Handballtraining Handballübungen


6. November 2015

Torwarttraining – Wurfabwehr bei zweiten Bällen

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 14:25

Nicht immer ist ein Torhüter in der Lage den Ball bei seinen Abwehraktionen ins Toraus zu lenken. Hin und wieder kommt es vor, dass abgewehrte Bälle zurück ins Spielfeld prallen und nicht immer ist die abwehrende Mannschaft in der Lage, sich diese zu sichern. Die folgenden Übungen dienen dazu das Torwartspiel in Situationen zu verbessern, in welchem der Torhüter zweimal innerhalb kürzester Zeit aus verschiedenen Wurfpositionen gefordert ist.

Schnelles Aufstehen nach flacher Wurfabwehr

Für die Übung wird ein Schütze mit Ballkiste bei ca. 7-8 Metern Torentfernung benötigt (s. Abbildung 1). Der Schütze zeigt vor Übunsgbeginn an, in welches Toreck er den Ball per Schlagwurf platzieren wird (z.B. durch Handzeichen an den Torhüter).
Nachdem der Ball flach in die Torecke geworfen wurde und der Torhüter den Ball mit dem betreffenden Technikmuster abgewehrt hat, wirft der Schütze sofort einen zweiten Ball Richtung gegenüberliegendes oberes Toreck. Der Wurf sollte dabei eine geringe Härte aufweisen und eher die Geschwindigkeit eines Passes besitzen.

Der Torhüter soll aus dem Hürdensitz oder Spagat maximal schnell wieder auf die Beine kommen, indem er zuerst seine Beine an den Körper zieht und durch kurzes Rückwärtsschwingen und anschließendes Vorwärtsschwingen des Oberkörpers wieder auf die Füße kommt und mit 1-2 schnelle Seitwärtsschritten den hoch geworfenen Ball erlaufen und im Idealfall fangen kann.

Fernwurfzone – Nahwurfzone

Für diese Übung werden zwei Schützen mit Ballkisten benötigt. Einer der beiden Werfer positioniert sich dabei in einer Halbposition bei 10 Metern. Der zweite Werfer positioniert sich auf der gegenüberliegenden Halbposition bei 7 Metern Torentfernung (s. Abbildung 2).

Zunächst wirft der im Rückraum befindliche Schütze den Ball Richtung Tor. Direkt nach dem der Abwehrversuch des Torhüters gegen den Rückraumwurf, läuft der Schütze aus der nahwurfzone an und versucht aus sechs Metern per Sprungwurf den Torabschluss zu suchen. Der Torhüter muss demnach schnell zwischen zwei Verhaltensmustern hin und her wechseln. Die Übung kann in Schleifenform beliebig lange fortgesetzt werden.

Variationen Fernwurfzone – Nahwurfzone

Aufbauend auf der oben beschriebenen Basisübung, ergeben sich zahlreiche Modifikationsmöglichkeiten, z.B.:

–> Wechsel unterschiedlichster Wurfpositionen und Winkel
–> Änderung der Rahmenbedingungen für die Werfer (z.B. Wurf gegen Block, Wurf aus dem Eins-gegen-Eins, Wurf unter Bedrängnis)
–> Zusätzliche dritte Wurfposition: Dies könnte bedeuten, dass nach einem Wurf aus dem Rückraum die Wurfrichtung des Schützen (linkes oder rechtes Toreck) angibt, ob der Torhüter im Anschluss gegen einen Werfer auf Linksaußen oder auf Rechtsaußen Abwehrposition beziehen muss

Autor: Robert Nowacki

30. Oktober 2015

Torwarttraining – Basisübungen Trickwurfabwehr

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 11:37

Bei der Abwehr von Trickwürfen kommt es vor allem auf die folgenden drei Dinge an: Beobachtung, Handlungsschnelligkeit und Willenskraft. Die folgenden zwei Übungen dienen dazu, dass Erkennen und Abwehren von Drehern, Hebern und Legern zu schulen.

Heberabwehr von außen mit Wurfbeobachtung

Für die Übung wird je ein Werfer mit Ballkiste auf jeder Außenangriffsposition postiert (s. Abb. 1). Der übende Torhüter bezieht zu Beginn Grundstellung gegenüber dem LA-Werfer am rechten Torpfosten. Auf ein Startsignal des Werfers sprintet er diesem entgegen und berührt dessen an ausgestreckter Hand befindlichen Ball mit beiden Händen.

Direkt im Anschluss entscheidet sich der Werfer entweder zu einem normalen Schlagwurf auf das Tor oder zu einem Heber in Richtung lange Torecke. Der Torhüter soll während der Rückwärtsbewegung in Richtung Tor die Wurfbewegung des Werfers beobachten und entweder mit einer Abwehr nach vorn (Schlagwurf) oder dem Erlaufen des Hebers adäquat auf die Situation reagieren (Abb. 1).

Im Anschluss an die Abwehraktion läuft er zum linken Torpfosten, bezieht Stellung gegenüber RA und die Übung beginnt von Neuem.

Bälle erkämpfen

Da das Abwehren von Trickwürfen viel mit Kampfgeist, Überwindung und Reaktion zu tun hat, ist die nächste Übung hier ebenfalls für das Basistraining geeignet.
Der Torhüter stellt sich an die Viermetermarkierung seines Torkreises. Ein Schütze steht mit Ballkiste etwa einen Meter von ihm entfernt (s. Abbildung 2).
Die Übung beginnt, indem der Schütze einen Ball in mäßigem Tempo durch die leicht geöffneten Beine des Torhüters in Richtung Tor rollt.

Erst nachdem der Ball seine Beine passiert hat, darf sich der Torhüter Richtung Tor wenden und muss versuchen, den Ball vor Überqueren der Torlinie zu erkämpfen. Dabei soll besonders die Einsatzfähigkeit torwartuntypischer Bewegungsmuster, wie das Hechten nach dem Ball oder das Rutschen über den Boden geschult werden. Direkt nach einer Abwehraktion nimmt der Torhüter so schnell wie möglich wieder seine Ausgangsposition bei 4 Metern ein und die Übung beginnt von Neuem.

Variation

Die in Abbildung 2 dargestellte Übung kann um verschiedene Elemente erweitert werden. Der Torhüter kann beispielsweise nach dem Erkämpfen des Hebers sofort mit einem platzierten Schlagwurf unter Druck gesetzt werden (–> schnelles Aufstehen nach Abwehraktionen trainieren). Zudem kann das Tragen von Gewichtsmanschetten oder der Einsatz von Therabändern zur Erschwerung des Übungsablaufes beitragen.

Autor: Robert Nowacki

23. Juli 2015

Torwarttraining – Die Angst vor dem Ball beherrschen

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 09:44

Jeder Torhüter trägt die Angst vor dem Ball und insbesondere vor Gesichts- und Körpertreffern in sich. Gute Torhüter wissen jedoch mit dieser Angst umzugehen und können aus ihr teilweise zusätzliche Motivation und Körperspannung ziehen.

Es gibt einige kleine Tricks und Übungen mit denen man die Angst eines Torhüters vor dem Ball abschwächen kann und ihn auf die unliebsamen Treffer vorbereiten kann. Außerdem kann man das reflexartige Schließen der Augen vor dem Wurf zu großen Teilen abtrainieren, sodass eine lückenlose Wurfbeobachtung möglich wird.

Lidschlussreflex an der Wand abtrainieren

Für diese Übung stellt sich der Torhüter in etwa einem Meter Entfernung mit Blick zu einer Wand auf. Ein Schütze stellt sich mit Ballkiste einige Meter hinter ihm. Der Schütze wirft nun in schneller Folge Bälle an die Wand, sodass sie von dieser möglichst nahe am Torhüter zurückprallen ohne ihn jedoch zu treffen. Der Torhüter soll versuchen die Augen die gesamte Übungszeit über geöffnet zu lassen und nicht zu blinzeln.

Körpertreffer mit weichen Bällen

Eine besonders gute Möglichkeit Torhüter auf Treffer an Kopf oder Körper vorzubereiten ist die Verwendung von besonders weichen Bällen, z.B. aus Schaumstoff. Unter Zuhilfenahme solcher Bälle können Torhüter das Bewegungsverhalten bei zu erwartenden Treffern trainieren.

Als Beispiel sei hier eine Wurfserie von der Außenposition genannt, bei welcher der Schütze Schaumstoffbälle auf Kopfhöhe Richtung Tor wirft. Der Torhüter soll dem Drang widerstehen den Kopf wegzuziehen sondern versuchen sich durch minimale Bewegungen der Arme vor solchen Treffern zu schützen und durch Absenken des Kopfes etwaige Treffer auf die Stirn zu bekommen.
Für Körpertreffer gilt, dass der Torhüter lernt bei Würfen auf den Körper nicht schon vor der Berührung mit dem Ball zusammenzusacken, sondern die Körperfläche aufrechtzuerhalten und den ganzen Körper mit Spannung zu versehen.

Bälle auf den Kopf im Sitzen

Diese Übung ist besonders um den Schutz des Kopfes mit Armen und Händen zu trainieren. Der Torhüter sitzt auf der Torlinie und zwei Werfer stehen mit Ballkiste bei etwa fünf Metern. Die Schützen werfen abwechselnd in schneller Abfolge Richtung Kopf des Torhüters, welcher die Bälle mit den Händen abwehren soll. Dabei werden die Hände nach jedem Wurf kurz auf den Boden gelegt.
Im Jugend- und niedrigem Amateurbereich sollten solche Übungen zunächst auch immer erst mit weicheren Bällen aus Schaumstoff durchgeführt werden.
Autor: Robert Nowacki

1. März 2015

Torwarttraining – Reaktionstraining unter Vorbelastung

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 23:55

Die folgenden Übungen können im fortgeschrittenen Technikergänzungstraining für Torhüter Anwendung finden. Sie dienen dazu bestimmte Abwehrtechniken zu automatisieren und unter zusätzlichen Drucksituationen auszuführen.

Abwehr „lang oben“ und „kurz unten“ nach Radschlag

Ein Werfer positioniert sich leicht versetzt vom Zentrum bei sechs Metern. Der Torhüter beginnt die Übung neben dem werfernahen Pfosten. Er schlägt ein Rad in Richtung Torzentrum. Der Werfer hat die Aufgabe jeweils einen Ball ins lange obere Eck und anschließend einen zweiten Ball ins kurze untere Eck zu platzieren.

Der Torhüter soll direkt im Anschluss an das Rad, zur Abwehr des ersten Balles und anschließend zur Abwehr des zweiten Balles gefordert werden. Selbstverständlich sind auch andere Wurfbilder anwendbar.

Wurfabwehr nach „Bocksprung“

Für die Übung werden ein Werfer und ein „lebender Bock“ benötigt. Der „Bock“ positioniert sich in ca. 3 Meter Entfernung zentral vor der Torlinie, der Werfer mit Ballkiste in 7-8 Metern Torentfernung.

Eine Serie umfasst jeweils 12 Würfe, die stets im Uhrzeigersinn ausgeführt werden (Bsp.: unten rechts, unten links, oben links, oben rechts, usw.). Der übende Torhüter startet in der Mitte der Torlinie und springt von dort lossprintend im Grätschsitz über den Bock. Im Moment der Landung des Torhüters wirft der Schütze den Ball in die angegebene Ecke. Der Torhüter muss nach der Landung schnell in Abwehrposition für den betreffenden Wurf gelangen.

Nach der Wurfabwehr sprintet der Torhüter zurück zur Ausgangsposition und beginnt die Übung von vorn. Wurfbilder können für die Übung natürlich je nach Trainingsziel verändert werden.

Hampelmann nach Vorbelastung

Benötigt werden zwei Werfer mit Ballkisten bei ca. 7 Metern (s. Abbildung 3).

Zentral vor dem Tor werden Sprunghürden bis ca. 4 Meter Torentfernung platziert.
Der übende Torhüter springt in vorgebender Weise über die Sprunghürden (z.B. Schlusssprung, Einbeinsprung wechselnd oder gleichbleibend, etc.). Den Sprung über die letzte Hürde führt er dabei als Hampelmannabwehr aus.
Die beiden Schützen werfen ihren Ball jeweils auf unterschiedliche Körperseiten des Torhüters. Dieser muss versuchen Arme und Beine so im Sprung zu koordinieren, dass er beide Würfe abwehren kann. Wichtig dabei ist die maximale Ausnutzung der eigenen Reichweite. Nach der Wurfabwehr beginnt die Übung vom neuen. Eine Übungsserie sollte 8-12 Würfe beinhalten.

Autor: Robert Nowacki

Abbildungen 1-3 untereinander:

24. Februar 2015

Torwarttraining – Basisübungen im Achterlauf

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 23:53

Im Folgenden beschreiben wir einige Übungen, welche sich auf die Basisübung des Achterlaufes stützen

Basisübung

Für die Basisübung werden zwei Pylonen im Abstand der beiden Torpfosten etwa drei Meter vor dem Tor aufgestellt. Der Torhüter erhält die Aufgabe sich mit schnellen Side-Steps in einer achtförmigen Umlaufbahn um diese Pylonen zu bewegen. Dabei sind die Arme stets in Abwehrhaltung angehoben (s. Abbildung 1).

Basisübung als konditionelle Vorbelastung

Der Torhüter absolviert insgesamt zehn achtförmige Runden um die Pylonen. Direkt nach Beendigung der letzten Runde, wird er nach Vorgabe eingeworfen. Der Übungsablauf für einen Torhüter kann z.B. folgendermaßen aussehen:

10 Achterrunden – Einwerfen Hände – 10 Achterrunden – Einwerfen Oben – 10 Achterrunden – Einwerfen Unten – 10 Achterrunden – Einwerfen Hüfte – 10 Achterrunden Einwerfen frei
Das Ganze ist auch als Pyramidentraining möglich (10 – 15 – 20 – 15 – 10 Achterrunden) und für viele Wurfübungen anwendbar. Hauptziel ist es hierbei die Ausdauerleistungsfähigkeit in torwartspezifischer Form zu erhöhen.

Basisübung und koordinative Zusatzbelastungen

Von der Basisübung ausgehend lässt sich eine Reihe an koordinativen Zusatzbelastungen anfügen. Speziell für das Torwarttraining bietet sich natürlich die Schulung der Hand-Auge-Koordination besonders an. Hierfür ist u.a. folgende Übungserweiterung geeignet:

Der übende Torhüter bewegt sich in der „Achterlaufbahn“ mit einem Ball in jeder Hand. Ihm gegenüber steht ein Zuspieler mit Ball. Jedes Mal wenn der Torhüter in das Zentrum seiner Laufbahn zwischen den beiden Pylonen kommt, erhält er von dem Partner ein Zuspiel. Je nachdem auf welche der beiden Hände das Zuspiel angesetzt wird muss der Torhüter versuchen, seinen eigenen Ball schnell zum Partner zu werfen, um mit der freigewordenen Hand den neuen Ball zu fangen.

Als Erweiterung dieser Übung kann der Zuspieler den Pass auch lediglich antäuschen, sodass der Torhüter nicht antizipieren kann, wann und wie ein Ball gespielt wird, sondern tatsächlich nur die eigene Reaktionsfähigkeit gefordert wird. Eine weitere Variation ist, die Zuspielart nicht nur auf die Hände zu beschränken, sondern auch Bälle mit den Füßen zurückzuspielen.

Viele weitere Variationen

Aufbauend auf dem „Achterlauf“ sind viele weitere Variationen je nach Trainingsziel möglich. So kann die Belastung auch durch den Einsatz von Therabändern oder Zusatzgewichten gesteigert werden. Genauso kann man die kognitive Belastung anheben, indem man Übungen z.B. mit Tennis- anstelle von Handbällen durchführt.
Autor: Robert Nowacki

17. Februar 2015

Torwarttraining – Heberabwehr

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 23:51

Gute Angriffsspieler beherrschen viele Wurfvarianten um den Torhüter zu bezwingen. Dabei ist gerade der Heber eine sehr vielversprechende Variante aus der Nahwurfzone, da die Torhüter hier meist ein gutes Stück vor ihrem Gehäuse stehen, um den Winkel zu verkürzen. Diese Würfe sind häufig nicht mal unhaltbar, haben jedoch oft so großen Überraschungscharakter, dass die Torhüter gar nicht versuchen eine Abwehraktion zu initiieren. Im Folgenden beschreiben wir zwei kleine Übungen, welche im Torwarttraining angewendet werden können um die Abwehr von Hebern zu schulen.

Heber erlaufen

Für die Übung werden sechs Bälle auf verschiedenen Positionen des Torkreises gelegt (s. Abbildung 1). Im Idealfall steht hinter jedem Ball ein Werfer, die Übung kann jedoch auch mit weniger Beteiligten durchgeführt werden. Der übende Torhüter steht zu Beginn auf der Torlinie.

Von dieser ausgehend sprintet er zu Übungsbeginn in Richtung eines Balles. Der Ball wird vom Torhüter in einer Bewegung aufgehoben und dem bereitstehenden Werfer zugespielt. Bereits während dieser Aktion beginnt der Torhüter schnell zurück Richtung Tor zu Laufen. Das Gesicht ist dabei zunächst immer in Richtung des Schützen gewandt.
Der Werfer setzt direkt nach Ballerhalt einen Heber in Richtung der langen Torecke an. Diesen gilt es nun für den Torhüter zu erlaufen. Wichtig hierbei ist, dass die Flugbahn des Balles die ganze Zeit beobachtet wird. Ist es z.B. für den Torhüter erkennbar, dass der Ball noch vor der Torlinie den Boden berühren wird, ist es besser mit dem Gesicht Richtung Tor zu sprinten und den Ball ggf. per Hechtsprung vor der Torlinie wegzutippen.

Wird der Heber hingegen sehr hoch angesetzt muss sich der Torhüter überwinden und im richtigen Moment nach hinten abspringen um den Ball mit einer Hand zu erwischen. Hierbei kann die Technik des „Übergreifens“ wie sie häufig bei Fussballtorhütern zu sehen ist die Reichweite erhöhen.

Im Anschluss an den ersten Wurf läuft der Torhüter zunächst wieder in Ausgangsposition auf die Torlinie um daraufhin den Übungsablauf von einer der verbliebenen fünf Wurfpositionen zu wiederholen. Ein Durchgang umfasst demnach sechs Heberaktionen von unterschiedlichen Positionen.

Absprung nach hinten – Ängste überwinden

Ein großes Problem bei der Abwehr von Hebern ist das Abspringen nach hinten. Dies ist nicht nur ein sehr ungewohnter Bewegungsablauf, sondern erfordert auch ein gehöriges Maß an Mut, da hier eine unsanfte Landung drohen kann.

Um dies zu trainieren und den Torhütern die Angst vor solchen Situationen zu nehmen eignet sich folgende Partnerübung. Zwei Torhüter stehen sich im Abstand von einigen Metern gegenüber. Hinter ihnen liegt jeweils eine Hochsprungmatte. Außerdem werden einige Bälle in der Nähe benötigt.

Die Partner nehmen jeweils abwechselnd die Rolle des Werfers und des Torhüters ein. Der Werfer setzt einen Heber über seinen Partner an, welchen dieser im Rückwärtssprung entweder einhändig fangen oder zumindest richtungsverändernd berühren soll. Der Absprung erfolgt nach 2-3 Schritten Rückwärtslauf. Ziel ist es sowohl das koordinativ ungewohnte Abspringen nach hinten zu verbessern und gleichzeitig die Angst davor abzuschwächen.

Die Übung lässt sich z.B. durch das Anlegen von Zusatzgewichten noch erschweren

Autor: Robert Nowacki

1. Dezember 2014

Torwarttraining – Kooperation der Extremitäten II

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 06:37

Hohe Würfe von der Außenposition

Für die Übung wird ein Stepper benötigt, welcher vor dem Torpfosten platziert wird. Ein Schütze wird mit Ballkiste auf der Außenposition postiert. Der Torhüter selbst stellt sich mit einem Bein auf den Stepper. Das andere Bein hängt zu Übungsbeginn in der Luft.

Der Schütze beginnt eine Wurfserie, bei der er die Bälle von Hüft- bis Schulterhöhe des Torwartes auf die lange Ecke bringen soll, jedoch so platziert, dass der Torhüter die Bälle erreichen kann ohne seinen Standpunkt auf dem Stepper zu verlassen.

Der Torhüter versucht die Würfe mit Hand und Fuß abzuwehren und jeweils beide Extremitätengruppen hinter den Ball zu bringen. Währenddessen muss er die Spannung im Standbein aufrechterhalten, sodass er die Position auf dem Stepper einhält. Eine Wurfserie beinhaltet je nach Leistungsniveau etwa 10-20 Würfe.

Hohe Würfe aus der zentralen Nahdistanz (Kreis)

Für diese Übung wir ein Turnkasten benötigt. Das oberste Kastenteil sollte in seiner Höhe knapp unterhalb der Hüfthöhe des übenden Torhüters abschließen. Der Kasten wird leicht zentral versetzt in 1-2 Metern Torentfernung aufgestellt (s. Abbildung 2).

Der Torhüter legt ein Bein zu Beginn auf den Kasten. Mit Start der Wurfserie, soll er Bälle auf Kopfhöhe mit Arm und Fuß abwehren. Die Würfe sollen dabei über dem Kastenteil platziert werden. Ziel ist es zwischen den Abwehraktionen das Bein nur sehr kurz bzw. gar nicht auf den Kasten aufzusetzen.
Dies fördert insbesondere die Kraft der Abduktoren, die für die schnelle Bewegung des Beines nach oben extrem wichtig sind. Nach zehn Würfen wird der Kasten auf die andere Seite befördert und die Übung mit dem anderen Bein durchgeführt.

Für einen effektiven Trainingsreiz sollten mindestens zwei-drei Durchgänge pro Bein absolviert werden. Die Übung ist je nach Leistungsniveau auch noch durch zusätzliche Gewichtsmanschetten an den Beinen und Armen steigerbar. Dies gilt für alle Übungen, die wir in den letzten beiden Artikeln beschrieben haben.

Autor: Robert Nowacki

24. November 2014

Torwarttraining – Kooperation der Extremitäten I

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 06:34

Im letzten Beitrag ging es um die Theorie des Zusammenspiels von Arm- und Beinarbeit im Handballtor. Nun wollen wir mit einigen Übungen Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Zusammenarbeit aufzeigen.

Abwehr flacher Würfe von außen

Für die Übung wird ein Stepper, flacher Hocker, oder ähnliches benötigt. Dieser wird schräg vor einem der Torpfosten platziert (s. Abbildung 1).

Ein Werfer wird mit Ballkiste in 5-6 Metern Entfernung (je näher umso kürzer die Reaktionszeit) auf der Außenposition postiert.
Der Torhüter stellt sich mit dem pfostennahen Bein auf den Stepper. Das andere Bein wird auf dem Boden abgesetzt.
Der Schütze beginnt in Serie Bälle flach auf die lange Torecke zu werfen. Der Torhüter hat die Aufgabe möglichst jeden Wurf mit Hand und Fuß abzuwehren, bzw. die Hand immer unterstützend über den Fuß zu schieben.

Dies wird durch die leichte Körperschräglage aufgrund des zweiten Fußes auf dem Stepper unterstützt und bietet so eine gute Gewöhnungsübung für die Abwehr flacher Würfe mit beiden Extremitätengruppen.
Eine Erschwerung der Übung kann dadurch vorgenommen werden, zunächst mit dem „Übungsbein“ auf dem Hocker zu stehen und kurz vor den Würfen umzuspringen.

Schnelles Umspringen bei zentralen Würfen

Der Grundgedanke dieser Übung ist ähnlich wie in der vorhergehenden. Auch dieses Mal wird ein Stepper benötigt, jedoch in zentraler Position (1-2 Meter vor dem Tor). Im Idealfall stehen zwei Schützen in 6-7 Meter zentraler Wurfposition.

Der Torhüter hat die Aufgabe jeweils Flache Würfe in die Torecken mit Hand und Fuß abzuwehren. Dabei wird das „nicht aktive“ Bein jeweils auf dem Hocker abgesetzt. Nach einer Abwehraktion zu einer Torecke wird schnell umgesprungen und ein Ball in die andere abgewehrt (s. Abbildung 3).

Dieses Procedere wird als Wurfserie (12-20 Würfe) durchgeführt. Die Torhüter sollen lernen aus einem Schritt heraus in die Abwehrhaltung mit Fuß und Hand gehen zu können.

Abwehr flacher Würfe aus dem Rückraum

Für diese Übung werden zwei Hürden vor dem Tor aufgestellt. Die Hürden müssen der Größe des Torhüters angepasst werden, sollten allerdings möglichst tief sein. Die Hürden werden jeweils leicht links und rechts versetzt platziert (s. Abbildung 3). Zwei Werfer werden in 8-9 Metern Torentfernung auf den Halbpositionen postiert.

Die Schützen werfen abwechselnd flach auf die jeweils kurze Torecke. Der Torhüter soll die Bälle jeweils im Hürdensitz mit Hand und Fuß abwehren. Eine Wurfserie sollte 10-12 Abwehraktionen beinhalten.
Vor dieser Übung ist ein umfangreiches Erwärmungsprogramm und ausreichend Vordehnung extrem wichtig, da die Verletzungsgefahr sonst sehr hoch sein kann.

Autor: Robert Nowacki

29. Oktober 2014

Richtig stehen – Stellungsspielschulung für Torhüter II

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 10:42

Richtig stehen bedeutet für Torhüter vor allem, auf die Wurfhaltung des gegnerischen Schützen eingehen zu können. Dies ist insbesondere aus der Nahwurfzone ein entscheidender Faktor, da hier auch die besten Reaktionsfähigkeiten ein schlechtes Stellungsspiel nicht kompensieren können.

„Den Schützen lesen, seine Wurfbewegung genau verfolgen und das eigene Stellungsspiel anpassen.“,
all dies muss ein Torhüter innerhalb von Sekundenbruchteilen tun, um bei der Abwehr eines Balles erfolgreich zu sein. Im Folgenden beschreiben wir zwei Basisübungen, in denen gesondert das schnelle Anpassen des Stellungsspiels geübt werden kann.

Mit der Wurfhand mitgehen

Für die Übung werden mindestens zwei Werfer mit Ball (bzw. Ballkiste wird positioniert) benötigt. Der erste Werfer steht bei ca. sechs Metern. Der Torhüter beginnt die Übung bei etwa vier Metern, sprintet Richtung Werfer und berührt dessen Ball. Anschließend bewegt er sich wieder schnell zurück auf seine Ausgangsposition (s. Abbildung 1: schwarzer Laufweg).

Der Werfer springt seinerseits im Anschluss an die Ballberührung aus einem Schritt deutlich nach links oder rechts weg und wirft den Ball hoch in die entsprechende kurze Ecke. Der Torhüter versucht die Bewegung des Werfers mitzugehen und den Ball abzuwehren. Im Anschluss wird die Übung mit dem nächsten Werfer wiederholt. Eine Wurfserie sollte 8-12 Würfe in schneller Abfolge beinhalten. Dies ist mit einer höheren Anzahl an Werfern besser zu gewährleisten.

Die Übung kann beliebig durch unterschiedliche Wurfpositionen, -höhen, und -arten variiert werden. Für Feldspieler eignet sie sich zudem um das Abknicken des Oberkörpers während des Sprungwurfes zu trainieren.

Stellungsspiel gegen Kreisläufer

Das schnelle reagieren auf die Wurfposition des in der Nahwurfzone wird mit dieser Übung geschult. Sechs Spieler positionieren sich am Sechsmeterkreis (s. Abbildung 2). Ein Anspieler mit Ballkiste wird bei 9-10 Metern Torentfernung postiert.

Der Anspieler passt den Ball zum ersten Kreisläufer, welcher umgehend per Sprungwurf abschließen soll. Der Torhüter muss sein Stellungsspiel schnell der Wurfposition des Spielers anpassen. Direkt im Anschluss an den Wurf passt der Anspieler den nächsten Ball zu einem anderen Kreisspieler. Der Torhüter muss sich nun schnell orientieren und sein Stellungsspiel erneut verändern. Nach 10 Würfen erfolgt eine Pause, bzw. ein Torwartwechsel.

Autor: Robert Nowacki

15. Oktober 2014

Richtig stehen – Stellungsspielschulung für Torhüter

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 10:28

Jeder Handballtorhüter hat seinen ganz eigenen Stil und auch ein ihm eigenes Stellungsspiel. Häufig schleichen sich allerdings vor allem in Situationen, in welchen der Torhüter schnell sein Stellungsspiel ändern muss (Abpraller, Würfe von der Außen- oder Kreisposition oder Wechsel im Rückraum) Fehler ein. Ein Torhüter muss also nicht nur wissen, wie er stehen muss, sondern auch schnell zu dieser Position finden. Im Folgenden zeigen wir euch eine Grundübung, mit der man Torhüter insbesondere auf das aktive Verkleinern der freien Torfläche schulen kann.

Problematik zu defensiven Agierens

Viele Torhüter stehen immer wieder vor der Problematik, dass sie zu defensiv, d.h. zu nah an der eigenen Torlinie agieren. Dies hat hauptsächlich zwei verschiedene Gründe: Bei manchen Torleuten ist es die sprichwörtliche Angst vor dem Torwurf, andere vertrauen eher auf ihre Reaktionen, als auf ihr Stellungsspiel.

Zwar sollte man als Torhüter nie berechenbar sein und eine gewisse Variation in sein Stellungsspiel bringen, allerdings gehört das Verkleinern der freien Torfläche durch offensives Stellungsspiel, insbesondere bei Aktionen aus der Nahwurfzone zu den wichtigsten Waffen eines jeden Torhüters (s. dazu Abbildung 1). Dabei existiert für jeden Torwart ein idealer Bereich, der abhängig von Körperkonstitution, Reflexstärke und Beobachtungsgabe ist.

Training mit Markierungen

Torleute, die besondere Probleme damit haben, die Torlinie zu verlassen und so die verfügbare Torfläche für den Werfer aktiv zu verkleinern, können mit ganz einfachen Tricks geschult werden. Am Folgenden Beispiel wird erklärt, wie man als Übungsleiter seinen Torhüter an das aktive Verkleinern der Torfläche gewöhnen kann:
Zwei Werfer Verteilen sich mit je einer Ballkiste auf LA und RA (6 Meter). Vor Übungsbeginn wird mittels Tape, Kreide o.ä. je eine Markierung (s. Abbildung 2: rote Linien) pro Wurfseite für den Torhüter gesetzt, welche er vor jedem Wurf von der entsprechenden Position überschreiten soll.

Die Werfer schließen abwechselnd per Schlagwurf ab. Der Torhüter läuft so schnell wie möglich zwischen den Wurfpositionen hin und her. Die Übungsschleife für ihn sieht dabei folgendermaßen aus:
Rechter Pfosten Ausgangsstellung an rechter Markierung Wurfabwehr LA Sprint zu linkem Pfosten Ausgangsstellung an linker Markierung Wurfabwehr RA Sprint rechter Pfosten Wiederholung der Schleife (ca. 6-10 Würfe pro Seite)

Die beschriebene Übung lässt sich auch für andere Positionen anpassen (z.B. auch von mehr als zwei Positionen, sodass sich der Torhüter auf einer halbkreisförmigen Bahn bewegen kann) und dient dazu Torhüter an das Spiel vor der eigenen Linie zu gewöhnen. Dies sollte jedoch nicht zur Doktrin für das Spiel des Torhüters an sich gemacht werden, da auch mit unkonventionellem Stellungsspiel und vor allem Variation des Torwartverhaltens gegnerische Angreifer verunsichert werden können.

Autor: Robert Nowacki