Handballtraining Handballübungen


11. Februar 2017

Passübung für das Tempospiel

Kategorie: Tempospiel – Autor: KaiDittrich – 13:36

Bei Spielsituationen die mit höchstem Tempo ablaufen, wie dem Gegenstoß ist die Exaktheit von Laufweg und Passtechnik verantwortlich für Erfolg und Misserfolg. Im Folgenden gibt es von uns eine Passübunge, welche auf die Verbesserung dieser Komponenten abzielt.

Passfolge Torhüter – Angreifer – Angreifer – Torhüter

242 Passübungen für das Tempospiel Abb. 1

Für die Übung werden gemäß unserer Abbildung mindestens zwei Torhüter (bzw. 1 Passgeber in jedem Torkreis) benötigt. Auf einer Längsseite der Halle positioniert sich eine Gruppe Spieler auf den jeweiligen Außenpositionen (in einer Hallenhälfte RA und in der anderen LA). Auf der anderen Längsseite positionieren sich die Spieler an der Mittellinie, wobei jeweils die Hälfte der Spieler zum rechten und die andere Hälfte zum linken Tor blickt.

Beim Start der Übung hat einer der Torleute den Ball und passt zu einem startenden Außen (Abb.: rotes Trikot). Der Ball soll so gespielt werden, dass der Außen diesen in hohem Tempo fangen kann und ohne zu prellen an der Mittellinie zu einem von der anderen Seite der Mittellinie startenden Spieler (grünes) passen kann, welcher ebenfalls ohne zu prellen den Ball dann zum zweiten Torhüter passt, der die Übung von Neuem in die andere Richtung einleitet (Pass zum startenden Außen).

Besonders Passpräzision und Anlauftiming werden in dieser Übung geschult. Wer einen Pass von der Außenposition startend gespielt hat, stellt sich an der Mittellinie an und umgekehrt. Beherrscht eine Trainingsgruppe die Übung sicher, kann die Passfolge auch mit zwei Bällen gleichzeitig absolviert werden. Die beiden Außen werden dann vom jeweiligen Torhüter zeitgleich angespielt. Hier sind Rhythmus und Laufwege noch exakter einzuhalten.

Variation und Erweiterung

235-wurfuebungen-fuer-aussenangreifer-mit-fokus-auf-sprungweite-abb-2 moderne_effekte_hb_trainingsplaene

Es ist auch möglich das Ganze als Wurfübung umzugestalten, indem sich zusätzlich zu den Torhütern noch ein Anspieler mit Ballkiste im Kreis postiert (s. Abbildung 2). Nachdem der Spieler von der Mittellinie startend auf das Tor geworfen hat, bekommt der startende Außen den Ball vom Zuspieler. Hat man drei oder vier Torhüter zur Verfügung, sollten diese natürlich im Wechsel die Aufgaben des Torhüters und Zuspielers übernehmen.

Eine weitere Möglichkeit bildet die Installation eines „Störspielers“ auf beiden Seiten, welcher versucht den von der Mittellinie startenden Angreifer in seinem Laufweg zu behindern, bzw. den Pass abzufangen. Hier ist die Handlungsschnelligkeit des startenden Spielers gefragt, da er seinen Laufweg so anpassen muss, dass der Außen ihm den Ball sicher zu passen kann.

Autor: Robert Nowacki

20. August 2016

Fokus auf das Tempospiel – Modifikationen im Spiel 6 vs. 6

Kategorie: Tempospiel – Autor: KaiDittrich – 10:31

Möchte man als Übungsleiter den Fokus auf das schnelle Umschalten der eigenen Mannschaft im Abschlussspiel einer Trainingseinheit setzen, kann man dies durch eine Auswahl an Regelmodifikationen unterstützen.

Zusätzliche Belohnung schnell erzielter Tore

Tore, welche innerhalb der ersten 10 Sekunden nach Ballgewinn eines Teams erzielt werden, zählen doppelt.
Gegebenenfalls kann auch ein schnell erzieltes Tor mit einem zusätzlichen Angriff für das erfolgreiche Team belohnt werden (kein Ballwechsel).

Limitierung der Anzahl an Pässen/Shotclock

Um die angreifende Mannschaft unter Handlungsdruck zu setzen, kann die Anzahl der erlaubten Pässe (z.B. 6 Pässe nach Ballgewinn) pro Angriff oder eine „Shotclock“ (z.B. maximal 10 Sekunden Ballbesitz nach Ballgewinn) eingerichtet werden. Hieraus ergibt sich die logische Konsequenz Angriffe möglichst so schnell zu initiieren, dass die abwehrende Mannschaft keine Gelegenheit zur geordneten Abwehrformation erhält.

Werden die Vorgaben nicht eingehalten, gibt es entweder sofortigen Ballbesitzwechsel oder in abgeschwächter Form eine Strafaufgabe, welche die angreifende Mannschaft erfüllen muss, bevor im normalen Positionsangriff ohne Vorgabe weitergespielt werden darf.

Ein Team versucht also entweder einen Angriff schnell zu Ende zu führen ohne Strafaufgabe oder die Aufgabe in Kauf zu nehmen und einen langsamen Angriffsaufbau durchzuführen.

Verbesserte Chancen durch kurzzeitige Überzahlsituationen

Nach einem Ballverlust dürfen bestimmte Spieler der verteidigenden Mannschaft erst zurücklaufen, nachdem sie die Grundlinie des Gegners berührt haben. So bietet sich die Chance bei schnellem Umschalten in Überzahlsituation zu kommen und insbesondere über die zweite Welle Vorteile zu erlangen.

Bspw. könnte bei Anweisung der Kreis- und Außenspieler zum Sprint an die Grundlinie eine kurzzeitige 6 vs. 3 Situation für die in Ballbesitz gelangende Mannschaft entstehen.

Zusatzaufgaben an Mittellinie nach Ballverlust

Nach Ballverlust müssen alle Spieler einer Mannschaft umgehend zur Mittellinie sprinten und dort eine Aufgabe (Liegestütz, Kniebeuge, etc.) erfüllen bevor sie wieder aktiv verteidigen dürfen. Dies gibt der angreifenden Mannschaft die Chance durch schnelles Umschalten das Spielfeld zu überbrücken ohne durch den Gegner gestört zu werden.

Autor: Robert Nowacki

24. März 2015

Balleroberung in offensiven Abwehrsystemen – Grundübungen

Kategorie: Gegenstoß – Autor: KaiDittrich – 06:20

Offensive Abwehrsysteme wie 3:2:1, 3:3 oder 4:2 zeichnen sich dadurch aus, dass die Abwehr versucht Bälle zu gewinnen und Tempogegenstöße zu laufen. Es wird also mehr Laufauwand in der Defensive betrieben, um einfachere Tore im Angriff erzielen zu können. Dabei ist das erobern von Bällen sowohl eine Timing, Technik- und Schnelligkeitsfrage. Im Folgenden zeigen wir zwei kleine Übungen mit denen die grundlegenden Phasen der Balleroberung geschult werden können.

3 vs. 2

Zwei Übende stehen auf den beiden Halbpositionen in der Abwehr. Im Angriff werden drei Rückraumspieler benötigt.
Die Rückraumspieler passen sich untereinander den Ball in der Stoßbewegung zu. Die Halbverteidiger sollen versuchen, den Pass von RM auf die Halbangreifer durch Herausschnellen von etwa sieben Metern mit einer Hand abzufangen und direkt zum Gegenstoß abzugehen (s. Abb. 1). Läuft ein Halbverteidiger erkennbar zu früh los, darf RM das Spiel wieder auf die andere Seite verlagern.

Ziel der Übung ist es, dass die Abwehrspieler lernen, den Ball in voller Bewegung sauber herauszuspielen und mit der Abwehraktion einen Angriff einzuleiten. Außerdem dient die Übung zum Erwerb der Regelbewegung auf den Halbverteidigerpositionen im 3:2:1 System mit Libero, da schnelles Vor- und Zurückschnellen von den Abwehrspielern verlangt wird.
Nach einer erfolgreichen Balleroberung geht der Verteidiger direkt mit Ball zum Gegenstoß auf das gegenüberliegende Tor. In der Zwischenzeit wird bereits ein neuer Abwehrspieler eingewechselt und die Übung beginnt von vorne.

Lange Pässe ablaufen

Die Abwehrspieler nehmen die gleichen Positionen ein wie in der Vorübung. Im Angriff werden dieses Mal zusätzlich die Außenpositionen besetzt.
Die fünf Angriffsspieler spielen zunächst den Ball in der Bewegung durch. Erhält ein Außenspieler den Ball, geht der jeweils näherstehende Halbverteidiger offensiv auf seinen Gegenspieler heraus. Der Außenspieler soll in jenem Fall den langen Pass auf die gegenüberliegende Halbposition spielen (s. Abb. 2). Diesen Pass soll der zweite Halbverteidiger erlaufen und wie in der Vorübung direkt zum Tempogegenstoß verwerten.


Die Übung ist speziell für das Ballgewinnverhalten in einer 3:2:1 Deckung ausgelegt und kann um die anderen Abwehrpositionen dieser Deckung erweitert werden.
Autor: Robert Nowacki