bei ca. 7 Meter Torentfernung je zwei Hindernisstangen im Abstand von 1-1,5 Meter platziert. Auf der Rückraum-Mitte-Position wird ein länglicheres Hindernis, z.B. eine Matte oder ein Turnkasten platziert (s. Abb.1).

Hinter diesem Hindernis befindet sich ein Zuspieler mit einer Ballkiste. Die Spieler verteilen sich gleichmäßig auf die Halbpositionen. Lediglich die etatmäßigen Rückraum-Mitte-Spieler gehen auf ihre angestammte Position.

Die Übung beginnt damit, dass einer der Mittespieler auf sein Hindernis zuläuft und es auf einer Seite passiert. Ist er am Ende des Hindernisses angelangt bewegt er sich wieder einige Meter schräg nach hinten (roter Laufweg), bis er sich auf Höhe der Hindernismitte befindet.

Hier bekommt er den Ball vom Zuspieler zugepasst und stößt an der anderen Seite des Hindernisses vorbei. Hat er dieses fast passiert erfolgt der Pass auf den Halbspieler, der kurz zuvor zum Sprint angesetzt hat (blauer Laufweg).

Der Rückraumhalbe erhält den Ball im Idealfall kurz vor dem „Stangentor“, stößt durch dieses hindurch und setzt zum Torwurf an. Während der erste Mittelspieler den Ball vom Zuspieler erhält, kann der zweite bereits mit dem nächsten Durchgang (spiegelverkehrt zum ersten) beginnen.

Stoßen-Rückstoßen Kombination

Für die Übung werden lediglich zwei Matten benötigt, die in ca. 9 Metern Torentfernung mit der Breitseite Richtung Tor platziert werden. Die Spieler verteilen sich zu gleicher Zahl auf zwei Reihen einige Meter hinter jeder Matte. Der Abstand zwischen den Matten ist dem Übungsleiter überlassen, sollte allerdings zu Beginn eher gering sein und mit zunehmender Trainingserfahrung vergrößert werden.

Alle Spieler der ersten Reihe haben einen Ball. Diese Reihe beginnt, indem der erste Spieler A an der äußeren Seite seiner Matte vorbeistößt. Kurz nachdem A angelaufen ist, läuft der erste Spieler B der zweiten Reihe los.

Er stößt an der Innenseite seiner Matte vorbei und erhält den Ball von Spieler A. A läuft sofort nachdem er einen Ball abgespielt hat rückwärts um die Matte herum und erhält den Ball von Spieler B zurück während er nun innen an seiner Matte vorbeistößt.

Auch Spieler B läuft nach der Ballabgabe sofort rückwärts und stößt an der Außenseite seiner Matte vorbei, wo er ein letztes Mal den Ball erhält und nach drei Schritten per Sprung- oder Schlagwurf abschließt.

Einige ähnliche Übungen hierzu gibt es auch in diesem Youtube-Video: http://www.youtube.com/watch?v=6nDDLuMpgsc

Robert Nowacki