Handballtraining Handballübungen


25. Februar 2013

Zwei Übungen zum Thema „Sperren setzen“

Kategorie: Taktik – Autor: admin – 18:33

Einfache 2:1 Überzahl

Ein Abwehrspieler wird zentral am Kreis vor dem Tor positioniert. Der Kreisläufer stellt sich zu ihm. Der Übungsleiter kennzeichnet vor Übungsbeginn mit Pylonen die Zone, in welcher die Angreifer durchbrechen und werfen dürfen. Die anderen Angriffsspieler versammeln sich ca. 11 Meter vor dem Tor mit je einem Ball (Ballkiste).

Der erste Angreifer beginnt nun mit Ball auf das Tor zu zulaufen. Sein Kreisläufer erhält die Aufgabe eine Sperre für ihn zu stellen. Der Angriffsspieler muss in der Lage sein schnell zu erkennen, an welcher Seite des Verteidigers die Sperre steht und dementsprechend auf diese Seite Druck ausüben.

Der Abwehrspieler kann je nach Vorgabe des Trainers sehr passiv agieren oder versuchen die Sperre zu verhindern.

Tut er dies, so erhält der Kreisspieler natürlich die Möglichkeit sich in einen leeren Raum abzusetzen. In diesem Fall kann der Rückraumspieler mit dem richtigen Timing seinen Kreisläufer anspielen, da sich der Verteidiger auf ihn konzentriert. Diese Übung hilft Kreis- und Rückraumspielern den grundlegenden Ablauf einer Angriffsaktion mit Sperre zu erlernen und zu verinnerlichen.

Doppelkreuz und Doppelsperre

Die Übung verbindet sowohl Elemente des Kreuzens, als auch des Auflösens von Rückraumspielern an den Kreis mit Sperre. Zwei Abwehrspieler, welche nebeneinander stehen werden für die Übung benötigt. Die Angriffsspieler werden in Dreiergruppen aufgeteilt und erhalten pro Gruppe einen Ball.

Die Übung beginnt ungefähr auf Höhe der Mittellinie. Die erste Dreiergrupe nimmt zunächst Geschwindigkeit auf und spielt sich den Ball ein paar Mal im Lauf zu. Ist die Gruppe bei ca. 10 Meter Torentfernung angelangt zieht der mittlere Spieler ein Kreuz für einen der Halbspieler an. Nachdem er den Ball abgespielt hat löst er sofort auf kürzestem Wege an den Kreis auf und stellt gegen den nächsten Abwehrspieler eine Sperre nach innen.

Der Halbspieler in Ballbesitz zieht nach Ballerhalt ebenfalls ein Kreuz zum anderen Halbspieler an und folgt dem Beispiel des Mittelspielers, indem er nach dem Pass den zweiten Abwehrspieler sperrt. Für den Spieler der nun in Ballbesitz ist sollte sich nun eine Lücke zwischen seinen beiden Mitspielern am Kreis auftun, die ihre jeweiligen Abwehrspieler wegsperren.

Der Übungsleiter kann auch bei dieser Übung wieder vorgeben, wie sich die beiden Verteidiger verhalten sollen. Die Übung kann als Grundlage für Spielzüge mit Doppelsperre dienen, trainiert aber vor allem das schnelle Umschalten der Angriffsspieler nach dem Auflösen an den Kreis, sodass sie sofort Position beziehen können.

Robert Nowacki

14. Februar 2013

Trainingsprinzipien im Handballtraining, Teil 3

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 11:57

Das Prinzip der Periodisierung und Zyklisierung

Die Einteilung verschiedener Zeitabschnitte in Perioden und Trainingszyklen ist in jeder Sportart möglich. Davon ausgehend lassen sich für die Trainingsgestaltung, vor allem was Intensität, Umfang und Reizdichte angeht verschiedene Aussagen treffen. Handball bildet hier keine Ausnahme und lässt sich folgendermaßen unterteilen.

Trainingssteuerung über Makrozyklen

Als Makrozyklen werden lange Zeitabschnitte bezeichnet, in denen Trainingssteuerung vor allem über die Dauer, Dichte und Intensität der Reize erfolgt. Die drei großen Perioden in der Sportwissenschaft sind die Vorbereitungsphase, die Wettkampfphase und die Übergangsphase. Die Vorbereitungsphase ist im Handball meist während der Winterpause und im zweiten Abschnitt der Sommerpause (Juni/Juli bis September).

Hier geht es hauptsächlich um Leistungsaufbau besonders in den konditionellen Fähigkeitsbereichen. Dafür sind hohe Belastungsumfänge und hohe Reizdichte im Training erforderlich. Je weiter die Phase fortgeschritten ist, umso spezifischer und intensiver sollte die Trainingsgestaltung werden.
Die Wettkampfphase erstreckt sich über den Zeitraum, in dem regelmäßige Pflichtwettkämpfe (Liga-, Pokalspiele) stattfinden. In dieser Phase geht es hauptsächlich um Leistungserhalt und geringfügigen Aufbau. Leistungszuwächse können hier vor allem im taktisch-technischen Bereich noch herbeigeführt werden.

Die Trainingseinheiten sollten intensiv und umfangsreduziert (gerade zu späteren Zeitpunkten des Zyklus) gehalten werden. Die Inhalte sollten sich hauptsächlich auf spieltaktische und technische Fähigkeiten konzentrieren. Die konditionellen Grundlagen müssen in der Vorbereitungsphase entwickelt werden.

Die Übergangsphase beginnt in der Regel kurz nach dem Ende einer Wettkampfsaison. Sie ist in der Regel nur ein bis zwei Monate lang und hat den kontrollierten Leistungsabbau zur Folge. Alle Trainingssteuerungsitems werden drastisch zurückgefahren, um den Spielern eine Erholungspause zu verschaffen. Die Trainingsinhalte sollten vorwiegend anderen Sportarten entnommen werden (Fussball, Schwimmen, u.ä). Die Übergangsphase ist wichtig, um Verletzungen vorzubeugen und dem Sportler Zeit zu geben neue physische und psychische Frische zu erlangen.

Trainingssteuerung über Mesozyklen

Mesozyklen sind kleinere Zeiträume, welche helfen die Makrozyklen zu unterteilen. Z.B. lässt sich der Makrozyklus der Vorbereitungsphase in verschiedene Abschnitte einteilen, in denen Trainingsziele, -inhalte, -reizdichte, etc. unterschiedlich sind. Sie dienen der Erstellung von Rahmentrainingsplänen und dem Festsetzen langfristige Trainingsziele.

Trainingssteuerung über Mikrozyklen

Mikrozyklen sind die kleinste Form der Periodisierung. Sie erstrecken sich meist über Zeiträume von wenigen Tagen bis maximal zwei Wochen. Innerhalb dieser Zeiträume können exakte Trainingspläne ausgearbeitet werden und kurzfristige Trainingsziele gesetzt und erreicht werden.

Neben den allgemeinen Trainingsvoraussetzungen, welche die Perioden der Makro- und Mesozyklen erfordern, gehen in die Planung der Mikrozyklen auch viele subjektive Wahrnehmungen des Übungsleiters ein.

Robert Nowacki

4. Februar 2013

Trainingsprinzipien im Handballtraining, Teil 2

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 09:21

Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung (Superkompensation). Das Model der Superkompensation zählt zu den wichtigsten grundlegenden Leitmodellen der modernen Sportwissenschaft. Es befasst sich mit dem optimalen Verhältnis von Belastungsreizen und Entlastungspausen im sportlichen Trainingsprozess

Abbildung 1: Superkompensationsmodell

Das Modell

Das Superkompensationsmodell geht davon aus, das nach Belastungsreizen zuerst ein Ermüdungseffekt auftritt, sodass der Sportler eine gewisse Erholungsphase braucht. Wird der nächste Belastungsreiz zu einem optimalen Zeitpunkt gesetzt (weder zu früh noch zu spät), tritt ein Trainingseffekt (Verbesserung) ein. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass der Körper während der Belastungsphase die Leistungsfähigkeit wiederherstellt und sich dabei an den letzten Belastungsanforderungen orientiert. Dies führt zu einem Anpassungsprozess der Leistung über das Ausgangsniveau vor dem Belastungsreiz.

Die Aufgabe des Trainers ist es die optimalen Belastungszeitpunkte herauszufinden und auszuschöpfen. Diese sind zum einen abhängig von der jeweiligen Art des Trainings. Maximalkrafttraining (z.B. für die Verbesserung der Sprungkraft) erfordert längere Trainingspausen als Kraftausdauertraining. Zum anderen spielen Trainingsmethoden und –intensität eine wichtige Rolle, sowie auch das Alter und die Konstitution der Sportler. Während bei Freizeithandballern schon zwei Trainingseinheiten in der Woche Erfolge bringen können, ist für Leistungshandballspieler eine wesentlich größere Reizdichte (mind. 5 Trainingstage in der Woche plus Wettkämpfe) erforderlich für Trainingsfortschritte.

Im Zweifelsfall sollte der Trainer jedoch gerade während der Saison das Training dosieren, da zu kurze Pausen sich meist negativer auswirken als zu lange Erholungsphasen. Das Superkompensationsmodell gilt übrigens auch für körperlich weniger anstrengende Trainingsinhalte, wie z.B. das Einstudieren von Spielzügen. Auch hier brauchen die Spieler Pausen, um neue Konzentration zu sammeln und das Erlernte in Engrammen zu festigen (passiert im Ruhezustand).

Prinzip der Kontinuität

Dieses Trainingsprinzip geht davon aus, dass ein Trainingseffekt nur dann aufrechterhalten werden kann, wenn die erforderlichen Belastungsreize über einen längeren Zeitraume gesetzt werden. Im Klartext bedeutet dies, dass Trainingsziele über mehrere Wochen verfolgt werden müssen. Ein Trainer sollte also zwar abwechslungsreich trainieren lassen, aber trotzdem die Trainingseinheiten über einen längeren Zyklus so gestalten, dass bestimmte Fähigkeiten oder Fertigkeiten regelmäßig trainiert werden.

Gerade im taktischen Handballtrainingsbereich ist dies von großer Bedeutung. Nur wenn Angriffsspielzüge oder Deckungsvarianten oft trainiert werden, können diese von den Spielern vollständig verinnerlicht werden, sodass sie im Wettkampf jederzeit abrufbar sind.

Robert Nowacki

Bildquelle Abb.1:
– Internet; Zugriff am 25.09 13.09 Uhr: http://www.loges.de/uploads/myth2.gif