Handballtraining Handballübungen


15. August 2019

„Das Spiel im Blick“ – Strategien zur Beobachtung und coachen während des Wettkampfes

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 19:26

Ein Trainer kann noch so viel planen und in die eigene Trainingsarbeit investieren, entscheidend ist letztendlich dann meist doch, wie die eigene Mannschaft die eingeübten Techniken und Taktiken während eines Spiels umsetzt. Hierbei kommt dem Trainer als „Coach“ ebenfalls eine wichtige Aufgabe zu. Theoretisch ist er dafür verantwortlich, die eigenen Spielzüge und Abwehrstrategien zu überwachen, zu verändern, die Spieler zu motivieren, zu korrigieren, das gegnerische Angriffs- und Abwehrspiel zu analysieren und auch die Torhüter beider Mannschaften zu beobachten…. Und noch vieles mehr.

Für eine einzelne Person ist dies nahezu unmöglich und um dennoch die eigene Mannschaft möglichst effektiv zu coachen, haben wir hier einige Tipps, welche das ganze erleichtern können und als Leitfaden dienen können.

Das Coachen beginnt vor dem Spiel

Spielvorbereitung ist für einen Trainer unerlässlich. Um während einer Partie den Überblick zu behalten, lohnt es sich vorher bereits einige wichtige Punkte der Spielbegleitung der eigenen Mannschaft aufzuschreiben. Da man nie alles rundum im Blick haben kann, sollte man einige Eckpunkte auswählen. Diese kann man der eigenen Mannschaft zudem auch vor dem Spiel in einer Ansprache mitgeben. Hier ein Beispiel.

Angriff:

  • Neu einstudierte Auslösehandlung „3 links“ (bewegt sich der Kreisläufer richtig im Raum? Steht die Sperre?)
  • Starten unsere Außen früh genug ins Umkehrspiel
  • Sind unsere Kreuzbewegungen effektiv oder zu weit weg von der Abwehr

Abwehr:

  • Wie unterbinden wir das Zusammenspiel zwischen dem gefährlichen Halblinken und dem Kreisläufer des Gegners
  • Wann attackieren wir den Rückraum (zu früh? zu spät?)
  • Wie funktioniert die Zuordnung im Mitelblock

Gegner:

  • Welche Spieler müssen durchspielen und sind eventuell am Ende nicht mehr frisch
  • Wo liegen die Schwächen des gegnerischen Torhüters
  • Wie reagiert die gegnerische Abwehr bei den eigenen Auslösehandlungen
  • Gibt es Spezialistenwechsel beim Gegner

Sonstiges:

  • Ich beschäftige mich nicht zu sehr mit den Schiedsrichtern
  • Spieler X und Y waren angeschlagen unter der Woche (Wie agieren sie? Wie lange reicht die Kraft)
  • Wie gehe ich mit Spielern auf der Bank um?

Dies ist nur ein Beispiel für eine punktuelle Vorbereitung auf das Spielgeschehen und kann dabei helfen den Überblick während des Spiels zu behalten.

Arbeitsteilung mit den Co-Trainern

Um möglichst einen großen Überblick zu behalten ist es immer von Vorteil sich mit den Co-Trainer(n) vor und während des Spiels abzustimmen. Dies setzt gute Kommunikation und Vertrauen voraus. So kann z.B. der Co-Trainer hauptsächlich die eigene Abwehrarbeit beobachten, während man selbst auf den Angriff das Hauptaugenmerk legt.

Ein zwischenzeitlicher Austausch an Informationen ist dabei unabdinglich. Besonders wenn man Spezialistenwechsel vornimmt, kann z.B. der Co-Trainer in der Angriffssituation mit dem Abwehrchef an der Bank besprechen, wie verteidigt werden soll, wohingegen man mit dem in der Abwehr nicht eingesetzten Rückraum-Mitte-Spieler die weitere Angriffsstrategie bespricht (s. Abbildung 1).

<h3>Nicht am Ball „kleben“</h3>

Auch wenn es verlockend ist, das Spielgeschehen vor allem in Ballnähe zu verfolgen, lohnt es sich für den Trainer das eigene Angriffsspiel auch in ballfernen Situationen zu beobachten. Ein besonders Augenmerk liegt dabei natürlich auf dem Verteidigungsverbund des Gegners.

Insbesondere die entstehenden Räume fernab des Balles und sich daraus ergebende mögliche Laufwege des eigenen Kreisläufers sollten immer wieder in den Fokus genommen werden. Vielleicht gibt es einen gegnerischen Abwehrspieler der sehr aggressiv und nur wenig im Abwehrverbund agiert und hinter dem häufig Räume für Kreis- oder Einläufer entstehen.

Möglicherweise lassen sich auch körperlich unterlegene Spieler durch Sperren attackieren oder Angriffsspezialisten, welche den Wechsel mit einem Abwehrspieler verpassen. Wie bereist im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, sollte auch die Kommunikation mit auf der Bank befindlichen Spielern nicht außer Acht gelassen werden. Diese können vor einem anstehenden Wechsel sehr gut in die eigene Perspektive einbezogen und auf die angesprochenen Schwachstellen in der gegnerischen Abwehr aufmerksam gemacht werden.

Nachbereitung

Letztendlich ist es ebenso wichtig zu analysieren, ob die eigenen Erwartungen umgesetzt werden konnten, bzw. zu vergleichen, ob die Punkte, welche man sich als Leitfaden zum coachen gesetzt hat, den Erfolg der Mannschaft unterstützt haben. Ist dies nicht der Fall, gilt es die eigene Strategie zu überdenken und anzupassen.

Autor: Robert Nowacki

7. August 2019

Wurftraining mit Stabilisationselementen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:23

Besonders in der Saisonvorbereitung geht es darum durch Stabilisationsübungen Verletzungen vorzubeugen. Technikergänzend können solche Übungen auch in Übungen mit Torabschlusscharakter kombiniert werden. Im Folgenden zeigen wir einige ausgewählte Beispiele.

Schlagwürfe auf instabilem Untergrund

Für diese Übung werden Balance-Boards, Weichbodenmatten oder Airexmatten benötigt, je nach Verfügbarkeit. Der Übende steht einbeinig auf dem betreffenden Untergrund und macht mit dem zunächst in der Luft befindlichem Bein einen seitlichen Ausfallschritt (s. Abbildung 1).

Der Wurf soll erfolgen, noch bevor das Schrittbein den Hallenboden berührt, sodass der Schütze gefordert ist den Ball trotz instabilem Untergrund gewinnbringend zu verwerten. Eine Wurfserie für sollte aus 6-8 Würfen hintereinander bestehen. Es werden Würfe über beide Beine und mit Ausfallschritt nach beiden Seiten trainiert.

Dies schult gleichzeitig die Variabilität beim Schlagwurf und zusätzlich die Beweglichkeit des Oberkörpers. Die Schützen sollen in jedem Fall nach dem Wurf sicher auf dem anderen Bein landen und sich nicht abrollen oder ähnliches.

Sprungwurf nach leichtem Schubser von hinten

Um auch in Situationen mit Verteidigerkontakt Stabilität zu wahren stellen sich die Schützen mit Ball für die folgende Übung auf eine Bank, welche mit der Sitzfläche nach unten liegt, sodass sie auf der schmaleren Unterseite stehen. Vor der Bank werden zwei Hürden platziert (s. Abbildung 2).

Der Übungsleiter steht hinter dem Übenden und gibt unvermittelt leichte „Schubsimpulse“ mit der flachen Hand gegen Rücken oder Gesäß des Spielers, welche dieser versucht auszugleichen und das Gleichgewicht auf der Bank zu wahren. Nach einigen kleineren Impulsen erfolgt ein größerer Impuls, welchen der Spieler nicht mehr ausgleichen kann.

Hier soll er versuchen kontrolliert die Bank zu verlassen, indem er einbeinig landet und sofort reaktiv über eine der beiden Hürden springt um per Torwurf abzuschließen. Abhängig vom Leistungsvermögen der Spieler ist es auch möglich zunächst eine sichere beidbeinige Landung einzubauen und erst dann einbeinig abzuspringen. Hierdurch lassen sich auch gut Sprungwürfe über das vermeintlich „falsche Bein“ trainieren.

Sprungwürfe nach leichtem Schubser von vorne</h3>

Gegensätzlich zur eben beschriebenen Übung mit Schubsimpuls von hinten, lässt sich die Übung auch mit einem Schubser von vorne ausführen. Der Grundaufbau der Übung bleibt derselbe. Allerdings soll der Schütze bei einem zu starken Schubs versuchen nach hinten weg zu springen, den Ball noch in der Luft auf das Tor werfen und anschließend sicher auf beiden Beinen landen.

Gerade für Rückraumspieler, welche solchen Situationen häufiger im Wettkampf ausgesetzt sind lohnt sich diese Übung. Es kann auch sinnvoll sein aus dieser Übung heraus Fallstrategien zu entwickeln, um die Verletzungsgefahr in der Spielsituation einzugrenzen.

Autor: Robert Nowacki

4. August 2019

Körpertäuschung zur Hand im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:14

Nachdem die letzten beiden Artikel der Serie sich der Vermittlung von Lauftäuschungen gewidmet haben, soll es nun um das verbessern der Täuschbewegung mit Ball gehen. In den beiden Übungen soll eine Möglichkeit gezeigt werden, den 2. Schritt der Täuschung (in die Breite) im Training bewusst zu akzentuieren. Dieser ist, nach einer erfolgreichen Finte, durch eine gute Körperverlagerung, besonders wichtig, um diesen Vorteil auch mit einem entsprechenden Raumgewinnen nutzen zu können.

Schritt in die Breite gezielt trainieren

Auf den beiden Halbpositionen stehen mehrere flache (!) Hürden versetzt in Richtung Tor (Alternativ lassen sich auch Styropor-Balken o.ä. verwenden). Die Verteidiger auf Halb werden durch Airbodys markiert. Nun springt der erste Spieler über die Hürde drüber, um nach der Landung sofort explosiv zur Seite zu springen. Danach springt er über die nächste Hürde usw. bis er neben dem Airbody landet, dort den schnellen Schritt zur Seite ausführt und dann aufs Tor abschließt. Grundsätzlich kann man die selbe Übung auf zwei Arten ausführen: Der Spieler landet einbeinig nach dem Sprung über die Hürde oder beidbeinig mit paralleler Fußstellung. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Landet der Spieler einbeinig, kann er den Körperschwerpunkt stärker verlagern und so die Täuschbewegung noch authentischer durchführen, kann aber nur zu einer Seite gehen. Landet er beidbeinig, stehen ihm dafür beide Seiten für einen Durchbruch (im Spiel) zu Verfügung. Unabhängig davon ist es in der Übung wichtig, dass der zweite Schritt (der erste ist in dem Fall die ein- oder beidbeinige Landung) explosiv und mit großem Raumgewinn erfolgt. Genau dafür ist diese Übung gedacht.

Schritt in die Breite im Zweikampf anwenden

Damit der Spieler den vorher verbesserten Schritt in die Breite auch zielgerichtet anwendet ohne in etwaige alte (weniger erfolgversprechende) Muster zu verfallen, soll auch in der nun folgenden Übung der Akzent genau hier liegen. Dafür markieren jeweils zwei Airbodys einen Durchbruchsraum auf der Halbposition, der von einem Abwehrspieler verteidigt wird. Dieser steht mit dem Rücken zum Angriff auf der Neunmeter-Linie, während der erste Angreifer auf RL in etwa zwei Meter Abstand hält. Nun tippt RL den Ball einmal in der Vorwärtsbewegung an und gibt dem Verteidiger zeitgleich das Signal, dass er sich umdrehen darf. Der Abwehrspieler ist nun im Nachteil, weil er durch die Drehbewegung Zeit verliert. Diesen Vorteil kann der Angreifer jedoch nur nutzen, wenn sein Schritt nach dem Prellen entsprechend explosiv in die Breite geht. Schafft er dies, kann er den finalen Schritt Richtung Tor setzen und erfolgreich abschließen.

10. Juli 2019

Lauftäuschungen im Jugendtraining schulen (Teil 2)

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 09:43

Der zweite Teile der Serie zum Täuschungstraining im Jugendbereich soll erneut Übungen zur Lauftäuschung vorstellen. An erster Stelle steht wieder eine Übung zur Verbesserung des explosiven Richtungswechsel, während die Zweite eine einfach Übung zeigt, bei der die Täuschung mit leichtem „Handicap“ für den Abwehrspieler umgesetzt werden kann.

Lauftäuschung – Richtungswechsel optimieren

Die Spieler besetzten RM ohne Ball mehrfach und einen Anspieler an einer Ballkiste auf Höhe der Siebenmeter-Linie. Zwei Airbodys markieren VM. Vor den Angreifern liegt eine Reifenbahn, die sich nach drei Ringen in zwei Bahnen aufteilt. Der erste RM läuft nun mit jeweils zwei Kontakten durch die ersten drei Reifen. Bevor er im Dritten angekommen ist, sagt der nächste Angreifer die Seite an zu der RM nun abbrechen soll, um dieses mal mit jeweils einem Kontakt pro Reifen weiter zu laufen. Dieser Vorgang soll ohne Unterbrechung der Laufgeschwindigkeit erfolgen. Verlässt er nun schlussendlich die Reifenbahn, soll er nochmal mit hohem Tempo in die entgegengesetzt Richtung abbrechen, wo er den Ball zugespielt bekommt und abschließt. Anschließend übernimmt er die Aufgabe des Anspielers, der sich wiederum auf RM anstellt, wo der nächste Angreifer startet.

Lauftäuschung authentisch anwenden

Die folgende Übung ist denkbar einfach aufgebaut: Die beiden Airbodys markieren dieses mal den Durchbruchsraum, der von einem Abwehrspieler im Zentrum besetzt wird. Die Angreifer besetzen RM mehrfach und einen Anspieler auf Höhe der Siebenmeter-Linie mit Ball. RM versucht nun ohne Ball den Abwehrspieler durch Lauftäuschungen zu überlaufen, damit er den Pass vom Anspieler annehmen und verwerten kann. Idee der Übung: Der Angreifer ist hier im Vorteil gegenüber dem Verteidiger, da dieser nicht sieht, wann da er Ball und Gegenspieler nicht zeitgleich sehen kann. Dies erhöht die Erfolgsaussichten für die Offensive, was ein guter zweiter Übungsschritt ist, um das Täuschungsmuster zu verfestigen.

Wie bereits im ersten Artikel sei auch hier darauf hingewiesen, dass nun natürlich noch freiere Grundspiele in unterschiedlichen Formationen (1:1, 2:2 etc.) und unterschiedlichen Tiefen- und Breitenräume erfolgen müssen. Die hier vorgestellten Übungen bieten lediglich den Einstieg in den Hauptteil des Trainings.

30. Juni 2019

Lauftäuschungen im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 17:13

An dieser Stelle sollen in den nächsten Wochen regelmäßig Artikel erscheinen in denen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man unterschiedliche Täuschungsvariationen im Jugendtraining geschult werden können.

Dafür soll stets nach folgendem Muster verfahren werden: An erster Stelle soll eine reine Technikerwerbs-Übung stehen, durch die der Spieler die Bewegung gezielt trainieren kann. Danach erfolgt der methodische Schritt hin zur Anwendung der Technik.

Bevor die Spieler ihre neue Täuschungs-Technik jedoch frei im 1 vs. 1 gegen einen Defensivspieler anwenden können, soll stets eine Übungsmöglichkeit gezeigt werden, in der die Zielbewegung des Angreifers schon durch die Aufgabenstellung herbeigeführt wird.

Den Anfang macht heute eine kurze Übungsreihe zum Verbessern der Lauftäuschung, da dies naturgemäß die erste Finte ist, die Jugendspieler gegen eine offensiven Manndeckung im Kinderhandball erlernen. Die nun folgenden Übungen eigenen sich dabei vor allem für D- und C-Jugendteams die sich im Übergang der Mann- zur Raumdeckung befinden.

Lauftäuschung – Richtungswechsel optimieren

Die Angreifer stellen sich mit einem Ball pro Person auf RM an. Zusätzlich werden die Positionen RL und RR besetzt. Zwei Airbodys markieren VM. RM passt nun den Ball zu RR (1), startet danach Richtung RL (der leicht nach innen versetzt steht) und klatscht diesen ab (2), um daraufhin explosiv zur Gegenseite abzubrechen (3). Hierbei ist der Tempowechsel besonders wichtig: Den ersten Weg kann der Spieler noch mit etwa 70 % seiner höchstmöglichen Geschwindigkeit anlaufen, sobald er jedoch abbricht, muss er maximal beschleunigen. Sobald er VM/die Airbodys so überlaufen hat, spielt ihm RR den Ball zurück (4) und er schließt mit Torwurf ab (5).  RM übernimmt nun schnell die Aufgabe von RR, der sich wiederum auf RM anstellt und der Ablauf von vorne zu anderen Seite beginnen kann.

Die Übung lässt sich natürlich auch auf RL und RR durchführen. Dafür müssen die Anspieler dann einfach auf RM, LA und RA positioniert werden.

Lauftäuschung authentisch anwenden

In dieser Übung sollen die Spieler trainieren, dass sie zunächst den freien Raum anlaufen und schauen, ob sie nicht bereits in diesem abschließen können, anstatt eine „vorgenommene“ Lauftäuschung auszuführen. Schließlich brauch er diese nur, wenn der Abwehrspieler den attackierten Raum überhaupt zuläuft.

Dafür haben dieses mal die Anspieler auf RL und RR jeweils einen Ball und auf VM steht ein Abwehrspieler. RM startet nun ohne Ball beliebig in den Raum links  oder rechts vom Abwehrspieler (in diesem Fall nach links). Läuft der Abwehrspieler diesen Raum nicht zu, bekommt der Angreifer von RL den Ball zugespielt und kann sofort durchbrechen. Erkennt RM jedoch, dass der Verteidiger auf seinen Laufweg eingeht, bricht er – wie vorher trainiert – explosiv ab und bekommt von RR den Ball in die Gegenbewegung um auf der anderen Seite abzuschließen.

Nach diesen beiden Übungen sollten die Spieler die Technik frei anwenden dürfen. Auch dafür sollten die Übungen weiter eine methodische Reihe bilden und sich vom 1 vs. 1 über 2 vs. 2 etc. bis zum Abschlussspiel steigern. So können sie immer wieder an das Erlernte aus den vorherigen, einfacheren, Übungen erinnern.

Autor: David Röhrig

8. Juni 2019

Haschevariante: Vorbereitung auf reaktives /aktives Abwehrverhalten

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 10:16

Haschevarianten sind vor allem im Jugendbereich und auch in der Saisonvorbereitung bei den Erwachsenen ein gutes Mittel, um die Schnelligkeit und Wendigkeit der Spieler zu schulen.

Sie können jedoch noch viel mehr: Mit gewissen Modifikationen, lassen sich auch Verhaltensmuster trainieren, welche für das Spielen bestimmter Abwehrvarianten hilfreich sind. Im Folgenden stellen wir euch eine Variante mit verschiedenen Modifikationen vor.

<h3>Reaktives Verteidigen – Räume zustellen</h3>

Für die Haschevariante „Fuchsjagd“ werden grundsätzlich drei verschiedene Positionen benötigt. Bei einer Spielerzahl von sechs Personen werden zwei „Jäger“ (s. Abb. 1, gelbes Trikot), zwei Gejagte (Fuchsbabies, blaues Trikot) und vier Verteidiger (Fuchsrudel, orange Trikots) benötigt. Gespielt wird in einem vorgegebenen Bereich (z. B. innerhalb von neun Metern).

Ziel für die Jäger, welche jeweils einen Ball haben ist es, die Gejagten mit dem Ball zu berühren. Die Verteidiger versuchen dies zu verhindern, indem sie die Laufwege der Jäger mit dem Körper blockieren. Die Übung dient vor allem dazu das kooperative Deckungsverhalten in einer 6:0 Deckung zu schulen. Da die Verteidiger stets in der Überzahl sind können sie durch gegenseitiges Helfen die Jäger vom Gejagten fernhalten.

Gelingt es einem Jäger mit seinem Ball einen Gejagten zu berühren werden die Aufgaben gewechselt. Die Jäger müssen ihren Ball nicht prellen, können dies aber in einer erschwerten Variante tun.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle erobern</h3>

Die zweite Variante der Fuchsjagd sieht eine gleiche Anzahl an Verteidigern, Gejagten und Jägern vor. Bei dieser Variante müssen die Jäger versuchen prellend die Gejagten zu erreichen. Aufgabe der Verteidiger ist es hierbei, die Bälle der Jäger zu erobern, bzw. herauszuspielen. Gelingt ihnen dies, dürfen die Jäger erst wieder angreifen, wenn sie eine kleine Strafaufgabe erledigt haben.

Auch bei dieser Variante werden bei einem erfolgreichen Abschlagen durch einen der Jäger die Aufgaben getauscht. Sie zielt darauf ab das Gewinnen von Bällen in offensiven Deckungsvarianten zu schulen, speziell im 3:3 Deckungssystem.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle herausfangen</h3>

Die Rahmenbedingungen für die dritte Variante bleiben genauso wie in der Übung zu vor, bis auf die Änderung, dass alle Jäger nur einen gemeinsamen Ball besitzen und ein Jäger nur dann einen Gejagten abschlagen darf, wenn er im Ballbesitz ist. Die Jäger können demnach durch Passen des Balles den Ort ihrer Angriffsaktionen schnell verlagern.

Ziel für die Verteidiger ist es hier bei einer klaren 1:1 Zuordnung Pässe zu antizipieren und heraus zu fangen. Gelingt dies, erhalten die Jäger erneut eine Strafaufgabe. Die Variante soll das Antizipieren von Pässen, wie es vor allem in offensiven Deckungssystemen erforderlich ist schulen. Das Prellen des Balles ist grundsätzlich erlaubt, kann allerdings beim Spielen auf sehr engem Raum (z.B. im Sechsmeterkreis) verboten werden.

Bei allen dargestellten Varianten können auch die Gejagten mit Bällen ausgestattet werden und so die Ballkontrolle dieser Spieler zusätzlich geschult werden, indem sie sich nur prellend fortbewegen dürfen.

Autor: Robert Nowacki

2. Juni 2019

Vorübungen zum Kempa-Trick

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:31

Den Kempatrick lernt man nicht von jetzt auf gleich. Schließlich gehört er zu den schwierigsten, wenn auch spektakulärsten Arten ein Tor zu erzielen.

Hierfür muss alles stimmen: Zusammenspiel, Timing, Athletik und Technik. Um das „Herantasten“ an diese spezielle Angriffsvariante einfacher zu gestalten haben wir ein paar Vorübungen zusammengestellt.

Kempaparteiball

Zwei Mannschaften spielen in einem begrenzten Feld gegeneinander Parteiball. Ziel ist es innerhalb der eigenen Mannschaft so viele erfolgreiche Zuspiele wie möglich (oder bis zu einer festgelegten Punktzahl) zu erzielen, ohne dass der Gegner den Ball berührt.

Beim Kempaparteiball zählen dabei nur Pässe als erfolgreich und bringen einen Punkt ein, wenn der Passempfänger den Ball in der Luft annimmt. Es dürfen auch „normale“ Pässe zwischendurch gespielt werden. Diese werden jedoch nicht als Punkt gezählt.

Passpendel im Kempa

Es werden zwei Reihen zu maximal 4 Spielern gebildet. Die ersten Spieler der jeweiligen Reihen stehen ca. 3-4 Meter voneinander entfernt. Der erste Spieler einer Reihe benötigt einen Handball (s. Abb. 1).
Der Ball wird permanent zwischen den beiden Reihen hin und her gepasst. Dabei erfolgt Ballannahme und Rückpass jeweils im Sprung (Kempa).

Nach einem Pass läuft der Spieler auf die andere Seite und stellt sich am Ende der gegenüberliegenden Reihe an.

Die Übung kann über verschiedene Entfernungen der Reihen sowie ihre Ausrichtung zueinander variiert werden.

Vorübung: Kempapass und Torabschluss aus dem Sprung

Ein Helfer wird auf einem Kastenteil innerhalb des Torkreises platziert. Der Ort für das Kastenteil muss abhängig von Sprungkraft und Leistungsvermögen der Außenspieler gemacht werden. Hierfür sollte zuvor die für den Außenspieler mögliche Greifhöhe des Balles im Sprung ermittelt werden. Ein Halbangreifer dient als Anspieler (s. Abb. 2).

Der Rückraumspieler passt den Ball zum Helfer auf dem Kastenteil und zwar in der zuvor festgelegten Höhe. Der Helfer nimmt den Ball in die, Richtung Grundlinie, ausgestreckte Hand. Der Außenspieler springt in den Kreis und soll versuchen den Ball mit der Wurfhand aus der Hand des Anspielers zu entnehmen und noch während des Sprunges erfolgreich im Tor unterzubringen.

Der Zeitraum zwischen Pass und Absprung des Außen sollte im Verlauf der Übung immer mehr minimiert werden.

Für den Halbangreifer können verschiedene Vorbelastungsszenarien erstellt werden, z.B. Eins-Eins, Wurftäuschung oder koordinative Aufgaben vor dem Passen des Balles. Aufbauend auf dieser Übung kann bei gutem Lernerfolg auf den Helfer verzichtet werden und der tatsächliche Kempatrick trainiert werden.

Autor: Robert Nowacki

18. Mai 2019

Übergangslösungen aus dem Rückraum trainieren

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:27

Überraschende Übergänge an den Kreis können für Gefahr sorgen, indem sie für kurze Zeit ein Zuordnungsproblem in der gegnerischen Abwehr schaffen. Im Folgenden geben wir euch zwei Basisbeispiele für das Trainieren eines solchen Überganges.

2 vs. 2 mit offensiver Deckung und Übergang aus dem Rückraum

Auf beiden Außenpositionen werden Anspieler mit Ballkiste benötigt. Die Trainingsgruppe wird auf beide Spielfeldseiten aufgeteilt. Auf jeder Seite werden 2 Abwehrspieler (graues Trikot) benötigt.

Zwei Angreifer spielen gegen zwei Verteidiger. Die Ausgangsstellung ist im oberen Teil der Abbildung 1 für die rechte Angriffsseite zu sehen. Beide Angreifer agieren zunächst aus dem Rückraum (Halb und Mitte). Mit einem Pass zum Halbspieler, löst der betreffende Rückraum-Mitte an den Kreis auf und berührt dabei mit der Hand einen der Verteidiger.

Dieser wird zum offensiven Abwehrspieler (s. unterer Teil der Abbildung 1 für die linke Angriffsseite) und verteidigt ab sofort bei 9 Metern. Der verbliebene Rückraumspieler soll nun versuchen durch ein erfolgreiches Eins-Eins gegen den vorgezogenen Abwehrspieler entweder selbst zu einer klaren Chance zu kommen oder den neuen Kreisspieler in Szene zu setzen.

Der Anspieler auf der Außenposition darf permanent angespielt werden, jedoch nicht selbst abschließen.
Erweiternd dazu kann auch mit einer Aufbausperre durch den neuen Kreisläufer gegen dern vorgezogenen Verteidiger gearbeitet werden.

Die Übung dient vor allem dazu, den Rückraumspielern ein Gefühl für die Kreisposition und das rechtzeitige Absetzen zu vermitteln, im späteren Verlauf auch verbunden mit einer Sperre gegen einen offensiven Verteidiger.

Übergang und Kleingruppenspiel in Überzahl

Auf beiden Halbpositionen werden Spielbereiche an der Torkreislinie abgesteckt (s. Abbildung 2) und mit jeweils einem Abwehrspieler (graue Trikots) ausgestattet. Zudem wird ein fester Kreisspieler und ein zusätzlicher freier Abwehrspieler zwischen den beiden Spielzonen benötigt.

Die Übung beginnt mit einfachen Stoßbewegungen im Rückraum. Nachdem der Ball zweimal von RL zu RR durchgelaufen ist, spielt RR den Ball zu RM und löst von seiner Position an den Kreis auf (wird zu KL).

Die beiden verbliebenen Rückraumspieler sollen nun in Kooperation mit beiden Kreisspielern eine klare Torchance kreieren, wobei der freie Abwehrspieler jeweils in beiden Spielzonen aushelfen darf.

Ziel sollte es demnach sein eine 2 vs. 1 Überzahl durch schnelle Spielverlagerung zu erzielen.
Bei dieser Übung lernen die Rückraumakteure vor allem ein Gefühl für das Timing und die Laufwege bei Übergängen in Überzahl. Bei hohem Spieltempo und sicherer Passqualität entstehen bereits nach kurzer Zeit Räume, die entweder für den Kreis und einen Rückraumspieler selbst zum Torerfolg führen können.

Wichtig hierbei ist, dass RM nach dem Pass zu RL leicht nach rechts ausgleicht, um den Raum mit dem etatmäßigem Kreisspieler nach einem eventuellen Rückpass angreifen zu können.

Autor: Robert Nowacki

7. Mai 2019

Wir suchen Junior-Autoren (m/w) für die Erstellung von Trainingsplänen

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 12:37

Deine Aufgaben:

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir Junior-Autoren (m/w) für die Sportart Handball die in enger Zusammenarbeit mit unserem Redaktionsteam Trainingspläne erstellen. Die Trainingsplan-Serien fassen als Sammlungen praktische Trainingsübungen zu spezifischen Themenkomplexen zusammen.

Neben dem Verfassen der Texte seid ihr als jeweiliger Autor für die Erstellung von Grafiken und Animationen verantwortlich. Die Trainingspläne werden am Ende durch unsere Redaktion inhaltlich korrigiert und layouttechnisch bearbeitet. Für jede erstellte Trainingsplan-Serie bekommt ihr ein festes Honorar ausgezahlt.

Dein Profil:

Als geeigneter Bewerber bringt ihr Trainererfahrungen im und vor allem Liebe zum Handballsport mit. Ohne redaktionelle Erfahrungen vorauszusetzen, sollten euch das Erstellen von Texten und das Herausarbeiten von praktikablen Trainingsübungen leicht von der Hand gehen.

Großen Wert legen wir auf Zuverlässigkeit und eine gute Projektkommunikation – insbesondere bei der Einhaltung von Terminvorgaben.

Ihr habt Interesse oder Fragen? Dann schickt uns bitte eine Mail an kaidittrich@soccas.com in der Ihr Euch kurz vorstellt.

Sportliche Grüße,

Das Handballtraining.de-Team

4. Mai 2019

Torwarttraining – Würfe durch die Beine parieren

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 10:15

„Zwischen den Beinen ist immer Platz!“. Ein vielgehörter Satz im Handball.

Doch auch wenn ein Torhüter natürlich in der normalen Grundstellung Gefahr läuft einen solchen Wurf zu „kassieren“, kann ihm gezieltes Reaktionstraining dabei helfen, doch noch zu parieren. Vor allem bei Siebenmetern oder Würfen von außen ist dies Gold wert. Im Folgenden stellen wir euch eine kleine Übungsauswahl hierzu vor.

Erwärmungsspiel: „Tunnelball“

Mit Pylonen wir eine ca. zwei Meter breite Strecke abgesteckt (s. Abb. 1). Der Torhüter bezieht Position zwischen den beiden Pylonen mit einem Medizinball in den Händen. Zwei Schützen stellen sich im Abstand von drei Metern zum Pylonentor auf. Einer der Schützen benötigt eine Ballkiste.

Die Werfer versuchen sich den Ball per Aufsetzer durch das Pylonentor zu zu spielen. Der Torhüter versucht die Bälle mit den Füßen am Durchkommen zu hindern. Dabei wird der Medizinball permanent mit den Händen über Kopf gehalten. Es sollen insbesondere Würfe durch die Beine ausgeführt werden. Erschwerend kann auch mit Tennisbällen gespielt werden.

Fixierung mit Therabändern

Benötigt wir ein kleines Tor. Der übende Torhüter wird von zwei Helfern mittels Therabändern an den Unterschenkeln fixiert. Außerdem benötigt er einen Medizinball, welcher während der Übung über dem Kopf gehalten wird. Ein Werfer postiert sich mit Ballkiste in ca. vier Metern Entfernung zum Tor (s. Abb. 2).

Der Helfer wirft in schneller Abfolge Bälle auf das kleine Tor. Ziel sind insbesondere Würfe durch die Beine des Torhüters. Der Torhüter versucht trotz der Spannung durch die Therabänder die Bälle durch Bewegung der Beine abzuwehren (Beine schließen, Schritt Richtung Ball).

Torwurf erst nach akustischem Signal

Der Torhüter steht in Grundstellung mit einem Handball in den Händen. Die Feldspieler stehen mit Ball in einer Reihe bei 7 Metern Torentfernung.

Der Torhüter wirft seinen Ball gerade in die Luft. Die Schützen versuchen ihre Bälle durch die leicht geöffneten Beine des Torhüters zu werfen. Der Torhüter wehrt die Bälle durch Schließen der Beine ab und fängt anschließend den hochgeworfenen Ball wieder. Anschließend wirft der nächste Schütze.

Hierbei wird vor allem die Kopplungsfähigkeit und Aufmerksamkeit trainiert, da die Aktion nur als erfolgreich betrachtet wird, wenn sowohl der Wurf pariert, als auch der Ball gefangen wird.

Autor: Robert Nowacki