Handballtraining Handballübungen


24. Februar 2014

Ballsicherheit beim Prellen – Übungen mit Koordinationsringen

Kategorie: Dribbling – Autor: KaiDittrich – 10:25

Die folgenden Übungen sollen die Fähigkeit des Prellens schulen. Zwar gilt für große Teile des Handballspiels, dass Prellen möglichst vermieden werden sollte, insbesondere im Positionsangriff. Allerdings gibt es Situationen im Spiel, in denen die Fähigkeit des Prellens essenziell ist, z.B. im Gegenstoß.

Erwärmungsspiel

Ein mögliches Erwärmungsspiel für eine Einheit zur Thematik Prellen könnte folgendermaßen aussehen:

Gespielt wird in einer Hallenhälfte. Vor Übungsbeginn werden einige Koordinationsringe (im Volksmund „Hula-Hoop-Reifen“) über das Spielfeld verteilt. Zwei Teilnehmer werden zu Fängern bestimmt, die anderen erhalten jeweils einen Ball.

Die Fänger müssen versuchen alle anderen innerhalb des Feldes abzuschlagen. Die „Gejagten“ dürfen sich nur ballprellend innerhalb des Feldes bewegen. Die Ringe am Boden stellen Schutzzonen dar (s. Abb. 1). Prellt ein Spieler seinen Ball auf dem Boden innerhalb des Ringes darf er nicht abgeschlagen werden. Allerdings dürfen sich die „Gejagten“ nur eine bestimmte Zeit (z.B. fünf Sekunden) an einem Ring aufhalten. Den Jägern ist es nicht erlaubt sich nur in der Nähe eines Reifens aufzuhalten.

Parcours

Eine höhere Sicherheit beim Prellen des Balles kann mit einem Parcours aus Koordinationsringen erlangt werden. Die Ringe werden in einer bestimmten Reihenfolge und Art auf den Boden gelegt (s. Abb. 2).

Die Übenden erhalten die Aufgabe den Parcours laufend und ballprellend zu absolvieren und dabei bestimmte Aufgaben zu erledigen. Zu Beginn soll der Ball lediglich in jedem Ring einmal geprellt werden, ohne dass der Übende an Lauftempo verliert. Gelingt dies einige Male, können zusätzliche Schwierigkeiten eingebaut werden, z.B. dass an gelben Ringen mit der starken und an roten Ringen mit der schwachen Hand geprellt werden soll oder zwischen den Ringen eine vorgegebene Zahl an Bodenberührungen durch den Ball erreicht werden muss (z.B. 3 mal Prellen zwischen den Ringen).

Partnerwettkampf

Die Spieler finden sich zu Paaren zusammen. Jeder Partner benötigt einen Ball. Des Weiteren werden vier Ringe pro Paar benötigt. Die ersten beiden Ringe werden in ca. zwei Meter Abstand mit gleichem Abstand zur Spielfeldmitte (s. Abb. 3) platziert. Die verbliebenen beiden Ringe werden jeweils in der Nähe der Auslinie hingelegt.
Die beiden Partner prellen zunächst ihren Ball in ihrem jeweiligen zentralen Ring. Auf Zeichen des Übungsleiters versucht ein Partner seinen Ring in Ausliniennähe zu erreichen, während der zweite ihn verfolgt (beide bewegen sich ballprellend fort). Hat der Gejagte den Ring erreicht und den Ball darin geprellt, kann der Spieß umgedreht werden und der Jäger wird zum Gejagten.

17. Februar 2014

Erkenntnisse nach der EM 2014

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 17:07

Die EM 2014 in Dänemark hat uns viele spannende und schöne Spiele beschert und auch die ein oder andere Erkenntnis. Manche sind neu, andere bestätigten bereits vorhandene Meinungen. Wir haben mal ein paar davon zusammengetragen.

Individuelle Stärke siegt über Konzept

Augenfällig ist, dass nach wie vor das individuelle Leistungsvermögen ausschlaggebend für den Ausgang eines Spiels oder Wettbewerbs ist. Mit den Franzosen hat sich das individuell beste Team bei der EM durchgesetzt. Vizeweltmeister Dänemark setzte zwar auf ein einheitliches Spielkonzept und viele Spielerwechsel, hatte den Franzosen im Finale allerdings nur in Form von Starspieler Mikkel Hansen etwas entgegenzusetzen. Auch die Spanier waren im Halbfinale trotz der besseren Spielanlage und dem klaren Konzept, dass insbesondere das Kreisläuferspiel vorsieht, an den Franzosen gescheitert, welche trotz schwacher Leistung am Ende auf ihre Superstars bauen konnten. Mannschaften die auf den Schlüsselpositionen ohne absolute Weltklasseleute antraten, war der Einzug in die Finalrunde verwehrt geblieben. Am besten verkauften sich hierbei noch Schweden und Island (s. allerdings auch nächster Punkt). Spanien hatte mit Canellas einen Spieler in seinen Reihen von dem vor dem Turnier kaum ein Experte so viele Weltklassepartien erwartet hätte.

Es gibt keine Kleinen mehr

Lediglich Montenegro gelang kein einziger Punktgewinn bei dieser EM. Alle anderen Mannschaften konnten Erfolgserlebnisse feiern, wobei insbesondere die Österreicher mit zwei Siegen für ein kleines Aufhorchen bei ihrer zweiten EM-Teilnahme sorgten. Generell scheint auf europäischer Ebene die Leistungsdichte wesentlich höher als noch vor ein paar Jahren zu sein, was sich z.B. auch am Fehlen der deutschen Nationalmannschaft zeigt. Daher sind die Überlegungen der EHF, das Teilnehmerfeld zu vergrößern, sicherlich sinnvoll.

Beherrschung offensiverer Abwehrformationen werden zum Muss

Mittlerweile reicht es nicht mehr nur eine gute Abwehrformation stellen zu können. Dies zeigte sich im Verlauf des Turniers besonders in den knappen Spielen. Den Dänen wurde beispielsweise das lange Festhalten an ihrer 6:0 Deckung im Finale zum Verhängnis, da beide Torhüter einen schlechten Tag erwischten. Die Kroaten wiederum hatten ihr weites Vordringen bis ins Halbfinale auch der hohen Variabilität ihres Abwehrsystems zu verdanken.

Spiele werden im Angriff und nicht in der Abwehr gewonnen

Auch wenn die Abwehr nach wie vor Grundlage zum Erfolg ist, zeigte sich doch, dass am Ende die Angriffsstärke der Franzosen ausschlaggebend für ihren Triumph war. Sie erzielten die meisten Tore aller vier Halbfinalisten, kassierten aber auch die meisten. Auf der anderen Seite kassierte nur einer der Gruppenletzten (Tschechien) die meisten Gegentore in seiner Vorrundengruppe. Dies gilt auch für die Torhüterleistungen. Obwohl die norwegischen und tschechischen Keeper in der Vorrunde hinter Dänemarks Torwartgespann die meisten Bälle abwehrten, mussten ihre Teams jeweils vorzeitig die Koffer packen. Beiden Mannschaften fehlte die Durchschlagskraft in der Offensive.

11. Februar 2014

Dänemark vs. Frankreich – Dänemarks Niederlage und seine Gründe

Kategorie: News – Autor: KaiDittrich – 17:07

Das EM Finale 2014 ist vorbei. Frankreich hat zum dritten Mal den Titel durch einen 41:32 Sieg über die Gastgeber aus Dänemark geholt und das obwohl der Großteil der Experten vor dem Finale die bis dahin ungeschlagenen Dänen als Favoriten sah. Das im Spitzenhandball Nuancen ein Spiel entscheiden können, hat man in diesem Finale einmal mehr eindrucksvoll sehen können. Wir versuchen im Folgenden einmal die ausschlaggebenden Punkte für den Ausgang des Finales zu beleuchten.

Das Torhüterduell

Der vielleicht augenfälligste Unterschied des Finals: Dänemarks Torhütergespann um Landin und Green fand überhaupt nicht ins Spiel (lediglich drei gehaltene Bälle in Halbzeit 1). Thierry Omeyer zeigte auf französischer Seite zwar keine Weltklasseleistung, half aber insbesondere seiner Mannschaft in der Anfangsphase mit einigen Paraden zum Aufbau der frühen und komfortablen Führung. Seine Erfahrung kompensierte am Ende die fehlende Fitness, welche insbesondere noch im Halbfinale gegen Spanien augenfällig war. Seinem Gegenüber Niklas Landin fehlten gerade im ersten Durchgang auch die Glücksmomente, welche man als Torhüter manchmal für sein Selbstvertrauen braucht.

Duell der Spitzenspieler fällt kaum ins Gewicht

Vor dem Finale war allerorts die Rede vom großen Duell der Superstars Nikola Karabatic und Mikkel Hansen und die entscheidende Rolle dieser beiden Spieler für das Abschneiden ihrer Mannschaften. Dies bewahrheitete sich zumindest im Finalspiel nicht. Während Hansen ab Mitte der ersten Halbzeit quasi allein für Torgefahr aus dem dänischen Rückraum zuständig war und immerhin neun Treffer erzielte, konnte Nikola Karabatic auf Unterstützung durch seine treffsicheren Nebenleute bauen und sich auf die Spielführung konzentrieren. Allein der französische Stammrückraum bestehend aus Karabatic, Daniel Narcisse und Newcomer Valentin Porte erzielte starke 20 Tore in diesem Finale. Bei Dänemark fehlten insbesondere Impulse von der Mittelposition, wo weder Larsen noch Mogensen zu überzeugen wussten.

Hat Dänemark ein psychologisches Problem?

Das eine EM im eigenen Land nicht nur beflügeln, sondern auch lähmen kann war vermutlich ein weiterer Grund für den klaren Spielausgang. Zuvor getragen von einer Welle der Euphorie schienen die Dänen den Erwartungsdruck der eigenen Fans deutlich zu spüren. Auch dürfte die ebenfalls deutliche Klatsche im WM Finale 2013 gegen Spanien noch in den Hinterköpfen der ganzen Mannschaft gewesen zu sein, insbesondere nachdem man sich in der 15. Minute schon mit 12:4 in Rückstand sah. Die Franzosen hingegen zeigten sich von Beginn an nervenstark und wussten ihre große internationale Erfahrung glänzend einzusetzen, weshalb wir ein torreiches aber an Spannung eher armes EM-Finale erleben durften.

5. Februar 2014

Exkurs: Block und Zusammenspiel mit dem Torhüter

Kategorie: Zusammenspiel – Autor: KaiDittrich – 10:20

Das Blocken von Bällen will gelernt sein. Auch wenn der Vorgang an sich sehr einfach aussieht, ist ein gutes Blockspiel eine nicht zu unterschätzende Kunst.

Sollte man das Blocken von Würfen explizit trainieren?

In der Regel wird das Blocken bei vielen Übungen speziell für die Rückraumwerfer quasi nebenbei trainiert. Bei solchen Übungen sollte der Trainer darauf achten, dass auch Spieler im Block spielen, welche im Wettkampf ebenfalls im Mittelblock oder zumindest auf den Halbpositionen verteidigen. Ein Außenabwehrspieler hat dort nichts zu suchen. Allgemein sollte man die physischen Determinanten (Sprungkraft aus dem Stand, Körperspannung, u.ä) für ein gutes Blockspiel häufiger trainieren.

Außerdem ist auch das bevorzugte Abwehrsystem ausschlaggebend für die Wichtigkeit des Blockspiels. Lässt ein Trainer bevorzugt offensive Systeme spielen (5:1, 4:2, 3:3 oder eine sehr aggressive 6:0) verliert das Blockspiel an Wichtigkeit, da in diesen Systemen eher Schnelligkeit und Zweikampfstärke gefragt sind. Wird jedoch häufig eine eher defensive 6:0 Deckung gespielt, ist es zwingend notwendig, dass der Mittelblock in der Lage ist, den Torhüter bei Rückraumwürfen zu unterstützen.

Zusammenspiel zwischen Block und Torhüter

Zunächst muss es für die unterschiedlichen Spielsituationen klare Absprachen zwischen Torhüter und Block geben. Zumeist wird hierbei die alte Regel angewendet: „Der Block hat die Wurfarmseite.“ Dies bedeutet normalerweise, dass der Torhüter bei Werfern auf der Halbposition hauptsächlich die kurze Ecke abdecken muss (außer es spielen Linkshänder auf Halblinks und umgekehrt).

Geht ein Halbspieler einen langen Weg quer zur Abwehr, kann der Block allerdings in der Regel nicht mehr die Wurfarmseite komplett abdecken. Daher ist es wichtig, dass auch dafür Absprachen herrschen und diese schnell umgesetzt werden können.

Zusammenspiel trainieren

In der Regel kann man das Zusammenspiel am besten durch häufiges Spielen und hohe Kommunikation zwischen Mittelblock und Torhüter fördern. Eine kleine Übung, die sich hierfür ebenfalls anbietet ist folgende:

Falls die Handballtore nicht fest verankert sind (demontierbar) werden sie abgebaut. An der Stelle der beiden Torpfosten wird je ein kleines Tor aufgebaut (s. Abbildung 1). Die Spieler werden in Mannschaften zu je sechs Personen plus 1 Torhüter pro Team aufgeteilt.

Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Ziel des Spiels ist es den Ball in einem der beiden gegnerischen Tore unterzubringen. Abgesehen von den kleinen Toren wird nach ganz normalen Handballregeln gespielt (Kreis, Schrittregel, etc.). Dadurch, dass der Torhüter lediglich eins der kleinen Tore abdecken kann, ist es nötig, dass der Block sich an die Absprachen hält und Würfe auf das andere Tor konsequent blockt.

R. N.