Handballtraining Handballübungen


30. Mai 2022

Hindernisball

Beim Spiel „Hindernisball“ geht es um die spielerische Verbesserung der Fangbewegung. Gleichzeitig werden die Hand-Augen-Koordination und die Antizipation des Balles geschult. Für Handballanfänger im Grundschulalter ist die Spielform sehr geeignet und bringt eine Menge an Spaß und Herausforderung mit sich.

Hand-Augen-Koordination und Antizipation des Balles

Zuerst wird die Gruppe in 2er Teams aufgeteilt. Je nachdem wie viele Spieler zur Verfügung stehen, muss die Anzahl der Spielfelder angepasst werden. Denn am besten lässt sich die Spielform im 2 gegen 2 auf dem Badmintonspielfeld der Turnhalle spielen. In die Mitte des Badmintonfeldes kommt ein Hindernis, welches die Sicht der Spieler auf das gegnerische Feld blockiert. Im obigen Bild ist mit Kästen gearbeitet worden, aber es kommen auch Weichbodenmatten in Frage. Der verwendete Sichtschutz sollte um einiges größer und höher sein als eure Teilnehmer. So sorgt ihr dafür, dass der Ball in einem hohen Bogen über das Hindernis geworfen werden kann.

Ein Team bekommt den Spielball und hat das Ziel den Handball so über das Hindernis zu werfen, dass er innerhalb des gegnerischen Feldes auf dem Boden aufkommt. Das Fängerteam muss die Flugbahn des Ball antizipieren und diesen vor dem Bodenkontakt auffangen. Im Anschluss hat das Fängerteam den Spielball und darf den Ball über das Hindernis werfen. Bei einer Bodenberührung des Balles gibt es einen Punkt für das Werfer-Team.

Variationsmöglichkeiten

Falls das Spiel für Anfänger zu schwer sein sollte, müssen die Werfer vor dem Abwurf des Balles ein akustisches Signal geben.
Es besteht die Möglichkeit, dass die Spieler sich sehr viel Zeit zwischen den Würfen lassen. Um dagegen vorzugehen, könnt ihr einen Countdown für die Werfer von 5 Sekunden einführen. So wird das Spiel schneller und die Teams müssen sich zügiger auf kommende Aktionen vorbereiten.
Außerdem können unterschiedliche Arten von Bällen genutzt werden. Neben den eigentlichen Handbällen sorgen Tischtennisbälle und Tennisbälle für abwechslungsreiche Verhältnisse und stellen die Spieler vor neue Herausforderungen.

Von Finn Wäsch

9. Mai 2022

Burgwächter

In „Burgwächter“ sollen erste Handballtechnikaspekte mit Spaß kombiniert werden. Wir wollen den Kindern ein erstes Ballgefühl, kooperatives Spiel, sowie das Erlaufen von Bällen beibringen. Im Fokus stehen Grundelemente der Wurf- und Passbewegung die spielerisch vermittelt werden. Es steht nicht das perfekte Wurfbild im Fokus, sondern Spaß an der Bewegung und Zielerreichen durch Ausprobieren. Zahlreiche Studien zeigen eine gute Entwicklung durch die Einführung von Themen durch Spielformen.

Technikentwicklung durch Spielformen

Aus 2 Bänken und aus 2 Kästen wird ein Viereck, mit der Größe von 4×4 Metern, gebildet. Die Ecken sollten möglichst geschlossen sein. In dieses Rechteck kommen möglichst viele Bälle aller Art. Dafür solltet ihr in erster Linie Softbälle nutzen. Anfangs könnt mehr Bälle nehmen als ihr vermutet, da das Rauswerfern schneller geht als man denkt. Mit einem Abstand von 1 Meter von diesem Rechteck aus Kästen und Bänken (Burg) steckt ihr mit Hütchen einen Kreis ab. Der Kreis sorgt dafür, dass die Kinder ihre Bälle aus kurzer Entfernung in die „Burg“ zurückwerfen. Es sind immer 2 Kinder Burgwächter und müssen die Bälle aus ihrer Kastenburg hinauswerfen (siehe Grafik). Die anderen Kids stehen um die Burg herum müssen die Bälle sammeln und zurückwerfen. Dabei dürfen die Ritter außerhalb der Burg immer nur einen Ball aufnehmen und zurückwerfen.

Der Spielablauf ist sehr simpel. Die Burgwächter müssen versuchen alle Bälle aus ihrer Burg herauszuwerfen. Die Ritter müssen die Bälle wieder hineinwerfen.

Schaffen es die Burgwächter alle Bälle aus ihrer Burg hinauszuwerfen haben sie gewonnen. Ebenso haben die Eroberer gewonnen, wenn sie alle Bälle aus dem Feld in die Burg geworfen haben. Versucht trotzdem kleine Technik Elemente anzusprechen und diese den Kids zu vermitteln. Ein wichtiger Aspekt ist die korrekte Wurfbewegung der Spieler. Außerdem könnt ihr in fortgeschrittenen Versionen den Kids die richtige Fangtechnik (Dreieck zwischen Daumen und Zeigefingern) zeigen.

Zusätzliche Variationen für fortgeschrittene Kids

Platziert 2 Kinder als Blockspieler zwischen Burg und Hütchen. Sie dürfen die geworfenen Bälle der Angreifer abblocken.

Bei Fortgeschrittenen können auch unterschiedliche Bälle genutzt werden, wie zum Beispiel Tennisbälle/Handbälle oder auch Tischtennisbälle.

Falls ihr das Spiel untereinander der Kids fördern möchtet, könnt ihr die Ritter ihn Sammler und Werfer unterteilen. Die Sammler dürfen nur die Bälle einsammeln und müssen zu einem Werfer passen. Diese Spieler dürfen dann einen Ball in die Burg hineinwerfen. Dadurch werden erste kooperative Ansätze des Handballspiels geschaffen.

Ihr könnt auch 2 Burgen gleichzeitig aufbauen und die Teams gleichzeitig gegeneinander spielen lassen. Zusätzlich können die wandnahen Bänke durch Handballtore ausgetauscht werden.

Von Finn Wäsch

24. April 2022

Den Garten freihalten

Kategorie: Allgemein,Jugendtraining,Spielformen,Technikschulung,Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 20:47

In „Den Garten freihalten“ verpacken wir technische Elemente des Handballspiels in eine Spielform. Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt auf der Wurftechnik. Besonders für die jungen Handballanfänger im Grundschulalter ist diese Spielform sinnvoll und spaßig zugleich.

Die Spielform eignet sich als Aufwärmspiel, aber auch als Zielspiel am Ende der Stunde.

Spaß und erste Technikaspekte stehen im Vordergrund

Als Spielfeld eignet sich ein Hallendrittel einer Sporthalle gut für die Umsetzung. Falls Trennvorhänge in der Sporthalle vorhanden sind, könnt ihr diese als seitliche Begrenzung nutzen. Mit Turnbänken wird das Spielfeld in zwei Hälften geteilt. Die Gruppe wird in zwei gleichgroße Mannschaften aufgeteilt und die Teams stellen sich in ihre Felder. Vor dem Start bekommt jedes Team dieselbe Anzahl an Bällen (Anzahl Bälle = Anzahl der Spieler).

Als Idee zur interaktiveren und metaphorischeren Gestaltung des Spiels ordnet ihr den Spielern bestimmte Rollen zu. So werden die Werferinnen und Werfer zu Gärtnern und die Spielfeldhälften sind die zugehörigen Gärten. Die Handbälle sind alte Äpfel oder Blätter, die in den anderen Garten geworfenen werden sollen.

Das Startkommando erfolgt und nun gilt es alle Bälle aus der eigenen Hälfte in den „Garten“ des gegnerischen Teams zu werfen. Das Team, das zuerst alle Bälle aus ihrer Hälfte rauswirft, gewinnt das Spiel. Falls nach einiger Zeit kein Gewinner feststeht, stoppt das Spiel und die Mannschaft mit weniger Bällen in ihrer Spielfeldhälfte gewinnt das Spiel.

Die Spieler dürfen immer nur einen Ball aufnehmen und werfen. Im Anschluss können sie einen neuen Ball holen. Das Schießen der Handbälle ist nicht erlaubt.

Ihr könnt für die Übung Handbälle nutzen. Aus persönlicher Erfahrung lässt sich allerdings sagen, dass eine hohe Anzahl von Spielern und kleine Sporthallen zu mehr Chaos und unkontrolliertem Ablauf führen können. Bei solchen Gegebenheiten könnt ihr die Kids mit Softbällen spielen lassen, um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Weitere Ausbaumöglichkeiten der Spielform

Für Gruppen mit fortgeschrittenen Spielern könnt ihr einfache Zusatzregeln einbauen. So dürfen sie mit dem Ball in der Hand maximal drei Schritte gehen und ansonsten muss der Ball geprellt werden. Oder der Ball muss mit der Nicht-Wurfhand auf die andere Seite geworfen werden.

Von Finn Wäsch

31. März 2022

Piraten gegen Küstenwache

In „Piraten gegen Küstenwache“ geht es um die spielerische Vermittlung der Pass- und Wurfbewegung im Handballsport. Passgassen oder repetitive Würfe gegen die Hallenwand sind eher motivationshemmend für Handballanfängerinnen. Die Kids müssen Spaß beim Erlernen eines Bewegungsablaufs haben und das geht am einfachsten über eine Spielform mit metaphorischem Hintergrund. In unserem Falle verpacken wir die Werfer als „Küstenwache“ und die Läufer als „Piraten“.

Erste Spielerische Vermittlung der Pass-/Wurftechnik

Für einen reibungslosen Ablauf benötigen wir eine freie Hallenwand. Nutzt am besten die lange Seite der Sporthalle. Bevor es losgeht, müssen einige Verstecke und Schutzmöglichkeiten für die Läufer aufgebaut werden. Es eignen sich große Kästen, Weichbodenmatten, Bänke oder auch Kombinationen aus Turnmatten und kleinen Kästen dafür. Diese werden im Abstand von 4 Metern an der Hallenwand aufgebaut. Am Anfang und am Ende der „Bahn“ werden kleine umgedrehte Kästen gestellt. Der hintere Kasten beinhaltet Tennisbälle als „Schätze.“ Um die kleinen Kästen muss eine „Safe-Zone“ sein, um die Läufer bzw. die Piraten zu schützen.

Ablauf

Die Piraten müssen die Bahn hochlaufen. Am Ende angekommen, können sie einen Tennisball aus der Kiste nehmen. Anschließend müssen sie diesen in ihre eigene Basis bringen. Pro zurückgebrachten Ball gibt es einen Punkt.

Die Werfer/Küstenwache sollen dies verhindern, indem sie die Piraten mit Softbällen von der Seite aus abwerfen. Dabei stehen sie hinter einer mit Pylonen abgesteckten Linie.  Ein getroffener Pirat muss wieder von vorne starten. Falls er auf dem Rückweg getroffen wird, muss er vorher den Ball wieder in die Kiste am Ende der Halle bringen und am besten außenherum zur Startbasis zurücklaufen.

Als Coaches solltet Ihr einen Blick auf grobe Technikaspekte legen. Aufgrund des jungen Alters der Kids steht erstmal der Spaß und das Resultat im Fokus. Allerdings können erste kleine Fehler, wie zum Beispiel die Höhe des Wurfarmes oder die Beinstellung korrigiert werden. So sorgt ihr dafür, dass sich die Würfe der Jungen und Mädchen verbessern und der Spaß steigt automatisch mit dem Erfolg nach Treffern an.

Das Team mit den meisten gesammelten Tennisbällen gewinnt.

Variationen für Fortgeschrittene

Bei Fortgeschrittenen können folgende Variationen eingebaut werden: Das Abwerfen der Piraten durch die Küstenwache gibt ebenfalls einen Punkt und der Abwurf mit der Nicht-Wurfhand gibt 2 Punkte pro Treffer. Ihr könnt den Spielern weniger Bälle zur Verfügung stellen, damit die Werfer kooperativer spielen müssen.

Außerdem könnten die Kids ihre eigenen Verstecke aufbauen und eigene Taktiken als Werfer/Küstenwache und Läufer/Piraten entwickeln.

Von Finn Wäsch

1. September 2018

Komplexübung zur Schulung verschiedener individueller Abwehrtechniken

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 09:41

Abwehr hat viele Gesichter. Da gibt es unter anderem das Blocken, das Zweikampfverhalten und das Ballgewinnen. Alle diese Techniken erfordern Übung und sind in ihren Formen auch abhängig vom jeweiligen Abwehrsystem. Im Folgenden beschreiben wir euch eine Komplexübung, bei welcher die Abwehrspieler verschiedene Arten des Defensivspiels in schneller Abfolge trainieren.

Grundsituation (Abb. 1)

Der grundlegende Aufbau unserer Übungsreihe sieht folgende Positionen vor. Ein Abwehrspieler (rot) und ein Kreisläufer (gelb) werden zunächst zentral im abgesteckten Bereich vor dem Tor platziert. Zudem werden zwei Rückraumspieler (RL und RR benötigt). Etwas zurückgezogen auf der Rückraum-Mitte-Position sollte ein Zuspieler mit Ballkiste positioniert werden.

Teil 1: Antizipatives Abwehrverhalten und Kreisläufer abdecken

Im ersten Übungsabschnitt stößt der Rückraumspieler mit Ball innerhalb von 9 Metern Richtung Tor und hat zwei Möglichkeiten. Entweder spielt er einen straffen Parallelpass auf den gegenüberliegenden Halbspieler oder er bedient den Kreisläufer, welcher sich allerdings nicht bewegen darf.

Die Hauptaufgabe des Abwehrspielers ist es stets durch Veränderung des Stellungsspiels (Kreisläufer im Rücken halten) den Pass zum Kreisspieler abzudecken. Des Weiteren ist es ihm jedoch gestattet auch den Parallelpass zwischen den beiden Rückraumspielern heraus zu fangen.

Hierbei ist Timing gefragt. Der Abwehrspieler darf sich nicht zu früh herausbewegen, sondern sollte bis zum Schluss den Kreis abdecken. Auch beim Abfangen des Balles gilt es, den Kreisspieler im Rücken zu halten, sodass auch überraschende Kreisanspiele durch einen schnellen Schritt oder eine Reaktion verhindert werden können.

Verschätzt sich der Abwehrspieler zudem und kann einen langen Pass nicht herausspielen, muss er so schnell wie möglich wieder zurück und das Kreisanspiel auf der Gegenseite unterbinden.

Die erste Phase der Übung ist vorbei, falls ein erfolgreiches Kreisanspiel gelingt, der Abwehrspieler einen Ball Fangen oder herausspielen kann oder der Rückraum vier erfolgreiche Parallelpässe spielen konnte.

Teil 2: Zweikampftechnik und Blockverhalten

Im zweiten Teil der Übung kommt der RR-Spieler mit Ball über das Zentrum und sucht den Zweikampf gegen den bei 9-10 Meter agierenden Abwehrspieler (s. Abb. 2). Dieser versucht zunächst mit fairen Mitteln (schnelle Beine) den Durchbruch des Angreifers zu verhindern und gegebenenfalls auch ein Stoppfoul zu setzen.

Sobald dies gelingt, pfeift der Übungsleiter und RR spielt auf den aus dem Lauf kommenden RL, welcher per Sprungwurf aus dem Rückraum abschließen soll.

Der Abwehrspieler versucht durch einen schnellen Wechsel mit Side-Steps auf die Halbverteidigerposition den Wurf im Block zu Verteidigen. Durch den langen Weg sollte die Kooperation mit dem Torhüter genutzt und die lange Torecke abgedeckt werden, sodass der Torwart sich auf einen Wurf in die kurze Ecke einstellen kann.

Verliert der Abwehrspieler das erste Eins-Eins mit RR, erhält RL den Ball vom Zuspieler.

Teil 3: Kooperatives Abwehrspiel im 2 vs. 2

Im letzten Übungsteil Agieren nun beide Rückraumspieler gegen den Verteidiger und den Kreisläufer als Abwehrverbund. Der Rückraum soll durch Kreuzbewegungen die Abwehr zu hoher Kommunikation bezüglich Übergabe und Übernahme zwingen.

Möglich ist auch ein Spiel 3 vs.2 mit Überzahl des Angriffes in Form eines zusätzlichen Kreisläufers.

Für alle Übungsformen gelten folgende Kernpunkte:

– Ballorientiert Agieren (insbesondere im Zweikampf)

– Schnelle Beinarbeit mit Side-Steps (kein Überkreuzen der Beine und niemals dem Angriff den Rücken zudrehen)

– Aktives Arbeiten mit Armen und Händen um Passwege zu versperren

Autor: Robert Nowacki

27. Mai 2017

Übung zum Technikbild beim Überzieher mit Folgepass

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 11:02

Der Überzieher gehört ab einer bestimmten Niveaustufe zum Standardrepertoire eines Rückraumspielers.

Vor allem große wurfstarke Spieler auf den Halbpositionen, die sich häufiger kleinen offensiv ausgerichteten Deckungsspielern gegenübersehen sollten diese Individualtechnik beherrschen, um ihre körperlichen Vorteile auch dann noch auszuspielen, wenn sie nicht mehr so einfach in Wurfposition kommen. Im Folgenden gibt es von uns eine Übung sowie die wichtigsten Knotenpunkte des Technikbildes, auch in diesem Video zu sehen:

Überzieher-Viereck mit zwei Verteidigern

252 Überzieher Übungen Abb. 1

Es wird ein Quadrat mit vier Pylonentoren von etwa 3-5 Metern Seitenlänge errichtet (s. Abbildung 1). Jeweils zwei gegenüberliegende Tore werden von einem Verteidiger abgesichert. Vor den Toren wird je ein Angriffsspieler postiert.

Die Angreifer laufen mit Ball auf ihr Tor zu, gehen mit einem Überzieher in den Zweikampf und passen den Ball anschließend parallel zum nächsten Spieler weiter, welcher die Übung gegen den zweiten Verteidiger wiederholt. Währenddessen muss der erste Verteidiger zum gegenüberliegenden Tor laufen, um gegen den dritten Angreifer zu verteidigen usw.

Wichtiges zur Organisation und Variation

Die beiden Abwehrspieler in der Mitte sind permanent in Bewegung. Hier kann den Spielern gut die höhere Effektivität eines Überziehers gegen Abwehrspieler in Bewegung deutlich gemacht werden, indem die Übung zunächst mit vier Abwehrspielern, welche jeweils ein Tor absichern ausgeführt wird und erst im späteren Verlauf gewechselt wird.

Die Angriffsspieler müssen für die Grundübung alle entweder Rechts- oder Linkshänder sein. Hat man nicht genug Linkshänder zur Verfügung empfiehlt es sich diese nebeneinander zu postieren und permanent mit einem Rechtshänder wechseln zu lassen (–> Rückstoßen per Überzieher).

Die Grundübung kann natürlich geöffnet werden, indem auch andere Eins-Gegen-Eins-Angriffstechniken erlaubt werden (Körperfinte zur oder gegen die Hand). Hier werden dann jedoch eventuell mindestens drei Angreifer benötigt.

Vor der ersten Durchführung empfiehlt es sich zudem die Übung als Passkontinuum ohne Abwehrspieler zu gestalten und stattdessen den Überzieher mit Folgepass gegen einen Abwehrdummy, oder eine Slalomstange auszuführen, damit die Spieler ein Gefühl für Pass- und Laufweg erhalten.

Beschreibung des Technikbildes

252 Überzieher Übungen Abb. 2

Die Technikausführung beim Überzieher lässt sich gut in 3 Phase einteilen (s. Abbildung 2). Zunächst versucht der Angreifer durch seinen Laufweg den Verteidiger möglichst weit auf die Seite der Ballhand zu ziehen (–> Prinzip des Stoßens auf Lücke), um sich Platz für den Überzieher zu verschaffen. Im Idealfall wird der Ball im Nullschritt angenommen.

In Phase zwei kommt es bereits zur Kontaktsituation. Der Wurfarm des Angreifers geht mit Ball scheinbar in Wurfauslage nach oben, während der andere Arm Kontakt zur gegenüberliegenden Hüfte/zum Arm des Verteidigers sucht.

Die dritte Phase beinhaltet den eigentlichen Überzieher. Der Wurfarm wird mitsamt Ball im Halbkreis am Abwehrspieler vorbeigezogen. Gleichzeitig drückt die Nichtwurfarmhand den Abwehrspieler an Hüfte und Arm weg von dieser Bewegung. Die beiden Arme machen quasi entgegengesetzte Bewegungen.

Zudem muss die Angreiferhüfte durch einen schnellen explosiven Kreuzschritt zur Seite am Abwehrspieler vorbeigezogen werden. In unserer Beispielübung soll dann der Ball sofort zum nächsten Spieler weitergeleitet werden. Dies sollte ohne größere Verzögerung aus der Bewegung des Überziehers erfolgen (Handgelenkspass ohne noch einmal die Schulter nach hinten zu nehmen).

Autor: Robert Nowacki

28. Februar 2017

Komplexübung für das Training in einer Hallenhälfte

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 11:21

Nicht immer hat man für das Training die komplette Halle zur Verfügung bzw. die geeignete Teilnehmerzahl für Übungen über das gesamte Feld. Im Folgenden zeigen wir euch eine Übung, welche nur eine Hallenhälfte erfordert und dennoch auf viele verschiedene Trainingsinhalte ausgerichtet ist.

Grundaufbau

Der Aufbau ist sehr simpel. Entsprechend unserer Abbildung werden zwei Spielzonen von ca. drei Metern Breite auf der halbrechten und halblinken Abwehrseite abgesteckt (gelbe Pylonen). Zudem werden zur Kennzeichnung der Laufwege vier weitere Pylonen in der Nähe der Mittellinie (rote Pylonen) aufgestellt.

Grundidee

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Die Grundidee der Übung ist die Aneinanderreihung verschiedener Technikbilder mit hoher Belastungshäufigkeit. Damit ist es auch möglich trotz geringen Platzes große Trainingsgruppen intensiv zu beschäftigen.

Für die Grundübung benötigt wird ein Torhüter im Tor und mindestens ein Torhüter/Feldspieler (im Idealfall eher zwei), der als Passgeber fungiert. Die Spielzonen am Kreis werden zu Beginn mit jeweils einem Abwehrspieler besetzt. Die verbliebenen Spieler verteilen sich mit Ball gleichmäßig auf beiden Außenpositionen.

Der erste Spieler passt seinen Ball zum Torhüter und sprintet zum Gegenstoß. Etwa auf Höhe der hinteren Pylone erhält er den Ball vom Zuspieler und zieht anschließend prellend scharf Richtung gegenüberliegende Spielzone. Hier ist es wichtig, dass er zwischen den beiden Pylonen auf der anderen Seite hindurchläuft um wieder frontal Richtung Tor laufen zu können. Nun versucht der Spieler den Verteidiger im Eins-Gegen-Eins zu besiegen und ein Tor zu erzielen. Unabhängig von seinem Erfolg wird er anschließend zum neuen Abwehrspieler in der Zone.

Bei zwei Zuspielern kann der zweite Außen bereits zum Gegenstoß starten, sobald sein Vorgänger auf der anderen Seite den Ball sicher gefangen hat. Somit wird eine hohe Übungsfrequenz erreicht. Die Komplexübung verbindet Gegenstoßverhalten, Sicherheit im Prellen, Körpertäuschung und Torabschluss sowie Defensivverhalten im Zweikampf.

Varianten

244 Komplexübung Halbe Halle Abb. 2

Die Grundübung ist auf viele unterschiedliche Übungsziele ausrichtbar. Es kann z.B. an Stelle einer Eins-Eins-Bewegung ein Sprungwurf aus dem Rückraum gefordert werden bzw. die richtige Entscheidungsfindung trainiert werden, wann welche Technik erforderlich ist. Sind drei Torhüter vorhanden und dementsprechend zwei Anspieler verfügbar, kann das Muster auch ohne Abwehrspieler zum Einwerfen der Torhüter genutzt werden. Hierbei ist eine noch höhere Übungsfrequenz erforderlich.

Zudem kann die Grundübung auch auf Kleingruppentraining erweitert werden, indem z.B. zunächst mit einem Kreisläufer zusammen 2 vs. 1 und später 2 vs. 2 gespielt wird (Sperre absetzen, Sperren erkennen und ausznutzen).

Ebenso können einfache Kreuzbewegungen trainiert werden. Hierfür starten Links- und Rechtsaußen gleichzeitig (lediglich einer passt den Ball zum Anspieler) und versuchen nach Ballerhalt gegen einen oder zwei Abwehrspieler durch eine einfache Kreuzbewegung zur Torchance zu kommen.

Für diese Modifikation werden die beiden Spielzonen auf den Halbpositionen durch eine größere Zone im Zentrum ersetzt (s. Abbildung 2). Später kann auch diese Variante um den Kreisläufer und einen dritten Abwehrspieler erweitert werden.

Autor: Robert Nowacki

4. Februar 2017

Kleine Spiele zur Schulung des einhändigen Fangens

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 10:13

Das Fangen des Balles mit einer Hand kann nicht nur durch Übungsreihen sondern auch durch modifizierte Spielformen geschult werden.

Parteiball, Brettball einhändig

Erwärmungsspiel mit Handballverwandtschaft gibt es ja zu Hauf (unsere Sammlung: http://www.handballtraining.de/uebungen/aufwarmen) . Die meisten dieser Spiele können durch einfache Regelmodifikationen so umgestaltet werden, dass das einhändige Fangen geschult wird. Als Beispiel seien hier die Spiele Parteiball (Zehnerball) und Brettball genannt.

Die Modfikation sieht vor, dass jeder Spieler zu Beginn des Spieles einen Ball in der Nichtwurfhand hat. Der Spielball wird anschließend eingeworfen. Dadurch, dass jeder einen Ball in seiner Nichtwurfhand festhalten muss, kann der Spielball nur mit einer Hand gefangen werden. Verliert ein Spieler seinen Ball muss er eine Strafaufgabe bewältigen.

Zur Schulung des Passens und Werfens mit der Nichtwurfhand kann zudem das Regelwerk so verändert werden, dass stets der Ball gepasst wird, welcher länger in der Hand gehalten wurde (Spielball wird also nach jedem Pass ausgetauscht). Weitere Spiele bei denen eine solche Modifikation möglich ist sind Reifenball, Torball, Ball über die Schnur, Wandball, Mattenball, Prellball oder Turmball.

Paarweise einpassen und Reifen besetzen

241 Spielerisch einhändig fangen Abb. 1

Für dieses kleine Spiel müssen sich die Teilnehmer in Paaren zusammenfinden. Jedes Paar benötigt einen Ball. Zudem muss jeder Partner ein Leibchen in einer Hand halten. Innerhalb des Spielfeldes werden jeweils Koordinationsreifen auf den Boden verteilt (Anzahl Reifen = Gesamtzahl Spieler – 1).

Die Partner spielen sich permanent auf unterschiedliche Arten den Ball zu. Durch die Belegung einer Hand mit dem Leibchen muss auch hier stets mit einer Hand gefangen werden. Auf Pfiff des Übungsleiters muss jeder Spieler versuchen sein Leibchen so schnell wie möglich in einen Reifen zu legen. Der Spieler, welcher übrigbleibt muss eine Strafaufgabe bewältigen.

Variation und Erweiterung: Es kann erlaubt werden andere Spieler beim Passen des Balles zu stören. Zudem kann die Anzahl der Reifen auch niedriger gehalten werden.

Autor: Robert Nowacki

30. Juli 2013

Entscheidungstraining für Außenspieler

Kategorie: Technikschulung – Autor: admin – 08:54

Entscheidung: Stoßen vs. Ablegen

Für die Übung positionieren sich die Außenspieler als Eckenaußen ihrer Position. Auf den Halbpositionen wird jeweils ein Anspieler postiert. Zwei Abwehrspieler (Außen u. Halb) agieren auf jeder Seite (s. Abb. 1). Die Außenangreifer erhalten den Ball von ihrem Zuspieler auf der Halbposition und stoßen in die Lücke zwischen den beiden Abwehrspielern.

Der Abwehrspieler auf der Halbposition soll nun eine klar erkennbare Entscheidung treffen, ob er die Lücke zusammen mit dem anderen Verteidiger zustellt, oder ob er auf einen Rückpass zum Halbspieler spekuliert. Anhand der Reaktion des Abwehrspielers muss der Außen mit der entsprechenden Gegenreaktion agieren. Bleibt der Abwehrspieler hinten, spielt er nach der angetäuschten Stoßbewegung den Pass zum Rückraumhalben zurück, der per Schlagwurf auf das Tor abschließt.

Spekuliert der zweite Verteidiger auf den Pass, versucht der Außenangreifer durch die entstandene Lücke zu stoßen und den erfolgreichen Torabschluss zu suchen. Der erste Abwehrspieler ist dabei jedoch weiterhin als aktiver Zweikampfgegner vorhanden, weshalb der Raum durch eine schnelle und explosive Bewegung ausgenutzt werden soll.

Entscheidung: Torabschluss vs. Abspiel im Gegenstoß

Die Übung beginnt auf Höhe der Mittellinie. Die Spieler verteilen sich wie in Abb. 2 in den Bereichen nahe beider Seitenlinien mit Blick zu einem der Tore. Ein Abwehrspieler steht bei 12-15 Meter Torentfernung mit Blick zu den Angriffsspielern. Ein Zuspieler steht mit Ballkiste im Mittelkreis. Auf ein Startsignal laufen die ersten beiden Außen (je einer links und einer rechts) Richtung Tor.

Bereits kurz nach dem Start erhält einer der beiden Außen den Ball vom Zuspieler. Direkt nach der Annahme des Balles durch den Angriffsspieler entscheidet sich der Abwehrspieler, ob er den Ballführenden aggressiv attackiert, den anderen Spieler versucht zu decken, oder passiv den Raum abzudecken. Der ballführende Spieler muss entsprechend reagieren und Passen (aktive Deckung gegen ihn; Abb. 2 rote Wege), selbst den Torabschluss suchen (Deckung gegen seinen Angriffspartner; Abb. 2 blaue Wege).

Bleibt der Abwehrspieler zunächst passiv muss der Ballführende dies genau beobachten und zunächst weiter mit Ball Richtung Tor laufen. Zeigt der Verteidiger im späteren Verlauf eine Reaktion, sollte der Außenspieler wie in den oben genannten Fällen agieren. Lediglich, wenn sich der Angreifer bereits in der Nahwurfzone befindet, sollte der Abschluss in jedem Fall selbst gesucht werden, falls der Abwehrspieler sich noch nicht in unmittelbarer Nähe befindet.

Robert Nowacki

27. Juli 2013

Trainingsübungen: Entscheidungstraining für Rückraumspieler

Kategorie: Technikschulung – Autor: admin – 17:30

Im Handball entsteht jede Situation, jeder Pass, jede Torchance aus einer Entscheidung. Die Spieler müssen in der Lage sein innerhalb kurzer Zeit diverse Aktionsmöglichkeiten zu überblicken, zu analysieren und im Idealfall die beste auszuführen.

Im Folgenden zeigen wir einige Übungen, die Rückraumspielern helfen können bessere Fähigkeiten in der Entscheidungsfindung zu erlangen.

Entscheidung: Rückraumwurf vs. Körpertäuschung (s. Abb.1)

Der Trainer begrenzt zwei Bereiche auf der Halbposition (breite ca. 2-3 Meter). Die Rückraumspieler verteilen sich auf die Halbpositionen, ein Anspieler postiert sich mitsamt Ballkiste auf der Mittelposition. Die beiden abgegrenzten Bereiche werden von je einem Abwehrspieler verteidigt.

Diese Verteidiger erhalten die Aufgabe entweder konsequent hinten am Torkreis zu bleiben oder den Angreifer offensiv in der Nähe der gestrichelten Linie anzunehmen. Die Angreifer sollen nach dem Zuspiel durch den Mittelmann entscheiden, ob sie einen Rückraumwurf ansetzen (Verteidiger am Kreis) oder mit einer Körpertäuschung am Abwehrspieler vorbeiziehen (offensiver Abwehrspieler).

Entscheidung: Rückraumwurf vs. Kreisanspiel

Für die Übung wird genau das gleiche Szenario genutzt wie bei der vorhergehenden. Allerdings erfolgt dieses Mal beim Spiel gegen den offensiven Verteidiger ein Anspiel an einen im markierten Bereich postierten Kreisläufer (s. Abb.1).

Entscheidung: Parallelpass vs. Kreisanspiel

In dieser Übung erhält der Zuspieler eine aktive Rolle. Nachdem der Halbspieler den Ball von diesem erhalten hat läuft er auf den Abwehrspieler zu. Dieser bleibt entweder vor dem Kreisläufer, der sich nicht bewegt oder er antizipiert den Pass auf den Zuspieler, welcher parallel zum Rückraumhalben mitstößt (s. Abb. 2).

Im ersten Fall spielt der Halbspieler den Parallelpass zum Mittelmann (rote Entscheidungswege), sodass dieser ungehindert zum Torwurf kommen kann. Im zweiten Fall spielt er einfach den freien Kreisläufer an (blaue Entscheidungswege).

Entscheidung: Durchbruch vs. Pass nach außen vs. Kreisanspiel

Die Übungsanordnung bleibt unverändert, allerdings verteidigen zwei Verteidiger nun den Raum und ein Außenspieler wird auf seiner zusätzlich postiert (s. Abb. 3). Nach dem Pass des Zuspielers geht der Rückraumhalbe wieder auf die Deckung zu.

Verteidiger 1 entscheidet sich entweder dafür den Pass auf die Außenposition zu unterbinden oder den Halbspieler zu attackieren. Verteidiger 2 entscheidet sich entweder den unbeweglichen Kreisläufer zu decken oder den Angreifer zu verteidigen (nur dann wenn Verteidiger 1 dies nicht schon tut).

Der Rückraumspieler muss gemäß der Situation die richtige Entscheidung treffen (selbst gehen, Kreisanspiel oder Abspiel auf außen).

Robert Nowacki