Handballtraining Handballübungen


20. Mai 2016

Towarttraining: Reaktionsschulung mit Tennisbällen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 16:11

Die Schulung der allgemeinen Reaktionsfähigkeit gehört zum grundlegenden Trainingsinhalt im Torwarttraining. Neben herkömmlichen Methoden wird häufig auch auf unkonventionelle Mittel zurückgegriffen. Besonders bei Torhütern mit Defiziten im Bereich der Reaktionsschnelligkeit kann durch das Training mit Tennisbällen, welche kleiner und schneller sind als z.B. ein Handball, ein höherer Trainingseffekt erzielt werden.

Erwärmung mit Regelbewegung

Eine Erwärmung mit Tennisball kann unter folgenden Gesichtspunkten erfolgen: Vor Übungsbeginn wird mit Pylonen im Abstand beider Torpfosten ein Bereich markiert. In diesem Bereich muss der Torhüter während der Erwärmung in permanenter Seitwärtsbewegung agieren. Der übende Torhüter besitzt zudem in jeder Hand einen Tennisball. Ein Werfer in ca. 3 Metern Abstand hat einen zusätzlichen Tennisball.

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 1

Der Torhüter führt die Regelbewegung aus. Jeweils kurz bevor er eine Pylone erreicht hat, spielt der Werfer seinen Tennisball auf die pylonennahe Seite des Torhüters (s. Abb. 1). Dieser muss einen seiner Tennisbälle umgehend zum Werfer passen und den zugespielten Ball mit der nun freien Hand auffangen. Nach typischem Erwärmungsmuster sollte von oben nach unten agiert werden.
Die Arme des Torhüters sind während der Regelbewegung stets in Abwehrhaltung erhoben und nur bei Zuspielen des Werfers darf diese Haltung aufgelöst werden.

Reaktion mit Tennisball- und Schläger

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 2

Die Schulung der Reaktionsfähigkeit mit Tennisball und -schläger erfordert vor allem vom Übungsleiter gewisse Fähigkeiten im Umgang mit Tennisschläger und Ball.
Von verschiedenen Positionen aus unterschiedlichen Entfernungen mit verschiedenen Schlaghärten und -arten kann hier gezieltes Reaktionstraining für Torhüter gestaltet werden. Wichtig ist dabei, dass zunächst eine langsame Gewöhnung an das unkonventionelle Verhalten des Tennisballes stattfindet.

So kann beispielsweise zu Beginn der Tennisball mit der flachen Hand auf das Tor geschlagen werden. Erst wenn sich der Übende an die speziellen Anforderungen gewöhnt hat, wird durch Hinzunahme des Schlägers das Schwierigkeitslevel gesteigert. Durch den Tennisschläger als Hilfsinstrument ist es dem Torhüter nahezu unmöglich Ballweg und -höhe vorherzusehen. Dies führt dazu, dass hier wirklich gesondert die Reaktionsfähigkeit geschult wird.

Eine zusätzliche Erschwerung kann durch einen Sichtschutz (Freistoßmauer oder Trainingsdummie) installiert werden.

Abwehr von flachen Würfen und Aufsetzern

Tennisbälle eignen sich insbesondere um das Abwehrmuster von flachen Würfen und Aufsetzern aus dem Rückraum zu üben. Dadurch das Tennisbälle wesentlich kleiner sind und eine höhere Elastizität aufweisen (somit unberechenbarer Aufspringen), wird die Kooperation von Armen und Beinen bei der Abwehr flach geworfener Bälle wesentlich wichtiger als dies bei der Übung mit Handbällen der Fall ist.

211 Reaktionstraining mit Tennisball Abb. 3

Eine Grundübung hierzu wird in Abbildung 3 dargestellt. Ein Werfer steht mit Ballkiste ungefähr bei sechs Metern Torentfernung. Der Torhüter beginnt die Übung mit einer Vorwärtsrolle auf einer neben dem Tor befindlichen Matte und versucht im Anschluss schnellstmöglich in der seitlichen Regelbewegung in Richtung Tormitte zu gelangen. Der Werfer versucht einen Tennisball so im langen unteren Toreck zu platzieren, dass der Torhüter mit der flachen Abwehrposition in Hürdensitz oder Spagat unter Zuhilfenahme von Hand und Fuß gerade so noch an den Ball herankommt.

Im Anschluss wird die Übung auf der anderen Seite wiederholt. Eine Übungsserie sollte 8-12 Würfe beinhalten.

Autor: Robert Nowacki

13. Mai 2016

Saisonendspurt in der stärksten Liga der Welt

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 11:35

Mit einem Paukenschlag am vergangenen Mittwoch wurde die Schlussphase des Meisterschaftskampfes in der ersten Handballbundesliga eingeleitet. Der THW Kiel, bis dahin punktgleich mit Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen, verlor beim SC Magdeburg mit 28:29. Für viele eine Vorentscheidung im Rennen um den Meistertitel. Fakt ist aber, dass drei bzw. vier Spieltage vor Schluss den Tabellenführer nur ein (SG Flensburg-Handewitt) bzw. zwei Punkte (Kiel) von den Verfolgern trennen.

Spannung dank hoher Leistungsdichte

Der Sieg des SC Magdeburg über den THW Kiel steht dabei stellvertretend für das, was die selbsterklärte stärkste Liga der Welt seit einigen Jahren auszeichnet. Die Leistungsdichte der Liga ist in den vergangenen Spielzeiten stetig gewachsen.

Dabei sah es 2012 noch danach aus, dass sich auf Jahre hinaus ein ähnliches Bild ergeben könnte, wie es aktuell z.B. in der ersten Fußballbundesliga vorzufinden ist. Damals gelang dem THW Kiel der Gewinn der Meisterschaft ohne einen einzigen Punktverlust. Doch in den Folgejahren holten insbesondere die Verfolger aus Flensburg und von den Rhein-Neckar Löwen maßgeblich auf und sorgten für spannende Meisterschaftskämpfe.

Rhein-Neckar Löwen auf Meisterschaftskurs

In dieser Saison sieht es dabei tatsächlich so aus, als ob den „Löwen“ der absolute Durchbruch gelingt und der erste Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte scheint nur Formsache. Drei Spiele haben sie noch zu absolvieren, keines davon gegen ein absolutes Spitzenteam.

Flensburg und Kiel hingegen treffen an diesem Wochenende noch aufeinander. Ein Ausrutscher der Löwen in den letzten drei Spielen wird höchstwahrscheinlich nur dann noch von Bedeutung sein, wenn Flensburg diese Partie für sich entscheiden kann, da der THW ein deutlich schlechteres Torverhältnis besitzt als die Löwen.

Das Restprogramm der Meisterschaftsanwärter

Rhein Neckar Löwen: HSG Wetzlar (A), TSV Hannover-Burgdorf (H), TUS N-Lübbecke (A)
SG Flensburg-Handewitt: THW Kiel (A), THSV Eisenach (H), TVB Stuttgart (A), Bergischer HC (H)
THW Kiel: Flensburg (H), MT Melsungen (A), THSV Eisenach (A), TVB Stuttgart (H)

Die Liga wächst zusammen

Die Gründe für die Veränderung der Leistungsabstände in der DKB HBL sind vielfältig. Zum einen war der THW Kiel natürlich mit dem Ausfall zahlreicher Leistungsträger in dieser Saison stark gebeutelt.
Doch wenn man sich ansieht gegen welche Teams die vermeintlichen Spitzenvereine der Bundesliga ihre Punkte ließen muss man feststellen, dass nicht nur die direkten Verfolger des THW in den letzten Jahren einen Schritt nach vorne gemacht haben, sondern dass die Bundesliga an sich wesentlicher homogener geworden ist, was die Leistungsdichte angeht.

Dies beginnt schon bei den Aufsteigern. Vor einigen Jahren noch war der Schritt von der 2. in die 1. Bundesliga fast schon gleichbedeutend mit dem direkten Wiederabstieg. Nur selten waren die Aufsteiger mehr als nur Punktelieferanten. In diesem Jahr wird nur einer der Aufsteiger direkt wieder in die zweite Bundesliga abrutschen, auch begünstigt durch den Lizenzverlust des HSV Hamburg.

Der SC DHfK Leipzig hat sich sogar auf Anhieb einen Platz im Tabellenmittelfeld gesichert und könnte am Standort Leipzig in den nächsten Jahren zu einer neuen Konkurrenz für die ambitionierten Teams der Liga heranwachsen, ähnlich dem Vorbild der Füchse aus Berlin.

Mit dem SC Magdeburg gewann eine Mannschaft aus dem vermeintlichen Tabellenmittelfeld den DHB-Pokal und ärgerte zudem mehrfach die Spitzenteams. Mit Wetzlar und Melsungen haben zwei Vereine wohl endgültig den Sprung aus dem Mittelmaß in die Europapokalplätze geschafft und mehrfach bewiesen, dass sie auch mit den ganz Großen mithalten können.
Die HSG Wetzlar verkörpert dabei auch die wiedererstarkte Generation junger deutscher Handballspieler, welche für den Überraschungserfolg des DHB bei der vergangenen EM verantwortlich war.

Die stärkste Liga der Welt

Eine spannende Saison neigt sich also dem Ende zu. Aus gesamtdeutscher Sicht hofft man natürlich noch auf den THW Kiel in der Championsleague und Frisch Auf! Göppingen im EHF-Cup sowie eine Fortsetzung der tollen Leistungen des Nationalteams bei den olympischen Spielen.
Schon jetzt können wir aber sagen, dass die diesjährige Bundesligasaison wieder allerhand zu bieten hatte und der Titel „stärkste Liga der Welt“ nach wie vor absolute Berechtigung besitzt.

Autor: Robert Nowacki

7. Mai 2016

Stoßen-Rückstoßen über die Halbposition mit Kreisläufersperre gegen 6:0 Abwehr

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:54

In der folgenden Animation ist der Regelablauf eines Stoßen-Rückstoßens über die Halbposition zu sehen. Der Kreisspieler stellt hierfür eine Sperre für den Halbangreifer. Dabei haben mit Ausnahme des gegenüberliegenden Außenspielers alle Angriffsspieler bestimmte Laufwege einzuhalten, um die Auslösehandlung so effektiv wie möglich zu gestalten.

Ausgangsposition



Zu Beginn hat ein Außen (in der Animation LA) den Ball. Entgegen der normalen Anzugsbewegung, spielt er den Ball ohne Druck auf die Abwehr zu seinem Halbspieler und setzt sich anschließend sofort in Richtung Spielfeldecke ab. Der Kreisspieler steht zu Beginn an Abwehrspieler 3 (ballnaher Inneblockspieler) auf der Ballseite.

Stoßbewegung des Halbangreifers

Nachdem RL den Ball von LA erhalten hat, stößt er in Richtung Abwehrzentrum mit der Hauptaufgabe, seinen Gegenspieler auf der Halbposition weit in die Spielfeldmitte zu ziehen. Die Kreisläufersperre am ballnahen Innenblockspieler sorgt dafür, dass dieser nicht einfach aushelfen kann.
Spielt RL den Ball zu RM weiter, stellt der Kreisspieler kurz eine Sperre zur Ballseite am Halbabwehrspieler.

Passtäuschung RM

RM täuscht nach Ballerhalt zunächst eine Passtäuschung zur rechten Seite an. Hier ist es wichtig, dass RR auch mit seinem Laufweg simuliert, dass er den Ball torgefährlich erhalten möchte. Im Normalfall rutscht nun die gesamte Abwehrreihe antizipativ nach rechts. Dies bedeutet für einen kurzen Moment auch, dass Abwehrspieler 2 versuchen wird die Sperre des Kreisläufers zur Ballseite aufzulösen.

Diesen Moment nutzt der Kreisspieler, um eine neue Sperre an diesem Abwehrspieler auf der ballfernen Seite zu stellen. Währenddessen ist es wichtig für RL durch schnelle Seitwärtsbewegung wieder in eine Position zu kommen, von welcher er auf die Lücke zwischen 1 und 2 stoßen kann.

Passtäuschung RM

RM verlagert nun das Spiel wieder auf RL zurück, welcher auf die Lücke zwischen Halb- und Außenverteidiger stößt. Der Anlauf hierfür sollte nicht zu lange sein. Zudem muss RL anhand der Stellung beider Abwehrspieler entscheiden können, was die beste Variante für seine Aktion nach Ballannahme ist.

Schiebt der Außenverteidiger weit nach innen um auszuhelfen, sollte sofort der Pass Richtung Außenangreifer erfolgen. Bleibt der Außenverteidiger in der Nähe seines Gegenspielers und steht die Sperre durch den Kreisläufer, muss RL einen Durchbruch versuchen.

Umläuft der Halbabwehrspieler die Sperre ist entweder ein Kreisanspiel für RL möglich, wenn der Mittelblock nicht mit in Richtung des Kreisläufers verschiebt oder eine erneute Anzugsbewegung eventuell auch mit einem Sperre absetzen auf der Halbposition.

Autor: Robert Nowacki

30. April 2016

Erlernen der Regelbewegung beim Stoßen-Rückstoßen über die Halbposition

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 11:00

Das Rückstoßen bezeichnet eine plötzliche Rückverlagerung des Spiels auf die Seite, von welcher mit dem Ball Druck auf die Abwehr ausgeübt wurde und soll das antizipative Verschieben der Abwehr im 6:0 oder 5:1 Verbund ausnutzen, um Durchbruchchancen für einen Halbspieler oder Wurfchancen von Außen zu kreieren.

Im Folgenden beschreiben wir zwei Übungen zur Schulung der regulären Bewegungsmuster beim Stoßen und Rückstoßen.

Partnerübung der Regelbewegung

Jedes übende Paar benötigt einen Ball. Geübt wird über die gesamte Länge des Handballfeldes, wobei sich das Paar von einer Grundlinie zur anderen bewegt. Wird das Stoßen-Rückstoßen gerade erst eingeführt sollte die Grundbewegung an einem festen Ort geübt werden ohne das Spielfeld zu überbrücken.

208 Stoßen Rückstoßen Abb. 1

Partner A mit Ball simuliert zu Beginn eine Stoßbewegung, welche leicht diagonal in Richtung seines Partners B ausgeführt wird. Anschließend spielt er den Ball zu B ab. Nachdem dieser den Ball erhalten hat, führt er zunächst eine Passtäuschung zur partnerfernen Seite aus. Währenddessen setzt Partner A sich diagonal nach hinten ab, sodass er sich ca. 2 Meter von B entfernt, um anschließend wieder parallel mitzulaufen.

Nun spielt A den Ball zurück zu B, welcher ihn in der Vorwärtsbewegung erhält und die Übung direkt von Neuem initiiert.

Übung mit Torabschluss




Für die Trockenübung mit Torabschluss werden drei passive Abwehrspieler (zwei auf Halb und einer in der Deckungsmitte, s. Animation) benötigt. Auf den Außenpositionen postiert sich je ein Anspieler mit Ballkiste.
Nach Anspiel von Außen macht Halblinks zunächst Druck auf seinen Abwehrspieler. Dabei versucht er diesen möglichst weit in Richtung Spielfeldmitte zu ziehen bevor er den Ball zum parallelstoßenden Rückraum Mitte abgibt.

Dieser täuscht nach der Ballannahme zunächst eine parallele Spielverlagerung zur rechten Seite an. Während dieser Zeit orientiert sich Rückraum links wieder zurück in Richtung Seitenauslinie. Für diese Seitwärtsbewegung ist in der Regel die Neunmeterlinie ein guter Hilfsindikator zur Orientierung beim Laufweg.

RM verlagert das Spiel anschließend wieder nach links zu RL, welcher den Ball nach ein bis zwei Vorwärtsschritten erhalten sollte und zur freien Wurfchance zwischen 1 und 2 kommt.
Diese Grundübung dient zum Einschleifen der Regelbewegung und kann z.B. mit dem Einwerfen des Torhüters in Verbindung durchgeführt werden.

Bei ausreichendem Timing und richtigen Laufwegen kann um einen Kreisspieler erweitert werden, welcher eine Sperre für den Halben stellt. Mehr dazu gibt es von uns im nächsten Artikel.

Autor: Robert Nowacki

23. April 2016

Wurf- und Spielübersicht von der Außenposition unter erschwerten Bedingungen

Kategorie: Außenspieler – Autor: KaiDittrich – 10:49

Das Wurftraining für Außenspieler wird ja oft nach dem Schema: „Pass zum Anspieler – Rückpass – Sprungwurf aus festgelegtem Winkel“, durchgeführt. Da jedoch im Wettkampf häufig ganz andere Bedingungen auf die Außenspieler zukommen, sollte man im Technikanwendungstraining auch gezielter zusätzliche Reize setzen, um den Handlungsdruck einer Wettkampfsituation zu simulieren.

Im Folgenden gibt es zwei Übungen von uns, die genau darauf abzielen.

Ballaufnahme kurz vor der Kreislinie

Selten hat ein Außen ewig Zeit, sich zwischen Ballannahme und Wurf noch lange auf die Spielsituation und die Position des Torhüters zu konzentrieren. Daher muss er in der Lage sein innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen.

207 Erschwertes Wurftraining von Außen Abb. 1

In der folgenden Übung steht der Außen in der Spielfeldecke. Ein Helfer befindet sich mit Ballkiste ca. einen Meter vor der Kreislinie (s. Abbildung 1). Während der Außen in der Ecke wartet, lässt der Helfer einen Ball aus dem gestreckten Arm gerade auf den Boden fallen.

Der Moment, in welchem der Helfer den Ball loslässt, ist das Startsignal für den Außen den Ball zu erlaufen. Der Ball sollte nur ein einziges Mal auf dem Boden aufkommen bevor der Außen ihn aufnimmt. Der Übende soll nach Aufnahme des Balles weiter bis zu einer Wurfposition laufen ohne Tempo und Rhythmus zu verlieren und anschließend erfolgreich per Sprungwurf abschließen.
Die kurze Zeit, welche der Außenangreifer zwischen Ballaufnahme und Torwurf hat, soll die Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe schulen und zudem eine bessere Anpassungsfähigkeit des eigenen Anlaufrhythmus in verschiedenen Spielsituationen bewirken.

Wurf- oder Passentscheidung aus schwierigen Winkeln

207 Erschwertes Wurftraining von Außen Abb. 2

Bei dieser Übung soll die grundsätzliche Übersicht des Außenspielers während des Sprungwurfes aus einem wenig erfolgsversprechendem Winkel geschult werden.
Hierfür wird neben einem übenden Eckenaußen, einem Abwehrspieler und einem Anspieler auf der Halbposition auch je ein Abwehr- und ein Angriffsspieler (KM) im Zentrum benötigt. Der Kreisläufer steht zu Übungsbeginn auf der ballabgewandten Seite des Abwehrspielers im Zentrum. Der Außenabwehrspieler orientiert sich zu Übungsbeginn leicht Richtung Anspieler.

Der Anspieler passt den Ball auf den Außen, welcher direkt die Wurfchance von der Außenposition sucht. Der Außenabwehrspieler verkleinert noch während des Passes den Winkel durch Laufen Richtung Torauslinie, sodass für den Außen nur ein sehr schlechter Absprungwinkel zur Verfügung steht.

Während der Außen zum Sprungwurf ansetzt, entscheidet der Kreisläufer im Zentrum, ob er seinen Abwehrspieler umläuft und sich damit für einen Pass anbietet oder ob er an Ort und Stelle verweilt. Der Außen soll bei freistehendem Kreisspieler stets den Pass suchen und nur auf das Tor werfen, wenn der Kreisläufer hinter dem Abwehrspieler stehen bleibt.
Die Übung zielt darauf ab, den Außenspielern auch in besonderen Drucksituationen Übersicht anzutrainieren und kann auch durch zusätzliche Elemente, wie eine dritte Passmöglichkeit zum gegenüberliegenden Außen oder ein aktives Zweikampfverhalten zwischen Kreis- und Deckungsspieler erweitert werden.

Autor: Robert Nowacki

16. April 2016

Torwartspezifische Erwärmungsideen

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 17:55

„Handballtorhüter sind einfach anders!“, solche Sprüche hört man immer wieder. Meist eher als Spaß gemeint, steckt jedoch hinter solchen Aussagen mehr Wahrheit als vielleicht vermutet. Das Anforderungsprofil des Torhüters unterscheidet sich deutlich von allen anderen Positionen im Handball. Daher ist ab einer bestimmten Leistungsklasse spezielles Torwarttraining auch keine Seltenheit mehr. Was jedoch des Öfteren noch vernachlässigt wird, ist eine positionsspezifische Erwärmung für Torleute.

Wir möchten euch daher im Folgenden einige Denkanstöße für das Warm-Up-Programm vor dem spezifischen Torwarttraining geben.

Fussballtennis

206 Torwartspezifische Erwärmung Abb. 1

Ein Torhüter muss seine Beine und Füße anders einsetzen als ein Feldspieler. Eine sehr gute Erwärmungsform hierfür ist eine Partie Fussballtennis.
Zwei Torhüter stehen sich dabei in einem markierten Feld gegenüber und versuchen einen Punkt gegen den Kontrahenten zu erzielen (s. Abb. 1). Jeder Torhüter verteidigt eine Spielfeldhälfte, die von der gegenüberliegenden Seite durch ein Netz, eine Bank oder ähnliches abgegrenzt ist. Gespielt werden kann mit verschiedenen Ballarten, je nach Trainingsziel und Leistungsniveau (Handball, Fussball, Tennisball). Je kleiner der Ball umso höher der Schwierigkeitsgrad.

Ein Punkt ist erzielt, wenn der Ball nach einmaligem Aufkommen im Feld eines Torhüters nicht von diesem in das gegnerische Feld zurückgespielt werden kann. Bei vier Torleuten kann auch ein Doppel gespielt werden.

Das Ganze ist übrigens auch als Variante möglich, bei der nur Hände und Arme zum Spielen des Balles verwendet werden dürfen.

Schattenlauf mit Reaktionskomponente

206 Torwartspezifische Erwärmung Abb. 2

Diese Übung wird ebenfalls paarweise durchgeführt. Jedes Torhüterpaar benötigt zwei Tennisbälle. Die beiden Übenden laufen hintereinander durch die Halle. Der Vordermann erhält beide Tennisbälle und führt Übungen aus dem Lauf-ABC aus, welche der Hintermann nachahmt.
Unangekündigt lässt der Vordermann hin und wieder einen oder sogar beide Tennisbälle auf den Hallenboden fallen (s. Abbildung 2). Der Hintermann soll den Ball jeweils versuchen aufzufangen, bevor er das zweite Mal den Boden berührt.

Der Schwierigkeitsgrad der Übung kann unter anderem durch die Entfernung zwischen beiden Partnern gesteuert werden. Je mehr Raum zwischen Vorder- und Hintermann ist, umso mehr Explosivität ist vom hinteren Torwart gefordert, um den Ball zu erreichen.

Seilspringend Stellungsspiel anpassen

206 Torwartspezifische Erwärmung Abb. 3

Das Springseil ist ein äußerst bewährtes Trainingsutensil, um die Leichtfüßigkeit und Agilität zu fördern. In der folgenden Partnerübung (s. Abbildung 3) etwa, benutzt ein Torhüter das Springseil und springt nach einem vorgegeben Muster. Sein Partner steht ihm gegenüber mit einem Ball in der Wurfhand und simuliert verschiedene Wurfauslagen (Schlag-, Hüft-, Knickwurf). Zudem soll er immer wieder seine Position durch Side-Steps verändern.

Der Übende mit dem Springseil hat die Aufgabe, seine Position stets an die Bewegungen des Partners anzupassen und eine Stellung auf der Wurfhand einzunehmen ohne den Sprungrhythmus zu verlieren. Hierbei werden Koordination, Kondition und Wurfbeobachtung gleichzeitig geschult.

Autor: Robert Nowacki

9. April 2016

Einfache Übung zum Timing beim leeren Kreuzen mit Wurfbelastung

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 19:25

In der folgenden Animation zeigen wir euch eine einfache Übung zum richtigen Timing beim leeren Kreuzen mit Wurfbelastung.

Ausgangsposition




Es üben immer zwei Angriffsspieler. Einer davon besetzt bei Übungsbeginn eine Halbposition (weisses Trikot in der Animation), der andere beginnt auf Rückraum Mitte (rot). Zusätzlich benötigt werden zwei Anspieler. Einer besetzt die zweite Halbposition im Rückraum (Anspieler 1) mit Ballkiste.

Der andere Anspieler (Anspieler 2) postiert sich mit Ballkiste auf der Außenposition neben dem übenden Halbangreifer. Außerdem wird ein defensiver Abwehrspieler im Zentrum sowie ein Tor aus Pylonen auf der Halbposition (s. Animation) benötigt.

Paralleles Stoßen zu Beginn

Die Übung beginnt mit einem Pass des Anspieler 1 zum stoßenden RM, welcher den Druck weiter auf RR gibt. Dieser spielt den Ball aus der Stoßbewegung auf den Anspieler 2 und orientiert sich sofort zurück Richtung Seitenauslinie, um erneut anzulaufen. Anschließend erhält er den Ball von Anspieler 2 wieder, stößt erneut an und gibt den Druck weiter auf RM.

RM nimmt den Ball in hohem Tempo an, geht allerdings nicht allzu sehr in die Tiefe, sondern spielt den Ball bei ca. 9 Metern zu Anspieler 1 weiter und orientiert sich direkt auf die Position des anderen Halbspielers.

Leeres Kreuzen

Der Laufweg von RM auf die Halbposition orientiert sich dabei am Verlauf der Neunmeterlinie. Der Halbspieler seinerseits, kommt im großen Bogen von seiner Position, um mit viel Anlauf Richtung Tor über die Spielfeldmitte den Ball von Anspieler 1 zu erhalten (bei etwa 10 Metern) und aus vollem Lauf zum Sprungwurf gegen den Einerblock anzusetzen.

Währenddessen muss RM sich so positionieren, dass er von der Halbposition mit Schwung einen Pass von Anspieler 2 auf der Außenposition annehmen kann und mit drei Schritten zur Wurfgelegenheit bei sechs Metern kommt.

Wichtiges

Wichtiges Element dieser Übung ist zum einen das schnelle Rückorientieren der beiden übenden Angreifer nach den Stoßbewegungen, sodass der Spielfluss erhalten bleibt. Zudem ist beim leeren Kreuzen das Timing des Halbspielers entscheidend. Die Ballannahme muss bei höchstem Tempo mit genügend Abstand zur Abwehrreihe erfolgen, um Zeit für eine Entscheidungsfindung zu haben.

Erweiterungen

Erweitert werden kann die Übung um beliebig viele Abwehrspieler, sodass mehr Optionen für den Angriff nötig werden, wie z.B. der Rückpass von Halb- zu Mittelspieler (evtl mit Abräumen über Außen) nach dem leeren Kreuz oder ein Kreisanspiel (Hinzunahme eines Kreisläufer und eines zweiten Mittelblockspielers).

Autor: Robert Nowacki

2. April 2016

Kleine Spiele mit Körperkontakt für das Kinder- und Jugendtraining

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 17:59

Handball ist bei aller gebotenen Fairness ein Spiel, welches von Zweikampfsituationen und viel Körperkontakt lebt. Es ist daher nicht förderlich, wenn Bedenken bezüglich der Aufnahme von Körperkontakt in der Abwehr oder auch im Angriff bestehen. Häufig kommt es gerade dann auch zu Verletzungen. Um Kinder schon früh auf den Körperkontakt im Spiel vorzubereiten und die Angst vor Berührung und Zweikämpfen zu reduzieren, haben wir im Folgenden einige kleine Spiele zusammengetragen, bei denen Zweikampf und körperbetontes Spielen im Vordergrund stehen.

Raufballvarianten

Eines der bekanntesten Spiele, um auf Körperkontakt in Zweikampfsportarten vorzubereiten ist Raufball. Bei diesem Spiel stehen sich zwei Mannschaften gegenüber und versuchen einen Ball (z.B. einen Medizinball) in die Endzone des Gegners abzulegen. Dabei darf der (nur) ballführende Spieler von der verteidigenden Mannschaft geschoben (nicht geschubst werden). Wird der Ball abgegeben ist sofort von dem Spieler abzulassen.

Eine verschärfte Raufballvariante sieht das Spielen mit einem neutralen Ballträger vor. Während dieser die ganze Zeit in Ballbesitz bleibt, versuchen beide Mannschaften ihn mit dem Ball in die gegnerische Endzone zu schieben. Hier kommt es zu besonders viel Körperkontakt (Aufpassen und ggf. Spiel unterbrechen, falls eines der Kinder hinfällt) und -einsatz.

Glucke, Küken und Fuchs

204 kleine Kontaktspiele Abb. 1

Für dieses Spiel wird eine Kette aus vier Spielern gebildet. Die Reihe wird dadurch zusammengehalten, dass die hinteren Spieler mit beiden Armen die Hüfte des Vordermanns fassen. Der Erste in der Reihe ist die Glucke, die Spieler dahinter die „wehrlosen“ Küken. Ein einzelner Spieler, der Fuchs, versucht nun das hinterste Küken der Reihe abzuschlagen (Abbildung 1).
Die Glucke darf dies verhindern, indem sie sich dem Fuchs in den Weg stellt und ihn auch ggf. wegschiebt oder abblockt.

Gelingt es dem Fuchs die Glucke zu überwinden, können die Küken nur noch versuchen sich durch schnelles wegdrehen zu schützen. Reißt die Kette an einer Stelle oder schlägt der Fuchs das hinterste Küken ab, wird die Glucke zum neuen Fuchs und der alte Fuchs reiht sich hinten an die Kette an.
Das Spiel ist auch mit einem Handball, welcher zusätzlich vom Fuchs geprellt werden muss, möglich.

Kampf um die Insel

204 kleine Kontaktspiele Abb. 2

Mit Matten wird eine ringförmige Insel um einen freien Bereich in der Turnhalle gebaut (s. Abbildung 2). Die Kinder dürfen sich nur auf der Matte bewegen und müssen versuchen andere Spieler von den Matten herunter zu schieben, ohne selbst den Hallenboden zu berühren.

Es ist auch möglich in zwei Mannschaften gegeneinander zu spielen. Dabei befindet sich eine Mannschaft im freien Bereich in der Mitte und die andere Mannschaft hält sich auf der „Insel“ auf. Die Mannschaft in der Mitte muss versuchen, alle Spieler von der Insel zu sich ins „Wasser“ zu ziehen und somit zu Ihresgleichen zu machen.
Eine zweite Variante ist es, dass sich alle Spieler zu Beginn im „Wasser“ befinden und versuchen müssen, die anderen Spieler auf die „Inseln“ zu schieben und quasi „trocken zu legen“

Autor: Robert Nowacki

25. März 2016

Verknüpfung von Koordinations- und Techniktraining I

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 10:30

Die Verknüpfung von Koordinations- und Techniktraining gilt allgemeinhin als sehr sinnvoll, insbesondere im Jugendtraining. Die koordinativen Fähigkeiten Differenzierungs-, Gleichgewichts, Umstellungs-, Kopplungs-, Rhythmisierungs- und Reaktionsfähigkeit bilden die Grundlage und damit die Ausgangsvoraussetzungen für das Erlernen verschiedener Techniken.

So muss einer Körpertäuschung z.B. eine hohe Kopplungsfähigkeit zu Grunde liegen, um mehrere Teilbewegungen gleichzeitig ausführen zu können. Zudem können koordinative Zusatzelemente einen größeren Trainingseffekt im Techniktraining bewirken, da sie das Übungsniveau anheben und für stärkere Trainingsreize sorgen.

Ein einfaches Beispiel für Rückraumspieler

203 Verknüpfung von Koordination und Technik_1 Abb. 1

Ein einfaches Beispiel für die Verknüpfung von Koordinations- und Techniktraining ist die folgende Übung:

Ein Rückraumspieler steht mit Ball hinter einer Turnmatte bei ca. 12 Metern Torentfernung. Ein Zuspieler/Abwehrspieler steht ebenfalls mit einem Ball bei etwa 7 Metern als Verteidiger. Die Übung beginnt, indem der Rückraumspieler eine Rolle vorwärts auf der Matte ausführt. Diese soll mit so viel Schwung ausgeführt werden, dass der Spieler direkt nach der Rolle in den Stand kommt. Noch während der Übende aus der Rolle nach oben kommt entscheidet der Zuspieler, ob er ihm seinen Ball zuspielt oder diesen behält. Der Ball wird dabei locker als Aufsetzer oder sogar als „Roller“ zugespielt.

Erfolgt ein Pass, muss der Rückraumspieler seinen eigenen Ball zum Zuspieler zurückpassen und den neuen Ball erfolgreich aufnehmen. Gibt es kein Zuspiel verwendet der Rückraumspieler seinen Ball für den Rest der Übung. Der Übende läuft nun mit Ball in Richtung Tor. Der Zuspieler soll nun entweder defensiv bei 7 Metern bleiben oder bis auf 9 Meter aktiv heraustreten.

Bleibt der Zuspieler defensiv, versucht der Übende einen erfolgreichen Rückraumwurf gegen den Ein-Mann-Block anzusetzen. Kommt der Zuspieler aktiv heraus, ist hingegen eine erfolgreiche Körpertäuschung anzusetzen, um den Abwehrspieler zu überwinden und anschließend den Ball im Tor unterzubringen.

Trainingsziel

Ziel dieser einfachen Basisübung ist es, die Entscheidungsfindung der Rückraumspieler anhand des Abwehrverhaltens zu schulen. Zudem sollen die Grundtechniken des Sprungwurfs und der Körpertäuschung verstärkt geübt werden. Zu guter Letzt entstehen zusätzliche Anforderungen an die Umstellungsfähigkeit, durch immer neue Kombinationen von Szenarien, sowie z.B. dem schnellen Abspielen des eigenen Balles direkt nach der Rolle. Hier werden zudem die Reaktionsfähigkeit und Kopplungsfähigkeit additiv mit trainiert.

Variationen und Erweiterungen

Variationen können z.B. an der Auftaktaufgabe erfolgen (Rückwärtsrolle, Rad oder andere koordinative Aufgabe statt Vorwärtsrolle). Der Pass kann von einem neutralen Zuspieler von der Seite erfolgen und die Wurfart kann variiert werden. Zudem kann die Richtung des Torwurfes z.B. durch einen Signalgeber hinter dem Tor erst kurz vor dem Wurf angezeigt werden (mit Fahnen oder leuchtenden Leibchen geht dies am Besten). Hierdurch wird eine zusätzliche Drucksituation erzeugt und die Spieler werden davor bewahrt in allzu deutliche Wurfmuster zu verfallen.

Autor: Robert Nowacki

18. März 2016

Auslösehandlung gegen offensive Außenverteidiger – Halb holt Außen

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 15:32

Um die Druckentwicklung von den Außenpositionen zu unterbinden, agieren manche Abwehrreihen mit sehr offensiven Außenabwehrspielern, welche verhindern sollen, dass die Außenangreifer den Ball vom Halbspieler erhalten und eine Anzugsbewegung starten können. Hierdurch ist häufig der Rückraum dazu gezwungen noch mehr Druck auf die Abwehr auszuüben, was besonders bei Eins-Gegen-Eins-Schwächen dazu führen kann, dass die Abwehr nicht in Bewegung gebracht wird.

Im folgenden Video zeigen wir euch eine Möglichkeit sich das offensive Agieren der Abwehr zu Nutze zu machen, um eine Auslösehandlung durch eine Kreuzung zwischen Halb- und Außenangreifer zu starten sowie etwaige Folgehandlungen.

Halb holt Außen

201 Einpassen mit zwei Bällen Abb. 1




Nach einer Anzugsbewegung des gegenüberliegenden Halbspielers gibt Rückraum Mitte den Druck weiter zu Halblinks, welcher auf die Nahtstelle zwischen 1 und 2 geht. Bereits während Rückraum Mitte noch den Ball hat, sollte der Außenangreifer in Vorbereitung auf das Kreuz anlaufen. Der Kreisläufer positioniert sich zu Beginn zwischen Halb- und Innenabwehrspieler auf der ballfernen Seite.

Rückraum Links sollte bereits in Vorbereitung auf die Sperre in Richtung Außenverteidiger ziehen und direkt nach dem Pass zum kreuzenden Linksaußen den jeweiligen Außenverteidiger vom Zentrum wegsperren. Der Außenverteidiger zieht mit hohem Tempo torgefährlich um die Sperre herum auf die Lücke zwischen 2 und 3.

Option 1: Sperre absetzen auf Außen

Gelingt es dem Halbangreifer seinen Außenverteidiger zu sperren und kann der kreuzende Außen den zweiten Abwehrspieler an sich binden, entsteht bereits Raum für ein einfaches Sperre absetzen auf der Außenposition. Gerade wenn ein körperlich starker Halbangreifer auf einen kleineren Außenabwehrspieler trifft, ist diese Option sehr vielversprechend.

Option 2: Kreisanspiel

Aufgrund des kurzzeitigen Spielens mit zwei Kreisläufern auf der linken Angriffsseite, muss der Mittelblock theoretisch weit auf die Ballseite verschieben. Gelingt dies nicht und ist der kreuzende Außen in der Lage den Halbabwehrspieler herauszulocken, entsteht hinter diesem gegebenenfalls auch Raum für ein zentrales Kreisanspiel.

Option 3: Parallelstoß

Die dritte Option ist die wahrscheinlichste von allen. Im Normalfall wird sich die Abwehrreihe bereits sehr früh auf die Ballseite orientieren und versuchen die beiden Sperren zu Umlaufen. Hier bietet sich die Möglichkeit über das schnelle Spielen des Balles auf die andere Seite, große Lücken auszunutzen.

Wird der Kreisläufer vom Innenblockspieler zur Ballseite überlaufen und abgedeckt, so stellt er die Sperre auf der ballfernen Seite. Der kreuzende Außen sollte dies umgehend erkennen und den Ball direkt zu Rückraum Mitte weiterspielen. Dieser kann anhand der Reaktion der Abwehr nun entweder das Kreisanspiel suchen, eine Eins-Eins-Bewegung mit viel Raum oder einen weiteren Pass zu Rückraum Rechts ansetzen.

Spielübersicht und individuelle Klasse des Außenangreifers entscheidend

In jedem Fall kann diese Auslösehandlung helfen, um sich das Agieren gegen Abwehrreihen mit aggressiven Außenverteidigern zu erleichtern. Wichtig ist zudem, dass der kreuzende Außen in der Lage ist, auf die vielfältigen möglichen Szenarien des Abwehrverhaltens richtig zu reagieren. Außenspieler, welche sowohl stark im Eins-Gegen-Eins, als auch in der Lage sind aus dem Rückraum zu werfen besitzen hier große Vorteile.

Eine weitere Variante dieser Auslösehandlung wäre zudem, dass der Halbangreifer nach dem Kreuz nicht in die Sperre geht, sondern direkt neu Anlauf von seiner Position nimmt, während der Außenangreifer auf der gegenüberliegenden Seite als zweiter Kreisläufer auflöst.

Autor: Robert Nowacki