Handballtraining Handballübungen


20. Juli 2013

Exkurs: Verletzungen und Prophylaxemaßnahmen, Teil 2

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 17:30

Verletzungsbegünstigende Bewegungsabläufe eliminieren

Gerade in niedrigen Spielklassen kommt es öfter vor, dass Spieler technisch und auch athletisch nur unzureichend ausgebildet sind. Dies kann eine ganze Reihe von Problemen mit sich bringen. Gerade eine unzureichende Bewegungskoordination kann das Verletzungsrisiko für einen Handballer ungemein erhöhen.

Ein Übungsleiter sollte nach solchen Defiziten Ausschau halten und im Training gezielt mit dem einzelnen Spieler daran arbeiten. Oft ist fehlende Körperspannung der Hauptgrund für Verletzungen im Rücken- und Nackenbereich.

Gerade Rückraumspieler, die hier Defizite aufweisen, laufen immer wieder Gefahr schon durch leichten Gegnerkontakt die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Folgen sind dann meist ungebremste Stürze auf den Rücken oder gar den Kopf.

Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks, wie z.B. beim ehemaligen Weltklassehandballer Joachim Deckarm, können dadurch entstehen. Der Übungsleiter sollte alles dafür tun, um im Training muskuläre Dysbalancen oder fehlende Körperspannung auszumerzen. Hier ist eine Mischung aus koordinativen Trainingselementen und Kraftausdauertraining der Tiefenmuskulatur, die hauptsächlich für die Körperhaltung und –spannung zuständig ist angebracht.

Es kann sich auch positiv auswirken, die fraglichen Situationen immer wieder isoliert unter sicherheitsverschärften Bedingungen zu üben.

Fallschule

Richtig „Fallen“ will gelernt sein! Dies gilt für alle Sportarten mit Zweikampfcharakter und gerade im Handballsport sind Situationen, in denen das Wissen einer Fallschule benötigt wird an der Tagesordnung. Hier kann es sich u.a. lohnen eine Trainingseinheit zusammen mit einer örtlichen Kampfsportgruppe zu organisieren.

Die aus dem Judo bekannten Falltechniken können größtenteils auch auf den Handballsport übertragen werden. Nach der Einheit sollte das Erlernte dann in den nächsten Wochen immer wieder Eingang in die Trainingsinhalte finden.

Überlastungen vermeiden

In der Wettkampfphase (Saison) sollte der Trainer darauf achten das Training so zu gestalten, dass die Spieler nicht zu weit an ihre Belastungsgrenze geführt werden. Gerade bei Trainingseinheiten bis zu zwei Tage vor oder nach einem Wettkampf sollten Trainingsinhalte eher im Bereich Taktik und Technik angesiedelt werden. Hochintensives Athletiktraining ist zu vermeiden.

Es kann daher auch sinnvoll sein die Spieler nach ihrem Empfinden über die Belastung durch eine Trainingseinheit auszufragen. Ein überlasteter/müder Körper ist nicht mehr so gut in der Lage Verletzungen vorzubeugen. Überlastung hat sowohl negative Auswirkungen auf kognitive, als auch physische Prozesse. Dies sollte der Trainer auch bei der Entscheidung bezüglich der Spielerwechsel während eines Wettkampfes immer im Hinterkopf behalten.

Robert Nowacki

31. Mai 2013

Verschiedene Komponenten des Sprungwurfs trainieren (Sprungkraft)

Kategorie: Technikschulung – Autor: admin – 11:21

Sprungkraft (Höhe)

Für einen gefährlichen Sprungwurf ist selbstverständlich eine hohe Sprungkraft unabdingbar. Dabei sollte der Übungsleiter stets im Auge behalten, dass bei Sprungkraftübungen für Rückraum- und Kreisspieler die Sprunghöhe das entscheidende Kriterium ist. Besonders gut lässt sich diese Art der Sprungkraft auf weicheren Untergründen trainieren.

Als Trainingsbeispiel dient folgende Übung. Die Rückraumspieler stehen auf den Halbpositionen. Zwei Mittelspieler stehen mit Ballkiste bei ca. 10 Metern Torentfernung. Bei 8-9 Meter Torentfernung werden Turnmatten in zentraler Position ausgelegt (s. Abb.1).

Der erste Mittelmann läuft ein Kreuz mit dem ersten Halbspieler, welcher nach Ballerhalt bis zu den Matten sprintet und auf einer dieser Matten den Sprungwurf Richtung Tor ausführt. Ein Zweimannblock soll dafür sorgen, dass der Schütze auch wirklich eine große Sprunghöhe erreichen muss, um den Ball aufs Tor zu bringen.

Der Wechsel soll so gespielt werden, dass der Werfer die Matte erreicht ohne den Ball prellen zu müssen. Nach dem Wurf spielt der zweite Mittelmann den nächsten Wechsel zur anderen Halbposition, usw. Hat ein Übungsleiter Matten mit verschiedenen Härtegraden zur Verfügung sollten die Untergründe für zunehmende Übungsschwierigkeit immer weicher werden.

Sprungkraft (Weite)

Im Gegensatz zu den Rückraumspielern, ist für Außenangreifer die Sprungweite die entscheidende Komponente für eine gute Wurfposition. Sie sehen sich keinem Block gegenüber den es zu überwerfen gilt, sondern müssen versuchen durch weite Sprünge in den Kreis bessere Winkel für ihre Torwürfe zu kreieren. Am einfachsten lässt sich dies durch die Vorgabe bestimmter zu überbrückender Sprungweiten beim Wurf von außen trainieren.

Beispielsweise kann der Trainer im Torkreis kleine Hürden aufstellen und die Spieler dann Von der Außenposition werfen lassen. Sie sollen dabei vor ihrem Wurf die jeweilige Hürde passiert haben (s. Abb. 2).

Um Verletzungen vorzubeugen kann man eine Matte zur Abmilderung des Falls nach dem Wurf im Kreis platzieren. Die Positionierung der Hürden ist stark von Spielklasse und individuellem Leistungsniveau abhängig und sollte zunächst möglichst tief angesetzt werden. Mit zunehmender Trainingsdauer und Sicherheit kann die erforderliche Sprungweite gesteigert werden.

Kombination aus Weite und Höhe

Gerade beim Training von Außenspielern lohnt es sich Sprunghöhen- und –weitentraining zu kombinieren und die Hürden nicht nur in ihrer Weite, sondern auch in der Höhe stetig zu steigern.

Robert Nowacki

26. Oktober 2012

Spezielle Trainingsübungen für Kreisläufer

Kategorie: Taktik,Wurftraining – Autor: admin – 18:15

Reaktionstraining

Vor Übungsbeginn wird in ca. 8 Metern Torentfernung eine mindestens zwei Meter hohe und 1-2 Meter breite blickdichte Barriere aufgebaut (z.B. eine auf Kante gestellte Weichbodenmatte). Alle Feldspieler mit Ausnahme der Kreisläufer versammeln sich in einigem Abstand zur Matte mit ihrem Ball. Der erste Kreisläufer postiert sich am Torkreissektor direkt hinter der Matte.

Der Rückraumspieler läuft nun auf die Matte zu und spielt dem Kreisläufer den Ball zu. Dabei legt er ihn entweder über die Matte oder als Tippvorlage an der Matte vorbei. Der Kreisläufer muss versuchen den Ball trotz der geringen Reaktionszeit, welche durch die Barriere verursacht wird, sicher zu fangen und mit erfolgreichem Torwurf zu verwerten. Zu einem späteren Zeitpunkt kann auch noch ein passiver Abwehrspieler am Kreis hinzugenommen werden.

Durchsetzen 1-Gegen-1

Ein Kreisläufer bewegt sich entlang des Torkreises und wird von einem Abwehrspieler begleitet.

Ein Zuspieler befindet sich inklusive Ballkiste in 10 Meter zentraler Position vor dem Tor. Der Zuspieler entscheidet durch seinen Laufweg, wo der Kreisspieler den Ball von ihm erhält. Der Kreisläufer muss seinerseits auf seinen Zuspieler reagieren. Läuft der Zuspieler nach links, so muss der Kreisspieler ebenfalls in diese Richtung laufen um den Passweg möglichst kurz zu halten.

Der Abwehrspieler soll die ganze Zeit über am Kreisläufer dran bleiben. Wird der Pass schließlich gespielt muss sich der Kreisspieler gegen seinen Abwehrspieler durchsetzen und versuchen einen Torerfolg zu erzielen. Der Abwehrspieler kann je nach Ansage des Trainers passiv (nur den Körper in den Weg stellen) oder aktiv (auch mit Foulspiel, jedoch ohne Gesundheitsgefährdung) den Torwurf verhindern. Die Übung schult sowohl das Angriffsverhalten der Kreisspieler, als auch das Verteidigungsverhalten gegen solche.

Weiterleiten des Balles unter Bedrängnis

Für die folgende Übung werden ein Zuspieler zwei Abwehrspieler (Halb-, und Außenabwehrspieler), ein Kreisläufer und die Außenspieler benötigt. Der Kreisläufer postiert sich für die Übung zwischen einem Außen- und einem Halbabwehrspieler.

Ein Außenangreifer stellt sich auf seine Position in die Spielfeldecke. Der Zuspieler passt den Ball aus dem Lauf zum Kreisläufer. Dieser soll von beiden Abwehrspielern angenommen und „festgemacht“ werden. Sobald der Kreisspieler merkt, dass sich der Außenabwehrspieler nur noch auf ihn konzentriert versucht er den Ball auf den Eckenaußen abzuspielen, welcher den entstandenen Raum nutzen und per Sprungwurf den Abschluss suchen soll. Später kann man diese Übung als Entscheidungstraining absolvieren, bei der dem Kreisläufer auch die Möglichkeit gegeben wird selbst abzuschließen.

Robert Nowacki