Handballtraining Handballübungen


16. Oktober 2017

Koordinationstraining mit dem Luftballon

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 13:06

Nachdem wir im letzten Artikel schon den Luftballon als Instrument im Torwarttraining angepriesen haben, wollen wir das Ganze heute auf das allgemeine Koordinationstraining ausweiten und euch einige Übungen vorstellen, in denen man mit einem oder mehreren Luftballons arbeiten kann.

Koordinativ anspruchsvolles Einpassen

Um das Einpassen koordinative anspruchsvoller zu machen, verwenden viele Trainer schon mal zwei Bälle pro Spielerpaar, sodass immer gleichzeitig gepasst und gefangen werden muss. Zwar wird hierbei die Kopplungsfähigkeit der Spieler geschult, die Aufmerksamkeit ist jedoch sowohl beim Passen als auch beim Fangen nur auf einen Punkt, den Partner, gerichtet.

264 Koordination mit Luftballon Abb. 1

Ein Ballon kann hier Abhilfe schaffen. Es wird mit einem Ball gepasst und gleichzeitig müssen beide Spieler versuchen ihren Ballon durch Antippen hochzuhalten (s. Abbildung 1). Der Ballon darf dabei nur berührt werden, wenn man gerade nicht den Ball in der Hand hat (–>enges Zeitfenster zwischen Ballabgabe und erneutem Fangen).

Je höher die Passfrequenz oder je geringer der Abstand zum Partner, umso schwieriger wird die Übung. Theoretisch ist das Ganze sogar als Wettkampf zwischen den Partnern möglich, wobei klar sein muss, dass die Pässe sauber und gut fangbar gespielt werden.

Ballon in der Beinpresse

264 Koordination mit Luftballon Abb. 2

Eine grundlegende Partnerübung zur Stabilisierung ist das Stehen auf einem Bein während das andere Bein am Fußgelenk mit dem des Partners zusammengedrückt wird (s. Abbildung 2). Um eine Erschwerung der Grundübung zu erreichen, müssen die Partner einen Luftballon zwischen ihren Füßen einklemmen.

Nur wenn beide Partner es schaffen ähnlichen Druck auf den Ballon auszuüben, wird es gelingen diesen in der Luft zu halten. Dabei ist es einfacher den Druck mit der Innenseite des Fußgelenks auszuüben (Abbildung links). Es sollte jedoch auch mit der Fußaußenseite durchgeführt werden (Abbildung rechts).

Die Übung zielt auf Stabilität beider Fuß- und Kniegelenke ab und kann um eine koordinative Komponente erweitert werden, wie z.B.:

– Jeder Partner prellt einen Ball auf der Seite seines Standbeines

– Die Partner spielen sich zusätzlich einen Luftballon oder Handball einhändig zu

– Die Partner versuchen sich mit Luftballon durch synchrones einbeiniges Springen fortzubewegen

– Übungsausführung mit geschlossenen Augen

Autor: Robert Nowacki

11. März 2017

Völkerballvarianten für Schule und Jugendtraining

Kategorie: Werfen und Fangen – Autor: KaiDittrich – 13:42

Das Völkerball- bzw. Zweifelderballspiel ist in vielen Schulen und Sportvereinen Grundlage zum Anbahnen technischer Voraussetzungen des Werfens und Fangens. Das Spielprinzip fördert sowohl Wurftechnik, -kraft und -genauigkeit und vereint somit viele Komponenten eines guten Schlagwurfes. Gerade im Grundschulbereich lässt sich das Völkerballspiel daher auch mithilfe kleinerer Regelmodifikationen als effektives Übungsinstrument für das Handballtraining nutzen. Wir haben mal zwei Varianten genauer ausgeführt.

Fangtechnik fördern – Variante Dodgeball

Im Normalfall entwickeln viele Kinder den Impuls heranfliegenden Bällen auszuweichen, da das Fangen des Balles lediglich einen Ballgewinn bedeutet, das Risiko abgeworfen zu werden jedoch als größer eingeschätzt wird.

Um das Fangen zu fördern und lukrativer zu machen bieten sich daher Varianten angelehnt an das amerikanische Dodgeballspiel an, welches im Folgenden noch einmal in zwei unterschiedliche Varianten aufgegliedert wird.

Variante 1: Für jeden im Feld gefangenen Wurf des Gegners darf ein abgeworfener Spieler der eigenen Mannschaft wieder zurück ins Spielfeld. Vorteile entstehen durch mehr Bewegung und Dynamik für die abgeworfenen Spieler. Das Fangen des Balles wird belohnt und somit mehr gefördert.

Variante 2: Wird ein Wurf des Gegners gefangen zählt der Gegenspieler, welcher geworfen hat als „ab“ und muss ins Außenfeld. Zusätzlich kann ein abgeworfener Mitspieler wieder in Spielfeld zurück. Dies ist die ursprüngliche Variante des Dodgeballspiels. Das Fangen des Balles ist hier wertvoller als das Abwerfen der Gegenspieler. Allerdings kann die Variante dazu führen, dass sich wurfschwächere Spieler nicht mehr trauen den Gegner abzuwerfen.

Erhöhte Aufmerksamkeit und Positionsverständnis – Kegelvölkerball

245 Völkerballvarianten Abb. 1

Beim Kegelvölkerball ist eine erhöhte Aufmerksamkeit eine bessere teaminterne Absprache und Orientierung im Raum gefordert. Die Grundvariante des Spiels sieht vor, dass jede Mannschaft in der Mitte ihrer Spielfeldhälfte einen Turnhocker mit einem darauf befindlichen Kegel besitzt.

Wird der Kegel von der gegnerischen Mannschaft getroffen, können verschiedene Ereignisse ausgelöst werden, z.B.:

– Alle abgeworfenen Spieler der treffenden Mannschaft dürfen zurück ins Spielfeld
– Jeder Treffer gibt ein Extraleben für den Strohmann
– nach einer vorgegebenen Anzahl an Treffern während des Spiels hat eine Mannschaft gewonnen (Kegel wird nach jedem Treffer umgehend aufgestellt)

Die Kegelvariante erfordert von den Mannschaften den Schutz des eigenen Hockers. Hier wird eine Absprache nötig sowie eine Orientierung an der aktuellen Position des Balles. Durch diese Variante ist es somit möglich Mechanismen des Deckungsverhaltens anzubahnen. Alternativ kann auch mit mehreren Kegelzielen pro Spielfeldhälfte gespielt werden.

Autor: Robert Nowacki

28. Februar 2017

Komplexübung für das Training in einer Hallenhälfte

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 11:21

Nicht immer hat man für das Training die komplette Halle zur Verfügung bzw. die geeignete Teilnehmerzahl für Übungen über das gesamte Feld. Im Folgenden zeigen wir euch eine Übung, welche nur eine Hallenhälfte erfordert und dennoch auf viele verschiedene Trainingsinhalte ausgerichtet ist.

Grundaufbau

Der Aufbau ist sehr simpel. Entsprechend unserer Abbildung werden zwei Spielzonen von ca. drei Metern Breite auf der halbrechten und halblinken Abwehrseite abgesteckt (gelbe Pylonen). Zudem werden zur Kennzeichnung der Laufwege vier weitere Pylonen in der Nähe der Mittellinie (rote Pylonen) aufgestellt.

Grundidee

235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-2 vielseitiges_5er_indoor_set_multi_huerdensystem

Die Grundidee der Übung ist die Aneinanderreihung verschiedener Technikbilder mit hoher Belastungshäufigkeit. Damit ist es auch möglich trotz geringen Platzes große Trainingsgruppen intensiv zu beschäftigen.

Für die Grundübung benötigt wird ein Torhüter im Tor und mindestens ein Torhüter/Feldspieler (im Idealfall eher zwei), der als Passgeber fungiert. Die Spielzonen am Kreis werden zu Beginn mit jeweils einem Abwehrspieler besetzt. Die verbliebenen Spieler verteilen sich mit Ball gleichmäßig auf beiden Außenpositionen.

Der erste Spieler passt seinen Ball zum Torhüter und sprintet zum Gegenstoß. Etwa auf Höhe der hinteren Pylone erhält er den Ball vom Zuspieler und zieht anschließend prellend scharf Richtung gegenüberliegende Spielzone. Hier ist es wichtig, dass er zwischen den beiden Pylonen auf der anderen Seite hindurchläuft um wieder frontal Richtung Tor laufen zu können. Nun versucht der Spieler den Verteidiger im Eins-Gegen-Eins zu besiegen und ein Tor zu erzielen. Unabhängig von seinem Erfolg wird er anschließend zum neuen Abwehrspieler in der Zone.

Bei zwei Zuspielern kann der zweite Außen bereits zum Gegenstoß starten, sobald sein Vorgänger auf der anderen Seite den Ball sicher gefangen hat. Somit wird eine hohe Übungsfrequenz erreicht. Die Komplexübung verbindet Gegenstoßverhalten, Sicherheit im Prellen, Körpertäuschung und Torabschluss sowie Defensivverhalten im Zweikampf.

Varianten

244 Komplexübung Halbe Halle Abb. 2

Die Grundübung ist auf viele unterschiedliche Übungsziele ausrichtbar. Es kann z.B. an Stelle einer Eins-Eins-Bewegung ein Sprungwurf aus dem Rückraum gefordert werden bzw. die richtige Entscheidungsfindung trainiert werden, wann welche Technik erforderlich ist. Sind drei Torhüter vorhanden und dementsprechend zwei Anspieler verfügbar, kann das Muster auch ohne Abwehrspieler zum Einwerfen der Torhüter genutzt werden. Hierbei ist eine noch höhere Übungsfrequenz erforderlich.

Zudem kann die Grundübung auch auf Kleingruppentraining erweitert werden, indem z.B. zunächst mit einem Kreisläufer zusammen 2 vs. 1 und später 2 vs. 2 gespielt wird (Sperre absetzen, Sperren erkennen und ausznutzen).

Ebenso können einfache Kreuzbewegungen trainiert werden. Hierfür starten Links- und Rechtsaußen gleichzeitig (lediglich einer passt den Ball zum Anspieler) und versuchen nach Ballerhalt gegen einen oder zwei Abwehrspieler durch eine einfache Kreuzbewegung zur Torchance zu kommen.

Für diese Modifikation werden die beiden Spielzonen auf den Halbpositionen durch eine größere Zone im Zentrum ersetzt (s. Abbildung 2). Später kann auch diese Variante um den Kreisläufer und einen dritten Abwehrspieler erweitert werden.

Autor: Robert Nowacki

18. Februar 2017

Varianten des Passquadrates (Teil 1)

Kategorie: Passen – Autor: KaiDittrich – 10:42

Die meisten von uns kennen die Übung des Passquadrates, bei die Ecken eines Quadrates mit jeweils gleich vielen Spielern besetzt werden und die Spieler von einer Ecke zur nächsten laufen, um während des Laufens einen Pass zu fangen und direkt weiter zum aus der nächsten Ecke startenden Spieler zu leiten (Abb. 1).

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Eine Übung, welche ihren Zweck besonders im Jugendhandball erfüllt und das aneinander ketten der Einzeltechniken Fangen, Laufen und Werfen sowie die Präzision beim Passen in den Lauf schult. Dennoch birgt die Übung auch die Gefahr einer gewissen Eintönigkeit. Daher haben wir einige Variationen zusammengetragen, wie das Passquadrat für unterschiedliche Trainingszwecke modifiziert werden kann.

Grundlegende Variationen der Laufwege

Die einfachste Veränderung ist natürlich schon durch eine Umgestaltung der Größe des Quadrates gegeben. Je kleiner das Quadrat ist, umso höher ist die Belastung, umso mehr Ballkontakte haben die Spieler und umso genauer und schneller müssen die Abläufe gespielt werden. Es ist auch möglich aus dem Quadrat ein Viereck mit zwei sehr kurzen und zwei sehr langen Seiten zu machen.

Weiterhin kann aus dem einfachen Passen-Nachlaufen-Prinzip auch ein Stoßen-Rückstoßen-Prinzip gemacht werden, indem die Spieler nachdem sie den Ball erhalten und weiter gespielt haben nicht zur nächsten Ecke laufen, sondern sich schnell wieder durch rückwärtslaufen zur ihrer ursprünglichen Ecke zurückbewegen.

Weiterhin kann der umgehende Einbau von Richtungswechseln, z.B. auf Pfiff, für zusätzliche Schulung der Handlungsschnelligkeit führen, genauso wie die Durchführung mit zwei Bällen.

Varianten mit Gegnerdruck

Werden die Grundlagen des Passens in den Lauf sicher beherrscht, kann damit begonnen werden Übungen mit gegnerischem Druck einzuführen. Für das Passquadrat bieten sich hier u.a. zwei Varianten an.
Variante 1 benötigt zwei Abwehrspieler welche jeweils versuchen die Pässe abzufangen. Dabei darf lediglich ein Abwehrspieler gleichzeitig zwischen Passgeber und Empfänger stehen.

243 Variationen Passquadrat Abb. 2

In Abbildung 2 sehen wir die gelben Abwehrspieler, wie sie versuchen den Passweg zu verstellen. Der Passgeber muss demnach den richtigen Moment abwarten den Ball weiterzuspielen. Hier kann auch das einmalige Tippen zum Verzögern des Abspiels erlaubt werden. Für die Abwehrspieler wird gleichermaßen Kommunikation untereinander und Beinarbeit gefordert.

243 Variationen Passquadrat Abb. 3

Bei Variante 2 werden die Abwehrspieler direkt auf den Bahne zwischen den Eckpunkten postiert (s. Abbildung 3). Die Spieler im Ballbesitz dürfen den Ball erst einen Pass spielen, wenn sie im Eins-Gegen-Eins am Abwehrspieler vorbeigehen konnten, wobei die Verteidiger hier zunächst nur halbaktiv Gegenwehr leisten sollten.

Es wird also ein weiteres Technikbild in die Übung integriert. Durch die Eins-Eins-Bewegung verändert sich natürlich auch grundlegend das nötige Timing für den nächsten Spieler um anzulaufen. Nachdem ein Pass gespielt wurde übernimmt der Passgeber die Rolle des Abwehrspielers auf seiner Bahn.

Autor: Robert Nowacki

4. Februar 2017

Kleine Spiele zur Schulung des einhändigen Fangens

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 10:13

Das Fangen des Balles mit einer Hand kann nicht nur durch Übungsreihen sondern auch durch modifizierte Spielformen geschult werden.

Parteiball, Brettball einhändig

Erwärmungsspiel mit Handballverwandtschaft gibt es ja zu Hauf (unsere Sammlung: http://www.handballtraining.de/uebungen/aufwarmen) . Die meisten dieser Spiele können durch einfache Regelmodifikationen so umgestaltet werden, dass das einhändige Fangen geschult wird. Als Beispiel seien hier die Spiele Parteiball (Zehnerball) und Brettball genannt.

Die Modfikation sieht vor, dass jeder Spieler zu Beginn des Spieles einen Ball in der Nichtwurfhand hat. Der Spielball wird anschließend eingeworfen. Dadurch, dass jeder einen Ball in seiner Nichtwurfhand festhalten muss, kann der Spielball nur mit einer Hand gefangen werden. Verliert ein Spieler seinen Ball muss er eine Strafaufgabe bewältigen.

Zur Schulung des Passens und Werfens mit der Nichtwurfhand kann zudem das Regelwerk so verändert werden, dass stets der Ball gepasst wird, welcher länger in der Hand gehalten wurde (Spielball wird also nach jedem Pass ausgetauscht). Weitere Spiele bei denen eine solche Modifikation möglich ist sind Reifenball, Torball, Ball über die Schnur, Wandball, Mattenball, Prellball oder Turmball.

Paarweise einpassen und Reifen besetzen

241 Spielerisch einhändig fangen Abb. 1

Für dieses kleine Spiel müssen sich die Teilnehmer in Paaren zusammenfinden. Jedes Paar benötigt einen Ball. Zudem muss jeder Partner ein Leibchen in einer Hand halten. Innerhalb des Spielfeldes werden jeweils Koordinationsreifen auf den Boden verteilt (Anzahl Reifen = Gesamtzahl Spieler – 1).

Die Partner spielen sich permanent auf unterschiedliche Arten den Ball zu. Durch die Belegung einer Hand mit dem Leibchen muss auch hier stets mit einer Hand gefangen werden. Auf Pfiff des Übungsleiters muss jeder Spieler versuchen sein Leibchen so schnell wie möglich in einen Reifen zu legen. Der Spieler, welcher übrigbleibt muss eine Strafaufgabe bewältigen.

Variation und Erweiterung: Es kann erlaubt werden andere Spieler beim Passen des Balles zu stören. Zudem kann die Anzahl der Reifen auch niedriger gehalten werden.

Autor: Robert Nowacki

23. Juli 2016

Griffkraft und Koordination für das einhändige Fangen schulen

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 10:02

Im Folgenden stellen wir mehrere kleine Übungen vor, welche die Griffkraft und Hand-Auge-Koordination für das einhändige Fangen des Balles schulen sollen.

Übungen mit zwei Bällen (Abbildung 1)

219 Griffkraft_Koordination_einhändiges Fangen Abb. 1

Übung 1: Ein Übender nimmt einen Handball in die Hand und versucht einen zweiten Ball auf diesem zu balancieren, sodass er nicht herunterfällt. Handwechsel und Veränderungen der Hand- und Armstellung (seitlich, vor dem Körper, Handrücken nach unten/hinten) werden über die Dauer der Übung vorgenommen.

Übung 2: Der Übende prellt mit Hilfe eines fest in der Hand befindlichen Balles einen anderen Ball permanent auf dem Hallenboden. Diese Übung ist auch mit einem dritten Ball in der zweiten Hand möglich, sodass stetig gewechselt werden kann. Eine Variation ist es, den Spielball wie einen Tischtennisball stetig in hoch zu lupfen (Bälle in der Hand quasi als Tischtennisschläger). Stehen Tischtennisplatten zur Verfügung, kann hier sogar ein Wettkampf durchgeführt werden.

Übung 3: Die Übung wir paarweise ausgeführt. Partner A hält je einen Ball mit ausgestreckten Armen, sodass der Handrücken zur Hallendecke zeigt. B legt seine Hände auf die Handrücken von A. Sobald A einen der Bälle fallenlässt, versucht B diesen mit einer Hand aus der Luft zu fangen. Erschwerend können auch beide Bälle gleichzeitig oder knapp zeitversetzt gefangen oder die Arme zum Fangen überkreuzt werden.

Übungen mit drei Bällen (Abbildung 2)

219 Griffkraft_Koordination_einhändiges Fangen Abb. 2

Übung 1: Zwei Partner stehen sich in geringem Abstand gegenüber (3-4 Meter). Ein Partner (A) hat in jeder Hand einen Handball, der andere Partner (B) einen weiteren Ball. B passt seinen Ball locker zu A, welcher versucht diesen zwischen seinen beiden Bällen einzuklemmen. Hat er dies geschafft, wird der Ball auf verschiedene Arten zurückgespielt, z.B.: Anlupfen und zurückköpfen, Anlupfen und mit dem Knie/Fuß zurückspielen, Anlupfen und mit einem der in der Hand befindlichen Bälle zurückschlagen.

Übung 2: Die Partner stehen im gleichen Abstand wie bei Übung drei. Einer der Partner (B) hat drei Bälle. B spielt A die Bälle in schneller Reihenfolge nacheinander zu. Nachdem A mit je einer Hand einen Ball gefangen hat, klemmt er sich den zweiten Ball unter den Arm, um auch den dritten Pass einhändig fangen zu können.

Autor: Robert Nowacki

26. Februar 2016

Freie Würfe vom Kreis für Ballkontrolle und Reaktionsfähigkeit

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 14:33

Die sogenannten „freien Dinger“ vom Kreis müssen nach allgemeiner Auffassung stets zu Torerfolgen führen. Gelingt es einer Mannschaft den eigenen Kreisläufer in guter Position zu bedienen, soll dieser auch den Ball verwandeln.

Allerdings ist dies oft leichter gesagt als getan. Kreisspieler müssen in der Lage sein innerhalb kürzester Zeit den Ball zu kontrollieren, mit wenig Schwung zum Sprung anzusetzen und gleichzeitig auf das Verhalten des Torhüters zu reagieren.

Häufig wird mindestens eines dieser drei erwähnten Teilelemente nur unzureichend beherrscht, was sich in einer verringerten Wurfquote vom Kreis niederschlägt. Wir wollen in den folgenden Artikeln einige Verhaltensmuster und Basisübungen zeigen, mit welcher sich die Chancen auf einen Torerfolg vom Kreis erhöhen lassen.

Übung 1: „Reaktion und Ballkontrolle“

199 frei Würfe vom Kreis Ballkontrolle Abb. 1

Ein sauberes Fangen des Balles ist Grundvoraussetzung für eine gute Wurfposition. Wenn man nach dem Pass nochmal Nachfassen muss oder den Ball nur an den Fingerkuppen kleben hat, ist die Chance groß, dass die Konzentration die ganze Zeit auf der Ballkontrolle liegt, auch während man eigentlich schon den Torhüter ausgucken muss.

Demnach ist es für jeden Kreisläufer wichtig, Bälle in verschiedenen Höhen sicher und reaktionsschnell fangen zu können, zur Not auch einhändig und unter gegnerischem Druck.

Eine einfache exemplarische Übung, welche diese Elemente verbindet, ist die folgende. Die Spieler finden sich in Paaren zusammen. Jedes Paar benötigt einen Handball und stellt sich wie in der Abbildung dargestellt dicht hintereinander mit Blick zu einer Wand (Abstand ca. 2 Meter) auf.
Der Hintermann mit Ball wirft den Ball fest gegen die Wan, so dass der Vordermann schnell reagieren muss, wenn er den zurückprallenden Ball fangen will. Nach dem erfolgreichen Fangen wird der Ball durch die Beine zurück zum Hintermann gespielt und die Übung wiederholt.

Variation und Erschwerung

Diese grundlegende Reaktionsübung kann erschwert werden, indem der Werfer gleichzeitig leichten Druck auf den Kreisspieler ausübt, d.h. direkt nach dem Wurf an die Wand Körperkontakt oder ein leichtes Schieben simuliert unter welchem der Vordermann den Ball trotzdem sauber fangen und festhalten soll.

Zudem ist die Übung auch mit zwei Bällen durchführbar, wobei jeder Ball mit einer Hand gefangen werden soll. Zunächst sollten die beiden Würfe zeitversetzt erfolgen, sodass genug Reaktionszeit vorhanden ist. Bei guter Bewältigung der Aufgabe können die Zeitintervalle immer weiter verkürzt werden.

Übung 2: „Der Ball aus dem Nichts“

199 frei Würfe vom Kreis Ballkontrolle Abb. 2

Ein ähnlicher Reaktionsdruck wie beim Fangen eines Balles aus kurzer Distanz herrscht auch beim Fangen ohne klare Sicht auf die Spielsituation. Hierfür wird der Kreisläufer zentral hinter einer blickdichten Mauer (z.B. in Form einer auf Kante gestellten Hochsprungmatte) platziert.

Die Anspieler laufen mit Ball auf das Hindernis zu, sodass sie nicht ins Sichtfeld des Kreisläufers gelangen. Erst kurz vor dem Hindernis entscheidet sich der Anspieler, ob er den Ball per Sprungwurfpass über das Hindernis oder per Tippanspiel seitlich am Hindernis vorbei zum Kreisläufer spielt. Der Kreisspieler muss versuchen situationsgebunden zu reagieren, den Ball sicher zu fangen und anschließend erfolgreich im Tor unterzubringen.

Eine Erschwerung der Übung kann auch hier durch Hinzuziehen eines Gegenspielers, welcher den Kreisläufer in der Ballannahme stört, vorgenommen werden.

Autor: Robert Nowacki