Handballtraining Handballübungen


14. Dezember 2018

„Oh Tannenbaum“ – Spiele für euer Weihnachtstraining (Teil 2)

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 17:59

Bereits im letzten Artikel drehte sich alles um Spiele zum Thema Weihnachten. Im Folgenden gibt es weitere Ideen für eine lustige Weihnachts-Trainingseinheit.

Des Weihnachtsmanns neue Kleider

Was ihr benötigt:

– zwei Weihnachtsmannkostüme (oder einfach zwei ähnliche Kleidersets jeweils bestehend aus einer weiten Hose, sauberen Stiefeln, einem Mantel, zwei Paar Handschuhen, einem Gürtel, einer Mütze und vielleicht noch eine Brille, einen Schal oder einem falschen Bart

– zwei Handbälle

Wie es funktioniert:

Bei dieser Kleiderstaffel treten zwei Teams gegeneinander an. Jeweils am Ende der Staffelbahn liegen die Klamotten für den Weihnachtsmann. Der erste Spieler jeder Mannschaft dribbelt zu den Kleidungsstücken, wählt eines von ihnen aus, zieht es an und läuft zurück zur Gruppe.

Dort angekommen zieht er das Kleidungsstück wieder aus, zieht es dem nächsten Spieler an und dieser läuft anschließend holt sich ein neues Accessoire und fügt dieses seinem Outfit hinzu. Dann läuft auch er zurück, kleidet den Nachfolgespieler ein usw.

Gewonnen hat das Team, bei dem der vollständig eingekleidete Weihnachtsmann zuerst angekommen ist.

Geschenkdiebe

Was ihr benötigt:

– Viele Handbälle

– Zwei Ballkisten

– Zwei Rollbretter

– Für jedes Team eine Weihnachtsmütze

Wie es funktioniert:

Zwei verfeindete Weihnachtsmannteams wollen von ihren Gegnern so viele Geschenke wie möglich klauen. Dafür starten sie jeweils an entgegengesetzten Ecken eines Spielfeldes auf ihrem Schlitten (Rollbrett) in Richtung des gegnerischen Weihnachtsmannlagers.

Auf dem Weg dorthin kann durch einen Pylonenparcours zusätzliche Erschwerung eingebaut werden. Im gegnerischen Lager angekommen dürfen sie sich so viele Geschenke (Handbälle) aus dem Weihnachtsmannsack (Ballkiste) nehmen, wie sie tragen können. Anschließend müssen sie aber wieder in ihr Lager zurück.

Geht ein Geschenk dabei unterwegs verloren, muss es zum ursprünglichen Lager zurückgebracht werden. Im eigenen Lager angekommen wird das Geschenk in die Kiste gelegt und die Mütze an den nächsten diebischen Weihnachtsmann übergeben.

Alternativ kann der Weihnachtsmann auch mithilfe eines Seils von einem oder zwei Rentieren (auch hier gibt es passenden Kopfschmuck) durch die Halle gezogen oder geschoben werden.

Autor: Robert Nowacki

2. Dezember 2018

„Oh du Fröhliche“ – Spiele für euer Weihnachtstraining

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 11:55

Weihnachten steht vor der Tür und erfahrungsgemäß wird es auch im Handballtraining gegen Ende des Jahres gemütlicher. Zeit also, um vielleicht im Training mal etwas besinnlicher zu sein und sich abseits von großen taktischen oder technischen Ambitionen zu betätigen. Für diesen Anlass gibt es für uns einige Spiele, welche sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß machen dürften.

Christbaumstaffel

Was ihr benötigt:

– Einen Wäscheständer oder etwas anderes, wo ihr Wäscheklammern befestigen könnt (im Zweifel kann auch das Trainerteam dafür herhalten)

– Wäscheklammern (als Schmuckwerk) in der Anzahl eurer Spieler

– Handbälle und verschiedene Hindernisse (Hütchen, Bänke, Teamis)

– Zwei Weihnachstmützen als Staffelstab

Wie es funktioniert:

Vor Spielbeginn werden zwei Staffelbahnen aufgebaut, an deren Ende der Christbaum (Wäscheständer/Trainer) platziert wird.

Die Spieler werden in zwei Teams aufgeteilt und der erste Spieler erhält jeweils die Weihnachtsmütze auf den Kopf. Auf das Startsignal laufen die Spieler los und durchqueren prellend schnellstmöglich die Staffelbahn. An deren Ende angekommen darf je eine Wäscheklammer an den Weihnachtsbaum geheftet werden.

Anschließend geht es auf direktem Wege zurück, wo die Weihnachtsmütze und der Ball an den nächsten Spieler der Reihe übergeben wird. Gewonnen hat das Team, welches am schnellsten seinen „Baum“ fertig geschmückt hat.

Schrottwichtelwerfen

Was ihr benötigt:

– Von jedem ein verpacktes Schrottwichtelgeschenk

– Pylonen in der Anzahl der Geschenke

– Handbälle und Turnbänke

– Zettel, Stift und Klebeband

Wie es funktioniert:

Vor Spielbeginn werden die Geschenke mit Nummern versehen. Im Anschluss wird an jede Pylone die zu einem Geschenk gehörige Nummer geheftet (s. Abb. 1). Die Pylonen werden in einem vorgesehenen Abschnitt verteilt (einige auf dem Boden, andere auf Bänken oder der Torlatte). Die Geschenke werden gut sichtbar auf einer Bank am Rande des Spielfeldes platziert.

Gespielt wird zunächst fünf Minuten. Die Spieler versuchen mit ihrem Handball von einer zuvor festgelegten Linie eine beliebige Pylone zu treffen. Hat ein Spieler eine Pylone erwischt, darf er diese inklusive der zugehörigen Nummer aus dem Spielfeld entfernen und mitnehmen.

Allerdings darf jeder Spieler bis zum Schlusssignal weiterspielen. Trifft jemand eine weitere Pylone, muss er diese mit seiner bereits in Besitz empfindlichen austauschen.

Auf diese Art ist gleichzeitig gewährleistet, dass alle Spieler nur ein Geschenk erhalten, stärkere Werfer aber auch nicht zu früh fertig sind. Sollten nach Ablauf der Spielzeit immer noch Pylonen im Spielfeld sein, dürfen die Spieler, welche bislang ohne Treffer sind diese noch abräumen, sodass jeder ein Geschenk erhält.

Autor: Robert Nowacki

10. November 2018

Wichtigkeit des Handwechsels im Parallelstoß

Kategorie: Passen – Autor: KaiDittrich – 10:09

Das beidhändige Werfen stellt nicht unbedingt eine wichtige Fertigkeit im Handballsport dar. Durch die klare Positionsaufteilung ist eine gute Wurftechnik mit einer Hand in der Regel ausreichend.

Lediglich Kreisläufer sollten in der Lage sein, auch mit ihrer schwachen Hand den Ball auf das Tor zu bringen (mehr dazu in einem späteren Artikel).

Anders verhält es sich beim Passen. Gerade im Rückraum eröffnet die Fähigkeit den Ball mit beiden Händen sicher weiterspielen zu können viele neue Möglichkeiten. Besagten Möglichkeiten und einigen Übungen diese aufzuzeigen und auszuschöpfen wollen wir uns im Folgenden etwas genauer widmen.

Problem: Rechtshänderüberschuss

Naturgemäß sind die meisten Menschen Rechtshänder und damit natürlich auch die meisten Handballspieler. Linkshänder sind rar gesät – es gibt übrigens mehr Linkshänder als Linkshänderinnen – und dies hat zur Folge, dass die meisten Akteure auf dem Handballfeld mit der rechten Hand den Ball weiterspielen.

Dies macht es für die gegnerische Abwehrreihe oft einfach. Attackiere ich in der Defensive die Wurfarmseite eines Gegenspielers, wird er in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.

Im normalen Parallelstoß wird der Ball dann zwar meist sicher und auch mit dem nötigen Druck nach rechts weitergespielt, das Stoßen nach links fällt jedoch meistens der Tatsache zum Opfer, dass bei einem Pass nach links die rechte Schulter sehr früh und offen zur Abwehr stehen muss (s. Abb. 1). Einen gegnerischen Abwehrspieler wirklich „zu binden“ ist auf diese Art und Weise nur schwer möglich.

Dem Problem entgegenwirken – Beidhändiges Passen im Parallelstoß

Um für mehr Variabilität und ein schnelleres Aufbauspiel zu sorgen, kann es sich also lohne insbesondere Rückraumspieler im Passen mit ihrer „schwächeren Hand“ zu schulen.

Als grundlegende Idee für das Training sollten gerade die einfachen Abläufe wie z.B. das Einpassen in Zweiergruppen als teil der Erwärmung nicht nur mit der dominanten, sondern auch mit der anderen Hand durchgeführt werden.

Daran können sich Basisübungen anschließen, welche ein genaues Zuspiel des Balles aus der und in die Bewegung schulen sollen.

Beispiel: Stoßen im Quadrat

Für die Übung wird ein quadratischer Aufbau (s. Abb. 2) mit einer ungefähren Seitenlänge von 3-5 Metern, einem zentralen Punkt und vier Eckpunkten für vier Spieler benötigt. Ziel ist es den Ball in der Bewegung anzunehmen, schnell und sauber zum nächstgelegenen Spieler weiterzupassen und anschließend schnell rückwärts zum Ausgangspunkt zu Laufen (Stoßen-Rückstoßen).

Für die Schulung des beidhändigen Passens sollte die Spielrichtung häufiger zur nichtdominanten Seite erfolgen. Ein Ausbau erfolgt dadurch, dass Richtungswechsel spontan eingebaut werden können, bzw. die Spieler vor dem Pass eine kurze Körpertäuschung zur jeweiligen Spielseite ausführen sollen.

Die Passhand der Körpertäuschung angleichen

Besonders effektiv wird die Fähigkeit den Ball mit beiden Händen zu spielen, wenn sie in Verbindung mit einer guten Eins-Eins-Bewegung gebracht wird.

Das Eins-Gegen-Eins gegen die Wurfhand wird oft auch deshalb weniger ausgeführt, weil die Spieler häufig zwar den Großteil des Körpers, nicht aber ihre Dominante Wurfhand am Gegner vorbei bekommen.

Für die folgende Übung werden lediglich zwei Anspieler und ein „Teambody“ (später auch passiver/halbaktiver/aktiver Verteidiger) benötigt. Nach Zuspiel durch einen Anspieler in den Lauf soll der Übende den Ball kurz vor dem Verteidiger im Nullschritt annehmen und eine Körpertäuschung gegen diesen Ausführen (Abb. 3).

Wichtig hierbei: Der Ball wird zunächst beidhändig angenommen und erst in dem Moment in die Passhand genommen, wenn der Übende die finale Richtung für die Körpertäuschung einschlägt. Nach erfolgreicher Finte wird der Ball jeweils zum nächstgelegenen Anspieler gepasst, welcher direkt wieder einen neuen Übenden bedient.

Für die Übung gelten einfache Grundregeln:

– Eins-Eins nach rechts = Ball wird mit rechter Hand zum rechten Verteidiger gespielt und umgekehrt

– Aktive Abwehrspieler stellen sich auf die bevorzugte Wurfhand der Übenden, sodass diese eher die Täuschung zur nichtdominanten Hand suchen sollen

– Die Anspieler werden so postiert, dass der Ball jeweils leicht nach hinten gepasst werden muss (spielnahe Situation im Parallelstoß)

Autor: Robert Nowacki

13. Oktober 2018

Wirkungsvoll Aufsetzer Trainieren – Zielübungen für den Rückraum

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:05

Jeder Torhüter, den man fragt, wird einem bestätigen, dass Aufsetzer aus dem Rückraum zu den unangenehmsten, weil am schwierigsten zu haltenden Wurfvarianten zählen. Die Gründe hierfür liegen klar auf der Hand.

Im Normalfall fällt einem Torwart nach Antizipation der richtigen Torecke die Auswahl der geeigneten Abwehrtechnik nicht schwer: Flache Würfe gehören den Beinen und Füßen, hohe und halbhohe Bälle dagegen den Armen und Händen.

Bei einem Aufsetzer kann diese Zuordnung nicht zweifelsfrei ausgemacht werden. Im Idealfall sind sowohl das pfostennahe Bein, als auch die jeweilige Hand auf dem Weg zum Ball. Dies erfordert jedoch ein hohes Maß an Beweglichkeit und Entscheidungskompetenz vom Schlussmann. Grund genug für uns …. Übungen zu beschreiben, welche auf das Training dieses „fiesen Rückraumwurfes“ abzielen.

Der ideale Aufsetzer? Grundlegendes

Die perfekte Höhe für einen Aufsetzer liegt ungefähr bei 10-40 cm über dem Hallenboden. Wenn der Ball in dieser Höhe den Torhüter erreicht wird es schwer. Diese Höhenangaben solltet ihr bei allen Übungen beachten.

Wurfserie über Defensivblock mit Zielzone von verschiedenen Positionen

Für die folgende Individualübung wird ein Spieler im Defensivblock benötigt. Zudem wird im Tor mit zwei Therabänder, Seilen o.ä. ein horizontaler Zielbereich abgespannt, welcher sich nach den eingangs erwähnten vorgaben richten sollte (s. Abb. 1). Die Wurfserie besteht aus 9 Sprungwürfen von drei unterschiedlichen Positionen (RR, RM und RL).

Der Rückraumspieler soll nach Zuspiel versuchen möglichst viele Würfe per Aufsetzer in die betreffende Zielzone zu werfen. Es kann auch ein Punktesystem genutzt werden (Volltreffer = 3 Punkte, Treffer eines Zonenrandes = 1 Punkt).

Wettwerfen am Schießstand

Für die Übung werden etwa 20 cm hohe Ziele (z.B. Pylonen oder Medizinbälle) etwa 10 cm erhöht im Tor aufgestellt (für die Erhöhung können Matten oder Bretter verwendet werden). Zwei Mannschaften spielen gegeneinander auf jeweils ein Tor. Jedes Team hat eine Ballkiste in seiner Spielfeldhälfte.

Ziel ist es alle Ziele per Aufsetzer abzuwerfen. Abwurfzone ist bei 8-9 Metern. Wird ein Ziel getroffen ohne dass der Ball vorher aufsetzt muss es sofort wieder vom betreffenden Schützen aufgestellt werden.

Eine erschwerte Variante kann durchgeführt werden, indem die Schützen den Ball über ein Hindernis (z.B. eine auf Kante gestellte Hoch- oder Weichbodenmatte) werfen müssen. Hier empfiehlt es sich je einen Schiedsrichter für jedes Tor einzuteilen, welcher den Werfern gleichzeitig Feedback über ihre Wurferfolge geben kann und direkt getroffene Ziele wieder aufstellt.

Autor: Robert Nowacki

29. September 2018

Das Umschaltspiel als Wettkampf gestalten

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 10:39

Das Umschaltverhalten gehört zu den wichtigsten Nuancen im Handball. Dabei ist es sowohl wichtig, Ballgewinne aus einer stabilen Abwehr für eigene Tore im Gegenstoß oder eine zweite Welle zu nutzen, als auch gegnerische Angriffe durch ein schnelles und konsequentes Zurücklaufen zu unterbinden.

Mit dem folgenden Spiel kann man die eigenen Spieler für beide Bewegungsarten sensibilisieren.

Grundsituation (Abb. 1)

Vor Spielbeginn werden zwei Mannschaften bestimmt. Vor beiden Toren werden an sechs Meter Pylonen in Pfostenhöhe aufgestellt. Die Tore werden von jeweils einem festen Torhüter besetzt. Die Spieler einer Mannschaft verteilen sich jeweils mit Ball auf den gegenüberliegenden Außenpositionen einer Spielfeldhälfte.

Zu Beginn wird ausgelost, wer anfängt. Die Mannschaft, welche das Losen gewinnt (in der Grafik = Team gelb) darf einen Gegenstoß ohne Abwehrspieler laufen. Nach dem Pass zum Torhüter läuft der Angreifer in Richtung gegenüberliegendes Tor, erhält den langen Pass vom Torhüter und schließt ab.

Der Torwurf muss dabei entweder links von der linken oder rechts von der rechten Pylone erfolgen (deutlicher Abschluss von einer Seite des Spielfeldes).

Teil 2 Gegenstoß Team lila und Rückwärtsbewegung gelb

Sobald sich der Torwurf von Team gelb abzeichnet (Absprung und deutliche Wurfauslage) bereitet der erste Spieler von lila (immer auf der Gegenseite des Werfers) seinen Gegenstoß vor. Er rollt dafür den Ball ganz langsam in Richtung Torwart (Abbildung 2).

Nachdem dieser die Abwehraktion gegen den Wurf von gelb beendet hat, erläuft er sofort den eingerollten Ball. Währenddessen versucht der gelbe Spieler nach seinem Torwurf sofort zurück zu sprinten und den langen Pass des Torhüters zu unterbinden (s. Abb. 3).

Nach dem Torabschluss erfolgt der nächste Gegenstoß von Gelb und Lila muss zurücksprinten. Gelingt es einem Spieler den langen Pass des Torhüters abzufangen, darf er seinerseits erneut Richtung gegnerisches Tor laufen und versuchen einen Treffer zu erzielen.

Lenkt er den Ball ins aus oder unterläuft dem Angreifer ein technischer Fehler, wird genau wie bei Torerfolg ein direkter Gegenstoß des Gegners eingeleitet und der Angreifer muss versuchen diesen abzufangen.

Das Spiel kann entweder über einen bestimmten Zeitabschnitt oder bis zu einer vorgegebenen Anzahl Tore für den Sieg durchgeführt werden. Die Torhüter sollen die Pässe möglichst so spielen, dass die Angreifer sie ohne mehrfaches Prellen (Kontrolltippen erlaubt) aus der Nahwurfzone verwerten können (Zielzone des Passes bei ca. 10 Meter Torentfernung).

Ausbau zum Spiel Zwei-Gegen-Zwei

Eine Weiterentwicklung zum Zwei-Gegen-Zwei sorgt für mehr Realitätsnähe und zusätzliche Schwierigkeit. Während im Eins-Gegen-Eins der zurücksprintente Abwehrspieler meist benachteiligt ist, so kann im Zwei-Gegen-Zwei der Angreifer, welcher nicht zum Torwurf ansetzt, frühzeitig in die Rückwärtsbewegung gehen (s. Abb. 4)

Dies setzt eine gute Beobachtungs- und Entscheidungsfähigkeit beim Torhüter voraus, welcher nach seiner Abwehraktion schnell entscheiden muss, welche Anspielstation erfolgsversprechender ist.

Autor: Robert Nowacki

1. September 2018

Komplexübung zur Schulung verschiedener individueller Abwehrtechniken

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 09:41

Abwehr hat viele Gesichter. Da gibt es unter anderem das Blocken, das Zweikampfverhalten und das Ballgewinnen. Alle diese Techniken erfordern Übung und sind in ihren Formen auch abhängig vom jeweiligen Abwehrsystem. Im Folgenden beschreiben wir euch eine Komplexübung, bei welcher die Abwehrspieler verschiedene Arten des Defensivspiels in schneller Abfolge trainieren.

Grundsituation (Abb. 1)

Der grundlegende Aufbau unserer Übungsreihe sieht folgende Positionen vor. Ein Abwehrspieler (rot) und ein Kreisläufer (gelb) werden zunächst zentral im abgesteckten Bereich vor dem Tor platziert. Zudem werden zwei Rückraumspieler (RL und RR benötigt). Etwas zurückgezogen auf der Rückraum-Mitte-Position sollte ein Zuspieler mit Ballkiste positioniert werden.

Teil 1: Antizipatives Abwehrverhalten und Kreisläufer abdecken

Im ersten Übungsabschnitt stößt der Rückraumspieler mit Ball innerhalb von 9 Metern Richtung Tor und hat zwei Möglichkeiten. Entweder spielt er einen straffen Parallelpass auf den gegenüberliegenden Halbspieler oder er bedient den Kreisläufer, welcher sich allerdings nicht bewegen darf.

Die Hauptaufgabe des Abwehrspielers ist es stets durch Veränderung des Stellungsspiels (Kreisläufer im Rücken halten) den Pass zum Kreisspieler abzudecken. Des Weiteren ist es ihm jedoch gestattet auch den Parallelpass zwischen den beiden Rückraumspielern heraus zu fangen.

Hierbei ist Timing gefragt. Der Abwehrspieler darf sich nicht zu früh herausbewegen, sondern sollte bis zum Schluss den Kreis abdecken. Auch beim Abfangen des Balles gilt es, den Kreisspieler im Rücken zu halten, sodass auch überraschende Kreisanspiele durch einen schnellen Schritt oder eine Reaktion verhindert werden können.

Verschätzt sich der Abwehrspieler zudem und kann einen langen Pass nicht herausspielen, muss er so schnell wie möglich wieder zurück und das Kreisanspiel auf der Gegenseite unterbinden.

Die erste Phase der Übung ist vorbei, falls ein erfolgreiches Kreisanspiel gelingt, der Abwehrspieler einen Ball Fangen oder herausspielen kann oder der Rückraum vier erfolgreiche Parallelpässe spielen konnte.

Teil 2: Zweikampftechnik und Blockverhalten

Im zweiten Teil der Übung kommt der RR-Spieler mit Ball über das Zentrum und sucht den Zweikampf gegen den bei 9-10 Meter agierenden Abwehrspieler (s. Abb. 2). Dieser versucht zunächst mit fairen Mitteln (schnelle Beine) den Durchbruch des Angreifers zu verhindern und gegebenenfalls auch ein Stoppfoul zu setzen.

Sobald dies gelingt, pfeift der Übungsleiter und RR spielt auf den aus dem Lauf kommenden RL, welcher per Sprungwurf aus dem Rückraum abschließen soll.

Der Abwehrspieler versucht durch einen schnellen Wechsel mit Side-Steps auf die Halbverteidigerposition den Wurf im Block zu Verteidigen. Durch den langen Weg sollte die Kooperation mit dem Torhüter genutzt und die lange Torecke abgedeckt werden, sodass der Torwart sich auf einen Wurf in die kurze Ecke einstellen kann.

Verliert der Abwehrspieler das erste Eins-Eins mit RR, erhält RL den Ball vom Zuspieler.

Teil 3: Kooperatives Abwehrspiel im 2 vs. 2

Im letzten Übungsteil Agieren nun beide Rückraumspieler gegen den Verteidiger und den Kreisläufer als Abwehrverbund. Der Rückraum soll durch Kreuzbewegungen die Abwehr zu hoher Kommunikation bezüglich Übergabe und Übernahme zwingen.

Möglich ist auch ein Spiel 3 vs.2 mit Überzahl des Angriffes in Form eines zusätzlichen Kreisläufers.

Für alle Übungsformen gelten folgende Kernpunkte:

– Ballorientiert Agieren (insbesondere im Zweikampf)

– Schnelle Beinarbeit mit Side-Steps (kein Überkreuzen der Beine und niemals dem Angriff den Rücken zudrehen)

– Aktives Arbeiten mit Armen und Händen um Passwege zu versperren

Autor: Robert Nowacki

18. August 2018

Stabilisation und Gleichgewicht spielerisch trainieren

Kategorie: Verletzungsprophylaxe – Autor: KaiDittrich – 09:35

Stabilisierende Übungen sind sehr wichtig für die Verletzungsprophylaxe. Insbesondere Bänder- und Muskelverletzungen kann vorgebeugt werden, indem im Training regelmäßig Stabilisationsübungen eingebaut werden. Die Bandbreite reicht dabei von Partnerübungen mit Therabändern, Balanceboards oder Pezzibällen bis hin zu einfachem propriozeptiven Gleichgewichtstraining.

Spielerisch wird dieses Themengebiet jedoch nur selten angegangen. Das dies speziell im Jugend- aber auch im Erwachsenenbereich möglich ist, zeigen euch die nachfolgenden zwei Spiele.

Kuckucksei

Für dieses Spiel wird ein Reifen (das „Nest“) und ein Wächter (die „Vogelmutter“) benötigt. Alle anderen Spieler benötigen jeweils einen Ball (das „Kuckucksei“).

Zu Beginn des Spiels steht die Vogelmutter hinter ihrem Nest und guckt in Richtung der anderen Spieler (s. Abb. 1), welche alle mit Ball an einer Startlinie stehen.

Sobald die Vogelmutter den Blick von den Spielern abwendet und sich umdreht dürfen sich diese in Richtung des „Nests“ bewegen. Dreht sie sich wieder um, müssen alle Spieler sofort auf einem Bein stehen bleiben und solange in dieser Position verharren bis die Vogelmutter sich wieder abwendet.

Das Ziel ist es als erster den Ball in das Kuckucksnest zu legen. Wird ein Spieler jedoch von der Vogelmutter erwischt, wie er sich bewegt bzw. ein Bein absetzt oder gar umfällt, muss er wieder an die Startlinie zurück.

Die Überbrückung der Strecke bis zum „Nest“ kann auf verschiedene Arten gestaltet werden und hat in Verbindung mit dem Einbeinstand verschiedene Auswirkungen, z.B.:

– Side-Steps (seitliche Stabilisation in Knie- u. Sprunggelenk)
– Wechselsprünge links rechts
– Zehenspitzenlauf
– Rückwärts- oder Vorwärtslauf (am besten Hacke-Spitze)
– Vierfüsslergang (hier dann Abheben von einem Bein und dem diagonal gegenüberliegendem Arm)
– Einbeinsprünge

Einzelwettkamp: Wer hat das Beste Gleichgewicht?

Die Spieler finden sich in Gruppen zu zweit oder zu dritt zusammen und erhalten einen Laufzettel. Auf dem Zettel sind verschiedene Übungen tabellarisch in einer Spalte vorbereitet. In der Kopfzeile sollte der Name eingetragen werden.

Die Spieler laufen die verschiedenen Übungsszenarien, welche zuvor noch einmal vom Übungsleiter erklärt werden sollten ab und halten ihre Ergebnisse fest.

Für exakte Ausführungen erhält ein Spieler 2 Punkte, für ordentliche Ausführung (halbe Wiederholungszahlen oder halbe Zeit geschafft) 1 Punkt. Der Übungspool kann vom Trainer für sein Team angepasst werden.

Der/Die Übende mit den meisten Punkten wird Balance-König(in). Beispiele für Übungen wären unter anderem:

Einbeiniges Stehen (30 Sekunden jedes Bein):

– Auf normalem Boden
– Im Sand
– Auf wackligem Untergrund (z.B. Balance Board)
– Auf schmalen Untergründen (umgedrehte Turnbank, Slackline)
– Mit geschlossenen Augen
– Mit Zuspielübungen eines Balles

Kniebeuge (10 Stück pro Bein):

– Einbeinig oder Zweibeinig
– Auf wackligem oder schmalem Untergrund
– Mit geschlossenen Augen

Hand-/Liegestütz:

– Auf Pezziball (Füße auf Ball oder Hände auf Ball)
– 30 Sekunden linkes Bein und rechten Arm heben anschließend Wechseln
– Vierfüsslergang auf schmalem Untergrund
– Handstand an der Wand (evtl. mit zwischenzeitlichem Beugen der Arme)

Autor: Robert Nowacki

4. August 2018

Parteiballvarianten mit erhöhter Belastung

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 14:14

Parteiball oder auch Zehnerball ist ein beliebtes Erwärmungsspiel. Besonders in der Saisonvorbereitung kann man das Spielprinzip (eine bestimmte Anzahl von Pässen innerhalb der eigenen Mannschaft ohne dass der Gegner den Ball berührt) als Grundlage für Varianten mit erhöhter Belastungsintensität nutzen.

Umschlag-Parteiball

Für Umschlag-Parteiball wird die gesamte Halle benötigt, Gespielt wird innerhalb von 9 Metern. Nachdem eine Mannschaft die erforderliche Anzahl an Pässen erreicht hat, musss sie versuchen das Spielfeld bis zum gegenüberliegenden Torkreis (ohne Prellen) zu überbrücken und den Ball dort abzulegen.

Die Varianten eignet sich besonders für die Vorbereitung oder Trainingseinheiten, in welchen das Umkehrspiel im Vordergrund stehen soll.

Kempa-Parteiball

Für diese Variante werden im Spielfeld kleine Turnhocker platziert. Ziel ist es fünf Pässe zu spielen bei denen ein Mitspieler den Ball in der Luft nach einem Sprung vom Hocker fangen kann (s. Abb. 1). Zwischendurch dürfen natürlich auch normale Pässe gespielt werden.

Die Variante eignet sich besonders in Trainingseinheiten mit den zentralen Themen „Kempatrick“ und Sprungkraft.

Varianten

– Rückpass noch in der Luft

– Zusatzaufgabe für einen Punktgewinn nach fünf Kempapässen, z.B. Ablegen des Balles auf einer Matte

Ablege-Parteiball (Ringvariante)

Bei dieser Variante werden im Spielfeld Ringe ausgelegt (Anzahl Ringe > Spielerzahl pro Mannschaft) und in jedem Ring ein Ball platziert. Ziel ist es den Spielball zehnmal zu tauschen, indem dieser in einem der Ringe abgelegt und der im Ring befindliche Ball aufgenommen und als neuer Spielball verwendet wird.

Die Hauptbelastung liegt dabei vor allem bei der verteidigenden Mannschaft. Sie muss versuchen das Tauschen der Bälle zu unterbinden. Hier gibt es unterschiedliche Variationen.

Entweder die Mannschaft ohne Ball versucht durch reines Stellungsspiel das Tauschen der Bälle zu verhindern und die ballführende Mannschaft von den Ringen fernzuhalten oder aber der Ball darf nicht getauscht werden, wenn ein Akteur der verteidigenden Mannschaft seinen Fuß innerhalb des Ringes hat (oder eine Hand auf dem Ball im Ring).

Eine weitere Variationsmöglichkeit ist das Spielen mit Bällen unterschiedlicher Größe und Gewichts.

Autor: Robert Nowacki

14. Juli 2018

Saisonvorbereitung: Integration individualtaktischer Technikbilder

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:32

Auch wenn die Saisonvorbereitung zu großen Teilen für das Schaffen konditionell-körperlicher Grundlagen für eine erfolgreiche Spielzeit dient, ist die Integration von handballspezifischen Technikbildern möglich. Im Folgenden zeigen wir euch ein Beispiel, wie ihr Körpertäuschungen in eure Vorbereitung integrieren könnt.

Erwärmung mit Schwerpunkt Körpertäuschung

Jeder Spieler benötigt einen Ball. Vor Übungsbeginn werden Pylonen gleichmäßig über den Hallenboden verteilt (s. Abb. 1).

Die Teilnehmer bewegen sich mit Ball durch die Halle. Es werden verschiedene Elemente des Lauf-ABC´s ausgeführt. Trifft ein Spieler auf eine der platzierten Pylonen führt er an dieser eine Körpertäuschung aus. Die Pylonenfarbe kann als Signal für die Art der Körpertäuschung (z.B. rot = zu Hand, gelb = gegen die Hand) dienen.

Varianten:
– Durchführung mit Gewichtsbällen
– Durchführung als Partnerübung
– Teilung der Gruppe in Ballführende und Verteidiger (Körpertäuschung bei Aufeinandertreffen beider Parteien)

Diagonalsprints mit Körpertäuschungsserie

An beiden Torkreisen werden je fünf Pylonen in gleichmäßigen Abständen verteilt.

Die Spieler sprinten diagonal von einer Hallenecke zur anderen (s. Abb. 2). Dort angekommen werden an allen fünf Pylonen Körpertäuschungen ausgeführt. Anschließend wird die Übung nach einem erneutem Diagonalsprint wiederholt. Danach werden drei Runden um das gesamte Spielfeld zurückgelegt. Im Anschluss beginnt der komplette Zyklus von Neuem.

Varianten
– Übung mit/ohne Ball
– Körpertäuschung vorgeben (zur bzw. gegen Hand oder je nach Pylonenfarbe)

Wurfserie mit Körpertäuschungen

Es werden auf fünf Positionen passive Verteidiger postiert (s. Abb. 3). Ein Anspieler mit Ballkiste wird benötigt. Vor Übungsbeginn werden die Torleute eingeworfen.

Ein Übender führt an allen fünf Abwehrspielern Körpertäuschungen mit anschließendem Torabschluss aus. Der Zuspieler passt ihm jeweils den Ball zu. Nachdem fünf Würfe absolviert wurden, läuft der Schütze fünf Runden plus X Runden um das Handballfeld. Die zusätzlichen Runden richten sich nach der Anzahl verworfener Chancen (0-5).

Varianten:

– Übung mit aktiven Verteidigern
– Wurf nach Ansage (Übung für Torhüter)

Autor: Robert Nowacki

7. Juli 2018

Saisonvorbereitung: Der Medizinball als zentrales Trainingsutensil

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 10:24

Medizinbälle sind einfache, aber vielseitig einsetzbare Trainingsgeräte, welche insbesondere in der Vorbereitung auf die neue Saison gerne genutzt werden. Nachfolgend zeigen wir euch eine exemplarische Trainingseinheit, welche die „etwas anderen“ Bälle in den Mittelpunkt stellt.

Erwärmung – Parteiball mit Medizinball

Für die Erwärmung wird mit Pylonen ein Spielfeld markiert und die Teilnehmer werden in drei Mannschaften eingeteilt (bei sehr großer Spielerzahl spielen sechs Mannschaften auf zwei Spielfeldern).

Im Spielfeld spielen zwei Mannschaften gegeneinander Parteiball. Ziel ist es, den Ball 10mal innerhalb der eigenen Mannschaft hin- und her zu passen ohne dass ein Spieler der gegnerischen Mannschaft einen Ballkontakt hat. Bei 10 erfolgreichen Pässen muss die verteidigende Mannschaft eine Strafaufgabe erledigen.

Die dritte Mannschaft läuft Runden um das Spielfeld (s. Abb. 1). Dabei trägt jeder Spieler einen Medizinball. Nach 20 Spielfeldumrundungen des dritten Teams, wechselt dieses auf das Spielfeld und übergibt die Medizinbälle an eine der beiden anderen Mannschaften, welche anschließend das Feld 20mal umrunden muss, usw.

Kreistraining mit Medizinbällen und eingestreuten Passübungen

Es wird ein Kreistraining mit Medizinbällen durchgeführt, wobei jede Station mit zwei Akteuren besetzt sein sollte.

Die in der Abbildung 2 dargestellten Übungen sind dabei folgende (Im Uhrzeigersinn beginnend von oben):
– Hockstrecksprung mit Medizinball in ausgestreckten Armen
– Medizinballhochhalte mit den Beinen,
– Kniebeuge mit Medizinball in Vorhalte
– Medizinballübergabe zum Partner aus dem Sit-Up, Liegestütze auf dem Medizinball

Nach jeder der genannten Übungsstationen folgt eine Passübung mit dem Ball (Schlagwurf links/rechts, Überkopfwurf, Druckpass, Schockpass links/rechts, Sprungwurf links/rechts). Pass- und Kraftübung werden demnach immer im Wechsel absolviert.

Die Übungszeit beträgt 45 Sekunden pro Station mit 30 Sekunden Pausenzeit. Der Ziekel sollte 2-3 Mal wiederholt werden.

Fahrtspiel: Laufschlange mit Medizinbällen

Die Spieler bilden eine Reihe. Der vorderste Spieler besitzt einen Medizinball. Die Reihe bewegt sich in gleichmäßigem Lauftempo auf einer festgelegten Bahn (ideal ist hier die Laufbahn eines Sportplatzes).

Der Medizinball wird während des Laufens nach hinten durchgespielt. Ist er beim letzten Spieler der Reihe angekommen sprintet dieser mit Ball im Slalom durch die anderen Mitglieder der Schlange (s. Abb. 3) bis zum Beginn der Reihe, von welcher der Ball erneut nach hinten gespielt wird usw.

Varianten
– Erschwerung (häufigere Sprints) durch zwei Medizinbälle/kleinere Gruppen
– Abwechselnde Durchführung mit Spielformen, ähnlich wie bei der Erwärmung

Autor: Robert Nowacki