Handballtraining Handballübungen


13. Juni 2015

2:4 Angriff – Varianten gegen 6:0 Abwehrreihen

Kategorie: Rückraumspieler – Autor: KaiDittrich – 09:34

Im letzten Angriff ging es um die grundlegenden Voraussetzungen für ein Angriffsspiel mit zwei Kreisläufern. Nun wollen wir einige Varianten des Spiels mit zwei Kreisläufern aufzeigen.

Breite Stellung (s. Abb. 1)

Die bekannteste Grundaufstellung im 2:4 Angriff ist die Variante mit breiter Stellung der Kreisspieler. In dieser taktischen Spielart wird das Feld quasi in zwei Hälften aufgeteilt (gelber und weißer Bereich), sodass zwei Zonen entstehen, in welchen das Kleingruppenspiel im 3 vs. 3 forciert werden soll. Die Außen agieren hierbei stets als Linienaußen während der Anzugsbewegungen und agieren wesentlich stärker in Richtung Spielfeldmitte als im 3:3 Angriff.

Die Kreisspieler stellen ihre Sperren vorrangig am jeweiligen Halbverteidiger bzw. sperren den Außenverteidiger, sodass er isoliert wird. Die Möglichkeiten, welche sich für die Angreifer ergeben sind vielfältig und müssen erkannt werden. Kreisspieler müssen auf die Bewegungen der Abwehr reagieren können und die geeignete Sperre stellen. Sie bestimmen damit den Verlauf des jeweiligen Angriffs.

Enge Stellung – Ballungszentrum auf einer Abwehrseite (s. Abbildung 2)

Eine taktische Variante im Spiel mit zwei Kreis, die besonders hin und wieder angewendet für Überraschung sorgen kann, ist das Spielen mit zwei Kreis auf einer Angriffsseite. Wie in Abbildung 2 zu erkennen verlagern beide Kreisspieler auf die linke Angriffsseite und versuchen ihre jeweiligen Gegenspieler (IL und HR) so wegzusperren, dass der Raum hinter dem raustretenden IL frei wird.

Grundlegende Voraussetzung für das Gelingen dieser Spielverlagerung ist, dass der jeweilige Halbspieler, welcher die Passentscheidung trifft so wurfstark ist, dass er einen der Abwehrspieler herauszieht, damit der Raum für seine Kreisspieler entsteht. Je nach Verhalten der Abwehrreihe, kann der Rückraumhalbe eine von sechs möglichen Passentscheidungen treffen.
Bei erfolgreichen Sperren kann er einen Pass zu einem der Kreisspieler anbringen. Gelingt es den Abwehrspielern die Sperren aufzulösen erhalten RR, LA und RA viel Raum für Durchbruch und Eins-Gegen-Eins-Aktionen.

Autor: Robert Nowacki

3. Juni 2015

2:4 Angriffsspiel mit zwei Kreisläufern – Grundlegendes

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 09:33

Immer wieder sieht man, dass Mannschaften im Angriff mit zwei Kreisläufern agieren. Die Beherrschung dieser Angriffsvariante bringt nicht nur zusätzliche Flexibilität in das Offensivspiel eines Teams, sondern kann auch bei personellen Problemen oder gegen bestimmte gegnerische Abwehrvarianten von Vorteil sein. In den nächsten Artikeln wollen wir den 2:4 Angriff einmal genauer unter die Lupe nehmen und einige Grundlagen dazu vermitteln.

Voraussetzungen für das Spielen eines 2:4 Angriffes (Kreisläufer)

Grundsätzlich braucht man für einen funktionierenden 2:4 Angriff zwei geschulte Kreisläufer. Diese müssen insbesondere in der Lage sein Sperren zu setzen und diese auch zu halten, da die Angriffstaktik nur unter solchen Voraussetzungen rentabel ist.

In der Bundesliga sieht man das Agieren mit zwei Kreisläufern besonders häufig im erweiterten Gegenstoß, da hier oft der etatmäßige Angriffskreisspieler zusammen mit einem Abwehrspezialisten an den Kreis auflöst, um das Spieltempo hochzuhalten. Erst nachdem die Chance auf ein schnelles Tor vorüber ist, wird der Abwehrspezialist gegen einen dritten Rückraumspieler ausgetauscht und zum 3:3 Angriff gewechselt.

Voraussetzungen für das Spielen eines 2:4 Angriffes (Rückraum und Außen)

Auch auf den Rückraum- und Außenpositionen sollte das Spielermaterial zur 2:4 Taktik passen. Im Rückraum werden möglichst spielstarke Akteure benötigt, die in der Lage sind Sperren auszunutzen und außerdem über einen sehr präzisen Pass verfügen, da der Abstand zwischen den beiden Rückraumspielern wesentlich größer ist als im 3:3 Angriff (s. Abbildung 1).

Die Außenangreifer nehmen im 2:4 Angriff eine deutlich aktivere Rolle ein, als im 3:3 Positionsspiel. Um die gegnerische Abwehr in Bewegung zu bringen werden im 2:4 Angriff häufig Wechsel zwischen Halb- und Außenangreifer gespielt. Hierfür werden Außenspieler mit gutem Passspiel benötigt, die ebenfalls in der Lage sind Sperren zu erkennen und auch hin und wieder aus dem Rückraum zu werfen.
Einige Teams spielen ihren 2:4 Angriff mit Rückraumspielern auf den Außenpositionen. Wenn die Verwertung von Chancen auf der Außenposition zu den Schwachpunkten einer Mannschaft gehört, kann eine Umstellung auf 2:4 die richtige Wahl sein.

Voraussetzungen für das Spielen eines 2:4 Angriffes (Gegner)

Ein 2:4 Angriff ist besonders dann rentabel, wenn die angreifende Mannschaft dem Gegner körperlich überlegen ist und man klare Vorteile im Eins-Gegen-Eins besitzt. Durch die Sperren der Kreisspieler wird es für die verteidigende Mannschaft fast unmöglich Überzahlsituationen zu schaffen, sodass die physische Überlegenheit ausgespielt werden kann.
Auch offensive Abwehrvarianten lassen sich durch Übergänge in eine 2:4 Angriffstaktik gut aushebeln. Im nächsten Artikel wird es um das grundlegende Bewegungsmuster im Angriffsspiel mit zwei Kreisläufer gehen.

Autor: Robert Nowacki

5. Januar 2015

Kreisläufertraining – Sperren setzen (Übungen)

Kategorie: Kreisspieler – Autor: KaiDittrich – 09:17

Wie bereits angekündigt wollen wir nun einige Basisübungen zur Schulung des Timings bei Sperren durch den Kreisläufer zeigen

3 Pässe, Sperre, Wurf

Für die Übung werden zwei Turnmatten benötigt, die auf den Halbpositionen etwa mit dem Kopfende an der Neunmeterlinie platziert werden (s. Abbildung 1). Der Kreisläufer positioniert sich zunächst zentral am Torkreis. Mit ihm zusammen trainieren jeweils zwei Halbspieler.

Die beiden Halbspieler passen sich genau dreimal den Ball zu während sie nach der Ballannahme Stoßbewegungen an der Außenseite der Matte ausführen. Nach Erhalt des dritten Passes täuscht der entsprechende Rückraumspieler zunächst die Stoßbewegung nach außen an, geht jedoch anschließend über die Mitte zum Torwurf.

Der Kreisläufer soll für diese Wurfaktion eine Sperre an der Innenseite der Matte stellen. Dabei muss er in dem Moment in die Sperre gehen, in welchem der Angriffsspieler den ersten Schritt der Täuschungsbewegung nach außen macht. So ist gewährleistet, dass ein Abwehrspieler zunächst die Täuschungsbewegung mitgeht und anschließend keine Zeit mehr hat die Sperre zu Umlaufen.

Varianten: 3 Pässe, Sperre, Wurf

Varianten der Übung sind natürlich das Ausführen mit passiven oder aktiven Verteidigern sowie das Agieren mit zwei Kreisläufern. Außerdem kann der Zeitpunkt der Täuschungsbewegung auch durch akustische Signale festgelegt werden an Stelle von Passanzahlen. Hierdurch wird zusätzlich die Reaktionszeit für das Setzen der Sperre verkürzt.

Übung Sperre absetzen

Für die Übung werden zwei Mittelblockspieler und ein Kreisspieler benötigt. Gespielt wird im Abwehrzentrum in einem markierten Bereich. Die Angriffsspieler verteilen sich mit Ball auf RL und RR.
Der erste RL bekommt zu Übungsbeginn zunächst einen Pass von RR und läuft in leichtem Bogen über die Mitte und versucht im Zusammenspiel mit dem KL eine Wurfgelegenheit zu kreieren. Die Verteidiger agieren jeweils offensiv gegen den Rückraumspieler und übergeben den Kreisläufer. Dieser versucht einen Abwehrspieler nach innen zu sperren, sodass in der Mitte eine Überzahlsituation für ihn und den Rückraumspieler entsteht.

Im Anschluss ist RR an der Reihe und der Kreisläufer muss sich umgehend neu positionieren.

Varianten: Übung Sperre absetzen

Die Übung ist auf allen Positionen, selbst auf der Außenposition durchführbar. Außerdem kann die Übung auch im 3 vs. 3 oder 4 vs. 4 umgesetzt werden.

Autor: Robert Nowacki

8. März 2013

Das Einlaufen als angriffstaktisches Mittel

Kategorie: Taktik – Autor: admin – 15:05

Das Einlaufen von den Außenpositionen zählt zu den speziellen Angriffstaktiken im Handballsport. Einläuferspielzüge stiften häufig Unruhe in der gegnerischen Abwehrreihe und können zu direkten Torerfolgen führen. Im Folgenden wird die Grundidee des Einlaufens erläutert.

Einlaufen Gegen den Ball

Dies ist die häufiger verwendete Form des Einlaufens. Durch dieses taktische Mittel lassen sich vor allem offensive Deckungsreihen (3:2:1, 3:3, 4:2) unter Druck setzen, da der Einläufer sich im Rücken der Abwehr mit hohem Tempo am Kreis entlang bewegt und so nicht permanent von drei oder vier defensiven Abwehrspielern gedeckt werden kann. Für einen Torerfolg zu erzielen benötigt man hier nicht mal Übergänge im Rückraum, sondern einfach nur einen druckvollen Spielaufbau (einfaches Stoßen) von der anderen Angriffsseite.

In der ersten Abbildung sehen wir die Ausgangsposition gegen eine 3:2:1 Deckung. Der Linksaußen des angreifenden Teams hat den Ball. Seine Aufgabe ist es, den ersten Druck auf die Deckungsreihe auszuüben und den halboffensiven Verteidiger mit zurück zu ziehen.

So verschafft er dem Rückraumlinken Platz um seinerseits wieder Druck auf die Abwehr zu machen

Nun ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Kreisspieler den zentralen Defensivverteidiger dazu zwingt möglichst weit nach innen zu rücken. Der Einläufer von Rechtsaußen ist bereits beim ersten Pass von LA zu RL losgelaufen und befindet sich idealerweise im Rücken des halblinken Defensivverteidigers

RL zieht nun seinerseits auf die Lücke zwischen Verteidiger zwei und drei. Stimmt das Timing und verhält sich die Abwehr dementsprechend kann er den Ball bereits jetzt zum Einläufer spielen. Dieser besitzt gegenüber dem halblinken Verteidiger einen Zeitvorteil und kann sich daher kurz ohne Gegenspieler am Kreis bewegen

Reagiert die Deckung anders als in Abbildung 3 besteht beispielsweise auch noch die Möglichkeit eines Kreisanspiels oder dem Abräumen über den RR, welcher dann gegen den Außenverteidiger alleine steht.

In jedem Fall sind Spielzüge mit Einläufern eines der wirkungsvollsten Mittel gegen offensive Deckungsreihen. Allerdings sollten die Spieler auch die individuellen Fähigkeiten besitzen, um diese Angriffstaktiken umsetzen zu können. So sind vor allem auf den beiden Halbpositionen schnelle, bewegliche Spieler gefragt, die gute Eins-gegen-Eins-Fähigkeiten besitzen, da sie den entscheidenden Faktor beim Druckaufbau darstellen.

20. November 2012

Kennenlernen des Kreuzens

Kategorie: Taktik,Zusammenspiel – Autor: admin – 18:13

Das sogenannte Kreuzen oder auch „Wechseln“ gehört zu den wichtigsten speziellen Angriffstaktiken im Handball und ist die Grundlage für einen Großteil der bekannten Spielzüge im Handball. Im Folgenden wird eine Übung erläutert, bei welcher die Grundlagen des Kreuzens erlern werden sollen.

Übung zum Kreuzen

Um die Spieler mit den Grundlagen des Kreuzens vertraut zu machen empfiehlt es sich zunächst den grundlegenden Ablauf einer Kreuzbewegung zu trainieren. Hierfür stellen sich die Spieler in zwei Reihen hintereinander auf. Die Spieler beider Reihen blicken dabei auf eine Stange/Pylone in ungefähr 5 Metern Entfernung (s. Abb.1). Zwischen beiden Reihen ist ca. 3-4 Meter Zwischenraum.

Die Markierungspylone befindet sich genau auf mittlerer Höhe beider Reihen. Der erste Spieler einer Reihe erhält einen Ball und bekommt die Aufgabe mit dem Ball in Richtung der Markierung zu laufen. Kurz nach ihm läuft sein Pendant auf der anderen Seite ebenfalls los. Timing ist hierbei entscheidend. Ist der erste Spieler vor der Markierung angekommen, dreht er sich um und spielt dem zweiten Spieler den Ball in den Lauf.

Der zweite Spieler hat dabei einen etwas kürzeren Laufweg, da er den Ball praktisch direkt hinter seinem Passgeber erhält. Diese Reihe soll so lange wie möglich fortgesetzt werden. Es ist wichtig, dass der Übungsleiter bereits kleinste Fehler sofort anspricht, da diese bei Manifestation später das präzise Ausführen komplexer Wechsel behindern können.

Das Kreuzen – Worauf ist zu achten?

Vor allem die korrekten Laufwege sind essenziell wichtig beim Kreuzen. Die Spieler sollen nicht in einer geraden Linie auf den Markierungsgegenstand zu laufen, sondern einen leichten Bogen beschreiben (s. Abb.1). Dies erleichtert zum einen das Passen und schützt die Spieler später vor schweren Zusammenprällen mit der Abwehr. Außerdem verlängert es die Zeit, die ein Spieler für den Pass besitzt.

Die Genauigkeit des Passes ist ebenfalls ausschlaggebend. Der Übungsleiter sollte zunächst die Ansage machen normale Schlagwurfpässe zu spielen. Hierfür müssen sich die Passgeber etwas stärker zum Passempfänger umdrehen, als das beim eigentlichen Kreuzen der Fall sein sollte. Allerdings sind für Anfänger der Laufweg und das Timing des Passes zunächst wichtiger und die Genauigkeit von Schlagwurfpässen erfahrungsgemäß einfach höher. Später kann auf Handgelenkspässe umgestiegen werden.

Es ist meist von Vorteil die Übungen in sehr geringem Tempo durchführen zu lassen, da ihr Gelingen in großem Maße von Timing und Konzentration abhängt. Es kann sogar effektiv sein zunächst nur im Schritttempo zu arbeiten.

Robert Nowacki