Handballtraining Handballübungen


4. März 2016

Freie Würfe vom Kreis – Ausspringen des Torhüters

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 12:17

Die Kreisspieler müssen meist unter größter Bedrängnis in der Lage sein, den Ball im Tor unterzubringen. Oftmals bleibt wenig Zeit, um zwischen Ballerhalt, Drehung, Absprung und Torwurf auch noch den Torhüter zu lesen. Ganz entscheidend für die Erfolgschancen ist daher das Absprungverhalten des Werfers vor dem Torwurf.

Torhüter aus- und nicht Anspringen

Gerade weil Sprunghöhe und die zur Verfügung stehende Zeit für den Torabschluss vom Kreis so gering sind, ist es wichtig für den Kreisspieler den Torwart vor eine schwierige Aufgabe zu stellen. Nachdem man den Ball unter Kontrolle gebracht und sich zum Absprung bereit gemacht hat, sollte der Blick ausschließlich dem Stellungsspiel des Torhüters gelten.

Gute Torleute antizipieren Kreisanspiele bereits sehr früh und versuchen sich durch das frühe Stellen auf den Wurfarm des Kreisspielers und weites Heraustreten so zu positionieren, dass die Wurfoptionen zunächst äußerst gering sind.

200 Freie Würfe vom Kreis - Absprungverhalten Abb. 1

Daher ist es wichtig, beim Sprungwurf vom Kreis nie frontal auf den Torhüter zu springen, sondern durch das Abspringen zur Seite die eigenen Wurfoptionen zu verbessern.
Wie in unserer Abbildung 1 dargestellt, kann man sich durch das seitliche Ausspringen des Torhüters wieder eine größere Torfläche für einen erfolgreichen Wurf verschaffen.

Dies sollte auch auf engstem Raum möglich sein. Zum Üben des gezielten Ausspringens dienen die nachfolgenden beiden Grundübung.

Übung 1: Ausspringen nach Pass durch die Beine

200 Freie Würfe vom Kreis - Absprungverhalten Abb. 2

Ein übender Kreisspieler stellt sich leicht versetzt von der Spielfeldmitte an den Kreis mit dem Rücken zu einem Zuspieler bei ca. 9 Metern (s. Abbildung 2). Der Zuspieler läuft prellend auf den Kreisspieler zu und steckt den Ball als Tippanspiel durch die leicht gegrätschten Beine des Kreisspielers durch.

Der Kreisspieler versucht den Ball unter Kontrolle zu bringen und mit maximal einem Zwischenschritt zum Sprungwurf Richtung Tor anzusetzen. Der Torhüter stellt sich dabei stets offensiv gegen den Wurfarm des Kreisspielers bei dessen Ballannahme. Der Kreisspieler versucht durch das seitliche Ausspringen in eine bessere Wurfposition zu gelangen. Heber sind verboten.

Zunächst sollte das Springen zu einer Seite (zur Wurfarmseite) geübt werden. Im weiteren Verlauf und bei besserer Beherrschung kann variiert werden. Der Torhüter sollte zuerst nicht auf das Ausspringen reagieren. Im weiteren Verlauf soll er sein Stellungsspiel anpassen, sodass der Kreisläufer die geeignete Wurfauswahl im Sprung treffen muss.

Übung 2: Ausspringen und Passen

200 Freie Würfe vom Kreis - Absprungverhalten Abb. 3

Diese Übung soll insbesondere die Sprungkraft unter Zuhilfenahme von wenig Anlauf schulen, sowie die grundsätzlichen Vorteile des Ausspringens veranschaulichen. Hierzu werden zwei ca. 2 Meter breite Bereiche aus Pylonen im Abstand von etwa sechs Metern errichtet (s. Abbildung 3). In der Mitte wird zudem ein kleineres Tor von ca. 1 Meter Breite (Maße variieren je nach Leistungs- und Altersklasse) platziert.

Alle drei Tore werden mit einem Spieler besetzt, wobei ein äußerer Spieler einen Ball besitzt. Die beiden Spieler in den äußeren Bereichen müssen sich den Ball per Sprungwurf zu passen, wobei der Passempfänger niemals seinen Bereich verlassen darf.

Der Passgeber hingegen muss stets von der Mitte seines Tores zum Sprungwurf ansetzen und darf dabei maximal einen Schritt Anlauf nehmen. Der Spieler in der Mitte versucht die Bälle abzufangen, darf sich allerdings ebenfalls nur innerhalb seines 1 Meter breiten Bereiches bewegen. Bogenlampen sind nicht gestattet. Bei einem Fehler wechselt der verantwortliche Spieler in die Mitte.

Autor: Robert Nowacki

26. Februar 2016

Freie Würfe vom Kreis für Ballkontrolle und Reaktionsfähigkeit

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 14:33

Die sogenannten „freien Dinger“ vom Kreis müssen nach allgemeiner Auffassung stets zu Torerfolgen führen. Gelingt es einer Mannschaft den eigenen Kreisläufer in guter Position zu bedienen, soll dieser auch den Ball verwandeln.

Allerdings ist dies oft leichter gesagt als getan. Kreisspieler müssen in der Lage sein innerhalb kürzester Zeit den Ball zu kontrollieren, mit wenig Schwung zum Sprung anzusetzen und gleichzeitig auf das Verhalten des Torhüters zu reagieren.

Häufig wird mindestens eines dieser drei erwähnten Teilelemente nur unzureichend beherrscht, was sich in einer verringerten Wurfquote vom Kreis niederschlägt. Wir wollen in den folgenden Artikeln einige Verhaltensmuster und Basisübungen zeigen, mit welcher sich die Chancen auf einen Torerfolg vom Kreis erhöhen lassen.

Übung 1: „Reaktion und Ballkontrolle“

199 frei Würfe vom Kreis Ballkontrolle Abb. 1

Ein sauberes Fangen des Balles ist Grundvoraussetzung für eine gute Wurfposition. Wenn man nach dem Pass nochmal Nachfassen muss oder den Ball nur an den Fingerkuppen kleben hat, ist die Chance groß, dass die Konzentration die ganze Zeit auf der Ballkontrolle liegt, auch während man eigentlich schon den Torhüter ausgucken muss.

Demnach ist es für jeden Kreisläufer wichtig, Bälle in verschiedenen Höhen sicher und reaktionsschnell fangen zu können, zur Not auch einhändig und unter gegnerischem Druck.

Eine einfache exemplarische Übung, welche diese Elemente verbindet, ist die folgende. Die Spieler finden sich in Paaren zusammen. Jedes Paar benötigt einen Handball und stellt sich wie in der Abbildung dargestellt dicht hintereinander mit Blick zu einer Wand (Abstand ca. 2 Meter) auf.
Der Hintermann mit Ball wirft den Ball fest gegen die Wan, so dass der Vordermann schnell reagieren muss, wenn er den zurückprallenden Ball fangen will. Nach dem erfolgreichen Fangen wird der Ball durch die Beine zurück zum Hintermann gespielt und die Übung wiederholt.

Variation und Erschwerung

Diese grundlegende Reaktionsübung kann erschwert werden, indem der Werfer gleichzeitig leichten Druck auf den Kreisspieler ausübt, d.h. direkt nach dem Wurf an die Wand Körperkontakt oder ein leichtes Schieben simuliert unter welchem der Vordermann den Ball trotzdem sauber fangen und festhalten soll.

Zudem ist die Übung auch mit zwei Bällen durchführbar, wobei jeder Ball mit einer Hand gefangen werden soll. Zunächst sollten die beiden Würfe zeitversetzt erfolgen, sodass genug Reaktionszeit vorhanden ist. Bei guter Bewältigung der Aufgabe können die Zeitintervalle immer weiter verkürzt werden.

Übung 2: „Der Ball aus dem Nichts“

199 frei Würfe vom Kreis Ballkontrolle Abb. 2

Ein ähnlicher Reaktionsdruck wie beim Fangen eines Balles aus kurzer Distanz herrscht auch beim Fangen ohne klare Sicht auf die Spielsituation. Hierfür wird der Kreisläufer zentral hinter einer blickdichten Mauer (z.B. in Form einer auf Kante gestellten Hochsprungmatte) platziert.

Die Anspieler laufen mit Ball auf das Hindernis zu, sodass sie nicht ins Sichtfeld des Kreisläufers gelangen. Erst kurz vor dem Hindernis entscheidet sich der Anspieler, ob er den Ball per Sprungwurfpass über das Hindernis oder per Tippanspiel seitlich am Hindernis vorbei zum Kreisläufer spielt. Der Kreisspieler muss versuchen situationsgebunden zu reagieren, den Ball sicher zu fangen und anschließend erfolgreich im Tor unterzubringen.

Eine Erschwerung der Übung kann auch hier durch Hinzuziehen eines Gegenspielers, welcher den Kreisläufer in der Ballannahme stört, vorgenommen werden.

Autor: Robert Nowacki

18. Dezember 2015

Übergang auf zwei Kreisläufer Teil 2 – Kreisel

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 10:11

Nachdem wir im letzten Artikel den Übergang von der Halbposition an den Kreis genauer beschrieben haben, wollen wir im Folgenden Artikel eine Auslösehandlung genauer betrachten, die in vielen Leistungsklassen schon zum Standardrepertoire gehört.
Es handelt sich um den umgangssprachlich als „Kreisel“ bezeichneten Spielzug, bei dem ein Wechsel zwischen Kreisläufer und Rückraum-Mitte-Spieler stattfindet.

Grundidee

Die Grundidee eines Kreisels mit dem Ziel auf zwei Kreisspieler umzustellen ist es unter anderem, die Deckungsreihe weit an den eigenen Kreis zu ziehen und mehr Entfaltungsmöglichkeiten für die zwei verbliebenen Rückraumspieler zu kreieren.

Der Kreisläufer steht zu Beginn der Auslösehandlung zwischen 1 und 2 während der gegenüberliegende Außenspieler (im Fall von Abbildung 1 der RA) mit einer Anzugsbewegung zum Initiator des Ablaufs wird. Der Laufweg des Kreisspieler ist bereits in Abbildung 1 mit rot vorgezeichnet.

Während RA und RR durch einfache Stoßbewegungen Druck auf die Deckungsreihe ausüben, muss RM bei Ballerhalt auf die Lücke zwischen Innenblock und Halbverteidiger ziehen. Dabei kreuzt der Kreisläufer hinter RM und erhält von diesem den Ball, sodass der Kreisspieler mit Zug zum Tor auf die gegenüberliegende Lücke zwischen IL und HL stoßen kann (s. Abbildung 2).

Gelingt es der Verteidigungsreihe diese Lücke zu zu scheiben, kann der Kreisspieler den Ball auf RR ablegen, welcher parallel auf die nächste Lücke zieht. Gleichzeitig läuft RL in großem Bogen mit viel Anlauf auf die Lücke zwischen den beiden Innenblockspielern.

Erhält RL den Ball, wie in Abbildung 3 dargestellt von RR (roter Ballweg) bieten sich ihm zahlreiche Möglichkeiten je nach Verhalten der gegnerischen Abwehr (blaue Ballwege). Wichtig dafür ist, dass RM und KL ihre jeweiligen Gegenspieler auf den Halbverteidigerpositionen nach Außen wegsperren. Ein wurfstarker Rückraumspieler hat anschließend die Möglichkeit bei einem defensiven Verhalten des Innenblocks aus guter Position auf das Tor zu werfen.

Tritt einer der Innenblockspieler heraus, entsteht hinter diesem Raum für den jeweiligen Kreisspieler. Umläuft der Halbverteidiger die Sperre auf der rechten Seite, entsteht Platz für einen Pass zu RR mit anschließendem Durchbruch oder Abräumen über Außen.

Worauf ist besonders zu achten

Der Kreisspieler sollt einen möglichst großen Bogen beim Wechsel mit Rückraum Mitte gehen, damit er die Bewegung auf seine Lücke auch torgefährlich in die Tiefe ausführen kann. Viele Kreisspieler sehen diese Möglichkeit gar nicht, sondern trennen sich enorm früh vom Ball und machen es der Deckung dadurch einfach die Abläufe vorherzusehen.

Auch die Bewegung des Rückraumspielers, welcher letztendlich durch seine frontale Bewegung auf den Innenblock die Entscheidung trifft, in welche Richtung sich der Spielzug entwickelt muss mit viel Schwung und Torgefahr erfolgen. Hier werden vielseitige Spieler mit guter Übersicht und gutem Torabschluss benötigt.

Autor: Robert Nowacki

11. Dezember 2015

Übergang auf zwei Kreisläufer

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 10:28

Das Agieren mit zwei Kreisspielern zählt mittlerweile fast schon zum Standardrepertoire in allen Leistungsklassen. Besonders bei eigener Überzahl im Angriff oder um offensive Deckungsreihen auszuhebeln, hat sich das Spielen mit einem zweiten Kreisläufer als effektive Variante etabliert.

Dabei wird häufig nicht ansatzlos in das Spielsystem mit zwei Kreisspielern übergegangen, sondern der zweite Kreisläufer per Auslösehandlung aus dem Rückraum an den Kreis positioniert. Der sogenannte Übergang.

Im Folgenden stellen wir eine Variante des Übergangs etwas genauer vor, welche insbesondere gegen offensive Deckungsreihen wirksam ist.

Der Übergang mit Ball aus der Halbposition

Die Variante des Überganges mit Ball aus dem Rückraum ist besonders gegen offensive Abwehrreihen wie eine 3:2:1 oder 5:1 Deckung geeignet, da die oft mannbezogene Zuordnung solcher Deckungsformationen kurzzeitig verloren geht und sowohl Deckungs- als auch Angriffsspieler intuitiv handeln müssen.

Der Kreisspieler löst dabei aus einer der beiden Halbpositionen im Rückraum an den Kreis auf. In Abbildung 1 ist dargestellt wie der halbrechte Rückraumspieler (RR) von Team rot gegen eine 5:1 Deckung an den Kreis übergeht. Der Übergang beginnt mit einem Pass des RR auf RM. Gleichzeitig läuft RR quer zur Abwehr auf die Lücke zwischen halbrechten Abwehrspieler und Hinten-Mitte-Spieler. RM verschleppt wenn nötig das Tempo kurz und passt zum stoßenden RL Spieler weiter.

RR stellt für diesen eine Sperre am Halbabwehrspieler sodass RL in Richtung Abwehrzentrum ziehen kann (Abbildung 2). Gelingt es beiden Kreisspielern ihre Positionen zu Halten und die Halbspieler vom Abwehrzentrum wegzusperren, liegt die Entscheidung bei RL, ob er einen der beiden Kreisläufer anspielt oder selbst einen Rückrumwurf, bzw. einen Durchbruch forciert.

Um bei einem schnellen Einsinken des vorgezogenen Deckungsspielers oder einen Umlaufen der Sperren durch die Abwehrspieler eine schnelle Spielverlagerung auf die andere Seite zu ermöglichen, muss RM zudem nach seinem Pass zu RL auf die RR Position ausgleichen.

Worauf ist zu achten

Für den Übergang auf zwei Kreisläufer ist es wichtig, mit spiel- und entscheidungsstarken Rückraumspielern zu agieren. Die Abläufe und verschiedenen Bewegungsmuster mit der die gegnerische Abwehrdarauf reagieren kann sollten auch im Training erprobt werden, sodass alle Angreifer situationsgebunden handeln können.

Zudem ist es wichtig, den Spielern klar zu machen, dass auch im Spiel mit zwei Kreisläufern keine Pässe an die Kreisspieler erzwungen werden sollen, da bei Ballverlust ein Spieler weniger im Rückraum ist, der die erste Welle des Gegners unterbinden kann. Es geht vielmehr darum die Zuordnung in der Deckung außer Kraft zu setzen und für eine echte Überzahlsituation zu nutzen.

Autor: Robert Nowacki

25. August 2015

Kleine Übungen zum Verteidigen von Kreisanspielen

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 09:19

Fängt ein Kreisläufer den Ball und schafft es sich mit diesem in Richtung Tor zu drehen, ist dies eine der vielversprechendsten Aktionen im Handball. Gerade bei Würfen aus zentralen Kreispositionen hat der Kreisspieler jede Menge Möglichkeiten seinen Torwurf zu platzieren. Torhüter müssen meist sehr schnell reagieren und haben kaum Zeit ihr Stellungsspiel gemäß der Situation anzupassen. Ein Foul durch den Abwehrspieler hat nahezu immer einen Siebenmeter und evtl. sogar noch eine progressive Bestrafung zur Folge.
Demzufolge muss man das Anspiel an den Kreis verhindern, was jedoch gerade gegen eine gut eingespielte Rückraum-Kreis-Achse sehr schwer sein kann. Im Folgenden zeigen wir daher einige zwei kleine Übungen mit denen man insbesondere die Grundzüge des Übergebens und Übernehmens am Kreis trainieren kann.

Übung: Schnelle Aufgabenverteilung

Benötigt wird ein passiver Verteidiger bei 9-10 Metern. Ein Kreisläufer wird im abgesteckten Bereich (s. Abbildung 1) postiert. Des Weiteren stehen zwei Abwehrspieler links und rechts versetzt hinter dem passiven Verteidiger bei 7-8 Metern. Die Angreifer positionieren sich mit Ball auf der Rückraum Mitte Position.

Der erste RM-Spieler passt den Ball zu einem Zuspieler auf der Halbposition und geht nach dem Rückpass in eine Eins-Gegen-Eins-Situation mit dem passiven Verteidiger. Je nachdem zu welcher Seite RM am Verteidiger vorbeigeht müssen die zwei hinteren Abwehrspieler reagieren. Der RM-nähere Abwehrspieler versucht RM am Durchbruch zu hindern indem er ihm entgegentritt. Sein Abwehrpartner versucht hingegen den Kreisspieler abzudecken, indem er sich nach hinten absetzt und einen etwaigen Passweg zustellt.

Übung: Schnelle Vorwärts- und Rückwärtsbewegung im 3 vs. 2

Für die Übung wird ebenfalls ein Kreisspieler positioniert. Dieser hat lediglich die Aufgabe sich zentral am Kreis aufzuhalten und stets fangbereit in Richtung des Balles zu drehen. Zwei Abwehrspieler beginnen zunächst die Übung mit den Fersen an sechs Metern. Für den Angriff werden zwei Spieler auf einer Halbposition benötigt. Der Positionsabstand zwischen den Angreifern beträgt in etwa der Aufteilung wie im Angriffsspiel mit zwei Kreisläufern.
Die Halbspieler stoßen jeweils mit Ball Richtung Tor. Die Abwehr soll mit klarer Aufgabenverteilung reagieren. Ein Spieler nimmt den ballführenden Angreifer an während der zweite Spieler den Kreisläufer abdeckt. Erfolgt der Pass auf die andere Halbposition müssen die Aufgaben in der Defensive schnellstmöglich getauscht werden.
Die Angreifer stoßen so lange mit dem Ball Richtung Tor bis einer von ihnen eine sichere Anspielgelegenheit zum Kreisläufer erkennt.
Die Übung erfordert schnelle Beine genauso wie das schnelle Umschalten im Kopf und ist besonders zur Schulung des Abwehrverhaltens im offensiven Abwehrsystem der 3:2:1 mit Libero geeignet.

Autor: Robert Nowacki

3. Juni 2015

2:4 Angriffsspiel mit zwei Kreisläufern – Grundlegendes

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 09:33

Immer wieder sieht man, dass Mannschaften im Angriff mit zwei Kreisläufern agieren. Die Beherrschung dieser Angriffsvariante bringt nicht nur zusätzliche Flexibilität in das Offensivspiel eines Teams, sondern kann auch bei personellen Problemen oder gegen bestimmte gegnerische Abwehrvarianten von Vorteil sein. In den nächsten Artikeln wollen wir den 2:4 Angriff einmal genauer unter die Lupe nehmen und einige Grundlagen dazu vermitteln.

Voraussetzungen für das Spielen eines 2:4 Angriffes (Kreisläufer)

Grundsätzlich braucht man für einen funktionierenden 2:4 Angriff zwei geschulte Kreisläufer. Diese müssen insbesondere in der Lage sein Sperren zu setzen und diese auch zu halten, da die Angriffstaktik nur unter solchen Voraussetzungen rentabel ist.

In der Bundesliga sieht man das Agieren mit zwei Kreisläufern besonders häufig im erweiterten Gegenstoß, da hier oft der etatmäßige Angriffskreisspieler zusammen mit einem Abwehrspezialisten an den Kreis auflöst, um das Spieltempo hochzuhalten. Erst nachdem die Chance auf ein schnelles Tor vorüber ist, wird der Abwehrspezialist gegen einen dritten Rückraumspieler ausgetauscht und zum 3:3 Angriff gewechselt.

Voraussetzungen für das Spielen eines 2:4 Angriffes (Rückraum und Außen)

Auch auf den Rückraum- und Außenpositionen sollte das Spielermaterial zur 2:4 Taktik passen. Im Rückraum werden möglichst spielstarke Akteure benötigt, die in der Lage sind Sperren auszunutzen und außerdem über einen sehr präzisen Pass verfügen, da der Abstand zwischen den beiden Rückraumspielern wesentlich größer ist als im 3:3 Angriff (s. Abbildung 1).

Die Außenangreifer nehmen im 2:4 Angriff eine deutlich aktivere Rolle ein, als im 3:3 Positionsspiel. Um die gegnerische Abwehr in Bewegung zu bringen werden im 2:4 Angriff häufig Wechsel zwischen Halb- und Außenangreifer gespielt. Hierfür werden Außenspieler mit gutem Passspiel benötigt, die ebenfalls in der Lage sind Sperren zu erkennen und auch hin und wieder aus dem Rückraum zu werfen.
Einige Teams spielen ihren 2:4 Angriff mit Rückraumspielern auf den Außenpositionen. Wenn die Verwertung von Chancen auf der Außenposition zu den Schwachpunkten einer Mannschaft gehört, kann eine Umstellung auf 2:4 die richtige Wahl sein.

Voraussetzungen für das Spielen eines 2:4 Angriffes (Gegner)

Ein 2:4 Angriff ist besonders dann rentabel, wenn die angreifende Mannschaft dem Gegner körperlich überlegen ist und man klare Vorteile im Eins-Gegen-Eins besitzt. Durch die Sperren der Kreisspieler wird es für die verteidigende Mannschaft fast unmöglich Überzahlsituationen zu schaffen, sodass die physische Überlegenheit ausgespielt werden kann.
Auch offensive Abwehrvarianten lassen sich durch Übergänge in eine 2:4 Angriffstaktik gut aushebeln. Im nächsten Artikel wird es um das grundlegende Bewegungsmuster im Angriffsspiel mit zwei Kreisläufer gehen.

Autor: Robert Nowacki

5. Januar 2015

Kreisläufertraining – Sperren setzen (Übungen)

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 09:17

Wie bereits angekündigt wollen wir nun einige Basisübungen zur Schulung des Timings bei Sperren durch den Kreisläufer zeigen

3 Pässe, Sperre, Wurf

Für die Übung werden zwei Turnmatten benötigt, die auf den Halbpositionen etwa mit dem Kopfende an der Neunmeterlinie platziert werden (s. Abbildung 1). Der Kreisläufer positioniert sich zunächst zentral am Torkreis. Mit ihm zusammen trainieren jeweils zwei Halbspieler.

Die beiden Halbspieler passen sich genau dreimal den Ball zu während sie nach der Ballannahme Stoßbewegungen an der Außenseite der Matte ausführen. Nach Erhalt des dritten Passes täuscht der entsprechende Rückraumspieler zunächst die Stoßbewegung nach außen an, geht jedoch anschließend über die Mitte zum Torwurf.

Der Kreisläufer soll für diese Wurfaktion eine Sperre an der Innenseite der Matte stellen. Dabei muss er in dem Moment in die Sperre gehen, in welchem der Angriffsspieler den ersten Schritt der Täuschungsbewegung nach außen macht. So ist gewährleistet, dass ein Abwehrspieler zunächst die Täuschungsbewegung mitgeht und anschließend keine Zeit mehr hat die Sperre zu Umlaufen.

Varianten: 3 Pässe, Sperre, Wurf

Varianten der Übung sind natürlich das Ausführen mit passiven oder aktiven Verteidigern sowie das Agieren mit zwei Kreisläufern. Außerdem kann der Zeitpunkt der Täuschungsbewegung auch durch akustische Signale festgelegt werden an Stelle von Passanzahlen. Hierdurch wird zusätzlich die Reaktionszeit für das Setzen der Sperre verkürzt.

Übung Sperre absetzen

Für die Übung werden zwei Mittelblockspieler und ein Kreisspieler benötigt. Gespielt wird im Abwehrzentrum in einem markierten Bereich. Die Angriffsspieler verteilen sich mit Ball auf RL und RR.
Der erste RL bekommt zu Übungsbeginn zunächst einen Pass von RR und läuft in leichtem Bogen über die Mitte und versucht im Zusammenspiel mit dem KL eine Wurfgelegenheit zu kreieren. Die Verteidiger agieren jeweils offensiv gegen den Rückraumspieler und übergeben den Kreisläufer. Dieser versucht einen Abwehrspieler nach innen zu sperren, sodass in der Mitte eine Überzahlsituation für ihn und den Rückraumspieler entsteht.

Im Anschluss ist RR an der Reihe und der Kreisläufer muss sich umgehend neu positionieren.

Varianten: Übung Sperre absetzen

Die Übung ist auf allen Positionen, selbst auf der Außenposition durchführbar. Außerdem kann die Übung auch im 3 vs. 3 oder 4 vs. 4 umgesetzt werden.

Autor: Robert Nowacki

28. Dezember 2014

Kreisläufertraining – Sperren stellen (Grundlegendes)

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 09:14

Das Stellen von Sperren gehört zu den grundlegenden Positionsaufgaben des Kreisläufers im Handball. Gerade im Zusammenspiel mit dem Rückraum bieten sich hier viele einfache angriffstaktische Mittel, welche das eigene Positionsspiel deutlich variantenreicher machen können.

Gerade in den tieferen Klassen wird dieses Mittel jedoch nur wenig praktiziert. Hier orientieren sich die Kreisspieler noch viel zu oft am Ball und häufig sind die Bewegungen des Kreisläufers mehr von Aktionismus als von Effizienz geprägt. Dabei ist das Stellen von Sperren generell wahrlich keine Zauberei.

Der Bauerntrick – Sperre absetzen

Dieser Art der Kreissperre wird vor allem gerne gegen eine 6:0 Abwehr angewendet. Ziel ist es dabei durch Sperren des Halbverteidigers Platz hinter einem heraustretenden Mittelverteidiger zu schaffen.
Wie in Abbildung 1 ersichtlich zieht der Angreifer auf der Halbposition nach einem Zuspiel seines Außen zunächst auf seinen direkten Gegenspieler, den Halbverteidiger.

Bevor dieser jedoch den Zweikampf sucht, zieht RL Richtung Spielfeldmitte (im Idealfall mit einer einfachen Körpertäuschung, sodass er in eine gefährliche Wurfposition kommen kann.
In jenem Moment löst sich der Kreisläufer vom Mittelblockspieler und setzt die Sperre am Halbverteidiger. Der Rückraumspieler muss nun anhand der Reaktion des Mittelblockspielers entscheiden, was er als nächstes tut. Bleibt der Abwehrspieler defensiv, hat er gute Chancen aus naher Distanz zum Rückraumwurf anzusetzen.
Kommt der Abwehrspieler auf ihn heraus, so entsteht hinter ihm ein Raum, in welchem sich der Kreisspieler absetzen kann. Dies muss der Angreifer erkennen und den Ball in diesen Raum bringen, entweder als Tippanspiel oder als Leger über den Mittelverteidiger.
Gegen Mannschaften mit guten Fähigkeiten im Verschieben Richtung Ballseite lohnt es sich das Sperre absetzen nur anzutäuschen und dann ggf. über die andere Seite abzuräumen.

Sperren für Durchbrüche setzen – Stoßen-Rückstoßen

Sperren, welche den Rückraumspielern Durchbrüche zur freien Wurfchance ermöglichen, benötigen zwei wichtige Voraussetzungen. Einerseits muss die Mannschaft in der Lage sein hohes Tempo in die eigene Ballzirkulation zu bringen, also Stoßbewegungen und Kreuze schnell auszuführen. Andererseits ist es wichtig, dass der Kreisläufer ein gutes Timing beim Setzen der Sperre aufweist.
Ein gutes Beispiel dafür ist das einfache Stoßen-Rückstoßen über Mittelmann und Halbposition. Im Grafikbeispiel (s. Abb. 2) zieht RL (rote Laufwege) den Halbverteidiger durch Bewegung mit Ball zur Mitte in Richtung Abwehrzentrum.

Nach seinem Abspiel zu RM setzt sich RL sofort ab in Richtung Abwehrlücke zwischen AR und RH.
Gleichzeitig läuft der KL zur Sperre aus dem Abwehrzentrum zu HR (blauer Laufweg). RM hat die Aufgabe zunächst eine Verlagerung des Spiels nach RR anzutäuschen, dann allerdings den Ball zum stoßenden RL zu bringen, welcher die Lücke zwischen HR und AR nutzen kann um durchzubrechen. Hilft AR hier aus, kann der Ball auf LA abgespielt werden

Grau ist alle Theorie

Die theoretischen Grundlagen der Kreisläufersperre wären mit diesen beiden Angriffssituationen einigermaßen darlegt. Wie jedoch das Timing von Sperren und die Kooperation des Rückraums mit dem Kreisspieler trainiert werden kann, wird Thema im nächsten Artikel sein.

Autor: Robert Nowacki