Handballtraining Handballübungen


14. Januar 2014

Trainingsübungen zur Antizipationsfähigkeit

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 09:48

Situationen antizipieren zu können ist in allen Mannschaftssportarten eine wichtige Eigenschaft. Auch Handball bildet hier keine Ausnahme. Besonders in der Abwehrarbeit ist eine gute Antizipationsfähigkeit von großem Nutzen.

Wenn ein Abwehrspieler den nächsten Pass bereits erwartet, verschafft ihm das Vorteile für sein Stellungsspiel. Vielleicht gelingt es ihm sogar den Ball abzufangen und einen Gegenstoß einzuleiten. Um dies umsetzen zu können werden sowohl physische als auch psychische Komponenten benötigt. Im Folgenden gibt es zwei kleine Übungen, wie man beides trainieren kann.

2 gegen 1 durch den „Kanal“

Vor der Übung wird mit Pylonen ein Sektor von ca. 5 Metern Breite und 10 Metern Länge abgegrenzt (s. Abb. 1). Die Übenden gehen in Dreiergruppen zusammen. Ein Spieler aus der Gruppe ist der Verteidiger und postiert sich innerhalb des begrenzten „Kanals“. Die anderen beiden Spieler müssen versuchen den Kanal mit dem Ball zu durchqueren, ohne jedoch zu prellen oder Eins-Gegen-Eins-Situationen heraufzubeschwören. Der Verteidiger hat die Aufgabe durch Stellungsspiel und Antizipieren der Ballwege einen Fehlpass zu provozieren.

Antizipationsviereck

Mit Pylonen wird ein Quadrat abgesteckt (ca. 5×5 Meter). An jeder Pylone befindet sich ein Spieler. Einer von ihnen hat einen Handball. Innerhalb des Vierecks befinden sich zwei (wahlweise auch nur ein) weitere Spieler (s. Abb. 2). Die Aufgabe der vier „Eckspieler“ ist es, sich den Ball untereinander zu zuspielen ohne dabei die Position zu verlassen. Die beiden Spieler innerhalb des Quadrates müssen versuchen einen der Pässe abzufangen (s. Abb. 2). Gelingt es einem der beiden Spieler den Ball zu berühren, darf er die Position mit dem Spieler tauschen, der den Fehlpass fabriziert hat. Mit dieser Spielvariante lassen sich sowohl Antizipation, als auch Passsicherheit und –auswahl gut trainieren. Es gibt außerdem verschiedene Variationsmöglichkeiten, welche die Übung für eine der beiden Parteien erschweren können.

Erschwerungen der Trainingsübungen

Für die Passenden:
- Verbot von Rückpässen (weniger Passoptionen)
- Kleineres Viereck
- Zusatzaufgabe nach Pass (z.B. ein Liegestütz)
- Verbot bestimmter Passarten (z.B. Heber)
Für die Passabfänger:
- Größeres Viereck
- Einer statt zwei Abfänger

R. N.

12. November 2012

Integration des Medizinballs in Konditions- und Koordinationstraining

Kategorie: Ausdauertraining,Koordination,Wurftraining – Autor: admin – 14:07

Der Medizinball gehört zu den ältesten bekannten Hilfsmitteln der Trainingsgestaltung. Trotzdem hat er sich einen Ruf als effektives Trainingsgerät bewahrt. Vor allem im Handballtraining lässt er sich vielseitig verwenden und mit anderen Übungen problemlos kombinieren.

Wurfkrafttraining

Medizinbälle eignen sich sehr gut zur Verbesserung der individuellen Schnellkraft beim Werfen. Um diese zu trainieren lässt der Trainer einfach verschiedene Wurfübungen mit dem Handball und direkt im Anschluss mit dem Medizinball durchführen.

Linienläufe

Linienläufe sind ein allgemein bekanntes Trainingsmittel, mit dem sich sowohl Komponenten der Ausdauer-, als auch der Schnelligkeitsfähigkeit trainieren lassen. Mit dem Medizinball könnte z.B. ein fünfstufiges Pyramidentraining durch Linienläufe absolviert werden.

Die Spieler absolvieren den ersten Lauf mit 50 Prozent, den zweiten mit 75 Prozent, den dritten mit 100 Prozent, den vierten wieder mit 75 Prozent und den letzten mit 50 Prozent ihrer maximal möglichen Geschwindigkeit. Dabei wird der Medizinball beim Laufen nach vorne mit gestreckten Armen über dem Kopf gehalten und beim Laufen nach hinten mit gestreckten Armen vor dem Körper.

Gleichgewichts- und Stabilisationstraining

Die Übenden werden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 führt die Gleichgewichtsübung, z.B. das Balancieren über oder auf einer Turnbank durch. Die Spieler der Gruppe 2 werfen den Mitgliedern der ersten Gruppe die Medizinbälle hart zu. Diese müssen sicher gefangen werden, ohne dass die betreffenden Spieler das Gleichgewicht verlieren.

Komplextraining Beinarbeit – Sprintfähigkeit

Vor Übungsbeginn wird je ein Kasten mit einigen Medizinbällen an diagonal gegenüberliegenden Ecken des Spielfeldes platziert (s. Abb.1). Die Spieler verteilen sich gleichmäßig an den beiden Ecken. Zu Beginn schnappen sich die ersten Spieler jeder Spielfeldseite einen Medizinball aus ihrer Kiste und laufen mit Side-Steps den Torkreis bis zur anderen Außenposition ab.

Dort angekommen starten sie einen Maximalsprint Richtung gegenüberliegendes Tor und legen ihren Ball im dort befindlichen Kasten ab. Anschließend stellen sie sich dort erneut in der Spielerreihe an. Nach Übungsbeginn startet ein Spieler, sobald sein Vordermann die Side-Step Übung am Kreis beendet hat. Der Trainer bestimmt auf welche Art (über Kopf, vor oder hinter Körper, etc.) der Ball von den Spielern getragen werden soll.

Robert Nowacki

19. Oktober 2012

Integration des Medizinballs in Konditions- und Koordinationstraining

Kategorie: Grundlagentraining,Koordination,Wurftraining – Autor: admin – 15:31

Der Medizinball gehört zu den ältesten bekannten Hilfsmitteln der Trainingsgestaltung. Trotzdem hat er sich einen Ruf als effektives Trainingsgerät bewahrt. Vor allem im Handballtraining lässt er sich vielseitig verwenden und mit anderen Übungen problemlos kombinieren.

Wurfkrafttraining

Medizinbälle eignen sich sehr gut zur Verbesserung der individuellen Schnellkraft beim Werfen. Um diese zu trainieren lässt der Trainer einfach verschiedene Wurfübungen mit dem Handball und direkt im Anschluss mit dem Medizinball durchführen.

Linienläufe

Linienläufe sind ein allgemein bekanntes Trainingsmittel, mit dem sich sowohl Komponenten der Ausdauer-, als auch der Schnelligkeitsfähigkeit trainieren lassen. Mit dem Medizinball könnte z.B. ein fünfstufiges Pyramidentraining durch Linienläufe absolviert werden. Die Spieler absolvieren den ersten Lauf mit 50 Prozent, den zweiten mit 75 Prozent, den dritten mit 100 Prozent, den vierten wieder mit 75 Prozent und den letzten mit 50 Prozent ihrer maximal möglichen Geschwindigkeit.

Dabei wird der Medizinball beim Laufen nach vorne mit gestreckten Armen über dem Kopf gehalten und beim Laufen nach hinten mit gestreckten Armen vor dem Körper.

Gleichgewichts- und Stabilisationstraining

Die Übenden werden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 führt die Gleichgewichtsübung, z.B. das Balancieren über oder auf einer Turnbank durch. Die Spieler der Gruppe 2 werfen den Mitgliedern der ersten Gruppe die Medizinbälle hart zu. Diese müssen sicher gefangen werden, ohne dass die betreffenden Spieler das Gleichgewicht verlieren.

Komplextraining Beinarbeit – Sprintfähigkeit

Vor Übungsbeginn wird je ein Kasten mit einigen Medizinbällen an diagonal gegenüberliegenden Ecken des Spielfeldes platziert (s. Abb.1). Die Spieler verteilen sich gleichmäßig an den beiden Ecken. Zu Beginn schnappen sich die ersten Spieler jeder Spielfeldseite einen Medizinball aus ihrer Kiste und laufen mit Side-Steps den Torkreis bis zur anderen Außenposition ab.

Dort angekommen starten sie einen Maximalsprint Richtung gegenüberliegendes Tor und legen ihren Ball im dort befindlichen Kasten ab. Anschließend stellen sie sich dort erneut in der Spielerreihe an. Nach Übungsbeginn startet ein Spieler, sobald sein Vordermann die Side-Step Übung am Kreis beendet hat. Der Trainer bestimmt auf welche Art (über Kopf, vor oder hinter Körper, etc.) der Ball von den Spielern getragen werden soll.

Robert Nowacki

25. Juli 2012

Koordinationstraining im Handball – Gleichgewichtsfähigkeit und Kopplungsfähigkeit

Kategorie: Koordination – Autor: admin – 09:32

Gleichgewichtsfähigkei

Für das Training der Gleichgewichtsfähigkeit empfiehlt sich der Handball vor allem als Hilfsinstrument zur Erschwerung gängiger Gleichgewichtsübungen. Im Folgenden werden zwei einfache Übungsarten näher beschrieben.

Übungsauswahl 1: Training mit Turnbänken

Für allgemeines Gleichgewichtstraining können Turnbänke als eine einfachere Art Schwebebalken verwendet werden. Auf ihnen lassen sich verschiedenste koordinative Übungen wie Rückwärtslaufen, Seitwärtslauf oder Drehungen ausführen, die vor allem auf das Training des körpereigenen Gleichgewichtes abzielen.

Der Handball lässt sich hierbei gut als zusätzliches Trainingsgerät integrieren. Spieler können ergänzend zum Balancieren auf den Bänken mit dem Ball prellen, ihn hochwerfen oder mit einem Partner auf einer Bank gegenüber Pässe spielen.

Übungsauswahl 2: Training auf Balance-Pads

Sogenannte Balance-Pads werden vor allem für das Körperstabilisationstraining verwendet und erfordern gute Gleichgewichtsfähigkeiten. Zur weiteren Erschwerung dieses Trainings kann ein Handball hinzugezogen werden. Die Übenden stellen sich beispielsweise paarweise auf ihren Balance-Pads gegenüber und spielen sich einen Handball auf verschiedene Art und Weise zu.

Die zusätzliche Schwierigkeit entsteht durch die Veränderung des Körperschwerpunktes bei Ballannahme und –abgabe. Ergänzend können auf dem Balance-Pad verschiedene Übungen wie Zehenspitzen- oder Einbeinstand ausgeführt werden. Übungsleiter welche keine Balance-Pads zur Verfügung haben können auch Medizinbälle oder Weichbodenmatten als Untergrund verwenden.

Kopplungsfähigkeit

Kopplungsfähigkeit ist die koordinative Fähigkeit, welche dem Menschen das Verbinden von Teilkörperbewegungen zu einem flüssigen Bewegungsbild oder das simultane Ausführen mehrerer unabhängiger Teilbewegungen ermöglicht. Diese Fähigkeit ist besonders entscheidend für das richtige Erlernen und Ausführen von verschiedenen Spieltechniken im Handball.

Auf der anderen Seite wird sie auch durch spezielles Techniktraining geschult. Im Folgenden wird eine Beispielübung für das technikunabhängige Training der Kopplungsfähigkeit mit Handbällen beschrieben.

Übung: Zwei Partner – Vier Bälle

Zwei Partner stehen sich mit jeweils einem Ball in jeder Hand in geringer Entfernung gegenüber. Partner A wirft zu Beginn der Übung seine beiden Bälle senkrecht in die Luft (s. Abb.1). Direkt im Anschluss daran spielt ihm Partner B seine zwei Bälle zu.

Partner A passt die Bälle sofort zurück zu B und versuch dann seine beiden senkrecht in die Luft geworfenen Bälle wieder sicher aufzufangen. Die Übung ist koordinativ sehr anspruchsvoll und sollte nur mit erfahrenen Handballern durchgeführt werden. Bei Anfängern empfiehlt sich beispielsweise die Verwendung von einem Ball pro Person für die Übung.

Robert Nowacki

19. Juli 2012

Koordinationstraining im Handball – Reaktionsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit

Kategorie: Koordination – Autor: admin – 18:00

Training der Reaktionsfähigkeit

Die Reaktionsfähigkeit ist eine der am Häufigsten benötigten koordinativen Fähigkeiten, sowohl im Alltag als auch im Handballsport an sich. Darum ergeben sich eine Vielzahl von Möglichkeiten diese mit Hilfe des Balles zu schulen. Eine der einfachsten Übungen besteht darin, sich paarweise hintereinander an eine Wand zu stellen. Der hintere der beiden Partner wirft einen Ball so gegen die Wand, dass es für den anderen Partner möglich, aber nicht zu einfach ist, den Ball zu fangen. Auf diese Weise können viele Übungen zur Reaktionsschulung durchgeführt werden. Es gilt primär darum, künstlich kurze Reaktionszeiten für die Ballannahme zu kreieren. Beispielsweise kann sich ein Spieler eines Trainingspaares auch mit dem Rücken zu seinem Partner stellen und sich erst auf dessen Kommando in Richtung des gepassten Balles drehen.

Neben der kurzen Reaktionszeit kann auch durch relativ lange Reaktionswege an der koordinativen Fähigkeit gearbeitet werden. Beispielsweise stellen sich zwei Partner in einem Meter Entfernung gegenüber auf und spielen sich den Ball in allen möglichen Höhen zu. So hat man, verglichen mit der geringen Zeit die der Ball unterwegs ist, lange Wege mit Armen und Händen zurückzulegen, wenn der Ball z.B. auf Fusshöhe gepasst wird.

Indem man die Anzahl der Belastungsreize erhöht lässt sich ebenfalls Reaktionsfähigkeit trainieren. Als Beispiel nimmt man bei den gerade beschriebenen Übungen einfach mehrere Handbälle, die kurz hintereinander gepasst oder an die Wand geworfen werden. Hierbei werden auch andere koordinative Fähigkeiten wie Kopplungs- und Umstellungsfähigkeit zu großen Teilen trainiert.

Training der Differenzierungsfähigkeit

Differenzierungsfähigkeit ist die ausschlaggebende Fähigkeit für den Torerfolg im Handball. Alles was mit dem Treffen von Zielen und Bereichen zu tun hat fällt auf diese Fähigkeit zurück. Das Training der Differenzierungsfähigkeit mit dem Handball ist so einfach wie abwechslungsreich. Schon normales Torwurftraining schult die Spieler hierfür. Für effektives Training empfiehlt es sich allerdings kleinere und schwieriger zu treffende Zielvorgaben auszuwählen.

Für das Wurftraining können hierfür mit Seilen Bereiche des Tores markiert werden, die getroffen werden sollen. Für das Training von langen Pässen können z.B. Gymnastikmatten auf den Hallenboden gelegt werden, die dann getroffen werden müssen. Wichtig ist, das Zieltraining variabel und dem Leistungsstand der Gruppe angemessen zu gestalten.

Robert Nowacki

2. Juli 2012

Koordinationstraining mit dem Handball:

Kategorie: Koordination – Autor: admin – 17:45

Kopplungsfähigkeit im Laufen

Viele koordinativ anspruchsvolle Übungen mit dem Handball lassen sich während dem Laufen ausführen. Hier wird vor allem die Kopplungsfähigkeit geschult da sich die Teilnehmer sowohl auf das Laufen als auch auf die Übungen mit dem Ball konzentrieren müssen. Der Trainer hat für die Übungsauswahl drei verschiedene Möglichkeiten.

Möglichkeit A
Die Schwierigkeit der Durchführung liegt hauptsächlich bei den Laufaufgaben. Mit dem Ball werden nur einfache Aufgaben wie Prellen mit einer Hand oder Hochwerfen und Fangen mit zwei Händen ausgeführt. Währenddessen muss der Handballer aber z.B. bei jedem zweiten Schritt die Knie heben, verschiedene Schrittmuster ausführen oder Übungen des Lauf-ABC´s verbinden.

Möglichkeit B
Die Schwierigkeit der Durchführung liegt auf den Aufgaben mit dem Ball. Die Laufaufgaben werden einfach gehalten (lockeres Laufen oder Hüpfen z.B.). Die Übungen, welche währenddessen mit dem Ball ausgeführt werden sollen, sind variabler und anspruchsvoller gestaltet. Z.B. Kann der Ball um den Körper geprellt, in die Luft geworfen und hinter dem Rücken gefangen oder auf Kopf und Finger balanciert werden, alles natürlich ohne stehen zu bleiben.

Möglichkeit C
Beide Teilaufgaben werden möglichst schwierig gestaltet. Der Teilnehmer bekommt also schwere Lauf- und Ballaufgaben. Ein Beispiel hierfür ist die Verbindung von Rückwärtslaufen und dem stetigen Prellen des Balles durch die eigenen Beine.

Rhythmisierungsfähigkeit

Eine andere koordinative Fähigkeit, die sich sehr gut mit dem Handball schulen lässt ist die Rhythmisierungsfähigkeit. Hier ist es wichtig eine Person zu haben, die sicher und anschaulich Rhythmen vorgeben kann. Falls der Trainer nicht dazu in der Lage ist gibt es im Bereich des Fitnessports speziell ausgebildete Coaches (z.B. Für Drums Alive, Step Aerobic, etc.), die hierfür engagiert werden können.

Eine Rhythmusbetonte koordinative Übung mit dem Handball läuft in der Regel so ab, dass der Übungsleiter einen bestimmten Takt mit dem Ball „vorprellt“ und dieser von der Trainingsgruppe nachgeahmt werden muss. Dabei können zusätzliche Schwierigkeiten wie Handwechsel, Schrittfolgen oder verschiedene Materialien am Boden, die bei Kontakt mit dem Ball unterschiedliche Geräusche erzielen vom Übungsleiter eingeflochten werden. Erfahrungsgemäß sind rhythmusbetonte Übungen mit Frauen anspruchsvoller zu gestalten als mit männlichen Trainingsgruppen, da Frauen von Natur aus ein besseres Rhythmusgefühl besitzen.

Robert Nowacki