Handballtraining Handballübungen


4. August 2018

Parteiballvarianten mit erhöhter Belastung

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 14:14

Parteiball oder auch Zehnerball ist ein beliebtes Erwärmungsspiel. Besonders in der Saisonvorbereitung kann man das Spielprinzip (eine bestimmte Anzahl von Pässen innerhalb der eigenen Mannschaft ohne dass der Gegner den Ball berührt) als Grundlage für Varianten mit erhöhter Belastungsintensität nutzen.

Umschlag-Parteiball

Für Umschlag-Parteiball wird die gesamte Halle benötigt, Gespielt wird innerhalb von 9 Metern. Nachdem eine Mannschaft die erforderliche Anzahl an Pässen erreicht hat, musss sie versuchen das Spielfeld bis zum gegenüberliegenden Torkreis (ohne Prellen) zu überbrücken und den Ball dort abzulegen.

Die Varianten eignet sich besonders für die Vorbereitung oder Trainingseinheiten, in welchen das Umkehrspiel im Vordergrund stehen soll.

Kempa-Parteiball

Für diese Variante werden im Spielfeld kleine Turnhocker platziert. Ziel ist es fünf Pässe zu spielen bei denen ein Mitspieler den Ball in der Luft nach einem Sprung vom Hocker fangen kann (s. Abb. 1). Zwischendurch dürfen natürlich auch normale Pässe gespielt werden.

Die Variante eignet sich besonders in Trainingseinheiten mit den zentralen Themen „Kempatrick“ und Sprungkraft.

Varianten

– Rückpass noch in der Luft

– Zusatzaufgabe für einen Punktgewinn nach fünf Kempapässen, z.B. Ablegen des Balles auf einer Matte

Ablege-Parteiball (Ringvariante)

Bei dieser Variante werden im Spielfeld Ringe ausgelegt (Anzahl Ringe > Spielerzahl pro Mannschaft) und in jedem Ring ein Ball platziert. Ziel ist es den Spielball zehnmal zu tauschen, indem dieser in einem der Ringe abgelegt und der im Ring befindliche Ball aufgenommen und als neuer Spielball verwendet wird.

Die Hauptbelastung liegt dabei vor allem bei der verteidigenden Mannschaft. Sie muss versuchen das Tauschen der Bälle zu unterbinden. Hier gibt es unterschiedliche Variationen.

Entweder die Mannschaft ohne Ball versucht durch reines Stellungsspiel das Tauschen der Bälle zu verhindern und die ballführende Mannschaft von den Ringen fernzuhalten oder aber der Ball darf nicht getauscht werden, wenn ein Akteur der verteidigenden Mannschaft seinen Fuß innerhalb des Ringes hat (oder eine Hand auf dem Ball im Ring).

Eine weitere Variationsmöglichkeit ist das Spielen mit Bällen unterschiedlicher Größe und Gewichts.

Autor: Robert Nowacki

1. Juli 2017

Der „Mensch-ärgere-dich-Lauf“ – Belastung spielerisch verpacken

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 10:00

In den letzten Jahren ist die Trainingslehre vom sturem „Konditionsbolzen“ in der Vorbereitung abgeschwenkt. Viele Trainer versuchen immer mehr die nötige konditionelle Belastung vor der Saison in Spiele und Wettkämpfe zu verpacken.

Einerseits ist dies auch für die Spieler abwechslungsreicher und macht mehr Spaß, auf der anderen Seite lassen sich durch wettkampfbetonte Trainingsinhalte auch beim ein oder anderen noch ein paar mehr Prozent Einsatzbereitschaft herauskitzeln.

Ein Beispiel, nämlich den „Mensch-ärgere-dich-Lauf“, welcher insbesondere im Jugend- und Damenhandball großen Anklang findet, wollen wir euch im Folgenden vorstellen.

Grundlegendes Spielprinzip

255 Mensch ärgere dich Lauf Abb. 1

Zunächst einmal benötigt man für das Spiel eine Variante des Brettspiels „Mensch-ärgere-dich-nicht“. Dieses wird in die Mitte eines Spielquadrates gelegt. Es werden vier Mannschaften (maximal 4 Spieler pro Team) gebildet, welche jeweils eine Spielfigurenfarbe erhalten.

Ein Spieler jeder Mannschaft darf zu Beginn würfeln und muss anschließend die Anzahl der Würfelaugen als Runden um das Quadrat laufen (s. Abb. 1). Hat er dies geschafft, darf er die Spielfigur seiner Mannschaft um die betreffende Augenzahl nach vorne setzen.

Im Anschluss ist der nächste Spieler an der Reihe. Die Spieler, welche gerade nicht um das Quadrat laufen erhalten Zusatzaufgaben.

Anpassung an Trainingsziele

Das Spiel kann in seiner Gestaltung den erforderlichen Trainingszielen angepasst werden. Im Folgenden einige Beispiele mit möglichen Modifikationen.

Ziel Grundlagenausdauer: Spielfeld möglichst groß gestalten (Sportplatzrunde). Alle Spieler würfeln gleichzeitig und laufen gleichzeitig (hier macht das „Rausschmeißen“ am Meisten Spaß).

Ziel Sprintschnelligkeit: Ein kleines Spielfeld reicht aus (eine Hallenhälfte). Zusatzaufgaben sollten entlastend für die Beine sein (z.B. Sit-Ups, Liegestütze, Übungen mit Medizinball oder Stabiübungen)

Ziel Sprungkraft: Einbau von Hindernissen auf der Laufbahn (Reaktivsprünge über Hürden, Sprünge auf Hochsprungmatten oder Bänken)

Ziel Oberkörperkräftigung: Mehrere Bahnen im Vierfüssler- oder Krebsgang absolvieren oder Paarlauf mit Schubkarre

Ziel Technikschulung: Parcours mit Handball absolvieren und dabei unterschiedliche Geschicklichkeitsübungen absolvieren (z.B: Slalomdribbeln, Doppelpässe mit der Hallenwand, Zielwerfen, etc.)

Autor: Robert Nowacki

4. August 2015

Erwärmungsspiele fürs Torwarttraining

Kategorie: Aufwärmen – Autor: KaiDittrich – 09:26

Spezielles Torwarttraining ist entscheidend für die Entwicklung guter Fähigkeiten auf der Position des Schlussmannes. Häufig integrieren Übungsleiter auch Torwarttraining in ihre Trainingseinheiten. Eine zielführende Erwärmung der Schlussleute bleibt dabei jedoch häufig auf der Strecke.

Zumeist werden die Erwärmungsinhalte zusammen mit den Feldspielern durchgeführt bzw. Torhüter einfach zum Dehnen geschickt. Wir wollen im Folgenden zeigen, dass man jedoch auch mit wenigen Torleuten effektive und motivierende Erwärmungsspiele machen kann, von denen viele aus anderen Sportarten entliehen werden können.

Fußballtennis und Fußballduell

Zwei kleine Spiele, die insbesondere Einheiten vorangestellt werden, in denen die Abwehrtechnik flacher Würfe im Vordergrund steht.

Beim Fußballtennis wird ein Netz (am besten Badminton- oder Tennisnetz) in der Mitte eines Spielfeldes gespannt. Ziel ist es einen Handball mit dem Fuß über das Netz in das gegnerische Spielfeld zu spielen. Der Ball darf lediglich einmal in der eigenen Hälfte aufkommen, bevor er zurückgespielt werden muss.
Das Spiel kann sowohl 1 vs. 1 als auch 2 vs. 2 oder 3 vs. 3 gespielt werden. Bei der Variante mit mehreren Spielern pro Team ist auch das Passen innerhalb des Teams erlaubt. Des Weiteren können andere Bälle, z.B. Tennis- oder Fußbälle verwendet werden.
Für „Fußballduell“ werden kleinere Tore (Hockeytore z.B.) benötigt. Diese werden im Abstand von ca. 5 Metern voneinander aufgestellt. Die Tore werden im Idealfall an einer Hallenwand platziert und mit zusätzlichen „Banden“ auf der anderen Seite abgeschirmt (s. Abbildung 1).

Zwei Torhüter spielen gegeneinander. Der Ball darf nur mit den unteren Extremitäten berührt werden. Ziel ist es, den Ball mit dem Fuß ins Tor des Gegners zu befördern. Dabei darf jeder Spieler nur bis zur imaginären Mittellinie vorrücken.

Tennis mit der flachen Hand

Für Tennis mit der flachen Hand wird ein Tennisball benötigt. Das Spiel kann mit oder ohne Netz gespielt werden. Ziel ist es den Ball mit der Handfläche so in die Hälfte des gegnerischen Spielfeldes zu spielen, dass der Ball dort mehr als einmal aufkommt bevor der Gegner ihn zurückspielen kann. Es ist demnach eine Variante des weiter oben beschriebenen Fußballtennis, sollte jedoch eher Trainingseinheiten mit den Hauptschulungsinhalten Reaktionsfähigkeit und Hand-Auge-Koordination vorangestellt werden.

Kopfballduell

Ähnlich wie beim Fußballduell auch werden hier zwei Tore in geringem Abstand voneinander aufgestellt. Jedoch sollten die Tore mindestens Handballgröße haben (s. Abbildung 2).

Ziel des Spiels ist es, den Ball ins gegnerische Tor zu köpfen. Die Abwehr des Balles darf ebenfalls nur per Kopf erfolgen. Das Spiel kann genutzt werden, um Einheiten mit Themen wie Ganzkörperspannung oder Prävention von Kopftreffern einzuleiten. Bei größerem Abstand (z.B. Breite des Handballfeldes) können die Tore auch mit den Händen erzielt werden.
Autor: Robert Nowacki

28. Juli 2014

Beachhandballtraining – Kempa-Trick – Sprungkraft

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 08:36

Essentiell wichtig für einen erfolgreichen Kempa-Trick, ist die Sprungkraft des Werfers. Nur mit genug Sprungkraft kann die richtige Sprunghöhe erzielt werden. Diese wiederum wird benötigt, um genug Zeit für Ballannahme, Wurfauswahl und Wurfausführung zu erhalten.
Da bei einem Kempa-Trick nicht die alleinige Sprungkraft entscheidend ist, sondern außerdem im Sprung der Ball gefangen werden muss, ist es sinnvoll Sprungübungen zu nutzen, die sowohl auf maximale Sprungkraft, als auch auf koordinative Fähigkeiten abzielen.

“Kempa-Ball“

Beim Spiel „Kempa-Ball“ geht es ähnlich wie beim Volleyball darum, den Ball über ein Netz oder eine Leine auf den Boden des gegnerischen Feldes zu werfen.
Der Ball darf in diesem Spiel lediglich in der Luft angenommen werden und muss auch während des Sprunges noch zurückgeworfen werden. Gelingt einem Spieler dies nicht erhält sein Gegner den Punkt.
Das Spiel ist in verschiedenen Varianten spielbar. Es kann sowohl Eins gegen Eins, als auch mannschaftsweise gespielt werden, wobei hier gleich noch das Passtiming geschult wird. Auch ein Spiel über mehr als zwei Felder ist möglich (s. Abb. 1).

Zusätzlich erschwert werden kann das ganze durch Gewichte (z.B. Manschetten an den Knöcheln) oder einen schweren Trainingshandball.

Sprungtraining im Sand

Durch die geringere Festigkeit des Sandbodens ist Sprungtraining automatisch effektiver, da wesentlich höhere Krafteinsätze nötig sind als beim Training auf festem Untergrund.
Hat man ein Volleyballnetz oder etwas Ähnliches zur Verfügung, kann folgende Übung genutzt werden:

Ein Spielerpaar bewegt sich von einem Netzende zum anderen. Die Spieler stehen dabei mit dem Gesicht zueinander auf verschiedenen Seiten des Netzes (s. Abb. 2). Während sie sich von einer Netzseite zur anderen bewegen springen sie permanent am Netz hoch und übergeben bei jedem Sprung einen Ball zum Partner bzw. nehmen diesen entgegen. Die Sprünge sollen dabei ohne große Pausen zwischendurch ausgeführt werden.

Eine Vereinfachung ist es statt der Ballübergabe lediglich die Hände des Partners abzuklatschen. Erschwert werden kann die Übung über die Netzhöhe, Gewichte und schwerere Bälle.
Autor: Robert Nowacki

12. April 2014

Training der Fußabwehr für Torhüter Teil 2 (spielerisch)

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 08:54

Kreishüter

Für die Übung wird ein Kreis von ca. drei Metern Durchmesser benötigt. Der übende Torhüter darf sich nur innerhalb des Kreises bewegen. Um den Kreis herum verteilen sich vier Spieler (s. Abb. 1). Es wird ein Spielball benötigt.
Die Spieler müssen versuchen sich den Ball gegenseitig mit Bodenpässen durch den Kreis zuzuspielen. Der Torhüter versucht so viele Bälle wie möglich mit den Beinen/Füßen abzuwehren. Die Spieler dürfen ihre Position beliebig verändern, sodass sich der Torhüter auch an den Positionen der einzelnen Angreifer orientieren muss.

Bankhandball

Für das Spiel werden Turnbänke so umgekippt, dass ihre Sitzflächen zur Mitte eines Spielfeldes zeigen (s. Abb. 2). Die Spieler werden auf zwei Mannschaften verteilt.
Ziel der jeweils angreifenden Mannschaft ist es, den Ball gegen die Bank des Gegners zu werfen. Die Aufgabe der Torhüter ist es, dies mit einer Fußabwehr zu verhindern. Die Feldspieler dürfen sich den Bänken nur bis zu einer Entfernung von fünf Metern nähern (Kennzeichnung durch Linien), sodass den Torleuten genug Reaktionszeit eingeräumt wird.

Stehen mehr als zwei Torleute zur Verfügung können mehrere Bänke nebeneinander aufgestellt werden, sodass jede Mannschaft beispielsweise zwei Bänke mit jeweils einem Torhüter hat.

4-Gegen-2: Torhüter vs. Feldspieler

Eine Vierergruppe bestehend aus Feldspielern muss versuchen sich den Handball innerhalb eines markierten Feldes zuzuspielen. Die beiden Torhüter versuchen die Bälle mit den unteren Extremitäten abzufangen. Die Feldspieler dürfen dabei nur Aufsetzer und Hüftwürfe als Passarten verwenden, sodass die Torhüter eine Chance besitzen an den Ball zu kommen.

Als Spielvariante ist es auch möglich die vier Feldspieler auf den jeweiligen Ecken des Spielfeldes zu verteilen. Bei dieser Variante dürfen sich die Feldspieler nicht bewegen und müssen ihre Pässe somit immer an einen von drei fixen Punkten spielen (s. Abb. 3). Die Torleute sind frei beweglich und versuchen auch hier erneut die Bälle mit den Beinen/Füßen abzuwehren. Natürlich muss auch hier eine maximale Passhöhe festgelegt werden.

28. März 2014

Angriffstaktik gegen die 5:1 Abwehr

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:40

Häufig sieht man bei Handballspielen, dass die Umstellung der Abwehrformation der angreifenden Mannschaft Probleme bereitet. Meist ist diese Umstellung die von der eher defensiven 6:0-Deckung zur aggressiveren 5:1-Deckung. Die verteidigende Mannschaft kann mit so einer offensiven Deckung Ballgewinne erzielen und beispielsweise einen Rückstand noch aufholen oder wurfstarke Rückraumakteure aus dem Spiel nehmen. Im Folgenden werden einige angriffstaktische Tipps gegeben, wie man gegen ein solches Deckungssystem agieren kann.

Mehr Kleingruppenspiel

Da die 5:1 meist das schnelle Stoßen über alle Positionen unterbindet ist Kleingruppenspiel gefragt. Das bedeutet, dass die Halbspieler zusammen mit ihren Außen und dem Kreisläufer agieren müssen. Der Kreisläufer muss dabei wesentlich mehr Laufarbeit leisten als gegen eine 6:0, da er die besten Chancen hat, wenn er den Ball in den Lauf gespielt bekommt. Ähnlich wie beim Überzahlspiel sollten die Außen ihre Anzugsbewegung nicht auf eine Lücke machen sondern immer zur Außenseite an ihrem Gegenspieler vorbei, sodass die Halbspieler auf die Position zwischen 1 und 2 ziehen können (s. Abb. 1). Dies hat zur Folge, dass der KL lediglich einen Gegenspieler im Abwehrzentrum hat und mit dem richtigen Timing den Ball in den Lauf erhält, indem er z.B. bei Beginn der Anzugsbewegung von der gegenüberliegenden Abwehrseite hinterläuft.

Sperre gegen den vorgezogenen Abwehrspieler

Eine probate Angriffslösung ist auch den vorgezogenen Abwehrspieler wegsperren zu lassen. In unserem Beispiel (s. Abb. 2) wird der Ball druckvoll von rechts nach links durchgespielt. Kurz bevor RR den Pass zu RM spielt löst sich der Kreisläufer von seiner Position und setzt die Sperre für seinen RM, sodass dieser mit Ball links am vorgezogenem Spieler vorbeistoßen kann. Dies hat zur Folge, dass der zentrale Abwehrspieler seine Position verändern muss, um eine Überzahlsituation auf der rechten Abwehrseite zu verhindern (blauer Pfeil). Somit entsteht viel Raum in der Abwehrmitte, in welchen sich der KL jetzt wieder absetzen kann und nach dem Pass von RM völlig frei ist.

Allgemeine Tipps gegen 5:1 Formationen

– Ballsichere Spieler aufs Feld
– Eins-Gegen-Eins starke Spieler für reine Werfer bringen
– Agieren mit Einläufern (mit und ohne Ball)
– Pässe über den vorgezogenen Abwehrspieler vermeiden