Handballtraining Handballübungen


22. Oktober 2016

Torwarttraining: Fußabwehr schulen

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 10:39

Im Folgenden gibt es von uns einige Tipps und Übungen zum Thema Fußabwehr.

Allgemeine Tipps

Lass deine Torleute möglichst oft die Füße benutzen. Wer seine Füße zum Abwehren der Bälle nutzen soll, muss auch im Training möglichst viel mit ihnen Arbeiten und dies nicht nur bei torwartspezifischen Übungen. Erlaubt euren Torhütern ruhig bei Erwärmungsspielen, welche eigentlich nur mit der Hand gespielt werden, ihre Füße zum Abwehren und Erobern von Bällen zu nutzen (z.B. beim Parteiball).

Auch beim Einpassen sollten Torhüter sich Bälle nicht nur mit den Händen, sondern auch mal mit den Füßen zuspielen dürfen. Mangelt es euch an Torhütern und wollt ihr diese aus euren dem Kontingent eurer Feldspieler umschulen, schaut euch an welche von ihnen besonders gut Fußballspielen können. Gute Fußballer sind oft auch sehr gut für die Torhüterposition geeignet.

Übung für drei Personen: Beinarbeit und Fußabwehr

Für die folgende Übung werden drei Akteure und ein Handball benötigt. Ein Torhüter (der Übende) steht auf der Grundlinie. Die anderen beiden Spieler stehen in drei Metern Entfernung zueinander ca. einen Meter vor dem Tor (s. Abbildung 1).

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Die beiden Helfer spielen sich den Ball jeweils flach mit dem Fuß zu. Der Torhüter soll mit Hilfe der regelgerechten Seitwärtsbewegungen stets mit dem Körper zwischen Ball und Torlinie sein. Nach einer unbestimmten Anzahl an Pässen schießt einer der Helfer den Ball flach auf die jeweilige kurze Torecke. Der Torhüter soll den Ball per Fuß abwehren.

Wichtig hierbei ist die richtige Fußhaltung. Das Knie ist nach außen rotiert, sodass die Fußspitze in Richtung Torpfosten zeigt. Die Übung kann natürlich zunächst einfacher gestaltet werden, indem zunächst eine feste Anzahl an Pässen festgelegt wird.

Ein dritter Helfer, welcher zentral vor dem Tor steht (Dreiecksformation mit den anderen beiden Helfern) kann für zusätzliche Reize sorgen. Dieser Helfer darf in beide Torecken schießen, wenn er sich für den Abschluss entscheidet (schnelle Richtungswechsel des Torhüters werden nötig).

Torfläche abhängen, Arme hinter dem Rücken verschränken

Diese Übung eignet sich besonders für Torleute, welche auch bei flachen Würfen aus dem Rückraum häufig die Hände zur Abwehr benutzen und auf den Einsatz ihrer Beine/Füße fast gänzlich verzichten.
Es werden Wurfserien aus dem Rückraum von unterschiedlichen Positionen gestaltet. Dabei sollen die Werfer (im Idealfall zwei Werfer jeweils mit Ballkiste) lediglich die untere Hälfte des Tores anvisieren (obere Torhälfte abhängen). Nach einer kurzen Einwerfphase mit festem Wurfbild (links rechts im Wechsel) wird frei von neun Metern geworfen.

Der Torhüter soll mit hinter dem Rücken befindlichen Händen die Würfe nur mit Beinen und Füßen parieren. Besonderes Augenmerk sollte auch hier wieder auf die nach außen rotierte Fußspitze bei der Wurfabwehr gelegt werden um Verletzungen vorzubeugen.

Die Wurfhärte sollte zu Beginn möglichst gering sein, damit sich der Übende an den Ablauf gewöhnen kann und zunehmend erhöht werden. Die Übung bildet gleichzeitig die Möglichkeit die Angst vor Körpertreffern zu minimieren. Eine Variante ist es z.B. einen Werfer flache Bälle aus dem Rückraum werfen zu lassen, wohingegen der zweite Werfer Bälle aus der Nahwurfzone auf den Oberkörper des Torhüters ausführt.

Hierbei wird der Torhüter darin geschult sich durch das Anspannen des körpereigenen „Muskelpanzers“ zu schützen und nicht nur mit seinen Händen als Schutzinstrumente zu arbeiten. Diese Fähigkeit ist essentiell um Verletzungen vorzubeugen.

Autor: Robert Nowacki

4. August 2015

Erwärmungsspiele fürs Torwarttraining

Kategorie: Aufwärmen – Autor: KaiDittrich – 09:26

Spezielles Torwarttraining ist entscheidend für die Entwicklung guter Fähigkeiten auf der Position des Schlussmannes. Häufig integrieren Übungsleiter auch Torwarttraining in ihre Trainingseinheiten. Eine zielführende Erwärmung der Schlussleute bleibt dabei jedoch häufig auf der Strecke.

Zumeist werden die Erwärmungsinhalte zusammen mit den Feldspielern durchgeführt bzw. Torhüter einfach zum Dehnen geschickt. Wir wollen im Folgenden zeigen, dass man jedoch auch mit wenigen Torleuten effektive und motivierende Erwärmungsspiele machen kann, von denen viele aus anderen Sportarten entliehen werden können.

Fußballtennis und Fußballduell

Zwei kleine Spiele, die insbesondere Einheiten vorangestellt werden, in denen die Abwehrtechnik flacher Würfe im Vordergrund steht.

Beim Fußballtennis wird ein Netz (am besten Badminton- oder Tennisnetz) in der Mitte eines Spielfeldes gespannt. Ziel ist es einen Handball mit dem Fuß über das Netz in das gegnerische Spielfeld zu spielen. Der Ball darf lediglich einmal in der eigenen Hälfte aufkommen, bevor er zurückgespielt werden muss.
Das Spiel kann sowohl 1 vs. 1 als auch 2 vs. 2 oder 3 vs. 3 gespielt werden. Bei der Variante mit mehreren Spielern pro Team ist auch das Passen innerhalb des Teams erlaubt. Des Weiteren können andere Bälle, z.B. Tennis- oder Fußbälle verwendet werden.
Für „Fußballduell“ werden kleinere Tore (Hockeytore z.B.) benötigt. Diese werden im Abstand von ca. 5 Metern voneinander aufgestellt. Die Tore werden im Idealfall an einer Hallenwand platziert und mit zusätzlichen „Banden“ auf der anderen Seite abgeschirmt (s. Abbildung 1).

Zwei Torhüter spielen gegeneinander. Der Ball darf nur mit den unteren Extremitäten berührt werden. Ziel ist es, den Ball mit dem Fuß ins Tor des Gegners zu befördern. Dabei darf jeder Spieler nur bis zur imaginären Mittellinie vorrücken.

Tennis mit der flachen Hand

Für Tennis mit der flachen Hand wird ein Tennisball benötigt. Das Spiel kann mit oder ohne Netz gespielt werden. Ziel ist es den Ball mit der Handfläche so in die Hälfte des gegnerischen Spielfeldes zu spielen, dass der Ball dort mehr als einmal aufkommt bevor der Gegner ihn zurückspielen kann. Es ist demnach eine Variante des weiter oben beschriebenen Fußballtennis, sollte jedoch eher Trainingseinheiten mit den Hauptschulungsinhalten Reaktionsfähigkeit und Hand-Auge-Koordination vorangestellt werden.

Kopfballduell

Ähnlich wie beim Fußballduell auch werden hier zwei Tore in geringem Abstand voneinander aufgestellt. Jedoch sollten die Tore mindestens Handballgröße haben (s. Abbildung 2).

Ziel des Spiels ist es, den Ball ins gegnerische Tor zu köpfen. Die Abwehr des Balles darf ebenfalls nur per Kopf erfolgen. Das Spiel kann genutzt werden, um Einheiten mit Themen wie Ganzkörperspannung oder Prävention von Kopftreffern einzuleiten. Bei größerem Abstand (z.B. Breite des Handballfeldes) können die Tore auch mit den Händen erzielt werden.
Autor: Robert Nowacki

1. Dezember 2014

Torwarttraining – Kooperation der Extremitäten II

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 06:37

Hohe Würfe von der Außenposition

Für die Übung wird ein Stepper benötigt, welcher vor dem Torpfosten platziert wird. Ein Schütze wird mit Ballkiste auf der Außenposition postiert. Der Torhüter selbst stellt sich mit einem Bein auf den Stepper. Das andere Bein hängt zu Übungsbeginn in der Luft.

Der Schütze beginnt eine Wurfserie, bei der er die Bälle von Hüft- bis Schulterhöhe des Torwartes auf die lange Ecke bringen soll, jedoch so platziert, dass der Torhüter die Bälle erreichen kann ohne seinen Standpunkt auf dem Stepper zu verlassen.

Der Torhüter versucht die Würfe mit Hand und Fuß abzuwehren und jeweils beide Extremitätengruppen hinter den Ball zu bringen. Währenddessen muss er die Spannung im Standbein aufrechterhalten, sodass er die Position auf dem Stepper einhält. Eine Wurfserie beinhaltet je nach Leistungsniveau etwa 10-20 Würfe.

Hohe Würfe aus der zentralen Nahdistanz (Kreis)

Für diese Übung wir ein Turnkasten benötigt. Das oberste Kastenteil sollte in seiner Höhe knapp unterhalb der Hüfthöhe des übenden Torhüters abschließen. Der Kasten wird leicht zentral versetzt in 1-2 Metern Torentfernung aufgestellt (s. Abbildung 2).

Der Torhüter legt ein Bein zu Beginn auf den Kasten. Mit Start der Wurfserie, soll er Bälle auf Kopfhöhe mit Arm und Fuß abwehren. Die Würfe sollen dabei über dem Kastenteil platziert werden. Ziel ist es zwischen den Abwehraktionen das Bein nur sehr kurz bzw. gar nicht auf den Kasten aufzusetzen.
Dies fördert insbesondere die Kraft der Abduktoren, die für die schnelle Bewegung des Beines nach oben extrem wichtig sind. Nach zehn Würfen wird der Kasten auf die andere Seite befördert und die Übung mit dem anderen Bein durchgeführt.

Für einen effektiven Trainingsreiz sollten mindestens zwei-drei Durchgänge pro Bein absolviert werden. Die Übung ist je nach Leistungsniveau auch noch durch zusätzliche Gewichtsmanschetten an den Beinen und Armen steigerbar. Dies gilt für alle Übungen, die wir in den letzten beiden Artikeln beschrieben haben.

Autor: Robert Nowacki

24. November 2014

Torwarttraining – Kooperation der Extremitäten I

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 06:34

Im letzten Beitrag ging es um die Theorie des Zusammenspiels von Arm- und Beinarbeit im Handballtor. Nun wollen wir mit einigen Übungen Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Zusammenarbeit aufzeigen.

Abwehr flacher Würfe von außen

Für die Übung wird ein Stepper, flacher Hocker, oder ähnliches benötigt. Dieser wird schräg vor einem der Torpfosten platziert (s. Abbildung 1).

Ein Werfer wird mit Ballkiste in 5-6 Metern Entfernung (je näher umso kürzer die Reaktionszeit) auf der Außenposition postiert.
Der Torhüter stellt sich mit dem pfostennahen Bein auf den Stepper. Das andere Bein wird auf dem Boden abgesetzt.
Der Schütze beginnt in Serie Bälle flach auf die lange Torecke zu werfen. Der Torhüter hat die Aufgabe möglichst jeden Wurf mit Hand und Fuß abzuwehren, bzw. die Hand immer unterstützend über den Fuß zu schieben.

Dies wird durch die leichte Körperschräglage aufgrund des zweiten Fußes auf dem Stepper unterstützt und bietet so eine gute Gewöhnungsübung für die Abwehr flacher Würfe mit beiden Extremitätengruppen.
Eine Erschwerung der Übung kann dadurch vorgenommen werden, zunächst mit dem „Übungsbein“ auf dem Hocker zu stehen und kurz vor den Würfen umzuspringen.

Schnelles Umspringen bei zentralen Würfen

Der Grundgedanke dieser Übung ist ähnlich wie in der vorhergehenden. Auch dieses Mal wird ein Stepper benötigt, jedoch in zentraler Position (1-2 Meter vor dem Tor). Im Idealfall stehen zwei Schützen in 6-7 Meter zentraler Wurfposition.

Der Torhüter hat die Aufgabe jeweils Flache Würfe in die Torecken mit Hand und Fuß abzuwehren. Dabei wird das „nicht aktive“ Bein jeweils auf dem Hocker abgesetzt. Nach einer Abwehraktion zu einer Torecke wird schnell umgesprungen und ein Ball in die andere abgewehrt (s. Abbildung 3).

Dieses Procedere wird als Wurfserie (12-20 Würfe) durchgeführt. Die Torhüter sollen lernen aus einem Schritt heraus in die Abwehrhaltung mit Fuß und Hand gehen zu können.

Abwehr flacher Würfe aus dem Rückraum

Für diese Übung werden zwei Hürden vor dem Tor aufgestellt. Die Hürden müssen der Größe des Torhüters angepasst werden, sollten allerdings möglichst tief sein. Die Hürden werden jeweils leicht links und rechts versetzt platziert (s. Abbildung 3). Zwei Werfer werden in 8-9 Metern Torentfernung auf den Halbpositionen postiert.

Die Schützen werfen abwechselnd flach auf die jeweils kurze Torecke. Der Torhüter soll die Bälle jeweils im Hürdensitz mit Hand und Fuß abwehren. Eine Wurfserie sollte 10-12 Abwehraktionen beinhalten.
Vor dieser Übung ist ein umfangreiches Erwärmungsprogramm und ausreichend Vordehnung extrem wichtig, da die Verletzungsgefahr sonst sehr hoch sein kann.

Autor: Robert Nowacki

17. November 2014

Torwartverhalten – Kooperation der Extremitäten

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 06:34

Jeder Torhüter hat seine individuellen Stärken. Manche reagieren sehr schnell, manche stehen sehr gut und andere machen den Werfern durch unkonventionelle Bewegungen das Leben schwer.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Einsatz von Hand- und Fußabwehr im Torwartspiel. Häufig werden Bälle in bestimmten Höhen ausschließlich entweder mit den oberen oder den unteren Extremitäten abgewehrt.

Dass es durch den gleichzeitigen Einsatz beider Extremitätengruppen durchaus zu einer verbesserten Abwehrchance kommen kann, bleibt häufig unbedacht.

Flache Bälle mit Hand und Fuß abwehren

Flache Würfe werden im Großteil der Fälle mit den unteren Extremitäten abgewehrt. Die Wurfhöhe und kürzerer Aktionsweg sprechen auch dafür Bälle in Bodennähe mit den Beinen abzuwehren.
Gerade bei Wurfaktionen aus dem Rückraum ist jedoch die Gefahr groß, dass ein Ball mit hoher Wurfgeschwindigkeit den Weg über das gestreckte Bein findet. Besonders Aufsetzer sind hier sehr gefährlich.

Daher ist es wichtig Torhüter dahingehend zu schulen ihre Arme unterstützend bei der Abwehr solcher Bälle einzusetzen. Dabei geht der erste Abwehrimpuls zwar von der dem Strecken des Beines in Richtung der Flugbahn des flachen Wurfes aus, die Hand wird jedoch anschließend unterstützend über das gestreckte Bein geschoben (s. Abbildung 1).

Dies hat drei Vorteile:

Abdeckung von mehr Torfläche
Aufsetzerabwehr
Korrektur unsauberer Fußabwehr (Ball springt zwar an das Bein, wird jedoch nicht vom Tor weg abgelenkt, sondern nur in Flugbahn Richtung Tor verändert)

Hohe Bälle mit Hand und Fuß abwehren

Wieso soll ich mein Bein auf eine Höhe bringen, wo ich doch viel besser mit den Armen agieren kann? Eine berechtigte Frage, die jedoch eine einfache Antwort nach sich zieht. Ist ein Torhüter in der Lage mit seinem Bein auch Bereiche auf Schulter oder sogar Kopfhöhe abzudecken, kann er gleichzeitig beide obere Torecken „dicht machen“. Besonders häufig kann man dieses Phänomen aktuell bei Niklas Landin in der DKB-Handballbundesliga beobachten.

Laufen die Werfer im Gegenstoß beispielsweise alleine auf ihn zu und versuchen ihn „auszuspringen“, deckt er häufig die kurze Ecke mit einem Bein und einem Arm ab und hat somit den anderen Arm für die lange Ecke zur Verfügung. Im Gegensatz zur Abwehrtechnik des „Hampelmannes“ kann somit viel Torfläche abgedeckt werden und trotzdem aus einer stehenden Position schnell auf Veränderungen der Wurfhaltung des Angreifers reagiert werden.

Im nächsten Beitrag werden wir einige Übungen zeigen, mit denen das kooperative Abwehren mit Armen und Beinen geschult werden kann.

Autor: Robert Nowacki

12. April 2014

Training der Fußabwehr für Torhüter Teil 2 (spielerisch)

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 08:54

Kreishüter

Für die Übung wird ein Kreis von ca. drei Metern Durchmesser benötigt. Der übende Torhüter darf sich nur innerhalb des Kreises bewegen. Um den Kreis herum verteilen sich vier Spieler (s. Abb. 1). Es wird ein Spielball benötigt.
Die Spieler müssen versuchen sich den Ball gegenseitig mit Bodenpässen durch den Kreis zuzuspielen. Der Torhüter versucht so viele Bälle wie möglich mit den Beinen/Füßen abzuwehren. Die Spieler dürfen ihre Position beliebig verändern, sodass sich der Torhüter auch an den Positionen der einzelnen Angreifer orientieren muss.

Bankhandball

Für das Spiel werden Turnbänke so umgekippt, dass ihre Sitzflächen zur Mitte eines Spielfeldes zeigen (s. Abb. 2). Die Spieler werden auf zwei Mannschaften verteilt.
Ziel der jeweils angreifenden Mannschaft ist es, den Ball gegen die Bank des Gegners zu werfen. Die Aufgabe der Torhüter ist es, dies mit einer Fußabwehr zu verhindern. Die Feldspieler dürfen sich den Bänken nur bis zu einer Entfernung von fünf Metern nähern (Kennzeichnung durch Linien), sodass den Torleuten genug Reaktionszeit eingeräumt wird.

Stehen mehr als zwei Torleute zur Verfügung können mehrere Bänke nebeneinander aufgestellt werden, sodass jede Mannschaft beispielsweise zwei Bänke mit jeweils einem Torhüter hat.

4-Gegen-2: Torhüter vs. Feldspieler

Eine Vierergruppe bestehend aus Feldspielern muss versuchen sich den Handball innerhalb eines markierten Feldes zuzuspielen. Die beiden Torhüter versuchen die Bälle mit den unteren Extremitäten abzufangen. Die Feldspieler dürfen dabei nur Aufsetzer und Hüftwürfe als Passarten verwenden, sodass die Torhüter eine Chance besitzen an den Ball zu kommen.

Als Spielvariante ist es auch möglich die vier Feldspieler auf den jeweiligen Ecken des Spielfeldes zu verteilen. Bei dieser Variante dürfen sich die Feldspieler nicht bewegen und müssen ihre Pässe somit immer an einen von drei fixen Punkten spielen (s. Abb. 3). Die Torleute sind frei beweglich und versuchen auch hier erneut die Bälle mit den Beinen/Füßen abzuwehren. Natürlich muss auch hier eine maximale Passhöhe festgelegt werden.

28. März 2014

Angriffstaktik gegen die 5:1 Abwehr

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 08:40

Häufig sieht man bei Handballspielen, dass die Umstellung der Abwehrformation der angreifenden Mannschaft Probleme bereitet. Meist ist diese Umstellung die von der eher defensiven 6:0-Deckung zur aggressiveren 5:1-Deckung. Die verteidigende Mannschaft kann mit so einer offensiven Deckung Ballgewinne erzielen und beispielsweise einen Rückstand noch aufholen oder wurfstarke Rückraumakteure aus dem Spiel nehmen. Im Folgenden werden einige angriffstaktische Tipps gegeben, wie man gegen ein solches Deckungssystem agieren kann.

Mehr Kleingruppenspiel

Da die 5:1 meist das schnelle Stoßen über alle Positionen unterbindet ist Kleingruppenspiel gefragt. Das bedeutet, dass die Halbspieler zusammen mit ihren Außen und dem Kreisläufer agieren müssen. Der Kreisläufer muss dabei wesentlich mehr Laufarbeit leisten als gegen eine 6:0, da er die besten Chancen hat, wenn er den Ball in den Lauf gespielt bekommt. Ähnlich wie beim Überzahlspiel sollten die Außen ihre Anzugsbewegung nicht auf eine Lücke machen sondern immer zur Außenseite an ihrem Gegenspieler vorbei, sodass die Halbspieler auf die Position zwischen 1 und 2 ziehen können (s. Abb. 1). Dies hat zur Folge, dass der KL lediglich einen Gegenspieler im Abwehrzentrum hat und mit dem richtigen Timing den Ball in den Lauf erhält, indem er z.B. bei Beginn der Anzugsbewegung von der gegenüberliegenden Abwehrseite hinterläuft.

Sperre gegen den vorgezogenen Abwehrspieler

Eine probate Angriffslösung ist auch den vorgezogenen Abwehrspieler wegsperren zu lassen. In unserem Beispiel (s. Abb. 2) wird der Ball druckvoll von rechts nach links durchgespielt. Kurz bevor RR den Pass zu RM spielt löst sich der Kreisläufer von seiner Position und setzt die Sperre für seinen RM, sodass dieser mit Ball links am vorgezogenem Spieler vorbeistoßen kann. Dies hat zur Folge, dass der zentrale Abwehrspieler seine Position verändern muss, um eine Überzahlsituation auf der rechten Abwehrseite zu verhindern (blauer Pfeil). Somit entsteht viel Raum in der Abwehrmitte, in welchen sich der KL jetzt wieder absetzen kann und nach dem Pass von RM völlig frei ist.

Allgemeine Tipps gegen 5:1 Formationen

– Ballsichere Spieler aufs Feld
– Eins-Gegen-Eins starke Spieler für reine Werfer bringen
– Agieren mit Einläufern (mit und ohne Ball)
– Pässe über den vorgezogenen Abwehrspieler vermeiden

21. März 2014

Training der Fußabwehr für Torhüter Teil 1

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 08:35

Dem Torhüter ist als einzigem Spieler einer Mannschaft das Berühren des Balles mit dem Fuß gestattet. Somit besitzen die Torhüter die Möglichkeit auch Bälle außerhalb der Reichweite ihrer Hände zu halten. Allerdings machen viele Torhüter gerade in unteren Ligen eher selten Gebrauch von dieser Möglichkeit. Wir zeigen Übungen mit der man die Fuß-/Beinabwehr und die nötigen koordinativen Voraussetzungen im Training üben kann.

Fußkoordination (Partnerübung)

Zwei Torhüter üben zusammen. Jedes Paar benötigt einen Ball. Die Torhüter stehen sich mit Gesicht zueinander im Abstand von 2-3 Metern gegenüber (s. Abb. 1). Der Torhüter in Ballbesitz spielt seinem Partner den Ball so zu, dass dieser ihn mit dem Fuss zurückspielen bzw. stoppen kann. Es soll in verschiedenen Höhen und Härtegraden geworfen werden. Nach 20 Pässen werden die Rollen getauscht.
Erschwerend kann man die Übungen auch in der Bewegung ausführen. Dies bedeutet, dass sich beide Partner im selben Rhythmus in die gleiche Richtung bewegen und der Übende den Ball aus der Bewegung stoppen/zurückkicken soll.

Schnelles Umspringen

Der übende Torhüter steht in der Tormitte (ca. 1 Meter vor dem Tor). Links oder rechts neben ihm steht ein Helfer (im Idealfall ebenfalls Torhüter), der jeweils einen Ball in der Han hält. Zentral am Sechsmeterkreis steht ein Schütze mit Ballkiste (s. Abb. 2).
Der Helfer hält seinen Ball auf Hüfthöhe des Übenden, sodass er diesen mit der Fußspitze berühren kann. Zu Übungsbeginn berührt der Torhüter diesen Ball mit dem nahegelegenen Bein. Direkt nach der Berührung des Balles wirft der Schütze seinen Ball (ebenfalls in Hüfthöhe) auf die andere Seite des Torhüters. Dieser muss durch schnelles Umspringen von einem Bein auf das andere versuchen diesen Ball abzuwehren. Daraufhin beginnt die Übung sofort von neuem (also Ballberührung und Ballabwehr im stetigen und möglichst hochfrequenten Wechsel. Nach einigen Würfen positioniert sich der Helfer auf der anderen Seite, sodass beide Beine des Übenden derselben Belastung ausgesetzt sind.

Die Höhe der Würfe und der zu berührenden Bälle kann natürlich beliebig variiert werden.