Handballtraining Handballübungen


8. Juli 2017

Belastung spielerisch verpacken: „Medizinball-Golf“

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 10:32

Aufbauend auf unserem letzten Artikel wollen wir euch heute ein weiteres Spiel vorstellen, bei welchem die Belastung in der Vorbereitung in Wettkampfform „verpackt“ wird. Es handelt sich hierbei um Medizinball-Golf.

Grundlegendes

Der Medizinball hat als Trainingsgerät bereits zahlreiche Jahrzehnte auf dem Buckel und wird doch immer noch gerne im Training verwendet. Im Handballbereich sind Übungen mit dem Medizinball meist darauf ausgelegt Wurfkraft durch Stärkung von Schultergürtel- und Rumpfmuskulatur zu fördern.

Allerdings können sie auch einfach als Zusatzgewicht für läuferische Übungen verwendet werden.

Gerade Wurf- und Passübungen haben jedoch oft eine gewisse Eintönigkeit, weshalb Medizinball-Golf hier für Abwechslung sorgen kann.

Spielprinzip

256 Medizinballgolf Abb. 1

Genau wie beim Golf geht es beim Medizinball-Golf darum, das Spielgerät mit möglichst wenig Versuchen in einen vorgegebenen Zielbereich zu befördern (s. Abb. 1).

Der Übungsleiter bestimmt dabei, auf welche Wurftechnik dabei zurückgegriffen wird (Beispiele folgen weiter unten). Der Zielbereich kann in Form eines Kreises aus z.B. aneinander geknoteten Springseilen vorgegeben werden.

Alle Spieler starten an einem gemeinsamen Abwurfpunkt und zählen die Gesamtzahl ihrer Würfe, bis der eigene Medizinball im Zielkreis zum Liegen kommt. Gewonnen hat im Grundspiel der Spieler, welcher die wenigsten Versuche benötigt.

Mögliche Wurftechniken sind Schlagwürfe (hier kann man alternativ auch Gewichtshandbälle verwenden), Überkopfwürfe, Druckwürfe, Schockwürfe beidhändig oder Seitwürfe. Das Spielfeld sollte nach Möglichkeit natürlich sehr groß sein (mindestens Sportplatzgröße) um eine vernünftige Wiederholungszahl anzustreben.

Variationsmöglichkeiten

Paarwettkampf mit Zusatzbelastung: Das Grundspiel wird als Paarwettkampf gestaltet. Nach einem Wurf muss jeder Spieler umgehend zehn Sit-Ups, Kniebeuge und Liegestütze ausführen. In dieser Zeit darf der Partner bereits werfen und seine Zusatzaufgaben im Anschluss ebenfalls ausführen. Erst nachdem diese erfolgreich absolviert wurden, darf der nächste Wurf erfolgen.

Geschwindigkeitsvariante: Im Grundspiel gewinnt das Team mit den wenigsten Versuchen, unabhängig davon wie lange dies gedauert hat. In der Geschwindigkeitsvariante siegt der Spieler, welcher tatsächlich als schnellster mit seinem Medizinball im Zielbereich ankommt. Es muss demnach auch schnell dem geworfenen Ball nachgelaufen werden. Auch hier können Zusatzaufgaben nach jedem Wurf die Intensität weiter steigern.

Pendelspiel: Es werden mehrere Zielbereiche (mindestens 2) auf dem Spielfeld verteilt und die Spieler/Mannschaften müssen versuchen in einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Zielbereiche zu treffen (immer in der gleichen Reihenfolge).

Autor: Robert Nowacki

23. Mai 2014

Verbesserung der Beinarbeit – Side-Steps

Kategorie: Schnelligkeit – Autor: KaiDittrich – 11:53

Die folgenden Übungen dienen dazu die seitliche Beinarbeit zu schulen und zu verbessern.

Ball in der Luft halten

Die Trainingsgruppe teilt sich in Paare auf. Jedes Paar benötigt einen Handball und einen Koordinationsreifen. Die Partner stellen sich im Abstand von etwa fünf Metern gegenüber. Der Reifen liegt auf dem Boden mittig zwischen den Partnern.

Partner A läuft mit Ball auf den Reifen zu und prellt diesen einmal kräftig auf dem Boden des Reifens, sodass der Ball vertikal nach oben springt (s. Abb. 1). Im Moment, in welcher der Ball die Hand von Partner A verlässt, startet Partner B Richtung Ball und versucht diesen zu fangen, bevor er ein zweites Mal den Boden berührt. Währenddessen begibt sich A zurück zu seiner Ausgangsposition. Die Übung wird auf diese Art ohne Unterbrechung wiederholt. Alle Bewegungen werden als Side-Steps ausgeführt. Im Idealfall entsteht ein flüssiges Zusammenspiel bei dem beide Partner permanent in Bewegung sind.

Variation:

Eine Variation der Übung ist es, den Reifen wegzulassen und durch das Hochwerfen des Balles in der Mitte die Übung am Laufen zu halten. Die Spieler bewegen sich auch hier zwischen einer imaginären Mittelline, auf welcher der Ball in der Luft gehalten wird und ihren jeweiligen Ausgangspositionen. Es können auch zusätzliche Erschwerungen mit 180-Grad-Drehung und/oder Seitenwechseln eingebaut werden.

Side-Step Duell

Zwei Spieler bilden jeweils ein Paar und besetzen eine Spielfeldseite (links/rechts). In beiden Spielfeldhälften werden jeweils zwei gegenüberliegende gleichgroße Strecken (ca. 5 Meter) mit Pylonen am Spielfeldrand abgesteckt. Die Spieler eines Paares besetzen die erste Pylone ihrer Spielfeldseite. Auf ein Startsignal hin müssen beide Akteure mit Side-Steps die Strecke zwischen den Pylonen so schnell wie möglich zehn Mal zurücklegen (s. Abb. 2). Hat ein Spieler dies geschafft sprintet er zur gegenüberliegenden Spielfeldhälfte, wo sich die Übung wiederholt. Anschließend erfolgt ein erneuter Sprint zurück zur Ausgangspylone. Die Übung wird als Wettkampf zwischen den beiden Partnern ausgetragen.

Variationsmöglichkeiten:

Side-Steps mit Ball
Kleinere Step-Strecke, größere Wiederholungszahl
Start aus Bauchlage, Liegestütz, etc.
Tempogegenstoß anstatt Zielsprint

5. April 2014

Trickwürfe: Der Dreher – Die Grundlagen

Kategorie: Tipps – Autor: KaiDittrich – 08:48

Auch wenn das Üben von Trickwürfen bei den meisten Übungsleitern keine hohe Gunst besitzt, so ist die Beherrschung solcher Wurftechniken insbesondere für Außenspieler von großem Nutzen. Trickwürfe erweitern nicht nur die Facetten des eigenen Wurfrepertoires, sondern sind auch mächtige psychologische Waffen im Duell mit gegnerischen Torhütern.

Der Dreher

Der sicherlich bekannteste Trickwurf wurde in den 80er Jahren vom weißrussischen Nationalspieler Aleksander Karschakewitsch entwickelt und erfuhr insbesondere durch die zunehmende Verwendung von Harz eine stete Weiterentwicklung bis in die Gegenwart, wo Spieler wie Uwe Gensheimer oder Anders Eggert die Technik auf ein neues Level gehoben haben.

Technikbeschreibung

Beim Dreher wird der Ball nach Absprung zunächst durch Einklappen des Handgelenkes Richtung Unterarm in Ausgangsposition gebracht. Gleichzeitig wird die eingeklappte Hand nah zur eigenen Hüfte gezogen. Dies sollte am höchsten Punkt der Sprungkurve erfolgen. Erfolgt die Bewegung zu früh haben beobachtungsstarke Torhüter zu viel Zeit sich auf den Wurf einzustellen. Während des Landungsvorganges wird das Handgelenk wieder mit hoher Geschwindigkeit vom Unterarm abgeklappt und gleichzeitig der Unterarm schnell vom Körper weggeführt. In jenem Moment bewegen sich Oberkörper und Wurfarm in verschiedene Richtungen. Durch die Rotationskräfte dreht sich der Ball beim Aufkommen auf dem Hallenboden in einer Kurve Richtung Torzentrum.
Da sich die Beschreibung dieser Technik natürlich sehr komplex gestaltet, hier nochmal ein Video in welchem die einzelnen Teilaspekte der Technik sehr schön zu sehen sind:

Das Üben des Drehers – Grundvoraussetzungen schaffen

Um den Dreher und das oben beschriebene Technikbild zu erlernen, braucht man viel Übung. Zunächst einmal muss man in der Lage sein, dem Ball den Effet aus dem Handgelenk mitzugeben. Dies kann z.B. mit folgender Partnerübung trainiert werden:
Zwei Partner stehen sich gegenüber (im Idealfall ein Rechts- und ein Linkshänder). Auf halber Strecke zwischen ihnen aber etwas versetzt (s. Abb. 1) wird eine Pylone platziert. Die Übenden müssen nun versuchen sich den Ball gegenseitig zuzuspielen. Dabei soll der Ball die Pylone auf der äußeren Seite passieren und durch den mitgegebenen Spin genau beim Partner ankommen. Diese und ähnliche Übungen helfen vor allem die physikalischen Eigenschaften eines Drehers zu verstehen und die einzelnen Komponenten (Spin, Aufprallort, Geschwindigkeit).

24. Februar 2014

Ballsicherheit beim Prellen – Übungen mit Koordinationsringen

Kategorie: Dribbling – Autor: KaiDittrich – 10:25

Die folgenden Übungen sollen die Fähigkeit des Prellens schulen. Zwar gilt für große Teile des Handballspiels, dass Prellen möglichst vermieden werden sollte, insbesondere im Positionsangriff. Allerdings gibt es Situationen im Spiel, in denen die Fähigkeit des Prellens essenziell ist, z.B. im Gegenstoß.

Erwärmungsspiel

Ein mögliches Erwärmungsspiel für eine Einheit zur Thematik Prellen könnte folgendermaßen aussehen:

Gespielt wird in einer Hallenhälfte. Vor Übungsbeginn werden einige Koordinationsringe (im Volksmund „Hula-Hoop-Reifen“) über das Spielfeld verteilt. Zwei Teilnehmer werden zu Fängern bestimmt, die anderen erhalten jeweils einen Ball.

Die Fänger müssen versuchen alle anderen innerhalb des Feldes abzuschlagen. Die „Gejagten“ dürfen sich nur ballprellend innerhalb des Feldes bewegen. Die Ringe am Boden stellen Schutzzonen dar (s. Abb. 1). Prellt ein Spieler seinen Ball auf dem Boden innerhalb des Ringes darf er nicht abgeschlagen werden. Allerdings dürfen sich die „Gejagten“ nur eine bestimmte Zeit (z.B. fünf Sekunden) an einem Ring aufhalten. Den Jägern ist es nicht erlaubt sich nur in der Nähe eines Reifens aufzuhalten.

Parcours

Eine höhere Sicherheit beim Prellen des Balles kann mit einem Parcours aus Koordinationsringen erlangt werden. Die Ringe werden in einer bestimmten Reihenfolge und Art auf den Boden gelegt (s. Abb. 2).

Die Übenden erhalten die Aufgabe den Parcours laufend und ballprellend zu absolvieren und dabei bestimmte Aufgaben zu erledigen. Zu Beginn soll der Ball lediglich in jedem Ring einmal geprellt werden, ohne dass der Übende an Lauftempo verliert. Gelingt dies einige Male, können zusätzliche Schwierigkeiten eingebaut werden, z.B. dass an gelben Ringen mit der starken und an roten Ringen mit der schwachen Hand geprellt werden soll oder zwischen den Ringen eine vorgegebene Zahl an Bodenberührungen durch den Ball erreicht werden muss (z.B. 3 mal Prellen zwischen den Ringen).

Partnerwettkampf

Die Spieler finden sich zu Paaren zusammen. Jeder Partner benötigt einen Ball. Des Weiteren werden vier Ringe pro Paar benötigt. Die ersten beiden Ringe werden in ca. zwei Meter Abstand mit gleichem Abstand zur Spielfeldmitte (s. Abb. 3) platziert. Die verbliebenen beiden Ringe werden jeweils in der Nähe der Auslinie hingelegt.
Die beiden Partner prellen zunächst ihren Ball in ihrem jeweiligen zentralen Ring. Auf Zeichen des Übungsleiters versucht ein Partner seinen Ring in Ausliniennähe zu erreichen, während der zweite ihn verfolgt (beide bewegen sich ballprellend fort). Hat der Gejagte den Ring erreicht und den Ball darin geprellt, kann der Spieß umgedreht werden und der Jäger wird zum Gejagten.