Handballtraining Handballübungen


2. Dezember 2018

„Oh du Fröhliche“ – Spiele für euer Weihnachtstraining

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 11:55

Weihnachten steht vor der Tür und erfahrungsgemäß wird es auch im Handballtraining gegen Ende des Jahres gemütlicher. Zeit also, um vielleicht im Training mal etwas besinnlicher zu sein und sich abseits von großen taktischen oder technischen Ambitionen zu betätigen. Für diesen Anlass gibt es für uns einige Spiele, welche sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß machen dürften.

Christbaumstaffel

Was ihr benötigt:

– Einen Wäscheständer oder etwas anderes, wo ihr Wäscheklammern befestigen könnt (im Zweifel kann auch das Trainerteam dafür herhalten)

– Wäscheklammern (als Schmuckwerk) in der Anzahl eurer Spieler

– Handbälle und verschiedene Hindernisse (Hütchen, Bänke, Teamis)

– Zwei Weihnachstmützen als Staffelstab

Wie es funktioniert:

Vor Spielbeginn werden zwei Staffelbahnen aufgebaut, an deren Ende der Christbaum (Wäscheständer/Trainer) platziert wird.

Die Spieler werden in zwei Teams aufgeteilt und der erste Spieler erhält jeweils die Weihnachtsmütze auf den Kopf. Auf das Startsignal laufen die Spieler los und durchqueren prellend schnellstmöglich die Staffelbahn. An deren Ende angekommen darf je eine Wäscheklammer an den Weihnachtsbaum geheftet werden.

Anschließend geht es auf direktem Wege zurück, wo die Weihnachtsmütze und der Ball an den nächsten Spieler der Reihe übergeben wird. Gewonnen hat das Team, welches am schnellsten seinen „Baum“ fertig geschmückt hat.

Schrottwichtelwerfen

Was ihr benötigt:

– Von jedem ein verpacktes Schrottwichtelgeschenk

– Pylonen in der Anzahl der Geschenke

– Handbälle und Turnbänke

– Zettel, Stift und Klebeband

Wie es funktioniert:

Vor Spielbeginn werden die Geschenke mit Nummern versehen. Im Anschluss wird an jede Pylone die zu einem Geschenk gehörige Nummer geheftet (s. Abb. 1). Die Pylonen werden in einem vorgesehenen Abschnitt verteilt (einige auf dem Boden, andere auf Bänken oder der Torlatte). Die Geschenke werden gut sichtbar auf einer Bank am Rande des Spielfeldes platziert.

Gespielt wird zunächst fünf Minuten. Die Spieler versuchen mit ihrem Handball von einer zuvor festgelegten Linie eine beliebige Pylone zu treffen. Hat ein Spieler eine Pylone erwischt, darf er diese inklusive der zugehörigen Nummer aus dem Spielfeld entfernen und mitnehmen.

Allerdings darf jeder Spieler bis zum Schlusssignal weiterspielen. Trifft jemand eine weitere Pylone, muss er diese mit seiner bereits in Besitz empfindlichen austauschen.

Auf diese Art ist gleichzeitig gewährleistet, dass alle Spieler nur ein Geschenk erhalten, stärkere Werfer aber auch nicht zu früh fertig sind. Sollten nach Ablauf der Spielzeit immer noch Pylonen im Spielfeld sein, dürfen die Spieler, welche bislang ohne Treffer sind diese noch abräumen, sodass jeder ein Geschenk erhält.

Autor: Robert Nowacki

10. November 2018

Wichtigkeit des Handwechsels im Parallelstoß

Kategorie: Passen – Autor: KaiDittrich – 10:09

Das beidhändige Werfen stellt nicht unbedingt eine wichtige Fertigkeit im Handballsport dar. Durch die klare Positionsaufteilung ist eine gute Wurftechnik mit einer Hand in der Regel ausreichend.

Lediglich Kreisläufer sollten in der Lage sein, auch mit ihrer schwachen Hand den Ball auf das Tor zu bringen (mehr dazu in einem späteren Artikel).

Anders verhält es sich beim Passen. Gerade im Rückraum eröffnet die Fähigkeit den Ball mit beiden Händen sicher weiterspielen zu können viele neue Möglichkeiten. Besagten Möglichkeiten und einigen Übungen diese aufzuzeigen und auszuschöpfen wollen wir uns im Folgenden etwas genauer widmen.

Problem: Rechtshänderüberschuss

Naturgemäß sind die meisten Menschen Rechtshänder und damit natürlich auch die meisten Handballspieler. Linkshänder sind rar gesät – es gibt übrigens mehr Linkshänder als Linkshänderinnen – und dies hat zur Folge, dass die meisten Akteure auf dem Handballfeld mit der rechten Hand den Ball weiterspielen.

Dies macht es für die gegnerische Abwehrreihe oft einfach. Attackiere ich in der Defensive die Wurfarmseite eines Gegenspielers, wird er in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.

Im normalen Parallelstoß wird der Ball dann zwar meist sicher und auch mit dem nötigen Druck nach rechts weitergespielt, das Stoßen nach links fällt jedoch meistens der Tatsache zum Opfer, dass bei einem Pass nach links die rechte Schulter sehr früh und offen zur Abwehr stehen muss (s. Abb. 1). Einen gegnerischen Abwehrspieler wirklich „zu binden“ ist auf diese Art und Weise nur schwer möglich.

Dem Problem entgegenwirken – Beidhändiges Passen im Parallelstoß

Um für mehr Variabilität und ein schnelleres Aufbauspiel zu sorgen, kann es sich also lohne insbesondere Rückraumspieler im Passen mit ihrer „schwächeren Hand“ zu schulen.

Als grundlegende Idee für das Training sollten gerade die einfachen Abläufe wie z.B. das Einpassen in Zweiergruppen als teil der Erwärmung nicht nur mit der dominanten, sondern auch mit der anderen Hand durchgeführt werden.

Daran können sich Basisübungen anschließen, welche ein genaues Zuspiel des Balles aus der und in die Bewegung schulen sollen.

Beispiel: Stoßen im Quadrat

Für die Übung wird ein quadratischer Aufbau (s. Abb. 2) mit einer ungefähren Seitenlänge von 3-5 Metern, einem zentralen Punkt und vier Eckpunkten für vier Spieler benötigt. Ziel ist es den Ball in der Bewegung anzunehmen, schnell und sauber zum nächstgelegenen Spieler weiterzupassen und anschließend schnell rückwärts zum Ausgangspunkt zu Laufen (Stoßen-Rückstoßen).

Für die Schulung des beidhändigen Passens sollte die Spielrichtung häufiger zur nichtdominanten Seite erfolgen. Ein Ausbau erfolgt dadurch, dass Richtungswechsel spontan eingebaut werden können, bzw. die Spieler vor dem Pass eine kurze Körpertäuschung zur jeweiligen Spielseite ausführen sollen.

Die Passhand der Körpertäuschung angleichen

Besonders effektiv wird die Fähigkeit den Ball mit beiden Händen zu spielen, wenn sie in Verbindung mit einer guten Eins-Eins-Bewegung gebracht wird.

Das Eins-Gegen-Eins gegen die Wurfhand wird oft auch deshalb weniger ausgeführt, weil die Spieler häufig zwar den Großteil des Körpers, nicht aber ihre Dominante Wurfhand am Gegner vorbei bekommen.

Für die folgende Übung werden lediglich zwei Anspieler und ein „Teambody“ (später auch passiver/halbaktiver/aktiver Verteidiger) benötigt. Nach Zuspiel durch einen Anspieler in den Lauf soll der Übende den Ball kurz vor dem Verteidiger im Nullschritt annehmen und eine Körpertäuschung gegen diesen Ausführen (Abb. 3).

Wichtig hierbei: Der Ball wird zunächst beidhändig angenommen und erst in dem Moment in die Passhand genommen, wenn der Übende die finale Richtung für die Körpertäuschung einschlägt. Nach erfolgreicher Finte wird der Ball jeweils zum nächstgelegenen Anspieler gepasst, welcher direkt wieder einen neuen Übenden bedient.

Für die Übung gelten einfache Grundregeln:

– Eins-Eins nach rechts = Ball wird mit rechter Hand zum rechten Verteidiger gespielt und umgekehrt

– Aktive Abwehrspieler stellen sich auf die bevorzugte Wurfhand der Übenden, sodass diese eher die Täuschung zur nichtdominanten Hand suchen sollen

– Die Anspieler werden so postiert, dass der Ball jeweils leicht nach hinten gepasst werden muss (spielnahe Situation im Parallelstoß)

Autor: Robert Nowacki

13. Oktober 2018

Wirkungsvoll Aufsetzer Trainieren – Zielübungen für den Rückraum

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:05

Jeder Torhüter, den man fragt, wird einem bestätigen, dass Aufsetzer aus dem Rückraum zu den unangenehmsten, weil am schwierigsten zu haltenden Wurfvarianten zählen. Die Gründe hierfür liegen klar auf der Hand.

Im Normalfall fällt einem Torwart nach Antizipation der richtigen Torecke die Auswahl der geeigneten Abwehrtechnik nicht schwer: Flache Würfe gehören den Beinen und Füßen, hohe und halbhohe Bälle dagegen den Armen und Händen.

Bei einem Aufsetzer kann diese Zuordnung nicht zweifelsfrei ausgemacht werden. Im Idealfall sind sowohl das pfostennahe Bein, als auch die jeweilige Hand auf dem Weg zum Ball. Dies erfordert jedoch ein hohes Maß an Beweglichkeit und Entscheidungskompetenz vom Schlussmann. Grund genug für uns …. Übungen zu beschreiben, welche auf das Training dieses „fiesen Rückraumwurfes“ abzielen.

Der ideale Aufsetzer? Grundlegendes

Die perfekte Höhe für einen Aufsetzer liegt ungefähr bei 10-40 cm über dem Hallenboden. Wenn der Ball in dieser Höhe den Torhüter erreicht wird es schwer. Diese Höhenangaben solltet ihr bei allen Übungen beachten.

Wurfserie über Defensivblock mit Zielzone von verschiedenen Positionen

Für die folgende Individualübung wird ein Spieler im Defensivblock benötigt. Zudem wird im Tor mit zwei Therabänder, Seilen o.ä. ein horizontaler Zielbereich abgespannt, welcher sich nach den eingangs erwähnten vorgaben richten sollte (s. Abb. 1). Die Wurfserie besteht aus 9 Sprungwürfen von drei unterschiedlichen Positionen (RR, RM und RL).

Der Rückraumspieler soll nach Zuspiel versuchen möglichst viele Würfe per Aufsetzer in die betreffende Zielzone zu werfen. Es kann auch ein Punktesystem genutzt werden (Volltreffer = 3 Punkte, Treffer eines Zonenrandes = 1 Punkt).

Wettwerfen am Schießstand

Für die Übung werden etwa 20 cm hohe Ziele (z.B. Pylonen oder Medizinbälle) etwa 10 cm erhöht im Tor aufgestellt (für die Erhöhung können Matten oder Bretter verwendet werden). Zwei Mannschaften spielen gegeneinander auf jeweils ein Tor. Jedes Team hat eine Ballkiste in seiner Spielfeldhälfte.

Ziel ist es alle Ziele per Aufsetzer abzuwerfen. Abwurfzone ist bei 8-9 Metern. Wird ein Ziel getroffen ohne dass der Ball vorher aufsetzt muss es sofort wieder vom betreffenden Schützen aufgestellt werden.

Eine erschwerte Variante kann durchgeführt werden, indem die Schützen den Ball über ein Hindernis (z.B. eine auf Kante gestellte Hoch- oder Weichbodenmatte) werfen müssen. Hier empfiehlt es sich je einen Schiedsrichter für jedes Tor einzuteilen, welcher den Werfern gleichzeitig Feedback über ihre Wurferfolge geben kann und direkt getroffene Ziele wieder aufstellt.

Autor: Robert Nowacki

26. Februar 2018

Torwarttraining: Reaktionsschnelligkeit mit Rebound-Würfen

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 09:25

Im Folgenden zeigen wir euch einige einfache Übungen zur Schulung der Reaktionsschnelligkeit eurer Torleute. Gut verwendbar hierfür sind Rebound-Trainingshilfen, z.B. hier:

Trainingsrückprallwand/Rebounder

Allerdings könnt ihr auch einfach Turnkästen verwenden.

Rebound von der Seite

276 Torwarttraining Reaktionsschnelligkeit Abb. 1

Nach dem Einwerfen der Torleute in zwei Reihen benötigt jeder Werfer einen Ball. Die Werfer stellen sich in sechs Meter Torentfernung auf, die Rebound-Hilfen werden in ca. einem Meter Abstand zu den beiden Torpfosten platziert (s. Abbildung 1).

Die Werfer zielen abwechselnd auf den diagonal gegenüberliegenden Turnkasten/Rebounder. Durch die Richtungsänderung des Balles ist der Torhüter gezwungen schnell sein Reaktionsmuster anzupassen. Die Torleute nehmen dabei nicht Stellung gegenüber dem Werfer ein, sondern gegenüber des vom Werfer anvisiertem Rebounders.

Je näher dieser zum Tor steht und je härter der Wurf ist, desto höher sind die Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit der Torhüter. Die Werfer müssen zudem in der Lage sein, dass anvisierte Ziel sicher zu treffen.

Ergänzungen:

– Zusätzliche Belastung der Werfer, z.B. durch Sprint um eine Markierung Richtung Mittellinie, (s. Abbildung) oder koordinative Aufgaben vor dem Torwurf (Koordinationsleiter, Prellen durch die Beine, Rolle vorwärts, u.ä.)

– Einfallswinkel und Wurfhöhe verändern (Aufsetzer gegen die Rebound-Hilfe führen zu hohen Bällen, die abgwehrt werden müssen)

Rebound von vorne

276 Torwarttraining Reaktionsschnelligkeit Abb. 2

Diese Übungsform ist für die Torhüter noch schwerer. Es werden mindestens zwei Werfer benötigt, welche sich mit Bällen (4-7 Stück pro Schütze) links und rechts hinter den Torpfosten versetzt postieren (s. Abbildung 2). Die Rebound-Hilfen werden zentral vor dem Tor platziert.

Auch hier werfen beide Schützen abwechselnd gegen die Kästen, während der Torhüter versucht die Bälle abzuwehren. Die Entfernung der Rebound-Hilfen zum Tor sollte zwischen 2 und 4 Meter betragen, je nach Reaktionsvermögen des Torhüters.

Die Übung erfordert keine Anforderungen an die Abwehrtechnik, sondern dient einzig der Reaktionsschulung. Auch unkonventionelle Abwehrmethoden sind zulässig. Die Wurffrequenz sollte in jedem Durchgang gesteigert werden.

Autor: Robert Nowacki

6. Dezember 2017

Vom einfachen Individualtraining zur Gruppentaktik (Kreuzen)

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 18:16

Eine Trainingseinheit sollte immer darauf abzielen sowohl individualtaktische als auch gruppentaktische Abläufe zu schulen und zu verbessern, wobei es sinnvoll ist, dass hier ein Baustein den anderen ergänzt. Im Folgenden gibt es von uns ein Beispiel, wie so eine Trainingseinheit sinnvoll aufgebaut werden kann. Zentrales Thema sind dabei Kreuz- und Stoßbewegungen im Rückraum.

Grundaufbau der Übungseinheit

270 Von der Individual zur Gruppentaktik Abb. 1

Benötigt werden zwei Anspieler (Abb. 1: blau) auf den Halbpositionen im Rückraum und ein Abwehrspieler (grau), welcher in einem Spielbereich zentral vor dem Tor postiert wird. Die Übenden laufen jeweils von der Rückraum-Mitte Position an.

Basisübung: Eins-Eins mit Parallelstoß

Der Übende spielt seinen Ball zu einem der Halbanspieler und läuft schräg auf die Lücke zwischen dem anspielernahen Begrenzungshütchen und dem Abwehrspieler.

Nachdem der Anspieler eine Stoßbewegung simuliert hat spielt er den Ball zum Übenden zurück, welcher den Ball in der Bewegung annimmt und mit einem Eins-Eins-Richtungswechsel versucht den Abwehrspieler entgegen der ursprünglichen Laufrichtung zu überwinden.

Anschließend spielt er den Ball zum zweiten Anspieler, stößt kurz zurück und wiederholt die Übung zur anderen Seite.

Erst beim dritten Pass darf er den Abschluss nach der Eins-Eins-Bewegung suchen. Es sollte von Beginn der Übung Wert auf die wichtigen Knotenpunkte der Übung gelegt werden:

– Schräges Anlaufen auf die Lücke zwischen Anspielerhütchen und Abwehrspieler

– Eins-Eins-Bewegung in die Tiefe (torgefährlich)

– Handwechsel (Ball wird vor dem Pass immer in der Hand, welche näher zum Mitspieler ist, gehalten)

– Schnelle Rückstoßbewegung nach Abspiel

Übung der Kreuzbewegung

270 Von der Individual zur Gruppentaktik Abb. 2

Der Grundaufbau der Übung wird genutzt, um das Timing beim Kreuzen einzuüben. Hierbei nehmen die beiden Anspieler auf den Halbpositionen eine aktive Rolle im Geschehen ein.

Nach dem Pass eines Halbspielers versucht der Rückraum Mitte Spieler nach wie vor mit einer Eins-Gegen-Eins-Bewegung in den freien Raum zu gelangen, dieses Mal jedoch soll der zweite Halbspieler den Ball aus der Kreuzbewegung hinter dem RM (Abbildung 2) erhalten.

Auch hier müssen zahlreiche Knotenpunkte Beachtung finden:

– Rückraum Mitte bleibt torgefährlich (muss selbst den Abschluss suchen, wenn Gegenspieler nicht reagiert)

– Handwechsel Rückraum Mitte wie bei Vorübung

– Rückraum Mitte bindet nach dem Pass den gegnerischen Abwehrspieler

– Kreuzender Halbspieler nimmt den Ball torgefährlich an (nicht in der Seitwärtsbewegung)

– Kein Prellen

– Abstand zwischen den beiden kreuzenden Spielern etwa einen Meter

RM entscheidet über Kreuzbewegung

Hat man das Grundmuster der Kreuzbewegung wie oben beschrieben einstudiert darf der Rückraum Mitte Spieler sein Bewegungsmuster variabler gestalten.

Die Halbspieler müssen nun die Bewegungen ihres Mittelmannes genau verfolgen, da es ihm ungeachtet der Richtung, aus welcher er den Ball erhalten hat, zu beiden Halbspielern das Kreuz an zuzusetzen.

Dies bedeutet, dass auch ein Spieler, der gerade erst einen Ballkontakt hatte direkt zum Kreuz geholt werden kann. Die kürzere Vorbereitungszeit und Variabilität erfordert wesentlich höhere Konzentration von den Halbspielern.

Autor: Robert Nowacki

25. November 2017

Weitere Brettspielvarianten für das Kinder- und Jugendtraining

Kategorie: Jugendtraining – Autor: KaiDittrich – 09:56

Einer unserer letzten Artikel drehte sich ja um die Verbindung von Brettspielen wie Mensch-ärgere-dich-nicht mit handballspezifischen Trainingsinhalten insbesondere im Kinder- und Jugendtraining .

Zur Fortführung dieser Thematik haben wir zwei weitere Spielvarianten, welche man grundsätzlich mit allen klassischen Würfelspielen durchführen kann. Das Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel ist hier nur zur Anschauung gewählt.

Wurfkrafttraining mit Zielzonen als „Würfel“

Mit Kreppband werden sechs Zielzonen abgeklebt, welche je nach Leistungs- und Altersklasse ausgewählt und nummeriert werden müssen. Zudem wird eine Abwurflinie benötigt. Das Spielbrett wird möglichst weit entfernt von der letzten Zielzone aufgebaut

269 Spielbrettvarianten Abb. 1

Die Spieler versuchen durch einen möglichst weiten Wurf/Stoß mit dem Medizinball eine der Zielzonen zu treffen. Die Nummer der Zone, welche getroffen wurde ist zugleich die Augenzahl, welche die Spielfigur der eigenen Mannschaft nach dem Wurf weiter gesetzt werden darf. Es zählt hierbei die Zone, in welcher der Ball erstmals den Boden berührt hat.

Die Spieler rennen ihrem Medizinball direkt nach, rollen ihn zum nächsten Werfer und laufen anschließend zum Spielbrett, um ihre Figur zu besetzen. Danach wird am Spielfeld vorbei zurück gelaufen.
Es ist zu beachten, dass alle Mannschaften auf festgelegten Bahnen laufen und werfen (genügend Platz) und aus 4-5 Spielern bestehen.

Ist die Trainingsgruppe sehr klein können auch zwei Mannschaften mit je zwei Farben gegeneinander spielen. Die beiden unterschiedlichen Farben können für unterschiedliche Wurftechniken (Stoßen vs. Werfen) oder die Wurfhand (eine Farbe darf nur nach Würfen mit rechts, die andere nur nach Würfen mit links gesetzt werden) stehen.

Vor Spielbeginn ist auf ausreichende Erwärmung der Schultermuskulatur zu achten.

Gepaartes Wurfkraft- und Genauigkeitstraining mit unterschiedlich großen Zielzonen

Für diese Variante wird nur eine Hallenhälfte benötigt sowie etwas Kreppband und das Spielbrett mit den Würfeln. An der Hallenwand werden sechs unterschiedlich große Zielzonen mittels Kreppband markiert, wobei die Zielzonen von 1 bis 6 nummeriert werden (je größer die Zone umso kleiner die Zahl und umgekehrt).

Die Größe, Form und Lage der Zonen richtet sich dabei nach Alters-/Leistungsniveau und Trainingsziel.

Das Spielprinzip ist recht simpel. Ein Spieler würfelt und muss dann versuchen die Zielzone mit seiner Würfelzahl zu treffen. Hat er dies geschafft, darf er zurück zum Spielbrett, die Figur seiner Farbe setzen und die nächste „Wurfaufgabe“ auswürfeln.

Es gelten folgende Regeln:

– Abwurflinie wird bestimmt (im Video Neun Meterlinie)
– Der Ball muss geprellt werden in Bewegung
– Es wird solange geworfen bis ein Treffer erzielt wird
– Es wird stets mit maximaler bis submaximaler Kraft geworfen (keine Würfe von unten oder aus dem Handgelenk

Weitere Rahmenbedingungen wie Wurftechnik, Spieleranzahl pro Team u.ä. werden vom Übungsleiter festgelegt. In unserem Video z.B. spielen nur zwei Mannschaften mit jeweils drei Spielern gegeneinander, wobei beide Mannschaften zwei Farben über das Spielbrett setzen. Eine Farbe kann nur über Schlagwürfe, die andere über Sprungwürfe gesetzt werden.

Das Spiel fordert bei niedriger Spieleranzahl pro Mannschaft auch die Spielausdauer und ist vor allem beim Erlauben des „Rausschmeißens“ von längerer Dauer und hohem Spaßfaktor.

Autor: Robert Nowacki

15. November 2017

Torwarttraining: Den Wurf durch die „Hosenträger“ parieren

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 17:16

Für viele Spiele ist es eine Art Sicherheitswurf: Der Wurf durch die Beine des Torhüters geht immer, denn die meisten Torleute heben doch das Bein oder stehen zumindest in der Grundhaltung mit leicht geöffneten Beinen.

Es lohnt sich also mit den eigenen Schlussleuten zu trainieren auf diesen Wurf zu reagieren. Wir zeigen euch im Folgenden eine exemplarische Übungseinheit zu dieser Thematik.

Erwärmung – Hampelmannvariationen

Die Torhüter springen zur Erwärmung Hampelmänner in verschiedenen Szenarien. Zunächst werden lockere Hampelmannsprünge (keine maximale Frequenz) an Ort und Stelle ausgeführt, je drei Durchgänge à 40 Sekunden mit 20 sekündiger Pause.

268 Wurf durch die Beine Abb. 1

Anschließend werden auf einer festgelegten Strecke (z.B. Torlinie bis Kreislinie) Hampelmannsprünge in Bewegung ausgeführt. Hier sollte die Frequenz bereits auf submaximalem Niveau sein.

Zu guter Letzt werden Hampelmannsprünge auf einer Turnbank ausgeführt (s. Abb. 1). Die Übenden öffnen jeweils am Boden die Beine und ziehen sie beim Springen auf die Bank zusammen. Beim Anschließenden Sprung nach unten werden sie wieder geöffnet, usw. Hier sollte eine maximale Frequenz erreicht werden.

Würfe parieren

Das Grundmuster der Parade flach geworfener Bälle wird eingeübt als Wurfserie. Dies bedeutet, dass ein Werfer versucht den Torhüter aus kurzer Entfernung (4 Meter) zu „tunneln“. Der Torhüter steht vor jedem Wurf in der Grundstellung mit leicht geöffneten Beinen und erhobenen Armen (Ellenbogen auf Schulterhöhe, Hände in Kopfhöhe).

Bei jedem Wurf geht er in das Abwehrmuster, bei welchem die Beine maximal schnell zusammengezogen werden und die Hände zur Unterstützung nach unten auf Kniehöhe genommen werden. Ist das Muster eingeschliffen kann die Übung variiert werden, bspw.:

– Übung in der Bewegung (Torhüter bewegt sich Halbkreisförmig vor dem Tor und bekommt unvermittelt Würfe durch die Beine)
– Schnelle Reaktion nach Drehung (Torhüter steht zunächst mit Rücken zum Werfer, springt auf ein Signal 180 Grad herum, sodass er mit geöffneten Beinen landet und muss die Beine reaktiv schließen)

Schnelle Reaktion an der Wand

268 Wurf durch die Beine Abb. 2

Der Torhüter steht in der oben beschriebenen Grundhaltung 1-2 Meter entfernt von einer Wand, ein Schütze mit Ballkiste direkt hinter ihm. Der Schütze schießt mit dem Fuß Bälle durch die geöffneten Beine des Torhüters, welche dieser beim Zurückprallen von der Wand durch das oben beschriebene Abwehrmuster entschärfen soll (s. Abbildung 2).

Autor: Robert Nowacki

4. November 2017

„Mensch-ärgere dich-nicht“: Eine Idee für das Trainieren der Wurfpräzision im Kindertraining

Kategorie: Jugendtraining – Autor: KaiDittrich – 10:54

In einem früheren Artikel haben wir bereits schon einmal das Spiel „Mensch-ärgere-dich-nicht“ in das Handballtraining integriert.

Zum Artikel

Damals ging es vorrangig um konditionelle Trainingsinhalte.

Im Folgenden stellen wir euch eine weitere Variante vor, welche vor allem auf das Kinder- und Jugendtraining abzielt. Spielerische Inhalte werden insbesondere im Grundschulalter wesentlich besser angenommen als starre Wiederholungsübungen und schaffen motivationale Anreize.

Die folgende Spielvariante ist besonders für eine Einheit mit den Themen Werfen und Passen sehr geeignet. Mit Erklärung, Aufbau und Spielzeit benötigt man etwa 20-30 Minuten.

Was ihr benötigt

267 Zielspiel Abb. 1

Benötigt wird ein Spielbrett für Mensch-ärgere-dich-nicht (natürlich können auch andere simple Würfelspiele genutzt werden) inklusive Spielfiguren. Zudem werden zwei Handballtore benötigt, welche am besten mit Turnmatten ausgekleidet werden und in 6 verschiedene Zielsektoren unterteilt werden. Die Zielsektoren können z.B. in ihrer Wertigkeit mit Kreppband gekennzeichnet werden (s. Abbildung 1).
Es werden insgesamt zwei Mannschaften gebildet. Jeder Spieler benötigt einen Handball. Zudem benötigt jede Mannschaft ein Starthütchen in der Nähe der Mittellinie.

Spielprinzip

Das Spielprinzip ist recht einfach: Jede Mannschaft erhält zwei Farben (die Farben einer Mannschaft sollten sich auf dem Spielbrett diagonal gegenüberliegen (so macht das Rausschmeißen mehr Spaß). Eine Farbe steht für Schlagwürfe, die andere für Sprungwürfe.

267 Zielspiel Abb. 2

Auf das Startsignal des Übungsleiters laufen die jeweiligen Startspieler einer Mannschaft prellend in Richtung ihres Tores und werfen ab einer vereinbarten Entfernung (9/6/7 Meter) auf das Tor. Treffen sie einen der Zielsektoren, dürfen sie nach dem Zurücklaufen die Spielfigur ihres Teams um die betreffende Zahl nach vorne setzen.

Nachdem ein Spieler geworfen hat, darf bereits der nächste Spieler starten. Je weniger Akteure in einer Mannschaft spielen, umso höher ist auch die Belastungsdichte. Gewonnen hat das Team, welches zuerst alle Spielfiguren seiner beiden Farben oder nach Ablauf einer bestimmten Spielzeit die meisten Figuren im Haus hat.

Variationen

Das Spiel ist bei großen Trainingsgruppen auch mit vier Mannschaften möglich. Hierfür werden dann vier Ziele in gleicher Entfernung vom Spielbrett benötigt.

Sollte es zwei Mannschaften von großer Spieleranzahl geben, können Zusatzaufgaben nach jedem Wurf, in Form von koordinativen (Koordinationsleiter, Parcours, u.ä.) oder konditionellen (Liegestütze, Sprünge, etc.) gestellt werden.

Je nach Alter der Trainierenden sollte auf ein leicht verständliches Regelwerk geachtet werden. Rausschmeißen und nur bei einer 6 „rauskommen“ ist zumindest für jüngere Grundschüler oder Kindergartenkinder meist noch zu komplex in der Umsetzung. Hier sollten die Regeln vereinfacht werden.

Autor: Robert Nowacki

16. Oktober 2017

Koordinationstraining mit dem Luftballon

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 13:06

Nachdem wir im letzten Artikel schon den Luftballon als Instrument im Torwarttraining angepriesen haben, wollen wir das Ganze heute auf das allgemeine Koordinationstraining ausweiten und euch einige Übungen vorstellen, in denen man mit einem oder mehreren Luftballons arbeiten kann.

Koordinativ anspruchsvolles Einpassen

Um das Einpassen koordinative anspruchsvoller zu machen, verwenden viele Trainer schon mal zwei Bälle pro Spielerpaar, sodass immer gleichzeitig gepasst und gefangen werden muss. Zwar wird hierbei die Kopplungsfähigkeit der Spieler geschult, die Aufmerksamkeit ist jedoch sowohl beim Passen als auch beim Fangen nur auf einen Punkt, den Partner, gerichtet.

264 Koordination mit Luftballon Abb. 1

Ein Ballon kann hier Abhilfe schaffen. Es wird mit einem Ball gepasst und gleichzeitig müssen beide Spieler versuchen ihren Ballon durch Antippen hochzuhalten (s. Abbildung 1). Der Ballon darf dabei nur berührt werden, wenn man gerade nicht den Ball in der Hand hat (–>enges Zeitfenster zwischen Ballabgabe und erneutem Fangen).

Je höher die Passfrequenz oder je geringer der Abstand zum Partner, umso schwieriger wird die Übung. Theoretisch ist das Ganze sogar als Wettkampf zwischen den Partnern möglich, wobei klar sein muss, dass die Pässe sauber und gut fangbar gespielt werden.

Ballon in der Beinpresse

264 Koordination mit Luftballon Abb. 2

Eine grundlegende Partnerübung zur Stabilisierung ist das Stehen auf einem Bein während das andere Bein am Fußgelenk mit dem des Partners zusammengedrückt wird (s. Abbildung 2). Um eine Erschwerung der Grundübung zu erreichen, müssen die Partner einen Luftballon zwischen ihren Füßen einklemmen.

Nur wenn beide Partner es schaffen ähnlichen Druck auf den Ballon auszuüben, wird es gelingen diesen in der Luft zu halten. Dabei ist es einfacher den Druck mit der Innenseite des Fußgelenks auszuüben (Abbildung links). Es sollte jedoch auch mit der Fußaußenseite durchgeführt werden (Abbildung rechts).

Die Übung zielt auf Stabilität beider Fuß- und Kniegelenke ab und kann um eine koordinative Komponente erweitert werden, wie z.B.:

– Jeder Partner prellt einen Ball auf der Seite seines Standbeines

– Die Partner spielen sich zusätzlich einen Luftballon oder Handball einhändig zu

– Die Partner versuchen sich mit Luftballon durch synchrones einbeiniges Springen fortzubewegen

– Übungsausführung mit geschlossenen Augen

Autor: Robert Nowacki

7. August 2017

Das Einwerfen der Torhüter mit dem Trainingsziel einer Einheit verbinden – Thema: Passen

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 15:01

Das Einwerfen der Torleute wird häufig kurz gehalten und dient lediglich der Ballgewöhnung für die Torhüter. Dabei ist es jedem Trainer möglich dieses Prozedere an das aktuelle Trainingsziel anzuknüpfen, indem nur kleine Veränderungen vorgenommen werden.

Mit den folgenden Beispielen wollen wir euch Denkanstöße vermitteln, damit jeder das Einwerfen seiner Torhüter sinnvoller und zielführender, insbesondere für die Feldspieler, gestalten kann.

Trainingsschwerpunkt Parallelstoß

258 Einwerfen der Torhüter Abb. 1

Die einfachste Variante beim Schwerpunkt passen ist es, die Spieler beim Einwerfen der Torhüter zwei Aktionen hintereinander, nämlich Pass und Wurf ausführen zu lassen. Verbunden mit sinnvollen Laufwegen beim Parallelstoß kann dies so aussehen wie in Abbildung 1.

Die Werfer verteilen sich auf zwei Reihen, welche auf die beiden Matten ausgerichtet sind. Alle Spieler, bis auf den ersten in der linken Reihe, erhalten einen Ball. Der erste Spieler auf der rechten Seite eröffnet die Übung, indem er mit Ball innen an der Matte auf seiner Seite vorbeistößt (torgefährliche Bewegung in die Tiefe). Sein Gegenüber auf der anderen Seite läuft ohne Ball zum Parallelstoß mit, erhält den Ball in den Lauf gepasst, stößt mit diesem torgefährlich an der Außenseite seiner Matte vorbei und schließt per Schlagwurf nach Ansage (kurz/lang, oben/halbhoch/unten) ab.

Nach einem Pass setzt sich der jeweilige Spieler sofort zurück und erhält vom nächsten Gegenüber nach beschriebenem Muster einen Pass, welchen er ebenso verwertet wie sein Vorgänger. Jeder Spieler (abgesehen von einem Spieler am Anfang ohne Ball) führt also zunächst eine Stoßbewegung mit Ball gefolgt vom Parallelpass, einer anschließenden Rückwärtsbewegung und einer erneuten Stoßbewegung in einen Pass hinein mit folgendem Torwurf aus.

Trainingsschwerpunkt Kreuzbewegungen

Auch für den Themenschwerpunkt Kreuzbewegung lässt sich das Einwerfen der Torleute entsprechend gestalten. Auch hier werden zwei Reihen mit Werfern gebildet. Jeder benötigt einen Ball. Vor Beginn wird festgelegt, welche Reihe das Kreuz anzieht. Die Spieler auf der anderen Seite passen ihren Ball zum Übungsleiter, der auf Höhe des Siebenmeterstriches steht.

258 Einwerfen der Torhüter Abb. 2

Der Spieler mit Ball holt seinen gegenüber vor dem Übungsleiter zum Kreuz. Dieser schließt nach 1-2 schnellen Schritten nach Ansage ab. Währenddessen läuft der Passgeber schnell um eine Markierungsstange auf der Halbposition (s. Abbildung 2) herum, erhält vom ÜL den verbliebenen Ball zugepasst und schließt nach Ansage ab. Anschließend beginnt umgehend die nächste Gruppe.

Autor: Robert Nowacki