Handballtraining Handballübungen


7. April 2018

Komplexe Wurfserie für Außen- und Halbangreifer

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:41

Der folgenden Übung liegt eine von uns erstellte Animation zu Grunde:

Ziel soll es sein innerhalb kurzer Zeit drei Aktionen in der kleinen Gruppe mit Kreis- Außen und Rückraumspielern auszuführen, wobei jede Handlung mit einem Torwurf abgeschlossen werden soll.

Grundaufbau

Ein Anspieler mit Ballkiste wird auf RM postiert. In einem abgesteckten Raum auf der Halbposition am Kreis verteidigt ein Abwehrspieler (weißes Trikot in der Animation). Die verbliebenen Spieler verteilen sich auf den Halb- und Außenpositionen, wobei die Halbposition bei jeder Übung doppelt besetzt wird.

Handlung 1: Wechsel zwischen Halb und Außen

In der ersten Aktion erfolgt ein Wechsel zwischen dem Halbspieler (im Video RL) und seinem Außenangreifer in deren Anschluss der Außenangreifer gegen den im Defensivblock stehenden Abwehrspieler den Torabschluss aus dem Rückraum suchen soll.
Wichtig hierbei ist, dass der Außenspieler bereits vor dem Pass des Anspielers im Bogen anläuft, um nach dem Wechsel mit seinem Halbspieler den Ball mit Blickrichtung Tor annehmen zu können.

Handlung 2: Parallelstoß und abräumen auf Außen

Während sich der Halbspieler direkt nach dem Wechsel auf LA absetzt, wird der Werfer zum Kreisspieler. Der zweite Halbspieler erhält vom Anspieler den Ball und geht parallel Richtung Tor, um den neuen Außen freizuspielen, welcher per Sprungwurf von LA abschließt. Anschließend wird LA zum Verteidiger auf der gegenüberliegenden Halbposition.

Handlung 3: Aufbausperre und Durchbruch

Direkt nach seinem Pass zu LA setzt RL mit Blick zum Tor zurück, um einen neuen Pass von RL anzunehmen. Der Verteidiger agiert jetzt offensiv gegen RL, welcher breit anstößt. Der KL stellt RL im richtigen Moment eine Sperre für eine schnelle Körpertäuschung Richtung Spielfeldmitte, in deren Verlauf RL an der Sperre vorbei zum freien Torabschluss bei ca. 7 Metern kommen soll.
Das Timing des KL ist hierbei entscheidend. Die Sperre soll erst im letzten Moment gestellt werden, sodass dem Verteidiger keine Gelegenheit bleibt, diese zu Umlaufen.

Variationen

Aus den grundsätzlichen Abläufen lassen sich zahlreiche Varianten ableiten. Beispielsweise kann Handlung 1 auch gegen einen offensiven Verteidiger mit 1:1 Aktion gespielt werden.

Handlung 2 ist als Entscheidungstraining für den Halbspieler möglich, indem der Verteidiger die Rolle eines AL-Abwehrspielers einnimmt und entweder versucht den Pass zum Außen zu unterbinden (dann Abschluss durch RL) oder RL zu attackieren (dann Pass zu LA).

Handlung 3 kann durch Hinzunahme eines zweiten Abwehrspielers auch das Einsetzen von Sperre Absetzen verlangen bzw. durch variables Verhalten des Verteidigers in einem Kreisanspiel durch RL münden.

Autor: Robert Nowacki

26. Februar 2018

Torwarttraining: Reaktionsschnelligkeit mit Rebound-Würfen

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 09:25

Im Folgenden zeigen wir euch einige einfache Übungen zur Schulung der Reaktionsschnelligkeit eurer Torleute. Gut verwendbar hierfür sind Rebound-Trainingshilfen, z.B. hier:

Trainingsrückprallwand/Rebounder

Allerdings könnt ihr auch einfach Turnkästen verwenden.

Rebound von der Seite

276 Torwarttraining Reaktionsschnelligkeit Abb. 1

Nach dem Einwerfen der Torleute in zwei Reihen benötigt jeder Werfer einen Ball. Die Werfer stellen sich in sechs Meter Torentfernung auf, die Rebound-Hilfen werden in ca. einem Meter Abstand zu den beiden Torpfosten platziert (s. Abbildung 1).

Die Werfer zielen abwechselnd auf den diagonal gegenüberliegenden Turnkasten/Rebounder. Durch die Richtungsänderung des Balles ist der Torhüter gezwungen schnell sein Reaktionsmuster anzupassen. Die Torleute nehmen dabei nicht Stellung gegenüber dem Werfer ein, sondern gegenüber des vom Werfer anvisiertem Rebounders.

Je näher dieser zum Tor steht und je härter der Wurf ist, desto höher sind die Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit der Torhüter. Die Werfer müssen zudem in der Lage sein, dass anvisierte Ziel sicher zu treffen.

Ergänzungen:

– Zusätzliche Belastung der Werfer, z.B. durch Sprint um eine Markierung Richtung Mittellinie, (s. Abbildung) oder koordinative Aufgaben vor dem Torwurf (Koordinationsleiter, Prellen durch die Beine, Rolle vorwärts, u.ä.)

– Einfallswinkel und Wurfhöhe verändern (Aufsetzer gegen die Rebound-Hilfe führen zu hohen Bällen, die abgwehrt werden müssen)

Rebound von vorne

276 Torwarttraining Reaktionsschnelligkeit Abb. 2

Diese Übungsform ist für die Torhüter noch schwerer. Es werden mindestens zwei Werfer benötigt, welche sich mit Bällen (4-7 Stück pro Schütze) links und rechts hinter den Torpfosten versetzt postieren (s. Abbildung 2). Die Rebound-Hilfen werden zentral vor dem Tor platziert.

Auch hier werfen beide Schützen abwechselnd gegen die Kästen, während der Torhüter versucht die Bälle abzuwehren. Die Entfernung der Rebound-Hilfen zum Tor sollte zwischen 2 und 4 Meter betragen, je nach Reaktionsvermögen des Torhüters.

Die Übung erfordert keine Anforderungen an die Abwehrtechnik, sondern dient einzig der Reaktionsschulung. Auch unkonventionelle Abwehrmethoden sind zulässig. Die Wurffrequenz sollte in jedem Durchgang gesteigert werden.

Autor: Robert Nowacki

23. Dezember 2017

Time-Out optimieren: Was wir von Michael Biegler lernen können.

Kategorie: Coaching – Autor: KaiDittrich – 10:28

Die „Ladies“ von Michael Biegler sind bereits im Achtelfinale ihrer Heim-WM ausgeschieden. Das Abschneiden der DHB-Damen war dabei sicher für viele enttäuschend. Wer jedoch die Spiele und ganz besonders die Auszeiten aufmerksam beobachtete wurde Zeuge eines Lehrbeispiels an Coaching.

Michael Biegler – Der Motivator

DHB-Coach Michael Biegler nutzte seine Auszeiten stets, um das Team nicht nur taktisch neu einzustellen, sondern blieb bei aller Kritik positiv und motivierte seine Mannschaft am Ende stets mit aufmunternden Worten.
Von seiner Art und Weise Auszeiten zu gestalten, lassen sich für jeden Trainer nützliche Hinweise ableiten, welche nach einer Auszeit wirklich die gewünschten Effekten herbeiführen.

Das Timing beim Nehmen einer Auszeit

Viele Trainer begehen den Fehler und sparen sich ihre Auszeit zu lange auf. Dabei tritt der erste positive Effekt des Time-Outs bereits ein, wenn die grüne Karte auf dem Tisch landet:

DER LAUF DES GEGNERS WIRD UNTERBROCHEN

Manchmal reicht dies schon als Maßnahme seine Mannschaft in die Spur zurückzubringen: Erstmal den gegnerischen Rhythmus stören und das eigene Team durchatmen lassen.
Aus diesem Grunde sollte besonders die erste Auszeit einer Partie nicht zu lange hinausgezögert werden. Hat der Gegner einen Lauf mit 3 oder 4 Treffern in Folge und fruchten von der Bank gegebene Kommandos nicht, sollte die grüne Karte eingesetzt werden.

Der richtige Einstieg

Einige Trainer wollen in ihrer Auszeit möglichst viele Infomationen an das Team übermitteln und versuchen quasi ab der ersten Sekunde die Mannschaft mit taktischen Vorgaben, Positionswechseln und Motivationssprüchen wach zu rütteln. Dabei wird die Aufnahmefähigkeit der eigenen Spieler gerne maßlos überschätzt.

GIB DEINEN SPIELERN ZEIT SICH ZU SORTIEREN

Besonders wenn die letzten Spielminuten anstrengend waren und eventuell nicht so gut gelaufen sind, sollten die Spieler Zeit zum Luftholen erhalten. Wichtig dabei: Alle sollen schnell zusammenkommen und sich mit Getränken versorgen. Positionswechsel sollten nach Möglichkeit schon vor der Auszeit mit den Einwechselspielern abgestimmt werden.

Überlege dir gut, welche Punkte du in einer Minute Auszeit wirklich effektiv ansprechen kannst und welche Lösungen du deinem Team an die Hand geben willst.
Erst wenn alle Spieler da sind und ihren Fokus auf den Coach gerichtet haben sollte die eigentliche Ansprache beginnen. Dieser „Findungsprozess“ darf maximal 10 Sekunden dauern.

BEGINNE MIT DIREKTER ANSPRACHE

Deine Mannschaft soll wissen, dass es gleich losgeht. Das kann ein einfaches „Hey Leute!“, „Hey Männer!“ oder wie in Michael Bieglers Fall: „Ladies!“ sein. Das Team muss merken, dass Aufmerksamkeit jetzt das oberste Gebot ist.

SPRICH KERNPROBLEME KURZ AN UND BIETE LÖSUNGEN

Zunächst sollten allgemeine technische und taktische Fehler angesprochen werden. Bleibe dabei jedoch bei den wichtigsten Problemfeldern in Angriff und Abwehr. Da Abwehr bekanntlich das A und O ist sprich zunächst kurz Probleme in der Defensive an und gib Lösungsvorschläge, z.B. Systemumstellungen oder Positionswechsel.

Verfahre ebenso beim Angriffsspiel. Sprich Fehlerquellen nur kurz an und widme den Lösungsstrategien mehr Zeit. Denke daran, dass du den Gebrauch von Unterstützungsmedien wie Taktiktafel oder Tablet gut vorbereitest, um hier keine Zeit zu verlieren.

Nutzt Möglichkeiten der Aufgabenteilung

Hast du das Glück einen Co- oder Torwarttrainer mit auf der Bank sitzen zu haben, kann es sich lohnen einzelne Spieler während der Auszeit individuell anzusprechen. Ein Torwarttrainer kann z.B. kurz die Wurfbilder der Schützen mit den Torleuten durchgehen. Ein Co-Trainer hingegen kann z.B. mit einem oder zwei Feldspielern noch einmal besondere Spielsituationen oder individuelles Verhalten in Angriff und Abwehr besprechen, ohne das der Rest der Mannschaft hier involviert werden muss.

Bleibe positiv – Steigere die Emotionalität

Auch wenn eine eigene Auszeit selten bei zufriedenstellender Leistung des eigenen Teams genommen wird, musst du versuchen deinem Team vor allem eine positive Einstellung zu vermitteln. Bei allen Fehlern glaubst du daran, dass sich nach der Auszeit etwas bessern wird, also übermittle deinem Team dies immer wieder verbal (bspw. „Ihr könnt das!“ „Wir haben das trainiert!“) und nonverbal.

Versuche die taktischen Vorgaben mit gebremster Emotionalität zu geben. Die Spieler sollen sich hier eher auf das Gesagte konzentrieren und benötigen keine unnötigen Motivationsspitzen.

Die Emotionalität der Ansprache sollte erst gegen Ende der Ansprache gesteigert werden. Die Spieler sollen wieder bereit sein auf das Feld zu gehen und neben allen taktischen Vorgaben vor allem eine innere Einstellung zur Umsetzung dieser erhalten.

Hier darf man als Trainer dann auch gerne mal schreien und die ein oder andere Motivationsphrase auspacken. Trainer, denen dies schwerfällt, können solche Aufgaben jedoch auch den Führungsspielern oder einem CO-Trainer überlassen.

NUTZE RITUALE

Rituale wie Schlachtrufe oder Abklatschen geben Sicherheit und „Wir-Gefühl“. Räume auch diesen Dingen Zeit ein.

Das große ABER

Wir haben im Folgenden noch einmal alle Punkte auf einen Blick zusammengefasst:

– Nimm Auszeiten rechtzeitig, um den gegnerischen Rhythmus zu stören

– Gib deinen Spielern anschließend kurz Zeit sich zu sortieren

– Sprich die Mannschaft direkt an

– Teile dir Aufgaben mit deinen Co-Trainern

– Sprich zuerst taktische Probleme an (1. Abwehr, 2. Angriff)

– Überfrachte deine Ansprache nicht mit zu vielen unterschiedlichen Punkten

– Dosiere Emotionalität am Anfang und schicke dein Team mit wenigen emotionalen Schlussworten zurück auf das Feld

– Nutze Rituale (Schlachtrufe, Abklatschen)

Natürlich gibt es nicht die perfekte durchgetaktete Time-Out-Ansprache. Ein Trainer muss nach eigenem Gefühl handeln und sagt dies einem, dass die eigene Mannschaft nun eine sechzigsekündige „Standpredigt“ in maximaler Lautsärke benötigt um aufzuwachen, sollte man nicht zögern darauf zu hören.

Zeigt eine Mannschaft allerdings im Anschluss nicht die gewünschten Verhaltensänderungen, muss man seine Strategie überdenken. Besonders, wenn man noch nicht so lange mit einer Mannschaft arbeitet sollte man auch die Chance nutzen sich nach dem Spiel Feedback bei einigen Spielern zu holen, wie die Inhalte und Art der Time-Out-Ansprache aufgenommen wurden.

Autor: Robert Nowacki

30. September 2017

Torwarttraining mit dem Luftballon

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 11:09

…klingt erst einmal merkwürdig. Doch der Luftballon eignet sich besonders als Hilfsmittel für das Reaktions- und Schnelligkeitstraining mit euren Torleuten, da er Eigenschaften mitbringt, welche andere Trainingsgeräte nicht besitzen. Im Folgenden versuchen wir das an einigen Übungsbeispielen zu veranschaulichen.

Ballonhochhalte

Ballonhochhalte eignet sich hervorragend für eine spielerische Erwärmung von Torleuten. Benötigt werden hierfür zwei Luftballons ähnlicher Größe. Zwei Torleute spielen gegeneinander und halten zu Beginn einen Luftballon in der Hand.

Gleichzeitig schlagen sie ihren Luftballon mit einer Hand nach oben, um direkt im Anschluss den Ballon des anderen zu erlaufen und ebenfalls wieder nach oben zu schlagen, bevor dieser den Boden berührt (s. Abbildung 1).

263 Torwarttraining mit Ballon Abb. 1

Das Spiel kann in einem vorgegebenen Feld (z.B. im gesamten Torkreis) gespielt werden. Die Luftballons dürfen nicht nach unten geschlagen werden, sondern immer möglichst kraftvoll in Richtung Hallendecke.

Es darf jedoch versucht werden, den Ballon möglichst weit weg vom Gegenspieler zu schlagen, um dessen Laufweg zu verlängern, sodass beide Torleute mit zunehmender Spielzeit immer weitere Distanzen zurücklegen müssen. Hierbei ist sowohl Schnelligkeit als auch Einsatz gefragt, um z.B. besonders nah am Boden befindliche Luftballons noch zu erreichen (evtl. per Hechtsprung).

Explosivität und Reaktion mit dem Luftballon

Es wird ein Luftballon benötigt sowie ein Schütze mit Ballkiste bei ca. 5-6 Metern Torentfernung. Der übende Torhüter stellt sich in gewohnter Abwehrposition vor das Tor und versucht einen Luftballon auf einer Seite des Tores einhändig durch leichte, kurze Berührungen in der Luft zu halten.

263 Torwarttraining mit Ballon Abb. 2

Auf ein Zeichen des Schützen gibt er dem Ballon einen kräftigen Stoß nach oben und wehrt anschließend einen schnellen Wurf in die gegenüberliegende Torecke ab. Direkt danach bewegt er sich wieder in die andere Torecke um seinen Ballon vor dem Fallen auf den Boden zu bewahren und erneut bis zum nächsten Signal hochzuhalten.

Hierbei können alle Torecken- und -höhen nacheinander mit Serien von 5-6 Würfen absolviert werden, ehe die Übung erschwert wird, indem die Wurfhöhe vom Schützen variabal gestaltet wird. Eine weitere Erschwerung kann erfolgen, indem der Torhüter den Ballon zunächst in der Mitte des Tores hochhält und erst kurz vor dem Wurf des Schützen die Information über die anvisierte Torecke erhält.

Der Ballon muss dann zunächst kräftig in Richtung der „Nichtwurfecke“ geschlagen werden, der Wurf abgewehrt und anschließend der Ballon wieder erlaufen werden.

Kleiner Tipp noch: Je kleiner die Ballons sind, umso schneller fallen sie und umso weniger gewinnen sie an Höhe, wenn man sie Richtung Hallendecke schlägt (beim Schwierigkeitsgrad berücksichtigen)

Autor: Robert Nowacki

19. August 2017

Wettkämpfe zur Verbesserung des individuellen Abwehrverhaltens

Kategorie: Abwehrtraining – Autor: KaiDittrich – 10:12

Viele Trainer kennen das Problem. Im Training wird bei sämtlichen Übungen gefordert, dass die Abwehr ordentlich dagegenhält und es den Angreifern nicht zu leicht macht, insbesondere wenn der Fokus einer Übung auf dem Abwehrverhalten liegt. Oft klappt dies allerdings doch nicht und das hat zumeist den Grund, dass im Training die entscheidenden Prozente im Verteidigungsengagement fehlen.

Viele Spiele sind darauf ausgelegt erfolgreiche Angriffsaktionen zu belohnen. Das Abwehrverhalten ist dabei meist nur Mittel zum Zweck. Im Folgenden zeigen wir euch zwei Spielformen, bei denen hauptsächlich gutes Abwehrverhalten über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Kartensammler – Variante Eins-Eins-Schulung

Die Grundvariante dieses Staffelspiels haben wir schon einmal in einem älteren Beitrag (http://www.handballtraining.de/saisonvorbereitung/kleine-wettkaempfe-fuer-die-saisonvorbereitung/1585) unter „Memorylauf“ erklärt. Ziel bei diesem Mannschaftsspiel ist es, möglichst schnell alle Spielkarten einer Farbe aufzusammeln. Die Karten werden vor Spielbeginn verdeckt in einem Bereich (z.B. auf einer Matte) platziert und die Teams an unterschiedliche Startpunkte verteilt. In der Grundform des Spiels, darf jeder Spieler pro Lauf zwei Karten umdrehen. Die Karten, welche der Farbe seines Teams entsprechen nimmt er mit zum Startpunkt von dem der nächste Spieler dann loslaufen darf.

259 Abwehrwettkämpfe Abb. 1

In unserer Variation werden vor dem Bereich mit den Spielkarten mit Hilfe von Pylonen „Tore“ von ca. drei Metern Breite abgesteckt. Jeder dieser Bereiche wird von einem Spieler einer Mannschaft verteidigt, wobei z.B. die Mannschaft welche die Kartenfarbe „Karo“ sammelt gegen das Team, welches „Herz“ sammelt verteidigt, usw. (s. Abbildung 1).

Die Sammler laufen mit einem Handball auf die Tore zu und versuchen regelgerecht (Drei-Schritt-Regel, maximal einmal Tippen) an dem Abwehrspieler innerhalb des Tores vorbeizukommen. Gelingt dem Sammler dies, darf er zwei Karten umdrehen. Gewinnt der Abwehrspieler den Zweikampf, darf der Sammler nur eine Karte anschauen und hat damit niedrigere Erfolgschancen auf einen Punktgewinn.

Der Abwehrspieler kann fliegend gewechselt werden oder für eine komplette Spielrunde bestimmt werden. Alternativ können Sammler, welche Zweikämpfe verlieren auch mit Zusatzaufgaben bestraft werden.

Abwehrkönig – Verteidigen im 1 vs. 2

Der Abwehrkönig wird mit folgendem Spiel gekürt. Jeweils ein Spieler verteidigt einen etwa fünf Meter breiten Bereich alleine gegen jeweils zwei Angreifer. Die beiden Angriffsspieler müssen versuchen so schnell wie möglich zum Torerfolg zu kommen. Für jeden Pass den sie spielen müssen bevor sie auf das Tor werfen, erhält der Abwehrspieler einen Punkt (Stellungsspiel).

259 Abwehrwettkämpfe Abb. 2

Gewinnt er den Ball oder gelingt es ihm den Angriff zu unterbrechen, erhält er fünf Extrapunkte. Landet der Wurf eines Angriffsduos nicht im Tor, erhält der Abwehrspieler drei Punkte (s. Abbildung 2).

Jeder Spieler muss die Rolle des Verteidigers einmal gegen alle Paare ausführen. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl erhält den Titel „Abwehrkönig“.

Autor: Robert Nowacki

27. Mai 2017

Übung zum Technikbild beim Überzieher mit Folgepass

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 11:02

Der Überzieher gehört ab einer bestimmten Niveaustufe zum Standardrepertoire eines Rückraumspielers.

Vor allem große wurfstarke Spieler auf den Halbpositionen, die sich häufiger kleinen offensiv ausgerichteten Deckungsspielern gegenübersehen sollten diese Individualtechnik beherrschen, um ihre körperlichen Vorteile auch dann noch auszuspielen, wenn sie nicht mehr so einfach in Wurfposition kommen. Im Folgenden gibt es von uns eine Übung sowie die wichtigsten Knotenpunkte des Technikbildes, auch in diesem Video zu sehen:

Überzieher-Viereck mit zwei Verteidigern

252 Überzieher Übungen Abb. 1

Es wird ein Quadrat mit vier Pylonentoren von etwa 3-5 Metern Seitenlänge errichtet (s. Abbildung 1). Jeweils zwei gegenüberliegende Tore werden von einem Verteidiger abgesichert. Vor den Toren wird je ein Angriffsspieler postiert.

Die Angreifer laufen mit Ball auf ihr Tor zu, gehen mit einem Überzieher in den Zweikampf und passen den Ball anschließend parallel zum nächsten Spieler weiter, welcher die Übung gegen den zweiten Verteidiger wiederholt. Währenddessen muss der erste Verteidiger zum gegenüberliegenden Tor laufen, um gegen den dritten Angreifer zu verteidigen usw.

Wichtiges zur Organisation und Variation

Die beiden Abwehrspieler in der Mitte sind permanent in Bewegung. Hier kann den Spielern gut die höhere Effektivität eines Überziehers gegen Abwehrspieler in Bewegung deutlich gemacht werden, indem die Übung zunächst mit vier Abwehrspielern, welche jeweils ein Tor absichern ausgeführt wird und erst im späteren Verlauf gewechselt wird.

Die Angriffsspieler müssen für die Grundübung alle entweder Rechts- oder Linkshänder sein. Hat man nicht genug Linkshänder zur Verfügung empfiehlt es sich diese nebeneinander zu postieren und permanent mit einem Rechtshänder wechseln zu lassen (–> Rückstoßen per Überzieher).

Die Grundübung kann natürlich geöffnet werden, indem auch andere Eins-Gegen-Eins-Angriffstechniken erlaubt werden (Körperfinte zur oder gegen die Hand). Hier werden dann jedoch eventuell mindestens drei Angreifer benötigt.

Vor der ersten Durchführung empfiehlt es sich zudem die Übung als Passkontinuum ohne Abwehrspieler zu gestalten und stattdessen den Überzieher mit Folgepass gegen einen Abwehrdummy, oder eine Slalomstange auszuführen, damit die Spieler ein Gefühl für Pass- und Laufweg erhalten.

Beschreibung des Technikbildes

252 Überzieher Übungen Abb. 2

Die Technikausführung beim Überzieher lässt sich gut in 3 Phase einteilen (s. Abbildung 2). Zunächst versucht der Angreifer durch seinen Laufweg den Verteidiger möglichst weit auf die Seite der Ballhand zu ziehen (–> Prinzip des Stoßens auf Lücke), um sich Platz für den Überzieher zu verschaffen. Im Idealfall wird der Ball im Nullschritt angenommen.

In Phase zwei kommt es bereits zur Kontaktsituation. Der Wurfarm des Angreifers geht mit Ball scheinbar in Wurfauslage nach oben, während der andere Arm Kontakt zur gegenüberliegenden Hüfte/zum Arm des Verteidigers sucht.

Die dritte Phase beinhaltet den eigentlichen Überzieher. Der Wurfarm wird mitsamt Ball im Halbkreis am Abwehrspieler vorbeigezogen. Gleichzeitig drückt die Nichtwurfarmhand den Abwehrspieler an Hüfte und Arm weg von dieser Bewegung. Die beiden Arme machen quasi entgegengesetzte Bewegungen.

Zudem muss die Angreiferhüfte durch einen schnellen explosiven Kreuzschritt zur Seite am Abwehrspieler vorbeigezogen werden. In unserer Beispielübung soll dann der Ball sofort zum nächsten Spieler weitergeleitet werden. Dies sollte ohne größere Verzögerung aus der Bewegung des Überziehers erfolgen (Handgelenkspass ohne noch einmal die Schulter nach hinten zu nehmen).

Autor: Robert Nowacki

6. Mai 2017

Torwarttraining – Den einfachen Wurf erkennen, anbieten und parieren (Komplexübung)

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 10:19

Im letzten Artikel hatten wir Theoretisches zum Torwartspiel in Bezug auf das Anbieten von Würfen zusammengefasst. Nun stellen wir euch eine Komplexübung vor, welche das Ganze von unterschiedlichen Positionen und in schneller Abfolge schulen soll.

Schnelle Wurfserie von 3 Positionen in schneller Abfolge

250 Den einfachen Wurf erkennen Teil 2 Abb. 1

Aufbau:
Für die Übung werden 3 Pylonentore gemäß unserer Abbildung benötigt, eine auf halblinks, eine auf halbrechts und eine im Zentrum. Die Torleute sollten vor der Übung vernünftig eingeworfen und vorgedehnt sein.

Die Feldspieler verteilen sich jeweils mit Ball auf die 3 Positionen. Wichtig ist hierbei, dass die ersten Spieler jeder Reihe den gleichen Abstand zu ihrer Pylone besitzen.

Ablauf:
Alle drei Startspieler jeder Reihe laufen gemeinsam (entweder nach gegenseitiger Abstimmung oder auf ein zentrales Signal) auf ihr Pylonentor zu. In unserem Übungsbeispiel geht der halblinke Spieler sofort in eine Eins-Gegen-Eins-Bewegung am Pylonentor, springt direkt danach ab und wirft in Sprungrichtung auf das Tor. Der Torhüter muss schnell sein Stellungsspiel anpassen und soll den einfachen Wurf „zu machen“.

Gleichzeitig stößt der Spieler auf halbrechts zwischen seinem Tor hindurch und prellt einmal außen herum, bis er wieder vor dem Tor steht. Anschließend geht auch er in die Eins-Eins-Bewegung und wirft nach dem bekannten Muster auf das Tor.

Der Spieler im Zentrum dreht insgesamt zwei Runden um sein Pylonentor ehe er es den anderen beiden Mitwerfern gleichtut. Somit ist gewährleitet, dass die drei Werfer in verzögerter fester Abfolge abschließen.

Grundlegendes zur Übung:
Die Übung zielt darauf ab, dem Torhüter schnelle Anpassungen seines Stellungsspiels abzuverlangen, um Automatismen zu schaffen. Durch den gleichzeitigen Start und den verzögerten Abschluss wird diese schnelle Abfolge gewährleistet. Es sollte darauf geachtet werden, dass die drei Werfer einer Gruppe aus Spielern mit ähnlichen technischen und konditionellen Voraussetzungen bestehen, sodass von Natur aus ein guter Rhythmus vorhanden ist.

Dennoch braucht es Zeit das Übungsschema aufzubauen. Es ist ratsam zunächst Handlungseinschränkungen zu geben, z.B. dass die Eins-Eins-Bewegung nur zur Hand erfolgen darf, sodass sich die Torhüter zunächst mehr auf das Übungstempo einstellen können. Es kann zunächst auch eine vereinfachte Variante mit Abschluss von zwei Positionen genutzt werden. Im weiteren Verlauf kann das Schema immer weiter aufgebrochen werden.

Variationen

Statt des Stoßens durch die Pylonen können andere zeitverzögernde Elemente genutzt werden, z.B. 1-2 Liegestütze, Strecksprünge, Prellen durch die eigenen Beine, u.ä. Ist der Übungsablauf gefestigt, können die Schützen angewiesen werden nur dann in die angesagte Torecke zu werfen, wenn das Stellungsspiel des Torhüters diese wirklich anbietet.

Macht der Torhüter die Ecke zu früh (noch vor vollendetem Armzug des Schützen nach hinten) zu signalisiert ihm der Schütze durch seinen Wurf, dass er ihn zu einfach durchschauen konnte.

Die Übung kann zudem mit 1:1 und Abwehrtraining verknüpft werden, indem halbaktive Abwehrspieler die Pylonentore verteidigen müssen (jeweils die Werfer aus der vorherigen Runde).

Autor: Robert Nowacki

25. April 2017

Torwarttraining – Den einfachen Wurf erkennen, anbieten und parieren (Grundlagen)

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 18:10

Eigentlich müsste jeder Werfer bei freien Chancen den Ball im Tor unterbringen können. Das dies jedoch nicht der Fall ist liegt einerseits daran, dass noch zu selten auf den Torhüter geschaut wird, bzw. die Torhüter sich sehr gut in den jeweiligen Werfer hineindenken können. Speziell in Situationen, in welchen den Werfer unter Bedrängnis oder nach Eins-Eins-Bewegungen zum Torwurf ansetzen muss, bieten sich Torhütern gute Chancen den Ball abzuwehren.

Gerade in unteren Ligen neigen Werfer dazu, in solchen Situationen den sichersten Wurf zu nehmen und der ist meist in Sprung- bzw. Laufrichtung. Dies können sich Torhüter zu Nutze machen, indem sie diese Würfe geradezu anbieten und dem Werfer somit zusätzlich eine Ecke aufdrängen.

Theoretische Grundlage und Vorübung zur Erwärmung

249 Den einfachen Wurf erkennen, anbieten und parieren Abb. 1

Das Prinzip einen Wurf aufzuzwingen erfordert vom Torhüter eine Befreiung von grundlegenden Handlungsempfehlungen. Hier sollte er nicht permanent versuchen mit dem Körper auf der Hand zu stehen, sondern durch sein Stellungsspiel eine Torecke anbieten. Diese Situation ist in Abbildung 1 dargestellt.

Besonders gut ist es dabei Linkshändern die linke und Rechtshändern die rechte Torecke aufzuzwingen. Entscheidend ist es anschließend die Haltung des Werfers genau zu beobachten. Hat ein Torhüter das Gefühl, dass der Werfer tatsächlich die angebotene Ecke für seinen Wurf ausgewählt hat, gilt es diese im richtigen Moment „zuzumachen“ (s. Abbildung 2).

249 Den einfachen Wurf erkennen, anbieten und parieren Abb. 2

Den richtigen Moment für jeden Torhüter herauszufinden ist Trainingsaufgabe. Je größer und schneller ein Torhüter ist, umso mehr Zeit kann er sich hierfür lassen. Kleine Torhüter müssen früher reagieren.

Eine Grundlage für die Entwicklung der Bewegungsvorstellung bietet folgende Übung. Die Feldspieler stehen bei ca. 7 Metern Torentfernung in einer Reihe hintereinander und springen jeweils abwechselnd nach links und rechts der Torhüter soll stets den Wurf in Sprungrichtung anbieten und rechtzeitig die Ecke zu machen (s. Abb. 3).

249 Den einfachen Wurf erkennen, anbieten und parieren Abb. 3

Bereits hier kann auf die Besonderheiten von Armhaltung und Wurfhöhe der Schützen eingegangen werden. Ein Abschluss aus großer Höhe bedeutet höchstwahrscheinlich einen Wurf in die obere Torecke. Ein Abschluss mit seitlich abknickendem Arm hat meist einen halbhohen oder Flachen Abschluss zur Folge.

Um das Gefühl für das richtige Stellungsspiel zu schärfen, sollte diese Basisübung über mehrere Wochen an das herkömmliche Einwerfen des Torhüters im Training angehängt werden.

Autor: Robert Nowacki

25. März 2017

Erwärmungszirkel für das Torwarttraining

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 14:49

„Torhüter sind eine besondere Spezies!“, hört man immer wieder. Auch wenn dieser Spruch meistens eher lustig gemeint ist, enthält er viel Wahres. Das Anforderungsprofil an die wichtigste Position der Defensive unterscheidet sich komplett von den anderen Spielpositionen im Handball. Dennoch kommt das Torwarttraining vor allem im Amateursport oft zu kurz. Ein bis zwei Wurfbübungen, Einwerfen und ansonsten müssen die Schlussleute als Zuspieler oder sogar Zuschauer im Training fungieren.

Es geht allerdings auch anders. Nach einer allgemeinen Erwärmung für alle Spieler kann bei taktischen Übungen, die keinen Torabschluss beinhalten in der anderen Hälfte der Halle torwartspezifisch trainiert werden, z.B. in Form des von uns nachfolgend dargestelltem Parcours.

Folgende Materialien werden benötigt: Medizinbälle (elastisch), mindestens 6 Turnmatten, 2-3 Turnbänke, Handbälle, 4-8 Hürden (hüfthoch), 4-8 Pylonen

Station 1 – Fuß-Auge Koordination mit Turnbank

Mit der Sitzfläche einer umgekehrten Turnbank werden Doppelpässe mit dem Fuß gespielt. Die Grundhaltung mit erhobenen Armen ist zu beachten. Die Füße sollten gleichmäßig in das Passspiel eingebunden werden.
Erschwerung: Zeitgleich einen Ball permanent einhändig gegen die Wand werfen und wieder fangen.

Station 2 – Stabilisierung Rumpfmuskulatur mit Medizinball

Auf einer Matte in der Nähe der Hallenwand wird aus Sit-Ups heraus ein Medizinball (im Idealfall mit elastischen Eigenschaften) gegen die Hallenwand geworfen und in der Bewegung nach unten abgefangen ohne, dass die Schultern den Boden berühren. Insgesamt werden 10-15 Sit-Ups mit Medizinball ausgeführt.

Station 3 – Abwehrbewegung hoch und flach im Wechsel

247 Parcours für Torhüter Abb. 1

In einem Parcours bestehend aus Hürden in Hüfthöhe und Pylonen (s. Abbildung) werden die Technikbilder Standabwehr hoch und Standabwehr flach in schneller Wechselfolge ausgeführt.
Variation: Sprungabwehr über die Hürden ausführen (entweder einbeinig oder beidbeinig im Hampelmann)

Station 4 – Reaktionsfähigkeit, Hand-Auge-Koordination

Auf einer Mattenbahn wird ein Ball hochgeworfen und anschließend eine Vorwärtsrolle ausgeführt in deren Anschluss der Ball wieder gefangen werden soll. Je niedriger der Wurf ausgeführt wird, umso schneller muss sich der Übende orientieren und reagieren.
Variation: Rückwärtsrolle oder Seitwärtsrolle (Ball auf dem Rücken liegend fangen).

Station 5 – Schnellkraftausdauer

Es werden 100 Durchschläge mit dem Springseil in maximaler Frequenz ausgeführt. Es kann auf verschiedene Varianten des Seilspringens zurückgegriffen werden.

Autor: Robert Nowacki

28. Februar 2017

Komplexübung für das Training in einer Hallenhälfte

Kategorie: Technikschulung – Autor: KaiDittrich – 11:21

Nicht immer hat man für das Training die komplette Halle zur Verfügung bzw. die geeignete Teilnehmerzahl für Übungen über das gesamte Feld. Im Folgenden zeigen wir euch eine Übung, welche nur eine Hallenhälfte erfordert und dennoch auf viele verschiedene Trainingsinhalte ausgerichtet ist.

Grundaufbau

Der Aufbau ist sehr simpel. Entsprechend unserer Abbildung werden zwei Spielzonen von ca. drei Metern Breite auf der halbrechten und halblinken Abwehrseite abgesteckt (gelbe Pylonen). Zudem werden zur Kennzeichnung der Laufwege vier weitere Pylonen in der Nähe der Mittellinie (rote Pylonen) aufgestellt.

Grundidee

235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-2 vielseitiges_5er_indoor_set_multi_huerdensystem

Die Grundidee der Übung ist die Aneinanderreihung verschiedener Technikbilder mit hoher Belastungshäufigkeit. Damit ist es auch möglich trotz geringen Platzes große Trainingsgruppen intensiv zu beschäftigen.

Für die Grundübung benötigt wird ein Torhüter im Tor und mindestens ein Torhüter/Feldspieler (im Idealfall eher zwei), der als Passgeber fungiert. Die Spielzonen am Kreis werden zu Beginn mit jeweils einem Abwehrspieler besetzt. Die verbliebenen Spieler verteilen sich mit Ball gleichmäßig auf beiden Außenpositionen.

Der erste Spieler passt seinen Ball zum Torhüter und sprintet zum Gegenstoß. Etwa auf Höhe der hinteren Pylone erhält er den Ball vom Zuspieler und zieht anschließend prellend scharf Richtung gegenüberliegende Spielzone. Hier ist es wichtig, dass er zwischen den beiden Pylonen auf der anderen Seite hindurchläuft um wieder frontal Richtung Tor laufen zu können. Nun versucht der Spieler den Verteidiger im Eins-Gegen-Eins zu besiegen und ein Tor zu erzielen. Unabhängig von seinem Erfolg wird er anschließend zum neuen Abwehrspieler in der Zone.

Bei zwei Zuspielern kann der zweite Außen bereits zum Gegenstoß starten, sobald sein Vorgänger auf der anderen Seite den Ball sicher gefangen hat. Somit wird eine hohe Übungsfrequenz erreicht. Die Komplexübung verbindet Gegenstoßverhalten, Sicherheit im Prellen, Körpertäuschung und Torabschluss sowie Defensivverhalten im Zweikampf.

Varianten

244 Komplexübung Halbe Halle Abb. 2

Die Grundübung ist auf viele unterschiedliche Übungsziele ausrichtbar. Es kann z.B. an Stelle einer Eins-Eins-Bewegung ein Sprungwurf aus dem Rückraum gefordert werden bzw. die richtige Entscheidungsfindung trainiert werden, wann welche Technik erforderlich ist. Sind drei Torhüter vorhanden und dementsprechend zwei Anspieler verfügbar, kann das Muster auch ohne Abwehrspieler zum Einwerfen der Torhüter genutzt werden. Hierbei ist eine noch höhere Übungsfrequenz erforderlich.

Zudem kann die Grundübung auch auf Kleingruppentraining erweitert werden, indem z.B. zunächst mit einem Kreisläufer zusammen 2 vs. 1 und später 2 vs. 2 gespielt wird (Sperre absetzen, Sperren erkennen und ausznutzen).

Ebenso können einfache Kreuzbewegungen trainiert werden. Hierfür starten Links- und Rechtsaußen gleichzeitig (lediglich einer passt den Ball zum Anspieler) und versuchen nach Ballerhalt gegen einen oder zwei Abwehrspieler durch eine einfache Kreuzbewegung zur Torchance zu kommen.

Für diese Modifikation werden die beiden Spielzonen auf den Halbpositionen durch eine größere Zone im Zentrum ersetzt (s. Abbildung 2). Später kann auch diese Variante um den Kreisläufer und einen dritten Abwehrspieler erweitert werden.

Autor: Robert Nowacki