Handballtraining Handballübungen


25. Januar 2013

Trainingsprinzipien im Handballtraining – Teil 1

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 10:09

Training und Wissenschaft haben sich im modernen Sport längst vereint zur Trainingswissenschaft. Renommierte Trainingswissenschaftler haben in den vergangenen Jahrzehnten versucht Leitsätze zur Durchführung des sportlichen Trainings zu entwickeln.

Diese Trainingsprinzipien gelten teils in leicht abgewandelten Formen für alle Sportarten und sollen nachfolgend für die Sportart Handball erklärt werden.

Prinzip des trainingswirksamen Reizes

Unter dem Prinzip des trainingswirksamen Reizes versteht man die Anpassung der Trainingsaufgabe an den Leistungsstand des Handballers. Ein Handballer, der z.B. bereits die Wurftechniken Schlagwurf und Sprungwurf virtuos beherrscht würde keinen Vorteil daraus ziehen die Technik wiederholt ohne Zusatzaufgaben zu üben.

Für einen wirksamen Trainingsreiz müssen entweder neue Technikbilder erlernt werden oder die Techniken unter hohen Drucksituationen ausgeführt werden. Nur so verbessert sich der Spieler. Auf der anderen Seite sind zu schwere Aufgaben ebenfalls hinderlich für einen Trainingsfortschritt.

Prinzip der kontinuierlichen Belastungssteigerung

Dieses Trainingsprinzip ist besonders wichtig für eine gelungene Saisonvorbereitung. Reichen zu Beginn noch geringe Belastungsmomente zur Leistungssteigerung, ist vor allem im Bereich der Grundlagen- und Spielausdauer die Belastung stetig zu erhöhen, da der Körper des Spielers sich an geringe Belastungen anpasst und keine Trainingseffekte mehr erzielt werden können.

Daher muss die Belastung stetig erhöht werden, um die Leistungsgrenzen gezielt nach oben zu verschieben. Reicht am Anfang also beispielsweise noch ein dreißigminütiger Dauerlauf um die Spieler an ihre Grenzen zu führen, muss die Laufzeit innerhalb der weiteren Trainingseinheiten deutlich nach oben geschraubt werden.

Prinzip der Variation der Trainingsbelastung

Bei der Gestaltung der Belastung ist besonders im Mannschaftssport abwechslungsreiche Trainingsgestaltung zwingend notwendig. Zum einen sollte viele Trainingsziele (Kraft, Ausdauer, Technik, Taktik, Regeneration, Schnelligkeit, usw.) abwechselnd in den Trainingseinheiten integriert werden und auch diese noch ausdifferenziert werden (Sprungkraft, Wurfkraft, Reaktivkraft, etc.). So verhindert der Trainer einerseits, dass die Spieler durch immer gleiche Abläufe zur Unkonzentriertheit im Training neigen und zum anderen, dass bestimmte Dinge übertrainiert werden und genau das Gegenteil vom sogenannten Superkompensationseffekt eintritt.

Wer z.B. permanent nur Wurfkraft trainieren lässt hat am Ende vielleicht Spieler, die sich mit Verletzungen aufgrund der zu hohen Schnellkraftbelastung für die Muskeln herumplagen müssen. Außerdem werden symbiotisch ergänzende Fähigkeiten für eine Technik, wie z.B. Wurfgenauigkeit, vernachlässigt. Haben bestimmte Spieler allerdings deutliche Defizite in speziellen Bereichen ist es auch wichtig diese etwas ausführlicher zu trainieren. Trotzdem sollte jeder Übungsleiter auf die Ausgewogenheit seines Trainings achten.

Robert Nowacki

7. August 2012

Trainingstipps zum Wurfabwehrverhalten für Handballtorhüter

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 11:19

Die Torhüter bekleiden die abwehrtaktisch wichtigste Position im Handballsport. Vor allem bei ähnlich starken Mannschaften ist häufig die bessere Torwartleistung das Zünglein an der Waage. Auch wenn es athletische und koordinative Grundvoraussetzungen gibt die ein Torhüter besitzen sollte, gibt es einige Dinge die bei der Wurfabwehr zu beachten sind.

Lange Warten

Ein Torhüter sollte sich niemals zu früh für eine Ecke des Tores zur Ballabwehr entscheiden. Erfahrungsgemäß können gegnerische Schützen vor allem bei freien Bällen durch langes Stehenbleiben leicht verunsichert werden.

Hand und Schulter des Schützen beobachten

Viele Torhüter begehen einen Fehler indem sie den Schützen in die Augen schauen oder nur Standardparaden gegen bestimmte Wurfpositionen anwenden. Der beste Indikator um Wurfrichtung und –art zu identifizieren ist sich Schulter und Handbewegung des gegnerischen Werfers genau anzuschauen. Ist das Handgelenk beispielsweise stark nach oben gezogen ist mit einem flachen Wurf zu rechnen.

Wurfbilder einprägen

Vor allem für Torhüter in niedrigeren Spielklassen ist es von großem Vorteil sich die Wurfbilder der gegnerischen Schützen einzuprägen, da die Spieler auf diesem Niveau oft keine große Variabilität in ihrem Wurf haben.

Mit Werfern spielen und sie ständig vor neue Aufgaben stellen

Genauso wie es für einen Werfer wichtig ist variabel zu sein ist es auch wichtig für den Torhüter sein Spiel zu variieren. Torhüter die immer das gleiche Bein bei der Sprungabwehr heben oder immer in die lange Ecke gehen sind leicht auszurechnen. Gerade bei starke Schützen auf den Außenpositionen bietet es sich an diese vor ständig neue Aufgaben zu stellen. Ecken oder bestimmte Würfe „anzubieten“ kann hier sehr effektiv sein.

Zusammenspiel mit Block organisieren

Das Zusammenspiel mit dem Mittelblock ist immens wichtig um gegnerischen Angriffen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es sollten vor dem Wettkampf genaue Absprachen getroffen werden welche Torseite der Block abzudecken hat. Hier gibt es zahlreiche Varianten. Hat der Torhüter eine schwache Seite kann versucht werden diese permanent vom Block absichern zu lassen.

Auch eine Veränderung des Blockverhaltens während des Spieles kann die gegnerischen Werfer verunsichern. Allerdings ist hierfür ein gut geschulter Mittelblock notwendig. Ein Torhüter tut gut daran sich nicht immer auf seinen Block zu verlassen, sondern die Wurfbewegung des Rückraumschützen gut zu lesen und auch mal auf Bälle, die über den Block gehen könnten vorbereitet zu sein.

Robert Nowacki

31. Juli 2012

Bewegungsverhalten für Anfänger auf der Torwartposition

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 09:48

Die Position des Torhüters hebt sich in ihren Anforderungen deutlich von den anderen taktischen Positionen in einer Handballmannschaft ab. Häufig ist es vor allem für Vereine in unteren Spielklassen schwierig die Torwartposition sowohl qualitativ als auch quantitativ zufriedenstellend zu besetzen.

Erklärt sich doch einmal ein ehemaliger Feldspieler oder ein Neuzugang bereit ins Tor zu gehen reichen die Kenntnisse des Übungsleiters bezüglich Training und Technikanforderungen für Torhüter oft nicht aus um diesen zu einem guten Torhüter auszubilden. Im nachfolgenden werden einige Punkte genannt die der Übungsleiter seinem neuen Torwart unbedingt vermitteln sollte. Dies gilt auch für die Ausbildung in der Jugend.

Arme oben lassen vor dem Torwurf

Während die eigene Mannschaft in der Verteidigungsphase ist und der Gegner versucht eine Wurfchance zu kreieren sollte der Torwart stets die Arme erhoben haben. Vor allem bei ansatzlosen Würfen aus dem Rückraum ist es so leichter Bälle, die in den oberen Bereich des Tores geworfen werden abzuwehren. Allerdings sollte der Torwart die Hände auch für Abwehraktionen auf Hüft- und sogar Kniehöhe verwenden können sobald er die Höhe und Richtung eines gegnerischen Wurfes zu erkennen glaubt.

Körperspannung beim Torwurf

Eine der wichtigsten Regeln für Torhüter lautet bei Abwehraktionen immer den ganzen Körper unter Spannung zu setzen. Dies kann auch im Training gezielt geübt werden. Zum einen erhöht sich durch eine gute Körperspannung die Chancen Würfe auch mit geringflächigem Körperkontakt noch am Torerfolg zu hindern. Zum anderen schützt sich der Torhüter auch vor Verletzungen durch Körpertreffer dank der natürlichen Schutzfunktion der Muskelkontraktion. Vor allem Bei Magen- (Bauchmuskulatur) und Kopftreffern (Nackenmuskulatur) ist dies sehr wichtig.

Mit dem Ball bewegen

Um optimale Positionen bei gegnerischen Torwürfen einzunehmen ist es wichtig für einen Torhüter permanent so viel Torfläche wie möglich abzudecken. Beim gebundenen Spiel heißt dies, dass er sich in einer parabelförmigen Kurve von Torpfosten zu Torpfosten bewegt und dabei stets Position zum Ball bezieht. Je weiter er sich Richtung Tormitte bewegt umso weiter sollte er von der Torlinie entfernt stehen um viel Torfläche abdecken zu können. Bei Würfen aus der Nahdistanz wird dieses Bewegungsmuster allerdings aufgehoben.

Robert Nowacki

2. Juli 2012

Mannschaftsführung 2

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 17:36

Spieler mit in Entscheidungen einbeziehen

In fast allen modernen Mannschaftssportarten hat das Trainerdasein einen Wandel vollzogen. Die Übungsleiter lassen die Spieler heutzutage wesentlich mehr an ihren Entscheidungen teilhaben. Auch der Handball bildet hier keine Ausnahme. Auch wenn als Übungsleiter die letzte Entscheidungsgewalt bei Aufstellungs-, Trainings- und Taktikfragen immer erhalten bleiben sollte, ist es oft ratsam zumindest Feedback von der Mannschaft zu erhalten.

Gerade was die Spielzüge und die taktischen Systeme angeht kann es sehr hilfreich sein erfahrene Spieler auf wichtigen Positionen (Rückraum Mitte, Mannschaftsrat) nach deren Meinung zu fragen. Dies gibt der Mannschaft das Gefühl mehr zu sein als nur ein folgsames Gebilde und schult gleichzeitig das Verantwortungsbewusstsein der Spieler. Außerdem bauen Trainer, die alles im Alleingang entscheiden schnell eine große Fallhöhe auf, die bei Misserfolg sehr schnell zum Verhängnis werden kann.

Distanz ist notwendig

Auch wenn die Entwicklung derzeitig weg vom autoritären Alleinentscheider auf dem Trainerstuhl hin zum offenem demokratischen Anführer geht, ist es notwendig eine gewisse Distanz zwischen sich und der Mannschaft zu erhalten. Ein Übungsleiter der sich auf die Ebene der Spieler bewegt zu freundschaftliche Bindungen zur Mannschaft entwickelt ist stark gefährdet seine Autorität zu verlieren.

Zwar ist im Breitensport auch die freundschaftliche Beziehung zur Mannschaft möglich, aber sie beeinträchtigt mitunter das Urteilsvermögen des Trainers. Entscheidungen bezüglich Aufstellungen, Sonderbehandlungen und ähnlichem dürfen nie aufgrund persönlicher Sympa- oder Antipathien getroffen werden. Außerdem können die Spieler den nötigen Respekt vor einem Trainer verlieren, der sich emotional zu nah an der Mannschaft befindet.

Ein eigener Stil ist wichtig

Vor allem bei einer neuen Trainingsgruppe ist es wichtig für den Trainer sofort erkennbar zu machen, auf welche Art und Weise er mit der Mannschaft in Zukunft umgehen möchte. Ein Übungsleiter, der jede Woche den Stil seiner Mannschaftsführung ändert wird von seiner Mannschaft schnell nicht mehr ernst genommen.

Zwar können Veränderungen in der Zusammenarbeit mit der Mannschaft erfolgen. Diese sollten aber nicht fundamental sein und vor der Mannschaft begründet werden. Die Orientierung an Trainervorbildern ist durchaus sinnvoll, sollte allerdings nie in bloßes Kopieren ausarten. Jeder Übungsleiter sollte seinen eigenen Stil kreieren.

Robert Nowacki

28. Juni 2012

Mannschaftsführung Teil 1

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 11:49

Das Anforderungsprofil an einen Handballtrainer ist breit gefächert. Neben der erforderlichen Fachkompetenz sind auch soziale und pädagogische Kernkompetenzen im Umgang mit Mannschaft und Einzelspielern erforderlich. Dabei muss jeder Trainer seinen eigenen Weg hin zur Mannschaftsführung finden. Allerdings gibt es einige Punkte die dabei auf jeden Fall beachtet werden sollten.

Eine Mannschaft besteht aus Individuen

Der Übungsleiter sollte immer im Kopf behalten, dass eine Trainingsgruppe aus vielen unterschiedlichen Charakteren besteht. Es ist daher wichtig auf die Spieler als Individuum einzugehen. Hierfür ist natürlich eine genaue Kenntnis der einzelnen Charaktere von Nöten. Gerade bei Übungsleitern, die eine Mannschaft neu übernehmen braucht dies etwas Zeit.

Durch Einzelgespräche und genaue Beobachtung der Einzelspieler während des Trainings und auch in Trainingspausen kann dieser Vorgang optimal beschleunigt werden. Allerdings sollte der Trainer versuchen keinen der Spieler außerordentlich stark zu bevorteilen oder zu protegieren. Schließlich handelt es sich bei Handball um einen Mannschaftssport, bei dem die Spieler auch in der Lage sein müssen sich unterzuordnen.

Klare Ziele Formulieren

Um sich eine glaubhafte Position gegenüber der Mannschaft zu erarbeiten sind klar formulierte Ziele wichtig. Ein Trainer, der für sein Handeln kein Motiv in Form eines Zieles ausgibt wird definitiv schneller in Frage gestellt. Der Mannschaft sollen nicht nur Übungen im Training erklärt werden, sondern auch wieso gerade diese Übungen ausgewählt werden und was sie am Ende bewirken sollen. Dies hilft dem Übungsleiter auch selbst bei der Reflexion des eigenen Handelns.

Die Schwierigkeit zu erreichender Ziele sollte sorgfältig ausgewählt werden: Zu leicht zu erreichen und die Mannschaft verliert an Motivation – zu schwer zu erreichen und das Selbstvertrauen kann schwinden. Neben den Trainingszielen sind auch Wettkampfziele von entscheidender Bedeutung. Der Trainer sollte spätestens am Ende der Saisonvorbereitung ein Gesamtziel für den Wettkampfzyklus ausgeben. Dieses Saisonziel sollte je nach Verlauf der Spielzeit an Leistungen und Ergebnisse der Mannschaft angepasst werden.

Die Formulierung klarer Ziele vor dem Einzelwettkampf (Spieltag) ist ebenfalls sehr wichtig. Der Trainer sollte hier auf der einen Seite ein Ergebnisziel bestimmen und auf der anderen Seite Forderungen an die Leistung (Spielstil, Abwehrverhalten, etc.) stellen.

Robert Nowacki

22. Mai 2012

Die Besonderheiten der Handballmannschaft als soziales Gebilde

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 14:15

Handball unterliegt als Teamsport gewissen Gesetzmäßigkeiten was die soziale Hierarchie und die Konkurrenz innerhalb der Mannschaft angeht. Allerdings hebt sich der Handballsport auch von anderen Mannschaftssportarten durch die Besonderheiten des Spiels und der Anforderungen an die Spieler ab. Nachfolgend werden einige Punkte aufgeführt, die der Trainer bei der Zusammenstellung und dem Aufbau eines Teams beachten sollte.

Flache Hierarchien innerhalb einer Handballmannschaft

Im Gegensatz zu vielen anderen Mannschaftssportarten ist beim Handball das ständige Ein- und Auswechseln von Spielern erlaubt. Hieraus ergeben sich für den Trainer nicht nur diverse taktische Möglichkeiten wie z.B. Spezialistenwechsel, sondern auch eine wesentlich aufgelockerte Teamhierarchie. Dadurch, dass ein Wechsel bei Bedarf sofort rückgängig gemacht werden kann und Spieler durch kurze Wechselpausen während des Wettkampfes regenerieren können, ist die Kluft zwischen Stammformation und Ersatzspielern viel kleiner als in anderen Sportarten. Zwar kristallisieren sich trotzdem bestimmte Spieler heraus die als Führungspersonen die Mannschaft tragen, allerdings ist es für den Trainer wesentlich bedeutsamer jeden Spieler gleich stark zu fördern und möglichst auf Sonderbehandlungen einzelner Spieler zu verzichten.

Kooperanz auf gleichen Positionen

Aus dem bereits genanntem Aspekt des „fliegenden Wechsels“ folgt auch ein besonderes Verhältnis zwischen Spielern, welche die gleiche taktische Position auf dem Feld ausfüllen. Es gibt kaum weitere Teamsportarten, in denen Spieler einer Position so eng aneinander gebunden sind. Vor allem auf der Torhüterposition findet man im Handball häufig dieses Kooperanz-Szenario. Da jeder Spieler während der Saison Spielanteile erhält ist es auch einfacher für den Einzelspieler seinen Konkurrenten auf einer Position zu unterstützen und durch eigene gute Leistungen anzuspornen. Im Gegensatz zum Fußball beispielsweise, reicht es beim Handball nun einmal nicht aus nur eine starke Startaufstellung zu haben. Es ist daher sinnvoll bei der Mannschaftsaufstellung auf möglichst hohe Leistungshomogenität auf den einzelnen Positionen zu achten.

ie Sonderrolle des „Mittelmannes“

Die Spieler auf der Rückraum Mitte Position sollten in jeder Mannschaft eine Führungsrolle inne haben. Sie stellen im Normalfall den verlängerten Arm des Trainers auf dem Spielfeld da und symbolisieren den Kopf der Mannschaft. Der Übungsleiter sollte darum seine Mittelspieler auch charakterlich so fördern, dass sie automatisch einen hohen Platz in der Mannschaftshierarchie einnehmen können und ihre Mitspieler ihren Anweisungen Gehör und Vertrauen schenken.

Robert Nowacki

21. Mai 2012

Trainingstipps für Handball mit Anfängern 1

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 15:13

Im Gegensatz zum Training mit fortgeschrittenen Handballern gibt es für den Übungsgleiter beim Anfängertraining einige Besonderheiten auf die er achten muss. Dabei stehen die Anforderungen an die pädagogischen und psychologischen weit über den Anforderungen an die eigenen handballerischen Fähigkeiten.

Heterogenität der Gruppe

Beinahe immer ist es beim Anfängertraining so, dass die einzelnen Teilnehmer sehr unterschiedliche Ausgangspositionen besitzen. Je nachdem welche sportlichen Vorerfahrungen und physischen Grundkonstitutionen die verschiedenen Handballanfänger besitzen, ergibt sich oft ein großes Gefälle was konditionelle und koordinative Fähigkeiten betrifft. Um sich einen Überblick zu verschaffen kann der Trainer gleich zu Beginn der ersten Trainingseinheit durch kleinere Spiele, welche die Grundtechniken Laufen, Springen und Werfen erfordern, ein klares Bild über die ungefähren Leistungszustände Einzelner sowie der Gruppe insgesamt erhalten. Außerdem lassen sich die Anfänger auch durch ihr soziales Verhalten in solchen Spielen charakterlich bereits gut einordnen. So können z.B. frühzeitig Heißsporne, Mannschaftsspieler, Führungsspieler und Unruhestifter erkannt werden.

Der Ball im Mittelpunkt des Trainings

Beim Erlernen neuer Sportarten ist es für Anfänger wichtig stetig motiviert zu werden und häufig Erfolgserlebnisse zu haben. Daher sollte der Übungsleiter zunächst viele spielerische Elemente mit dem Handball als Spielgerät in sein Trainingsprogramm integrieren und immer darauf achten, dass von den Anfängern zu lösende Übungsaufgaben auch für schwächere Spieler zu bewerkstelligen sind. Vor allem zur Verbesserung der des Ballfangens und –werfens sind kleine Spiele auf engem Raum mit vielen Ballkontakten ideal.

Frühes Vermitteln der Regeln

Da Handball ein vergleichsweise schwieriges Regelkonzept besitzt, ist es enorm wichtig von Anfang an auf Grundregeln wie die Schritt- und Prellregeln, die Spielfeldmarkierungen plus Bedeutung und die Ahndung von Regelverstößen hinzuweisen und immer wieder auch das Wissen der Anfänger darüber zu kontrollieren. So kann beispielsweise zu Beginn auch eine Einheit nur aus dem reinen Erlernen der Regeln bestehen.

Hohe Wiederholungszahlen beim Techniktraining

Da Handball eine extrem technikorientierte Sportart ist, gibt es viele Dinge, die auch Anfänger zu Durchführung des Spieles beherrschen müssen. Hier gilt es für den Übungsleiter beim Erarbeiten von Techniken nicht von einer Übung zur nächsten zu hetzen sondern den Spielern ausreichend Zeit zum Üben zu geben und Sicherheit durch hohe Wiederholungszahlen einer Technik zu vermitteln.

Robert Nowacki

14. Mai 2012

Handballcoaching in der Vorwettkampfphase

Kategorie: Allgemein,Tipps – Autor: admin – 15:21

Das Coaching ist neben der Gestaltung des Trainings die zweite wichtige Aufgabe eines Handballtrainers. Fälschlicherweise wird dabei oft davon ausgegangen, dass es sich um einen einzelnen großen Bereich der sportlichen Führung und Förderung handelt. Dem ist allerdings nicht so.

DER UNTERSCHIED

Unter dem sportlichen Training versteht man alle Vorgänge die zur Aktivierung und Erweiterung von Leistungspotenzialen dienen. Dies umfasst in erster Linie das Handballtraining in seiner Gestaltung und Anleitung, aber auch Ernährungsberatung, Videoschulung oder Mentaltraining.

Der Erfolg von Training ist nicht immer mit fixen Parametern messbar. Trainingserfolge werden oft nur subjektiv wahrgenommen und bewertet. Der Erfolg des Coachings lässt sich hingegen meist an einem konkreten Ergebnis (Sieg, Unentschieden, Niederlage) ermitteln, wobei jedoch auch hier subjektive Eindrücke (Art und Weise des Sieges z.B.) als Indikatoren hinzugezogen werden können.

COACHING im Handballsport

Coaching ist im Handball meist mit dem Wort Wettkampfbetreuung gleich zu setzen. Dies umfasst beim Handball nicht nur das Spiel an sich, sondern auch alle Pausen während des Spieles sowie die Vorwettkampfphase (Erwärmung, Mannschaftsbesprechung u.ä.) und die Wettkampfnachbereitung (Auslaufen, Nachbesprechung, etc.).

COACHING vor dem Spiel

Meist beginnt die Coachingtätigkeit des Trainers mit dem Erreichen der Spielstätte. In Ausnahmen können auch schon Ansprachen oder Einzelgespräche während der Anreise oder davor zum Coaching hinzugerechnet werden. Die erste größere Anforderung an die Fähigkeiten des Übungsleiters stellt die Gestaltung des Warm-Ups dar.

Hier kann der Trainer bereits Einfluss auf Motivation und Selbstvertrauen der Spieler nehmen. In der Regel empfiehlt es sich das Muster der Erwärmung während eines größeren Zyklus (Saison oder Halbserie) nur geringfügig zu verändern, da die bekannten Abläufe für viele Spieler etwas Vertrautes sind und sie sich besser auf die bevorstehende Wettkampfaufgabe konzentrieren können. Bei ständiger Abwandlung des Erwärmungsprogrammes werden die Spieler hingegen eventuell verunsichert und aus der Konzentration gerissen.

In jedem Fall sollte die Erwärmung ausreichende Länge und Intensität besitzen um Verletzungen vorzubeugen. Dreißig Minuten Gesamterwärmung mit einer fünf- bis zehnminütigen Dehnpause sollte der Trainer mindestens einplanen. Dies bedeutet natürlich auch die Ankunft an der Spielstätte möglichst so zu planen, dass die gewohnten Abläufe in aller Ruhe ausgeführt werden können.
Robert Nowacki

Handballcoaching vor und während des Wettkampfes

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 15:15

DIE MANNSCHAFTSANSPRACHE

Wie viel Zeit ein Trainer für die Ansprache vor dem Spiel aufwendet ist individuell sehr unterschiedlich. Dabei sollte er allerdings innerhalb eines Makrozyklus (Saison, Halbserie) nicht allzu oft zwischen langen intensiven Ansprachen und kurzen (oder gar keinen) prägnanten Anweisungen wechseln. Wichtig ist, immer authentisch zu bleiben. Gerade bei Ansprachen vor dem Spiel sollte der Trainer die Spieler nicht mit taktischen Anweisungen überfordern und nur besondere Vorgaben für das Spiel, wie spezielle Abwehrvarianten, ansprechen.

Es ist ebenso ratsam nicht allzu viel über Stärken und Schwächen des Gegners zu referieren. Der Trainer sollte lediglich konkrete Vorgaben zum Ausnutzen oder Einschränken der gegnerischen Besonderheiten vermitteln. Bei der Verkündung der Startaufstellung ist darauf zu achten Überraschungen in dieser entweder gezielt zu begründen oder unkommentiert zu lassen und im Zweifelsfall vorher ein kurzes Einzelgespräch mit den Betroffenen zu führen (z.B. währen der Erwärmung). Emotional aufgeladene Schlussworte sollte man sich als Trainer nur erlauben, wenn man nicht allzu viel emotionale Distanz zu den Spielern hat und die Sprache der Mannschaft spricht. Ansonsten kann man diese Aufgabe getrost einem der Führungsspieler überlassen.

COACHING während des Handballspiels

Während eines Wettkampfes ist der Coach psychisch und physisch extrem gefordert. Zu den nahe liegenden Tätigkeiten wie Auswechslungen, kurzen Ansagen und Motivationsversuchen gesellt sich noch eine Vielzahl an unbewussten Coachingaktivitäten. Am Wichtigsten sind hierbei die Beobachtung des Spiels und die Reaktion auf spezielle Auffälligkeiten im Abwehr- und Angriffsverhalten. So müssen Trainer eine Vielzahl von Entscheidungen treffen, die starke Auswirkungen auf das Spielgeschehen haben können.

Auswechslungen vor allem in der Anfangsphase eines Spieles sollten sorgfältig bedacht werden. Im Zweifelsfall sollte ein schlechter Start in das Spiel lieber durch eine Auszeit unterbrochen werden als durch einen Komplettwechsel der Mannschaft. Schließlich steht im Normalfall die beste Mannschaft von Beginn an auf dem Feld. Am Spielfeldrand ist der Trainer außerdem nicht nur Betreuer und Führer der Mannschaft, sondern auch Vorbild.

Darum sollten Übungsleiter immer auch auf die eigene Körpersprache achten und mit dieser der Mannschaften gewünschte Verhaltensweisen (Aggressivität, Ruhe, Leidenschaft, Konzentration) vermitteln können. Diskussionen mit dem Schiedsrichter haben fast nie positive Effekte und sollten darum möglichst maximal eingeschränkt werden.

Robert Nowacki