Handballtraining Handballübungen


30. Juni 2022

Handball meets Fußball

Für die folgende Spielform brauchen wir 2 Mannschaften und viel Platz. Am besten und spaßigsten lässt sich die Idee in der ganzen Halle (Zweifach- oder Dreifachturnhalle) umsetzen.

Dementsprechend solltet ihr ebenfalls eine hohe Teilnehmeranzahl zur Verfügung haben. Zwischen 10 und 20 Spieler sind empfehlenswert.

Ziel der Spielform ist das schnelle Umschalten zwischen Fußball und Handball.

Außerdem erlernen die Teilnehmenden die häufigen Angriff-/Abwehrwechsel schnell wahrzunehmen und anschließend sich gut an neue Situationen anzupassen.

Eine neue und spaßige Warm-Up Idee

Als Grundregel gilt, dass im 9-Meter-Raum Fußball gespielt und auf dem Rest des Handballfeldes Handball gespielt wird. Das Ziel ist es Tore zu schießen! Erzielte Tore außerhalb des 9-Meter-Kreises durch die Hand zählen nicht. Tore per Kopf sind erlaubt. Für die Grafik gilt folgendermaßen, der hellblaue Raum ist der Handballbereich und im weißen Raum ist der Fußballbereich.

Sorgt dafür, dass die Spieler eine Manndeckung spielen. So bekommt ihr als Trainer viel Bewegung in euer Warm-Up und das Spiel wird schneller und vor allem auch spaßiger. Feste Torhüter sind nicht erlaubt. Es dürfen alle Spieler den Ball abwehren, aber Handballspiel ist im 9-Meter-Raum für alle strikt verboten.

Tipp: Lasst die Teilnehmer einfach spielen. Mit der Zeit werden sie eigene Regeln aufstellen und Taktiken entwickeln. Hauptsache die obengenannten Grundregeln werden eingehalten.

Variationsmöglichkeiten

Durch ein Prellverbot für den Handballraum könnt ihr das Zusammenspiel innerhalb des Teams fördern.

Eigenvorlagen aus dem Handball-Teil in den Fußball-Teil werden verboten.

Unterschiedliche Bälle benutzen. Nach einem Torerfolg einer Mannschaft wird die Art des Balles gewechselt. Beispielsweise wird mit einem Handball gestartet und danach auf einen Tennisball gewechselt.

Eine bestimmte Anzahl an Ballkontakten pro Mannschaft muss durch lautes Mitzählen, vor dem Torerfolg, erzielt werden.

Der Torerfolg zählt nur, wenn alle Spieler der erfolgreichen Mannschaft in der gegnerischen Spielfeldhälfte sind.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

von Finn Wäsch

9. Mai 2022

Burgwächter

In „Burgwächter“ sollen erste Handballtechnikaspekte mit Spaß kombiniert werden. Wir wollen den Kindern ein erstes Ballgefühl, kooperatives Spiel, sowie das Erlaufen von Bällen beibringen. Im Fokus stehen Grundelemente der Wurf- und Passbewegung die spielerisch vermittelt werden. Es steht nicht das perfekte Wurfbild im Fokus, sondern Spaß an der Bewegung und Zielerreichen durch Ausprobieren. Zahlreiche Studien zeigen eine gute Entwicklung durch die Einführung von Themen durch Spielformen.

Technikentwicklung durch Spielformen

Aus 2 Bänken und aus 2 Kästen wird ein Viereck, mit der Größe von 4×4 Metern, gebildet. Die Ecken sollten möglichst geschlossen sein. In dieses Rechteck kommen möglichst viele Bälle aller Art. Dafür solltet ihr in erster Linie Softbälle nutzen. Anfangs könnt mehr Bälle nehmen als ihr vermutet, da das Rauswerfern schneller geht als man denkt. Mit einem Abstand von 1 Meter von diesem Rechteck aus Kästen und Bänken (Burg) steckt ihr mit Hütchen einen Kreis ab. Der Kreis sorgt dafür, dass die Kinder ihre Bälle aus kurzer Entfernung in die „Burg“ zurückwerfen. Es sind immer 2 Kinder Burgwächter und müssen die Bälle aus ihrer Kastenburg hinauswerfen (siehe Grafik). Die anderen Kids stehen um die Burg herum müssen die Bälle sammeln und zurückwerfen. Dabei dürfen die Ritter außerhalb der Burg immer nur einen Ball aufnehmen und zurückwerfen.

Der Spielablauf ist sehr simpel. Die Burgwächter müssen versuchen alle Bälle aus ihrer Burg herauszuwerfen. Die Ritter müssen die Bälle wieder hineinwerfen.

Schaffen es die Burgwächter alle Bälle aus ihrer Burg hinauszuwerfen haben sie gewonnen. Ebenso haben die Eroberer gewonnen, wenn sie alle Bälle aus dem Feld in die Burg geworfen haben. Versucht trotzdem kleine Technik Elemente anzusprechen und diese den Kids zu vermitteln. Ein wichtiger Aspekt ist die korrekte Wurfbewegung der Spieler. Außerdem könnt ihr in fortgeschrittenen Versionen den Kids die richtige Fangtechnik (Dreieck zwischen Daumen und Zeigefingern) zeigen.

Zusätzliche Variationen für fortgeschrittene Kids

Platziert 2 Kinder als Blockspieler zwischen Burg und Hütchen. Sie dürfen die geworfenen Bälle der Angreifer abblocken.

Bei Fortgeschrittenen können auch unterschiedliche Bälle genutzt werden, wie zum Beispiel Tennisbälle/Handbälle oder auch Tischtennisbälle.

Falls ihr das Spiel untereinander der Kids fördern möchtet, könnt ihr die Ritter ihn Sammler und Werfer unterteilen. Die Sammler dürfen nur die Bälle einsammeln und müssen zu einem Werfer passen. Diese Spieler dürfen dann einen Ball in die Burg hineinwerfen. Dadurch werden erste kooperative Ansätze des Handballspiels geschaffen.

Ihr könnt auch 2 Burgen gleichzeitig aufbauen und die Teams gleichzeitig gegeneinander spielen lassen. Zusätzlich können die wandnahen Bänke durch Handballtore ausgetauscht werden.

Von Finn Wäsch

31. März 2022

Piraten gegen Küstenwache

In „Piraten gegen Küstenwache“ geht es um die spielerische Vermittlung der Pass- und Wurfbewegung im Handballsport. Passgassen oder repetitive Würfe gegen die Hallenwand sind eher motivationshemmend für Handballanfängerinnen. Die Kids müssen Spaß beim Erlernen eines Bewegungsablaufs haben und das geht am einfachsten über eine Spielform mit metaphorischem Hintergrund. In unserem Falle verpacken wir die Werfer als „Küstenwache“ und die Läufer als „Piraten“.

Erste Spielerische Vermittlung der Pass-/Wurftechnik

Für einen reibungslosen Ablauf benötigen wir eine freie Hallenwand. Nutzt am besten die lange Seite der Sporthalle. Bevor es losgeht, müssen einige Verstecke und Schutzmöglichkeiten für die Läufer aufgebaut werden. Es eignen sich große Kästen, Weichbodenmatten, Bänke oder auch Kombinationen aus Turnmatten und kleinen Kästen dafür. Diese werden im Abstand von 4 Metern an der Hallenwand aufgebaut. Am Anfang und am Ende der „Bahn“ werden kleine umgedrehte Kästen gestellt. Der hintere Kasten beinhaltet Tennisbälle als „Schätze.“ Um die kleinen Kästen muss eine „Safe-Zone“ sein, um die Läufer bzw. die Piraten zu schützen.

Ablauf

Die Piraten müssen die Bahn hochlaufen. Am Ende angekommen, können sie einen Tennisball aus der Kiste nehmen. Anschließend müssen sie diesen in ihre eigene Basis bringen. Pro zurückgebrachten Ball gibt es einen Punkt.

Die Werfer/Küstenwache sollen dies verhindern, indem sie die Piraten mit Softbällen von der Seite aus abwerfen. Dabei stehen sie hinter einer mit Pylonen abgesteckten Linie.  Ein getroffener Pirat muss wieder von vorne starten. Falls er auf dem Rückweg getroffen wird, muss er vorher den Ball wieder in die Kiste am Ende der Halle bringen und am besten außenherum zur Startbasis zurücklaufen.

Als Coaches solltet Ihr einen Blick auf grobe Technikaspekte legen. Aufgrund des jungen Alters der Kids steht erstmal der Spaß und das Resultat im Fokus. Allerdings können erste kleine Fehler, wie zum Beispiel die Höhe des Wurfarmes oder die Beinstellung korrigiert werden. So sorgt ihr dafür, dass sich die Würfe der Jungen und Mädchen verbessern und der Spaß steigt automatisch mit dem Erfolg nach Treffern an.

Das Team mit den meisten gesammelten Tennisbällen gewinnt.

Variationen für Fortgeschrittene

Bei Fortgeschrittenen können folgende Variationen eingebaut werden: Das Abwerfen der Piraten durch die Küstenwache gibt ebenfalls einen Punkt und der Abwurf mit der Nicht-Wurfhand gibt 2 Punkte pro Treffer. Ihr könnt den Spielern weniger Bälle zur Verfügung stellen, damit die Werfer kooperativer spielen müssen.

Außerdem könnten die Kids ihre eigenen Verstecke aufbauen und eigene Taktiken als Werfer/Küstenwache und Läufer/Piraten entwickeln.

Von Finn Wäsch

9. April 2016

Einfache Übung zum Timing beim leeren Kreuzen mit Wurfbelastung

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 19:25

In der folgenden Animation zeigen wir euch eine einfache Übung zum richtigen Timing beim leeren Kreuzen mit Wurfbelastung.

Ausgangsposition




Es üben immer zwei Angriffsspieler. Einer davon besetzt bei Übungsbeginn eine Halbposition (weisses Trikot in der Animation), der andere beginnt auf Rückraum Mitte (rot). Zusätzlich benötigt werden zwei Anspieler. Einer besetzt die zweite Halbposition im Rückraum (Anspieler 1) mit Ballkiste.

Der andere Anspieler (Anspieler 2) postiert sich mit Ballkiste auf der Außenposition neben dem übenden Halbangreifer. Außerdem wird ein defensiver Abwehrspieler im Zentrum sowie ein Tor aus Pylonen auf der Halbposition (s. Animation) benötigt.

Paralleles Stoßen zu Beginn

Die Übung beginnt mit einem Pass des Anspieler 1 zum stoßenden RM, welcher den Druck weiter auf RR gibt. Dieser spielt den Ball aus der Stoßbewegung auf den Anspieler 2 und orientiert sich sofort zurück Richtung Seitenauslinie, um erneut anzulaufen. Anschließend erhält er den Ball von Anspieler 2 wieder, stößt erneut an und gibt den Druck weiter auf RM.

RM nimmt den Ball in hohem Tempo an, geht allerdings nicht allzu sehr in die Tiefe, sondern spielt den Ball bei ca. 9 Metern zu Anspieler 1 weiter und orientiert sich direkt auf die Position des anderen Halbspielers.

Leeres Kreuzen

Der Laufweg von RM auf die Halbposition orientiert sich dabei am Verlauf der Neunmeterlinie. Der Halbspieler seinerseits, kommt im großen Bogen von seiner Position, um mit viel Anlauf Richtung Tor über die Spielfeldmitte den Ball von Anspieler 1 zu erhalten (bei etwa 10 Metern) und aus vollem Lauf zum Sprungwurf gegen den Einerblock anzusetzen.

Währenddessen muss RM sich so positionieren, dass er von der Halbposition mit Schwung einen Pass von Anspieler 2 auf der Außenposition annehmen kann und mit drei Schritten zur Wurfgelegenheit bei sechs Metern kommt.

Wichtiges

Wichtiges Element dieser Übung ist zum einen das schnelle Rückorientieren der beiden übenden Angreifer nach den Stoßbewegungen, sodass der Spielfluss erhalten bleibt. Zudem ist beim leeren Kreuzen das Timing des Halbspielers entscheidend. Die Ballannahme muss bei höchstem Tempo mit genügend Abstand zur Abwehrreihe erfolgen, um Zeit für eine Entscheidungsfindung zu haben.

Erweiterungen

Erweitert werden kann die Übung um beliebig viele Abwehrspieler, sodass mehr Optionen für den Angriff nötig werden, wie z.B. der Rückpass von Halb- zu Mittelspieler (evtl mit Abräumen über Außen) nach dem leeren Kreuz oder ein Kreisanspiel (Hinzunahme eines Kreisläufer und eines zweiten Mittelblockspielers).

Autor: Robert Nowacki

11. März 2016

Paarweises koordinatives Einpassen mit zwei (und mehr) Bällen

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 10:36

Um zusätzliche koordinative Belastung in das einfache Einpassen zu integrieren, bietet es sich an, mit zusätzlichen Bällen zu arbeiten. Durch einen zweiten oder dritten Ball beim paarweisen Einspielen können so neue Reizpunkte gesetzt werden, insbesondere im Bezug auf Reaktions- und Differenzierungsfähigkeit. Eine kleine methodische Aufbaureihe stellen wir im Folgenden vor.

Grundübung – 2 Partner, 2 Bälle

201 Einpassen mit zwei Bällen Abb. 1

Der einfachste Ablauf beim Passen mit 2 Bällen, ist das permanente Passen und Fangen eines Balles durch beide Partner. Hierfür kann entweder die Vereinbarung getroffen werden, einen Ball immer auf der rechten und einen immer auf der linken Seite des Körpers zu spielen, oder, wie in der Abbildung dargestellt einen Ball stets als Aufsetzer und den anderen als normalen Pass auf Brusthöhe zu spielen.
Nur wenn diese einfachste Form des Passens mit zwei Bällen beherrscht wird, können erschwerende Varianten geübt werden.

Erschwerung 1 – Passen/Fangen von zwei Bällen gleichzeitig

Erschwerung 1 ist besonders gut geeignet, um das einhändige Fangen zu schulen. Jeder Partner wirft und fängt dabei beide Bälle gleichzeitig mit jeweils einer Hand. Zu Beginn können die Pässe leicht zeitversetzt erfolgen, sodass eine kleine Pause zwischen dem Fangen beider Bälle vorhanden ist. Am Ende sollte jeder in der Lage sein beide Bälle gleichzeitig zu Fangen.
Neben der Reaktions- und Kopplungsfähigkeit soll vor allem auch die Greifkraft trainiert werden, diese beim einhändigen Fangen des Balles wesentlich wichtiger ist, als beim normalen Fangen mit zwei Händen.

Erschwerung 2 – Reaktionstraining mit Bällen aus zwei verschiedenen Richtungen

Für Erschwerung 2 benötigen beide Partner einen Ball. Während Partner 1 seinen Ball senkrecht in die Luft wirft, spielt Partner 2 ihm den Ball zu. Partner 1 spielt diesen Ball direkt als Druckpass zurück und fängt anschließend seinen in die Luft geworfenen Ball wieder auf.
Die Übung soll die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit schulen indem schnell zwischen unterschiedlichen Aufgabenstellungen (Hochwerfen, Fangen, Rückpass, Fangen) gewechselt wird. Der hochgeworfene Ball sollte so getimt werden, dass Partner 1 ihn direkt nach dem Rückpass zu Partner 2 wieder fangen muss.

Erschwerung 3 – Kombination beider Vorübungen

Haben die Spieler auch mit der zweiten Erschwerung keine Probleme, kann die Schwierigkeit durch Hinzunahme eines dritten Balles pro Paar weiter gesteigert werden. Hierfür wird eine Kombination aus Erschwerung 1 und 2 vorgenommen.
Partner 1 wirft dabei wieder den Ball in die Luft, und muss anschließend zwei Bälle gleichzeitig einhändig Fangen und zurückspielen ehe er seinen Ball erneut aus der Luft fängt. Diese Variante kann auch umgekehrt (2 Bälle in die Luft, 1 Ball als Rückpass) oder sogar mit vier Bällen (alle Bälle werden einhändig gefangen) als weitere Erschwerung durchgeführt werden.

Erschwerungen durch veränderte Rahmenbedingungen

Die einzelnen Varianten können zusätzlich durch äußere Belastungsfaktoren ergänzt und erschwert werden. Beispielsweise können umgedrehte Turnbänke oder Balanceboards verwendet werden um zusätzliche Anforderungen an die Gleichgewichtsfähigkeit zu stellen. Medizin- oder Gewichtsbälle können die Anforderung an Kraft oder Umstellungsfähigkeit erhöhen. Zudem erhöht sich die Schwierigkeit aller Übungen, wenn sie in Bewegung (Vor-Zurück bzw. Seitwärts) ausgeführt werden müssen.

Autor: Robert Nowacki

9. September 2015

Methodische Übungsreihe Abräumen (Zusammenspiel zwischen Halb- und Außenangreifer)

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 09:47

Das Abräumen zählt zu den geläufigsten Angriffshandlungen im Handball. Gerade im Jugendhandball kommt das Einsetzen der Außenspieler jedoch häufig zu kurz. Außerdem ist die Übersicht und das Timing in einer 2vs.1 Situation, wie sie das Abräumen ja zumeist erfordert häufig unzureichend. Daher gibt es im Folgenden eine kleine methodische Übungsreihe mit der das Abräumen sowohl erlernt und anschließend verbessert werden kann.

Grundübung: Anzugsbewegung von Halb auf Lücke zwischen 1 und 2

Eine Basisübung zum Verinnerlichen der Lauf- und Passwege während des Abräumens ist in Abb. 1 dargestellt. Ein Spieler auf RM fungiert mit Ballkiste als Anspieler. Zusätzlich werden beide Außen und beide Halbpositionen besetzt.

Die Lücke zwischen Halb- und Außenverteidiger wird mit Pylonen simuliert. Der Halbangreifer erhält den Ball im Lauf von RM und stößt mit dem Ball zwischen die beiden Pylonen. Der Ball wird von ihm bei ca. 0,5-1 Meter Entfernung zum Torkreis auf die Außenposition abgelegt. Direkt nach dem Torabschluss von LA passt RM den Ball auf die rechte Angriffsseite wo die Übung wiederholt wird.
Besonderes Augenmerk liegt darauf, dass der Außenangreifer den Ball ebenfalls bereits im Lauf erhält und lernt sich auf das Passtiming seines Nebenmannes einzustellen. Zudem sollen bereits verschiedene Arten des Passes auf Außen (Aufsetzer, beidhändige Weiterleitung, usw.) verinnerlicht werden.

Übung: Entscheidungstraining mit aktivem Außenverteidiger

Die Übung baut auf der oben geschilderten Grundübung auf und wird lediglich in durch die Hinzunahme eines menschlichen Außenverteidigers modifiziert (s. Abbildung 2: graues Trikot). Der Außenverteidiger deckt zu Übungsbeginn noch den Außenangreifer. Nach dem Pass von RM auf die Halbposition simuliert er jedoch ein Aushelfen und rückt ein in Richtung der Pylone.
Der Halbspieler soll hierbei lernen die Bewegung des Außenverteidigers zu lesen und den idealen Abspielmoment sowie die beste Passtechnik (Armhaltung des Verteidigers) zu erkennen. Bei zureichender Beherrschung dieses Automatismus wird die Übung dahingehend modifiziert, dass der Außenverteidiger selbstständig entscheidet, ob er einrückt oder nicht. Der Halbangreifer muss je nach Situation mit dem Abspiel auf außen oder dem selbstständigen Durchbruch mit Torwurf reagieren.

Bereits hier herrscht eine erhöhte Anforderung an kognitive und koordinative Fähigkeiten des Halbspielers, da ein starres Verhaltensmuster jetzt durch zwei Lösungswege ersetzt wird. Im nächsten Beitrag werden wir die Übungsreihe nochmals erweitern.
Autor: Robert Nowacki

25. August 2014

Beachhandballtraining – Kempa-Trick – Ballkontrolle

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:43

Auch wenn der Pass für einen Kempa-Trick genau dort hingeht wohin er soll, ist dies noch lange keine Erfolgsgarantie. Kann ein Passadressat den Ball nicht kontrollieren oder gelingt es ihm nicht die geeignete Wurfvariante zu finden, ist die Chance auf ein spektakuläres Tor vertan.

Schnelle Ballkontrolle im Sprung

Damit auch ein im Sprung befindlicher Spieler den Ball unter Kontrolle bringen kann, muss er in der Lage sein schnell Informationen zu verarbeiten und unter Zeitdruck agieren zu können.
Als Grundlagenübung hierfür eignet sich folgender Übungsaufbau (s. Abb. 1):

Der Übungsleiter platziert einen Turnhocker innerhalb des Torraumes. Auf dem Hocker wird ein Teilnehmer postiert, welcher einen Ball am ausgestreckten Arm hält. Die Übenden müssen nun versuchen, den Ball im Sprung aus der Hand des „Hockerspielers“ zu nehmen und noch während der Flugphase zum Torabschluss zu kommen.

Der Spieler auf dem Hocker muss dabei jeweils auf die verschiedenen Eigenschaften der jeweils Übenden eingehen (Körpergröße, Sprungkraft, Armlänge). Ziel sollte es sein, den Ball am höchsten Punkt der Flugphase anzunehmen und während der Landephase abzuschließen.

Die Übung lässt sich erschweren, indem der Ball vom „Hockerspieler“ nicht mehr nur gehalten wird, sondern leicht angelupft, sodass der Übende auf die Flugbahn des Balles reagieren soll.

Wurfqualität beim Kempa schulen

Ähnlich wie auch bei der Ballkontrolle, kann man die Wurfqualität für Kempa-Situationen schulen. Hierfür werden erneut die Turnhocker oder andere Erhöhungen benötigt. Je nach Sprungkraft sollte die Erhöhung angepasst werden. Hat ein Spieler eine maximale Sprunghöhe von 1,00 Meter, sollte auch die Erhöhung eine ähnliche Dimension besitzen.
Der Übende stellt sich auf den Hocker und erhält einen Ball zugespielt. Direkt nach dem Anspiel springt er vom Hocker Richtung Boden, ohne nach oben heraus zu springen (s. Abb. 2), und versucht den Ball während der Fallphase so zu werfen, dass er im Tor landet.

In dieser Übung wird also lediglich die Phase simuliert, in welcher der Ball bereits unter Kontrolle gebracht und der Werfer bereits im Fall befindlich ist. Die Spieler können somit lernen in kurzer Zeit Wurfvarianten anhand ihrer Position und dem Verhalten des Torhüters auszuwählen und zu benutzen.

Autor: Robert Nowacki

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17. Juni 2014

Spiel- und Übungsformen zum Teambuilding

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 11:34

Spinnennetz

Ein sehr beliebtes Spiel in der Erlebnispädagogik ist das sogenannte „Spinnennetz“. Hierfür wird zwischen zwei Bäumen ein Spinnennetz mit Hilfe von Seilen, Bändern oder Schnüren aufgespannt. Die Anzahl der Löcher im Netz muss dabei genau der Anzahl an Teilnehmern des Spiels entsprechen. Die Spieler erhalten vor Beginn die Aufgabe von einer Seite des Netzes auf die andere zu gelangen. Dabei sind folgende Regeln zu beachten:
Jeder Spieler muss durch eines der Löcher auf die andere Seite gelangen
Das Netz darf nicht berührt werden
Jedes Loch darf nur von einem Spieler verwendet werden
Es sind keine Hilfsmittel wie z.B. Leitern, Stühle, etc. erlaubt
Im Anschluss an die Aufgabenstellung hat die Mannschaft 5 Minuten Zeit sich eine Strategie zur Bewältigung des Spinnennetzes zu überlegen. Danach wird die Zeit gestoppt, welche das Team benötigt, bis der letzte Spieler auf der anderen Seite ist. Es ist auch möglich einen Wettkampf mit zwei Mannschaften durchzuführen.

Lösungsansatz Spinnennetz

Die Spieler sollten sich gegenseitig bei der Überwindung der Löcher behilflich sein. Leichte Kinder können von größeren, stärkeren Mitspielern durch die Löcher gehoben werden. Hierbei muss gewährleistet sein, dass zu beiden Seiten des Netzes große Spieler stehen, welche durch die unteren Löcher müssen.

Der Tausendfüssler

Das Spiel „Tausendfüssler“ eignet sich besonders für den Aufbau von Vertrauen zwischen den Spielern einer Mannschaft, sowie die Schulung von Führungsqualitäten. Für die Übung wird ein langes Tau, wie es etwa beim Tauziehen zum Einsatz kommt benötigt.
Vor Beginn des Spiels stellen sich alle Spieler hintereinander auf einer Seite des Taus auf. Bis auf den vordersten Spieler, werden allen anderen Teilnehmern die Augen verbunden. Nun greifen alle Spieler mit der taunahen Hand das Tau. Der vordere Spieler hat jetzt die Aufgabe die anderen durch das Gelände zu lotsen, ohne dass einer seiner Mannschaftskameraden das Tau loslässt. Er muss dabei stets darauf achten, dass alle Mitspieler ausreichend vor Hindernissen gewarnt werden und diese bewältigen können.
Der Übungsleiter kann ein festes Ziel, welches erreicht werden muss vorgeben. Am besten geeignet ist die Übung für die Durchführung im Gelände. Das Spiel kann entweder gezielt dazu eingesetzt werden, Führungsspielern zusätzliche Akzeptanz in der Mannschaft zu verschaffen oder die Führungsqualitäten eher introvertierter Akteure zu schulen.
Autor: Robert Nowacki

28. März 2014

Angriffstaktik gegen die 5:1 Abwehr

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:40

Häufig sieht man bei Handballspielen, dass die Umstellung der Abwehrformation der angreifenden Mannschaft Probleme bereitet. Meist ist diese Umstellung die von der eher defensiven 6:0-Deckung zur aggressiveren 5:1-Deckung. Die verteidigende Mannschaft kann mit so einer offensiven Deckung Ballgewinne erzielen und beispielsweise einen Rückstand noch aufholen oder wurfstarke Rückraumakteure aus dem Spiel nehmen. Im Folgenden werden einige angriffstaktische Tipps gegeben, wie man gegen ein solches Deckungssystem agieren kann.

Mehr Kleingruppenspiel

Da die 5:1 meist das schnelle Stoßen über alle Positionen unterbindet ist Kleingruppenspiel gefragt. Das bedeutet, dass die Halbspieler zusammen mit ihren Außen und dem Kreisläufer agieren müssen. Der Kreisläufer muss dabei wesentlich mehr Laufarbeit leisten als gegen eine 6:0, da er die besten Chancen hat, wenn er den Ball in den Lauf gespielt bekommt. Ähnlich wie beim Überzahlspiel sollten die Außen ihre Anzugsbewegung nicht auf eine Lücke machen sondern immer zur Außenseite an ihrem Gegenspieler vorbei, sodass die Halbspieler auf die Position zwischen 1 und 2 ziehen können (s. Abb. 1). Dies hat zur Folge, dass der KL lediglich einen Gegenspieler im Abwehrzentrum hat und mit dem richtigen Timing den Ball in den Lauf erhält, indem er z.B. bei Beginn der Anzugsbewegung von der gegenüberliegenden Abwehrseite hinterläuft.

Sperre gegen den vorgezogenen Abwehrspieler

Eine probate Angriffslösung ist auch den vorgezogenen Abwehrspieler wegsperren zu lassen. In unserem Beispiel (s. Abb. 2) wird der Ball druckvoll von rechts nach links durchgespielt. Kurz bevor RR den Pass zu RM spielt löst sich der Kreisläufer von seiner Position und setzt die Sperre für seinen RM, sodass dieser mit Ball links am vorgezogenem Spieler vorbeistoßen kann. Dies hat zur Folge, dass der zentrale Abwehrspieler seine Position verändern muss, um eine Überzahlsituation auf der rechten Abwehrseite zu verhindern (blauer Pfeil). Somit entsteht viel Raum in der Abwehrmitte, in welchen sich der KL jetzt wieder absetzen kann und nach dem Pass von RM völlig frei ist.

Allgemeine Tipps gegen 5:1 Formationen

– Ballsichere Spieler aufs Feld
– Eins-Gegen-Eins starke Spieler für reine Werfer bringen
– Agieren mit Einläufern (mit und ohne Ball)
– Pässe über den vorgezogenen Abwehrspieler vermeiden

5. Februar 2014

Exkurs: Block und Zusammenspiel mit dem Torhüter

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 10:20

Das Blocken von Bällen will gelernt sein. Auch wenn der Vorgang an sich sehr einfach aussieht, ist ein gutes Blockspiel eine nicht zu unterschätzende Kunst.

Sollte man das Blocken von Würfen explizit trainieren?

In der Regel wird das Blocken bei vielen Übungen speziell für die Rückraumwerfer quasi nebenbei trainiert. Bei solchen Übungen sollte der Trainer darauf achten, dass auch Spieler im Block spielen, welche im Wettkampf ebenfalls im Mittelblock oder zumindest auf den Halbpositionen verteidigen. Ein Außenabwehrspieler hat dort nichts zu suchen. Allgemein sollte man die physischen Determinanten (Sprungkraft aus dem Stand, Körperspannung, u.ä) für ein gutes Blockspiel häufiger trainieren.

Außerdem ist auch das bevorzugte Abwehrsystem ausschlaggebend für die Wichtigkeit des Blockspiels. Lässt ein Trainer bevorzugt offensive Systeme spielen (5:1, 4:2, 3:3 oder eine sehr aggressive 6:0) verliert das Blockspiel an Wichtigkeit, da in diesen Systemen eher Schnelligkeit und Zweikampfstärke gefragt sind. Wird jedoch häufig eine eher defensive 6:0 Deckung gespielt, ist es zwingend notwendig, dass der Mittelblock in der Lage ist, den Torhüter bei Rückraumwürfen zu unterstützen.

Zusammenspiel zwischen Block und Torhüter

Zunächst muss es für die unterschiedlichen Spielsituationen klare Absprachen zwischen Torhüter und Block geben. Zumeist wird hierbei die alte Regel angewendet: „Der Block hat die Wurfarmseite.“ Dies bedeutet normalerweise, dass der Torhüter bei Werfern auf der Halbposition hauptsächlich die kurze Ecke abdecken muss (außer es spielen Linkshänder auf Halblinks und umgekehrt).

Geht ein Halbspieler einen langen Weg quer zur Abwehr, kann der Block allerdings in der Regel nicht mehr die Wurfarmseite komplett abdecken. Daher ist es wichtig, dass auch dafür Absprachen herrschen und diese schnell umgesetzt werden können.

Zusammenspiel trainieren

In der Regel kann man das Zusammenspiel am besten durch häufiges Spielen und hohe Kommunikation zwischen Mittelblock und Torhüter fördern. Eine kleine Übung, die sich hierfür ebenfalls anbietet ist folgende:

Falls die Handballtore nicht fest verankert sind (demontierbar) werden sie abgebaut. An der Stelle der beiden Torpfosten wird je ein kleines Tor aufgebaut (s. Abbildung 1). Die Spieler werden in Mannschaften zu je sechs Personen plus 1 Torhüter pro Team aufgeteilt.

Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Ziel des Spiels ist es den Ball in einem der beiden gegnerischen Tore unterzubringen. Abgesehen von den kleinen Toren wird nach ganz normalen Handballregeln gespielt (Kreis, Schrittregel, etc.). Dadurch, dass der Torhüter lediglich eins der kleinen Tore abdecken kann, ist es nötig, dass der Block sich an die Absprachen hält und Würfe auf das andere Tor konsequent blockt.

R. N.