Handballtraining Handballübungen


25. August 2014

Beachhandballtraining – Kempa-Trick – Ballkontrolle

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:43

Auch wenn der Pass für einen Kempa-Trick genau dort hingeht wohin er soll, ist dies noch lange keine Erfolgsgarantie. Kann ein Passadressat den Ball nicht kontrollieren oder gelingt es ihm nicht die geeignete Wurfvariante zu finden, ist die Chance auf ein spektakuläres Tor vertan.

Schnelle Ballkontrolle im Sprung

Damit auch ein im Sprung befindlicher Spieler den Ball unter Kontrolle bringen kann, muss er in der Lage sein schnell Informationen zu verarbeiten und unter Zeitdruck agieren zu können.
Als Grundlagenübung hierfür eignet sich folgender Übungsaufbau (s. Abb. 1):

Der Übungsleiter platziert einen Turnhocker innerhalb des Torraumes. Auf dem Hocker wird ein Teilnehmer postiert, welcher einen Ball am ausgestreckten Arm hält. Die Übenden müssen nun versuchen, den Ball im Sprung aus der Hand des „Hockerspielers“ zu nehmen und noch während der Flugphase zum Torabschluss zu kommen.

Der Spieler auf dem Hocker muss dabei jeweils auf die verschiedenen Eigenschaften der jeweils Übenden eingehen (Körpergröße, Sprungkraft, Armlänge). Ziel sollte es sein, den Ball am höchsten Punkt der Flugphase anzunehmen und während der Landephase abzuschließen.

Die Übung lässt sich erschweren, indem der Ball vom „Hockerspieler“ nicht mehr nur gehalten wird, sondern leicht angelupft, sodass der Übende auf die Flugbahn des Balles reagieren soll.

Wurfqualität beim Kempa schulen

Ähnlich wie auch bei der Ballkontrolle, kann man die Wurfqualität für Kempa-Situationen schulen. Hierfür werden erneut die Turnhocker oder andere Erhöhungen benötigt. Je nach Sprungkraft sollte die Erhöhung angepasst werden. Hat ein Spieler eine maximale Sprunghöhe von 1,00 Meter, sollte auch die Erhöhung eine ähnliche Dimension besitzen.
Der Übende stellt sich auf den Hocker und erhält einen Ball zugespielt. Direkt nach dem Anspiel springt er vom Hocker Richtung Boden, ohne nach oben heraus zu springen (s. Abb. 2), und versucht den Ball während der Fallphase so zu werfen, dass er im Tor landet.

In dieser Übung wird also lediglich die Phase simuliert, in welcher der Ball bereits unter Kontrolle gebracht und der Werfer bereits im Fall befindlich ist. Die Spieler können somit lernen in kurzer Zeit Wurfvarianten anhand ihrer Position und dem Verhalten des Torhüters auszuwählen und zu benutzen.

Autor: Robert Nowacki

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28. Juli 2014

Beachhandballtraining – Kempa-Trick – Sprungkraft

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 08:36

Essentiell wichtig für einen erfolgreichen Kempa-Trick, ist die Sprungkraft des Werfers. Nur mit genug Sprungkraft kann die richtige Sprunghöhe erzielt werden. Diese wiederum wird benötigt, um genug Zeit für Ballannahme, Wurfauswahl und Wurfausführung zu erhalten.
Da bei einem Kempa-Trick nicht die alleinige Sprungkraft entscheidend ist, sondern außerdem im Sprung der Ball gefangen werden muss, ist es sinnvoll Sprungübungen zu nutzen, die sowohl auf maximale Sprungkraft, als auch auf koordinative Fähigkeiten abzielen.

“Kempa-Ball“

Beim Spiel „Kempa-Ball“ geht es ähnlich wie beim Volleyball darum, den Ball über ein Netz oder eine Leine auf den Boden des gegnerischen Feldes zu werfen.
Der Ball darf in diesem Spiel lediglich in der Luft angenommen werden und muss auch während des Sprunges noch zurückgeworfen werden. Gelingt einem Spieler dies nicht erhält sein Gegner den Punkt.
Das Spiel ist in verschiedenen Varianten spielbar. Es kann sowohl Eins gegen Eins, als auch mannschaftsweise gespielt werden, wobei hier gleich noch das Passtiming geschult wird. Auch ein Spiel über mehr als zwei Felder ist möglich (s. Abb. 1).

Zusätzlich erschwert werden kann das ganze durch Gewichte (z.B. Manschetten an den Knöcheln) oder einen schweren Trainingshandball.

Sprungtraining im Sand

Durch die geringere Festigkeit des Sandbodens ist Sprungtraining automatisch effektiver, da wesentlich höhere Krafteinsätze nötig sind als beim Training auf festem Untergrund.
Hat man ein Volleyballnetz oder etwas Ähnliches zur Verfügung, kann folgende Übung genutzt werden:

Ein Spielerpaar bewegt sich von einem Netzende zum anderen. Die Spieler stehen dabei mit dem Gesicht zueinander auf verschiedenen Seiten des Netzes (s. Abb. 2). Während sie sich von einer Netzseite zur anderen bewegen springen sie permanent am Netz hoch und übergeben bei jedem Sprung einen Ball zum Partner bzw. nehmen diesen entgegen. Die Sprünge sollen dabei ohne große Pausen zwischendurch ausgeführt werden.

Eine Vereinfachung ist es statt der Ballübergabe lediglich die Hände des Partners abzuklatschen. Erschwert werden kann die Übung über die Netzhöhe, Gewichte und schwerere Bälle.
Autor: Robert Nowacki

21. Juli 2014

Beachhandballtraining – Kempa-Trick – Passtiming

Kategorie: Passen – Autor: KaiDittrich – 08:32

Beim Beachhanball gibt es bekanntlich Aktionen, welche einer Mannschaft gleich zwei Punkte einbringen können. Zu diesen – im Regelwerk mit den Attributen spektakulär und kreativ beschriebenen – Aktionen gehört der Kempa-Trick. Im Hallenhandball eher eine Rarität, bildet seine Beherrschung im Beachhandball beinahe schon eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Angriffsspiel.

Dabei wird das Springen durch die geringe Härte des Sanduntergrundes erschwert, gleichzeitig werden jedoch Stürze aus der Höhe besser abgefedert. Für einen erfolgreichen Kempa-Trick sind zwei Sachen grundlegend:

Timing des Passgeber
Sprunghöhe des Passempfängers
Beides kann im Training mit einfachen Mitteln eingeübt werden.

Grundlegende Übungen und Integration des „Kempas“

Zur Vorbereitung auf eine Trainingseinheit in deren Mittelpunkt der Kempa-Trick steht, reicht es bereits bekannte Übungen und Spiele etwas zu modifizieren. So können einfache Passübungen das Passen per Kempa-Trick zum Gegenstand haben.

Auch kleinere Spiele wie Parteiball kann man dementsprechend umgestalten, dass nur Zuspiele als Punkt gewertet werden, die in der Luft gefangen und gleich weitergepasst werden.

Beispielübung: Dreieckspassen

Drei Spieler passen sich einen Ball untereinander zu. Der Ball darf dabei lediglich im Sprung angenommen werden und muss vor der Landung auf dem Boden weitergespielt werden. Zusätzliche Erschwerungen lassen sich durch vermehrte Bewegung (Übung im Laufen) oder durch konditionelle Zusatzaspekte (z.B. 1 Liegestütz nach erfolgreichem Pass) einbauen.

Passtiming trainieren

Das Timing des Kempapasses lässt sich durch einfaches Wiederholungstraining trainieren. Zunächst sollte der Pass aus dem Stand oder mit einem Schritt Anlauf gespielt werden. Gelingt der Pass unter diesen Bedingungen sicher, können Spielsituationen nachgestellt werden.
In Abbildung 1 ist eine Beispielübung dargestellt. Die beiden Übenden laufen gemeinsam passenderweise Richtung Tor. Einer der Partner springt über der Hochsprungmatte zum Kempa und wird von seinem Mitspieler mit einem Kempapass bedient.

Auch hier kann durch Vorbelastung (Parcours mit koordinativen/konditionellen Elementen) oder Störfaktoren (z.B. Pass über einen Gegenspieler) eine zusätzliche Übungserschwerung erreicht werden.
Autor: Robert Nowacki

14. Juli 2014

Beachhandball – Die wichtigsten Regeln

Kategorie: Saisonvorbereitung – Autor: KaiDittrich – 08:28

Der Sommer ist nun endlich da und viele Vereine verlegen in jener Zeit ihre Turniere aus der Turnhalle an die frische Luft. Eine besondere Form des Freilufthandballs stellt dabei das Beachhandballspiel dar.

Worum geht es

Genau wie beim normalen Handball, spielen zwei Mannschaften gegeneinander, allerdings nicht auf Rasen oder Asphalt, sondern auf Sand. Das Spielfeld ist bedeutend kleiner als beim Hallenhandball (27m x 12m) und es stehen sich jeweils vier Spieler (inklusive Torhüter) gegenüber. Ziel ist es selbstverständlich mehr Tore zu erzielen als der Gegner, allerdings gibt es einige besondere Regularien, welche das Beachhandballspiel deutlich vom „gewöhnlichen“ Handball abheben.

Die Schrittregel

Die 3-Schrittregel im Beachhanball ist identisch zum Reglement im normalen Handball. Da das Prellen des Balles auf Sanduntergrund jedoch nicht möglich ist, ist es erlaubt den Ball mit der Hand kurz auf den Boden zu drücken. Anschließend dürfen wieder drei Schritte ausgeführt werden.

Das Punktesystem

Einer der großen Unterschiede besteht im Punktesystem beim Beachhandball. So ist es möglich, durch bestimmte Aktionen vor oder während eines Wurfes zwei Punkte für ein erzieltes Tor zu erhalten. Diese speziellen Situationen sind:
Tor nach Kempa-Trick
Tor nach „Spin-Shot“ (360 Grad Drehung um die eigene Körperachse vor dem Wurf)
Tor durch den als Torhüter gekennzeichneten Spieler
Tor durch einen Strafwurf (6-Meter)
Je nach Handballverband oder Turnierausrichter können diese Regularien abweichen.
Ein weiterer Unterschied beim Beachhandball ist, dass die beiden zehnminütigen Halbzeiten separat gewertet werden. Dies bedeutet, dass eine Mannschaft nur dann als Sieger vom Feld geht, wenn sie in beiden Halbzeiten mehr Tore erzielt hat als der Gegner. Gewinnt eine Mannschaft Halbzeit 1 und die gegnerische die zweite Hälfte kommt es zum sogenannten Shoot-Out. Endet eine Halbzeit unentschieden wird nach der „Golden-Goal-Regel“ weitergespielt.

Das Shoot-Out

Hat jede Mannschaft eine der Halbzeiten für sich entschieden wird ein „Shoot-Out“ durchgeführt. Hierbei werfen jeweils fünf Schützen jeder Mannschaft nach einem Pass des eigenen Torhüters auf das Tor des Gegners. Auch beim Shoot-Out gelten die besonderen Regeln der Punktevergabe für spektakuläre Wurfaktionen.

Die Rolle des Torhüters

Beim Beachhandball ist es üblich, dass die Torhüter die Angriffsaktionen der eigenen Mannschaft mit unterstützen, bzw. Angriffsspieler für den Torhüter eingewechselt werden. Das Tor eines als Torhüter gekennzeichneten Spielers zählt unabhängig von der Art des Wurfes immer zwei Punkte.
Daraus folgt auch, dass sich die Abwehr permanent in einer 3:4 Unterzahl befindet. Verlässt ein Torhüter das Spielfeld innerhalb der Wechselzone, kann ein zweiter Torhüter für ihn an völlig anderer Stelle ins Spiel. Somit ist es möglich einen Torhüter in der eigenen Angriffszone auszuwechseln und anschließend einen Torhüter im eigenen Torraum einzuwechseln.
In den nächsten Artikeln werden wir näher auf das Training beachhandballspezifischer Techniken und Taktiken eingehen.
Autor: Robert Nowacki