Handballtraining Handballübungen


21. November 2013

Antrittsschnelligkeit

Kategorie: Schnelligkeit – Autor: KaiDittrich – 08:32

Ein gutes Gegenstoßspiel kann nur dann aufgezogen werden, wenn die Spieler über die erforderlichen physischen und psychischen Voraussetzungen verfügen. Besonders auf den ersten Metern entscheidet sich, ob die Möglichkeit für ein „einfaches Tor“ gegeben sein wird oder nicht. Daher ist die Antrittsschnelligkeit hierfür eine bestimmende Determinante, welche u.a. durch folgende Übungen geschult werden kann.

Fangspiele zu zweit

Die Übenden finden sich in Paaren zusammen und stellen sich hintereinander auf. Der Abstand zwischen ihnen sollte ein bis zwei Meter betragen. Ziel für den hinteren der beiden Übungspartner ist es, seinen Vordermann innerhalb einer vorgegebenen Strecke einzufangen. Dabei kann das Startsignal entweder von einer unparteiischen Person gegeben werden oder vom Vordermann (z.B. durch eine Berührung). Die Sprintdistanz ist bei maximal 15 Metern anzusiedeln.

Die Übung kann in vielen Variationen ausgeführt werden. So können die Paare beispielsweise aus unterschiedlichen Grundpositionen starten (Liegestütz, sitzend, o.ä.). Außerdem kann der Antritt mit Ball trainiert werden (evtl. sogar mit Torwurf des Vordermannes). Wichtig bei Schnelligkeitstraining ist, eine ausführliche Erwärmung voranzusetzen, da bei diesen Übungen ein erhöhtes Risiko für Verletzungen der Muskulatur besteht.

Antritt unter erschwerten Bedingungen

Training unter erschwerten Bedingungen kann dazu führen, dass schneller Trainingserfolge zu verzeichnen sind, als bei reinem Wiederholungstraining ohne zusätzliche Elemente. Für das Antrittstraining eignen sich unter anderem folgende Erschwerungen:
– Training mit zusätzlichen Gewichten am Körper (Gewichtsmanschetten und –westen)
– Bremsende Elemente (z.B. ein Partner der den Übenden mit einem Theraband fixiert)
– Verschiedene Untergründe (Weichbodenmatten, Sand, etc.)
– Gefälle (Antritt am Berg)

Antrittsschnelligkeit isoliert trainieren?

Im Allgemeinen empfiehlt es sich nicht Antrittsschnelligkeit isoliert (also ohne zusätzliche Trainingsschwerpunkte) trainieren zu lassen. Es ist besser das Training mit zusätzlichen koordinativen und spielerischen Elementen zu koppeln. Antrittsschnelligkeit bedeutet, dass ein Spieler in möglichst kurzer Zeit auf einen bestimmten Reiz reagieren und seine Höchstgeschwindigkeit erreichen kann.

Daher bietet es sich zum Beispiel an diese Fähigkeit mit Hilfe von kleineren Staffelspielen zu trainieren, aber eben in Verbindung mit zusätzlichen koordinativen Elementen (am besten natürlich handballverwandt). Auch Übungen mit den Inhalten Gegenstoß/zweite Welle/Umschaltspiel fördern die Antrittsschnelligkeit.

Robert Nowacki

31. Oktober 2013

Schnelles Umschalten

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:20

Ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und umgekehrt ist essenziell für erfolgreichen Handball. Dabei bedeutet Schnelligkeit nicht unbedingt die konditionelle Komponente. Wer schnell im Kopf ist, kann auch physische Defizite bis zu einem gewissem Maße wett machen. Um das schnelle Umschalten zu verinnerlichen, ist es wichtig dieses im Training häufig zu üben und dadurch zu automatisieren.

6 gegen 6

Vor der Übung werden zwei kleine Handballtore auf Höhe der Mittellinie positioniert (s. Abb.1). Eine angreifende Mannschaft spielt zunächst auf das normale Handballtor. Die verteidigende Mannschaft versucht die Angreifer an einem Torerfolg zu hindern. Gelangt das Abwehrteam in Ballbesitz (egal ob durch Balleroberung, Fehlwurf oder Gegentor) verändert sich sofort die Spielsituation.

Die eben noch verteidigende Mannschaft greift sofort die beiden kleinen Tore an der Mittellinie an und versucht innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters (z.B. 10 Sekunden) den Ball in einem der Tore unterzubringen. Die Angreifer versuchen dies ihrerseits durch schnelles Rückzugsverhalten zu verhindern. Die Übung kann auch zum Training der schnellen Manndeckung genutzt werden.

6 gegen 6 mit Überzahl im Gegenstoß

Auf einer Spielfeldseite wird 6 Gegen 6 im Positionsangriff gespielt. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen vier Abwehrspieler bereit. Nachdem die verteidigende Mannschaft im Spiel 6 gegen 6 den Ballbesitz erhält wird umgehend ein Gegenstoß Richtung gegenüberliegendes Tor eingeleitet (vorzugsweise über die schnelle Mitte und die zweite Welle). Dabei erhält die Mannschaft in Gegenstoß ein Zeitfenster (etwa 10 Sekunden), in welchem der Torabschluss im Spiel 6 gegen 4 erfolgen muss.

Die Zeit wird ab dem Zeitpunkt des Ballbesitzes genommen. Ziel der Übung ist es, dass sich alle Spieler am schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff beteiligen und so eine doppelte Überzahl erzielt werden kann. Nach Ablauf der Zeit oder dem Torabschluss wechseln die vier Verteidiger (plus zwei weitere Spieler) in den Positionsangriff. Vier Spieler der Gegenstoßgruppe werden zu Verteidigern und die sechs Spieler der Angriffsgruppe werden zur nächsten Gegenstoßgruppe. Natürlich ist eine Variation der Spieleranzahl möglich.

Robert Nowacki