Handballtraining Handballübungen


18. Februar 2017

Varianten des Passquadrates (Teil 1)

Kategorie: Passen – Autor: KaiDittrich – 10:42

Die meisten von uns kennen die Übung des Passquadrates, bei die Ecken eines Quadrates mit jeweils gleich vielen Spielern besetzt werden und die Spieler von einer Ecke zur nächsten laufen, um während des Laufens einen Pass zu fangen und direkt weiter zum aus der nächsten Ecke startenden Spieler zu leiten (Abb. 1).

235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-2

„>vielseitiges_5er_indoor_set_multi_huerdensystem

Eine Übung, welche ihren Zweck besonders im Jugendhandball erfüllt und das aneinander ketten der Einzeltechniken Fangen, Laufen und Werfen sowie die Präzision beim Passen in den Lauf schult. Dennoch birgt die Übung auch die Gefahr einer gewissen Eintönigkeit. Daher haben wir einige Variationen zusammengetragen, wie das Passquadrat für unterschiedliche Trainingszwecke modifiziert werden kann.

Grundlegende Variationen der Laufwege

Die einfachste Veränderung ist natürlich schon durch eine Umgestaltung der Größe des Quadrates gegeben. Je kleiner das Quadrat ist, umso höher ist die Belastung, umso mehr Ballkontakte haben die Spieler und umso genauer und schneller müssen die Abläufe gespielt werden. Es ist auch möglich aus dem Quadrat ein Viereck mit zwei sehr kurzen und zwei sehr langen Seiten zu machen.

Weiterhin kann aus dem einfachen Passen-Nachlaufen-Prinzip auch ein Stoßen-Rückstoßen-Prinzip gemacht werden, indem die Spieler nachdem sie den Ball erhalten und weiter gespielt haben nicht zur nächsten Ecke laufen, sondern sich schnell wieder durch rückwärtslaufen zur ihrer ursprünglichen Ecke zurückbewegen.

Weiterhin kann der umgehende Einbau von Richtungswechseln, z.B. auf Pfiff, für zusätzliche Schulung der Handlungsschnelligkeit führen, genauso wie die Durchführung mit zwei Bällen.

Varianten mit Gegnerdruck

Werden die Grundlagen des Passens in den Lauf sicher beherrscht, kann damit begonnen werden Übungen mit gegnerischem Druck einzuführen. Für das Passquadrat bieten sich hier u.a. zwei Varianten an.
Variante 1 benötigt zwei Abwehrspieler welche jeweils versuchen die Pässe abzufangen. Dabei darf lediglich ein Abwehrspieler gleichzeitig zwischen Passgeber und Empfänger stehen.

243 Variationen Passquadrat Abb. 2

In Abbildung 2 sehen wir die gelben Abwehrspieler, wie sie versuchen den Passweg zu verstellen. Der Passgeber muss demnach den richtigen Moment abwarten den Ball weiterzuspielen. Hier kann auch das einmalige Tippen zum Verzögern des Abspiels erlaubt werden. Für die Abwehrspieler wird gleichermaßen Kommunikation untereinander und Beinarbeit gefordert.

243 Variationen Passquadrat Abb. 3

Bei Variante 2 werden die Abwehrspieler direkt auf den Bahne zwischen den Eckpunkten postiert (s. Abbildung 3). Die Spieler im Ballbesitz dürfen den Ball erst einen Pass spielen, wenn sie im Eins-Gegen-Eins am Abwehrspieler vorbeigehen konnten, wobei die Verteidiger hier zunächst nur halbaktiv Gegenwehr leisten sollten.

Es wird also ein weiteres Technikbild in die Übung integriert. Durch die Eins-Eins-Bewegung verändert sich natürlich auch grundlegend das nötige Timing für den nächsten Spieler um anzulaufen. Nachdem ein Pass gespielt wurde übernimmt der Passgeber die Rolle des Abwehrspielers auf seiner Bahn.

Autor: Robert Nowacki

11. Februar 2017

Passübung für das Tempospiel

Kategorie: Tempospiel – Autor: KaiDittrich – 13:36

Bei Spielsituationen die mit höchstem Tempo ablaufen, wie dem Gegenstoß ist die Exaktheit von Laufweg und Passtechnik verantwortlich für Erfolg und Misserfolg. Im Folgenden gibt es von uns eine Passübunge, welche auf die Verbesserung dieser Komponenten abzielt.

Passfolge Torhüter – Angreifer – Angreifer – Torhüter

242 Passübungen für das Tempospiel Abb. 1

Für die Übung werden gemäß unserer Abbildung mindestens zwei Torhüter (bzw. 1 Passgeber in jedem Torkreis) benötigt. Auf einer Längsseite der Halle positioniert sich eine Gruppe Spieler auf den jeweiligen Außenpositionen (in einer Hallenhälfte RA und in der anderen LA). Auf der anderen Längsseite positionieren sich die Spieler an der Mittellinie, wobei jeweils die Hälfte der Spieler zum rechten und die andere Hälfte zum linken Tor blickt.

Beim Start der Übung hat einer der Torleute den Ball und passt zu einem startenden Außen (Abb.: rotes Trikot). Der Ball soll so gespielt werden, dass der Außen diesen in hohem Tempo fangen kann und ohne zu prellen an der Mittellinie zu einem von der anderen Seite der Mittellinie startenden Spieler (grünes) passen kann, welcher ebenfalls ohne zu prellen den Ball dann zum zweiten Torhüter passt, der die Übung von Neuem in die andere Richtung einleitet (Pass zum startenden Außen).

Besonders Passpräzision und Anlauftiming werden in dieser Übung geschult. Wer einen Pass von der Außenposition startend gespielt hat, stellt sich an der Mittellinie an und umgekehrt. Beherrscht eine Trainingsgruppe die Übung sicher, kann die Passfolge auch mit zwei Bällen gleichzeitig absolviert werden. Die beiden Außen werden dann vom jeweiligen Torhüter zeitgleich angespielt. Hier sind Rhythmus und Laufwege noch exakter einzuhalten.

Variation und Erweiterung

235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-2 moderne_effekte_hb_trainingsplaene

Es ist auch möglich das Ganze als Wurfübung umzugestalten, indem sich zusätzlich zu den Torhütern noch ein Anspieler mit Ballkiste im Kreis postiert (s. Abbildung 2). Nachdem der Spieler von der Mittellinie startend auf das Tor geworfen hat, bekommt der startende Außen den Ball vom Zuspieler. Hat man drei oder vier Torhüter zur Verfügung, sollten diese natürlich im Wechsel die Aufgaben des Torhüters und Zuspielers übernehmen.

Eine weitere Möglichkeit bildet die Installation eines „Störspielers“ auf beiden Seiten, welcher versucht den von der Mittellinie startenden Angreifer in seinem Laufweg zu behindern, bzw. den Pass abzufangen. Hier ist die Handlungsschnelligkeit des startenden Spielers gefragt, da er seinen Laufweg so anpassen muss, dass der Außen ihm den Ball sicher zu passen kann.

Autor: Robert Nowacki

4. Februar 2017

Kleine Spiele zur Schulung des einhändigen Fangens

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 10:13

Das Fangen des Balles mit einer Hand kann nicht nur durch Übungsreihen sondern auch durch modifizierte Spielformen geschult werden.

Parteiball, Brettball einhändig

Erwärmungsspiel mit Handballverwandtschaft gibt es ja zu Hauf (unsere Sammlung: http://www.handballtraining.de/uebungen/aufwarmen) . Die meisten dieser Spiele können durch einfache Regelmodifikationen so umgestaltet werden, dass das einhändige Fangen geschult wird. Als Beispiel seien hier die Spiele Parteiball (Zehnerball) und Brettball genannt.

Die Modfikation sieht vor, dass jeder Spieler zu Beginn des Spieles einen Ball in der Nichtwurfhand hat. Der Spielball wird anschließend eingeworfen. Dadurch, dass jeder einen Ball in seiner Nichtwurfhand festhalten muss, kann der Spielball nur mit einer Hand gefangen werden. Verliert ein Spieler seinen Ball muss er eine Strafaufgabe bewältigen.

Zur Schulung des Passens und Werfens mit der Nichtwurfhand kann zudem das Regelwerk so verändert werden, dass stets der Ball gepasst wird, welcher länger in der Hand gehalten wurde (Spielball wird also nach jedem Pass ausgetauscht). Weitere Spiele bei denen eine solche Modifikation möglich ist sind Reifenball, Torball, Ball über die Schnur, Wandball, Mattenball, Prellball oder Turmball.

Paarweise einpassen und Reifen besetzen

241 Spielerisch einhändig fangen Abb. 1

Für dieses kleine Spiel müssen sich die Teilnehmer in Paaren zusammenfinden. Jedes Paar benötigt einen Ball. Zudem muss jeder Partner ein Leibchen in einer Hand halten. Innerhalb des Spielfeldes werden jeweils Koordinationsreifen auf den Boden verteilt (Anzahl Reifen = Gesamtzahl Spieler – 1).

Die Partner spielen sich permanent auf unterschiedliche Arten den Ball zu. Durch die Belegung einer Hand mit dem Leibchen muss auch hier stets mit einer Hand gefangen werden. Auf Pfiff des Übungsleiters muss jeder Spieler versuchen sein Leibchen so schnell wie möglich in einen Reifen zu legen. Der Spieler, welcher übrigbleibt muss eine Strafaufgabe bewältigen.

Variation und Erweiterung: Es kann erlaubt werden andere Spieler beim Passen des Balles zu stören. Zudem kann die Anzahl der Reifen auch niedriger gehalten werden.

Autor: Robert Nowacki

25. Januar 2017

Grund für den WM-K.o. gegen Katar: 3 Rechtshänder im Rückraum?

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 15:00

Deutschland schied bei der WM überraschend bereits im Viertelfinale gegen Katar aus. Dabei traten die Kataris mit einer taktischen Besonderheit an. Ähnlich den Franzosen, welche dies ebenfalls über viele Jahre sehr erfolgreich praktizierten, spielte der Vizeweltmeister sehr oft mit drei Rechtshändern im Rückraum.

Die rechte Rückraumposition wurde dabei zumeist vom gebürtigem Franzosen Bertrand Roiné ausgefüllt. Auch das DHB-Team hatte in der Vorbereitung auf das Turnier diese Variante getestet, bei der WM jedoch dann kaum eingesetzt.

Das Problem

In unteren Ligen wird das Spiel mit drei Rechtshändern aus Mangel an Linkshändern häufiger notgedrungen praktiziert. Dabei bietet ein Rechtshänder auf der rechten Rückraumposition auch einige Vorteile.

Zunächst muss jedoch gesagt werden, dass die Torgefahr über den Rückraumwurf an sich natürlich abnimmt mit einem Rechtshänder auf halbrechts. Bei Würfen von der Halbposition bleiben dem Schützen selbst nur wenige Möglichkeiten den Ball um den Block herum zu ziehen. Zudem muss ein Rechtshänder von der halbrechten Seite einen wesentlich größeren Bogen laufen, um nach Kreuzbewegungen noch torgefährlich zu sein.

240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 1

240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 2

Weiterhin benötigt der Rechtshänder immer mehr Abstand zur Abwehr, um den Ball zurück ins Zentrum oder nach der Kreuzbewegung auf Halblinks spielen zu können, wie durch die beiden Abbildungen (1 und 2) dargestellt wird. Ist er zu nah an der Defensive kann die Ballhand leicht von der Abwehr attackiert werden, da es dem Angreifer kaum möglich ist seinen Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen.

Die Chancen

Chancen entstehen im Spiel mit einem Rechtshänder auf der halbrechten Seite, wird das eigene Team in der Lage ist gut von der linken Seite anzustoßen. Gelingt es einem Team eine druckvolle Stoßbewegung bis zur halbrechten Seite weiterzugeben, ist es für den Rechtshänder auf der halbrechten Seite einfacher torgefährlich in die Lücke zwischen 1 und 2 (Halb- und Außenverteidiger) hinein zu gehen.

Die Ballhand kann nur vom Außenverteidiger attackiert werden, was eine engere Kooperation und verändertes Stellungsspiel von den beiden betreffenden Abwehrspielern erfordert.
Des Weiteren ist unter diesen Voraussetzungen der Pass auf den Außenangreifer leichter zu spielen und durch das fast zwangsläufige Aushelfen des Außenverteidigers entsteht mehr Raum für den Außenangreifer (s. Abbildungen 3 und 4).

240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 3

240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 4

Der richtige Spielertyp

Auch wenn also das ein oder andere Problem durch einen dritten Rechtshänder im Rückraum entstehen kann, bietet das Ganze nicht nur negative Seiten. Wichtig ist, dass man die richtigen Spielertypen für die halbechte Position auswählt.

Ein Rückraumakteur, der seine Stärken im Werfen aus der Fernwurfzone hat, ist hier falsch besetzt. Vielmehr sollten Spieler mit sicherem Passspiel und hohem Tempo eingesetzt werden, um die Lücke zwischen 1 und 2 beim Parallelstoß anzugreifen, den Außenangreifer zu bedienen und die Nachteile beim Passen in Richtung Spielfeldzentrum durch ihre individuellen Fähigkeiten kompensieren zu können.

Autor: Robert Nowacki

14. Januar 2017

Gefahr der Überlastung? Ein kritischer Blick auf den internationalen Turnierrhythmus

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 10:23

Wenn zwei Profis die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft absagen, kann dies ja nur einen wichtigen Grund haben.

Henrik Pekeler und Christian Dissinger haben diese Entscheidung bereits frühzeitig öffentlich bekannt gemacht und mit der Angst vor Überlastung und Verletzungen aufgrund einer fehlenden Spielpause im Winter begründet.

Hier offenbart sich ein Problem des europäischen Spitzenhandballs, welches in den vergangenen Jahren immer deutlicher wurde.

Wie viel hält der Profikörper aus?

Geht man bei Spielern wie Dissinger und Pekeler davon aus, dass sie eine Saison fast verletzungsfrei bleiben – wobei verletzungsfrei im Handballsport ja nicht heißt, dass man frei von Verletzungen ist, sondern „einsatzfähig“ (evtl. auch mit Verletzungen) – so spielen diese Akteure insgesamt etwa 60 Partien im Jahr (ohne Test- und Freundschaftsspiele).
Darin enthalten sind 34 Partien in der Bundesliga, ein halbes Dutzend Spiele im DHB-Pokal, fast 20 Spiele in der Championsleague und natürlich noch Qualifikations- und Turnierspiele für die Nationalmannschaft.

Vor allem die neue Regelung der Championsleague mit zwei Achtergruppen und insgesamt 14 Gruppenspielen hat nicht unbedingt zur Entlastung der Spitzenprofis im Handball beigetragen, auch wenn es sich aus finanzieller Hinsicht sicher für die Mannschaften lohnen kann.

Irgendwann so scheint es, kommen die Topathleten an ihre Grenzen, was natürlich vor allem Gefahren der Überlastung birgt und höheres Verletzungsrisiko zur Folge hat. Jeder kennt das: Im Zweikampf nur einmal keine Körperspannung oder verletzt auflaufen und dann eine blöde Bewegung machen und schon ist es passiert.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Profi nicht vom Breitensportler. Auch wenn die Belastungsgrenzen natürlich im Spitzenhandball immens nach oben verschoben werden, es präventive Trainingsmaßnahmen gibt und Regeneration im Mittelpunkt vieler Einheiten steht, hat sich die Belastung im Verbund mit den immer höher werdenden athletischen Anforderungen im Spitzenhandball mittlerweile auf ein Maß gesteigert, an welchem einzelne Spieler wie Dissinger und Pekeler bereits ins Grübeln kommen.

Muss wirklich jedes Jahr ein internationales Turnier stattfinden?

Gerade in den Reihen des deutschen Handballbundes gab es im vergangenem Jahr immer wieder Akteure, welche freiwillig auf ihr Wirken in der Nationalmannschaft verzichteten (u.a. Zeitz, Glandorf, Bitter). Dies hat sicherlich auch viel mit dem Rhythmus der internationalen Turniere zu tun.

Im Fussball gibt es seit je her alle zwei Jahre ein großes Turnier. Im Handballsport hingegen wechseln sich WM und EM jährlich ab. Zusätzlich kommt alle vier Jahre das olympische Handballturnier hinzu. Weiterhin müssen Qualifikationen für diese Wettbewerbe in kürzester Zeit ausgetragen werden.

Somit erhalten viele Nationalspieler nahezu keine Winterpause. Die Verletzungen innerhalb der DHB-Auswahl während des letzten Turniers können natürlich Zufall sein. Doch gerade Spieler wie Weinhold und Dissinger, die mit dem THW Kiel nahezu jedes Jahr in allen Wettbewerben bis zum Schluss vertreten sind, sind die leidtragenden dieses Terminkalenders.

Ein Plädoyer für mehr Regeneration und einen Zwei-Jahres-Rhythmus

Für uns Handballfans ist es natürlich schön, wenn wir möglichst lückenlos unseren Sport auf höchsten Niveau präsentiert bekommen. Aus rationaler Sicht jedoch, könnte dem Spitzenhandball eine kleine Terminentschlackung durchaus zuträglich sein.

Vielleicht würde ein WM/EM-Rhythmus ähnlich wie in anderen Sportarten dazu führen, dass den Turnieren mehr Beachtung zukommt und insbesondere die Hallen in den Spielen häufiger ausverkauft sind.

Vielleicht hätten Trainer mehr Zeit und Ruhe, ihre Spielkonzepte zu entwickeln, Spieler auszutesten und am Zusammenspiel zu arbeiten, damit der Vorteil der Athletik bei den Turnieren nicht mehr ganz so eklatant ausfällt und vielleicht hätte dies alles auch positive Effekte auf die Verletzungszahlen und die Qualität der Liga- und Championsleaguespiele im Saisonendspurt.

Mit Sicherheit würden die Sportler einen solchen Schritt begrüßen, denn auch wenn eine hohe Turnierdichte die Kassen der Verbände klingeln lässt, so ist das wichtigste Grundkapital doch die Attraktivität des Spiels an sich und die ist nur von gesunden Sportlern aufrecht zu erhalten.

Autor: Robert Nowacki

7. Januar 2017

Machen´s die „Bad Boys“ nochmal? Handball WM 2017: Deutschland einer der Turnierfavoriten

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 10:14

Tobias Reichmann möchte den ersten Platz. Die Aussage des DHB-Rechtsaussen dessen Stern beim EM-Turnier im vergangenem Jahr erst so richtig aufging macht Mut für die WM 2017, impliziert aber auch gleich den Unterschied zum Vorjahr. Nach dem EM-Titel und der Bronzemedaille im Jahr 2016 reisen die „Bad Boys“ von Dagur Sigurdsson im Januar als einer der Turnierfavoriten in die Weltmeisterschaft in Frankreich.

Der Star ist die Mannschaft

Dabei tun auch dieses Mal alle gut daran den Teamspirit und Zusammenhalt innerhalb des Teams zu beschwören. Genau dieser Geist war es schließlich, welcher den Bad Boys im letzten Winter den überraschenden EM-Erfolg ermöglichte.
Dennoch braucht sich der DHB auch personell nicht vor dem restlichen Favoritenfeld der WM zu verstecken. Besonders auf der Torhüterposition ist Deutschland traditionell topbesetzt. Das zeigt schon, dass Carsten Lichtlein in diesem Jahr nicht in den vorläufigen 18er-Kader berufen wurde.

An seiner statt bildet Silvio Heinevetter zusammen mit Andreas Wolff das Torhütergespann des Europameisters. Vor allem Wolff hat sich bei den vergangenen beiden Turnieren den Respekt erworben, welcher die gegnerischen Angreifer vor dem Wurf zum Grübeln bringen kann.

Ebenfalls keine Sorgen muss man sich auf den Außenpositionen machen. Während Linksaußen hauptsächlich Uwe Gensheimer und der junge Rune Dahmke als dessen Backup wirbeln werden, sind auf der rechten Seite Tobias Reichmann und Patrick Groetzki für das Torewerfen zuständig.

“Sorgenkind“ Rückraum

Das Turnier im vergangenen Jahr zeigte vor allem, dass Deutschland im Rückraum wieder Spieler mit hohem Potential besitzt, die ihre Rolle im Nationaldress auch in jungen Jahren bereits selbstbewusst verkörpern.
Vor allem die Variabilität mit welcher das Team im Rückraum agierte überraschte viele Gegner und Experten. Steffen Fäth und der leider diesmal verletzte Fabian Wiede bewiesen unter anderem, dass sie auch auf der Spielmacherposition zu überzeugen wissen.

Genau diese Variabilität wird auch bei der WM 2017 von Nöten sein. Mit Martin Strobel fällt der klassische Spielmacher dieses Mal aus. Die Last auf der Rückraum Mitte Position müssen daher wohl mehrere Spieler tragen. Hier sind viele Möglichkeiten vorstellbar. Neben Steffen Fäth, könnte Paul Drux ebenso für Aufsehen sorgen wie die noch recht unerfahrenen Niclas Pieczkowski und Simon Ernst.

Die eben genannten Akteure sind auch für den linken Rückraum eingeplant, wobei der ebenfalls für diese Position nominierte Finn Lemke wohl hauptsächlich für die Abwehrstabilität sorgen soll. Julius Kühn und Philipp Weber gehören ebenfalls zur Riege der jungen Wilden im Rückraum. Beide überzeugen vor allem durch Torgefahr, zählen aber wohl auch zu den ersten Streichkandidaten für Sigurdsson, wenn der Kader von 18 auf 16 Spieler reduziert werden muss.

Sorgen dürften dem Nationaltrainer die Verletzungen von Steffen Weinhold und Fabian Wiede machen. Im rechten Rückraum verliert er damit die zwei stabilsten Akteure. Kai Häfner, welcher eine sehr starke Entwicklung genommen hat und Jens Schöngarth, der mit seiner Nominierung eine riesige Chance erhält sich international zu präsentieren, sollen dieses Loch ausfüllen. Der rechte Rückraum könnte somit zwar einerseits zur Schwachstelle des DHB-Teams bei der WM werden, auf der anderen Seite aber auch alle überraschen.

Am Kreis hat der Nationaltrainer mit Patrick Wienczek einen defensiv wie offensiv internationalen Topspieler, welcher von Erik Schmidt und Jannik Kohlbacher unterstützt wird, wobei Ersterer seine Stärken in der Abwehr und Letzterer vor allem im Angriff hohe Qualität besitzt. Allerdings könnte Sigurdsson auch hier noch einen der beiden aus dem endgültigen Kader streichen.

Nicht zuletzt ist das Trainerteam um Dagur Sigurdsson Deutschlands großer Trumpf. Beim EM-Sieg 2016 schien keine andere Mannschaft so gut auf den Gegner eingestellt wie die Bad Boys. Vor allem die Spitzenteams wussten die DHB-Trainer genauestens zu analysieren und überraschten vor allem mit wechselnden Abwehrformationen immer wieder den Gegner.

Gruppe C: Machbar!

Alles in allem muss der DHB die Gruppenphase nicht nur überstehen, sondern im Idealfall auch als Erster oder Zweiter abschließen. Nacheinander spielt man in Gruppe C gegen Ungarn, Chile, Saudi-Arabien, Weissrussland und Kroatien. Das erste und letzte Spiel dürften dabei entscheidend für den Ausgang der Gruppe sein. Ein guter Start gegen die nicht zu unterschätzenden Ungarn sollte für die drei folgenden machbaren Gegner genug Selbstvertrauen geben, sodass es am Ende vermutlich im direkten Duell mit Kroatien um den Gruppensieg gehen wird.

Im Achtelfinale könnte man somit Dänemark und Schweden (oder evtl. auch Katar) aus dem Weg gehen, die dann vermutlich in der Runde der letzten Acht der Gegner wären.
Das Viertelfinale scheint somit Pflicht. Bewahrt sich das Team den Geist der letzten beiden Turniere, legt dir Grundlagen in der Abwehr und kann auf gute Torhüterleistungen und das nötige Glück vertrauen ist alles möglich.

Autor: Robert Nowacki

17. Dezember 2016

Übungsformen zum Passtäuschungen – Erwärmung und Grundübungen

Kategorie: Passen – Autor: KaiDittrich – 08:50

Passtäuschungen sind besonders für Repertoire von Rückraumspielern sehr nützlich. Sie können dabei helfen die gegnerische Abwehrreihe so zu stellen, wie es der Angreifer möchte und somit Räume für Durchbrüche insbesondere auf den Halbpositionen zu schaffen. Im Folgenden gibt es von uns exemplarische Grundübungen, bei welcher das Thema Passtäuschung im Fokus steht.

Passtäuschung in Dreiergruppen mit zwei Bällen

Nach einer allgemeinen Erwärmung werden Dreiergruppen gebildet. Zunächst sollte innerhalb der Dreiergruppe eine etwa fünfminütige Einpassphase im Dreieck durchgeführt werden. Bereits hier kann mit zwei Bällen pro Gruppe gearbeitet werden um die Aufmerksamkeit für die Folgeübung zu schärfen.

237-passtaeuschung-abb-1

vielseitiges_5er_indoor_set_multi_huerdensystem

Bei dieser wird die Länge des Spielfeldes von der Dreiergruppe überbrückt. Dabei werden jeweils Passtäuschungen und Passaktionen im Wechsel vorgetragen. Zu Beginn der Übung haben der Spieler in der Mitte und ein zweiter Spieler auf der Seite den Ball. Beide Spieler führen eine Passtäuschung vom Spieler ohne Ball entfernt aus und spielen ihren Ball anschließend in die Gegenrichtung ab (s. Abbildung 1).

Wichtig dabei ist, dass der Pass des Spielers in der Mitte etwas früher gespielt wird, da er im Anschluss erst den Ball von der anderen Seite fangen kann. Danach wird die Übung spiegelverkehrt durchgeführt. Es sollte auf regelgerechte Bewegung geachtet werden (Schritte beachten, ggf. Prellen).

Rückstoßbewegung mit Passtäuschung auf Rückraum Mitte

237-passtaeuschung-abb-2

Die oben beschriebene Gruppenübung wird als Stoßübung adaptiert. Die Spieler verteilen sich auf den drei Rückraumpositionen. Rückraum Mitte wird dabei doppelt besetzt (s. Abbildung 2) und führt nach einem Pass von der Halbposition eine Passtäuschung zur anderen Halbposition aus. Anschließend wird der Ball zur Halbposition zurückgepasst (Doppelpässe). Eine hohe Intensität der Übung ergibt sich, wenn die Spieler nach jeder Aktion eine Position nach links rücken, wobei die Halbspieler zwei Pässe spielen müssen.

Torhüter einwerfen nach Passtäuschung

237-passtaeuschung-abb-3

Die Feldspieler stellen sich in zwei Reihen (Pfostenhöhe) bei ca. 12 Meter vom Tor entfernt auf. Der erste Spieler benötigt keinen Ball, alle anderen schon. Nach Pass vom Spieler aus der anderen Reihe wird zunächst ein Pass nach außen angetäuscht und anschließend nach Ansage auf das Tor geworfen (s. Abbildung 3).

In der einfachen Variante darf nach der Passtäuschung noch einmal getippt werden, in der schwierigen nicht. Der letzte Spieler erhält seinen Ball von einem externen Zuspieler.

Autor: Robert Nowacki

10. Dezember 2016

Was wir von den „DHB-Ladies“ und Michael Biegler lernen können

Kategorie: Handball-News – Autor: KaiDittrich – 10:30

Die Handball EM der Damen ist bereits in vollem Gange und bis jetzt haben die Damen der deutschen Nationalmannschaft mit dem Sieg gegen Vizeweltmeister Niederlande und der knappen Niederlage gegen den Silbermedaillengewinner der olympischen Spiele, Frankreich, bereits zwei Ausrufezeichen gesetzt.

Ein neuer Besen (Trainer) kehrt gut

Mit diesen Resultaten haben die DHB-Frauen, die sich selbst als „Ladies“ bezeichnen, bereits die gehegten Erwartungen übertroffen. Diese Leistung wird dabei auch viel in Verbindung mit dem Coach Michael Biegler gebracht, welcher die Mannschaft erstmals bei einem großen Turnier betreut. Er hat dem in den letzten Jahren eher erfolglosen Team vor scheinbar das Selbstvertrauen zurückgegeben, welches nötig ist um gegen die oben genannten Teams zu bestehen.

Seine mutige Wahl auf Susann Müller zu verzichten, macht den Spielstil des Teams zudem schwerer ausrechenbar für den Gegner, was insbesondere die Niederländer zu spüren bekamen. Gepaart mit einem der besten Torhütergespanne der Welt und dem neuen Selbstvertrauen haben die Deutschen bei einem Sieg gegen Polen am Donnerstag sogar realistische Chancen um den Einzug ins Halbfinale in der Hauptrunde zu spielen.

Bieglers Halbzeitansprachen als Musterbeispiele

Aus Trainersicht sind insbesondere die Halbzeitansprachen von Michael Biegler sehr gutes Anschauungsmaterial. Der Coach des DHB stellt stets die positiven Seiten des eigenen Spiels heraus und verweist auf diese auch in Phasen, in denen es nicht so läuft. Er spricht Spielerinnen direkt an und signalisiert durch seine Körpersprache (häufig kniend im Kreise der Mannschaft), dass er sich als Teil des Teams sieht.

sport1_biegler_handball_frauen

Foto: Sport1 GmbH

Video

In den Auszeiten des DHB werden wenige Spielzüge direkt von ihm formuliert, sondern eher allgemeine Aussagen zu Angriffs- und Abwehrverhalten getroffen. Dies kann man als Zeichen deuten, dass Biegler trotz der kurzen Zusammenarbeit bereits Vertrauen in die Entscheidungsfindung seiner Spielerinnen und insbesondere der Mittelfrauen Loerper und Wohlbold besitzt.

Profisport unter halbprofessionellen Bedingungen

Bereits in den vergangenen Jahren konnte man sehen, dass sich der Frauenhandball immer weiterentwickelt. Vor allem die athletische Komponente des Spiels wird immer prägnanter und außer den physiologisch bedingten Unterschieden zum Männerhandball leisten die Sportlerinnen auf Topniveau genau so viel wie ihre männlichen Pendants.

Die Bedingungen sind jedoch nach wie vor ganz andere. Während der Beruf „Handballprofi“ mittlerweile immer häufiger im Spitzensport der Männer als Bezeichnung verwendet werden darf, fristen die Damen auch hier wie in vielen anderen Sportarten leider ein Schattendasein. Auch wenn der Handballsport im Allgemeinen sich vor allem in den letzten beiden Jahren durch den EM-Sieg des DHB immer mehr in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung schieben konnte, bleibt dem Frauenhandball nur ein kleiner Teil dieser neu gewonnenen Aufmerksamkeit.

Umso herausragender sind die Leistungen der Damenteams bei dieser EM zu bewerten. Schade nur, dass den jungen Mädchen und Frauen keine Liververfolgung der Spiele des DHB ermöglicht wird, aber vielleicht können die „Ladies“ mit ihren Leistungen ja auch hier einen Stein ins Rollen bringen.

Autor: Robert Nowacki

3. Dezember 2016

Wurfübungen für Außenangreifer mit Fokus auf Sprungweite

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:22

Das Anforderungsprofil für Außenangreifer sieht vor allem vor, dass diese in der Lage sind, weit in den Kreis hineinzuspringen und das auch so zu machen, dass die eigene Position zum Tor immer besser wird („Winkel aufspringen“). Im Folgenden stellen wir einige ganz simple Übungen vor, welche wettkampfnah diese Voraussetzungen schulen sollen.

Wurf mit verändertem Winkel – Tor umpositionieren

235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-1

Voraussetzung für diese Übungsform sind Tore, welche nicht fest im Hallenboden verankert sind. Wahlweise ist eine ähnliche Variante auch bei genügend Raum hinter der Torauslinie möglich.
Die Grundidee: Indem der am Werfer näher befindliche Torpfosten in Richtung des Spielfeldes verschoben wird (s. Abbildung 1), entsteht eine wesentlich höhere Anforderung daran, das Tor überhaupt zu treffen. Schützen welche beispielsweise die Angewohnheit besitzen frontal auf Tor und Torwart zu zuspringen, müssen hier erkennen, dass ein Torerfolg nicht mehr möglich ist.

Es ist erforderlich den Winkel aufzuspringen, um den Ball ins Tor werfen zu können. Die Übung eignet sich insbesondere für das Basistraining in der Jugend und erweist zudem gute Dienste beim Üben des Torwurfes in die lange Ecke. Quasi nebenbei wird die Sprungkraft trainiert, da hier ein wesentlich höherer Fokus beim „Aufspringen des Winkels“ liegt.
Alternativ kann der Absprung auch hinter der Torauslinie erfolgen falls die Tore nicht in ihrer Position veränderbar sind.

Sprung über kleine Hindernisse vor dem Wurf aus verschiedenen Anlaufszenarien

Ein gern genutztes Instrument beim Training des Sprungwurfes von der Außenposition sind kleine Hürden, welche es zu überspringen gilt. Zum einen kann durch solche Hürden der Absprungwinkel zum Tor noch einmal verdeutlicht werden (Hürden stehen so, dass der Sprung ungefähr in Richtung des Siebenmeterstriches ausgeführt wird, s. Abbildung 2). Zum anderen kann durch verschiedene Anläufe sowohl die Differenzierungsfähigkeit, als auch die Sprungkraft als eigene Fähigkeit verbessert werden.

235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-2 vielseitiges_5er_indoor_set_multi_huerdensystem

SZENARIO 1 – ABSPRUNG AUS DEM STAND
Hier wird am ursprünglichsten die für den Sprung erforderliche Explosivkraft trainiert. Der Werfer steht in geringem Abstand zum Kreis und versucht trotz des fehlenden Anlaufes den Winkel aufzuspringen und den Ball im Tor unterzubringen (Absprung mit zwei oder einem Bein). Prinzipiell ist hier auch nicht unbedingt eine Hürde erforderlich. Für die Torhüter bietet sich zudem bei dieser Trainingsform eine gute Möglichkeit die Anpassung ihres Stellungsspiels zu üben. Durch den fehlenden Anlauf und die recht kurze Zeit zwischen Absprung und Torwurf bleibt auch nur wenig Zeit das Stellungsspiel anzupassen.

SZENARIO 2 – ABSPRUNG AUS EINEM SCHRITT ANLAUF
Ähnlich wie in der Vorübung fehlt auch hier noch eine beträchtliche Menge an Schwung durch einen ordentlichen Anlauf, sodass die Sprungkraft ebenfalls recht isoliert geschult werden kann.

SZENARIO 3 – ABSPRUNG AUS MEHR ALS 2 SCHRITTEN (MIT UND OHNE ERSCHWERUNG)
In diesem Szenario wird der Absprung so durchgeführt, wie es auch meistens in der Wettkampfsituation der Fall ist: Der Angreifer erhält nach Anlauf aus der Spielfeldecke den Ball und versucht durch schnelle Schritte bis zum Absprungpunkt Geschwindigkeit aufzunehmen, die in Flugweite umgesetzt werden kann. Die Hürde ist dabei zusätzlicher Reizpunkt für die Absprungweite.

Erschwerungen können z.B. vorgenommen werden, indem der Schütze sich zunächst von einem Abwehrspieler, welcher ihn an der Hüfte festhält losreißen muss. Zudem kann mit Gewichtswesten- und -manschetten gearbeitet werden (Achtung: nicht im Jugendbereich oder bei Rücken- bzw. Gelenkbeschwerden durchführen).

Autor: Robert Nowacki

26. November 2016

Jugendtraining: Erwärmungsspiele mit Yogamatten

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 10:00

Im Folgenden gibt es von uns 2 kleine Spiele zu denen Yoga- bzw. Gymnastikmatten als Trainingsutensilien benötigt werden und die nach unterschiedlichen Zielstellungen verwendet werden können. Insbesondere im Training bis zur D-Jugend halten die hier angeführten Spiele viel Spaß und Lerneffekte bereit, können aber ebenso als Auflockerungsinhalte ins Seniorentraining integriert werden.

Mattensuchspiel: Kopplungsfähigkeit und Aufmerksamkeit schulen

Vor Spielbeginn wird ein Spielfeld mit Pylonen abgesteckt. Um dieses Spielfeld herum werden Gymnastikmatten gelegt. Jeder Spieler benötigt zudem einen Handball (s. Abbildung 1).

234-erwaermungsspiele-mit-yogamatte-abb-1

Die Spieler bewegen sich zunächst prellend innerhalb des Spielfeldes. Auf Signal des Übungsleiters muss sich jeder Spieler bestimmten Vorgaben entsprechend schnellstmöglich zu einer der Matten begeben. Vorgaben können je nach Alter und Leistungsniveau differenziert werden. Beispiele hierfür sind u.a.:

– Einnahme bestimmter Körperpositionen auf der Matte (Bauch-/Rückenlage, Schneidersitz, etc.)
– Bestimmte Anzahl an Spielern auf einer Matte (z.B. Ansage: „3“ nach dem Signal
– Anlaufen bestimmter Matten (z.B. bei Matten unterschiedlicher Farbe = Ansage der gewünschten Farbe nach dem Signal)

Der oder die Spieler, welche als letztes oder innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits nicht die geforderte Aufgabenstellung erfüllen, müssen anschließend eine Zusatzaufgabe bewältigen bevor sie wieder am Spiel teilnehmen dürfen.

Zusätzliche Erschwerung kann erfolgen, indem die Spieler auch während des Prellens noch belastet werden, z.B. durch zusätzliche Elemente aus dem Lauf-ABC oder Einbau von Körpertäuschungen (z.B. an im Spielfeld platzierten Pylonen).

Differenzierungsfähigkeit (Wurfgenauigkeit) – „Inseln besetzen“

Für dieses Spiel werden die Yogamatten kreuz und quer in der Halle verteilt. Bei der Verteilung sollte auf die Wurfkraft der Spieler Rücksicht genommen werden, sodass jede Matte auch noch in der betreffenden Reichweite der Teilnehmer liegt.

234-erwaermungsspiele-mit-yogamatte-abb-2

Es spielen mindestens zwei Mannschaften gegeneinander (bei einer Teilnehmerzahl über 12 sollten bereits drei Teams gebildet werden). Jedes Team erhält Leibchen in einer anderen Farbe (s. Abbildung). Ziel des Spiels ist es, von einer Startlinie den Ball so zu werfen, dass er auf einer der Yogamatten aufkommt, wobei lediglich das erste Aufprallen des Balls ausschlaggebend ist.
Gelingt dies einem Spieler, so darf er ein Leibchen in der Farbe seines Teams auf der jeweiligen Matte/Insel ablegen und diese somit besetzen. Anschließend holt er schnellstmöglich den Ball und gibt oder passt ihn an den nächsten Spieler seines Teams weiter.

Die Mannschaft welche nach einer bestimmten Spielzeit mehr Inseln besetzt hat, gewinnt. Sind vor Spielende alle Inseln bereits besetzt, kann man den Spielern erlauben, auch die Inseln des Gegners zu besetzen, sodass eine Insel beiden Teams Punkte bringt.

Will man die Wurfkraft stärker in den Vordergrund rücken, können für das Treffen weiter entfernter Inseln mehr Punkte vergeben werden. Hier ist es von Vorteil Yogamatten unterschiedlicher Farbe zu verwenden, sodass die Abstufungen auch farblich gekennzeichnet sind.

Die Übung kann natürlich mit unterschiedlichen Wurftechniken und Zusatzanforderungen (Wurf nach Rolle vorwärts/rückwärts, Körpertäuschung, etc.) gestaltet werden.

Autor: Robert Nowacki