Handballtraining Handballübungen


7. Juli 2018

Saisonvorbereitung: Der Medizinball als zentrales Trainingsutensil

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 10:24

Medizinbälle sind einfache, aber vielseitig einsetzbare Trainingsgeräte, welche insbesondere in der Vorbereitung auf die neue Saison gerne genutzt werden. Nachfolgend zeigen wir euch eine exemplarische Trainingseinheit, welche die „etwas anderen“ Bälle in den Mittelpunkt stellt.

Erwärmung – Parteiball mit Medizinball

Für die Erwärmung wird mit Pylonen ein Spielfeld markiert und die Teilnehmer werden in drei Mannschaften eingeteilt (bei sehr großer Spielerzahl spielen sechs Mannschaften auf zwei Spielfeldern).

Im Spielfeld spielen zwei Mannschaften gegeneinander Parteiball. Ziel ist es, den Ball 10mal innerhalb der eigenen Mannschaft hin- und her zu passen ohne dass ein Spieler der gegnerischen Mannschaft einen Ballkontakt hat. Bei 10 erfolgreichen Pässen muss die verteidigende Mannschaft eine Strafaufgabe erledigen.

Die dritte Mannschaft läuft Runden um das Spielfeld (s. Abb. 1). Dabei trägt jeder Spieler einen Medizinball. Nach 20 Spielfeldumrundungen des dritten Teams, wechselt dieses auf das Spielfeld und übergibt die Medizinbälle an eine der beiden anderen Mannschaften, welche anschließend das Feld 20mal umrunden muss, usw.

Kreistraining mit Medizinbällen und eingestreuten Passübungen

Es wird ein Kreistraining mit Medizinbällen durchgeführt, wobei jede Station mit zwei Akteuren besetzt sein sollte.

Die in der Abbildung 2 dargestellten Übungen sind dabei folgende (Im Uhrzeigersinn beginnend von oben):
– Hockstrecksprung mit Medizinball in ausgestreckten Armen
– Medizinballhochhalte mit den Beinen,
– Kniebeuge mit Medizinball in Vorhalte
– Medizinballübergabe zum Partner aus dem Sit-Up, Liegestütze auf dem Medizinball

Nach jeder der genannten Übungsstationen folgt eine Passübung mit dem Ball (Schlagwurf links/rechts, Überkopfwurf, Druckpass, Schockpass links/rechts, Sprungwurf links/rechts). Pass- und Kraftübung werden demnach immer im Wechsel absolviert.

Die Übungszeit beträgt 45 Sekunden pro Station mit 30 Sekunden Pausenzeit. Der Ziekel sollte 2-3 Mal wiederholt werden.

Fahrtspiel: Laufschlange mit Medizinbällen

Die Spieler bilden eine Reihe. Der vorderste Spieler besitzt einen Medizinball. Die Reihe bewegt sich in gleichmäßigem Lauftempo auf einer festgelegten Bahn (ideal ist hier die Laufbahn eines Sportplatzes).

Der Medizinball wird während des Laufens nach hinten durchgespielt. Ist er beim letzten Spieler der Reihe angekommen sprintet dieser mit Ball im Slalom durch die anderen Mitglieder der Schlange (s. Abb. 3) bis zum Beginn der Reihe, von welcher der Ball erneut nach hinten gespielt wird usw.

Varianten
– Erschwerung (häufigere Sprints) durch zwei Medizinbälle/kleinere Gruppen
– Abwechselnde Durchführung mit Spielformen, ähnlich wie bei der Erwärmung

Autor: Robert Nowacki

28. Oktober 2017

Staffelspiele für den Seniorenbereich

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 10:30

Im Jugendbereich arbeiten Trainer gerade bei Themenschwerpunkten wie Ballhandling, Koordination und Schnelligkeit gerne mit der Trainingsmethode des Staffelspiels. Im Erwachsenenbereich verliert diese Methode jedoch meist schlagartig an Bedeutung und die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Zu geringe Reizhäufigkeit steht beim herkömmlichen Staffelspiel einer hohen Belastungspause gegenüber. Allerdings lässt sich fast jedes Beispiel so modifizieren, dass seine Nachteile einfach mit Hilfe anderer Trainingsmethoden und Inhalte eliminiert und ausschließlich die vorteilhaften Dinge, wie Wettkampmotivation, Teambuilding und der Einzelreiz an sich bestehen bleiben.

Ein Beispiel zur Anschauung haben wir im Text und der zugehörigen Abbildung für euch ausgearbeitet.

Paarstaffel für Mannschaften von 8 Spielern

266 Staffelspiele Erwachsenenbereich Abb. 1

Unser Staffelbeispiel besteht aus zwei grundlegenden Staffelaufgaben und drei Zusatzaufgaben, welche von den Paaren, die gerade nicht an der Reihe sind durchgeführt werden. Benötigt werden Pylonen, ein Handball pro Team, vier Balanceboards (o.ä.) und ein Turnhocker (o.ä.). Die Pylonen werden für beide Teams jeweils als Parcours in ca. drei Meter Entfernung zueinander platziert (s. Abbildung 1). Eine Pylone markiert zudem bei jedem Team den Startpunkt.

Staffelaufgabe

Die Staffel setzt sich aus zwei Schwerpunkten zusammen, welche durch Hin- und Rückweg getrennt sind. Auf dem Hinweg müssen die Partner den Pylonenparcours auf der Innenseite möglichst schnell überbrücken. Die Vorgabe dafür ist, dass sie den Ball transportieren müssen, ohne dass dieser mit der Hand berührt wird. Möglichkeit hierzu bietet das Einklemmen des Balles zwischen beiden Partnern (z.B. zwischen den Köpfen, Bauch, Brust, Hüfte oder Gesäß).

Sind sie an der letzten Pylone (Wendepunkt) angelangt, absolviert ein Partner den Parcours auf der Innen- und der andere auf der Außenseite. Dabei wird der Ball permanent hin und her gepasst. Wieder an der Startpylone angekommen werden die Spieler im Unterarmstütz angetippst, der Ball an diese Übergeben und zu Zusatzstation 3 gelaufen.

Trainingsziele Hinweg: Teamwork, Koordination, Ballgewöhnung, Stabilisation, Beinarbeit

Trainingsziele Rückweg: Passgenauigkeit unter maximalem Tempo

Zusatzstationen 1, 2 und 3

Um die Wartezeit der anderen drei Paare sinnvoll auszufüllen werden vor Beginn der Staffel drei Zusatzstationen aufgebaut in deren Absolvierung sich die Paare fliegend abwechseln. Wechselsignal ist dabei immer, wenn ein Paar die Staffelaufgabe komplett gemeistert hat.

Station 1 ist dabei immer die Station vor der Staffelaufgabe. Hier befinden sich beide Partner im Unterarmstütz und müssen diesen halten, bis sie vom Paar vor ihnen angetippt werden. Variationsmöglichkeiten bieten sich über Seit- und Liegestützvariation.

Station 2 ist Tapping. Das dort agierende Paar stützt sich auf gegenüberliegenden Seiten am Hocker ab, hebt das Gesäß leicht an und jeder Partner versucht mit maximaler Frequenz die Füße zu auf den Boden zu tappen. Nachdem eine Gruppe die Staffelaufgabe erfolgreich absolviert hat wechselt das Paar an Station 2 zur Station 1. Variationsmöglichkeiten sind Streck- oder Wechselsprünge auf dem Hocker.

An Station 3 üben jeweils die Paare, welche zuletzt die Staffelaufgabe durchlaufen haben. Die Partner stellen sich einbeinig auf die Boards und versuchen das Gleichgewicht auszubalancieren. Variation/Erschwerung kann durch Zuspiele mit dem Ball oder das Durchführen einbeiniger Kniebeuge erfolgen. Nach dem Wechsel geht es zu Station 2.

Die Mannschaft, bei welcher als Erstes alle Paare zweimal die Staffelaufgabe absolviert haben, erhält einen Siegpunkt. Im zweiten Durchgang wird das Standbein auf dem Balanceboard gewechselt. Selbstverständlich sind eine Vielzahl an zusätzlichen Stationen oder Übungsvariationen möglich je nach Trainingsziel und Wettkampfphase, aber grundsätzlich wird mit einem solchen Aufbau der grundlegende Nachteil eines Staffelspiels ausgemerzt.

Autor: Robert Nowacki

26. August 2017

Die Antrittsschnelligkeit mit Hilfe von „Handicaps“ verbessern

Kategorie: Schnelligkeit – Autor: KaiDittrich – 10:25

Die Schnelligkeit gehört zu den am schwersten trainierbaren konditionellen Fähigkeiten. Im Gegensatz zu Ausdauer und Kraft ist Schnelligkeit in höherem Maße von genetischen Faktoren abhängig und kann im Regelfall nur durch spezielles Training gesteigert werden.

Über Möglichkeiten die maximale Sprintschnelligkeit zu erhöhen, haben wir vor längerer Zeit schon einmal berichtet

(hier der Link: http://www.handballtraining.de/schnelligkeit/maximalschnelligkeitstraining-mit-bergansprints-tapping/1567).

Noch entscheidender als eine hohe Maximalgeschwindigkeit ist im Handball jedoch das schnelle Erreichen von maximalem Tempo. Insbesondere im Gegenstoßverhalten verschafft diese Fähigkeit einem Spieler hohe Vorteile, denn effektiv bleiben lediglich 20-25 Meter Laufstrecke, auf welcher man möglichst viel Geschwindigkeit aufnehmen muss. Daher müssen Handballer vor allem gezielt den Antritt trainieren.

Trainingsansatz-Antritt mit Handicap

Eine recht wirkungsvolle Methode den Antritt zu verbessern ist das Arbeiten mit Handicaps, das heißt Beeinträchtigungen, beim Starten eines Sprints. Der Übende wird durch eine Erschwerung der Startbedingungen dazu veranlasst mehr muskuläre Anstrengung, sowohl was die Kraft als auch die Koordination angeht, auszuüben um einen dynamischen Antritt auszuführen.

Trainingsgrundlage hierzu bieten stets kurze Sprintstrecken von 20 bis maximal 40 Meter. Im Folgenden werden einige Möglichkeiten, solch ein Handicap zu konstruieren, dargestellt.

Weiche Untergründe

Jeder weiß, dass es wesentlich schwieriger ist, auf weichen Untergründen voranzukommen. Beispielhaft können hier Sprints im Sand, Matsch oder auf Weichbodenmatten ausgeführt werden.

Zusatzgewichte

Jeder der schon einmal über längere Zeit eine Gewichtsweste oder -manschetten anhatte weiß, wie befreiend das Gefühl ist, diese wieder ablegen zu können. Diese Trainingsutensilien eignen sich hervorragend für das Antrittstraining. Nicht ganz so speziell aber ähnlich wirkungsvoll sind Medizinbälle oder einfach zwei volle Wasserflaschen.

Natürliche und Unnatürliche Widerstände

Noch besser geeignet für das Training der Antrittsschnelligkeit sind Widerstände, welche den Übenden in seinem Start- und Bewegungsverhalten einschränken. Das höhere Aufbringen von Kraft und Koordination beim Überwinden dieser Widerstände sorgt für muskuläre und neurologische Anpassungen.

Eine natürliche Methode hierzu sind Sprints im Wasser (etwa knie- bis hüfthoch). Die moderne Trainingswissenschaft hat zudem viele unterschiedliche Materialien zu bieten, welche einen Widerstand simulieren.

handball_sprinttraining_gurt

Als sehr nützlich haben sich Gurtsystem, wie in Abbildung 1 dargestellt erwiesen. Diese können entweder von einem Partner gehalten werden, welcher den Antritt des Übenden durch permanenten Zug von hinten stark verlangsamt, oder aber z.B. an Sprossenwänden, Torpfosten etc. befestigt werden.

Power-Gurtsysteme im Shop
sprintgurt_teamsportbedarf.de
https://www.teamsportbedarf.de/fussball/fussball-trainingshilfen/trainings-gurt-1-sprinttraining-schnellkraft/a-333/

Hierdurch wird es dem Übenden ermöglicht, mehrere Antrittsversuche hintereinander gegen einen immer höher werdenden Widerstand auszuführen, da irgendwann natürlich die maximale Elastizität des Gurtsystems ausgereizt ist.

Weitere Utensilien mit ähnlichen Funktionseigenschaften sind Sprintschlitten oder Therabänder, welche ebenfalls von Partnern festgehalten werden.

Sind keine solche Utensilien verfügbar reicht es auch, wenn ein Partner den Übenden einfach im Hüftbereich am Hosenbund festhält und stets entgegen der Sprintrichtung zieht.
In Kürze werden wir euch einige konkretere Übungsbeispiele für das Antrittstraining mit Handicap vorstellen.

Autor: Robert Nowacki

3. Juni 2017

Saisonvorbereitung mit der Weichbodenmatte

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 11:11

In den kommenden Wochen werden wir euch aus aktuellem Anlass eine Reihe von Übungen und Tipps zum Thema Saisonvorbereitung vorstellen. Im folgenden Artikel wollen wir die Weichbodenmatte als kreatives Trainingsutensil ins Spiel bringen und drei Basisübungen und -spiele mit entsprechenden Variationsmöglichkeiten beschreiben.

Mattenkippen

253 Saisonvorbereitung Weichbodenmatte Abb. 1

Das Grundprinzip beim Mattenkippen ist ganz einfach. Zwei bis drei Spieler versuchen eine Weichbodenmatte durch permanentes Umkippen über die Kante durch die Halle zu befördern (s. Abbildung 1). Gefragt sind dabei Kraftausdauer, Schnellkraft und Teamwork. Gespielt werden kann entweder in Teams gegeneinander mit mehreren Matten, welche über ein und dieselbe Distanz befördert werden müssen, gegen die Zeit oder gegen einen Gegner, welcher eine andere Aufgabe hat.

Zum Beispiel können drei Spieler versuchen die Matte möglichst auf zwischen den Torkreisen hin- und her zu kippen, während drei andere Spieler versuchen müssen mit dem Handball eine Bank mit Medizinbällen durch direkte Treffer leer zu räumen.

Das Mattenkippen ist dann beendet, wenn alle Medizinbälle getroffen wurden. Die zurückgelegte Distanz wird vermerkt und nach Aufgabentausch miteinander verglichen.

Variation kann außerdem bereits dadurch erfolgen, dass man die Matte zunächst über die Längskante und im späteren Verlauf über die breite Seite (Erschwerung) kippen lässt.

Mattenrutschen

253 Saisonvorbereitung Weichbodenmatte Abb. 2

Das Mattenrutschen ist ein sehr beliebtes Spiel mit nahezu unendlichen Variationsmöglichkeiten. Im Hauptfokus steht vor allem die Sprintschnelligkeit sowie die Sprintausdauer. Die Grundvariante sieht das Spielen zweier oder mehr Mannschaften gegeneinander vor.

Ziel ist es durch das schnelle Anlaufen und anschließende Springen auf die Weichbodenmatte diese möglichst weit über den Hallenboden zu bewegen (s. Abbildung 2). Die Variationsmöglichkeiten gehen bereits bei der Spielerzahl los. Die gängigsten Varianten sind:

– Solorutschen: ein Spieler rutscht mit der Matte, rennt anschließend zurück zu seinem Team und schlägt den nächsten „Rutscher“ ab
– Paarrutschen: zwei Spieler rutschen gleichzeitig
– Paarrutschen mit „Bremser“: Zwei Spieler rutschen gleichzeitig.

Ein Spieler der gegnerischen Mannschaft liegt auf der Matte als zusätzlicher Ballast
Zudem kann durch die Art und Weise der Landung auf der Matte eine Variation erfolgen (im Sitzen, in Bauchlage, in Rückenlage). Besitzt man nur eine Weichbodenmatte kann diese zu Beginn auf die Mittellinie gelegt werden und die Mannschaften rutschen abwechselnd von gegenüberliegenden Seiten. Das Team welches zuerst die Neunmeterlinie des Gegners mit der Matte überquert hat, gewinnt.

Ähnlich wie beim Mattenkippen ist auch ein Wettkampf mit einer anderen Mannschaft, die gleichzeitig Zielwerfen auf Medizinbälle macht o.ä. möglich.

Mattenrugby

Ein schönes Spiel, um die Zweikampffähigkeit zu schulen ist Mattenrugby. Jedes Team hat eine Matte in seiner Spielfeldhälfte, auf welcher der Gegner versuchen muss den Ball abzulegen. Der Ball darf wie beim richtigen Rugby nur nach vorne getragen werden. Pässe müssen stets nach hinten erfolgen.

Der ballführende Spieler darf von vorne festgehalten und geklammert werden. Der Ball darf aus den Armen herausgerissen werden.

Auf diese Art entwickelt sich ein intensives Spiel mit viel Körperkontakt. Es kann auch auf mehrere Matten gespielt werden.

Autor: Robert Nowacki

20. Mai 2017

Saisonvorbereitung an der frischen Luft – Die örtlichen Gegebenheiten zu Nutze machen

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 10:48

Viele Trainer gehen für den konditionellen Anteil der Saisonvorbereitung mit ihren Schützlingen lieber an die frische Luft als in der überhitzten Turnhalle zu arbeiten. Dadurch fällt natürlich die Nutzung einiger Trainingsutensilien weg bzw. wird erschwert.

Dennoch geben auch die einfachsten Freiluftsportstätten vielfältige Möglichkeiten der Trainingsgestaltung. Im Folgenden sollen nur einige Beispiele aufgeführt werden.

Training im Sand: Die besondere Beschaffenheit von Beach- und Spielplätzen

Ein idealer „Trainingspartner“ für die Saisonvorbereitung unter freiem Himmel ist Sand. Aufgrund seiner Nachgiebigkeit sorgt Sand besonders im Gebiet der Verletzungsprophylaxe für gute Grundlagen. Die Unberechenbarkeit eines sandigen Untergrundes schult die koordinativen Fähigkeiten, vor allem Gleichgewicht und Reaktion. Zudem kann die Sensomotorik durch die erhöhten Anforderungen an muskuläre Mikrobewegung zur Stabilisation verbessert werden.

Weiterhin erhalten Trainingsinhalte im Sand wesentlich höhere Intensität, da nur ein Teil der aufgewendeten Bewegungsenergie tatsächlich in Energie umgesetzt wird. Lauf- und Sprungstaffeln eignen sich daher besonders, sowohl für das Training der Ausdauerleistungsfähigkeit, als auch für die Explosivität.

Ideal sind Beachvolleyballplätze. Dort können Parteiballvarianten, Staffeln oder Kräftigungsübungen (z.B. das Zuwerfen eines Medizinballes über das Volleyballnetz) zusätzliche Trainingsreize zugefügt werden.

Auch Sandspielplätze eignen sich für die „Zweckentfremdung“ zum Training, aber natürlich nur dann, wenn keine Kinder vom Spielen abgehalten werden (denkt an die motorische Grundausbildung der Handballer von morgen ;).

Training auf dem Sportplatz „Aus wenig viel machen“

Auch wenn ein normaler Sportplatz außer zwei Fussballtoren und einer Laufbahn vielleicht nicht viel zu bieten hat, gibt es auch hier Möglichkeiten, welche jede Saisonvorbereitung bereichern können. In Dreiergruppen kann z.B. ein intensives Medizinballwerfen erfolgen.

251 Saisonvorbereitung an der frischen Luft Abb. 1

Dazu stellen sich drei Spieler mit einem Medizinball wie in der Abbildung dargestellt auf und werfen sich über die Torlatte mit Druckpässen den Ball zu. Nach jedem Wurf wird dem Ball nachgelaufen und zwar um das Tor herum. Natürlich kann das Ganze auch mit mehr Spielern durchgeführt werden.

Die aufgezeichneten Linien eignen sich zudem meist für extensive Linienläufe. Hier kann der Übergang von der Grundlagenausdauer zum Schnelligkeitstraining gut umgesetzt werden.

251 Saisonvorbereitung an der frischen Luft Abb. 2

Ein Beispiel: Die Spieler starten an der Grundlinie, laufen zur Kante des 5-Meter-Raumes und zurück (Abbildung 2: blau), dann zur 16-Meter-Raumbegrenzung und zurück zu 5 Meter (rot), dann zur Mittellinie und zurück zur 16 Meterlinie (schwarz), schließlich zur gegenüberliegenden Grundlinie im Vollsprint (weiss).

Auch hier kann eine gewisse Handballspezifik eingebaut werden, indem die Läufe paarweise mit Zuspielen des Balles durchgeführt werden. Auch Wettkämpfe gegeneinander sind möglich. Eine Gruppe versucht gemeinsam möglichst viele Liegestütze, Sit-Ups, Burpees, etc. zu schaffen, während die andere Gruppe die Linienläufe absolviert.

Autor: Robert Nowacki

25. März 2017

Erwärmungszirkel für das Torwarttraining

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 14:49

„Torhüter sind eine besondere Spezies!“, hört man immer wieder. Auch wenn dieser Spruch meistens eher lustig gemeint ist, enthält er viel Wahres. Das Anforderungsprofil an die wichtigste Position der Defensive unterscheidet sich komplett von den anderen Spielpositionen im Handball. Dennoch kommt das Torwarttraining vor allem im Amateursport oft zu kurz. Ein bis zwei Wurfbübungen, Einwerfen und ansonsten müssen die Schlussleute als Zuspieler oder sogar Zuschauer im Training fungieren.

Es geht allerdings auch anders. Nach einer allgemeinen Erwärmung für alle Spieler kann bei taktischen Übungen, die keinen Torabschluss beinhalten in der anderen Hälfte der Halle torwartspezifisch trainiert werden, z.B. in Form des von uns nachfolgend dargestelltem Parcours.

Folgende Materialien werden benötigt: Medizinbälle (elastisch), mindestens 6 Turnmatten, 2-3 Turnbänke, Handbälle, 4-8 Hürden (hüfthoch), 4-8 Pylonen

Station 1 – Fuß-Auge Koordination mit Turnbank

Mit der Sitzfläche einer umgekehrten Turnbank werden Doppelpässe mit dem Fuß gespielt. Die Grundhaltung mit erhobenen Armen ist zu beachten. Die Füße sollten gleichmäßig in das Passspiel eingebunden werden.
Erschwerung: Zeitgleich einen Ball permanent einhändig gegen die Wand werfen und wieder fangen.

Station 2 – Stabilisierung Rumpfmuskulatur mit Medizinball

Auf einer Matte in der Nähe der Hallenwand wird aus Sit-Ups heraus ein Medizinball (im Idealfall mit elastischen Eigenschaften) gegen die Hallenwand geworfen und in der Bewegung nach unten abgefangen ohne, dass die Schultern den Boden berühren. Insgesamt werden 10-15 Sit-Ups mit Medizinball ausgeführt.

Station 3 – Abwehrbewegung hoch und flach im Wechsel

247 Parcours für Torhüter Abb. 1

In einem Parcours bestehend aus Hürden in Hüfthöhe und Pylonen (s. Abbildung) werden die Technikbilder Standabwehr hoch und Standabwehr flach in schneller Wechselfolge ausgeführt.
Variation: Sprungabwehr über die Hürden ausführen (entweder einbeinig oder beidbeinig im Hampelmann)

Station 4 – Reaktionsfähigkeit, Hand-Auge-Koordination

Auf einer Mattenbahn wird ein Ball hochgeworfen und anschließend eine Vorwärtsrolle ausgeführt in deren Anschluss der Ball wieder gefangen werden soll. Je niedriger der Wurf ausgeführt wird, umso schneller muss sich der Übende orientieren und reagieren.
Variation: Rückwärtsrolle oder Seitwärtsrolle (Ball auf dem Rücken liegend fangen).

Station 5 – Schnellkraftausdauer

Es werden 100 Durchschläge mit dem Springseil in maximaler Frequenz ausgeführt. Es kann auf verschiedene Varianten des Seilspringens zurückgegriffen werden.

Autor: Robert Nowacki

29. Juni 2016

Kleine Wettkämpfe für die Saisonvorbereitung

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 18:00

Nicht immer machen die Inhalte der ersten und zweiten Vorbereitungsphase besonders viel Spaß. Meistens geht es darum konditionelle Substanz mit Hilfe von einfachen Übungen aufzubauen. Um jedoch die Motivation der Teilnehmer hoch zu halten, kann man diese Inhalte auch hin und wieder mit Hilfe von Wettkämpfen verpacken.

Bezwinge menschliche Hindernisse – Stabilisation, Kraftausdauer

Der Wettkampf wird im Idealfall auf einer großen ebenen Fläche durchgeführt (Sportplatz). Es werden vor Beginn zwei Mannschaften gebildet. Mit Hilfe einer Mittellinie aus Pylonen im Abstand von ca. 3 Metern werden zwei Bahnen abgetrennt.

216 kleine Wettkämpfe Saisonvorbereitung Abb. 1

Bis auf jeweils einen Spieler begeben sich alle Mitglieder beider Mannschaften in den Liegestütz. Dabei nimmt jeder Spieler die Position neben einer der Pylonen an (s. Abbildung 1), sodass eine Art Kette entsteht. Auf Startkommando beginnen die Startläufer beider Mannschaften vom Anfang der Kette im maximalen Tempo zu deren Ende zu laufen.

Dabei muss über den ersten Mitspieler gesprungen und unter dem zweiten durchgekrabbelt werden, um den nächsten wieder zu überspringen usw. Am Ende der Kette angekommen nimmt ein Spieler ebenfalls auf Höhe einer Pylone Position im Liegestütz und gibt ein Startsignal, für den ersten im Liegestütz befindlichen Teilnehmer seiner Mannschaft, welcher nun über die Hindernisse muss.

Gewonnen hat die Mannschaft, bei der zuerst alle Spieler einmal vollständig die Kette überwunden haben. Je nach Teilnehmerzahl kann dies natürlich variiert werden.

Hallenhälfte sauber halten – Wurfkraft,

216 kleine Wettkämpfe Saisonvorbereitung Abb. 2

Auch in diesem Spiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an. Vor Spielbeginn wird die Halle in der Mitte durch Aufstellen von Turnbänken in zwei Hälften eingeteilt. Jede Mannschaft erhält zu Beginn Medizinbälle ihrer Spielerzahl entsprechend.

Die beiden Teams versuchen ihre Hallenhälfte möglichst frei von Medizinbällen zu halten, indem sie ihre Bälle nach vorgegebener Wurftechnik in die gegnerische Spielfeldhälfte bugsieren.

Gewonnen hat ein Team, wenn es entweder alle Bälle in die Hälfte des Gegners befördert hat oder nach Ablauf einer vorgegebenen Spielzeit weniger Bälle in seiner Hälfte hat als der Gegner.
Mehrere Spiele können unter Vorgabe unterschiedlichster Wurftechniken durchgeführt werden.

Memorylauf – Schnelligkeit

216 kleine Wettkämpfe Saisonvorbereitung Abb. 3

Dieses Staffelspiel kann mit beliebig vielen Mannschaften und in verschiedenen Variationen durchgeführt wird. Grundgedanke ist, dass die Spieler einer Mannschaft versuchen nach einem kurzen Sprint eine Aufgabe zu erfüllen. Hierfür können z.B. mehrere gleiche Memorysätze verwendet werden.

Eine einfachere Variante sieht vor, dass die Mannschaften versuchen von einem Stappel Spielkarten eine bestimmte Farbe zu sammeln. In der Abbildung 3 sind die alle Spielkarten im auf einer Turnmatte ausgebreitet (natürlich sind alle Karten verdeckt). Pro Lauf darf jeder Spieler eine Karte umdrehen. Hat er die richtige Farbe erwischt, darf er diese zurück zum Startpunkt seines Teams mitnehmen.

Gewonnen hat das Team, welche zuerst alle Karten seiner Farbe gesammelt hat.

Autor: Robert Nowacki