Handballtraining Handballübungen


16. Mai 2014

Schulung sozialer Kompetenzen im Kinder- und Jugendhandball

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 11:49

Als Jugendtrainer ist man nicht nur für technische, taktische und konditionelle Ausbildung der eigenen Schützlinge zuständig, sondern auch für die Vermittlung sozialer Kompetenzen. Diese sind im Mannschaftssport wie im alltäglichen Leben von essenzieller Bedeutung. Denn wenn zwei Mannschafen sich auf einem ähnlichen Leistungsniveau begegnen ist es oft die Teamfähigkeit oder die Führungsqualität einzelner Spieler, welche den Unterschied macht. Wir wollen zwei kleine Übungen zeigen, die soziale Kompetenzen schulen und außerdem eine gute Abwechslung zum herkömmlichen Trainingsalltag bieten.

Das Baumstammspiel

Besonders bei jüngeren Sportlern ist das Baumstammspiel sehr beliebt. Alle Mitglieder der Trainingsgruppe bis auf einen legen sich mit dem Rücken auf eine Matte. Die eigenen Schultern berühren jeweils die Schultern der beiden Nebenleute. Somit entsteht eine Art Kette. Dabei zeigen die Füße des ersten Spielers nach links, die des zweiten Spielers nach rechts, die des dritten wieder nach links, usw. Die liegenden Sportler strecken nun ihre Hände mit den Handflächen nach oben, sodass sich der einzige Spieler außerhalb dieser Kette mit Rücken und Gesäß auf die Hände der anderen legen kann. Nun wird dieser Spieler vom Kettenanfang bis zum –ende durchgereicht. Anschließend legt er sich als neues „Endstück“ ebenfalls an die Kette und der Sportler am Kettenanfang wird zum nächsten Baumstamm und wird über die Kette gereicht.

Das Spiel eignet sich sehr gut zur Ausbildung der Teamfähigkeit und zeigt insbesondere jüngeren Spielern, was sie gemeinsam erreichen können.

Balldieb

Für dieses Spiel werden zwei Mannschaften eingeteilt. Es sollte darauf geachtet werden, dass beide Mannschaften konditionell annähernd gleichstark sind. In beiden Torkreisen werden Ballkisten mit verschiedenartigen Bällen (Tennisbälle, Handbälle, Basketbälle, Federbälle, Medizinbälle, usw.) platziert. In beiden Torkreisen muss dabei jedoch dieselbe Anzahl und Art an Bällen vorhanden sein. Ziel des Spiels ist es, dem Gegner Bälle aus seiner Kiste zu klauen und in die eigene Kiste zu legen (s. Abb. 1). Den Gegner im Spiel zu behindern ist jedoch nicht gestattet. Wer nach drei Minuten mehr Bälle in seiner Kiste hat ist Sieger. Nach Erklärung des Spielprinzips haben die Mannschaften zunächst zwei Minuten Zeit um ihre Spieltaktik festzulegen. Hierbei wird die Kommunikationsfähigkeit sowie lösungsorientiertes Arbeiten gefördert. Es können beispielsweise alle gleichzeitig die Bälle des Gegners abholen, es kann aber auch eine Art „Ballkette“ gebildet werden.

2. Mai 2014

Kommunikation mit der Mannschaft – Aufbau von Ansprachen

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 11:42

Mannschaftsansprachen richtig aufzubauen ist oft nicht einfach. Jeder Übungsleiter will seinem Team natürlich möglichst viele Dinge während einer Ansprache mitgeben, ohne dabei die Spieler mit Informationen zu überfrachten. Ein gut strukturierter Aufbau ist dafür zwingend notwendig.

Ansprachen planen

Insbesondere die „langen“ Ansprachen vor einem Wettkampf und in der Halbzeitpause sollte jeder Trainer vorher zumindest gedanklich planen. Stichpunktzettel sind dabei nicht verboten, da es besser ist ab und zu mal abzulesen als planlos draufloszureden. Eine klare Struktur ist also förderlich, wobei jeder Übungsleiter die geeignete Struktur für sich erkennen sollte und dann umsetzen muss. Im Folgenden führen wir einmal die inhaltlichen Eckpfeiler für eine gute Ansprachestruktur auf.

1. Einleitung

Mit einigen einleitenden Worten wird auf die momentane Situation (Tabellenstand, Halbzeitstand, Hinspiel, etc.) hingewiesen. Auch aus Gründen der Zeitökonomie sollte dieser Punkt kurz gehalten werden. Es ist jedoch wichtig bereits zu diesem Zeitpunkt die absolute Aufmerksamkeit des Teams zu verlangen. Die Spieler sollten also keinen Nebentätigkeiten mehr nachgehen

2. Eigene Taktik und 3. Taktik Gegner

Die eigene taktische Ausrichtung hat immer Vorrang und sollte mehr Platz einnehmen als die Taktik des Gegners. Trainer die zu viel über den Gegner sprechen schüren leicht Angst bei der eigenen Mannschaft und suggerieren häufig, dass nicht an die eigene Stärke geglaubt wird. Bei den Anweisungen zur eigenen Taktik ist darauf zu achten ebenfalls strukturiert vorzugehen und z.b. zunächst defensiv- und anschließende offensivtaktische Punkte zu besprechen, wobei die wichtigsten Aussagen möglichst weit an den Anfang gestellt werden. Spricht man über den Gegner sollten sowohl Stärken als auch Schwächen herausgestellt werden, sodass die Mannschaft sowohl gewarnt als auch motiviert ist.

4. Zusammenfassung, Motivation und Emotion

Die letzten Worte sollten noch einmal die wichtigsten Inhalte der Ansprache zusammenfassen und die Mannschaft auch emotional auf das Spiel einstellen. Hier hat man als Trainer viele Instrumente zur Verfügung wie z.B.:

Schlachtrufe
Erhöhung des Lautstärkepegels der Stimme
Gesten (z.B. Faustballen, in die Knie gehen)
Mimik
Besonders die Gestik und Mimik sollte sich in der Endphase einer Ansprache verändern, um der Mannschaft positive nonverbale Eindrücke zu übertragen.

Aufstellung

An welchem Punkt seiner Ansprache ein Trainer die Startaufstellung bekannt gibt ist ihm überlassen. Da im Handballsport die „Startaufstellung“ jedoch nicht so viel Gewicht hat, wie in anderen Sportarten, sollte man sich nicht zu lange an diesem Punkt aufhalten. Um die Konzentration aller Spieler während der Ansprache hochzuhalten, bietet es sich an die Aufstellung erst gegen Ende der Ansprache zu verkünden.

26. April 2014

Kommunikation mit der Mannschaft – Positionierung

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 11:40

„Jeder Trainer hat sein eigenes Rezept!“, heißt es ja oft. Das ist natürlich richtig und jeder Übungsleiter geht anders mit seinen Schützlingen um. Dabei spielen viele Einflussfaktoren eine Rolle, z.B. Charakter, Ausbildung und Alter des Trainers, aber auch Leistungsniveau, Charakter und Eigenheiten der Mannschaft. Nichtsdestotrotz unterscheiden sich gute Trainer in ihrer Ansprache an die Mannschaft oft von ihren Kollegen. Es gibt einige Rahmenbedingungen, die ein stabiles Korsett für Ansprachen, egal ob vor dem Spiel, in der Halbzeitpause oder während einer Auszeit bilden können. Einige dieser Orientierungsregeln geben wir hier als Hilfestellungen für euch zum Besten. Allerdings soll dies nichts an unserer Eingangsaussage rütteln, denn:

„Jeder Trainer hat sein eigenes Rezept!“

Position des Trainers bei den Ansprachen und Körpersprache

Es sind oft kleine Dinge, Aussagen und Gesten, die einen Trainer Respekt bei der eigenen Mannschaft verschaffen. Gerade für Übungsleiter, die ein neues Team übernehmen können solche Dinge den Unterschied machen.

Generell sollte jeder Trainer darauf achten für alle Spieler sichtbar zu sein. Für Kabinenansprachen bedeutet dies, dass er sich so positionieren muss, dass er auch von entlegenen Plätzen aus gesehen werden kann. Im Zweifelsfall können Spieler auch einfach näher herangeholt werden, wobei es generell besser ist die Spieler möglichst nah beieinander zu haben, da so auch nonverbale Gesten und Augenkontakt höhere Wirkung besitzen.

Dies gilt natürlich auch für Ansprachen auf dem Spielfeld während eines Time Outs. Hier machen viele Trainer häufig den Fehler, die Mannschaft in einem Kreis zusammenzuholen und in dessen Mitte mit der Ansprache zu beginnen. Dies führt allerdings zur Problematik, dass einige Spieler im Rücken des Trainers stehen. Hier kann es einerseits zu Problemen in der Akustik kommen (s. Abb. 1, grauer Bereich), andererseits ist für den Trainer auch kein Augenkontakt mit allen Spielern möglich. Wie in der Abbildung ersichtlich ist ein Halbkreis hierfür die weitaus bessere Variante.
Wie nah man sich räumlich an der Mannschaft positioniert hängt auch vom Verhältnis des Trainers zu dieser ab. Für Spielertrainer und Übungsleiter, welche flache Hierarchien bevorzugen, ist es von Vorteil bei Ansprachen eine große räumliche Nähe zu den Spielern zu haben, sodass gegebenenfalls auch durch Berührungen (z.B. Schulterklopfen u.ä.) auf die Spieler einwirken kann. Hat ein Trainer viel Distanz zur Mannschaft ist es auch ratsam diese auch räumlich in den Ansprachen zu wahren.

19. April 2014

Trickwürfe: Der Dreher – Übungen für Fortgeschrittene

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 11:36

Hat ein Spieler die grundlegenden technischen Fertigkeiten für das Ausführen eines Drehers aus dem Stand, braucht es noch einiges an Übung bis man die Technik auch im Wettkampf einsetzen kann.

Dreher ins Tor um ein Hindernis aus Wurfposition

Die Übung kann sowohl als Grundlagenübung (aus dem Stand), als auch aus dem Sprungwurf mit Anlauf genutzt werden. Innerhalb des Torraums wird eine Pylone (symbolisiert das Standbein des Torhüters) aufgestellt, um die ein Dreher in die lange Torecke ausgeführt werden soll. Die Pylone muss so platziert werden, dass eine imaginäre Gerade vom Übenden beginnend, über das Hindernis, am Tor vorbeiläuft.

Ziel der Übung sollte es zunächst sein, einfache Dreher aus dem Stand in die lange Torecke auszuführen. Je näher der Ball dabei an der Pylone vorbeigedreht wird umso weniger Spin wird benötigt und umso einfacher ist der Dreher.

Dreher aus dem Sprung – Vereinfachung

Der Dreher aus dem Sprung heraus kann zunächst auch ohne Anlauf geübt werden. Dies vereinfacht das Ausführen der Technik, da zunächst keine Seitwärtsbewegungen den Übenden beeinträchtigen. Hierfür wird ein ähnlicher Aufbau wie in der Vorübung genutzt. Zusätzlich zu der Pylone wird ein Hocker/ eine Bank o.ä. an der Wurfposition platziert.
Der Übende stellt sich mit dem Ball auf diese Erhöhung. Anschließend springt er nur mit leichtem Krafteinsatz (keine Weite, wenig Höhe) wieder von dieser herunter. Während dieser kurzen Flugphase wird der Dreher um die Pylone ausgeführt.

Dadurch, dass der Übungszyklus quasi erst in der Landungsphase einsetzt hat der Übende auf dem Hocker zunächst alle Zeit der Welt um die, für den Dreher essentielle, Einklappbewegung des Handgelenks vorzubereiten. Dies ist selbstverständlich in einer Komplexübung mit Ballerhalt, Anlauf und Absprung nicht mehr gegeben.

Übung macht den Meister

Gelingt es einem Handballer einen guten Dreher auszuführen, heißt dies noch lange nicht, dass er damit auch im Wettkampf Erfolg haben wird. Denn Trickwürfe setzen auch voraus, dass man die gegnerischen Torhüter täuschen kann und diese nicht zu früh erkennen, was der Werfer vorhat. Hier hilft in der Regel nur das Training mit den Torhütern des eigenen Vereins. Immerhin profitieren sowohl Feldspieler, als auch Torhüter von solchen Übungsserien.

5. April 2014

Trickwürfe: Der Dreher – Die Grundlagen

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 08:48

Auch wenn das Üben von Trickwürfen bei den meisten Übungsleitern keine hohe Gunst besitzt, so ist die Beherrschung solcher Wurftechniken insbesondere für Außenspieler von großem Nutzen. Trickwürfe erweitern nicht nur die Facetten des eigenen Wurfrepertoires, sondern sind auch mächtige psychologische Waffen im Duell mit gegnerischen Torhütern.

Der Dreher

Der sicherlich bekannteste Trickwurf wurde in den 80er Jahren vom weißrussischen Nationalspieler Aleksander Karschakewitsch entwickelt und erfuhr insbesondere durch die zunehmende Verwendung von Harz eine stete Weiterentwicklung bis in die Gegenwart, wo Spieler wie Uwe Gensheimer oder Anders Eggert die Technik auf ein neues Level gehoben haben.

Technikbeschreibung

Beim Dreher wird der Ball nach Absprung zunächst durch Einklappen des Handgelenkes Richtung Unterarm in Ausgangsposition gebracht. Gleichzeitig wird die eingeklappte Hand nah zur eigenen Hüfte gezogen. Dies sollte am höchsten Punkt der Sprungkurve erfolgen. Erfolgt die Bewegung zu früh haben beobachtungsstarke Torhüter zu viel Zeit sich auf den Wurf einzustellen. Während des Landungsvorganges wird das Handgelenk wieder mit hoher Geschwindigkeit vom Unterarm abgeklappt und gleichzeitig der Unterarm schnell vom Körper weggeführt. In jenem Moment bewegen sich Oberkörper und Wurfarm in verschiedene Richtungen. Durch die Rotationskräfte dreht sich der Ball beim Aufkommen auf dem Hallenboden in einer Kurve Richtung Torzentrum.
Da sich die Beschreibung dieser Technik natürlich sehr komplex gestaltet, hier nochmal ein Video in welchem die einzelnen Teilaspekte der Technik sehr schön zu sehen sind:

Das Üben des Drehers – Grundvoraussetzungen schaffen

Um den Dreher und das oben beschriebene Technikbild zu erlernen, braucht man viel Übung. Zunächst einmal muss man in der Lage sein, dem Ball den Effet aus dem Handgelenk mitzugeben. Dies kann z.B. mit folgender Partnerübung trainiert werden:
Zwei Partner stehen sich gegenüber (im Idealfall ein Rechts- und ein Linkshänder). Auf halber Strecke zwischen ihnen aber etwas versetzt (s. Abb. 1) wird eine Pylone platziert. Die Übenden müssen nun versuchen sich den Ball gegenseitig zuzuspielen. Dabei soll der Ball die Pylone auf der äußeren Seite passieren und durch den mitgegebenen Spin genau beim Partner ankommen. Diese und ähnliche Übungen helfen vor allem die physikalischen Eigenschaften eines Drehers zu verstehen und die einzelnen Komponenten (Spin, Aufprallort, Geschwindigkeit).

13. Juni 2013

Kleine Turnhalle was nun?

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 11:10

Gerade in unteren Spielklassen kommt es häufig vor, dass die Turnhallen mancher Vereine nicht ganz den Maßen der IHF entsprechen.

Dies erweist sich für den jeweiligen Heimverein häufig als großer Vorteil, da die Gastmannschaft sich oft nicht adäquat auf die Bedingungen und Anforderungen der Halle einstellen kann.

Kleine Turnhalle, Was ist anders?

In Turnhallen die kleiner, als im Reglement vorgeschrieben, sind ist besonders das Gegenstoßspiel nur schwer durchzusetzen. Die Räume zwischen den beiden Torkreisen sind oft zu gering, als dass Außenspieler ihre Schnelligkeitsvorteile ausspielen können. Überhaupt ist der begrenzte Raum ein großes Problem.

Mannschaften, die vor allem über gute Fähigkeiten im Stoßen und Rückstoßen verfügen und häufig über die Außenpositionen abräumen werden hier immer Schwierigkeiten haben, da die gegnerische Abwehr in der 6:0 Formation selten große Räume zuschieben muss. Daher bieten sich für Kreisläufer und Außenspieler kaum Entfaltungsmöglichkeiten.

Kleine Turnhalle, Was ist vom Gegner zu erwarten?

Mannschaften, welche in nicht normgerechten Hallen spielen zeichnen sich häufig durch einen robusten und wurfstarken Rückraum aus. Spielerisch sind sie oft limitiert, da in der Halle sowieso wenig Erfolge mit spielerischen Mitteln zu erzielen ist.

Im Regelfall gehen diese Spieler entweder in kleinste Lücken und versuchen ihre körperliche Überlegenheit dann im Zweikampf auszuspielen oder sie bereiten mit einfachen Kreuzbewegungen Wurfchancen aus zentralen Rückraumpositionen vor. Ein schnelles Umkehrspiel ist in der Regel nicht zu erwarten.

Kleine Turnhalle, Wie kann meine Mannschaft hier bestehen?

Sofern das spielerische Leistungsgefälle in der eigenen Mannschaft nicht allzu groß ist, bietet es sich an zunächst die körperlich stärkeren bzw. zweikampfstärksten Spieler auf das Feld zu schicken. Einerseits ist dies wichtig für die stabile Abwehr. Andererseits gibt es aufgrund der Enge in der Halle natürlich auch wesentlich mehr Zweikämpfe im Angriff. Räume müssen viel häufiger erkämpft als erspielt werden.

Als besonders sinnvoll kann es sich erweisen, auf den Außenpositionen mit gelernten Rückraumspielern zu agieren. Durch die kurzen Wege zur Mitte können Kreuze zwischen Halb- und Außenspieler gute Wurfmöglichkeiten kreieren. Kreuzen ist generell die beste Möglichkeit in einer kleinen Turnhalle zum Erfolg zu kommen.

Im Gegensatz zum Stoßen können die Spieler dann auch ohne Körperkontakt mit dem Gegner in Wurfposition kommen. Wurfkraft aus der „zweiten Reihe“ spielt hier eine wichtige Rolle.

In der Abwehr kann sich das Spielen einer offensiveren Deckungsvariante als vorteilhaft erweisen. Durch die engen Räume sind die Passwege bei weitem nicht so ergiebig wie in einer normalen Turnhalle. Gerade wenn die eigene Mannschaft körperlich unterlegen ist bietet eine offensive Deckungsvariante gute Chancen auf Ballgewinne.

R.N.

18. April 2013

Trainingseinheiten konzipieren

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 16:04

Jeder Übungsleiter sollte sich Gedanken über den Aufbau seiner Trainingseinheiten machen, stetig versuchen diese zu optimieren und nach Möglichkeit einen genauen Plan für die Einheiten entwerfen. Für diesen Prozess gibt es besondere Einflussfaktoren und Stellschrauben, die beachtet werden sollten, um einen qualitativ hochwertigen Rahmenplan aufstellen zu können.

Trainingsplan, Einflussfaktoren

Größe der Trainingsgruppe
Die Gruppengröße stellt vor allem ein wichtiges Kriterium für die Inhalte der Einheit dar. Vor allem große Gruppen wirken sich kontraprodukitv auf bestimmte Übungen aus, da die Spieler zu selten gefordert werden. Besonders kleine Gruppen können hingegen das Durchführen komplexer Übungen unmöglich machen.

Örtliche Gegebenheiten
Die Trainingsinhalte sind vom Trainer immer an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Dies sieht vor allem die Verwendung von Hilfsmaterialien während einer Einheit vor. Hier sollte der Übungsleiter sich vorher einen guten Überblick über die Bestände der Trainingsmittel verschaffen, um die Übungen gegebenenfalls zu modifizieren. Aber auch die Gegebenheiten der Trainingsstätte an sich sind wichtig.

Trainingszeit
Die zur Verfügung stehende Zeit ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium für die Konzeption der Übungen und deren Umsetzung.

Konzeption der Einheit

Der Trainer kann mit einem Trainingsplan den groben Ablauf seiner Einheiten vorzeichnen und die Eigenschaften der einzelnen Übungen dadurch hervorheben. Dieser Plan kann bei der Durchführung als unterstützendes Kontrollmedium des Trainings eingesetzt werden und anschließend bei der Reflexion der Einheit helfen. Folgende Merkmale sollten in einem solchen Plan enthalten sein.

Name der Übung/Beschreibung
Hier kann der Name der Übung vermerkt werden und deren grober Inhalt beschrieben werden.

Zeit
Die geschätzte Zeit, die für das Durchführen der einzelnen Übungen verwendet wird kann hier vermerkt werden. Der Trainer kann über diesen Faktor auch feststellen, ob z.B. die Übungen zur Erwärmung genug Zeit in der Einheit einnehmen und sich immer wieder an den Zeitvorgaben orientieren.

Material
Hier wird vermerkt, welche materiellen Hilfsmittel für die einzelnen Übungen verwendet werden. Durch diesen Überblick kann der Trainer viel Zeit einsparen, indem er alle Hilfsmittel bereits vor dem Training leicht zugänglich macht und bereits während einer laufenden Übung schon Material für die nächste Übung bereitstellt.

Trainingsziel
Dies ist der wohl wichtigste Punkt für die Reflexion einer Trainingseinheit. Der Trainer sollte sich im Klaren darüber sein, welche Ziele er mit bestimmten Trainingsinhalten erreichen will. Es ist im Allgemeinen ratsam nicht allzu viele verschiedene Trainingsziele in einer Einheit unterzubringen.

Variationen
Dieser Punkt ist vor allem wichtig, um hohe Flexibilität bei der Durchführung des Trainings zu wahren. Hier kann der Übungsleiter Pläne für eine schnelle Reaktion auf bestimmte Komplikationen während der Übungen entwerfen. Häufig werden solche Variationsmöglichkeiten bei Übungsinhalten benötigt, die zu schwer oder zu leicht sind oder bei denen die Gruppengröße/Materialien unvorhergesehen abweichen.

Robert Nowacki

4. Februar 2013

Trainingsprinzipien im Handballtraining, Teil 2

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 09:21

Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung (Superkompensation). Das Model der Superkompensation zählt zu den wichtigsten grundlegenden Leitmodellen der modernen Sportwissenschaft. Es befasst sich mit dem optimalen Verhältnis von Belastungsreizen und Entlastungspausen im sportlichen Trainingsprozess

Abbildung 1: Superkompensationsmodell

Das Modell

Das Superkompensationsmodell geht davon aus, das nach Belastungsreizen zuerst ein Ermüdungseffekt auftritt, sodass der Sportler eine gewisse Erholungsphase braucht. Wird der nächste Belastungsreiz zu einem optimalen Zeitpunkt gesetzt (weder zu früh noch zu spät), tritt ein Trainingseffekt (Verbesserung) ein. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass der Körper während der Belastungsphase die Leistungsfähigkeit wiederherstellt und sich dabei an den letzten Belastungsanforderungen orientiert. Dies führt zu einem Anpassungsprozess der Leistung über das Ausgangsniveau vor dem Belastungsreiz.

Die Aufgabe des Trainers ist es die optimalen Belastungszeitpunkte herauszufinden und auszuschöpfen. Diese sind zum einen abhängig von der jeweiligen Art des Trainings. Maximalkrafttraining (z.B. für die Verbesserung der Sprungkraft) erfordert längere Trainingspausen als Kraftausdauertraining. Zum anderen spielen Trainingsmethoden und –intensität eine wichtige Rolle, sowie auch das Alter und die Konstitution der Sportler. Während bei Freizeithandballern schon zwei Trainingseinheiten in der Woche Erfolge bringen können, ist für Leistungshandballspieler eine wesentlich größere Reizdichte (mind. 5 Trainingstage in der Woche plus Wettkämpfe) erforderlich für Trainingsfortschritte.

Im Zweifelsfall sollte der Trainer jedoch gerade während der Saison das Training dosieren, da zu kurze Pausen sich meist negativer auswirken als zu lange Erholungsphasen. Das Superkompensationsmodell gilt übrigens auch für körperlich weniger anstrengende Trainingsinhalte, wie z.B. das Einstudieren von Spielzügen. Auch hier brauchen die Spieler Pausen, um neue Konzentration zu sammeln und das Erlernte in Engrammen zu festigen (passiert im Ruhezustand).

Prinzip der Kontinuität

Dieses Trainingsprinzip geht davon aus, dass ein Trainingseffekt nur dann aufrechterhalten werden kann, wenn die erforderlichen Belastungsreize über einen längeren Zeitraume gesetzt werden. Im Klartext bedeutet dies, dass Trainingsziele über mehrere Wochen verfolgt werden müssen. Ein Trainer sollte also zwar abwechslungsreich trainieren lassen, aber trotzdem die Trainingseinheiten über einen längeren Zyklus so gestalten, dass bestimmte Fähigkeiten oder Fertigkeiten regelmäßig trainiert werden.

Gerade im taktischen Handballtrainingsbereich ist dies von großer Bedeutung. Nur wenn Angriffsspielzüge oder Deckungsvarianten oft trainiert werden, können diese von den Spielern vollständig verinnerlicht werden, sodass sie im Wettkampf jederzeit abrufbar sind.

Robert Nowacki

Bildquelle Abb.1:
- Internet; Zugriff am 25.09 13.09 Uhr: http://www.loges.de/uploads/myth2.gif

25. Januar 2013

Trainingsprinzipien im Handballtraining – Teil 1

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 10:09

Training und Wissenschaft haben sich im modernen Sport längst vereint zur Trainingswissenschaft. Renommierte Trainingswissenschaftler haben in den vergangenen Jahrzehnten versucht Leitsätze zur Durchführung des sportlichen Trainings zu entwickeln.

Diese Trainingsprinzipien gelten teils in leicht abgewandelten Formen für alle Sportarten und sollen nachfolgend für die Sportart Handball erklärt werden.

Prinzip des trainingswirksamen Reizes

Unter dem Prinzip des trainingswirksamen Reizes versteht man die Anpassung der Trainingsaufgabe an den Leistungsstand des Handballers. Ein Handballer, der z.B. bereits die Wurftechniken Schlagwurf und Sprungwurf virtuos beherrscht würde keinen Vorteil daraus ziehen die Technik wiederholt ohne Zusatzaufgaben zu üben.

Für einen wirksamen Trainingsreiz müssen entweder neue Technikbilder erlernt werden oder die Techniken unter hohen Drucksituationen ausgeführt werden. Nur so verbessert sich der Spieler. Auf der anderen Seite sind zu schwere Aufgaben ebenfalls hinderlich für einen Trainingsfortschritt.

Prinzip der kontinuierlichen Belastungssteigerung

Dieses Trainingsprinzip ist besonders wichtig für eine gelungene Saisonvorbereitung. Reichen zu Beginn noch geringe Belastungsmomente zur Leistungssteigerung, ist vor allem im Bereich der Grundlagen- und Spielausdauer die Belastung stetig zu erhöhen, da der Körper des Spielers sich an geringe Belastungen anpasst und keine Trainingseffekte mehr erzielt werden können.

Daher muss die Belastung stetig erhöht werden, um die Leistungsgrenzen gezielt nach oben zu verschieben. Reicht am Anfang also beispielsweise noch ein dreißigminütiger Dauerlauf um die Spieler an ihre Grenzen zu führen, muss die Laufzeit innerhalb der weiteren Trainingseinheiten deutlich nach oben geschraubt werden.

Prinzip der Variation der Trainingsbelastung

Bei der Gestaltung der Belastung ist besonders im Mannschaftssport abwechslungsreiche Trainingsgestaltung zwingend notwendig. Zum einen sollte viele Trainingsziele (Kraft, Ausdauer, Technik, Taktik, Regeneration, Schnelligkeit, usw.) abwechselnd in den Trainingseinheiten integriert werden und auch diese noch ausdifferenziert werden (Sprungkraft, Wurfkraft, Reaktivkraft, etc.). So verhindert der Trainer einerseits, dass die Spieler durch immer gleiche Abläufe zur Unkonzentriertheit im Training neigen und zum anderen, dass bestimmte Dinge übertrainiert werden und genau das Gegenteil vom sogenannten Superkompensationseffekt eintritt.

Wer z.B. permanent nur Wurfkraft trainieren lässt hat am Ende vielleicht Spieler, die sich mit Verletzungen aufgrund der zu hohen Schnellkraftbelastung für die Muskeln herumplagen müssen. Außerdem werden symbiotisch ergänzende Fähigkeiten für eine Technik, wie z.B. Wurfgenauigkeit, vernachlässigt. Haben bestimmte Spieler allerdings deutliche Defizite in speziellen Bereichen ist es auch wichtig diese etwas ausführlicher zu trainieren. Trotzdem sollte jeder Übungsleiter auf die Ausgewogenheit seines Trainings achten.

Robert Nowacki

7. August 2012

Trainingstipps zum Wurfabwehrverhalten für Handballtorhüter

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 11:19

Die Torhüter bekleiden die abwehrtaktisch wichtigste Position im Handballsport. Vor allem bei ähnlich starken Mannschaften ist häufig die bessere Torwartleistung das Zünglein an der Waage. Auch wenn es athletische und koordinative Grundvoraussetzungen gibt die ein Torhüter besitzen sollte, gibt es einige Dinge die bei der Wurfabwehr zu beachten sind.

Lange Warten

Ein Torhüter sollte sich niemals zu früh für eine Ecke des Tores zur Ballabwehr entscheiden. Erfahrungsgemäß können gegnerische Schützen vor allem bei freien Bällen durch langes Stehenbleiben leicht verunsichert werden.

Hand und Schulter des Schützen beobachten

Viele Torhüter begehen einen Fehler indem sie den Schützen in die Augen schauen oder nur Standardparaden gegen bestimmte Wurfpositionen anwenden. Der beste Indikator um Wurfrichtung und –art zu identifizieren ist sich Schulter und Handbewegung des gegnerischen Werfers genau anzuschauen. Ist das Handgelenk beispielsweise stark nach oben gezogen ist mit einem flachen Wurf zu rechnen.

Wurfbilder einprägen

Vor allem für Torhüter in niedrigeren Spielklassen ist es von großem Vorteil sich die Wurfbilder der gegnerischen Schützen einzuprägen, da die Spieler auf diesem Niveau oft keine große Variabilität in ihrem Wurf haben.

Mit Werfern spielen und sie ständig vor neue Aufgaben stellen

Genauso wie es für einen Werfer wichtig ist variabel zu sein ist es auch wichtig für den Torhüter sein Spiel zu variieren. Torhüter die immer das gleiche Bein bei der Sprungabwehr heben oder immer in die lange Ecke gehen sind leicht auszurechnen. Gerade bei starke Schützen auf den Außenpositionen bietet es sich an diese vor ständig neue Aufgaben zu stellen. Ecken oder bestimmte Würfe „anzubieten“ kann hier sehr effektiv sein.

Zusammenspiel mit Block organisieren

Das Zusammenspiel mit dem Mittelblock ist immens wichtig um gegnerischen Angriffen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es sollten vor dem Wettkampf genaue Absprachen getroffen werden welche Torseite der Block abzudecken hat. Hier gibt es zahlreiche Varianten. Hat der Torhüter eine schwache Seite kann versucht werden diese permanent vom Block absichern zu lassen.

Auch eine Veränderung des Blockverhaltens während des Spieles kann die gegnerischen Werfer verunsichern. Allerdings ist hierfür ein gut geschulter Mittelblock notwendig. Ein Torhüter tut gut daran sich nicht immer auf seinen Block zu verlassen, sondern die Wurfbewegung des Rückraumschützen gut zu lesen und auch mal auf Bälle, die über den Block gehen könnten vorbereitet zu sein.

Robert Nowacki