Handballtraining Handballübungen


15. Dezember 2013

Trainingsübungen: Kleine handballverwandte Erwärmungsspiele (Teil 2)

Kategorie: Aufwärmen – Autor: KaiDittrich – 00:28

Torball

Abhängig von der Teilnehmerzahl wird ein Spielfeld begrenzt. Innerhalb des Feldes werden mit je zwei Slalomstangen mehrere 1 Meter Breite „Tore“ aufgebaut (s. Abb. 1). Die Grundvariante des Spiels benötigt zwei Mannschaften. Es können allerdings auch mehr als zwei Teams gegeneinander spielen. Die Anzahl der aufgestellten Tore kann ebenfalls nach Belieben verändert werden. Je mehr Tore vorhanden sind, umso mehr Bewegung ist von der verteidigenden Mannschaft gefordert.

Ziel des Spiels ist es, einen Ball per Aufsetzer so durch eines der Tore zu spielen, dass ein Mitglied der eigenen Mannschaft den Ball fangen kann ohne dass es zu einer Berührung durch den Gegner kommt. Einen Punkt gibt es, wenn eine bestimmte Anzahl solcher Zuspiele hintereinander geschafft wurde ohne dass der Gegner in Ballbesitz geraten ist. Besonders geeignet ist dieses Erwärmungsspiel bei Trainingseinheiten mit dem Schwerpunkt auf Passgenauigkeit (insbesondere für Tipppässe). Foulspiel und mehrfaches Prellen des Balles sollte durch die Spielregeln verboten werden.

Kastenball

Beim Kastenball spielen zwei Mannschaften gegeneinander. Ziel des Spiels ist es, den Handball durch ein aufgestelltes Turnkastenteil in der gegnerischen Hälfte zu werfen. Je mehr Spieler sich in jeder Mannschaft befinden, umso mehr Kastenteile werden benötigt. In Abbildung 2 ist ein möglicher Aufbau für das Spiel mit drei Kastenteilen pro Mannschaft zu sehen.

Die Kastenteile stehen jeweils im Zentrum eines Kreises (Durchmesser 3-4 Meter), der von keinem Spieler betreten werden darf. Die Mannschaften müssen also versuchen durch schnelles Zusammenspiel in eine gute Wurfposition zu kommen. Gespielt wird ohne Foulspiel. Außerdem ist es wie immer bei Erwärmungsspielen sinnvoll, das mehrfache Prellen des Balles zu verbieten, um vor allem Passfähigkeit und Teamwork zu schulen.

Ist die Verbesserung der Wurftechnik zentrales Thema der Einheit, kann man mit der Vorgabe verschiedener Wurf- und Passtechniken arbeiten. Die Veränderung der Position der Kastenteile (z.B. quer liegend statt hochkant stehend) kann das Training verschiedener Wurftechniken begünstigen (z.B. Hüftwurftechnik).

Anmerkung: Bei hohen Teilnehmerzahlen empfiehlt es sich auf mehreren kleinen Feldern zu spielen und mehr als einen Ball pro Spielfeld zu nutzen.
R. N.

10. September 2013

Übungen zur Spieleröffnung für Torhüter (Schnelle Mitte)

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 23:18

Immer wieder haben Torhüter damit zu kämpfen, die Bälle nach Gegentoren schnell und vor allem präzise zum Kreisläufer am Anstoßkreis zu passen. Um den Torhütern hier mehr Sicherheit zu vermitteln und die Ausführung der „Schnellen Mitte“ noch effektiver zu gestalten haben wir wieder einige Übungen für euch.

Präzision des Passes (Hilfsmittel)

Um die Präzision des Passes zum Mittelkreis zu schulen können verschiedene Hilfsmittel verwendet werden (s. Abb. 1). Je nachdem in welchen Bereichen der Passpräzision (Passhöhe oder -richtung) die Torleute Probleme haben sollte ein passendes Hilfsmittel ausgewählt werden. In Abb. 1 ist beispielsweise ein Turnkasten als ideales Trainingshindernis für zu tiefe Pässe aufgezeigt. Stehen die Passempfänger auf Turnmatten, dürfen keine hohen Abweichungen in der Passrichtung (Ball links/rechts vom Körper des Passempfängers) passieren.

Schnelligkeit des Ballholens und Passens

Neben der Präzision ist die Schnelligkeit des Passes zum Mittelkreis die zweite entscheidende Komponente bei der Vorbereitung der „Schnellen Mitte“. Hier kann folgende Übung helfen.

Der Torhüter soll zunächst einen Ball aus einer beliebigen Position parieren. Gelingt ihm dies, so holt er sich sofort nach der Parade einen Ball aus einer Kiste hinter der Torlinie und spielt den Ball zu einem Empfänger im Anwurfkreis. Kassiert er ein Gegentor, muss er genau den Ball, welcher im Tor gelandet ist schnell wieder zum Mittelkreis spielen, ganz egal wo sich dieses Spielgerät gerade befindet.

 

86 Uebungen zur Spieleröffnung Torhüter Teil 2 Abb.1

 

Anmerkungen zur Rolle des Torhüters bei der schnellen Mitte

Es ist ratsam die beiden Anforderungen Genauigkeit und Schnelligkeit des Passes zu kombinieren, falls es das Leistungsniveau der Torhüter zulässt. Eine erfolgreiche „Schnelle Mitte“ ist stets mit einem reaktionsschnellen und genauen Pass seitens des Torhüters verbunden. Manche Torhüter neigen auch dazu, nach Gegentoren zuerst ihrer Abwehr Anweisungen zu geben oder sich unnötig intensiv über eigene Fehler zu ärgern. Hier ist der Übungsleiter auch als Motivator und Taktiklehrer gefragt. Der Torhüter sollte ein Verständnis dafür bekommen, wie wichtig sein Verhalten für die Angriffstaktik der „Schnellen Mitte“ ist. Auch in Trainingseinheiten, welche nicht explizit die Einleitung der schnellen Mitte zum Trainingsziel haben, ist es durchaus sinnvoll die oben vorgestellten Übungen zusätzlich einzubauen um dem Torhüter das Verinnerlichen der Abläufe nach einem Gegentor zu vereinfachen.

28. August 2013

Übungen zur Spieleröffnung für Torhüter (Gegenstoß)

Kategorie: Torwarttraining – Autor: admin – 11:01

Besonders seit den Regeländerungen Anfang der Jahrtausendwende ist der Torhüter auch als Faktor im Angriffspiel der eigenen Mannschaft wichtiger geworden. Der Tempogegenstoß und die „Schnelle Mitte“ sind maßgeblich abhängig von technischen und koordinativen Fähigkeiten des Schlussmannes. Es folgen einige Übungen, zum Torwarttraining im Bereich der schnellen Spieleröffnung.

Spielübersicht 6-Gegen-6

Diese Übung ist ein kleines Spiel, bei welchem zwei Mannschaften innerhalb einer Hallenhälfte gegeneinander antreten. Haupttrainingszielziel des Spiels ist es, die Spielübersicht des Torwartes zu schulen. Nebenbei können auch Passsicherheit und Lauftäuschungen der Feldspieler trainiert werden. Der Torhüter gehört der angreifenden Mannschaft an und steht zu Spielbeginn mit dem Rücken zum Spielfeld.

In seinem Tor befindet sich eine Ballkiste (s. Abb. 1). Die Spieler der verteidigenden Mannschaft versuchen permanent alle Angriffsspieler in Manndeckung zu nehmen. Auf das Startsignal des Trainers greift sich der Torhüter einen Ball aus der Kiste und dreht sich damit Richtung Spielfeld. Seine Mitspieler sollen sich freilaufen und den Ball fordern.

Der Torhüter muss sich möglichst schnell für einen Pass zu einem freien Mitspieler entscheiden. Dieser sollte straff auf Brusthöhe in den Lauf des Empfängers gespielt werden. Ist der Pass erfolgreich angekommen, ist es die Aufgabe des Angriffsteams mit möglichst wenigen Pässen nach vorne hinter die Mittellinie zu kommen und den Ball dort abzulegen.

Schnelles Einleiten des 1:0-Konters

Die Übung erfordert die Fläche des gesamten Handballfeldes. Zwei Außenangreifer stehen auf ihren Abwehrpositionen in der Hälfte des Torhüters. Ein Abwehrspieler steht mit Ball an der 7-m-Linie mit dem Blick zum Torhüter (s. Abb. 2). Der Abwehrspieler rollt seinen Ball nun durch den Torraum des Torwartes. Das Tempo und die genaue Richtung sollte dabei in jedem Durchgang variiert werden. Dies ist das Zeichen für die Außen zum Gegenstoß abzugehen.

Der Torhüter muss den Ball so schnell wie möglich unter Kontrolle bringen und den ihn mit einem langen Pass zu einem der freien Konterläufer spielen. Der Abwehrspieler, probiert dieses Unterfangen so schwierig wie möglich zu gestalten, indem er den Pass zu einem der Angriffsspieler durch das Mitlaufen zu unterbinden versucht. Der Passempfänger schließt mit einem Torwurf ab. Die Übung verbindet Reaktionsschnelligkeit mit der Anforderung an hohe Passgenauigkeit.

Robert Nowacki