Handballtraining Handballübungen


30. September 2021

Teamsport Handball – Spieler Portraits

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 13:48

Teil 3 – Kreisspieler

„Als klassische Kämpfertypen werden diejenigen Spielerinnen und Spieler bezeichnet, die ihre Position auf dem Handballfeld am Kreis finden. Die Position des Kreisläufers ist sehr vielfältig und gilt in der Abwehr und im Angriff als zentrale Position. Die körperliche Konstitution eines Kreisläufers ist hierbei die Voraussetzung für ein gelungenes Kreisläuferspiel. Zu den Hauptanforderungsbereichen zählen ein hohes Maß an Ganzkörperstabilität, verbunden mit einer hohen Maximalkraft. Inwieweit sich die Anforderungsbereiche eines Kreisläufers jedoch noch ausbauen lassen, schauen wir uns im Folgenden genauer an.“ 

AFBANGRIFFABWEHR
1Ausgeprägte Ganzkörper-
muskulatur und gut
ausgeprägte Maximalkraft
Einsatz auf einer zentralen
Abwehrposition (Zentrum, Halbverteidiger)
2.Variables Fangen (hoch, tief,
einhändig) von Bällen auch in
Drucksituationen
Gutes Blockverhalten gegen
Distanzwürfe
3.Variable SperrtechnikenEffektives Stellungsspiel und gutes Zweikampfverhalten im Spiel
1vs1
4.Sperren stellen, Sperren
täuschen, Hinterlaufen und
Gegenziehen
Gute Kooperationsfähigkeit
5. Repertoire an Wurf-varianten
(mit und ohne
Gegnerdruck)
 

AFB = Anforderungsbereiche
Quelle (abgeändert aus):  Kromer, 2015: Positionstraining. 

Die oben aufgeführten Anforderungsbereiche verdeutlichen die zentrale Position des Kreisspielers, welche eine Vielzahl an körperlichen Fähigkeiten voraussetzt. Sowohl die abwehrspezifischen als auch die angriffsspezifischen Anforderungen setzen Fähigkeiten in den Bereichen Athletik, Technik und Gegnerorientierung voraus.  

EXKURS SPERRSTELLUNG 

Im Folgenenden legen wir den Fokus auf den Technikerwerb im Bereich der Sperrstellung. Die Sperre gilt als DIE positionsspezifische Technik eines jeden Kreisspielers. Hierbei steht der Technikerwerb an oberster Stelle. Die maximale Effektivität einer Sperre kann nur dann erfolgen, sofern die zielführende Technik trainiert wurde. Das grundliegende Ziel einer Sperre? 

1. Aktive Kontrolle des Gegenspielers 

2. Dem Gegenspieler das Umlaufen/ Rumarbeiten bestmöglich erschweren. 

3. Dem Mitspieler Raum für eigene Aktion kreieren

4. Dem Mitspieler Raum für Anspiele (direkt, indirekt) kreieren 

FrontalsperreSchirmen
Gegenspieler wird mit der Brust gesperrt  manngedeckter Angreifer wird im Tiefenraum freigesperrtLaufweg (nach vorn) des Verteidigers wird blockiert  freie Wurfchance für den Rückraum
RückensperreFlankensperre
Sperren mit dem Rücken am GegenspielerSperren mit einer Körperseite (meist einhändiges Fangen)
 indirektes oder direktes Anspiel  indirektes oder direktes Anspiel 
 Wurfarmseite oder Wurfarmgegenseite Wurfarmseite oder Wurfarmgegenseite

EXKURS INDIVIDUALTAKTIK 

Auch ein Kreisspieler verfügt über ein individuelles, taktisches Handlungsrepertoie, welches es gilt, geschickt einzusetzen. Faktoren wie Ballbesitz, Bewegung ohne Ball und die Tornähe sind hier entscheidend. Im Folgenenden werden einige Kooperationsmöglichkeiten des Kreisläuferspiels aufgezeigt. 

  1. Freiräume anlaufen 

Hierbei bewegt sich der Kreisspieler in Torraumnähe aus einer ballfernen Position auf in Richtung Ballseite. Ziel ist es, durch schnelle Handlungsaktion einen Freiraum zwischen zwei Verteidigern anzulaufen. 

2. Hinterziehen

Das Hinterlaufen/ Hinterziehen eines Kreisspielers erfolgt meist an einem Verteidiger, der gerade gegen den Ballführer agiert.

3. Scheinsperre

Das Stellen einer Scheinsperre wird als Variation des Hinterziehens gesehen. Hierbei täuscht der Kreisspieler eine Sperre im Tiefenraum an, um sich dann mit einem Tempowechsel in Richtung Torraum abzusetzen. Auch hier wird meist ein gegen den Ballhalter agierender Spieler hinterlaufen. 

4.Gegenziehen

Hierbei agiert der Kreisspieler gegen die seitliche Bewegungsrichtung des Ballführers. Diese Bewegung „vom Ball weg“ ermöglicht das Anlaufen eines Raumes, in welchen sich noch kein Abwehrspieler wieder zurückgezogen hat. 

5. Sperre

In der Regel wird eine Sperre gegen einen Verteidiger gestellt, um so freie Räume für den Mitspieler zu kreieren. Mit einer direkten Sperre hindert der Kreisspieler den an der Aktion beteiligten Verteidiger, den Ballführer zu attackieren. Bei einer indirekten Sperre erfolgt die Sperre an einem benachbarten Verteidiger. 

6. Wechselsperre

Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus direkter und indirekter Sperre. Sie wird als Reaktion auf Bewegungen des Ballhalter angewendet. 

7.Schirm stellen 

Hierbei verhindert der Kreisspieler das Heraustreten des Verteidigers (also die Bewegung nach vorn). Diese Variante ermöglicht das Kreieren einer optimalen Wurfposition für die Rückraumspieler. 

MUST-HAVE-EXERCISE Kreisspieler für den eigenen Trainingskatalog 


Im Folgenden gibt es zwei Übungen, welche jeweils einen anderen Anforderungsbereich schulen und für jeden Trainingskatalog unerlässlich sind! 

Übung 1: Sperrstellung und Abdrehen (AFB: Technikerwerb)

Die KM Spieler starten seitlich an der 6m-Linie. Die Airbodys stehen entlang der 9m Linie (RL; RM, RR). Ein Rückraumspieler besetzt vorerst RL. Die KM Spieler starten mit etwas Abstand entlang der 6m-Linie. Auf Höhe des ersten Airbodys treten sie offensiv raus und gehen in eine Sperrstellung am Airbody. Die Seite ist ihnen frei überlassen. Nun erhalten sie von RL ein tiefes Anspiel, welches sie durch einmaliges Tippen umgehend zurückspielen. Im Anschluss daran, dreht sich KM über die jeweilige Schulter schnell ab und geht in die Sperre auf der anderen Seite des Airbodys. Diese hält er kurz und löst sich dann wieder in Richtung 6m-Kreis. Dieser Vorgang wiederholt sich dann an den jeweils anderen aufgestellten Airbodys. 

Bei der Sperrstellung achtet KM auf seine tiefere Körperausrichtung und vor allem auf seine Beinstellung. Das Timing von Anspiel und Sperre ist hier entscheidend. Die Airbodys können alternativ (falls Außenspieler vorhanden) auch auf den Außenpositionen platziert werden. Hier ist der Übungsleiter frei. 

Übung 2: Springen, Schieben, Erobern (AFB: Athletik)  

Die Kisten werden ähnlich wie in der vorigen Übung angeordnet. Die KM Spieler befinden sich hinter den Kisten. Zwei weitere Spieler befinden sich auf Torpfostenhöhe etwa an 7m. Ein RM Spieler als Anspieler.Die beiden KM Spieler starten zeitgleich mit Sprüngen über die Kisten. Auch hier können die Sprungarten wieder variiert werden (Einbeinig, einbeinig landen etc.). Im Mittelsektor angekommen versuchen beide KM Spieler den jeweiligen Gegenspieler auf ihrer Seite über die 9m Linie zu schieben. Die Gegenspieler geben möglichst viel Widerstand, lassen ein Schieben aber dennoch zu. Nach Erreichen der 9m-Linie gibt RM den Ball wieder frei und spielt ihn in den Sektor. Nun startet der Zweikampf. Nach dem Rausschieben des Gegenspielers sollen die KM Spieler sich explosiv in den offenen Raum absetzen. 

11. August 2021

Teamsport Handball: Spieler Portraits

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 19:27

Teil 2 – Außenspieler

Trickser, Flitzer, Spezialisten – all dies sind Synonyme für die Spielerinnen und Spieler, die auf den Außenpositionen beim Handball auftauchen. Der vermeidlich größte Gegner des Außenspielers ist der Torhüter. Durch das stark verbesserte Stellungsspiel der Torhüter müssen die Außenspieler auf immer mehr kreative Wurfvariationen zurückgreifen. Aber auch athletische Voraussetzungen wie Sprunghöhe, Sprungweite und Schnelligkeit sind entscheidend für die Klasse eines Außenspielers. Wie genau das Anforderungsprofil aussieht und welche Trainingsschwerpunkte gesetzt werden müssen, schauen wir uns nun an.“ 

Auch für die Außenposition lassen sich die positionsspezifischen Anforderungen definieren: 

AFBATHLETIKTECHNIK/
TECHNIK-
ERWERB
TAKTIK/ GEGNERORIENTIER-UNG
1Sprungkraft(Anlauf, AbsprungBallan-
nahme (Präzision, Höhe, beidhändig) 
Kompetenzen für Gegneranalyse
(Abwehr, Angriff, Tempospiel)
2Schnell-
kraft(Ganzkörperschnelligkeit,
Startposition)
Anlaufoptimierung
 (Timing)
Beobachtung des Torhüterverhaltens 
(Zustellen, Stellungsspiel,
Abwehrreaktionen)
3Koordina-
tions-
schulung(Anlauf, Absprung) 
Absprung-
optimierung(Absprunghöhe, Flugphase) 
Entscheidungsfähigkeit
(Abschluss, Weiterspielen)
Grund-
lagenaus-
dauer
(Schnelligkeitsausdauer und Belastungstests) 
Wurfvarianten
(Dreher,
Heber,
Leger)  
Anwendung situations-
gerechter Technik (Abwägen zwischen „Risiko“ und „Sicherheit“ – wann der Trickwurf?)

AFB = Anforderungsbereiche
Quelle (abgeändert aus):  Kromer, 2015: Positionstraining. 

In der oben aufgeführten Tabelle wird deutlich, dass einige Fähigkeiten in den jeweiligen Anforderungsbereichen nur wenig zu denen der Rückraumspieler variieren. Schnellkraft, Sprungkraft und Grundlagenausdauer sind z.B. ebenfalls im Anforderungsprofil eines Außenspielers vorhanden, haben aber sicherlich einen anderen Stellenwert. Deutlich wird, dass die Position des Außenspielers im Technikerwerb und im Bereich der Gegnerorientierung ganz andere Fähigkeiten verlangt als beispielsweise die eines Rückraumspielers.

LINIENAUßEN VS. ECKENAUßEN 

Auch diese beiden Begrifflichkeiten fallen im Handballsport nicht selten. Doch was genau hat es damit auf sich? Die klassische Grundposition, so wie es einem jedem Außenspieler vermittelt wird, ist die in der äußersten Spielfeldecke. Hier fungiert der Außenspieler als reiner Abschlussspieler und ist kaum in den Spielaufbau mit eingebunden. Diese Position wird als Ecken-Außen bezeichnet und hat oftmals taktische Hintergründe: Durch die breite Ausgangslage werden die Räume zwischen 1 und 2 (Außenverteidiger und Halbverteidiger) größer, sodass sich insbesondere für Rückraumspieler, aber auch für Kreisläufer größere Aktionsräume bieten. 

Nicht immer ist diese „klassische“ Grundposition erfolgreich, weshalb eine Alternative hierzu die Linienaußen-Position bildet. Durch die Einnahme der Linienaußen-Position eröffnen sich völlig neue Räume und Spielideen. 

Im Optimalfall gelingt einem Team ein Wechsel zwischen beiden Varianten, je nach dem wie die taktische Ausrichtung, die Gegneranalyse und das In-Game-Coaching ausfallen.

EXKURS 1: TAKTISCHES VERHALTEN BEI ÜBERGÄNGEN 

Im Regelfall erfolgt ein Übergang einer Außenposition durch Ansage bzw. Steuerung der Rückraumpositionen. In diesem Fall wird eine Auslöserhandlung initiiert, bei welcher die Außenspieler ihre Grundposition verlassen und in die Nahwurfzone einlaufen. Zum Anforderungsbereich Taktik gehört jedoch auch, wie oben bereits aufgeführt, die eigenständige Beobachtung und das daraus resultierende situative Entscheidungsverhalte. Gemeint ist hiermit, dass die Außenspieler in der Lage sind, eigenständig Situationen zu erkennen, in denen ein Einlaufen in die Nahwurfzone sinnvoll erscheint. Dieses Übergehen erzeugt oft ein Überraschungsmoment und ist gerade bei offensiv ausgerichteten Abwehrreihen oder im Tempospiel erfolgsbringend. Hiermit eröffnet sich ggf. ein neuer Trainingsbaustein, welches den Außenspieler mindestens über ein technisches „Mini- Repertoire“ verfügen lässt. Trainingsschwerpunkte hierbei könnten das Sperrsetzen, das Sperre-Halten und variable Ballannahmen sein. 

EXKURS 2: ANFORDERUNGEN IM (GRUPPEN-)TAKTISCHEN ZUSAMMENSPIEL 

Immer häufiger entsteht folgende Situation: Ein Abwehrspezialist (meist KM-Spieler) geht mit ins Tempospiel. Folglich entsteht im Angriffsspiel ein 2:4 System, bei dem mindestens einer der KM-Spieler relativ breit steht. Dies bedeutet, dass sich dieser im Aktionsraum des Außenspielers befindet. Die Außenspieler sollten in diesem Fall über entsprechende Kompetenzen in der 2:2 Kooperation verfügen. Individuelle Trainingsbausteine hier könnten Kleingruppenspiele mit Elementen der Anspielvariation/Anspielfähigkeit sein. 

MUST-HAVE-EXERCISE Außenspieler für den eigenen Trainingskatalog

Übung Technikerwerb – „Basiswurf“


Die Spieler befinden sich auf ihren jeweiligen Außenpositionen. In der Spielfeldecke steht eine Kastenteil, welches als „Anspieler“ dient. Die Spieler starten nun aus unterschiedlichsten Positionen (Sitzend, Kniestellung, von einer Kiste etc.) und bringen ihren Ball gegen den Kasten. Sobald der Ball abprallt, startet der Spieler in den Antritt und nimmt den Ball möglichst einhändig auf, um folglich abzuschließen. Diese Übung bietet jedoch eine Reihe an Variationen. Der Spieler kann aus folgenden Positionen starten: Sitzend, auf der Kiste sitzend, Kniestand (vorderes Bein immer Sprungbein), aus einer Turnübung heraus. Allein hier werden verschiedene Bereiche trainiert.

Welche Elemente aus unseren Anforderungsbereichen können hier geschult werden? 

1. Sprungkraft 

  • Kniestand/ von Kiste = Schwungbeineinsatz, Flugphase

2. Schnelligkeit 

  •  Sitzend = tieferer Körperschwerpunkt, erster Bodenkontakt muss zur Beschleunigung genutzt werden 

3. Koordinationsschulung

  • vorgeschaltete Turnübung = Orientierung im Raum & Folgehandlung

4. Ballannahme 

  • Kastenoberteil = Rebounder kommt immer unterschiedlich

5. Anlaufoptimierung 

  • Sitzend = optimale Beschleunigung muss erzielt werden

6. Absprungoptimierung

  •  Kniestand = optimaler Absprungort schwierig zu finden

7. & 8. Beobachtung des Torhüterverhaltens &Anwendung situationsgerechter Technik

  • Torhüter/ Signale = Reaktion Wurf

Es wird also deutlich: Eine simple Übung kann durch Variationen unterschiedliche Anforderungsbereiche abdecken. Unbewusst geschieht es vielleicht, dass man automatisch mehrere Bereiche abdeckt. Dennoch lässt sich auch bewusst, z.B. durch das Einbringen verschiedener Voraufgaben, ein bestimmter Baustein schulen. 

1. Juni 2021

Teamsport Handball: Spieler Porträts

Kategorie: Allgemein,Coaching,Rückraumspieler,Tipps,Trainerbedarf – Autor: KaiDittrich – 11:03

Teil 1 – Rückraumspieler

„Teamleistung im Handball setzt sich aus der individuellen Einzelleistung auf den jeweiligen Positionen zusammen. Eine positionsspezifische Ausbildung von Spielerinnen und Spielern gilt somit als Grundlage für den Teamsport Handball. Die folgende Reihe soll neben den Anforderungsprofilen für die jeweilige Position immer auch eine spezifische Übung aus dem Aufbautraining aufzeigen. Den Anfang machen die RÜCKRAUMSPIELER.“ 

Eine Studie der Handball WM und EM aus den Jahren 2012, 2013, 2014 und 2015 zeigt die Verteilung der erzielten Tore. Mit einbezogen wurden hier folgende Parameter: Gegenstoß Tore, Kreis Tore, Außen Tore, Breakthrough (Durchbruch), Siebenmeter und Rückraum Tore. Die Studie zeigt: Mit 28,5 % (2015) der erzielten Tore bilden die Rückraumspieler den größten Anteil in der Verteilung der Tore. (vgl. Kromer, 2015, S.11).

Anforderungsbereiche

AFBATHLETIKTECHNIK/ TECHNIKERWERBTAKTIK
1Maximalkraft (Muskelmasse etc.) Hohe Passqualität
 (Breite und Tiefe des Spielfeldes ausnutzen)
Kompetenzen für Gegneranalyse
(Abwehr/Angriff/
Individualisten) 
Schnellkraft
(Ganzkörper-
schnelligkeit
und Wurf-
und Sprung-
kraft) 
Richtungsänderung/ Täuschungen(AIM, Tempowechsel) Taktische Lösungskompetenz im freien Spiel 
(Fähigkeit,
individuell und
situativ Lösungen
zu kreieren) 
3Handlungs-
schnelligkeit
 (Abläufe gezielt
und schnell abrufen) 
Optimierung der Wurfarmhaltung/Wurfarmausführung(AIM-Position) Entscheidungs-fähigkeit
(Abschluss,
Weiterspielen, Anspiel etc.) 
4Grundlagenausdauer
(Schnelligkeitsausdauer und Belastungstests) 
Schlagwurfvarianten
und Sprungwurf-
varianten 
 

AFB = Anforderungsbereiche
Quelle (abgeändert) aus: Kromer, 2015, Positionstraining.

Die Tabelle zeigt deutlich, dass die drei Anforderungsbereiche mehrere Fähigkeiten mit sich ziehen. Nicht jede dieser Kompetenzen kann gleich schnell, geschweige denn gleich „gut“ erworben werden, dennoch gelten sie als Schlüsselkompetenzen um „Spezialist“ auf seiner Position zu werden. 

Im Folgenden splitten wir das Anforderungsprofil des Rückraumspielers in zwei weitere Bereiche: Abwehr und Angriff. 

AFPABWEHRANGRIFF
1Variabilität und Aktivität
 (Antizipieren, Beweglichkeit)
Explosivkraft 
(dynamische 1:1-Bewegung,
schnelle Richtungs-
änderungen) 
2Kooperationsfähigkeit 
(Zusammenarbeit mit Neben-
verteidiger, Aushilfsverhalten, Abwehrverbund,
Abwehrdreieck) 
Wurfhärte und Wurf-
variabilität
(Wurfgenauigkeit, Präzision,
Härte)
3Umschaltfähigkeit
(Tempospiel,
Temposteuerung) 
Passqualität
(Ballbehauptung, Technik,
Präzision) 
4Ballführung und
Steuerung des
Tempospiels
(Entscheider, Spielfeldüberblick) 
Variabilität in der Durchsetzung
(verschiedene Finten, Drehungen
im Spiel 1vs1) 
5 Taktische Lösungskompetenz im laufenden Spiel
 (Überblick, Entscheidungsverhalten) 

AFP = Anforderungsprofile
Quelle (abgeändert) aus: Kromer, 2015, Positionstraining.

Diese Unterteilung zeigt, dass sich die Anforderungsbereiche aus der ersten Tabelle (Athletik, Technik und Taktik) hier wiederfinden. Dementsprechend sind die Fähigkeiten der drei Anforderungsbereiche sowohl für ein erfolgreiches Abwehr- als auch Angriffsspiel entscheidend. 

Positionseinteilung

„Ausnahmeposition RM – Spielmacher“ 

Den klassischen „Playmaker“, so wie es ihn früher einmal gab, gilt heute nicht mehr als Grundvoraussetzung. Durch das viel schnellere Spieltempo und die höhere taktische Ausrichtung des Handballsports, sollte ein jeder Rückraumspieler in der Lage sein, die RM Position zu besetzen. Denn: Durch die ständigen Auslöser-Handlungen verändern sich die Positionen im Rückraum ständig und ein voriger RL/ RR, fungiert folglich als RM Spieler. Sicherlich gibt es jedoch Spieler, die über eine höher ausgeprägtes Spielverständnis verfügen als andere und demnach geeignet für die Spielsteuerung sind. Hier gilt es also zu beobachten, denn der „Trend“ variiert durchaus. Gerade bei den Spitzenteams wie dem THW Kiel oder Paris Saint Germain wird deutlich: Spieler wie Mila Zarabec und Luc Steins erfüllen diese Rolle des klassischen Playmakers wieder.

„Königsposition RL – Shooter“ 

Auch diese Floskel und Rollenzuschreibung ist im Handballgenre nahezu jedem bekannt. Dennoch gilt: Auch hier haben sich die Ansichten durchaus verändert. Spieler und Spielerinnen der Rückraumlinks-Position sollten sicherlich über eine gute Wurfhärte und Sprungkraft verfügen, um durch einfache Kreuzbewegungen ihrer einseitigen Rolle als „Shooter“ gerecht werden zu können. Dennoch wurde mit den Jahren deutlich, dass auch die Beweglichkeit und Variabilität im Durchsetzungsvermögen unabdingbar ist. Gerade um die aufkommenden Räume (zwischen 1:2, 2:3) zu attackieren, sind verschiedene Finten und athletische Dynamik von hoher Bedeutung. 

„Variable Position RR – Lefthand?“ 

Die RR- Position wird im heutigen modernen Handballsport überwiegend von Linkshändern besetzt. Für das individuelle Angriffsspiel des RR und der Wurfauslage ist diese Besetzung durchaus sinnvoll und zielführend. Dennoch: Auch eine Rechtshand ist auf dieser Position nicht „Fehl am Platz“, so wie es oftmals von vielen heißt. Gerade für das Abräumen über die RA-Position können Rechtshänder von Vorteil sein. 

MUST-HAVE-EXERCISE Rückraumspieler
(für den eigenen Trainingskatalog)

Einfaches Passkontinuum 

Die Spieler besetzen die Positionen LA, RL, RR und KM. Zwei Torhüter stehen im Torraum neben den Pfosten. LA und KM haben einen Ball. LA bringt den Ball über eine Stoßbewegung zur Mitte ins Spiel zu RL. Dieser agiert ebenfalls mit einer Stoßbewegung Richtung Mitte, bricht nach erhalten des Balls mit einem Prellmove ab und spielt den Ball zum diagonalen KM. RR startet mit seiner Lauftäuschung nach Außen sobald RL den Pass erhalten hat. Im Anschluss geht er über die Mitte, erhält von KM ein Anspiel und spielt den Ball als Sprungwurfpass zum nächsten Spieler auf LA. Der Ablauf beginnt von vorne. Die Passübung dient zur Steuerung des Anlauf- und Passtimings. Lauftäuschungen sollen passend ausgeführt werden und alle Stoßbewegungen mit Ausrichtung zum Tor. Die Übung kann auch mit zwei Torhütern ausgeführt werden. In diesem Fall würde RR seinen Ball zum diagonalen TW passen, RL ebenfalls. Die Torhüter würden dann wieder LA und KM einsetzen. 

22. April 2021

DIE richtige Entscheidung treffen – Teil 2

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 12:22

Die folgende Übung bildet die Erweiterung des ersten Teils im Bereich Entscheidungsverhalten im Rückraum.

Die Positionen RL, RM, KM und zwei Abwehrspieler werden besetzt. Die Bälle sind auf RM. RL startet mit einem Radschlag über die Turnmatte. Am Hütchen angekommen führt er eine Abdrehfinte zur Mitte aus und erhält den Ball von RM in die Vorwärtsbewegung, sodass er sich erneut mit einer Zweischrittfolge in den Sprungwurf begeben kann. Nun hat er die Entscheidung: Eigener Wurf, Pass zu KM, Pass zu RM. Erhält RM den Ball, darf dieser wieder nur mit einem Schlagwurf abschließen oder KM bedienen. 

Auch hier ist das Timing wieder entscheidend. RM sollte nach Erhalten des Balls in einen schneller Schlagwurf gehen (wenn Wurfhand frei) ansonsten schnellstmöglich zu KM ablegen.Es können beliebige Voraufgaben auf der Matte gewählt werden. Täuschungen können ebenfalls variiert werden. 

13. April 2021

DIE richtige Entscheidung treffen – Teil 1

Kategorie: Rückraumspieler – Autor: KaiDittrich – 12:42

Entscheidungen treffen – eine Fähigkeit, die jede Handballsportlerin und jeder Handballsportler nahezu im Sekundentakt abrufen muss. Doch gerade beim Erwerb dieser Fähigkeit im Training gilt es, neben einer Vielfalt an Übungen und deren Aufbau, am Ende möglichst spielnahe Situationen zu kreieren. Die folgende Reihe soll den Schwerpunkt auf das Entscheidungsverhalten bei Rückraumspielerinnen und Rückraumspielern legen.

Entscheidung im 2vs.1 nach Vorbelastung

Zu Beginn werde die Positionen RL, RM, RR und KM (2x) besetzt. RM hat Bälle. Die Übung startet wie folgt: RL startet mit einer Vorwärtsrolle über die Matte und geht anschließend mit einer Lauftäuschung innen am Hütchen vorbei. RM führt zeitgleich eine Verlagerung auf den rechten Torpfosten aus und bedient RL so, dass dieser mit einer Zweischrittfolge in den Sprungwurf gehen kann. Hier hat er nun die Entscheidung: Steht der Block (KM) gut, spielt er den Ball aus dem Sprungwurf zu RM, welcher dann nur mit Schlagwurf abschließen darf. Hat er einen Wurfhandvorteil, schließt RL selbst ab. Bei einem Treffer startet die nächste Aktion von RR. Bei gehaltenem oder geblocktem Schuss spielt RM einen zweiten Ball zu KM. Dieser darf dann frei abschließen.

Zu beachten ist hierbei das Timing des Zuspiels von RM zu RL/RR. Eine lange Flugphase im Sprungwurf ist für die Entscheidung von Vorteil. Für die Voraufgabe auf der Matte können variabel Übungen ausgewählt und verändert werden.

8. März 2021

Optimale Erwärmung – Aufwärmvariationen für Groß und Klein – TEIL 3

Kategorie: Aufwärmen,Passen,Schnelligkeit,Tempospiel – Autor: KaiDittrich – 12:08

Balltransport – Wer ist schneller?

Die Trainingsgruppe wird zweigeteilt. In jedem 9m-Raum befindet sich ein Team. Jedes Team nummeriert seine Spieler durch (1,2,3,4 usw.). Diese Nummerierung ist für die spätere Passfolge von Bedeutung. Zu Beginn der Übung befinden sich die Teams in den jeweiligen 9m-Räumen und bewegen sich prellenderweise. Der Übungsleiter gibt nun gestaffelt Aufgaben vor, die die Spieler ausführen. Diese könnten wie folgt aussehen:

1. Bei Begegnung Hock/Strecksprung mit Balltausch
2. + kurzer Antritt
3. + Bauchlage und 180-Grad Drehung

Die Aufgaben werden nach und nach addiert. Bedeutet: Die erste Aufgabe wird für einen kurzen Zeitraum von den Spielern durchgeführt, bevor der zweite Aufgabenteil angereiht wird. So entsteht eine immer längere Aufgabenkette.


Gibt der Übungsleiter in einem weiteren Schritt ein akustisches Signal von sich (Pfiff o.ä.), ist dies das Zeichen für den Start. Bis auf den Spieler mit der Nummer 1, legen alle übrigen Spieler ihre Bälle sofort ab. Gemeinsam starten sie passenderweise (in der vorgegebenen Reihenfolge) rüber auf die gegenüberliegende Spielfeldseite. Spieler 1 passt also zu Spieler 2, dieser wiederum zu Spieler 3 usw.

Das Team, welches den gegenüberliegenden 9-Raum zuerst erreicht, gewinnt den Durchgang und darf einen folglich einen Spieler für die nächste Runde auf „passiv“ setzen. Dieser Spieler muss bei der nächsten Passfolge nicht mehr eingesetzt werden und darf bei Pfiff direkt in den gegenüberliegenden 9-Raum laufen.

In unserem Beispiel (s.o.) gewinnt das blaue Team den ersten Durchgang. Im nächsten Durchgang würde also beispielsweise Spieler 5 auf passiv gesetzt werden und dürfte direkt durchlaufen. Ziel des Spiels ist es demnach, in einem letzten Durchgang, das Pärchen zu sein, welches passenderweise zu zweit zuerst den gegenüberliegenden 9m-Raum erreicht. Die Übungen zu Beginn können beliebig gewählt und vaiiert werden.

28. Dezember 2020

Optimale Erwärmung – Aufwärmvariationen für Groß und Klein TEIL 2

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:27
  1. Parteiball Variation – Balldiebe 

Beide Teams nummerieren sich durch, sodass jeder Spieler/ jede Spielerinn eine Nummer besitzt. In einer vorgegebenen Reihenfolge wird der Ball nun gepasst. Die Spielerinnen und Spieler bewegen sich frei in dem abgesteckten Raum und haben neben dem Passspiel die Aufgabe, den Ball der gegnerischen Gruppe zu klauen. Ziel ist es, den Ball 3x in der vorgegebenen Reihenfolge durchzuspielen. Bestehen die Teams also aus jeweils 10 Personen, müsste der Ball 3x alle 10 Personen durchlaufen haben. Gelingt es einer Spielerin/ einem Spieler den Ball des gegnerischen Teams zu klauen, muss dieses von vorne beginnen und alle bisherigen Durchgänge verfallen. 

Variation 1:

Die Teams nummerieren sich erneut durch. Nun gibt der Trainer eine neue beliebige Passfolge für den jeweiligen Durchgang an (z.B. 3, 5, 1 usw.). Dies erschwert zum einen das Passspiel untereinander, als auch das Ballklauen, da die Spielerinnen und Spieler sich nun immer wieder neu sortieren müssen und herausfinden müssen, welche Passfolge nun besteht. 

Variation 2:

Die Teams sind nun nicht mehr durchnummeriert. Jedes Team erhält einen abgesteckten Sektor, in dem es sich fortbewegt. Weiter darf jedes Team eine ausgewählte Anzahl von Spielerinnen/ Spielern in das gegnerische Feld als „Balldiebe“ schicken. Angenommen Team A schickt 3 Spielerinnen/Spieler in das gegnerische Feld, so bleiben ihnen noch 7 weitere Spielerinnen/Spieler übrig, um die vorgegebene Anzahl von 30 Pässen in ihrem Sektor zu erspielen. Wichtig: Beide Teams schicken gleichzeitig ihre Balldiebe in das gegnerische Feld. So kann keine Absprache oder Anpassung/ Reaktion erfolgen.            

11. Dezember 2020

Optimale Erwärmung – Aufwärmvariationen für Groß und Klein

Kategorie: Aufwärmen – Autor: KaiDittrich – 11:48

Die Erwärmung beim Handball ist sicherlich wichtig. Gerade in den jetzigen kalten Wintermonaten braucht der Körper einige Minuten mehr, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Viele Teams haben hierbei eine Routine, die oft aus einem eher stumpfen Einlaufen mit nachgeschaltetem Einpassen besteht. Als großes Highlight der Woche kommt dann vielleicht noch eine Runde „kicken“ dazu. Die folgenden Übungen sollen Alternativen liefern, die neben einem Spaßfaktor auch eine optimale Erwärmung für die Spielerinnen und Spieler liefern.

  1. Koordination, Laufschule und Balltausch

Die Spielerinnen und Spieler bewegen sich, je nach Gruppengröße, mit jeweils einem Ball in einem abgesteckten Raum auf dem Handballspielfeld. Begonnen werden kann mit einfachen Übungen der Laufschule wie z.B. Prellformen, Vorwärts/Rückwärtslaufen, Hop-Lauf o.ä. Statisches Laufen im Kreis sollte hier schon vermieden werden. Die Spielerinnen und Spieler sollten sich kreuz und quer in der Halle bewegen.

Auf ein Kommando des Trainers (Pfiff o.ä.) wird der eigene Ball abgelegt und ein erster, neuer Ball wird angelaufen und beispielsweise mit dem Knie berührt. Im Anschluss wird ein zweiter neuer Ball angelaufen und mit dem Ellenbogen berührt. Der zweite Ball wird aufgenommen und die Laufschule startet wieder. Wichtig hierbei ist, dass jede/r sich immer wieder einen neuen Ball erläuft und nicht zu einem zuvor bereits berührten Ball zurückkehrt oder einen Ball gar zweimal hintereinander anläuft. Die Übung kann dann beliebig lang erweitert werden. Beispiel für ein Endszenario: Erster neuer Ball wird angelaufen, mit dem Knie berührt. Zweiter neuer Ball wird angelaufen, mit dem Ellenbogen berührt. Dritter neuer Ball wird angelaufen, aufgenommen und hochgeworfen, dabei wird zweimal geklatscht. Ein vierter neuer Ball wird angelaufen, aufgenommen und die Laufschule beginnt. 

26. Oktober 2020

Torhüter im Fokus

Kategorie: Allgemein,Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 12:21

„Ohne die Männer und Frauen hinten im Kasten wäre der Sport nicht möglich!“
Die Torhüter sind ein existenzieller Bestandteil des Handballsports und tragen viel zu dem Geschehen auf dem Spielfeld bei. Während sie im Spiel unersetzlich sind, müssen sie im Training jedoch oft „zurückstecken“. Gerade bei dünn besetztem Trainerstab ist die Betreuung der Torhüter oftmals schwierig. Bei den folgenden Übungen stehen die Torhüter im Fokus des Trainings. Die Übungen lassen sich optimal als „Torhüter-Duo“ ausführen und verlangen demnach nicht zwingend einen Übungsleiter.

  1. Hütchenlauf

Der Torhüter besetzt das Tor. Links, rechts und gegenüber von ihm werden in einem Abstand von ca. 2-3m jeweils drei Hütchen positioniert. Sein Partner begibt sich mit Bällen an die 9m-Linie. Die Übung beginnt, indem der Torhüter immer abwechselnd die Hütchenreihen anläuft. Er beginnt beispielsweise mit Reihe 1 (links von ihm), erläuft dann die zweite Reihe und als letztes die dritte Reihe, Die Abfolge kann hierbei beliebig gewählt werden und auch von Durchgang zu Durchgang abgeändert werden.

Die Übung beginnt, indem der Werfer einmal tippt. Dies ist das Startsignal für den Torhüter. Er läuft das erste Hütchen an, schlägt dieses aus tiefer Grundposition mit der Hand weg und bekommt im Anschluss einen Ball lang flach. Unmittelbar danach begibt er sich zur nächsten Hütchenreihe, schlägt ein Hütchen ab und erhält erneut einen Ball flach. Läuft der Torhüter die vordere Hütchenreihe ab, erhält er einen Ball halbhoch unmittelbar nach Abschlagen des Hütchens.

Mögliche Variation:
Es können Hütchen in unterschiedlichen Farben gewählt werden. In jeder Hütchenreihe befindet sich nun also beispielsweise ein rotes Hütchen. Erläuft der Spieler dieses also auf der rechten Hütchenseite, muss er nicht wie zuvor einen Ball lang flach parieren, sondern einen Heber (o.ä.).

2. Mattentanz mit offensiver Endstellung

Der Torhüter besetzt das Tor. Im Torraum liegt eine Weichbodenmatte. Der Partner steht mit Bällen ca. an der 9m Linie. Die Ausgangsposition des Torhüters ist mittig vor der Matte mit Blick Richtung Tor.
Die Übung startet, indem der Torhüter mit Wechselsprünge entlang der Matte arbeitet. Auf der Rückseite der Matte angekommen, erfolgt eine Vorwärtsrolle über die Matte. Im Anschluss begibt sich der Torhüter in eine offensive Position vor die Matte und erhält vom Werfer zwei Würfe halbhoch, einen auf das linke, einen auf das rechte Bein. Im Anschluss daran, begibt er sich wieder vor die Matte und startet in die andere Richtung mit den Wechselsprüngen.

Mögliche Variation:
Nachdem der Torhüter zwei Bälle offensiv erhalten hat, führt er eine Rückwärtsrolle über die Matte aus und erhält zwei Bälle (bspw. hoch) in der defensiven Grundstellung vor dem Tor.

16. Oktober 2020

Überzahl im Tempospiel II

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 11:36

Die nachfolgende Übung soll erneut auf die Überzahl im Tempospiel eingehen und hierbei vor allem das Timing der 2. Welle schulen. Oftmals kommt es hierbei nämlich auf Bruchteile von Sekunden an, die entscheiden, ob das Zusammenspiel von Torhüter, Pass, Anlauf und Pfiff zu einer gelungenen zweiten Welle führen, die es ermöglicht, den Gegner zu überlaufen. Vorgeschaltet zu der 2. Welle in der 3vs2 Überzahl ist eine einfache erste Welle der Außenspieler.

2. Welle im 3vs2

LA und RA mit Ball besetzen. 2 Rückraumspieler an die Markierungsteller an 7m. Ein KM an den Markierungsteller an die Mittellinie.LA (hier A) startet mit einem Pass zum TW und geht direkt in die erste Welle. Der TW spielt einen Gegenstoßpass. Nach seinem Abschluss wird LA Abwehrspieler auf der anderen Spielfeldhälfte. Als nächsten begibt sich RA (hier B) in den Gegenstoß, erhält wieder vom TW den Ball und schließt ab. Auch er wird nun zum Abwehrspieler. Mit dem Abschluss von RA (B) starten KM und die beiden Rückraumspieler in die Aktion. RL und RR umlaufen dabei einmal ihr Hütchen, KM begibt sich mit Ball zum Mittelanwurf. Die zweite Welle im 3vs2 startet mit Pfiff des Trainers.

Mögliche Erweiterung:
Ein weiterer Spieler kommt hinzu. Dieser startet gegenüber von KM und muss mit Beginn der Aktion den Mittelkreis einmal berühren. Im Anschluss fungiert er ebenfalls als Abwehrspieler. Diese Erweiterung ermöglicht eine 2. Welle in Gleichzahl (3vs3). Der 3. Abwehrspieler kann hierbei zwischen einer offensiven „Zerstörer-Position“ und der defensiven Stellung variieren. Dies stellt den Angriff vor unterschiedliche, spielnahe Situationen.