Handballtraining Handballübungen


29. Mai 2012

Schrittweises Erlernen der einfachen Handballkörpertäuschung

Kategorie: Allgemein,Technikschulung – Autor: admin – 09:26

Körpertäuschungen gehören zu den wichtigsten Techniken im Handball. Richtig ausgeführt bieten sie dem Spieler zahlreiche Möglichkeiten einen Torerfolg zu erzielen oder vorzubereiten. Deshalb sollten Jugendspieler bereits früh die Grundtechnik der einfachen Körpertäuschung erlernen und diese immer weiter mit Hilfe des Übungsleiters verfeinert werden. Im Folgenden werden drei Lernphasen zur Erarbeitung der Technik im Training aufgezeigt und mögliche Übungsinhalte veranschaulicht.

Lernphase 1: Trockenübung ohne und mit Ball

Zunächst sollte der Übungsleiter die Technik selbst oder durch andere Spieler, bzw. Medien (Videovorführung) darstellen und der Trainingsgruppe die Vorteile bei Beherrschung der Technik vor Augen führen. Danach sollten die Spieler versuchen die Technik aus dem Stand heraus nachzumachen. Dies bedeutet für Rechtshänder einen langen Schritt nach links mit dem linken Bein und zwei schnelle explosive Schritte nach rechts, den ersten mit dem rechten und den zweiten mit dem linken Bein.

Die Übung sollte drei bis fünf Minuten kontinuierlich wiederholt werden, wobei der Übungsleiter immer wieder einzelne Spieler auf Fehlverhalten hinweisen und die Durchführung korrigieren sollte. Anschließend an diese Trockenübung sollte er noch einmal das Technikbild demonstrieren und die von der Gruppe begangenen Hauptfehler ansprechen. Danach kann die Übung wiederholt werden, wenn es vom Übungsleiter für nötig gehalten wird.

Lernphase 2: Übung aus dem Lauf mit unbeweglichem Hindernis

Ist die Trainingsgruppe in der Lage die Grobform der Technik aus dem Stand heraus auszuführen, kann die nächste Lernphase eingeleitet werden. Hierfür wird die Gruppe paarweise aufgeteilt und unbewegliche Hindernisse (Stangen, Pylonen, etc.) in einem Raum von mehreren Metern zwischen den einzelnen Paaren platziert (s. Abb.1).

Einer der Partner soll beginnen mit Ball in der Hand (zunächst ohne zu prellen) auf das Hindernis zuzulaufen an diesem die Körpertäuschung durchzuführen und den Ball zum Partner abzuspielen. Die Laufgeschwindigkeit sollte der Trainer gegebenenfalls vorgeben um die Gruppe nicht zu über- oder unterfordern. Mit zunehmender Sicherheit der Gruppe kann auch die Vorgabe prellend auf das Hindernis zuzulaufen und genau auf die Einhaltung der Schrittregel zu achten ausgegeben werden.

Lernphase 3: Anwendung in einer Spielsituation

Zunächst sollten die Spieler abwechselnd versuchen mit der Körpertäuschung an ihrem Partner vorbeizugelangen, ohne dass dieser es mit fairen Mitteln verhindern kann. Anschließend kann der Übungsleiter Eins-Gegen-Eins-Situationen mit Torwurf- oder Passübungen kombinieren um schlussendlich die Anwendung der Technik in einem Trainingsspiel zu erproben.

Robert Nowacki

Verbesserung des Ballfangverhaltens im Handball

Kategorie: Technikschulung – Autor: admin – 09:06

Situation 1: Standardisiertes Einschleifen des Ballannahmemusters für Anfänger

Hat man Anfängern die Grundlagen des Ballpassens und –fangens (Hände vor dem Körper, Finger leicht gebeugt, Diamantform) beigebracht ist es sinnvoll die Techniken durch hohe Wiederholungszahlen zu festigen. Hierfür gehen die Trainingsteilnehmer paarweise zusammen und spielen sich einen Ball immer wieder gegenseitig zu. Dabei wird mit zunehmender Sicherheit der Schwierigkeitsgrad gesteigert. Die Härte des Passes kann dafür erhöht werden, die Genauigkeit verringert. So lernen die Spieler früh auch schwierige Bälle unter Kontrolle zu bringen.

Situation 2: Ballannahme mit geringer Reaktionszeit

Auch für diese Übung werden Gruppen zu je zwei Spielern gebildet. Die einzelnen Paare suchen sich mit je einem Ball einen Platz an der Hallenwand. Partner A stellt sich mit dem Gesicht zur Wand ca. zwei Meter von dieser entfernt auf, Partner B mit Ball einige Schritte hinter ihm. Nun beginnt der hintere Spieler den Ball gegen die Wand zu werfen und sein Mitspieler muss den Abpraller möglichst direkt fangen. Auch hier sollen die einzelnen Würfe möglichst unterschiedliche Höhen und Härten besitzen, sodass der Fänger auf jeden Ball individuell reagieren und sein Fangmuster anpassen muss. Im Verlauf der Übung können der Abstand beider Partner zur Wand dem gewünschtem Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Dabei gilt: Je kleiner der Abstand umso kürzer die Reaktionszeit.

Situation 3: Ballannahme mit kurzer Reaktions- und Orientierungszeit

Die Übung lässt sich je nach Leistungsstärke der Gruppe mit drei oder mehr Leuten durchführen. Einer aus der Trainingsgruppe wird zum Fänger bestimmt und stellt sich exakt mittig zwischen die anderen Gruppenmitglieder (s.Abb.1) welche jeweils einen Ball besitzen. Einer der Ballträger gibt ein kurzes akustisches Zeichen und spielt sofort darauf seinen Ball straff in Richtung des Fängers. Dieser muss sich schnell in die Richtung des Signals orientieren und den Ball sicher fangen. Danach spielt er ihn zurück und wartet auf das nächste Signal eines anderen Spielers. Als Erschwerung können sich die Passgeber auch noch um den Fänger herumbewegen. Der Schwierigkeitsgrad der Übung erhöht sich mit zunehmender Teilnehmerzahl. Es ist auch möglich einen Einzelwettbewerb daraus zu machen und den besten Fänger zu küren.

Robert Nowacki

22. Mai 2012

Die Besonderheiten der Handballmannschaft als soziales Gebilde

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 14:15

Handball unterliegt als Teamsport gewissen Gesetzmäßigkeiten was die soziale Hierarchie und die Konkurrenz innerhalb der Mannschaft angeht. Allerdings hebt sich der Handballsport auch von anderen Mannschaftssportarten durch die Besonderheiten des Spiels und der Anforderungen an die Spieler ab. Nachfolgend werden einige Punkte aufgeführt, die der Trainer bei der Zusammenstellung und dem Aufbau eines Teams beachten sollte.

Flache Hierarchien innerhalb einer Handballmannschaft

Im Gegensatz zu vielen anderen Mannschaftssportarten ist beim Handball das ständige Ein- und Auswechseln von Spielern erlaubt. Hieraus ergeben sich für den Trainer nicht nur diverse taktische Möglichkeiten wie z.B. Spezialistenwechsel, sondern auch eine wesentlich aufgelockerte Teamhierarchie. Dadurch, dass ein Wechsel bei Bedarf sofort rückgängig gemacht werden kann und Spieler durch kurze Wechselpausen während des Wettkampfes regenerieren können, ist die Kluft zwischen Stammformation und Ersatzspielern viel kleiner als in anderen Sportarten. Zwar kristallisieren sich trotzdem bestimmte Spieler heraus die als Führungspersonen die Mannschaft tragen, allerdings ist es für den Trainer wesentlich bedeutsamer jeden Spieler gleich stark zu fördern und möglichst auf Sonderbehandlungen einzelner Spieler zu verzichten.

Kooperanz auf gleichen Positionen

Aus dem bereits genanntem Aspekt des „fliegenden Wechsels“ folgt auch ein besonderes Verhältnis zwischen Spielern, welche die gleiche taktische Position auf dem Feld ausfüllen. Es gibt kaum weitere Teamsportarten, in denen Spieler einer Position so eng aneinander gebunden sind. Vor allem auf der Torhüterposition findet man im Handball häufig dieses Kooperanz-Szenario. Da jeder Spieler während der Saison Spielanteile erhält ist es auch einfacher für den Einzelspieler seinen Konkurrenten auf einer Position zu unterstützen und durch eigene gute Leistungen anzuspornen. Im Gegensatz zum Fußball beispielsweise, reicht es beim Handball nun einmal nicht aus nur eine starke Startaufstellung zu haben. Es ist daher sinnvoll bei der Mannschaftsaufstellung auf möglichst hohe Leistungshomogenität auf den einzelnen Positionen zu achten.

ie Sonderrolle des „Mittelmannes“

Die Spieler auf der Rückraum Mitte Position sollten in jeder Mannschaft eine Führungsrolle inne haben. Sie stellen im Normalfall den verlängerten Arm des Trainers auf dem Spielfeld da und symbolisieren den Kopf der Mannschaft. Der Übungsleiter sollte darum seine Mittelspieler auch charakterlich so fördern, dass sie automatisch einen hohen Platz in der Mannschaftshierarchie einnehmen können und ihre Mitspieler ihren Anweisungen Gehör und Vertrauen schenken.

Robert Nowacki

21. Mai 2012

Trainingstipps für Handball mit Anfängern 1

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 15:13

Im Gegensatz zum Training mit fortgeschrittenen Handballern gibt es für den Übungsgleiter beim Anfängertraining einige Besonderheiten auf die er achten muss. Dabei stehen die Anforderungen an die pädagogischen und psychologischen weit über den Anforderungen an die eigenen handballerischen Fähigkeiten.

Heterogenität der Gruppe

Beinahe immer ist es beim Anfängertraining so, dass die einzelnen Teilnehmer sehr unterschiedliche Ausgangspositionen besitzen. Je nachdem welche sportlichen Vorerfahrungen und physischen Grundkonstitutionen die verschiedenen Handballanfänger besitzen, ergibt sich oft ein großes Gefälle was konditionelle und koordinative Fähigkeiten betrifft. Um sich einen Überblick zu verschaffen kann der Trainer gleich zu Beginn der ersten Trainingseinheit durch kleinere Spiele, welche die Grundtechniken Laufen, Springen und Werfen erfordern, ein klares Bild über die ungefähren Leistungszustände Einzelner sowie der Gruppe insgesamt erhalten. Außerdem lassen sich die Anfänger auch durch ihr soziales Verhalten in solchen Spielen charakterlich bereits gut einordnen. So können z.B. frühzeitig Heißsporne, Mannschaftsspieler, Führungsspieler und Unruhestifter erkannt werden.

Der Ball im Mittelpunkt des Trainings

Beim Erlernen neuer Sportarten ist es für Anfänger wichtig stetig motiviert zu werden und häufig Erfolgserlebnisse zu haben. Daher sollte der Übungsleiter zunächst viele spielerische Elemente mit dem Handball als Spielgerät in sein Trainingsprogramm integrieren und immer darauf achten, dass von den Anfängern zu lösende Übungsaufgaben auch für schwächere Spieler zu bewerkstelligen sind. Vor allem zur Verbesserung der des Ballfangens und –werfens sind kleine Spiele auf engem Raum mit vielen Ballkontakten ideal.

Frühes Vermitteln der Regeln

Da Handball ein vergleichsweise schwieriges Regelkonzept besitzt, ist es enorm wichtig von Anfang an auf Grundregeln wie die Schritt- und Prellregeln, die Spielfeldmarkierungen plus Bedeutung und die Ahndung von Regelverstößen hinzuweisen und immer wieder auch das Wissen der Anfänger darüber zu kontrollieren. So kann beispielsweise zu Beginn auch eine Einheit nur aus dem reinen Erlernen der Regeln bestehen.

Hohe Wiederholungszahlen beim Techniktraining

Da Handball eine extrem technikorientierte Sportart ist, gibt es viele Dinge, die auch Anfänger zu Durchführung des Spieles beherrschen müssen. Hier gilt es für den Übungsleiter beim Erarbeiten von Techniken nicht von einer Übung zur nächsten zu hetzen sondern den Spielern ausreichend Zeit zum Üben zu geben und Sicherheit durch hohe Wiederholungszahlen einer Technik zu vermitteln.

Robert Nowacki

14. Mai 2012

Handballcoaching in der Vorwettkampfphase

Kategorie: Allgemein,Tipps – Autor: admin – 15:21

Das Coaching ist neben der Gestaltung des Trainings die zweite wichtige Aufgabe eines Handballtrainers. Fälschlicherweise wird dabei oft davon ausgegangen, dass es sich um einen einzelnen großen Bereich der sportlichen Führung und Förderung handelt. Dem ist allerdings nicht so.

DER UNTERSCHIED

Unter dem sportlichen Training versteht man alle Vorgänge die zur Aktivierung und Erweiterung von Leistungspotenzialen dienen. Dies umfasst in erster Linie das Handballtraining in seiner Gestaltung und Anleitung, aber auch Ernährungsberatung, Videoschulung oder Mentaltraining.

Der Erfolg von Training ist nicht immer mit fixen Parametern messbar. Trainingserfolge werden oft nur subjektiv wahrgenommen und bewertet. Der Erfolg des Coachings lässt sich hingegen meist an einem konkreten Ergebnis (Sieg, Unentschieden, Niederlage) ermitteln, wobei jedoch auch hier subjektive Eindrücke (Art und Weise des Sieges z.B.) als Indikatoren hinzugezogen werden können.

COACHING im Handballsport

Coaching ist im Handball meist mit dem Wort Wettkampfbetreuung gleich zu setzen. Dies umfasst beim Handball nicht nur das Spiel an sich, sondern auch alle Pausen während des Spieles sowie die Vorwettkampfphase (Erwärmung, Mannschaftsbesprechung u.ä.) und die Wettkampfnachbereitung (Auslaufen, Nachbesprechung, etc.).

COACHING vor dem Spiel

Meist beginnt die Coachingtätigkeit des Trainers mit dem Erreichen der Spielstätte. In Ausnahmen können auch schon Ansprachen oder Einzelgespräche während der Anreise oder davor zum Coaching hinzugerechnet werden. Die erste größere Anforderung an die Fähigkeiten des Übungsleiters stellt die Gestaltung des Warm-Ups dar.

Hier kann der Trainer bereits Einfluss auf Motivation und Selbstvertrauen der Spieler nehmen. In der Regel empfiehlt es sich das Muster der Erwärmung während eines größeren Zyklus (Saison oder Halbserie) nur geringfügig zu verändern, da die bekannten Abläufe für viele Spieler etwas Vertrautes sind und sie sich besser auf die bevorstehende Wettkampfaufgabe konzentrieren können. Bei ständiger Abwandlung des Erwärmungsprogrammes werden die Spieler hingegen eventuell verunsichert und aus der Konzentration gerissen.

In jedem Fall sollte die Erwärmung ausreichende Länge und Intensität besitzen um Verletzungen vorzubeugen. Dreißig Minuten Gesamterwärmung mit einer fünf- bis zehnminütigen Dehnpause sollte der Trainer mindestens einplanen. Dies bedeutet natürlich auch die Ankunft an der Spielstätte möglichst so zu planen, dass die gewohnten Abläufe in aller Ruhe ausgeführt werden können.
Robert Nowacki

Handballcoaching vor und während des Wettkampfes

Kategorie: Tipps – Autor: admin – 15:15

DIE MANNSCHAFTSANSPRACHE

Wie viel Zeit ein Trainer für die Ansprache vor dem Spiel aufwendet ist individuell sehr unterschiedlich. Dabei sollte er allerdings innerhalb eines Makrozyklus (Saison, Halbserie) nicht allzu oft zwischen langen intensiven Ansprachen und kurzen (oder gar keinen) prägnanten Anweisungen wechseln. Wichtig ist, immer authentisch zu bleiben. Gerade bei Ansprachen vor dem Spiel sollte der Trainer die Spieler nicht mit taktischen Anweisungen überfordern und nur besondere Vorgaben für das Spiel, wie spezielle Abwehrvarianten, ansprechen.

Es ist ebenso ratsam nicht allzu viel über Stärken und Schwächen des Gegners zu referieren. Der Trainer sollte lediglich konkrete Vorgaben zum Ausnutzen oder Einschränken der gegnerischen Besonderheiten vermitteln. Bei der Verkündung der Startaufstellung ist darauf zu achten Überraschungen in dieser entweder gezielt zu begründen oder unkommentiert zu lassen und im Zweifelsfall vorher ein kurzes Einzelgespräch mit den Betroffenen zu führen (z.B. währen der Erwärmung). Emotional aufgeladene Schlussworte sollte man sich als Trainer nur erlauben, wenn man nicht allzu viel emotionale Distanz zu den Spielern hat und die Sprache der Mannschaft spricht. Ansonsten kann man diese Aufgabe getrost einem der Führungsspieler überlassen.

COACHING während des Handballspiels

Während eines Wettkampfes ist der Coach psychisch und physisch extrem gefordert. Zu den nahe liegenden Tätigkeiten wie Auswechslungen, kurzen Ansagen und Motivationsversuchen gesellt sich noch eine Vielzahl an unbewussten Coachingaktivitäten. Am Wichtigsten sind hierbei die Beobachtung des Spiels und die Reaktion auf spezielle Auffälligkeiten im Abwehr- und Angriffsverhalten. So müssen Trainer eine Vielzahl von Entscheidungen treffen, die starke Auswirkungen auf das Spielgeschehen haben können.

Auswechslungen vor allem in der Anfangsphase eines Spieles sollten sorgfältig bedacht werden. Im Zweifelsfall sollte ein schlechter Start in das Spiel lieber durch eine Auszeit unterbrochen werden als durch einen Komplettwechsel der Mannschaft. Schließlich steht im Normalfall die beste Mannschaft von Beginn an auf dem Feld. Am Spielfeldrand ist der Trainer außerdem nicht nur Betreuer und Führer der Mannschaft, sondern auch Vorbild.

Darum sollten Übungsleiter immer auch auf die eigene Körpersprache achten und mit dieser der Mannschaften gewünschte Verhaltensweisen (Aggressivität, Ruhe, Leidenschaft, Konzentration) vermitteln können. Diskussionen mit dem Schiedsrichter haben fast nie positive Effekte und sollten darum möglichst maximal eingeschränkt werden.

Robert Nowacki

10. Mai 2012

Lehrmethoden Technikerwerbstraining

Kategorie: Technikschulung – Autor: admin – 14:56

Handball ist eine stark technikorientierte Sportart. Im Gegensatz zu anderen Sportarten lässt sie sich nicht ohne ein gewisses Grundmaß an spezifischen Techniken spielen. Dabei gibt es verschiedene Methoden bei der Vermittlung neuer Techniken. Die zwei Grundmethoden bilden dabei die induktive und die deduktive Lehrmethode, welche im Folgenden erklärt und gegenübergestellt werden.

VERMITTLUNGSMETHODE: DEDUKTIV – INDUKTIV

Bei der Vermittlung neuer Techniken kann der Übungsleiter auf zwei grundlegende Methoden zurückgreifen. Bei der deduktiven Methode gibt er vor dem Techniktraining gezielte Anweisungen, wie das Technikbild, welches trainiert werden soll im Detail auszusehen hat (z.B. durch Videomaterial oder mehrmaliges zeitentzerrtes Vormachen der Technik).

Bei der induktiven Trainingsmethode hingegen sollen die Trainierenden selbst das Technikbild herausarbeiten. Der Übungsleiter führt die Technik vor und die Übenden versuchen eine bestimmte Aufgabe (z.B. ein Torwurf auf ein kleineres Ziel im Tor) mit der entsprechenden Technik zu lösen. Nun versucht der Übungsleiter nach und nach in den Trainingsprozess einzugreifen und die Übenden hin zur Zieltechnik zu leiten.

VOR- UND NACHTEILE des deduktiven Technikerwerbstrainings

Vorteil eines deduktiven Technikerwerbstrainings ist, dass die Übenden von Beginn an eine klare Zielvorstellung der Gesamttechnik im Kopf haben und Fehler sofort bemerkt werden. Nachteile entstehen besonders bei sehr komplizierten Techniken wie z.B. Körpertäuschungen, da hier die Informationsfülle oft zu hoch für ein deduktives Training ist.

Die Vorteile der induktiven Vermittlung neuer Techniken liegen in der Reduzierung des Informationsflusses. Die Übenden haben wesentlich weniger Druck, da die Technik nicht von Grund auf perfekt gelernt werden soll. Außerdem wird die Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortung des Handballers geschult. Außerdem kann der Trainer durch das Erkennen besonders auffälliger Fehler oder Probleme beim Erlernen der Technik besser reagieren und das Training gegebenenfalls umgestalten.

Gefahren beim induktiven Training entstehen vor allem durch fehlbare Teilumsetzungen einer Technik, welche sich dann bei den Übenden als feste Engramme manifestieren können. Hier ist der Trainer als Beobachter gefragt und muss solchen Entwicklungen rasch entgegen wirken. Außerdem ist für das induktive Technikerwerbstraining eine gewisse motorische Grundleistungsfähigkeit der Spieler vorausgesetzt werden.

Robert Nowacki

Stufen vom Erlernen der Technik bis zur Beherrschung

Kategorie: Technikschulung – Autor: admin – 14:53

TECHNIKVORAUSSETZUNGSTRAINING

Die erste Stufe des Techniktrainingszyklus bildet das Erwerben der Voraussetzungen zur Beherrschung einer Technik. Damit sind vor Allem konditionelle Fähigkeiten wie Sprungkraft, Schnellkraft oder Schnelligkeit, sowie Grundfertigkeiten des Sports wie Laufen, Springen und Werfen gemeint. Hier ist besonders der Leistungsstand der Trainingsgruppe für den Übungsleiter von Bedeutung. Bei den meisten Gruppen sind dabei die Voraussetzungen schon vorhanden. Lediglich im Kindertraining kommt dem Technikvoraussetzungstraining eine höhere Bedeutung zu.

TECHNIKERWERBSTRAINING

Diese Phase bildet die entscheidendste Komponente des Techniktrainings. Hier wird die Technik in ihren Grundzügen erlernt. Der Übungsleiter kann dabei zwischen verschiedenen Vermittlungsmethoden (induktiv-deduktiv) wählen. Außerdem lässt sich das Training nach zwei verschiedenen Vorgangsmethoden durchführen. Der Übungsleiter kann die sportliche Technik entweder als Ganzes trainieren lassen oder in Teilabschnitte zergliedern, die dann einzeln geübt und zusammengesetzt werden.

Die Nützlichkeit der Methoden hängt dabei von der Komplexität der Zieltechnik ab. Ein einfacher Schlagwurfpass aus dem Stand sollte demnach eher im Ganzen erlernt werden, da es hier nur wenig Anhaltspunkte für eine Abgrenzung einzelner Technikpunkte gibt. Allerdings kann der Trainer einzelne Punkte der Technik herausarbeiten und die Technik mit dem Hauptaugenmerk auf diese Punkte üben lassen. Bei komplexeren Übungen wie z.B. der Sprungwurftechnik empfiehlt es sich einzelne Technikabschnitte zu trainieren.

Hier kann z.B. eine Dreiteilung der Technik in Absprung, Torwurf und Landung erfolgen. Unabhängig von der Methode sollte das Technikerwerbstraining auf genaue und qualitativ hochwertige Ausführung unter normierten Bedingungen ausgelegt sein.

TECHNIKANWENDUNGSTRAINING

Beherrschen die Spieler eine Technik unter normierten Bedingungen wird das Technikanwendungstraining initiiert. Hier unterteilt man in zwei Abschnitte. Im ersten Abschnitt geht es um die Automatisierung der Technik. Hier sind vor allem hohe Wiederholungszahlen bei Übungen zur Durchführung der Technik wichtig, um diese als festes Engramm abzuspeichern.

Die Spieler sollen in der Lage sein die Technik auszuführen ohne bewusst über den Vorgang nachzudenken. Im Abschnitt zwei geht es um Variation der Technik. Hierbei soll die Grundtechnik sowohl unter unterschiedlichen Bedingungen wie Zeitdruck, Gegnereinwirkung oder speziellen Aufgaben ausgeführt werden als auch in einzelnen Punkten variiert werden (z.B. Schlagwurf über das „falsche Standbein).

Zusätzlich zum Anwendungstraining sollte Technikergänzungstraining durchgeführt werden, um die Qualität der Technik zu erhöhen.

Robert Nowacki