Handballtraining Handballübungen


26. August 2017

Die Antrittsschnelligkeit mit Hilfe von „Handicaps“ verbessern

Kategorie: Schnelligkeit – Autor: KaiDittrich – 10:25

Die Schnelligkeit gehört zu den am schwersten trainierbaren konditionellen Fähigkeiten. Im Gegensatz zu Ausdauer und Kraft ist Schnelligkeit in höherem Maße von genetischen Faktoren abhängig und kann im Regelfall nur durch spezielles Training gesteigert werden.

Über Möglichkeiten die maximale Sprintschnelligkeit zu erhöhen, haben wir vor längerer Zeit schon einmal berichtet

(hier der Link: http://www.handballtraining.de/schnelligkeit/maximalschnelligkeitstraining-mit-bergansprints-tapping/1567).

Noch entscheidender als eine hohe Maximalgeschwindigkeit ist im Handball jedoch das schnelle Erreichen von maximalem Tempo. Insbesondere im Gegenstoßverhalten verschafft diese Fähigkeit einem Spieler hohe Vorteile, denn effektiv bleiben lediglich 20-25 Meter Laufstrecke, auf welcher man möglichst viel Geschwindigkeit aufnehmen muss. Daher müssen Handballer vor allem gezielt den Antritt trainieren.

Trainingsansatz-Antritt mit Handicap

Eine recht wirkungsvolle Methode den Antritt zu verbessern ist das Arbeiten mit Handicaps, das heißt Beeinträchtigungen, beim Starten eines Sprints. Der Übende wird durch eine Erschwerung der Startbedingungen dazu veranlasst mehr muskuläre Anstrengung, sowohl was die Kraft als auch die Koordination angeht, auszuüben um einen dynamischen Antritt auszuführen.

Trainingsgrundlage hierzu bieten stets kurze Sprintstrecken von 20 bis maximal 40 Meter. Im Folgenden werden einige Möglichkeiten, solch ein Handicap zu konstruieren, dargestellt.

Weiche Untergründe

Jeder weiß, dass es wesentlich schwieriger ist, auf weichen Untergründen voranzukommen. Beispielhaft können hier Sprints im Sand, Matsch oder auf Weichbodenmatten ausgeführt werden.

Zusatzgewichte

Jeder der schon einmal über längere Zeit eine Gewichtsweste oder -manschetten anhatte weiß, wie befreiend das Gefühl ist, diese wieder ablegen zu können. Diese Trainingsutensilien eignen sich hervorragend für das Antrittstraining. Nicht ganz so speziell aber ähnlich wirkungsvoll sind Medizinbälle oder einfach zwei volle Wasserflaschen.

Natürliche und Unnatürliche Widerstände

Noch besser geeignet für das Training der Antrittsschnelligkeit sind Widerstände, welche den Übenden in seinem Start- und Bewegungsverhalten einschränken. Das höhere Aufbringen von Kraft und Koordination beim Überwinden dieser Widerstände sorgt für muskuläre und neurologische Anpassungen.

Eine natürliche Methode hierzu sind Sprints im Wasser (etwa knie- bis hüfthoch). Die moderne Trainingswissenschaft hat zudem viele unterschiedliche Materialien zu bieten, welche einen Widerstand simulieren.

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Als sehr nützlich haben sich Gurtsystem, wie in Abbildung 1 dargestellt erwiesen. Diese können entweder von einem Partner gehalten werden, welcher den Antritt des Übenden durch permanenten Zug von hinten stark verlangsamt, oder aber z.B. an Sprossenwänden, Torpfosten etc. befestigt werden.

Power-Gurtsysteme im Shop
sprintgurt_teamsportbedarf.de
https://www.teamsportbedarf.de/fussball/fussball-trainingshilfen/trainings-gurt-1-sprinttraining-schnellkraft/a-333/

Hierdurch wird es dem Übenden ermöglicht, mehrere Antrittsversuche hintereinander gegen einen immer höher werdenden Widerstand auszuführen, da irgendwann natürlich die maximale Elastizität des Gurtsystems ausgereizt ist.

Weitere Utensilien mit ähnlichen Funktionseigenschaften sind Sprintschlitten oder Therabänder, welche ebenfalls von Partnern festgehalten werden.

Sind keine solche Utensilien verfügbar reicht es auch, wenn ein Partner den Übenden einfach im Hüftbereich am Hosenbund festhält und stets entgegen der Sprintrichtung zieht.
In Kürze werden wir euch einige konkretere Übungsbeispiele für das Antrittstraining mit Handicap vorstellen.

Autor: Robert Nowacki

19. September 2016

Torwarttraining mit Schwerpunkt auf die Explosivität bei der Wurfabwehr

Kategorie: Torwarttraining – Autor: KaiDittrich – 09:05

Im Folgenden beschreiben wir einige Übungen zur Verbesserung der Explosivität bei der Wurfabwehr für eure Torhüter. Generell stehen dabei meistens kurze Vorbelastungen mit anschließender Abwehr von ein oder zwei Würfen im Vordergrund.

Wurfabwehr nach Stoß gegen Hochsprungmatte

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Für die Übung wird eine Turn- oder Hochsprungmatte benötigt, welcher knapp neben dem Pfosten auf einer Seite des Tores platziert wird. Der Torhüter gibt der Matte, die von einem Helfer gehalten wird zunächst einen kräftigen Stoß mit beiden Händen und geht anschließend sofort explosiv in die andere Ecke um einen Torwurf abzuwehren (s. Abb. 1).

Diese Übung wird pro Durchgang sechs- bis achtmal wiederholt. Erschwerungen können vorgenommen werden, indem der Helfer der Matte einen Schubser gibt, sodass der Torhüter diese zunächst auffangen und wieder aufrichten muss. Zudem kann die Übung auch mit je einer Matte auf jeder Seite durchgeführt werden.

Reaktive Wurfabwehr nach Sprung von einem Turnhocker

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Für die Übung wird ein Turnhocker zentral vor der Torlinie platziert. Es werden zwei Schützen auf Pfostenhöhe mit Ballkiste benötigt. Der Torhüter nimmt zunächst die Ausgangsstellung auf dem Turnhocker ein (s. Abb. 2). Dann springt er beidbeinig ab und landet ebenfalls beidbeinig vor dem Hocker. Kurz nach der Landung wirft der erste Schütze flach in seine Torecke. Der Torhüter muss direkt im Anschluss an die Landung explosiv in die Seitwärtsbewegung gehen um den Ball abzuwehren.

Nach dem Wurf des ersten Schützen wechselt der Torhüter auf die andere Seite und wehrt den Wurf des zweiten Schützen ab. Die Werfer sollten ihre Würfe so timen, dass die Torleute gerade noch in der Lage sind die Bälle abzuwehren.

Variation für Abwehr hoch/halbhoch: Der Torhüter springt wie gehabt vom Hocker und landet einbeinig auf dem Boden. Direkt nach der Landung wechselt er das Standbein und wehrt einen hoch oder halbhoch geworfenen Ball mit dem Bein auf welchem er ursprünglich gelandet war ab. Anschließend springt er noch einmal um und wehrt einen Wurf des zweiten Schützen auf das andere Bein ab.

Wurfabwehr nach Schrittmuster durch Koordinationsleiter

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Links und rechts neben dem Tor wird jeweils eine Koordinationsleiter ausgelegt. Die Torhüter machen führen an dieser jeweils verschiedene Schrittmuster aus. Dabei bewegen sie sich immer in Richtung Tor. Nachdem die Koordinationsleiter absolviert wurde versucht sich der Torhüter durch schnelle Seitwärtsbewegung in Richtung langes Toreck zu bewegen und einen Ball nach Ansage (flach, halbhoch, hoch) abzuwehren.

Im Anschluss an die Abwehraktion läuft er um die zweite Leiter herum und startet an deren Ende angekommen erneut mit dem Schrittmuster Richtung Tor.
Nach ca. acht Würfen (4x linke/rechte Torecke/Leiter) ist ein Durchgang beendet.

Wichtig ist, dass sich der Torhüter nach Verlassen der Leiter mit schnellen Side-Steps versucht in Position zu bringen und mit einem langen explosiven Schritt in die endgültige Abwehrposition zu gehen.
Variation Richtungswechsel: Torhüter schlägt nach Verlassen der Leiter erst am langen Pfosten an und bewegt sich dann explosiv zurück zur Abwehr eines Wurfes in die kurze Ecke.

Autor: Robert Nowacki

11. September 2016

Komplexe Wurfübung mit koordinativer und konditioneller Vorbelastung von Werfer und Torhüter

Kategorie: Wurftraining – Autor: KaiDittrich – 17:53

In der Abbildung 1 ist das Beispiel einer komplexen Wurfübung dargestellt, bei welcher Torhüter und Feldspieler gleichzeitig belastet werden sollen.

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Aufbau und Vorbereitung

Vor Beginn der Übung müssen einige Trainingsutensilien bereitgestellt werden. In der Nähe der Seitenauslinie wird eine Bahn aus Turnhockern oder noch besser Sprunghürden vorbereitet. Die Abstände sollten zwischen 0,5 und 1,0 Metern betragen.

Auf Höhe der Mittellinie werden zwei Hütchen gemäß der Abbildung positioniert. Bei ca. 10-11 Metern Torentfernung werden zudem zwei Koordinationsleitern parallel zur Grundlinie ausgelegt. Bei ca. 8 Metern werden zwei Abwehrdummies postiert. Jeder Feldspieler benötigt außerdem einen Handball.

Übungsablauf

Die Werfer stehen zunächst gleichmäßig verteilt links und rechts neben den Torpfosten. Der erste Spieler auf jeder Seite hält seinen Ball auf Höhe des Pfostens. Der Torhüter muss die Bälle im schnellen Rechts-Links-Wechsel antippen. Sobald sein Ball angetippt wurde läuft ein Spieler in leichtem Bogen zu der Hockerbahn. Diese versucht er mit Schlusssprüngen zu überwinden, nach Möglichkeit ohne Zwischensprung (Schulung der reaktiven Sprungkraft).

Anschließend sprintet der Werfer um das Wendehütchen herum an das äußere Ende der Koordinationsleiter und durchläuft diese nach einem festgelegten Muster (z.B. zwei Kontakte pro Zwischenraum mit Blick zum Tor). Hat er die Leiter überwunden, wird eine Körpertäuschung (nach außen oder innen bzw. zur oder gegen die Hand) am Abwehrdummie ausgeführt und anschließend der Torwurf nach Ansage ausgeführt.

Das Ganze muss so getimt werden, dass alle Spieler bereits in Bewegung sind, wenn der erste Werfer zum Torabschluss ansetzt, damit der Torhüter bereit zur Abwehr der Bälle ist. Hier kann durch unterschiedliche Postierung des Wendehütchens gegebenenfalls eine Anpassung vorgenommen werden.

Varianten

– Einbeinsprünge im Hocker-/Hürdenparcours, Hindurchkriechen unter den Hürden
– Verschiedene Schrittmuster an der Koordinationsleiter
– Eins-Gegen-Eins-Bewegung aus dem Doppelpass mit Zuspieler/gegen einen aktiven Abwehrspieler
– Freie Wurfauswahl/anstatt Ansage

Die Übung ist ein gutes Beispiel dafür, dass Einwerfen der Torhüter auch für die Feldspieler fordernder zu gestalten und bestimmte Übungselemente (Köpertäuschungen, Sprungkraft, Koordination, etc.) bereits vorwegzunehmen.

Autor: Robert Nowacki

18. Juli 2012

handballtraining-Zeitschrift: Ausgabe Juli 2012

Kategorie: Zeitschrift – Autor: admin – 13:54

In der Juli-Ausgabe von „handballtraining“ schreiben diverse Autoren zu vielen unterschiedlichen Themen: zu Technik/Taktik, Athletik, Saisonvorbereitung, Trainingsspiele und über die Frage, ob Aminosäuren zur Förderung der Leistung dienen.

Die Themensetzung dieser Ausgabe ist sehr variabel, hier sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Eröffnet wird das Heft mit einem Beitrag von ht-Autor Khalid Khan, der seit Beginn des Jahres auch Coach von Eintracht Hagen ist. Er spürt dem Thema nach, wie sich ein taktisches Konzept trainieren lässt und welche Übungsformen dafür in Frage kommen. Khan erläutert die Übungen verständlich und erklärt jeweils, welchen Nutzen sie nach sich ziehen.
Gleich zwei Artikel der Juli-Ausgabe befassen sich mit der Thematik der Athletik. In einem Kurzbeitrag macht hat-Autor Klaus Baum klar, dass Schnelligkeit im Handball mehr ist als nur das Sprinten. Auf zwei Seiten schafft es Baum, deutlich zu machen, wie das Training der athletischen Schnelligkeit und der Handlungsschnelligkeit jeweils optimierbar ist. ht-Autorin Birgit Halsband stellt außerdem eine Athletikeinheit einer Bundesligamannschaft der Frauen vor mit dem Schwerpunkt auf dem Kraftausdauerzirkel. Auf drei Seiten geht es dabei ausschließlich um Übungen ohne Ball, dennoch ist das Zirkeltraining sehr abwechslungsreich gestaltet und eine Nachahmung wert.

Der Landestrainer des württembergischen Handballverbands (HVW) Axel Kromer, ht-Autor und seit Anfang Juli auch im Trainerteam von Bundesliga-Aufsteiger TV Neuhausen, geht auf acht Seiten der Frage nach, wie er eine Vorbereitung strukturiert. Per Infokasten informiert Kromer kompakt, wie die Zeitleiste der Trainingswochen zwei bis fünf aussieht, darüber hinaus stellt er einige bekannte und weniger bekannte Übungen vor, deren Ziele er nebenstehend kommentiert.
ht-Redakteurin Renate Schubert gliedert ihren Beitrag „Auch Handball, aber anders“ in zwei Teile und erläutert, warum es wichtig ist, die Spielformen im Training sowohl während der Vorbereitung als auch während der laufenden Saison permanent zu variieren. In Teil eins stellt sie zehn, in Teil zwei noch einmal sechs Übungen mit und ohne Ball vor, deren Ziel es ist, durch leichte Variationen ständig neue Anforderungen an die Spieler zu stellen. Die Übungen sind dabei so gewählt, dass der Trainer sie in unterschiedlicher Intensität aufrufen kann, je nach dessen Trainingsphilosophie.
Auf den letzten drei Seiten der Ausgabe fragt ht-Redakteur Helmut Martin: „Aminosäuren auch für Handballer?“ In seinem Artikel begibt er sich auf die Spur dieser organischen Verbindungen, von deren Verwendung Ausdauersportler „garantiert dopingfrei“ profitieren. Die Erkenntnis: nachzulesen im Heft.
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