Handballtraining Handballübungen


25. April 2018

Exemplarische Erwärmungsübungen zum Schwerpunkt: Übergang mit Ball von der Außenposition

Kategorie: Aufwärmen – Autor: KaiDittrich – 17:34

Das Einlaufen gilt als probates taktisches Mittel, um vor allem offensive Abwehrreihen durcheinander zu bringen. Im heutigen Artikel wollen wir euch eine exemplarische Einheit rund um das Thema veranschaulichen.

Erwärmungsspiel – Ball hinter der Linie ablegen

280 Einlaufen mit Ball Abb. 1

Gespielt wird in zwei Mannschaften auf einer Hallenhälfte. Ziel des Spiels ist es den Ball hinter der Seitenauslinie des Gegners abzulegen. Der Ball darf nicht geprellt werden. Spieler müssen vor allem versuchen, sich durch hinterlaufen der gegnerischen Abwehrreihe in Position für einen Pass hinter die Linie zu bringen (s. Abb. 1).

Passkontinuum mit Einläufer

Die Spieler besetzen gleichmäßig die Positionen LA, RL, RM und RR. Die Passfolge beginnt bei RM, welcher den Ball zu RL passt. Dieser spielt einen Wechsel mit LA. LA spielt zurück zu RM und läuft in Ballrichtung am Kreis ein bis zur gegenüberliegenden Halbposition.

RM passt währenddessen parallel weiter zu RR welcher zunächst weit nach außen stößt und an der vorderen Pylone eine Körperfinte mit Ball nach innen ausführt. Im Anschluss daran wird der Ball per Aufsetzer zum eingelaufenen LA gespielt. Der Einläufer spielt den Ball schlussendlich zurück zu RM, welcher eine neue Runde initiiert.

Worauf zu achten ist:

  • Tempo Einläufer (im Idealfall erreicht er seine Endposition genau in dem Moment, in welchem RR zur Körpertäuschung ansetzt)
  • Breites Anstoßen RR und schnelles Zurückstoßen von RL auf Ausgangsposition
  • Hohes Einlaufen von LA bis etwa zur Mitte, am Ende
  • Torwart einwerfen nach Einläuferbewegung

    Benötigt werden lediglich zwei Anspieler auf den Halbpositionen bei ca. 9 Metern. Die restlichen Feldspieler verteilen sich mit Ball auf beide Außenpositionen. Die Übung beginnt mit einem Pass von LA zum entfernteren RR-Anspieler.

    LA sprintet als Einläufer am Kreis entlang und muss so schnell wie möglich eine markierte Wurfzone auf der gegenüberliegenden Halbposition erreicht haben, von welcher er nach Rückpass des Anspielers nach jeweiliger Ansage abschließt.

    Beginnt LA mit dem Einlaufen, spielt RA den Ball zu seinem Anspieler auf RL und führt die Übung ebenfalls aus. Die Torhüter sollen daher zwei schnelle Würfe hintereinander parieren.

    Mögliche Variation: Einlaufen und Werfen während ein Verteidiger stört (ohne Einsatz der Arme).

    Autor: Robert Nowacki

    7. April 2018

    Komplexe Wurfserie für Außen- und Halbangreifer

    Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:41

    Der folgenden Übung liegt eine von uns erstellte Animation zu Grunde:

    Ziel soll es sein innerhalb kurzer Zeit drei Aktionen in der kleinen Gruppe mit Kreis- Außen und Rückraumspielern auszuführen, wobei jede Handlung mit einem Torwurf abgeschlossen werden soll.

    Grundaufbau

    Ein Anspieler mit Ballkiste wird auf RM postiert. In einem abgesteckten Raum auf der Halbposition am Kreis verteidigt ein Abwehrspieler (weißes Trikot in der Animation). Die verbliebenen Spieler verteilen sich auf den Halb- und Außenpositionen, wobei die Halbposition bei jeder Übung doppelt besetzt wird.

    Handlung 1: Wechsel zwischen Halb und Außen

    In der ersten Aktion erfolgt ein Wechsel zwischen dem Halbspieler (im Video RL) und seinem Außenangreifer in deren Anschluss der Außenangreifer gegen den im Defensivblock stehenden Abwehrspieler den Torabschluss aus dem Rückraum suchen soll.
    Wichtig hierbei ist, dass der Außenspieler bereits vor dem Pass des Anspielers im Bogen anläuft, um nach dem Wechsel mit seinem Halbspieler den Ball mit Blickrichtung Tor annehmen zu können.

    Handlung 2: Parallelstoß und abräumen auf Außen

    Während sich der Halbspieler direkt nach dem Wechsel auf LA absetzt, wird der Werfer zum Kreisspieler. Der zweite Halbspieler erhält vom Anspieler den Ball und geht parallel Richtung Tor, um den neuen Außen freizuspielen, welcher per Sprungwurf von LA abschließt. Anschließend wird LA zum Verteidiger auf der gegenüberliegenden Halbposition.

    Handlung 3: Aufbausperre und Durchbruch

    Direkt nach seinem Pass zu LA setzt RL mit Blick zum Tor zurück, um einen neuen Pass von RL anzunehmen. Der Verteidiger agiert jetzt offensiv gegen RL, welcher breit anstößt. Der KL stellt RL im richtigen Moment eine Sperre für eine schnelle Körpertäuschung Richtung Spielfeldmitte, in deren Verlauf RL an der Sperre vorbei zum freien Torabschluss bei ca. 7 Metern kommen soll.
    Das Timing des KL ist hierbei entscheidend. Die Sperre soll erst im letzten Moment gestellt werden, sodass dem Verteidiger keine Gelegenheit bleibt, diese zu Umlaufen.

    Variationen

    Aus den grundsätzlichen Abläufen lassen sich zahlreiche Varianten ableiten. Beispielsweise kann Handlung 1 auch gegen einen offensiven Verteidiger mit 1:1 Aktion gespielt werden.

    Handlung 2 ist als Entscheidungstraining für den Halbspieler möglich, indem der Verteidiger die Rolle eines AL-Abwehrspielers einnimmt und entweder versucht den Pass zum Außen zu unterbinden (dann Abschluss durch RL) oder RL zu attackieren (dann Pass zu LA).

    Handlung 3 kann durch Hinzunahme eines zweiten Abwehrspielers auch das Einsetzen von Sperre Absetzen verlangen bzw. durch variables Verhalten des Verteidigers in einem Kreisanspiel durch RL münden.

    Autor: Robert Nowacki

    27. März 2018

    Kempatrick über Halb nach Pass von der Außenposition

    Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 15:45

    Vor allem im oberen Leistungsbereich sieht man sie immer wieder: Kempatricks! Schwierig zu Spielen für das angreifende Team, doch auch schwierig zu Verteidigen für den Gegner werden Kempatricks oft auch in aussichtlosen Situationen angewendet.

    Hier ein Beispiel für einen Kempatrick kurz vor Schluss von den Recken aus Hannover-Burgdorf:

    Muss ich Kempatricks wirklich trainieren?

    Gerade im Amateurbereich spielt das Training von Kempavarianten sicher eine eher untergeordnete Rolle. Zu viele andere Baustellen und zu wenig Trainingszeit lassen dies häufig nicht zu. Dabei kann es sich lohnen für besondere Spielsituationen und bei geeignetem Spielermaterial die ein oder andere Übung hierzu zu gestalten.
    Denn: Wenn ein Kempatrick gelingt, kann er nicht nur die Zuschauer von den Sitzen reißen, sondern die ganze Mannschaft neu motivieren. Im Folgenden stellen wir euch eine Übungsschleife zum Kempatrick vor.

    Kempa über die Halbposition nach Pass von Außen

    Wie in dem oben verlinktem Video ist nach einem Durchbruch über Außen bei schwierigem Wurfwinkel ein Kempatrick eine gute Alternative zum einfachen Torabschluss. Der Gegner wird seinen Abwehrverbund auf die Ballseite verschieben und die gegenüberliegende Seite eventuell sogar schon zum Gegenstoß nach vorne eilen. Zudem bietet das Stellungsspiel des Torhüters, welcher natürlich auf den vermeintlichen Schützen von Außen reagiert viel freie Fläche für den Torabschluss von der gegenüberliegenden Halbposition.

    278 Kempa Außen Halb Abb. 1

    Das Timing hierfür kann über ein simples Passkontinuum einstudiert werden. Die Übenden werden auf einer Außenposition und der gegenüberliegenden Halbposition verteilt. Ein Anspieler wird auf der Halbposition neben den Außenangreifern postiert (s. Abb. 1).

    Der Anspieler passt den Ball auf Außen und dieser täuscht den Sprungwurf von der Außenposition an, um den Ball in der Luft durch den Kreis auf die gegenüberliegende Halbposition zu spielen von wo ein Halbangreifer den Ball in der Luft bei etwa 4-5 Meter Torentfernung fangen und zum Torhüter weiterleiten soll, welcher direkt zum Anspieler zurückpasst und so die Übungsschleife von Neuem beginnen kann.

    Wichtige Tipps

    Timing ist bei dieser Übung alles. Daher sollten alle Spieler von beiden Positionen üben, um ein Gefühl für Pass, Anlauf und Absprung zu entwickeln. Es ist nicht einmal zwingend notwendig, dass der zum Kempa springende Spieler den Ball annehmen und einhändig werfen kann. Vielmehr reicht es hier schon oft den Ball im Volleyballstil Richtung Tor zu pritschen, da der Torhüter seine Position im Regelfall nicht so schnell verändern kann.

    Ein harter und präziser Pass von der Außenposition ist hier die wichtigste Basis. Der Spieler von der Halbposition sollte seinen Laufweg so timen, dass er erst am Sechsmeterkreis abspringt wenn der Ball schon gespielt ist, da er so noch Einfluss auf seine Körperhaltung hat. Es sollte dennoch mit Höchsttempo angelaufen werden, um eine komfortable Sprunghöhe zu erhalten.

    Für die Spielsituation sollte das Szenario im Training erprobt werden und der gegenüberliegende Halbspieler stets zum Kempa anlaufen, wenn ein Außenspieler zum Torwurf aus schwierigem Winkel kommt.

    Das Übungskontinuum ist selbstverständlich auch erweiterbar, indem z.B. beide Halb- und Außenpositionen mit Spielern besetzt werden und die Schleife abwechselnd über links und rechts vorgetragen wird.

    Autor: Robert Nowacki

    21. Oktober 2017

    Komplexübung für eine Hallenhälfte – Wurftraining für die Außen und Kleingruppentraining für den Rückraum

    Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 14:14

    Als Übungsleiter hat man oft mit Widrigkeiten zu tun. Mal steht nur eine Halle zur Verfügung, mal ist kein Co-Trainer vorhanden, welche die Übungen einer zweiten Gruppe überwachen könnte und mal sind die Trainingsbeteiligung so dürftig, so dass es eigentlich keinen Sinn macht, mehrere Trainingsgruppen zu bilden (oder es ist nur ein Torhüter verfügbar).

    Im Folgenden wollen wir euch ein Beispiel zeigen, wie es auch unter diesen Voraussetzungen möglich ist, ein effektives positionsbezogenes Training zu absolvieren.

    Was ihr benötigt

    – Mindestens je einen RA und LA

    – Mindestens 2 Rückraumspieler und 2 Abwehrspieler

    – 1 Torhüter

    – Handbälle und Hütchen

    Übungsablauf

    Mit den Pylonen wird ein Spielbereich im Zentrum am Kreis abgesteckt und der maximale Absprungpunkt für die Außenspieler markiert. LA und RA stehen mit einem Ball als Eckenaußen auf ihren Positionen, der Spielbereich im Zentrum wird von zwei Abwehrspielern abgedeckt.

    Die Übung beginnt mit RL in Ballbesitz. Dieser prellt leicht nach außen und spielt LA den Ball per Aufsetzer zu. Zeitgleich passt LA seinen Ball auf Brusthöhe zu RL, nimmt den Bodenpass im Lauf an und schließt per Sprungwurf von LA ab.

    In der Zwischenzeit prellt RL mit dem erhaltenen Ball zurück und zieht druckvoll per Prellmove in Richtung Tor. In unserem Video übt er Druck auf die Lücke zwischen beiden Abwehrspielern aus, sodass RR Parallelstoßen kann und sobald der zweite Verteidiger aushilft den Ball im Lauf erhält.

    Nach dem Torabschluss von RR läuft dieser schnell zurück holt sich einen Ball und wiederholt die Übung mit RA auf der rechten Seite. Ist der Abschluss für den Rückraumspieler nach dem ersten Pass nicht möglich, wird weitergespielt bis zum Torerfolg oder einer vorher festgelegten Anzahl an Pässen.

    Besonders für den Rückraum ist diese Übung sehr laufintensiv und anstrengend. Im Idealfall wechseln sich hier zwei Paare ab.

    Wichtige Knotenpunkte und Variationsmöglichkeiten

    Die Außen sollen den Ball in der Bewegung annehmen, der anstoßende Rückraum möglichst druckvoll in Richtung Tor agieren und bei entsprechender Unachtsamkeit der Abwehrspieler auch die Möglichkeit des eigenen Torabschlusses nutzen können.

    Will man die Außenspieler im offensiven Zweikampf schulen, kann die Übung um einen Außenverteidiger ergänzt werden, welcher im Eins-Gegen-Eins vom Außen bezwungen werden muss (–>Außenangreifer startet als Linienaußen).

    Für die Rückraumspieler ergeben sich zahlreiche Spielmöglichkeiten. Kreuzbewegungen, Kleingruppenspiel mit Kreisläufer im 3 vs. 3 oder 3 vs. 2 Überzahl sind je nach Teilnehmerzahl und Trainingsziel problemlos möglich. Die Angriffe des Rückraums sollten auf eine bestimmte Anzahl an Pässen beschränkt werden (z.B. 5 Pässe pro Aktion).

    Autor: Robert Nowacki

    16. September 2017

    Wurftraining: Drucksituationen von der Außenposition

    Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:34

    Treffsichere Außen können in engen Spielen den Unterschied machen. Ein Außenspieler der zuverlässig im Abschluss ist, entlastet seine Mitspieler im Rückraum ungemein und macht das Spiel jeder Mannschaft variabler.

    Meist werden Außenspieler durch Wurfserien im Training auf Abschlusssituationen im Spiel vorbereitet, doch auch wenn im Training hohe Erfolgsquoten im Torwurf von außen erzielt werden, überträgt sich dies nicht immer auf die Wettkampfsituation.

    Standardisierte Wurfserien sind nun einmal das, was man im Handballspiel an sich nur selten findet. Daher ist es wichtig im Wurftraining von der Außenposition auf hohe Wiederholungszahlen, aber auch eine gewisse Variation, sowohl was die Wurfposition (Eckenaußen, Linienaußen) als auch die Wurfsituation an sich angeht.

    Hier setzen die folgenden Übungen an, welche besondere Drucksituationen vor und während des Torabschlusses von der Außenposition simulieren sollen.

    Verarbeitung unsauberer Zuspiele

    Nicht jeder Ball kommt perfekt wie auf dem Silbertablett in den Lauf des Außen gespielt. Meist muss ein Halbspieler aus einer Kontaktsituation mit zwei Gegenspielern (H + A) noch den Ball zum Außenangreifer weiterleiten. Da dies nicht immer mit der hundertprozentigen Präzision erfolgen kann empfiehlt es sich für Außenspieler solche Situationen zu trainieren.

    262 Drucksituationen Außentraining Abb. 1

    Eine Übung hierzu ist es den Außen den Ball selbst vorlegen zu lassen durch einen Wurf gegen einen „Rebounder“ (s. Abbildung 1), ein Trampolin oder ein Kastenteil, bspw. Der Ball wird beim Zurückprallen dem Übenden nicht ideal in seinen Laufweg fliegen, sodass dieser adäquat auf verschiedene Höhen-, Richtungs- oder Geschwindigkeitsarten reagieren muss.

    Wichtig ist, dass der Ball im Stand gepasst und in der Bewegung angenommen wird.

    Hierdurch sammelt ein Spieler Erfahrungen für Spielsituationen wie z.B.:

    – Tiefe Pässe (Kniehöhe abwärts) und hohe Zuspiele (Sprung erforderlich) nach Möglichkeit nur mit der Wurfhand aufnehmen.

    – Nach Pässen bei denen ein Stehenbleiben oder kurzes Rückwärtsbewegen nötig is, trotzdem den Winkel beim Wurf aufspringen. (Sprung Richtung Siebenmeterstrich)

    – Auch bei schwierigen Pässen sofort nach Ballkontrolle (noch vor dem Sprung): Erstmals Stellungsspiel des Torhüters prüfen.

    Kurze Reaktionszeiten vor dem Wurf

    In der Spielsituation muss der Außen in Sekundenbruchteilen viele technische Grundprinzipien abrufen und gleichzeitig das Stellungsspiel des Torhüters beobachten können. Zumindest auf Ersteres kann er sich bei normalen standardisierten Wurfserien noch vorbereiten. Daher ist es ratsam die Außenangreifer auch im Training immer wieder unter Handlungsdruck zu setzen.

    262 Drucksituationen Außentraining Abb. 2

    Übungsbeispiel: Der Übende stellt sich mit Blick Richtung Tor ca. einen Meter vor die Kreislinie auf der Außenposition, ein Partner steht mit Ballkiste hinter ihm.

    Der Partner spielt dem Außen ohne Vorwarnung den Ball durch die Beine. Der Werfer muss den Ball reaktionsschnell erlaufen, kontrollieren und nach dem gängigen Technikbild (Winkel aufspringen, Torhüter beobachten, langer Arm) verwerten.

    Eine zusätzliche Erschwerung ist es, wenn der Übende zu Beginn den Passgeber ansieht (Blickrichtung Seitenauslinie) und den Ball aus der Drehung verarbeiten muss.

    Autor: Robert Nowacki

    18. März 2017

    Auf der „falschen Seite“: Wurfübungen für Rechtshänder von Rechtsaußen

    Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 18:38

    Nur 10-15 % der deutschen Bevölkerung sollen linkshändig sein. Da kann es schon vorkommen, dass in einer Handballmannschaft lediglich einer oder gar kein Linkshänder vorhanden ist.

    Trotzdem muss die Position des Rechtsaußen natürlich besetzt werden und im besten Fall mit einem Spieler der von dort auch Torgefahr ausstrahlen kann. Wie man hier mit kleinen Übungen die Spieler schulen kann wollen wir euch im Folgenden darstellen.

    Grundlegende Technik

    Das Grundproblem als Rechtshänder auf Rechtsaußen ist, das man dazu neigt lediglich die kurze Ecke des Tores anzuvisieren, da ein Wurf in die lange Ecke bei einem normalen Sprungwurf und dem dazugehörigen Armzug kaum machbar ist, ohne das der Torhüter im Weg steht.

    Das Zauberwort heißt hier: „ABKNICKEN!“, und zwar mit dem Oberkörper. Die Hüfte muss zur linken Körperseite geneigt, die linke Schulter nach vorn gedreht und der rechte Arm mit Ball über den Kopf gestreckt werden.

    Der Wurfarm darf zudem vor dem Wurf nicht in eine totale Streckung nach hinten, wie beim perfekten Technikbild, gebracht werden, sondern sollte schon während des Sprunges leicht angewinkelt sein. Ein hochkompliziertes und im Handball nicht so gebräuchliches Technikbild also.

    Hier ein schönes Anschauungsbeispiel von Andy Schmid:

    Einfache Grundübung

    246 Rechtshänder von Rechtsaußen Abb. 1

    Die einfachste Übung überhaupt um zunächst mal das Abknicken zu schulen ist es sich auf die rechte Spielfeldecke zu stellen und zu versuchen aus dem Stand von dort den Ball im Tor unterzubringen. Dabei positioniert sich der Werfer mit Blick zum Tor und dem linken Bein auf dem Kreuzungspunkt zwischen Seiten- und Torauslinie (s. Abb. 1).

    Hierbei lässt er das Bein stehen und versucht den Oberkörper soweit es geht Richtung Spielfeld zu verwringen. Zusätzlich wird der Arm wie beschrieben über den abknickenden Körper gezogen. Somit ist es möglich auch aus diesem Winkel den Ball im Tor unterzubingen.

    Idealerweise können bei dieser Übung ein Links- und ein Rechtsaußen von ihrer Seite üben. Während der Rechtsaußen das Abknicken trainiert, muss der Linksaußen mit möglichst langem Arm in Wurfauslage gehen, um zu treffen.

    Hochsprungmatte als Hindernis

    Ein sehr gutes Trainingsutensil zum Üben des Abknickens beim Wurf ist die Hochsprungmatte. Als aufgestelltes Hindernis kann diese den Übenden quasi zum Abknicken zwingen. Dabei kann nach Positionen und Schwierigkeitsgraden unterschieden werden.

    Zum „Warm-Up“ bietet es sich an die Spieler Passübungen vorbei an der Matte machen zu lassen. Dabei wird vor der Matte abgesprungen bzw. das Standbein platziert und durch Abknicken um die Matte herum erst der „Passweg eröffnet“.

    246 Rechtshänder von Rechtsaußen Abb. 2

    Wurfübungen sind sowohl aus dem Zentrum (s. Abbildung 2: Variante links) und von der Außenposition möglich. Hier ist auch eine kleinere Matte oder ein Turnkasten (vorsichtig eventuelle Verletzungsgefahr) ausreichend. Zudem sollte immer erst das Abknicken aus dem Schlagwurf geübt und dann die schwierigere Variante aus dem Sprung erfolgen.

    Autor: Robert Nowacki

    11. Februar 2017

    Passübung für das Tempospiel

    Kategorie: Tempospiel – Autor: KaiDittrich – 13:36

    Bei Spielsituationen die mit höchstem Tempo ablaufen, wie dem Gegenstoß ist die Exaktheit von Laufweg und Passtechnik verantwortlich für Erfolg und Misserfolg. Im Folgenden gibt es von uns eine Passübunge, welche auf die Verbesserung dieser Komponenten abzielt.

    Passfolge Torhüter – Angreifer – Angreifer – Torhüter

    242 Passübungen für das Tempospiel Abb. 1

    Für die Übung werden gemäß unserer Abbildung mindestens zwei Torhüter (bzw. 1 Passgeber in jedem Torkreis) benötigt. Auf einer Längsseite der Halle positioniert sich eine Gruppe Spieler auf den jeweiligen Außenpositionen (in einer Hallenhälfte RA und in der anderen LA). Auf der anderen Längsseite positionieren sich die Spieler an der Mittellinie, wobei jeweils die Hälfte der Spieler zum rechten und die andere Hälfte zum linken Tor blickt.

    Beim Start der Übung hat einer der Torleute den Ball und passt zu einem startenden Außen (Abb.: rotes Trikot). Der Ball soll so gespielt werden, dass der Außen diesen in hohem Tempo fangen kann und ohne zu prellen an der Mittellinie zu einem von der anderen Seite der Mittellinie startenden Spieler (grünes) passen kann, welcher ebenfalls ohne zu prellen den Ball dann zum zweiten Torhüter passt, der die Übung von Neuem in die andere Richtung einleitet (Pass zum startenden Außen).

    Besonders Passpräzision und Anlauftiming werden in dieser Übung geschult. Wer einen Pass von der Außenposition startend gespielt hat, stellt sich an der Mittellinie an und umgekehrt. Beherrscht eine Trainingsgruppe die Übung sicher, kann die Passfolge auch mit zwei Bällen gleichzeitig absolviert werden. Die beiden Außen werden dann vom jeweiligen Torhüter zeitgleich angespielt. Hier sind Rhythmus und Laufwege noch exakter einzuhalten.

    Variation und Erweiterung

    235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-2 moderne_effekte_hb_trainingsplaene

    Es ist auch möglich das Ganze als Wurfübung umzugestalten, indem sich zusätzlich zu den Torhütern noch ein Anspieler mit Ballkiste im Kreis postiert (s. Abbildung 2). Nachdem der Spieler von der Mittellinie startend auf das Tor geworfen hat, bekommt der startende Außen den Ball vom Zuspieler. Hat man drei oder vier Torhüter zur Verfügung, sollten diese natürlich im Wechsel die Aufgaben des Torhüters und Zuspielers übernehmen.

    Eine weitere Möglichkeit bildet die Installation eines „Störspielers“ auf beiden Seiten, welcher versucht den von der Mittellinie startenden Angreifer in seinem Laufweg zu behindern, bzw. den Pass abzufangen. Hier ist die Handlungsschnelligkeit des startenden Spielers gefragt, da er seinen Laufweg so anpassen muss, dass der Außen ihm den Ball sicher zu passen kann.

    Autor: Robert Nowacki

    25. Januar 2017

    Grund für den WM-K.o. gegen Katar: 3 Rechtshänder im Rückraum?

    Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 15:00

    Deutschland schied bei der WM überraschend bereits im Viertelfinale gegen Katar aus. Dabei traten die Kataris mit einer taktischen Besonderheit an. Ähnlich den Franzosen, welche dies ebenfalls über viele Jahre sehr erfolgreich praktizierten, spielte der Vizeweltmeister sehr oft mit drei Rechtshändern im Rückraum.

    Die rechte Rückraumposition wurde dabei zumeist vom gebürtigem Franzosen Bertrand Roiné ausgefüllt. Auch das DHB-Team hatte in der Vorbereitung auf das Turnier diese Variante getestet, bei der WM jedoch dann kaum eingesetzt.

    Das Problem

    In unteren Ligen wird das Spiel mit drei Rechtshändern aus Mangel an Linkshändern häufiger notgedrungen praktiziert. Dabei bietet ein Rechtshänder auf der rechten Rückraumposition auch einige Vorteile.

    Zunächst muss jedoch gesagt werden, dass die Torgefahr über den Rückraumwurf an sich natürlich abnimmt mit einem Rechtshänder auf halbrechts. Bei Würfen von der Halbposition bleiben dem Schützen selbst nur wenige Möglichkeiten den Ball um den Block herum zu ziehen. Zudem muss ein Rechtshänder von der halbrechten Seite einen wesentlich größeren Bogen laufen, um nach Kreuzbewegungen noch torgefährlich zu sein.

    240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 1

    240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 2

    Weiterhin benötigt der Rechtshänder immer mehr Abstand zur Abwehr, um den Ball zurück ins Zentrum oder nach der Kreuzbewegung auf Halblinks spielen zu können, wie durch die beiden Abbildungen (1 und 2) dargestellt wird. Ist er zu nah an der Defensive kann die Ballhand leicht von der Abwehr attackiert werden, da es dem Angreifer kaum möglich ist seinen Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen.

    Die Chancen

    Chancen entstehen im Spiel mit einem Rechtshänder auf der halbrechten Seite, wird das eigene Team in der Lage ist gut von der linken Seite anzustoßen. Gelingt es einem Team eine druckvolle Stoßbewegung bis zur halbrechten Seite weiterzugeben, ist es für den Rechtshänder auf der halbrechten Seite einfacher torgefährlich in die Lücke zwischen 1 und 2 (Halb- und Außenverteidiger) hinein zu gehen.

    Die Ballhand kann nur vom Außenverteidiger attackiert werden, was eine engere Kooperation und verändertes Stellungsspiel von den beiden betreffenden Abwehrspielern erfordert.
    Des Weiteren ist unter diesen Voraussetzungen der Pass auf den Außenangreifer leichter zu spielen und durch das fast zwangsläufige Aushelfen des Außenverteidigers entsteht mehr Raum für den Außenangreifer (s. Abbildungen 3 und 4).

    240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 3

    240 Rechtshänder auf halbrechts Abb. 4

    Der richtige Spielertyp

    Auch wenn also das ein oder andere Problem durch einen dritten Rechtshänder im Rückraum entstehen kann, bietet das Ganze nicht nur negative Seiten. Wichtig ist, dass man die richtigen Spielertypen für die halbechte Position auswählt.

    Ein Rückraumakteur, der seine Stärken im Werfen aus der Fernwurfzone hat, ist hier falsch besetzt. Vielmehr sollten Spieler mit sicherem Passspiel und hohem Tempo eingesetzt werden, um die Lücke zwischen 1 und 2 beim Parallelstoß anzugreifen, den Außenangreifer zu bedienen und die Nachteile beim Passen in Richtung Spielfeldzentrum durch ihre individuellen Fähigkeiten kompensieren zu können.

    Autor: Robert Nowacki

    20. August 2016

    Fokus auf das Tempospiel – Modifikationen im Spiel 6 vs. 6

    Kategorie: Tempospiel – Autor: KaiDittrich – 10:31

    Möchte man als Übungsleiter den Fokus auf das schnelle Umschalten der eigenen Mannschaft im Abschlussspiel einer Trainingseinheit setzen, kann man dies durch eine Auswahl an Regelmodifikationen unterstützen.

    Zusätzliche Belohnung schnell erzielter Tore

    Tore, welche innerhalb der ersten 10 Sekunden nach Ballgewinn eines Teams erzielt werden, zählen doppelt.
    Gegebenenfalls kann auch ein schnell erzieltes Tor mit einem zusätzlichen Angriff für das erfolgreiche Team belohnt werden (kein Ballwechsel).

    Limitierung der Anzahl an Pässen/Shotclock

    Um die angreifende Mannschaft unter Handlungsdruck zu setzen, kann die Anzahl der erlaubten Pässe (z.B. 6 Pässe nach Ballgewinn) pro Angriff oder eine „Shotclock“ (z.B. maximal 10 Sekunden Ballbesitz nach Ballgewinn) eingerichtet werden. Hieraus ergibt sich die logische Konsequenz Angriffe möglichst so schnell zu initiieren, dass die abwehrende Mannschaft keine Gelegenheit zur geordneten Abwehrformation erhält.

    Werden die Vorgaben nicht eingehalten, gibt es entweder sofortigen Ballbesitzwechsel oder in abgeschwächter Form eine Strafaufgabe, welche die angreifende Mannschaft erfüllen muss, bevor im normalen Positionsangriff ohne Vorgabe weitergespielt werden darf.

    Ein Team versucht also entweder einen Angriff schnell zu Ende zu führen ohne Strafaufgabe oder die Aufgabe in Kauf zu nehmen und einen langsamen Angriffsaufbau durchzuführen.

    Verbesserte Chancen durch kurzzeitige Überzahlsituationen

    Nach einem Ballverlust dürfen bestimmte Spieler der verteidigenden Mannschaft erst zurücklaufen, nachdem sie die Grundlinie des Gegners berührt haben. So bietet sich die Chance bei schnellem Umschalten in Überzahlsituation zu kommen und insbesondere über die zweite Welle Vorteile zu erlangen.

    Bspw. könnte bei Anweisung der Kreis- und Außenspieler zum Sprint an die Grundlinie eine kurzzeitige 6 vs. 3 Situation für die in Ballbesitz gelangende Mannschaft entstehen.

    Zusatzaufgaben an Mittellinie nach Ballverlust

    Nach Ballverlust müssen alle Spieler einer Mannschaft umgehend zur Mittellinie sprinten und dort eine Aufgabe (Liegestütz, Kniebeuge, etc.) erfüllen bevor sie wieder aktiv verteidigen dürfen. Dies gibt der angreifenden Mannschaft die Chance durch schnelles Umschalten das Spielfeld zu überbrücken ohne durch den Gegner gestört zu werden.

    Autor: Robert Nowacki

    7. Mai 2016

    Stoßen-Rückstoßen über die Halbposition mit Kreisläufersperre gegen 6:0 Abwehr

    Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 10:54

    In der folgenden Animation ist der Regelablauf eines Stoßen-Rückstoßens über die Halbposition zu sehen. Der Kreisspieler stellt hierfür eine Sperre für den Halbangreifer. Dabei haben mit Ausnahme des gegenüberliegenden Außenspielers alle Angriffsspieler bestimmte Laufwege einzuhalten, um die Auslösehandlung so effektiv wie möglich zu gestalten.

    Ausgangsposition



    Zu Beginn hat ein Außen (in der Animation LA) den Ball. Entgegen der normalen Anzugsbewegung, spielt er den Ball ohne Druck auf die Abwehr zu seinem Halbspieler und setzt sich anschließend sofort in Richtung Spielfeldecke ab. Der Kreisspieler steht zu Beginn an Abwehrspieler 3 (ballnaher Inneblockspieler) auf der Ballseite.

    Stoßbewegung des Halbangreifers

    Nachdem RL den Ball von LA erhalten hat, stößt er in Richtung Abwehrzentrum mit der Hauptaufgabe, seinen Gegenspieler auf der Halbposition weit in die Spielfeldmitte zu ziehen. Die Kreisläufersperre am ballnahen Innenblockspieler sorgt dafür, dass dieser nicht einfach aushelfen kann.
    Spielt RL den Ball zu RM weiter, stellt der Kreisspieler kurz eine Sperre zur Ballseite am Halbabwehrspieler.

    Passtäuschung RM

    RM täuscht nach Ballerhalt zunächst eine Passtäuschung zur rechten Seite an. Hier ist es wichtig, dass RR auch mit seinem Laufweg simuliert, dass er den Ball torgefährlich erhalten möchte. Im Normalfall rutscht nun die gesamte Abwehrreihe antizipativ nach rechts. Dies bedeutet für einen kurzen Moment auch, dass Abwehrspieler 2 versuchen wird die Sperre des Kreisläufers zur Ballseite aufzulösen.

    Diesen Moment nutzt der Kreisspieler, um eine neue Sperre an diesem Abwehrspieler auf der ballfernen Seite zu stellen. Währenddessen ist es wichtig für RL durch schnelle Seitwärtsbewegung wieder in eine Position zu kommen, von welcher er auf die Lücke zwischen 1 und 2 stoßen kann.

    Passtäuschung RM

    RM verlagert nun das Spiel wieder auf RL zurück, welcher auf die Lücke zwischen Halb- und Außenverteidiger stößt. Der Anlauf hierfür sollte nicht zu lange sein. Zudem muss RL anhand der Stellung beider Abwehrspieler entscheiden können, was die beste Variante für seine Aktion nach Ballannahme ist.

    Schiebt der Außenverteidiger weit nach innen um auszuhelfen, sollte sofort der Pass Richtung Außenangreifer erfolgen. Bleibt der Außenverteidiger in der Nähe seines Gegenspielers und steht die Sperre durch den Kreisläufer, muss RL einen Durchbruch versuchen.

    Umläuft der Halbabwehrspieler die Sperre ist entweder ein Kreisanspiel für RL möglich, wenn der Mittelblock nicht mit in Richtung des Kreisläufers verschiebt oder eine erneute Anzugsbewegung eventuell auch mit einem Sperre absetzen auf der Halbposition.

    Autor: Robert Nowacki