Handballtraining Handballübungen


2. Oktober 2015

Überzahlspiel – Variante Pass RR auf LA

Kategorie: Taktik – Autor: KaiDittrich – 17:13

Überzahlspiele müssen im Handball mit zwei oder drei Toren gewonnen werden. Das ist die allgemeine Meinung, welche vorherrscht. Dass dies sich in der Praxis jedoch häufig schwieriger gestaltet hat wohl jeder schon einmal erlebt. Häufig wachsen Abwehrreihen in Unterzahlsituationen über sich hinaus und geben ein Paar Prozent mehr als es in Gleichzahlsituationen der Fall ist. Zusätzlich steht die Angriffsreihe unter dem psychischen Druck eigentlich ein Tor machen zu müssen.

Im folgenden Video sehen wir eine Überzahlvariante des THW Kiel, bei welcher das Spiel zunächst von Rückraum Mitte auf die rechte Angriffsseite verlagert wird. Anschließend passt RM den Ball auf die gegenüberliegende Linksaußenposition von der Rune Dahmke aus gutem Winkel zum Torwurf kommt.

Problem der 5:0 Abwehr bei Überpässen

Hält man das Video in dem Moment an, in welchem Domagoj Duvnijak zum Sprung ansetzt offenbaren sich die Schwächen einer Abwehrformation in Unterzahl. Aufgrund der fehlenden klaren Zuordnung können nicht alle Zuspiele aus zentralen Positionen im Eins-Gegen-Eins verteidigt werden.

Vielmehr sehen wir, dass Duvnijak in der dargestellten Situation fast jeden seiner Mitspieler mit einem Pass bedienen und selbst ebenfalls den Torabschluss suchen kann. Durch die Verlagerung des Spiels auf die rechte Seite, sind jedoch insbesondere RL und LA sehr viel Raum gegen lediglich zwei Abwehrspieler zur Verfügung (s. Abbildung 1).

Allerdings ist es auch notwendig, dass die Abwehr in Unterzahl viel stärker auf die Ballseite verschiebt und insbesondere die Außenverteidiger weit Richtung Spielfeldmitte einrücken. Damit ergibt sich erst die Chance eines weiten Überpasses auf die Linksaußenposition.

Überpässe auf Außen trainieren

Das wir solche Pässe eher selten erleben liegt zum einen an den wenigen Situationen, in welchen sie Wirkung zeigen und zum anderen an der Unsicherheit und dem Risiko einen Überpass zu spielen. Mit folgender Übung kann man diese Unsicherheit versuchen zu verringern:

Benötigt wird jeweils ein Passempfänger auf jeder Außenposition. Zusätzlich werden Pylonen in ca. 8 Metern Torentfernung gemäß Abbildung 2 platziert. Die restlichen Spieler stellen sich auf die RM Position (ca. Meter Torentfernung). Der erste Spieler dieser Reihe hat einen Handball. Er verlagert prellend zu einer Seite, umläuft die betreffende Pylone und spielt aus dem Sprung heraus den Ball auf die gegenüberliegende Außenposition. Der Außenspieler nimmt den Ball an, stößt kurz Richtung Tor und spielt den Ball dann zum nächsten verlagernden RM, welcher die Übung seines Vorgängers auf der anderen Spielfeldseite wiederholt.

Variationsmöglichkeiten und Erschwerungen

–> Übung mit Torabschluss von der Außenposition
–> Verteidiger statt Pylone (Eins-gegen-Eins nach Außen)
–> Entscheidungstraining (Ein Außenverteidiger, RM hat die Wahl zwischen Pass auf Außen oder
auf parallelstoßenden Halbangreifer)

Autor: Robert Nowacki

9. August 2013

Trainingsübungen: Entscheidungstraining für Torhüter

Kategorie: Torwarttraining – Autor: admin – 10:09

Gerade Torhüter haben selten viel Zeit ihre Entscheidungsmöglichkeiten im Spielaufbau abzuwägen, da die Zeitfenster für Tempogegenstöße häufig nur wenige Sekunden betragen. In dieser kurzen Zeitspanne muss der Torhüter in der Lage sein, dass gesamte Feld zu überblicken und seine Passmöglichkeiten einschätzen und auswählen können.

Dies muss er häufig schon tun, während er noch gar nicht den Ball unter Kontrolle hat, sondern ihn aus dem Toraus oder Torraum holen muss. Für das Training solcher Situationen gibt es hier zwei Basisübungen.

Gegenstoßpass links oder rechts

Für die Übung verteilen sich die Feldspieler auf die beiden Außenpositionen in den Ecken einer Spielfeldhälfte. Auf das Startsignal laufen je ein Links- und ein Rechtsaußen einen Gegenstoß Richtung gegenüberliegendes Tor.

Ein Abwehrspieler ist im Mittelkreis positioniert (s. Abb. 1). Sobald die Angreifer die Mittellinie überquert haben, orientiert sich der Verteidiger zu einem von ihnen. Der Torhüter soll dies erkennen und den Ball möglichst genau in den Lauf des freien Angreifers spielen, sodass dieser ohne zu prellen zu einem Abschluss in der Nahwurfzone kommen kann.

Spieleröffnung kurz oder lang

Erneut werden zwei Angriffs- und ein Abwehrspieler benötigt. Von den Angreifern läuft dieses Mal nur einer den Tempogegenstoß. Der zweite Angreifer läuft lediglich für einen kurzen Pass einige Meter nach vorne (s. Abb.2). Der Verteidiger soll entscheiden, ob er versucht den kurzen Pass durch das Decken des jeweiligen Angriffsspielers oder den „1:0-Konter“ durch Ablaufen des Gegenstoßspielers zu unterbinden. Der Torhüter hat die Aufgabe, den freien Spieler genau anzuspielen.

Anmerkung: Wird der Ball kurz gespielt folgt ein kleines Überzahlspiel der beiden Angreifer gegen den Verteidiger. Der Spieler, welcher für das kurze Anspiel bereitsteht ist im nächsten Durchgang der Gegenstoßläufer und umgekehrt.

Kombination beider Übungen durch mehr Spieler

Die beiden oben beschriebenen Übungen lassen sich selbstverständlich auch kombinieren. Durch Hinzunahme eines Spielers für Angriff und Abwehr, ist es möglich den Torhüter vor drei anstatt zwei Entscheidungsmöglichkeiten zu stellen (kurz, lang, rechts, lang links). Durch noch mehr Spieler ist eine zusätzliche Erschwerung der Übung jederzeit möglich.

Robert Nowacki