Handballtraining Handballübungen


18. Mai 2019

Übergangslösungen aus dem Rückraum trainieren

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:27

Überraschende Übergänge an den Kreis können für Gefahr sorgen, indem sie für kurze Zeit ein Zuordnungsproblem in der gegnerischen Abwehr schaffen. Im Folgenden geben wir euch zwei Basisbeispiele für das Trainieren eines solchen Überganges.

2 vs. 2 mit offensiver Deckung und Übergang aus dem Rückraum

Auf beiden Außenpositionen werden Anspieler mit Ballkiste benötigt. Die Trainingsgruppe wird auf beide Spielfeldseiten aufgeteilt. Auf jeder Seite werden 2 Abwehrspieler (graues Trikot) benötigt.

Zwei Angreifer spielen gegen zwei Verteidiger. Die Ausgangsstellung ist im oberen Teil der Abbildung 1 für die rechte Angriffsseite zu sehen. Beide Angreifer agieren zunächst aus dem Rückraum (Halb und Mitte). Mit einem Pass zum Halbspieler, löst der betreffende Rückraum-Mitte an den Kreis auf und berührt dabei mit der Hand einen der Verteidiger.

Dieser wird zum offensiven Abwehrspieler (s. unterer Teil der Abbildung 1 für die linke Angriffsseite) und verteidigt ab sofort bei 9 Metern. Der verbliebene Rückraumspieler soll nun versuchen durch ein erfolgreiches Eins-Eins gegen den vorgezogenen Abwehrspieler entweder selbst zu einer klaren Chance zu kommen oder den neuen Kreisspieler in Szene zu setzen.

Der Anspieler auf der Außenposition darf permanent angespielt werden, jedoch nicht selbst abschließen.
Erweiternd dazu kann auch mit einer Aufbausperre durch den neuen Kreisläufer gegen dern vorgezogenen Verteidiger gearbeitet werden.

Die Übung dient vor allem dazu, den Rückraumspielern ein Gefühl für die Kreisposition und das rechtzeitige Absetzen zu vermitteln, im späteren Verlauf auch verbunden mit einer Sperre gegen einen offensiven Verteidiger.

Übergang und Kleingruppenspiel in Überzahl

Auf beiden Halbpositionen werden Spielbereiche an der Torkreislinie abgesteckt (s. Abbildung 2) und mit jeweils einem Abwehrspieler (graue Trikots) ausgestattet. Zudem wird ein fester Kreisspieler und ein zusätzlicher freier Abwehrspieler zwischen den beiden Spielzonen benötigt.

Die Übung beginnt mit einfachen Stoßbewegungen im Rückraum. Nachdem der Ball zweimal von RL zu RR durchgelaufen ist, spielt RR den Ball zu RM und löst von seiner Position an den Kreis auf (wird zu KL).

Die beiden verbliebenen Rückraumspieler sollen nun in Kooperation mit beiden Kreisspielern eine klare Torchance kreieren, wobei der freie Abwehrspieler jeweils in beiden Spielzonen aushelfen darf.

Ziel sollte es demnach sein eine 2 vs. 1 Überzahl durch schnelle Spielverlagerung zu erzielen.
Bei dieser Übung lernen die Rückraumakteure vor allem ein Gefühl für das Timing und die Laufwege bei Übergängen in Überzahl. Bei hohem Spieltempo und sicherer Passqualität entstehen bereits nach kurzer Zeit Räume, die entweder für den Kreis und einen Rückraumspieler selbst zum Torerfolg führen können.

Wichtig hierbei ist, dass RM nach dem Pass zu RL leicht nach rechts ausgleicht, um den Raum mit dem etatmäßigem Kreisspieler nach einem eventuellen Rückpass angreifen zu können.

Autor: Robert Nowacki

7. Mai 2019

Wir suchen Junior-Autoren (m/w) für die Erstellung von Trainingsplänen

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 12:37

Deine Aufgaben:

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir Junior-Autoren (m/w) für die Sportart Handball die in enger Zusammenarbeit mit unserem Redaktionsteam Trainingspläne erstellen. Die Trainingsplan-Serien fassen als Sammlungen praktische Trainingsübungen zu spezifischen Themenkomplexen zusammen.

Neben dem Verfassen der Texte seid ihr als jeweiliger Autor für die Erstellung von Grafiken und Animationen verantwortlich. Die Trainingspläne werden am Ende durch unsere Redaktion inhaltlich korrigiert und layouttechnisch bearbeitet. Für jede erstellte Trainingsplan-Serie bekommt ihr ein festes Honorar ausgezahlt.

Dein Profil:

Als geeigneter Bewerber bringt ihr Trainererfahrungen im und vor allem Liebe zum Handballsport mit. Ohne redaktionelle Erfahrungen vorauszusetzen, sollten euch das Erstellen von Texten und das Herausarbeiten von praktikablen Trainingsübungen leicht von der Hand gehen.

Großen Wert legen wir auf Zuverlässigkeit und eine gute Projektkommunikation – insbesondere bei der Einhaltung von Terminvorgaben.

Ihr habt Interesse oder Fragen? Dann schickt uns bitte eine Mail an kaidittrich@soccas.com in der Ihr Euch kurz vorstellt.

Sportliche Grüße,

Das Handballtraining.de-Team

4. Mai 2019

Torwarttraining – Würfe durch die Beine parieren

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 10:15

„Zwischen den Beinen ist immer Platz!“. Ein vielgehörter Satz im Handball.

Doch auch wenn ein Torhüter natürlich in der normalen Grundstellung Gefahr läuft einen solchen Wurf zu „kassieren“, kann ihm gezieltes Reaktionstraining dabei helfen, doch noch zu parieren. Vor allem bei Siebenmetern oder Würfen von außen ist dies Gold wert. Im Folgenden stellen wir euch eine kleine Übungsauswahl hierzu vor.

Erwärmungsspiel: „Tunnelball“

Mit Pylonen wir eine ca. zwei Meter breite Strecke abgesteckt (s. Abb. 1). Der Torhüter bezieht Position zwischen den beiden Pylonen mit einem Medizinball in den Händen. Zwei Schützen stellen sich im Abstand von drei Metern zum Pylonentor auf. Einer der Schützen benötigt eine Ballkiste.

Die Werfer versuchen sich den Ball per Aufsetzer durch das Pylonentor zu zu spielen. Der Torhüter versucht die Bälle mit den Füßen am Durchkommen zu hindern. Dabei wird der Medizinball permanent mit den Händen über Kopf gehalten. Es sollen insbesondere Würfe durch die Beine ausgeführt werden. Erschwerend kann auch mit Tennisbällen gespielt werden.

Fixierung mit Therabändern

Benötigt wir ein kleines Tor. Der übende Torhüter wird von zwei Helfern mittels Therabändern an den Unterschenkeln fixiert. Außerdem benötigt er einen Medizinball, welcher während der Übung über dem Kopf gehalten wird. Ein Werfer postiert sich mit Ballkiste in ca. vier Metern Entfernung zum Tor (s. Abb. 2).

Der Helfer wirft in schneller Abfolge Bälle auf das kleine Tor. Ziel sind insbesondere Würfe durch die Beine des Torhüters. Der Torhüter versucht trotz der Spannung durch die Therabänder die Bälle durch Bewegung der Beine abzuwehren (Beine schließen, Schritt Richtung Ball).

Torwurf erst nach akustischem Signal

Der Torhüter steht in Grundstellung mit einem Handball in den Händen. Die Feldspieler stehen mit Ball in einer Reihe bei 7 Metern Torentfernung.

Der Torhüter wirft seinen Ball gerade in die Luft. Die Schützen versuchen ihre Bälle durch die leicht geöffneten Beine des Torhüters zu werfen. Der Torhüter wehrt die Bälle durch Schließen der Beine ab und fängt anschließend den hochgeworfenen Ball wieder. Anschließend wirft der nächste Schütze.

Hierbei wird vor allem die Kopplungsfähigkeit und Aufmerksamkeit trainiert, da die Aktion nur als erfolgreich betrachtet wird, wenn sowohl der Wurf pariert, als auch der Ball gefangen wird.

Autor: Robert Nowacki

30. März 2019

Variabel von der Außenposition werfen – Sprungwürfe in der Sinkphase

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 09:53

Je länger ein Außenangreifer bei Torwurf verzögert, umso unruhiger wird der gegnerische Torhüter und umso mehr kann man diesem eine Abwehraktion entlocken, auf die mit einem adäquaten Wurf reagiert werden kann.

Generell versprechen diese Würfe standardmäßig die besten Erfolgschancen, weil ja auch der Winkel für den Abschluss mit zunehmender Flugdauer immer besser wird. Dies zu Trainieren ist Gegenstand der nachfolgenden Übungsbeispiele.

Einpassen nach Sprung von Bank

Zwei Bankreihen werden in ca. sechs Metern Entfernung aufgestellt (s. Abb. 1). Die Spieler bilden Paare und stehen sich hinter den Bänken gegenüber.

Der Partner mit Ball steigt auf die Bank, springt ab und passt den Ball erst kurz vor dem Bodenkontakt zu seinem Mitspieler. Anschließend wird die Übung mit vertauschten Aufgaben wiederholt.

Torwurf nach Sprung von erhöhtem Punkt

Für diese Übung wird ein Turnhocker bzw. eine ähnliche Erhöhung benötigt (s. Abb. 2). Der Angreifer stellt sich mit Ball auf den Hocker und springt nach vorne (nicht nach oben) Richtung Siebenmeterstrich ab.

Der Torwurf soll im bestmöglichen Winkel, also kurz vor dem Bodenkontakt des Außenspielers erfolgen.

Durch die Verlängerung der Flugphase mit Hilfe des Hockers erhält der Angreifer mehr Zeit die Bewegungen des Torhüters zu beobachten und mit der bestmöglichen Wurfvariante darauf zu reagieren.

Diese Übung ist zugleich auch für Torhüter als Wurfbeobachtungsschulung geeignet, da sie über einen langen Zeitraum die Flugphase des Angreifers verfolgen und ihr Stellungsspiel dementsprechend anpassen müssen.

Torwurf erst nach akustischem Signal

Die Außenangreifer erhalten einen Pass von der Halbposition und springen ganz normal zum Torwurf, dürfen jedoch erst abschließen, wenn der Übungsleiter ein akustisches Signal gegeben hat. Hier wird das Verzögern des Wurfes quasi „mit Gewalt“ gefördert.

Zudem garantiert ein kraftvoller Absprung eine längere Flugphase und der Werfer wird somit nicht allzu stark vom akustischen Signal unter Druck gesetzt.

Mit dieser Methode können auch Würfe in anderen Flugphase – wie von uns in den letzten Artikeln beschrieben – gemischt trainiert werden und der Angreifer muss sich darauf vorbereiten sein ganzes Repertoire zu nutzen.

Erschweren können sich die Übenden auch die Bälle selbst vorlegen, z.B. aus einem Pass durch die Beine oder sie starten aus dem Liege-/Unterarmstütz in den Pass des Zuspielers.

Autor: Robert Nowacki

20. März 2019

Variabel von der Außenposition werfen – Sprungwürfe am höchsten Punkt

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 17:45

Ihr habt große Außenspieler mit gutem Sprungvermögen? Dann kann es sich lohnen den Torabschluss am höchsten Punkt zu trainieren. Gerade bei Torhütern, die etwas kleiner sind oder die Tendenz zeigen bei Würfen von der Außenbahn eher halbhoch oder tief zu reagieren ist dies ein vielversprechendes Mittel auf den Torerfolg.

Erwärmungsspiel – Ball über die Schnur

Ein Spiel, welches viele noch aus Grundschulzeiten kennen ist „Ball über die Schnur“. Die Regeln ähneln in ihrer Grundform denen des Volleyballs.

Zwei Mannschaften spielen gegeneinander durch ein Volleyballnetz getrennt gegeneinander und versuchen den Ball für einen Punktgewinn auf den Boden des gegnerischen Feldes zu werfen.

Ein Sprungwurf verspricht hier bessere Erfolgsaussichten und je höher der Ball abgeworfen wird, umso härter kann er in Richtung gegnerische Feld bugsiert werden.

Es empfiehlt sich die Vorgabe zu machen, dass die Spieler möglichst aus einem Drei-Schrittanlauf parallel zum Netz werfen sollen (s. Abb. 1). Das Blocken kann je nach Spielform erlaubt oder verboten werden.

Um zusätzlich die Präzision zu schulen muss jeder gefangene Ball zweimal gepasst werden, auch dies per Sprungwurf.

Wurf am höchsten Punkt über Hindernis

Für die nachfolgende Übung wird ein Hindernis (z.B. Badminton- oder Volleyballnetz, Hochsprungmatte auf Kante u.ä.) benötigt, welche ca. 2 Meter Höhe haben sollte, je nach Sprungkraft der Trainierenden auch mehr oder weniger.

Das Hindernis wird parallel zur Sprungrichtung von außen etwa zwei bis drei Meter vor dem Tor platziert (s. Abb. 2).

Der Übende versucht trotz des Hindernisses den Ball im Tor zu versenken. Dies geht nur mit einem Wurf am höchsten Punkt der Sprungphase.

Zusätzlich können im Tor Bereiche für den Abschluss ausgewiesen und mit unterschiedlich hohen Punkten versehen werden.

Auch können auf diese Art und Weise Heber und Leger trainiert werden, wobei das Hindernis hierfür noch etwas näher an das Tor gerückt werde sollte.

Autor: Robert Nowacki

9. März 2019

Variabel von der Außenposition werfen – Sprungwürfe in der Steigphase

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 09:42

Im Folgenden stellen wir euch aufbauend auf unserem letzten Artikel Übungen vor, welche den Sprungwurf in der Steigphase von der Außenposition schulen sollen.

Einpassen mit schnellem Abzug

Vier Spieler stellen sich in Zweiergruppe gegenüber auf. Jede Gruppe steht hinter einer Hürde, welche an das Sprungvermögen angepasst sein sollte. Es werden Sprungwurfpässe zur gegenüberliegenden Gruppe gespielt.

Die Kernaufgabe besteht darin den Ball bereits kurz nach dem Sprung, also bereits vor dem Überspringen der Hürde sauber zur gegenüberliegenden Gruppe zu spielen (s. Abb. 1). Nach der Landung hinter der Hürde laufen die Spieler auf die gegenüberliegende Seite und stellen sich dort wieder an. Es können für diese Laufstrecke auch Elemente aus dem Lauf-ABC vorgegeben werden.

Wurf in kurze Ecke

Die Tore werden mit Matten oder Kästen so abgedeckt, dass nur ein kleiner Bereich in der kurzen Ecke frei bleibt und dieser auch nur in einer frühen Phase des Sprunges erfolgreich anvisiert werden kann (am besten das Hindernis etwas weiter vor dem Tor platzieren).
Ein Werfer versucht in kurzer Abfolge 6 Würfe hintereinander während der Steigphase im kurzen Eck zu platzieren. Es können zusätzliche Vorgaben bezüglich der Wurfhöhe vor jeder Serie oder jedem Einzelwurf gegeben werden.

Die einfache Übungsvariante sieht standardmäßig den Wurf aus einem Pass von der Halbposition vor. Eine Erschwerung kann erfolgen, indem der Schütze sich z.B. den Ball selbst mit einem Pass durch die eigenen Beine (entweder mit dem Gesicht oder dem Rücken zum Spielfeld) vorlegen muss, den Ball zugerollt bekommt oder ihn sich selbst mit dem Fuß vorlegt.

Wurf und Landung am höchsten Punkt

Diese Übung bietet sich nur für Spieler mit guter Körperbeherrschung und Stabilität an. Im Torkreis wird eine Plattform (Kasten, Hocker, Hochsprungmatte) aufgestellt. Sie sollte in etwa auf Höhe der maximalen Sprungkraft des Außenangreifers sein. Dafür können Testwürfe zur Positionierung genutzt werden.

Der Torwart erhält die Vorgabe, sein Stellungsspiel auf den Hocker auszurichten, also quasi Würfe am höchsten Punkt zu antizipieren. Die Werfer erhalten die Aufgabe, mit Ball auf den Hocker zu springen und noch vor der Landung auf diesem den Torabschluss zu suchen.

Im Normalfall ist auch hier der Wurf in die kurze Ecke am vielversprechendsten, da der Torhüter bereits mehr auf die lange Ecke orientiert ist. Eine Erweiterung der Übung kann erfolgen, indem der Schütze nach dem ersten Wurf auf dem Hocker einen zweiten Ball erhält und diesen nur durch leichtes Abspringen nach unten in der Sinkphase verwandeln muss. Hier werden demnach zwei verschiedene Wurfvarianten in kurzer Abfolge trainiert.

Autor: Robert Nowacki

23. Februar 2019

Variabel von der Außenposition – Würfe aus unterschiedlichen Sprungphasen

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:17

Als Außenspieler hat man es nicht leicht. Nur selten am Ball erwarten die Mitspieler, dass ein Wurf von der Außenposition sein Ziel findet. Hierfür werden gerade gegen gute Torhüter verschiedene Wurfvarianten zwingend erforderlich.

Eine Möglichkeit besteht dabei darin, aus unterschiedlichen Phasen des Sprunges abschließen zu können. Wir stellen im Folgenden die drei sich daraus ergebenden Möglichkeiten und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile vor.

Würfe aus der Steigphase

Im Normalfall sollte man beim Wurfversuch von der Außenposition möglichst lange verzögern, um die Bewegungen des Torhüters zu analysieren und dann die richtige Entscheidung zu treffen.

Versucht ein Torhüter jedoch sein Stellungsspiel antizipativ auszurichten und den Abwurfpunkt des Außenspielers bereits vorher zu erahnen, kann es sich lohnen, mit einem „schnellen Abschluss“ während der Steigphase den Überraschungseffekt zu nutzen.

Wie in Abb. 1 dargestellt, ist hier der Wurf in die kurze Ecke meist die beste Lösung. Der Torhüter ist in diesem Fall bereits vor dem Wurf in einer Position, aus welcher er einen Wurf in der Sinkphase am besten parieren kann. Der Außen kann auf diese Stellungsvariante mit einem Wurf direkt nach dem Absprung reagieren und den Torhüter somit überraschen.

Abwurf am höchsten Punkt

Ein Torabschluss am Gipfelpunkt bietet sich vor allem dann an, wenn der Torhüter einen deutlichen „Größennachteil“ besitzt und ein Außenspieler mit guter Sprungkraft ausgestattet ist. Ein kleiner Torhüter wird auf diese Weise dazu gezwungen, einen hohen Wurf abzudecken. Schafft er dies nicht, ist es für den Außenspieler vermeintlich einfacher, die obere lange Ecke anzuvisieren.

Erwartet der Torhüter einen hohen Wurf (er deckt mit beiden gestreckten Armen den oberen Torbereich ab), kann mit einem Wurf an der Hüfte vorbei reagiert werden (s. Abb. 2)

Abwurf in der Sinkphase

Standardmäßig die besten Chancen zum Torerfolg bietet ein Abwurf in der Sinkphase. Am besten sucht ein Außen hier den Torabschluss erst kurz bevor er wieder Bodenkontakt erhält. Die Herausforderung für den Torhüter ist hier am größten. Ein Torwart, welcher sich zu wenig am Flugverhalten des Werfers orientiert, kann mit einem Wurf in die lange Ecke überwunden werden.

Ein Torhüter, der aggressiv agiert, kann per Heber bezwungen werden. Ein Torhüter, welcher zu früh reagiert, kann mit einem Wurf in die kurze Ecke bezwungen werden.

Allgemein bieten alle Phasen die Möglichkeit auf einen Torgewinn. Dies setzt jedoch voraus, dass der Außenspieler sich nicht schon frühzeitig überlegt, in welcher Phase er den Abschluss sucht, sondern dies vom Verhalten des gegnerischen Torhüters abhängig macht.

Dies zu trainieren wird Gegenstand unseres nächsten Artikels sein.

Autor: Robert Nowacki

8. Januar 2019

Handball WM 2019 – Wundertüte Reloaded

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 13:50

Wie in jedem Jahr findet auch in diesem Winter wieder ein internationales Handballturnier statt. Ein bisschen besonders ist das Ganze dieses Mal schon, schließlich ist es die Handball WM im eigenen Land und den Älteren unter uns kommen dabei sicher Erinnerungen an das Wintermärchen 2007, als sich Deutschland letztmals die Krone der internationalen Handballwelt aufsetzte.

Ein anderes Handballmärchen ist noch gar nicht so lange her, nämlich der Europameistertitel 2016. Gerade mal vor drei Jahren ließen die „Bad Boys“, ein Team der vermeintlich Namenlosen alle anderen Spitzenmannschaften hinter sich und gewannen angeführt von Trainer Dagur Sigurdsson den EM-Titel.

Seitdem ist jedoch einiges passiert. Zweimal der neunte Platz bei einer Welt- (2017) und einer Europameisterschaft (2018) geben nicht gerade Anlass zur Euphorie im Lager des Deutschen Handballbundes. Dennoch gibt es Gründe, warum der DHB das Turnier im eigenen Land mit Zuversicht angehen kann.

Gemeinsames Ziel Halbfinale

Das ausgegebene Teamziel scheint ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Zwingend erforderlich für das DHB-Team wird es sein, nach Pflichtsiegen gegen Brasilien und Südkorea auch Russland und im letzten Gruppenspiel Serbien zu schlagen, um mindestens vier Punkte mit in die Hauptrunde zu nehmen.

Das Aufeinandertreffen mit Frankreich im vierten Gruppenspiel könnte zudem zum Schlüsselerlebnis für die Mannschaft von Trainer Christian Prokop werden.

Ein Sieg gegen das nach wie vor beste Team der Welt würde der Mannschaft vermutlich Schwung für die Hauptrunde geben, in deren Verlauf dann mit Spitzengegnern wie Spanien und Kroatien zu rechnen ist.

Weltklasse vorhanden

Die tragenden Säulen einer erfolgreichen WM beim Vorhaben „Halbfinale“ sind vornehmlich in der Defensive zu suchen. Eines der besten, wenn nicht sogar das beste Torwartduo der Welt steht dem DHB zur Verfügung. Andi Wolff und Silvio Heinevetter ergänzen sich sowohl im Stil, als auch vom Charakter her perfekt und arbeiten trotz aller Rivalität als Einheit.

Ebenso wurde in den Vorbereitungsspielen deutlich, dass die Abwehr das Prunkstück der deutschen Mannschaft werden soll. Insbesondere Finn Lemke und Hendrik Pekeler glänzen nicht nur mit körperlicher Präsenz, sondern auch durch hohes Spielverständnis und erstaunliche Beinarbeit. Nur wenige Mannschaften haben so viele gute Abwehrspieler (u.a. auch Wienczek und Böhm) in ihren Reihen wie das deutsche Team.

Daher liegt der Fokus des Bundestrainers in diesem Jahr auch mehr auf dem Tempospiel in erster und zweiter Welle, wobei letzteres zumindest in der Vorbereitung noch nicht so glatt lief. Dies hat auch damit zu tun, dass die Rückraumspieler mit der besten Entscheidungsfindung (Fäth und Wiede) häufig im Angriff-Abwehrwechsel ausgetauscht werden.

Im Positionsangriff konnte das DHB-Team in den Testspielen gegen Tschechien und Argentinien nur phasenweise überzeugen. Große Hoffnungen ruhen auf Fabian Wiede, welcher bei den Füchsen Berlin eine überragende Saison spielt und als Linkshänder auch sehr häufig in der Spielmacherrolle in Erscheinung treten soll.

Als einzigen gelernten Spielgestalter hat sich Christian Prokop für Martin Strobel entschieden. Der einzige Akteur aus der zweiten Liga im DHB-Kader soll mit seiner Erfahrung für Stabilität im Angriff sorgen. Einen erfahrenen Spielmacher auf Topniveau sucht man im deutschen Team vergeblich. Allerdings war dies auch beim Titelgewinn 2016 der Fall.

Offensivwaffe Nummer 1

Die größte Gefahr im Positionsangriff geht von den drei Kreisläufern des DHB aus. Patrick Wienczek, Hendrik Pekeler und besonders Jannik Kohlbacher, der an der Seite von Andy Schmid bei den Rhein-Neckar Löwen noch einmal einen gewaltigen Fortschritt gemacht hat, gehören zur europäischen Kreisläuferelite.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Spiel des DHB zu großen Teilen auf die Kreisläufer zugeschnitten ist, da im Kleingruppenspiel auch die Stärken der meisten verfügbaren Rückraumspieler liegen. In den Testspielen wurde häufiger schon auf eine Angriffsvariante mit zwei Kreisläufern zurückgegriffen, speziell im Überzahlspiel. Da mit Patrick Groetzki auch nur ein gelernter Rechtsaußen im 16er Kader steht, werden wir diese Konstellation sicher des Öfteren im Turnierverlauf sehen.

Apropos Außenspieler: Auch auf dieser Position ist das DHB Team international top besetzt. Allerdings muss ein Außen immer von seinem Rückraum ins Spiel gebracht werden und dies sollte besser funktionieren, als bei der EM 2018, als die Außenspieler nie so wirklich ins Turnier fanden, weil sie dort meist nur in absoluten Drucksituationen, wie drohendem Zeitspiel, Wurfchancen erhielten.

Alles oder nichts für den Bundestrainer

Nationaltrainer Christian Prokop hat augenscheinlich viel an der Mannschaft, aber auch an sich gearbeitet. Seine Personalentscheidungen sind nachvollziehbar und es gibt wenig Überraschendes. Die Nominierung von Franz Semper im rechten Rückraum ist eine Investition in die Zukunft, welche sich vielleicht noch auszahlen könnte, aber natürlich auch Kritik hervorrufen wird, sollte das Teamziel verfehlt werden

Für Prokop geht es bei diesem Turnier um Alles oder Nichts. Die Mannschaft scheint ihm zu Folgen und hat glücklicherweise mit den Altlasten aus der Vergangenheit – dem Bad-Boy-Image -abgeschlossen. Dennoch gehört Deutschland objektiv betrachtet nicht zu den großen Favoriten. Der Handball-WM. Das Erreichen des Halbfinals wäre ein Riesenerfolg.

Allerdings reden wir hier immer noch von einer Heim-WM und da ist bekanntlich Alles möglich!

Autor: Robert Nowacki

14. Dezember 2018

„Oh Tannenbaum“ – Spiele für euer Weihnachtstraining (Teil 2)

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 17:59

Bereits im letzten Artikel drehte sich alles um Spiele zum Thema Weihnachten. Im Folgenden gibt es weitere Ideen für eine lustige Weihnachts-Trainingseinheit.

Des Weihnachtsmanns neue Kleider

Was ihr benötigt:

– zwei Weihnachtsmannkostüme (oder einfach zwei ähnliche Kleidersets jeweils bestehend aus einer weiten Hose, sauberen Stiefeln, einem Mantel, zwei Paar Handschuhen, einem Gürtel, einer Mütze und vielleicht noch eine Brille, einen Schal oder einem falschen Bart

– zwei Handbälle

Wie es funktioniert:

Bei dieser Kleiderstaffel treten zwei Teams gegeneinander an. Jeweils am Ende der Staffelbahn liegen die Klamotten für den Weihnachtsmann. Der erste Spieler jeder Mannschaft dribbelt zu den Kleidungsstücken, wählt eines von ihnen aus, zieht es an und läuft zurück zur Gruppe.

Dort angekommen zieht er das Kleidungsstück wieder aus, zieht es dem nächsten Spieler an und dieser läuft anschließend holt sich ein neues Accessoire und fügt dieses seinem Outfit hinzu. Dann läuft auch er zurück, kleidet den Nachfolgespieler ein usw.

Gewonnen hat das Team, bei dem der vollständig eingekleidete Weihnachtsmann zuerst angekommen ist.

Geschenkdiebe

Was ihr benötigt:

– Viele Handbälle

– Zwei Ballkisten

– Zwei Rollbretter

– Für jedes Team eine Weihnachtsmütze

Wie es funktioniert:

Zwei verfeindete Weihnachtsmannteams wollen von ihren Gegnern so viele Geschenke wie möglich klauen. Dafür starten sie jeweils an entgegengesetzten Ecken eines Spielfeldes auf ihrem Schlitten (Rollbrett) in Richtung des gegnerischen Weihnachtsmannlagers.

Auf dem Weg dorthin kann durch einen Pylonenparcours zusätzliche Erschwerung eingebaut werden. Im gegnerischen Lager angekommen dürfen sie sich so viele Geschenke (Handbälle) aus dem Weihnachtsmannsack (Ballkiste) nehmen, wie sie tragen können. Anschließend müssen sie aber wieder in ihr Lager zurück.

Geht ein Geschenk dabei unterwegs verloren, muss es zum ursprünglichen Lager zurückgebracht werden. Im eigenen Lager angekommen wird das Geschenk in die Kiste gelegt und die Mütze an den nächsten diebischen Weihnachtsmann übergeben.

Alternativ kann der Weihnachtsmann auch mithilfe eines Seils von einem oder zwei Rentieren (auch hier gibt es passenden Kopfschmuck) durch die Halle gezogen oder geschoben werden.

Autor: Robert Nowacki

2. Dezember 2018

„Oh du Fröhliche“ – Spiele für euer Weihnachtstraining

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 11:55

Weihnachten steht vor der Tür und erfahrungsgemäß wird es auch im Handballtraining gegen Ende des Jahres gemütlicher. Zeit also, um vielleicht im Training mal etwas besinnlicher zu sein und sich abseits von großen taktischen oder technischen Ambitionen zu betätigen. Für diesen Anlass gibt es für uns einige Spiele, welche sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß machen dürften.

Christbaumstaffel

Was ihr benötigt:

– Einen Wäscheständer oder etwas anderes, wo ihr Wäscheklammern befestigen könnt (im Zweifel kann auch das Trainerteam dafür herhalten)

– Wäscheklammern (als Schmuckwerk) in der Anzahl eurer Spieler

– Handbälle und verschiedene Hindernisse (Hütchen, Bänke, Teamis)

– Zwei Weihnachstmützen als Staffelstab

Wie es funktioniert:

Vor Spielbeginn werden zwei Staffelbahnen aufgebaut, an deren Ende der Christbaum (Wäscheständer/Trainer) platziert wird.

Die Spieler werden in zwei Teams aufgeteilt und der erste Spieler erhält jeweils die Weihnachtsmütze auf den Kopf. Auf das Startsignal laufen die Spieler los und durchqueren prellend schnellstmöglich die Staffelbahn. An deren Ende angekommen darf je eine Wäscheklammer an den Weihnachtsbaum geheftet werden.

Anschließend geht es auf direktem Wege zurück, wo die Weihnachtsmütze und der Ball an den nächsten Spieler der Reihe übergeben wird. Gewonnen hat das Team, welches am schnellsten seinen „Baum“ fertig geschmückt hat.

Schrottwichtelwerfen

Was ihr benötigt:

– Von jedem ein verpacktes Schrottwichtelgeschenk

– Pylonen in der Anzahl der Geschenke

– Handbälle und Turnbänke

– Zettel, Stift und Klebeband

Wie es funktioniert:

Vor Spielbeginn werden die Geschenke mit Nummern versehen. Im Anschluss wird an jede Pylone die zu einem Geschenk gehörige Nummer geheftet (s. Abb. 1). Die Pylonen werden in einem vorgesehenen Abschnitt verteilt (einige auf dem Boden, andere auf Bänken oder der Torlatte). Die Geschenke werden gut sichtbar auf einer Bank am Rande des Spielfeldes platziert.

Gespielt wird zunächst fünf Minuten. Die Spieler versuchen mit ihrem Handball von einer zuvor festgelegten Linie eine beliebige Pylone zu treffen. Hat ein Spieler eine Pylone erwischt, darf er diese inklusive der zugehörigen Nummer aus dem Spielfeld entfernen und mitnehmen.

Allerdings darf jeder Spieler bis zum Schlusssignal weiterspielen. Trifft jemand eine weitere Pylone, muss er diese mit seiner bereits in Besitz empfindlichen austauschen.

Auf diese Art ist gleichzeitig gewährleistet, dass alle Spieler nur ein Geschenk erhalten, stärkere Werfer aber auch nicht zu früh fertig sind. Sollten nach Ablauf der Spielzeit immer noch Pylonen im Spielfeld sein, dürfen die Spieler, welche bislang ohne Treffer sind diese noch abräumen, sodass jeder ein Geschenk erhält.

Autor: Robert Nowacki