Handballtraining Handballübungen


30. Juni 2019

Lauftäuschungen im Jugendtraining schulen

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 17:13

An dieser Stelle sollen in den nächsten Wochen regelmäßig Artikel erscheinen in denen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man unterschiedliche Täuschungsvariationen im Jugendtraining geschult werden können.

Dafür soll stets nach folgendem Muster verfahren werden: An erster Stelle soll eine reine Technikerwerbs-Übung stehen, durch die der Spieler die Bewegung gezielt trainieren kann. Danach erfolgt der methodische Schritt hin zur Anwendung der Technik.

Bevor die Spieler ihre neue Täuschungs-Technik jedoch frei im 1 vs. 1 gegen einen Defensivspieler anwenden können, soll stets eine Übungsmöglichkeit gezeigt werden, in der die Zielbewegung des Angreifers schon durch die Aufgabenstellung herbeigeführt wird.

Den Anfang macht heute eine kurze Übungsreihe zum Verbessern der Lauftäuschung, da dies naturgemäß die erste Finte ist, die Jugendspieler gegen eine offensiven Manndeckung im Kinderhandball erlernen. Die nun folgenden Übungen eigenen sich dabei vor allem für D- und C-Jugendteams die sich im Übergang der Mann- zur Raumdeckung befinden.

Lauftäuschung – Richtungswechsel optimieren

Die Angreifer stellen sich mit einem Ball pro Person auf RM an. Zusätzlich werden die Positionen RL und RR besetzt. Zwei Airbodys markieren VM. RM passt nun den Ball zu RR (1), startet danach Richtung RL (der leicht nach innen versetzt steht) und klatscht diesen ab (2), um daraufhin explosiv zur Gegenseite abzubrechen (3). Hierbei ist der Tempowechsel besonders wichtig: Den ersten Weg kann der Spieler noch mit etwa 70 % seiner höchstmöglichen Geschwindigkeit anlaufen, sobald er jedoch abbricht, muss er maximal beschleunigen. Sobald er VM/die Airbodys so überlaufen hat, spielt ihm RR den Ball zurück (4) und er schließt mit Torwurf ab (5).  RM übernimmt nun schnell die Aufgabe von RR, der sich wiederum auf RM anstellt und der Ablauf von vorne zu anderen Seite beginnen kann.

Die Übung lässt sich natürlich auch auf RL und RR durchführen. Dafür müssen die Anspieler dann einfach auf RM, LA und RA positioniert werden.

Lauftäuschung authentisch anwenden

In dieser Übung sollen die Spieler trainieren, dass sie zunächst den freien Raum anlaufen und schauen, ob sie nicht bereits in diesem abschließen können, anstatt eine „vorgenommene“ Lauftäuschung auszuführen. Schließlich brauch er diese nur, wenn der Abwehrspieler den attackierten Raum überhaupt zuläuft.

Dafür haben dieses mal die Anspieler auf RL und RR jeweils einen Ball und auf VM steht ein Abwehrspieler. RM startet nun ohne Ball beliebig in den Raum links  oder rechts vom Abwehrspieler (in diesem Fall nach links). Läuft der Abwehrspieler diesen Raum nicht zu, bekommt der Angreifer von RL den Ball zugespielt und kann sofort durchbrechen. Erkennt RM jedoch, dass der Verteidiger auf seinen Laufweg eingeht, bricht er – wie vorher trainiert – explosiv ab und bekommt von RR den Ball in die Gegenbewegung um auf der anderen Seite abzuschließen.

Nach diesen beiden Übungen sollten die Spieler die Technik frei anwenden dürfen. Auch dafür sollten die Übungen weiter eine methodische Reihe bilden und sich vom 1 vs. 1 über 2 vs. 2 etc. bis zum Abschlussspiel steigern. So können sie immer wieder an das Erlernte aus den vorherigen, einfacheren, Übungen erinnern.

Autor: David Röhrig

8. Juni 2019

Haschevariante: Vorbereitung auf reaktives /aktives Abwehrverhalten

Kategorie: Allgemein – Autor: KaiDittrich – 10:16

Haschevarianten sind vor allem im Jugendbereich und auch in der Saisonvorbereitung bei den Erwachsenen ein gutes Mittel, um die Schnelligkeit und Wendigkeit der Spieler zu schulen.

Sie können jedoch noch viel mehr: Mit gewissen Modifikationen, lassen sich auch Verhaltensmuster trainieren, welche für das Spielen bestimmter Abwehrvarianten hilfreich sind. Im Folgenden stellen wir euch eine Variante mit verschiedenen Modifikationen vor.

<h3>Reaktives Verteidigen – Räume zustellen</h3>

Für die Haschevariante „Fuchsjagd“ werden grundsätzlich drei verschiedene Positionen benötigt. Bei einer Spielerzahl von sechs Personen werden zwei „Jäger“ (s. Abb. 1, gelbes Trikot), zwei Gejagte (Fuchsbabies, blaues Trikot) und vier Verteidiger (Fuchsrudel, orange Trikots) benötigt. Gespielt wird in einem vorgegebenen Bereich (z. B. innerhalb von neun Metern).

Ziel für die Jäger, welche jeweils einen Ball haben ist es, die Gejagten mit dem Ball zu berühren. Die Verteidiger versuchen dies zu verhindern, indem sie die Laufwege der Jäger mit dem Körper blockieren. Die Übung dient vor allem dazu das kooperative Deckungsverhalten in einer 6:0 Deckung zu schulen. Da die Verteidiger stets in der Überzahl sind können sie durch gegenseitiges Helfen die Jäger vom Gejagten fernhalten.

Gelingt es einem Jäger mit seinem Ball einen Gejagten zu berühren werden die Aufgaben gewechselt. Die Jäger müssen ihren Ball nicht prellen, können dies aber in einer erschwerten Variante tun.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle erobern</h3>

Die zweite Variante der Fuchsjagd sieht eine gleiche Anzahl an Verteidigern, Gejagten und Jägern vor. Bei dieser Variante müssen die Jäger versuchen prellend die Gejagten zu erreichen. Aufgabe der Verteidiger ist es hierbei, die Bälle der Jäger zu erobern, bzw. herauszuspielen. Gelingt ihnen dies, dürfen die Jäger erst wieder angreifen, wenn sie eine kleine Strafaufgabe erledigt haben.

Auch bei dieser Variante werden bei einem erfolgreichen Abschlagen durch einen der Jäger die Aufgaben getauscht. Sie zielt darauf ab das Gewinnen von Bällen in offensiven Deckungsvarianten zu schulen, speziell im 3:3 Deckungssystem.

<h3>Aktives Abwehrverhalten – Bälle herausfangen</h3>

Die Rahmenbedingungen für die dritte Variante bleiben genauso wie in der Übung zu vor, bis auf die Änderung, dass alle Jäger nur einen gemeinsamen Ball besitzen und ein Jäger nur dann einen Gejagten abschlagen darf, wenn er im Ballbesitz ist. Die Jäger können demnach durch Passen des Balles den Ort ihrer Angriffsaktionen schnell verlagern.

Ziel für die Verteidiger ist es hier bei einer klaren 1:1 Zuordnung Pässe zu antizipieren und heraus zu fangen. Gelingt dies, erhalten die Jäger erneut eine Strafaufgabe. Die Variante soll das Antizipieren von Pässen, wie es vor allem in offensiven Deckungssystemen erforderlich ist schulen. Das Prellen des Balles ist grundsätzlich erlaubt, kann allerdings beim Spielen auf sehr engem Raum (z.B. im Sechsmeterkreis) verboten werden.

Bei allen dargestellten Varianten können auch die Gejagten mit Bällen ausgestattet werden und so die Ballkontrolle dieser Spieler zusätzlich geschult werden, indem sie sich nur prellend fortbewegen dürfen.

Autor: Robert Nowacki

2. Juni 2019

Vorübungen zum Kempa-Trick

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:31

Den Kempatrick lernt man nicht von jetzt auf gleich. Schließlich gehört er zu den schwierigsten, wenn auch spektakulärsten Arten ein Tor zu erzielen.

Hierfür muss alles stimmen: Zusammenspiel, Timing, Athletik und Technik. Um das „Herantasten“ an diese spezielle Angriffsvariante einfacher zu gestalten haben wir ein paar Vorübungen zusammengestellt.

Kempaparteiball

Zwei Mannschaften spielen in einem begrenzten Feld gegeneinander Parteiball. Ziel ist es innerhalb der eigenen Mannschaft so viele erfolgreiche Zuspiele wie möglich (oder bis zu einer festgelegten Punktzahl) zu erzielen, ohne dass der Gegner den Ball berührt.

Beim Kempaparteiball zählen dabei nur Pässe als erfolgreich und bringen einen Punkt ein, wenn der Passempfänger den Ball in der Luft annimmt. Es dürfen auch „normale“ Pässe zwischendurch gespielt werden. Diese werden jedoch nicht als Punkt gezählt.

Passpendel im Kempa

Es werden zwei Reihen zu maximal 4 Spielern gebildet. Die ersten Spieler der jeweiligen Reihen stehen ca. 3-4 Meter voneinander entfernt. Der erste Spieler einer Reihe benötigt einen Handball (s. Abb. 1).
Der Ball wird permanent zwischen den beiden Reihen hin und her gepasst. Dabei erfolgt Ballannahme und Rückpass jeweils im Sprung (Kempa).

Nach einem Pass läuft der Spieler auf die andere Seite und stellt sich am Ende der gegenüberliegenden Reihe an.

Die Übung kann über verschiedene Entfernungen der Reihen sowie ihre Ausrichtung zueinander variiert werden.

Vorübung: Kempapass und Torabschluss aus dem Sprung

Ein Helfer wird auf einem Kastenteil innerhalb des Torkreises platziert. Der Ort für das Kastenteil muss abhängig von Sprungkraft und Leistungsvermögen der Außenspieler gemacht werden. Hierfür sollte zuvor die für den Außenspieler mögliche Greifhöhe des Balles im Sprung ermittelt werden. Ein Halbangreifer dient als Anspieler (s. Abb. 2).

Der Rückraumspieler passt den Ball zum Helfer auf dem Kastenteil und zwar in der zuvor festgelegten Höhe. Der Helfer nimmt den Ball in die, Richtung Grundlinie, ausgestreckte Hand. Der Außenspieler springt in den Kreis und soll versuchen den Ball mit der Wurfhand aus der Hand des Anspielers zu entnehmen und noch während des Sprunges erfolgreich im Tor unterzubringen.

Der Zeitraum zwischen Pass und Absprung des Außen sollte im Verlauf der Übung immer mehr minimiert werden.

Für den Halbangreifer können verschiedene Vorbelastungsszenarien erstellt werden, z.B. Eins-Eins, Wurftäuschung oder koordinative Aufgaben vor dem Passen des Balles. Aufbauend auf dieser Übung kann bei gutem Lernerfolg auf den Helfer verzichtet werden und der tatsächliche Kempatrick trainiert werden.

Autor: Robert Nowacki

18. Mai 2019

Übergangslösungen aus dem Rückraum trainieren

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:27

Überraschende Übergänge an den Kreis können für Gefahr sorgen, indem sie für kurze Zeit ein Zuordnungsproblem in der gegnerischen Abwehr schaffen. Im Folgenden geben wir euch zwei Basisbeispiele für das Trainieren eines solchen Überganges.

2 vs. 2 mit offensiver Deckung und Übergang aus dem Rückraum

Auf beiden Außenpositionen werden Anspieler mit Ballkiste benötigt. Die Trainingsgruppe wird auf beide Spielfeldseiten aufgeteilt. Auf jeder Seite werden 2 Abwehrspieler (graues Trikot) benötigt.

Zwei Angreifer spielen gegen zwei Verteidiger. Die Ausgangsstellung ist im oberen Teil der Abbildung 1 für die rechte Angriffsseite zu sehen. Beide Angreifer agieren zunächst aus dem Rückraum (Halb und Mitte). Mit einem Pass zum Halbspieler, löst der betreffende Rückraum-Mitte an den Kreis auf und berührt dabei mit der Hand einen der Verteidiger.

Dieser wird zum offensiven Abwehrspieler (s. unterer Teil der Abbildung 1 für die linke Angriffsseite) und verteidigt ab sofort bei 9 Metern. Der verbliebene Rückraumspieler soll nun versuchen durch ein erfolgreiches Eins-Eins gegen den vorgezogenen Abwehrspieler entweder selbst zu einer klaren Chance zu kommen oder den neuen Kreisspieler in Szene zu setzen.

Der Anspieler auf der Außenposition darf permanent angespielt werden, jedoch nicht selbst abschließen.
Erweiternd dazu kann auch mit einer Aufbausperre durch den neuen Kreisläufer gegen dern vorgezogenen Verteidiger gearbeitet werden.

Die Übung dient vor allem dazu, den Rückraumspielern ein Gefühl für die Kreisposition und das rechtzeitige Absetzen zu vermitteln, im späteren Verlauf auch verbunden mit einer Sperre gegen einen offensiven Verteidiger.

Übergang und Kleingruppenspiel in Überzahl

Auf beiden Halbpositionen werden Spielbereiche an der Torkreislinie abgesteckt (s. Abbildung 2) und mit jeweils einem Abwehrspieler (graue Trikots) ausgestattet. Zudem wird ein fester Kreisspieler und ein zusätzlicher freier Abwehrspieler zwischen den beiden Spielzonen benötigt.

Die Übung beginnt mit einfachen Stoßbewegungen im Rückraum. Nachdem der Ball zweimal von RL zu RR durchgelaufen ist, spielt RR den Ball zu RM und löst von seiner Position an den Kreis auf (wird zu KL).

Die beiden verbliebenen Rückraumspieler sollen nun in Kooperation mit beiden Kreisspielern eine klare Torchance kreieren, wobei der freie Abwehrspieler jeweils in beiden Spielzonen aushelfen darf.

Ziel sollte es demnach sein eine 2 vs. 1 Überzahl durch schnelle Spielverlagerung zu erzielen.
Bei dieser Übung lernen die Rückraumakteure vor allem ein Gefühl für das Timing und die Laufwege bei Übergängen in Überzahl. Bei hohem Spieltempo und sicherer Passqualität entstehen bereits nach kurzer Zeit Räume, die entweder für den Kreis und einen Rückraumspieler selbst zum Torerfolg führen können.

Wichtig hierbei ist, dass RM nach dem Pass zu RL leicht nach rechts ausgleicht, um den Raum mit dem etatmäßigem Kreisspieler nach einem eventuellen Rückpass angreifen zu können.

Autor: Robert Nowacki

7. Mai 2019

Wir suchen Junior-Autoren (m/w) für die Erstellung von Trainingsplänen

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 12:37

Deine Aufgaben:

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir Junior-Autoren (m/w) für die Sportart Handball die in enger Zusammenarbeit mit unserem Redaktionsteam Trainingspläne erstellen. Die Trainingsplan-Serien fassen als Sammlungen praktische Trainingsübungen zu spezifischen Themenkomplexen zusammen.

Neben dem Verfassen der Texte seid ihr als jeweiliger Autor für die Erstellung von Grafiken und Animationen verantwortlich. Die Trainingspläne werden am Ende durch unsere Redaktion inhaltlich korrigiert und layouttechnisch bearbeitet. Für jede erstellte Trainingsplan-Serie bekommt ihr ein festes Honorar ausgezahlt.

Dein Profil:

Als geeigneter Bewerber bringt ihr Trainererfahrungen im und vor allem Liebe zum Handballsport mit. Ohne redaktionelle Erfahrungen vorauszusetzen, sollten euch das Erstellen von Texten und das Herausarbeiten von praktikablen Trainingsübungen leicht von der Hand gehen.

Großen Wert legen wir auf Zuverlässigkeit und eine gute Projektkommunikation – insbesondere bei der Einhaltung von Terminvorgaben.

Ihr habt Interesse oder Fragen? Dann schickt uns bitte eine Mail an kaidittrich@soccas.com in der Ihr Euch kurz vorstellt.

Sportliche Grüße,

Das Handballtraining.de-Team

4. Mai 2019

Torwarttraining – Würfe durch die Beine parieren

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 10:15

„Zwischen den Beinen ist immer Platz!“. Ein vielgehörter Satz im Handball.

Doch auch wenn ein Torhüter natürlich in der normalen Grundstellung Gefahr läuft einen solchen Wurf zu „kassieren“, kann ihm gezieltes Reaktionstraining dabei helfen, doch noch zu parieren. Vor allem bei Siebenmetern oder Würfen von außen ist dies Gold wert. Im Folgenden stellen wir euch eine kleine Übungsauswahl hierzu vor.

Erwärmungsspiel: „Tunnelball“

Mit Pylonen wir eine ca. zwei Meter breite Strecke abgesteckt (s. Abb. 1). Der Torhüter bezieht Position zwischen den beiden Pylonen mit einem Medizinball in den Händen. Zwei Schützen stellen sich im Abstand von drei Metern zum Pylonentor auf. Einer der Schützen benötigt eine Ballkiste.

Die Werfer versuchen sich den Ball per Aufsetzer durch das Pylonentor zu zu spielen. Der Torhüter versucht die Bälle mit den Füßen am Durchkommen zu hindern. Dabei wird der Medizinball permanent mit den Händen über Kopf gehalten. Es sollen insbesondere Würfe durch die Beine ausgeführt werden. Erschwerend kann auch mit Tennisbällen gespielt werden.

Fixierung mit Therabändern

Benötigt wir ein kleines Tor. Der übende Torhüter wird von zwei Helfern mittels Therabändern an den Unterschenkeln fixiert. Außerdem benötigt er einen Medizinball, welcher während der Übung über dem Kopf gehalten wird. Ein Werfer postiert sich mit Ballkiste in ca. vier Metern Entfernung zum Tor (s. Abb. 2).

Der Helfer wirft in schneller Abfolge Bälle auf das kleine Tor. Ziel sind insbesondere Würfe durch die Beine des Torhüters. Der Torhüter versucht trotz der Spannung durch die Therabänder die Bälle durch Bewegung der Beine abzuwehren (Beine schließen, Schritt Richtung Ball).

Torwurf erst nach akustischem Signal

Der Torhüter steht in Grundstellung mit einem Handball in den Händen. Die Feldspieler stehen mit Ball in einer Reihe bei 7 Metern Torentfernung.

Der Torhüter wirft seinen Ball gerade in die Luft. Die Schützen versuchen ihre Bälle durch die leicht geöffneten Beine des Torhüters zu werfen. Der Torhüter wehrt die Bälle durch Schließen der Beine ab und fängt anschließend den hochgeworfenen Ball wieder. Anschließend wirft der nächste Schütze.

Hierbei wird vor allem die Kopplungsfähigkeit und Aufmerksamkeit trainiert, da die Aktion nur als erfolgreich betrachtet wird, wenn sowohl der Wurf pariert, als auch der Ball gefangen wird.

Autor: Robert Nowacki

30. März 2019

Variabel von der Außenposition werfen – Sprungwürfe in der Sinkphase

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 09:53

Je länger ein Außenangreifer bei Torwurf verzögert, umso unruhiger wird der gegnerische Torhüter und umso mehr kann man diesem eine Abwehraktion entlocken, auf die mit einem adäquaten Wurf reagiert werden kann.

Generell versprechen diese Würfe standardmäßig die besten Erfolgschancen, weil ja auch der Winkel für den Abschluss mit zunehmender Flugdauer immer besser wird. Dies zu Trainieren ist Gegenstand der nachfolgenden Übungsbeispiele.

Einpassen nach Sprung von Bank

Zwei Bankreihen werden in ca. sechs Metern Entfernung aufgestellt (s. Abb. 1). Die Spieler bilden Paare und stehen sich hinter den Bänken gegenüber.

Der Partner mit Ball steigt auf die Bank, springt ab und passt den Ball erst kurz vor dem Bodenkontakt zu seinem Mitspieler. Anschließend wird die Übung mit vertauschten Aufgaben wiederholt.

Torwurf nach Sprung von erhöhtem Punkt

Für diese Übung wird ein Turnhocker bzw. eine ähnliche Erhöhung benötigt (s. Abb. 2). Der Angreifer stellt sich mit Ball auf den Hocker und springt nach vorne (nicht nach oben) Richtung Siebenmeterstrich ab.

Der Torwurf soll im bestmöglichen Winkel, also kurz vor dem Bodenkontakt des Außenspielers erfolgen.

Durch die Verlängerung der Flugphase mit Hilfe des Hockers erhält der Angreifer mehr Zeit die Bewegungen des Torhüters zu beobachten und mit der bestmöglichen Wurfvariante darauf zu reagieren.

Diese Übung ist zugleich auch für Torhüter als Wurfbeobachtungsschulung geeignet, da sie über einen langen Zeitraum die Flugphase des Angreifers verfolgen und ihr Stellungsspiel dementsprechend anpassen müssen.

Torwurf erst nach akustischem Signal

Die Außenangreifer erhalten einen Pass von der Halbposition und springen ganz normal zum Torwurf, dürfen jedoch erst abschließen, wenn der Übungsleiter ein akustisches Signal gegeben hat. Hier wird das Verzögern des Wurfes quasi „mit Gewalt“ gefördert.

Zudem garantiert ein kraftvoller Absprung eine längere Flugphase und der Werfer wird somit nicht allzu stark vom akustischen Signal unter Druck gesetzt.

Mit dieser Methode können auch Würfe in anderen Flugphase – wie von uns in den letzten Artikeln beschrieben – gemischt trainiert werden und der Angreifer muss sich darauf vorbereiten sein ganzes Repertoire zu nutzen.

Erschweren können sich die Übenden auch die Bälle selbst vorlegen, z.B. aus einem Pass durch die Beine oder sie starten aus dem Liege-/Unterarmstütz in den Pass des Zuspielers.

Autor: Robert Nowacki

20. März 2019

Variabel von der Außenposition werfen – Sprungwürfe am höchsten Punkt

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 17:45

Ihr habt große Außenspieler mit gutem Sprungvermögen? Dann kann es sich lohnen den Torabschluss am höchsten Punkt zu trainieren. Gerade bei Torhütern, die etwas kleiner sind oder die Tendenz zeigen bei Würfen von der Außenbahn eher halbhoch oder tief zu reagieren ist dies ein vielversprechendes Mittel auf den Torerfolg.

Erwärmungsspiel – Ball über die Schnur

Ein Spiel, welches viele noch aus Grundschulzeiten kennen ist „Ball über die Schnur“. Die Regeln ähneln in ihrer Grundform denen des Volleyballs.

Zwei Mannschaften spielen gegeneinander durch ein Volleyballnetz getrennt gegeneinander und versuchen den Ball für einen Punktgewinn auf den Boden des gegnerischen Feldes zu werfen.

Ein Sprungwurf verspricht hier bessere Erfolgsaussichten und je höher der Ball abgeworfen wird, umso härter kann er in Richtung gegnerische Feld bugsiert werden.

Es empfiehlt sich die Vorgabe zu machen, dass die Spieler möglichst aus einem Drei-Schrittanlauf parallel zum Netz werfen sollen (s. Abb. 1). Das Blocken kann je nach Spielform erlaubt oder verboten werden.

Um zusätzlich die Präzision zu schulen muss jeder gefangene Ball zweimal gepasst werden, auch dies per Sprungwurf.

Wurf am höchsten Punkt über Hindernis

Für die nachfolgende Übung wird ein Hindernis (z.B. Badminton- oder Volleyballnetz, Hochsprungmatte auf Kante u.ä.) benötigt, welche ca. 2 Meter Höhe haben sollte, je nach Sprungkraft der Trainierenden auch mehr oder weniger.

Das Hindernis wird parallel zur Sprungrichtung von außen etwa zwei bis drei Meter vor dem Tor platziert (s. Abb. 2).

Der Übende versucht trotz des Hindernisses den Ball im Tor zu versenken. Dies geht nur mit einem Wurf am höchsten Punkt der Sprungphase.

Zusätzlich können im Tor Bereiche für den Abschluss ausgewiesen und mit unterschiedlich hohen Punkten versehen werden.

Auch können auf diese Art und Weise Heber und Leger trainiert werden, wobei das Hindernis hierfür noch etwas näher an das Tor gerückt werde sollte.

Autor: Robert Nowacki

9. März 2019

Variabel von der Außenposition werfen – Sprungwürfe in der Steigphase

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 09:42

Im Folgenden stellen wir euch aufbauend auf unserem letzten Artikel Übungen vor, welche den Sprungwurf in der Steigphase von der Außenposition schulen sollen.

Einpassen mit schnellem Abzug

Vier Spieler stellen sich in Zweiergruppe gegenüber auf. Jede Gruppe steht hinter einer Hürde, welche an das Sprungvermögen angepasst sein sollte. Es werden Sprungwurfpässe zur gegenüberliegenden Gruppe gespielt.

Die Kernaufgabe besteht darin den Ball bereits kurz nach dem Sprung, also bereits vor dem Überspringen der Hürde sauber zur gegenüberliegenden Gruppe zu spielen (s. Abb. 1). Nach der Landung hinter der Hürde laufen die Spieler auf die gegenüberliegende Seite und stellen sich dort wieder an. Es können für diese Laufstrecke auch Elemente aus dem Lauf-ABC vorgegeben werden.

Wurf in kurze Ecke

Die Tore werden mit Matten oder Kästen so abgedeckt, dass nur ein kleiner Bereich in der kurzen Ecke frei bleibt und dieser auch nur in einer frühen Phase des Sprunges erfolgreich anvisiert werden kann (am besten das Hindernis etwas weiter vor dem Tor platzieren).
Ein Werfer versucht in kurzer Abfolge 6 Würfe hintereinander während der Steigphase im kurzen Eck zu platzieren. Es können zusätzliche Vorgaben bezüglich der Wurfhöhe vor jeder Serie oder jedem Einzelwurf gegeben werden.

Die einfache Übungsvariante sieht standardmäßig den Wurf aus einem Pass von der Halbposition vor. Eine Erschwerung kann erfolgen, indem der Schütze sich z.B. den Ball selbst mit einem Pass durch die eigenen Beine (entweder mit dem Gesicht oder dem Rücken zum Spielfeld) vorlegen muss, den Ball zugerollt bekommt oder ihn sich selbst mit dem Fuß vorlegt.

Wurf und Landung am höchsten Punkt

Diese Übung bietet sich nur für Spieler mit guter Körperbeherrschung und Stabilität an. Im Torkreis wird eine Plattform (Kasten, Hocker, Hochsprungmatte) aufgestellt. Sie sollte in etwa auf Höhe der maximalen Sprungkraft des Außenangreifers sein. Dafür können Testwürfe zur Positionierung genutzt werden.

Der Torwart erhält die Vorgabe, sein Stellungsspiel auf den Hocker auszurichten, also quasi Würfe am höchsten Punkt zu antizipieren. Die Werfer erhalten die Aufgabe, mit Ball auf den Hocker zu springen und noch vor der Landung auf diesem den Torabschluss zu suchen.

Im Normalfall ist auch hier der Wurf in die kurze Ecke am vielversprechendsten, da der Torhüter bereits mehr auf die lange Ecke orientiert ist. Eine Erweiterung der Übung kann erfolgen, indem der Schütze nach dem ersten Wurf auf dem Hocker einen zweiten Ball erhält und diesen nur durch leichtes Abspringen nach unten in der Sinkphase verwandeln muss. Hier werden demnach zwei verschiedene Wurfvarianten in kurzer Abfolge trainiert.

Autor: Robert Nowacki

23. Februar 2019

Variabel von der Außenposition – Würfe aus unterschiedlichen Sprungphasen

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:17

Als Außenspieler hat man es nicht leicht. Nur selten am Ball erwarten die Mitspieler, dass ein Wurf von der Außenposition sein Ziel findet. Hierfür werden gerade gegen gute Torhüter verschiedene Wurfvarianten zwingend erforderlich.

Eine Möglichkeit besteht dabei darin, aus unterschiedlichen Phasen des Sprunges abschließen zu können. Wir stellen im Folgenden die drei sich daraus ergebenden Möglichkeiten und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile vor.

Würfe aus der Steigphase

Im Normalfall sollte man beim Wurfversuch von der Außenposition möglichst lange verzögern, um die Bewegungen des Torhüters zu analysieren und dann die richtige Entscheidung zu treffen.

Versucht ein Torhüter jedoch sein Stellungsspiel antizipativ auszurichten und den Abwurfpunkt des Außenspielers bereits vorher zu erahnen, kann es sich lohnen, mit einem „schnellen Abschluss“ während der Steigphase den Überraschungseffekt zu nutzen.

Wie in Abb. 1 dargestellt, ist hier der Wurf in die kurze Ecke meist die beste Lösung. Der Torhüter ist in diesem Fall bereits vor dem Wurf in einer Position, aus welcher er einen Wurf in der Sinkphase am besten parieren kann. Der Außen kann auf diese Stellungsvariante mit einem Wurf direkt nach dem Absprung reagieren und den Torhüter somit überraschen.

Abwurf am höchsten Punkt

Ein Torabschluss am Gipfelpunkt bietet sich vor allem dann an, wenn der Torhüter einen deutlichen „Größennachteil“ besitzt und ein Außenspieler mit guter Sprungkraft ausgestattet ist. Ein kleiner Torhüter wird auf diese Weise dazu gezwungen, einen hohen Wurf abzudecken. Schafft er dies nicht, ist es für den Außenspieler vermeintlich einfacher, die obere lange Ecke anzuvisieren.

Erwartet der Torhüter einen hohen Wurf (er deckt mit beiden gestreckten Armen den oberen Torbereich ab), kann mit einem Wurf an der Hüfte vorbei reagiert werden (s. Abb. 2)

Abwurf in der Sinkphase

Standardmäßig die besten Chancen zum Torerfolg bietet ein Abwurf in der Sinkphase. Am besten sucht ein Außen hier den Torabschluss erst kurz bevor er wieder Bodenkontakt erhält. Die Herausforderung für den Torhüter ist hier am größten. Ein Torwart, welcher sich zu wenig am Flugverhalten des Werfers orientiert, kann mit einem Wurf in die lange Ecke überwunden werden.

Ein Torhüter, der aggressiv agiert, kann per Heber bezwungen werden. Ein Torhüter, welcher zu früh reagiert, kann mit einem Wurf in die kurze Ecke bezwungen werden.

Allgemein bieten alle Phasen die Möglichkeit auf einen Torgewinn. Dies setzt jedoch voraus, dass der Außenspieler sich nicht schon frühzeitig überlegt, in welcher Phase er den Abschluss sucht, sondern dies vom Verhalten des gegnerischen Torhüters abhängig macht.

Dies zu trainieren wird Gegenstand unseres nächsten Artikels sein.

Autor: Robert Nowacki