Handballtraining Handballübungen


28. Oktober 2017

Staffelspiele für den Seniorenbereich

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 10:30

Im Jugendbereich arbeiten Trainer gerade bei Themenschwerpunkten wie Ballhandling, Koordination und Schnelligkeit gerne mit der Trainingsmethode des Staffelspiels. Im Erwachsenenbereich verliert diese Methode jedoch meist schlagartig an Bedeutung und die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Zu geringe Reizhäufigkeit steht beim herkömmlichen Staffelspiel einer hohen Belastungspause gegenüber. Allerdings lässt sich fast jedes Beispiel so modifizieren, dass seine Nachteile einfach mit Hilfe anderer Trainingsmethoden und Inhalte eliminiert und ausschließlich die vorteilhaften Dinge, wie Wettkampmotivation, Teambuilding und der Einzelreiz an sich bestehen bleiben.

Ein Beispiel zur Anschauung haben wir im Text und der zugehörigen Abbildung für euch ausgearbeitet.

Paarstaffel für Mannschaften von 8 Spielern

266 Staffelspiele Erwachsenenbereich Abb. 1

Unser Staffelbeispiel besteht aus zwei grundlegenden Staffelaufgaben und drei Zusatzaufgaben, welche von den Paaren, die gerade nicht an der Reihe sind durchgeführt werden. Benötigt werden Pylonen, ein Handball pro Team, vier Balanceboards (o.ä.) und ein Turnhocker (o.ä.). Die Pylonen werden für beide Teams jeweils als Parcours in ca. drei Meter Entfernung zueinander platziert (s. Abbildung 1). Eine Pylone markiert zudem bei jedem Team den Startpunkt.

Staffelaufgabe

Die Staffel setzt sich aus zwei Schwerpunkten zusammen, welche durch Hin- und Rückweg getrennt sind. Auf dem Hinweg müssen die Partner den Pylonenparcours auf der Innenseite möglichst schnell überbrücken. Die Vorgabe dafür ist, dass sie den Ball transportieren müssen, ohne dass dieser mit der Hand berührt wird. Möglichkeit hierzu bietet das Einklemmen des Balles zwischen beiden Partnern (z.B. zwischen den Köpfen, Bauch, Brust, Hüfte oder Gesäß).

Sind sie an der letzten Pylone (Wendepunkt) angelangt, absolviert ein Partner den Parcours auf der Innen- und der andere auf der Außenseite. Dabei wird der Ball permanent hin und her gepasst. Wieder an der Startpylone angekommen werden die Spieler im Unterarmstütz angetippst, der Ball an diese Übergeben und zu Zusatzstation 3 gelaufen.

Trainingsziele Hinweg: Teamwork, Koordination, Ballgewöhnung, Stabilisation, Beinarbeit

Trainingsziele Rückweg: Passgenauigkeit unter maximalem Tempo

Zusatzstationen 1, 2 und 3

Um die Wartezeit der anderen drei Paare sinnvoll auszufüllen werden vor Beginn der Staffel drei Zusatzstationen aufgebaut in deren Absolvierung sich die Paare fliegend abwechseln. Wechselsignal ist dabei immer, wenn ein Paar die Staffelaufgabe komplett gemeistert hat.

Station 1 ist dabei immer die Station vor der Staffelaufgabe. Hier befinden sich beide Partner im Unterarmstütz und müssen diesen halten, bis sie vom Paar vor ihnen angetippt werden. Variationsmöglichkeiten bieten sich über Seit- und Liegestützvariation.

Station 2 ist Tapping. Das dort agierende Paar stützt sich auf gegenüberliegenden Seiten am Hocker ab, hebt das Gesäß leicht an und jeder Partner versucht mit maximaler Frequenz die Füße zu auf den Boden zu tappen. Nachdem eine Gruppe die Staffelaufgabe erfolgreich absolviert hat wechselt das Paar an Station 2 zur Station 1. Variationsmöglichkeiten sind Streck- oder Wechselsprünge auf dem Hocker.

An Station 3 üben jeweils die Paare, welche zuletzt die Staffelaufgabe durchlaufen haben. Die Partner stellen sich einbeinig auf die Boards und versuchen das Gleichgewicht auszubalancieren. Variation/Erschwerung kann durch Zuspiele mit dem Ball oder das Durchführen einbeiniger Kniebeuge erfolgen. Nach dem Wechsel geht es zu Station 2.

Die Mannschaft, bei welcher als Erstes alle Paare zweimal die Staffelaufgabe absolviert haben, erhält einen Siegpunkt. Im zweiten Durchgang wird das Standbein auf dem Balanceboard gewechselt. Selbstverständlich sind eine Vielzahl an zusätzlichen Stationen oder Übungsvariationen möglich je nach Trainingsziel und Wettkampfphase, aber grundsätzlich wird mit einem solchen Aufbau der grundlegende Nachteil eines Staffelspiels ausgemerzt.

Autor: Robert Nowacki

16. Oktober 2017

Koordinationstraining mit dem Luftballon

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 13:06

Nachdem wir im letzten Artikel schon den Luftballon als Instrument im Torwarttraining angepriesen haben, wollen wir das Ganze heute auf das allgemeine Koordinationstraining ausweiten und euch einige Übungen vorstellen, in denen man mit einem oder mehreren Luftballons arbeiten kann.

Koordinativ anspruchsvolles Einpassen

Um das Einpassen koordinative anspruchsvoller zu machen, verwenden viele Trainer schon mal zwei Bälle pro Spielerpaar, sodass immer gleichzeitig gepasst und gefangen werden muss. Zwar wird hierbei die Kopplungsfähigkeit der Spieler geschult, die Aufmerksamkeit ist jedoch sowohl beim Passen als auch beim Fangen nur auf einen Punkt, den Partner, gerichtet.

264 Koordination mit Luftballon Abb. 1

Ein Ballon kann hier Abhilfe schaffen. Es wird mit einem Ball gepasst und gleichzeitig müssen beide Spieler versuchen ihren Ballon durch Antippen hochzuhalten (s. Abbildung 1). Der Ballon darf dabei nur berührt werden, wenn man gerade nicht den Ball in der Hand hat (–>enges Zeitfenster zwischen Ballabgabe und erneutem Fangen).

Je höher die Passfrequenz oder je geringer der Abstand zum Partner, umso schwieriger wird die Übung. Theoretisch ist das Ganze sogar als Wettkampf zwischen den Partnern möglich, wobei klar sein muss, dass die Pässe sauber und gut fangbar gespielt werden.

Ballon in der Beinpresse

264 Koordination mit Luftballon Abb. 2

Eine grundlegende Partnerübung zur Stabilisierung ist das Stehen auf einem Bein während das andere Bein am Fußgelenk mit dem des Partners zusammengedrückt wird (s. Abbildung 2). Um eine Erschwerung der Grundübung zu erreichen, müssen die Partner einen Luftballon zwischen ihren Füßen einklemmen.

Nur wenn beide Partner es schaffen ähnlichen Druck auf den Ballon auszuüben, wird es gelingen diesen in der Luft zu halten. Dabei ist es einfacher den Druck mit der Innenseite des Fußgelenks auszuüben (Abbildung links). Es sollte jedoch auch mit der Fußaußenseite durchgeführt werden (Abbildung rechts).

Die Übung zielt auf Stabilität beider Fuß- und Kniegelenke ab und kann um eine koordinative Komponente erweitert werden, wie z.B.:

– Jeder Partner prellt einen Ball auf der Seite seines Standbeines

– Die Partner spielen sich zusätzlich einen Luftballon oder Handball einhändig zu

– Die Partner versuchen sich mit Luftballon durch synchrones einbeiniges Springen fortzubewegen

– Übungsausführung mit geschlossenen Augen

Autor: Robert Nowacki

16. September 2017

Wurftraining: Drucksituationen von der Außenposition

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:34

Treffsichere Außen können in engen Spielen den Unterschied machen. Ein Außenspieler der zuverlässig im Abschluss ist, entlastet seine Mitspieler im Rückraum ungemein und macht das Spiel jeder Mannschaft variabler.

Meist werden Außenspieler durch Wurfserien im Training auf Abschlusssituationen im Spiel vorbereitet, doch auch wenn im Training hohe Erfolgsquoten im Torwurf von außen erzielt werden, überträgt sich dies nicht immer auf die Wettkampfsituation.

Standardisierte Wurfserien sind nun einmal das, was man im Handballspiel an sich nur selten findet. Daher ist es wichtig im Wurftraining von der Außenposition auf hohe Wiederholungszahlen, aber auch eine gewisse Variation, sowohl was die Wurfposition (Eckenaußen, Linienaußen) als auch die Wurfsituation an sich angeht.

Hier setzen die folgenden Übungen an, welche besondere Drucksituationen vor und während des Torabschlusses von der Außenposition simulieren sollen.

Verarbeitung unsauberer Zuspiele

Nicht jeder Ball kommt perfekt wie auf dem Silbertablett in den Lauf des Außen gespielt. Meist muss ein Halbspieler aus einer Kontaktsituation mit zwei Gegenspielern (H + A) noch den Ball zum Außenangreifer weiterleiten. Da dies nicht immer mit der hundertprozentigen Präzision erfolgen kann empfiehlt es sich für Außenspieler solche Situationen zu trainieren.

262 Drucksituationen Außentraining Abb. 1

Eine Übung hierzu ist es den Außen den Ball selbst vorlegen zu lassen durch einen Wurf gegen einen „Rebounder“ (s. Abbildung 1), ein Trampolin oder ein Kastenteil, bspw. Der Ball wird beim Zurückprallen dem Übenden nicht ideal in seinen Laufweg fliegen, sodass dieser adäquat auf verschiedene Höhen-, Richtungs- oder Geschwindigkeitsarten reagieren muss.

Wichtig ist, dass der Ball im Stand gepasst und in der Bewegung angenommen wird.

Hierdurch sammelt ein Spieler Erfahrungen für Spielsituationen wie z.B.:

– Tiefe Pässe (Kniehöhe abwärts) und hohe Zuspiele (Sprung erforderlich) nach Möglichkeit nur mit der Wurfhand aufnehmen.

– Nach Pässen bei denen ein Stehenbleiben oder kurzes Rückwärtsbewegen nötig is, trotzdem den Winkel beim Wurf aufspringen. (Sprung Richtung Siebenmeterstrich)

– Auch bei schwierigen Pässen sofort nach Ballkontrolle (noch vor dem Sprung): Erstmals Stellungsspiel des Torhüters prüfen.

Kurze Reaktionszeiten vor dem Wurf

In der Spielsituation muss der Außen in Sekundenbruchteilen viele technische Grundprinzipien abrufen und gleichzeitig das Stellungsspiel des Torhüters beobachten können. Zumindest auf Ersteres kann er sich bei normalen standardisierten Wurfserien noch vorbereiten. Daher ist es ratsam die Außenangreifer auch im Training immer wieder unter Handlungsdruck zu setzen.

262 Drucksituationen Außentraining Abb. 2

Übungsbeispiel: Der Übende stellt sich mit Blick Richtung Tor ca. einen Meter vor die Kreislinie auf der Außenposition, ein Partner steht mit Ballkiste hinter ihm.

Der Partner spielt dem Außen ohne Vorwarnung den Ball durch die Beine. Der Werfer muss den Ball reaktionsschnell erlaufen, kontrollieren und nach dem gängigen Technikbild (Winkel aufspringen, Torhüter beobachten, langer Arm) verwerten.

Eine zusätzliche Erschwerung ist es, wenn der Übende zu Beginn den Passgeber ansieht (Blickrichtung Seitenauslinie) und den Ball aus der Drehung verarbeiten muss.

Autor: Robert Nowacki

17. Juni 2017

Spielübersicht und Wahrnehmung schärfen – Übungen für den „No-Look-Pass“

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 09:29

Was macht einen guten Spielmacher auf der Rückraum Mitte Position aus? Häufig fällt bei dieser Frage das Wort „Spielübersicht“. Gemeint ist damit in der Hauptsache, dass ein Spieler in der Lage ist den Großteil einer Spielsituation zu überblicken, zu analysieren und adäquate Lösungen zu finden. Hierfür nötig ist vor allem auch eine gute periphere Wahrnehmung gepaart mit guter Antizipationsfähigkeit.

Ganz salopp gesagt, muss man in der Lage sein auch außerhalb des eigentlichen Blickfeldes die Spielsituation zu kennen. Vielen Spielern fällt dies nicht leicht. Zur Schulung insbesondere des peripheren Sehens und Nutzen dieser Fähigkeit in der Spielsituation haben wir uns zwei Übungen ausgedacht.

Erwärmung in der Zweiergruppe

254 Periphere Wahrnehmung Abb. 1

Eine ganz einfache Übung zur Schulung der peripheren Wahrnehmung ist in Abb. 1 dargestellt. Hierbei laufen zwei Partner hintereinander auf einer geraden Bahn durch die Halle. Der vrdere Partner soll dabei permanent einen Punkt in Verlängerung seiner Laufbahn fixieren (Fahne in der Abbildung). Der Hintermann läuft im Abstand von ca. 2 Metern und versucht regelmäßig nach einer Seite auszubrechen und am vorderen Partner vorbeizulaufen.

Sobald der Vordermann den Ausbruchsversuch bemerkt, muss er auf der betreffenden Seite den Arm hinaushalten. Dies ist das Zeichen für den Hintermann sich wieder hinter seinen Partner zurückfallen zu lassen. Der Blick des ersten Spielers bleibt stetig auf den Fixpunkt gerichtet. Das Ganze kann in Vorbereitung auf Kreuzbewegungen auch als Übung mit Ball ausgeführt werden. Hier wird anstatt des Armes der Ball herausgespielt.

Komplexübung

254 Periphere Wahrnehmung Abb. 2

In Abbildung 2 ist die Möglichkeit einer Komplexübung dargestellt, welche das Erkennen einer einfachen Spielsituation, nämlich offensiver oder defensiver Abwehrspieler, erfordert. Hierzu werden ein Anspieler (grau) auf halbrechts, ein Angriffsspieler auf halblinks, ein Kreisspieler (beide orange) in einer Zone auf halblinks sowie ein Abwehrspieler (blau) benötigt.

Des Weiteren muss ein Helfer direkt neben dem Tor postiert werden. Dieser Helfer erhält A4-Blätter mit Ziffern von 0 bis 9 darauf. Der Übende selbst (gelb) positioniert sich auf der Rückraum Mitte.

Nach Pass vom Anspieler stößt der Übende frontal Richtung Tor und geht hoch zum Sprungwurf. Sobald er in der Luft ist entscheidet sich der Abwehrspieler, ob er das Kreisanspiel defensiv verhindern möchte oder lieber den Parallelpass auf den halblinken Angriffsspieler durch offensives Heraustreten verhindern möchte. Gleichzeitig zeigt der Helfer eine der Zahlen in Richtung des Übenden. Dieser muss solange mit seinem Fokus beim Helfer bleiben bis dieser ihm die Zahl gezeigt hat.

Dennoch muss er auch in der Lage sein aus dem Augenwinkel bereits die Position des Abwehrspielers zu erkennen und die richtige Lösung (Kreisanspiel oder Parallelpass) vorzubereiten und nach Erkennen der geforderten Zahl unverzüglich einzuleiten. Im Anschluss daran muss er dem Helfer die korrekte Zahl nennen.

In Anlehnung an diese Übung lassen sich viele weitere Übungsmuster kreieren, z.B. mit der Option noch einen Außenangreifer und einen zweiten Abwehrspieler hinzu zu nehmen. Auch die geforderten Zahlen können durch andere Symbole, Rechenaufgaben u.ä. ersetzt werden.

Autor: Robert Nowacki

29. Oktober 2016

Komplexes Wurfspiel zur Anwendung unterschiedlicher Abwehr- und Angriffstechniken

Kategorie: Spielformen – Autor: KaiDittrich – 13:46

Im Folgenden beschreiben wir ein kleines Wettspiel, in welchem sowohl verschiedene Angriffs-, als auch Abwehrtechniken Anwendung finden und das je nach Trainingsziel variiert werden kann.

Grundlegendes Spielprinzip

Das Grundprinzip sieht vor, dass zwei Mannschaften gegeneinander auf jeweils ein Handballtor (mit Torhüter) werfen. Benötigt werden zudem Pylonen, mit denen drei Meter breite Zonen vor dem Tor abgesteckt werden (s. Abbildung).

231-komplexes-wurfspiel-abwehr-u-angriffstechnik-abb-1

Zudem erfolgt an der Mittelinie stets eine koordinative und/oder konditionelle Vorbelastung. Im Grafikbeispiel wird dies durch eine Koordinationsleiter symbolisiert, an welcher z.B. verschiedene Schrittmuster ausgeführt werden müssen.

Die Tore werden von je einem Abwehrspieler der anderen Mannschaft (Tor auf das Team rot wirft von Spieler aus Team blau und umgekehrt) bewacht. Jeder Spieler beginnt zunächst auf Höhe des Schnittpunktes zwischen Mittel- und Auslinie und absolviert die Aufgabe. Anschließend läuft er mit dem Ball auf das jeweils anvisierte Tor zu.
Der Laufweg muss so gewählt werden, dass die Zone angelaufen wird, in welcher der gegnerische Abwehrspieler verteidigt. Der Abwehrspieler darf seine Zone frei wählen und auch während der Übung wechseln, allerdings nur dann, wenn gerade kein Angreifer auf ihn zuläuft.

Zudem darf der Abwehrspieler frei zwischen 6 und 9 Metern agieren. Nach einem Wurf holt sich der Angreifer seinen Ball und beginnt die Übung von Neuem. Jeder Spieler zählt die Anzahl seiner Treffer. Das Team, welches nach einer festgelegten Zeit die meisten Treffer hat oder eine festgelegte Anzahl Treffer erzielt hat (Arbeit mit mechanischen Anzeigetafeln, welche bei Torerfolg vor Beginn eines neuen Durchganges von jedem Spieler um eins erhöht werden können) gewinnt.

Übungseffekt Angriffstechnik

Wird die Übung wie oben beschrieben durchgeführt, werden insbesondere die Entscheidungsfindung der Angreifer sowie die Grundtechniken des Sprungwurfes und der Eins-Eins-Bewegung zur und gegen die Hand geschult.
Je nach Abwehrspielerposition muss der Angreifer das richtige Handlungsmuster auswählen um zum Torerfolg zu kommen. Zudem kann durch den Wettkampfcharakter die Durchsetzungsfähigkeit im Zweikampf vermehrt angesprochen werden.

Ist nur eine Technik als Trainingsziel ausgegeben, kann durch klare Ansage an die Abwehr (z.B.: offensives Agieren bei 8-9 Metern für permanente Eins-Gegen-Eins-Situationen) die erforderliche Technik isoliert trainiert werden.

Übungseffekt Abwehrtechnik

Genau wie die Angriffsspieler werden auch die Abwehrspieler zu variablem Handeln ermutigt. Zudem erhalten die Abwehrspieler viele Aktionen und sofortiges Feedback durch Art und Weise des Torabschlusses durch den Angreifer, ob die Abwehraktion zweckdienlich war.
Auch hier kann durch Ansage vor dem Wettkampf eine Technik speziell trainiert werden. Dank des Wettkampfcharakters ist zudem der Motivationsgehalt für die Sauberkeit und Aggressivität der Abwehraktionen bedeutend höher als bei herkömmlichen Übungsformen.

Zusatzeffekte Spielausdauer, Koordination und Torhüter

Aufgrund des Wettkampfcharakters und der permanenten Bewegung ohne Pausenzeit werden insbesondere die Angriffsspieler quasi nebenbei in ihrer Spielausdauer geschult (Steuerung über Umfang, Dichte und Häufigkeit). Je nachdem welche Art der Vorbelastung an der Mittellinie gewählt wurde kommen additiv noch unterschiedliche konditionelle (z.B. bei Sprungserien über Hürden oder Hocker) und koordinative Effekte (Koordinationsleiter) hinzu.

Zudem werden auch Torhüter in ihrer Umstellungsfähigkeit geschult, da sie in kurzer Abfolge Würfe aus unterschiedlichen Situationen und Positionen entschärfen müssen. Außerdem kann das Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehrspieler beim Blocken von Fernwürfen verbessert werden.

Autor: Robert Nowacki

10. Oktober 2016

Spielerisch Ballgefühl und Wurfgenauigkeit schulen (Jugendtraining)

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 15:51

Im Folgenden stellen wir drei kleine Spiele vor, die darauf abzielen eine spielerische Verbesserung der Wurftechnik in Bezug auf -genauigkeit, -kraft und Technikauswahl herbeizuführen. Einsatzgebiet ist insbesondere das Jugendtraining in den Altersstufen von Minis bis zur D-Jugend.

Handballgolf

Handballgolf spielt man am Besten im Freien, z.B. auf einem Sportplatz, im Park oder auf einer Wiese. Ziel des Spiels ist es, ähnlich wie beim Golf von einem Startpunkt aus in einen Zielbereich (z.B. ein Koordinationsreifen, s. Abb. 1) zu treffen und dafür möglichst wenig Wurfversuche zu benötigen.

228-spielerisch-ballgefuehl-und-wurfgenauigkeit-schulen-abb-1

Das Spiel ist sowohl als Einzel, als auch als Teamwettkampf möglich. Um einen möglichst fairen und übersichtlichen Wettkampf zu gestalten, bietet es sich an, dass alle Spieler auf ein akustisches Signal hin werfen.

Je weiter man vom Ziel entfernt ist, umso wichtiger sind zunächst die konditionellen Anteile der Wurfbewegung (Schnellkraft). Je näher man dem Zielbereich kommt, umso wichtiger wird hingegen Wurfgenauigkeit (Differenzierungsfähigkeit).

Spielen zwei Partner gemeinsam wird abwechselnd geworfen. Konditionell fordernder wird das Spiel, indem man mit Medizinbällen anstatt Handbällen werfen lässt (Einsatz im Seniorentraining). Es können verschiedene Wurftechniken vorgegeben und somit geübt werden.

Zielwerfen durch Koordinationsring in Dreiergruppen

228-spielerisch-ballgefuehl-und-wurfgenauigkeit-schulen-abb-2

Drei Spieler finden sich als Gruppe zusammen. Jede Gruppe benötigt einen Handball und einen Koordinationsring. Ein Spieler stellt sich mit dem Ring auf eine Linie. Die beiden anderen verteilen sich in gleichem Abstand vor und hinter ihm. Ziel ist es innerhalb einer vorgegebenen Zeit (1 Minute) möglichst viele Pässe durch den in die Luft gehaltenen Reifen zum Mitspieler zu spielen (s. Abbildung 2).

Nach einer Minute erfolgt ein fliegender Wechsel und nach einer weiteren Minute erneut, sodass alle drei Gruppenmitglieder jeweils einmal den Ring gehalten haben. Das Team mit den meisten Pässen in allen drei Durchgängen gewinnt.

Abpraller

Bei diesem Wettkampf spielen jeweils Teams zu 2-4 Spielern gegeneinander. Bei wenigen Teilnehmer ist jedoch auch ein Einzelwettkampf durchführbar. Jedes Team benötigt eine Matte, welche in einem vorgegebenen Abstand zur Hallenwand auf dem Boden platziert wird. Für jede Mannschaft ist dieser Abstand gleich. Zudem wird eine Abwurflinie für alle Teams in ca. 7-9 Metern Entfernung zur Hallenwand markiert (s. Abb. 3, hier mit Hilfe von Pylonen).

228-spielerisch-ballgefuehl-und-wurfgenauigkeit-schulen-abb-3

Ziel ist es den Ball so gegen die Wand zu werfen, dass er von dort direkt auf die Matte zurückprallt. Dies zählt als ein Punkt. Das Team, welches die meisten Punkte auf diese Weise erzielt, bzw. eine vorgegebene Anzahl an Treffern zuerst erreicht, gewinnt.

„Abpraller“ eignet sich hervorragend dazu, Kindern ein Gefühl für die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Handballspiels zu vermitteln und kann z.B. auch im fächerverbindenden Unterricht an Schulen gespielt werden (Physik/Sachunterricht und Sport).

Erweitert werden kann das Spiel durch Strafrunden bei verfehlten Würfen (ähnlich dem Biathlon), Vorgabe verschiedener Wurftechniken und Veränderung der Abstände von Matte und Werfer zur Wand. Eine lustige und zugleich schwere Variante ist es z.B., wenn die Matte sich hinter dem Werfer befindet.

Autor: Robert Nowacki

19. September 2016

Torwarttraining mit Schwerpunkt auf die Explosivität bei der Wurfabwehr

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 09:05

Im Folgenden beschreiben wir einige Übungen zur Verbesserung der Explosivität bei der Wurfabwehr für eure Torhüter. Generell stehen dabei meistens kurze Vorbelastungen mit anschließender Abwehr von ein oder zwei Würfen im Vordergrund.

Wurfabwehr nach Stoß gegen Hochsprungmatte

226-explosivitaet-torwarttraining-abb-1

Für die Übung wird eine Turn- oder Hochsprungmatte benötigt, welcher knapp neben dem Pfosten auf einer Seite des Tores platziert wird. Der Torhüter gibt der Matte, die von einem Helfer gehalten wird zunächst einen kräftigen Stoß mit beiden Händen und geht anschließend sofort explosiv in die andere Ecke um einen Torwurf abzuwehren (s. Abb. 1).

Diese Übung wird pro Durchgang sechs- bis achtmal wiederholt. Erschwerungen können vorgenommen werden, indem der Helfer der Matte einen Schubser gibt, sodass der Torhüter diese zunächst auffangen und wieder aufrichten muss. Zudem kann die Übung auch mit je einer Matte auf jeder Seite durchgeführt werden.

Reaktive Wurfabwehr nach Sprung von einem Turnhocker

226-explosivitaet-torwarttraining-abb-2

Für die Übung wird ein Turnhocker zentral vor der Torlinie platziert. Es werden zwei Schützen auf Pfostenhöhe mit Ballkiste benötigt. Der Torhüter nimmt zunächst die Ausgangsstellung auf dem Turnhocker ein (s. Abb. 2). Dann springt er beidbeinig ab und landet ebenfalls beidbeinig vor dem Hocker. Kurz nach der Landung wirft der erste Schütze flach in seine Torecke. Der Torhüter muss direkt im Anschluss an die Landung explosiv in die Seitwärtsbewegung gehen um den Ball abzuwehren.

Nach dem Wurf des ersten Schützen wechselt der Torhüter auf die andere Seite und wehrt den Wurf des zweiten Schützen ab. Die Werfer sollten ihre Würfe so timen, dass die Torleute gerade noch in der Lage sind die Bälle abzuwehren.

Variation für Abwehr hoch/halbhoch: Der Torhüter springt wie gehabt vom Hocker und landet einbeinig auf dem Boden. Direkt nach der Landung wechselt er das Standbein und wehrt einen hoch oder halbhoch geworfenen Ball mit dem Bein auf welchem er ursprünglich gelandet war ab. Anschließend springt er noch einmal um und wehrt einen Wurf des zweiten Schützen auf das andere Bein ab.

Wurfabwehr nach Schrittmuster durch Koordinationsleiter

226-explosivitaet-torwarttraining-abb-3

Links und rechts neben dem Tor wird jeweils eine Koordinationsleiter ausgelegt. Die Torhüter machen führen an dieser jeweils verschiedene Schrittmuster aus. Dabei bewegen sie sich immer in Richtung Tor. Nachdem die Koordinationsleiter absolviert wurde versucht sich der Torhüter durch schnelle Seitwärtsbewegung in Richtung langes Toreck zu bewegen und einen Ball nach Ansage (flach, halbhoch, hoch) abzuwehren.

Im Anschluss an die Abwehraktion läuft er um die zweite Leiter herum und startet an deren Ende angekommen erneut mit dem Schrittmuster Richtung Tor.
Nach ca. acht Würfen (4x linke/rechte Torecke/Leiter) ist ein Durchgang beendet.

Wichtig ist, dass sich der Torhüter nach Verlassen der Leiter mit schnellen Side-Steps versucht in Position zu bringen und mit einem langen explosiven Schritt in die endgültige Abwehrposition zu gehen.
Variation Richtungswechsel: Torhüter schlägt nach Verlassen der Leiter erst am langen Pfosten an und bewegt sich dann explosiv zurück zur Abwehr eines Wurfes in die kurze Ecke.

Autor: Robert Nowacki

11. September 2016

Komplexe Wurfübung mit koordinativer und konditioneller Vorbelastung von Werfer und Torhüter

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 17:53

In der Abbildung 1 ist das Beispiel einer komplexen Wurfübung dargestellt, bei welcher Torhüter und Feldspieler gleichzeitig belastet werden sollen.

225-komplexe-wurfuebung-abb-1

Aufbau und Vorbereitung

Vor Beginn der Übung müssen einige Trainingsutensilien bereitgestellt werden. In der Nähe der Seitenauslinie wird eine Bahn aus Turnhockern oder noch besser Sprunghürden vorbereitet. Die Abstände sollten zwischen 0,5 und 1,0 Metern betragen.

Auf Höhe der Mittellinie werden zwei Hütchen gemäß der Abbildung positioniert. Bei ca. 10-11 Metern Torentfernung werden zudem zwei Koordinationsleitern parallel zur Grundlinie ausgelegt. Bei ca. 8 Metern werden zwei Abwehrdummies postiert. Jeder Feldspieler benötigt außerdem einen Handball.

Übungsablauf

Die Werfer stehen zunächst gleichmäßig verteilt links und rechts neben den Torpfosten. Der erste Spieler auf jeder Seite hält seinen Ball auf Höhe des Pfostens. Der Torhüter muss die Bälle im schnellen Rechts-Links-Wechsel antippen. Sobald sein Ball angetippt wurde läuft ein Spieler in leichtem Bogen zu der Hockerbahn. Diese versucht er mit Schlusssprüngen zu überwinden, nach Möglichkeit ohne Zwischensprung (Schulung der reaktiven Sprungkraft).

Anschließend sprintet der Werfer um das Wendehütchen herum an das äußere Ende der Koordinationsleiter und durchläuft diese nach einem festgelegten Muster (z.B. zwei Kontakte pro Zwischenraum mit Blick zum Tor). Hat er die Leiter überwunden, wird eine Körpertäuschung (nach außen oder innen bzw. zur oder gegen die Hand) am Abwehrdummie ausgeführt und anschließend der Torwurf nach Ansage ausgeführt.

Das Ganze muss so getimt werden, dass alle Spieler bereits in Bewegung sind, wenn der erste Werfer zum Torabschluss ansetzt, damit der Torhüter bereit zur Abwehr der Bälle ist. Hier kann durch unterschiedliche Postierung des Wendehütchens gegebenenfalls eine Anpassung vorgenommen werden.

Varianten

– Einbeinsprünge im Hocker-/Hürdenparcours, Hindurchkriechen unter den Hürden
– Verschiedene Schrittmuster an der Koordinationsleiter
– Eins-Gegen-Eins-Bewegung aus dem Doppelpass mit Zuspieler/gegen einen aktiven Abwehrspieler
– Freie Wurfauswahl/anstatt Ansage

Die Übung ist ein gutes Beispiel dafür, dass Einwerfen der Torhüter auch für die Feldspieler fordernder zu gestalten und bestimmte Übungselemente (Köpertäuschungen, Sprungkraft, Koordination, etc.) bereits vorwegzunehmen.

Autor: Robert Nowacki

23. Juli 2016

Griffkraft und Koordination für das einhändige Fangen schulen

Kategorie: Koordination – Autor: KaiDittrich – 10:02

Im Folgenden stellen wir mehrere kleine Übungen vor, welche die Griffkraft und Hand-Auge-Koordination für das einhändige Fangen des Balles schulen sollen.

Übungen mit zwei Bällen (Abbildung 1)

219 Griffkraft_Koordination_einhändiges Fangen Abb. 1

Übung 1: Ein Übender nimmt einen Handball in die Hand und versucht einen zweiten Ball auf diesem zu balancieren, sodass er nicht herunterfällt. Handwechsel und Veränderungen der Hand- und Armstellung (seitlich, vor dem Körper, Handrücken nach unten/hinten) werden über die Dauer der Übung vorgenommen.

Übung 2: Der Übende prellt mit Hilfe eines fest in der Hand befindlichen Balles einen anderen Ball permanent auf dem Hallenboden. Diese Übung ist auch mit einem dritten Ball in der zweiten Hand möglich, sodass stetig gewechselt werden kann. Eine Variation ist es, den Spielball wie einen Tischtennisball stetig in hoch zu lupfen (Bälle in der Hand quasi als Tischtennisschläger). Stehen Tischtennisplatten zur Verfügung, kann hier sogar ein Wettkampf durchgeführt werden.

Übung 3: Die Übung wir paarweise ausgeführt. Partner A hält je einen Ball mit ausgestreckten Armen, sodass der Handrücken zur Hallendecke zeigt. B legt seine Hände auf die Handrücken von A. Sobald A einen der Bälle fallenlässt, versucht B diesen mit einer Hand aus der Luft zu fangen. Erschwerend können auch beide Bälle gleichzeitig oder knapp zeitversetzt gefangen oder die Arme zum Fangen überkreuzt werden.

Übungen mit drei Bällen (Abbildung 2)

219 Griffkraft_Koordination_einhändiges Fangen Abb. 2

Übung 1: Zwei Partner stehen sich in geringem Abstand gegenüber (3-4 Meter). Ein Partner (A) hat in jeder Hand einen Handball, der andere Partner (B) einen weiteren Ball. B passt seinen Ball locker zu A, welcher versucht diesen zwischen seinen beiden Bällen einzuklemmen. Hat er dies geschafft, wird der Ball auf verschiedene Arten zurückgespielt, z.B.: Anlupfen und zurückköpfen, Anlupfen und mit dem Knie/Fuß zurückspielen, Anlupfen und mit einem der in der Hand befindlichen Bälle zurückschlagen.

Übung 2: Die Partner stehen im gleichen Abstand wie bei Übung drei. Einer der Partner (B) hat drei Bälle. B spielt A die Bälle in schneller Reihenfolge nacheinander zu. Nachdem A mit je einer Hand einen Ball gefangen hat, klemmt er sich den zweiten Ball unter den Arm, um auch den dritten Pass einhändig fangen zu können.

Autor: Robert Nowacki

16. Juli 2016

Wurfspiele mit koordinativem und konditionellem Zusatzcharakter

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 10:33

Bestimmte konditionelle und koordinative Grundlagen sollte jeder Handballer mitbringen und daher auch trainieren. Oft werden hier eintönige Übungsformen wie Dauerläufe, Kraftzirkel oder Sprints verwendet.

Um diese Inhalte motivierender zu gestalten kann man konditionelle Inhalte gut mit Wurfspielen verknüpfen. Zwei dieser Spielformen stellen wir euch im Folgenden vor.

Wettzielen mit Koordinationsleiter

218 Zielspiele Kondition Koordination Abb. 1

Für dieses Spiel werden zwei Mannschaften gebildet. Etwa einen Meter vor den Toren wird eine Turnbank mit Zielen darauf (Pylonen, Medizinbälle) aufgestellt. Zudem werden zwei Koordinationsleitern in der Nähe der Mittellinie ausgelegt, wobei sie jeweils in verschiedene Spielfeldhälften hineinragen (s. Abbildung).

Jeder Spieler benötigt einen Ball. Das Spiel beginnt auf Pfiff des Übungsleiters. Der ersten Spieler durchläuft dabei die Koordinationsleiter nach einem zuvor angesagten Muster (z.B. zwei Kontakte pro Zwischenraum). Hat er dies absolviert, läuft er ballprellend auf das Tor in der Hälfte seiner Mannschaft zu und versucht von neun Metern eines der auf der Bank befindlichen Ziele zu treffen.

Der nächste Spieler der Mannschaft darf jeweils starten, sobald sein Vordermann die Koordinationsleiter verlassen hat. Nach einem Wurf holt sich der Spieler umgehend seinen Ball zurück und stellt sich erneut an. Gewonnen hat das Team, welches zuerst alle Pylonen umgeworfen hat.

Aufgrund des Wettkampfcharakters wird sowohl die Schnelligkeit, als auch die Spielausdauer gefördert, da alle Spieler permanent in Bewegung sind. Für koordinative Belastung sorgt die Schrittfolge in der Koordinationsleiter, welche bei mehreren Wettkämpfen hintereinander variiert werden sollte. Zusätzliche Reize können gesetzt werden, indem ein Spieler z.B. Strafaufgaben erfüllen muss, wenn er in einem Durchgang kein Ziel trifft (z.B. 5 Liegestütze nach verworfenem Ball).

Zeitwettkampf

Auch für dieses Spiel werden zwei Mannschaften gebildet. Bei einer großen Trainingsgruppe können in jeder Spielfeldhälfte zwei Teams gegeneinander spielen. Während eine Mannschaft versucht möglichst viele Tore zu erzielen indem die Spieler nacheinander werfen, müssen die Spieler der zweiten Mannschaft bestimmte Aufgaben erfüllen.

218 Zielspiele Kondition Koordination Abb. 2

Im Abbildungsbeispiel 2 haben die Spieler der zweiten Mannschaft die Aufgabe an jeder Seite des Turnhockers eine Übung zehnmal zu wiederholen (Rumpfheben, Tapping, Liegestütz, Wechselsprünge). Ist ein Spieler mit all diesen Übungen fertig, ruft er den Namen eines Spielers der anderen Mannschaft. Dieser muss umgehend aufhören auf das Tor zu werfen.

Nachdem alle Spieler der zweiten Mannschaft ihre Übungen beendet haben, zählt Mannschaft eins die Tore der einzelnen Spieler zusammen. Im Anschluss wechseln die Aufgaben und es gewinnt am Ende das Team mit mehr erzielten Treffern. Das Ganze ist auch als Individualwettkampf zwischen zwei Spielern anstatt als Mannschaftswettkampf gestaltbar.

Diese Übung eignet sich besonders für das Durchführen von Schnellkraft und Schnelligkeit, da die zweite Mannschaft dazu angehalten ist, ihre Aufgaben in maximaler Geschwindigkeit auszuführen. Möglich sind hier z.B. auch Pendelsprints (z.B. über die Breite des Spielfeldes) oder verschiedene Sprungaufgaben/-parcours. Der Wettkampfcharakter erhöht die Motivation aller Teilnehmer. Die Übung kann auch ohne Torhüter durchgeführt werden (z.B. über das Treffen von Zielen im Tor).

Autor: Robert Nowacki